Das war mein Linz Triathlon 2012

@ketterechts foto by Christoph Grubich

„Nicht genügend. Setzen“. Wäre der Linztriathlon am Samstag eine Schularbeit gewesen, hätte ich eine dicke fette rote 5 auf meine Urkunde bekommen. Obwohl ich brav dafür gelernt, also trainiert hatte. Gut nicht spezifisch. Mein Fokus war/ist auf die Langdistanz in Roth am 8. Juli 2012 ausgelegt. Und in diesem Fall heißt Fokus einfach ein gutes Rennen zu liefern. Zu finishen und Spass zu haben. Nach der „Sensation“ letztes Jahr in Klagenfurt (10:04 stolze A.d.R.) kann es kein anderes Ziel geben. Denn den „Tag der Tage“ wird es wohl so schnell nicht mehr geben).

Trotzdem wollte ich in Linz sehr wohl endlich einmal die sub5 knacken. Nach diversen knappen Darüberergebnisse wäre es an der Zeit gewesen. 5:03 2011 in Linz, 5:05 2009 in Linz und 5:09 2009 in St. Pölten). Das Training gestaltete ich „Daumen x phi“ – je nach Lust, Laune und Zeit. Ich habe mich an den Plan aus dem letzen Jahr angelehnt. Mit vielen Longjoggs im Winter und einem Radtrainingslager Anfang März in Österreich (ich habe davon bereits berichtet). Die Umfänge waren ok. Was eine über 4 Monate mitgezerrte und immer noch nicht ausgeheilte Beinhautentzündung am linken Schienbein klar und deutlich beweist. Das Thema „Voltarennen“ habe ich ja auch ausgiebig in meinen Postings geschildert. Vom Gefühl her hätte es sich also schon ausgehen sollen. Ich spekulierte mit einer „passablen“ Schwimmleistung, einer „geilen“ Radrunde und einem „schweren“ Lauf. 38:00 2:35 und 1:50 wäre mein Ziel gewesen. Wobei die 1:50 beim Laufen die große Variable in dieser Rechnung darstellen.Ein paar Schwimmtest (1.500 Meter) und ständig mir davonschwimmenden FH Sportsteam Mitstreiter jeden Donnerstag um 7.00 Uhr auf der Gugl, ließen auch die 38:00 bei Schwimmen sehr  ambitioniert erscheinen. Doch die Überzeugung, eine Wettkampfsau zu sein, welche sich erst Neo an Neo steigern kann und pushen kann, berühigten mich wieder. Beim Radfahren wusste ich, dass hier nicht viel schief gehen kann. Außer eventuell vielelicht die Tatsache, dass ich möglicherweise etwas zu viel in die Pedale getreten bin. Stichwort Wienerwald Radmarathon und Neusiedlersee Radmarathon. Beide ziemlich konstant an der anaeroben Schwelle.

Wie dem auch sei. Ich bin sehr unvorbereitet in den Bewerbe gegangen. Ernährungstechnsich habe ich mir dieses Mal wenig (zu wenig) Gedanken gemacht. Auf meine Kartoffelweckerln musste ich verzichen. Statt dessen gabe es „Pick up“ von Leibniz und Oatsnack. Powergels als Reserve selbstverständlich.Zum Rennen selber: Von weit hinten, sehr links ins Wasser gesprungen, hatte ich nur eine Strategie. Kontaktlos die ersten paar hundert Meter zu überstehen. Ruhig zu bleiben und nicht in Panik zu geraten. Das gelang mir. Leider machte ich dafür auch einen rießen Umweg. Die erste Boje passierte ich ca. 3 Meter von selbiger entfernt. Es waren zwei nicht enden wollende Runde. In denen ich mich ab einem Drittel der Distanz mutterseelen allein im Wasser plantschen sah. Weit und breit kein „Gegener“. Entweder war ich zu langsam oder ich war zu langsam. Hmmm? Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichte ich den Aussteig und machte mich auf dem Weg zu T1. Neo weg, Radsocken an – ja ich trage Radsocken, Schueh an – ja ich ziehe es vor die Radschuhe sofort anzuziehen um mich beim Hopser aufs Rad gleich heimisch zu fühlen, Helm, Brille und Startnumer … und raus auf die Radstrecke. Ich schaute auf die Uhr. 39 Minuten. Ok. Keine Sensation. Aber für mich in Ordnung. Jetzt musste ich nur noch Spass haben.

