Übungsleiter Rennrad – eine Ausbildung fürs Leben.

Übungsleiter RennradAlle hören Markus Eibegger zu

Milde Novembersonne über dem Sportzentrum Niederösterreich. Es ist angenehm warm. Gut so. Es hätte auch anders sein können. Aus allen Landesteilen sind sie angereist. Die zukünftigen Übungsleiter Rennrad. Der LRV-NOE und der ÖRV hatten gerufen. Vor Ort und zur Stelle auch ich. Mittendrin statt faul daheim. Wieder einmal Schulbank drücken. Vier Tage lang. Der Einstieg in die Trainerlaufbahn? Keine Ahnung. Vielleicht. Warum nicht. Aber eher nein. Lernen fürs Leben. Wer nichts weiß, muss bekanntlich alles glauben. Die Truppe bunt gemischt. Ehemalige Elitefahrer a.D., Sportvereinsfunktionäre, Unternehmer, Privatpersonen. Die erste Stufe auf dem Weg zum Diplomtrainier Rennrad hat einige auf den Plan gebracht. Der  Seminarraum ist voll. Theorie und Praxis warten.

Übungsleiter Rennrad

Ohne Fleiß, kein Schweiß.

Übungsleiter Rennrad. Der Parkplatz als Spielwiese.

Rennradfahren ist mehr als nur Rennrad fahren. Das ist mein persönliches Resümee aus den vier Tagen in St. Pölten. Tage, welche wir bei Sonne im Seminarraum und bei kühlen und feuchten Temperaturen im Freien verbracht haben. Traue nie einem Wetterbericht. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Auch wenn ich immer noch der Verfechter der „möglichst oft und möglichst lange“ Rennradphilosophie bin: Ab und wann an der eigenen Koordination, Kondition und Technik zu feilen hat auch seine Berechtigung. Im Turnsaal sind mir während des Lehrgangs meine eigenen Baustellen klar und deutlich aufgezeigt worden. Ich habe neue Freunde kennengelernt. Muskeln, die ich bis dato nicht kannte. Zauberwort BlackRoll. Ein modernes Foltergerät Mir hat’s die Tränen aus den Augen getrieben. Meine Schmerzen waren unüberhörbar. Kursleiter Peter meinte, die BlackRoll gehört dazu. Außer man hat viel Geld für einen Masseur. Das der weniger schmerzt ist aber ein Gerücht.

Trotzdem hat es mir Spass gemacht. Es hat mir Spass gemacht, mich körperlich neu zu erleben. In Shirt und kurzer Hose. Fern ab vom Asphalt. Beim Memory Lauf oder bei anderen Denkaufgaben, beim Planking, den Kniebeugen oder dem Kreuzheben. Dann gab es noch diese vielen Dehnübungen. Ein Besen und ich haben einiges gemeinsam. Warum wir das gemcht haben? Die Arbeit als Trainier schließt Quälerei in Turnsälen nicht aus. Hauptsächlich in den Wintermonaten.

Schieben. Einklicken. Rollen. Bremsen. Steuern.

Besonders hilfreich, interessant und anwendbar waren die vielen Übungen am Parkplatz. Schieben, Einklicken, Rollen, Bremsen und Steuern in den unterschiedlichsten Facetten. Kurzweilig. Schon einmal probiert, mit dem linken Schuh im rechten Pedal zu fahren? Ja? Dann einmal andersrum probieren. Rechter Schuh im linken Pedal. Oder Formationsfahren mit Lenkerübergriff? Zu Zweit, zu Dritt oder mehr. Zu Dritt besonders kribbelnd, da der Mittlere keine seiner beiden Hände auf dem eigenen Rad halten darf. Da ist das Hirn ganz im Sinne von vital4brain richtig gefordert. Für einen lebendigen, geistreichen und erfrischenden Vormittag am Parkplatz reichen ein paar Hütchen, Tennisbälle, Schachfiguren und farbige Kreiden. Garniert man dies mit guten Ideen, lässt es sich eine Zeit lang gut in der Kälte aushalten.

Eigentlich wäre so ein Schnellkurs Pflicht. Für jeden, der sich aufs Rennrad schwingt. Quasi ein Rennradführerschein. Keine Sorge. Ich bin schon wieder ruhig und still und verwerfe diesen Gedanken. Auch wenn ich mich immer mehr damit anfreunden könnte.

 

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Übungsleiter und Guide. Dürfen, können, müssen.

