Geniale Scheiße. Rennradblog nominiert für den Literaturnobelpreis.

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„Erstmals in der Geschichte wird ein Rennradblog für den Literaturnobelpreis nominiert“. Mit diesen Worten ließ die Schwedische Akademie in den letzten Tagen eine Bombe platzen. Der Vorschlag kam geschlossen von den Mitgliedern der Akademie, dem Präsidenten repräsentativer Schriftstellervereinigungen und von bekannten Litaratur- und Linguistikprofessoren. „Das was in Rennradblogs derzeit literarisch geboten wird, ist kaum zu überbieten. Es ist teilweise so schlecht, dass man dahinter wahre Genies vermuten muss. Schreiblaien kann so ein absoluter Schwachsinn nicht einfallen“ so die Begründung.

Rennradblog als literarisches Meisterwerk ausgezeichnet?

Es war nur eine Frage der Zeit, bis sich die vielen Rennradblogs auch in der konservativen Literaturszene Aufmerksamkeit verschaffen. Das liegt sicher auch daran, dass es heute mehr Rennradblogs als Bücher in der Nationalbibliothek gibt. Auch sind Rennradblogs im Gegensatz zur klassischen Literatur einfach zu lesen, weil man nicht mitdenken muss. Die Bilder, die dabei im Kopf gar nicht entstehen, müssen auch nicht verarbeitet werden. Neue Gedanken kommen dabei selten auf.

„Das Bemerkenswerteste an Rennradblogs sind ihre geniale, inhaltliche Banalität und die vielen Fehler. Diese sind so gesetzt, dass sie dem Leser kaum auffallen. Die horrenden Form- und Fallfehler sowie die katastrophalen Grammatikfehler werden von den darin beschriebenen sportlichen Marginalleistungen kaschiert. So eine literarische Feinmechanik muss man erst einmal beherrschen.

Eine Fahrt zum Bäcker ist für die Leser auch viel mehr Wert als ein korrekt gesetzter Beistrich oder eine variantenreiche Wortwahl.“ Volker Weidermann, deutscher Literaturkritiker und Journalist hat sich die Mühe gemacht, die 100 beliebtesten Rennradblogs 2016 von Anfang bis zum Ende zu lesen.

„Das Wetter war schön, aber windig“ – Literatur vom Feinsten.

„Es sind Passagen wie ‚Das Wetter war schön aber windig. Unsere Gruppe bestand aus 6 Personen‘, welche die Rennradblogs charakterisieren. Diese anspruchslose ‚Wurstigkeit‘ ist die höchstmögliche Steigerung der Trivialität. Das muss neidvoll anerkannt werden'“. Volker Weidemann lässt keine Zweifel daran, dass mit Rennradblogs eine neue literarische Ära eingeleitet worden ist.

ktrchts

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