Der Radsplit begann mir einer kleinen Schrecksekunde. Am Anstieg in die Mauer von Katzdorft fühlte sich meine Baronesse so an, als hätte ich einen Patschen vorne. Ich blieb kurz stehen (!!!!!!) und kontrollierte. Alles ok. Aber es fühlte sich so komisch an. Warum: Ich hatte erstmals 10 Bar und nicht 10 psi im Reifen. Das war wohl das komische Gefühl. Weil ich das nicht kannte. Nach und nach konnte ich ein paar Leute überholen. Auch Sandra, unsere Paradeschwimmerin vom FH Spots Team. „Hinten“ im Mühlviertel war es ein ständiges Überholen und überholt werden. Da haben wohl manche Athleten die Wettkampfbesprechung versäumt, bzw. den Bewerb mit einem Mannschaftszeitfahren verwechselt. Erstens ließen die sich nicht überholen, gaben neben dir Gas und zweitens, ließen die sich nicht zurückfallen, um den Abstand wieder herzustellen. Statt dessen fuhren sie aus dem Windschatten gleich wieder vor und zwangen mich, mich zurückfallen zu lassen. Dass mir das auf den Sack gegangen ist, brauche ich hier nicht zu erwähnen. Zu einem Athleten meinte ich sogar: „Wenn schon Windschatten, dann mach’s gscheit“. Worauf ich wüst beschimpft worden bin.Ich hatte von den 90 km, ca 60 die ein und dieselben Athleten rund um mich. Einmal vor mir, dann wieder hinter mir. Da ich in Summe keine Penalty riskieren wollte, änderte ich meine Taktit. Ich ließ das „Peloton“ ca. 10 Meter vor mit Manschaftszeitfahren und ich folge unauffällig. In Summe brachte mir das eine Splitzeit von regulären, ehrlichen 2:31.T2 war dann der schnellste Wechsel seit ich Triathlon mache. 1:09. Wahnsinn.

Ich lief sofort hinaus uns spürte eigentlich ab dem 1. Schritt, dass das Laufen heute nicht meine Paradediszplin war. Ich wollte einen 5er Schnitt probieren. Doch sehr starkes Seitenstechen, hyperventlilierendes Schnaufen und die Schmerzen am Schienbein erlaubten dies definitiv nicht. Dazu kam, dass sich mein Kreislauf abmelden wollte. Laues Gefühl im Magen und Darmbeschwerden. Typisch. Kannte ich. Hatte ich. Öfters.So ging es halt dahin. Bis km 4 gar nicht so schlecht. Ich traf @TriathlonDog, den Rookie of the year. Er hatte ca. 2 km Vorsprung auf mich. Was mich positiv stimmte. Aufholen? Niemals. Der rennt ja einen HM in 1:17. Also undenkbar. Auch weil jetzt die ersten Pinkelpause anstand. Was ich da von mir presste war ziemlich dunkelgelb. Also wusste ich, dass was nicht stimmen konnte. Mir wurde schindelig. Ich bekam Schüttelfrost. Ich änderte meine Strategie auf „Überleben“. So schnell wie möglich, so langsam wie nötig. Laufen. Nur nicht gehen. Außer in den kleinen Steigungen. Denn hier meldete sich die Übelkeit jedes Mal.Tschüss sub 5. Welcome „finishing“. Wenn du nicht mehr kannst (und willst), dann hat es keinen Sinn, etwas zu erzwingen. Zu gut kenne ich das Gefühl nachher am Tropf zu hängen. Zu kotzen. Geschlaucht zu sein. Grauslich. Ich beendete mit Anstand, aber ohne Stolz nach 2 Stunden „Laufen“ den Linztriathlon in enttäuschenden 5:11.

Fazit: Koppeltraining. Koppeltraining. Koppeltraining. Koppeltraining. Und zwar unter schärfsten Bedingugnen. Mit einer Wechselzeit unter 1 Minute und dem Puls auf Anschlag auf den ersten Laufkilometern. Und natürlich: Kartoffelweckerln.

Übrigens: Der Kreislauf war erst am späten Abend in der Pizzeria Frateilli nach einer Pizza Cardinale und 2 großen Spezi halbwegs wieder so in Ordnung, dass es mir möglich war mit Vereinskollegen über unsere Spezialdisziplin dem „posing“ fachzusimpeln.

1 Kommentare

  1. Dieses Mannschaftszeitfahren kenne nur von Linz. Weder in Wien, Litschau oder in Mondsee trifft man so viele unfaire Athleten …

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