Natürlich waren wir nicht nur am Parkplatz. In Gruppen ging es auch in die freie Wildbahn. 1er Reihe und 2er Reihe üben. Auch nicht jedermanns Sache. Der richtige Abstand. Zum Vordermann. Seitlich. Der Wechsel. Die Windkante. Zeichen geben. Gruppe führen. Ablösen. Immer im erlaubten Rahmen der StvO. Dürfen, können und müssen. Zur eigenen Sicherheit und zur Sicherheit der Gruppe. Ob als Übungsleiter Rennrad oder als Rennrad-Guide. Recht haben heißt noch lange nicht Recht bekommen. Dementsprechend ist die Verantwortung groß. Umso wichtiger also das Wissen über Recht und Gesetze. Paragraph 68 der StvO regelt viel, lässt aber noch mehr Interpretationsspielraum offen.

Anhand von Beispielen wurden wir in das rechtliche Wirr-Warr eingeführt. Ausnahmen hier und dort. Infolgedessen wäre ein Auswendiglernen der Regeln hilfreich. Oder man nutzt Spickzettel. Bemühungen, die wichtigsten Passagen aus der STvO auf eine Trinkflasche zu bringen, gibt es seitens des ÖAMTC.

Übungsleiter Renrnad.

Diskussionsgrundlage. §68 STvO.

Trainingslehre. Das Radjahr braucht Ruhephasen.

Der Einblick in die Trainingslehre fällt in die Rubrik „Selbsterkenntnis als bester Weg zu Besserung“. Für mich. Wieder einmal. Periodisierung oder Trainingszyklen. Tausendmal gehört, tausend Mal ist nichts passiert. Das ist mein eigener Disput mit der Sportwissenschaft. Richtig trainieren will gekonnt sein. Jedenfalls habe ich die Theorie dazu jetzt zumindest einmal schwarz auf weiß in meinen Unterlagen. Zu wissen, wie ein Stoffwechsel funktioniert wird mir beim nächsten Naschkater-Anfall möglicherweise behilflich sein, rechtzeitig die Notbremse zu ziehen.

Übungsleiter Rennrad

Soll- und Istzustand

Radfahren ist vor allem Spass. Und ganz nebenbei ein wenig Wissenschaft, Geschicklichkeit, Technik sowie Kraft, Koordination und Ausdauer. Alle Elemente haben wir bei der Ausbildung zum Übungsleiter Rennrad zu einem großen Ganzen zusammegeschraubt.  Jetzt haben wir den Überblick. Vertiefendes und weiteres Spezialwissen wird sich jeder Einzelne selbst ans Herz legen. Je nach persönlichen Vorlieben und Interessen. Viele von uns werden ihr Wissen an Kinder und Jugendliche in Vereinen und Schulen weitergeben. Andere nach höherem Streben. Rennradtrainer als Beruf? Das ist möglich und der Weg dorthin wird über den Radsportverband geregelt und über die Bundessport Organistation (BSO) und der Bundessportakademie  (BSPA) angeboten.

 

Sicherer Rennradurlaub mit ketterechts.

Mittendrin, statt stur daheim aus einem Grund. Die ketterechts Rennradreisen 2019 sollen für alle Teilnehmer ein echtes Highlight werden. Die Locations sind dementsprechend ausgesucht worden. Aber auch die Touren, die Hotels und natürlich das Miteinander sollen etwas Besonderes, Außergewöhnliches, Nichtalltägliches sein. Letzteres funktioniert nur dann, wenn die Gruppe gut harmoniert. Genau deshalb habe ich die Schulbank gedrückt. Als Praktiker wollte ich einfach wissen, wie ich meine Skills didaktisch und pädagogisch untermauern kann. Um nicht jemanden erklären zu müssen, dass es einfach so ist, sondern auch helfen zu können, es hinzubekommen. Mit dem entsprechenden Wissen. Und mit Übungen. Im Stand und am Rad.

Der tägliche Weg von A nach B ist bei so einer Rennradreise lang. Und es kann viel passieren. Darauf sollte jeder gut vorbereitet sein. Bremsen, Steuern, Kurven fahren, Gruppenfahren, Rechtliches und Technisches. Sitzpostion, runder Tritt, Kräftigungsübungen, Erste Hilfe … All das habe ich in den vier Tagen angesprochen und aufgefrischt. Danke an dieser Stelle an Peter „Schrotti“ Schrottmayer, Markus „Eibi“ Eibegger und Brigitte Stocker. Meine Gäste werden dies zu schätzen wissen. Der Parkplatz vor den Hotels wird unsere Spielwiese sein.

Viel Spass am Rennrad. Wir sehen uns lesen uns.

ktrchts

*aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für beiderlei Geschlecht.

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