Der Albtraum jedes Rennradfahrers

Pinarello Prince mit Campa Super Record 11fach

Leider ist es wieder passiert. Geldgeile Idioten haben mir leider einen finanziellen aber auch einen viel größeren emotionalen Schaden zugefügt. Wieder? Weil mir vor 3 Jahren auch ein Pinarello Prince mit Campa Super Record gestohlen worden ist.

Damals dachte ich mir schon, meine Schuldigkeit getan zu haben. Aber weit gefehlt. Bin wohl so was wie ein Weiderholungsopfer.

Eigentlich habe ich mir beim ersten Diebstahl geschworen, meine Princessin nie mehr aus den Augen zu verlieren. Bin mit ihr zum Billa einkaufen gegangen, habe mir ihr in vielen Hotelzimmern übernachten. Und auch in meiner Wohnung durfte Sie Vorlieb finden. Ich habe ihr einen kalten und dunklen Keller einfach nicht zumuten wollen.

Doch gestern Abend wollte es anders kommen. Ich bin im Hotel abgestiegen und habe mein Rad wie immer ins Zimmer mitnehmen wollen. Dann wurde ich aber doch „überredet“ (ganz meine Schuld, denn verpflichtet hat man mich nicht. Auch nicht dazu genötigt), den äußerst vertrauenswürdigen Radkeller zu benutzen. Ein Radkeller der Extraklasse. Mit eigener Werkstatt. Mit jeder Menge Räder. Von MTB bis hin zu edlen Rennflitzern. Ich schaute mich im Radkeller um und entdeckte Schlöser. Dicke fette Schlösser. Nahm eines in die Hand, schlosse es auf und wollte es um meine Princessin hängen. So zumindest, dass sie an einer dicken Holzstange befestigt sei. Quasi hätte ich es geahnt. Ich nahm davon Abstand, weil ich mir gedacht habe, wenn’s einer schon hier reinkommt, dann kann er die Holzstange absägen. Dann versuchte ich das Vorderrad am Unterrohr zu verschließen. Gab aber auch hier instinktiv auf.

Heute morgen traute ich dann meinen Augen nicht, als ich zum Radkeller ging. Ich bemerkte wie die Tür aufgebrochen war. Und überlegte, ob das auch Tags zuvor so war. Dann versuchte ich die Tür mit dem Schlüssel aufzusperren. Doch dieser passte nicht in den Zylinder. Spätestens jetzt ging mir ein Licht auf. Ich schaute musste mich ganz schön strecken um ein Gucklock in der Vitrine zu finden. Was ich sag, gefiel mir überhaupt nicht. Meine Pricessin war weg. Ich ging dann zum Chef des Hauses und sagte ihm, dass ich vermute, man habe bei ihm eingebrochen. Zusammen sind wir dann wieder zum Radkeller gegangen. Der Hotelier bemerkte den Schaden, drücke die Eingangstür leicht. Diese war offen. Jetzt hatten wir Gewissheit. 10 Räder fehlten. Darunter logischerweise auch meines.

Das Gesicht des Hoteliers wird mir lange in Erinnerung bleiben. Kurz vor einem Radmarathon, mit vielen Gästen im Haus eine Katastrophe höchsten Ausmaßes.

Was dann geschah, kann sich jeder wohl gut vorstellen und ausmalen. Die Suche nach Antworten nagte am emotionalen Gleichgewicht. Warum ich? Warum ein zweites Mal? Hätte ich. Wäre ich. Allels umsonst. Das Rad ist längst schon … An dieser Stelle darf ich nix sagen, denn alles könnte gegen mich verwendet werden.

Polizeiprotokoll hin und her. Mögliche Versicherung hin und her. Ich frage mich wozu lebe ich mit Werten und Respekt. Den anderen Menschen gegenüber und den Dingen die sich diese gönnen und kaufen. Mit hart verdientem Geld. Eigentlich müsste ich mich um nix scheißen. Betrügen wo’s geht. Denn, wenn man’s halbwegs gscheit macht kommt man anscheinend weit.

Weder Polizie oder Spurensicherung werden die Diebe und die Räder wieder finden. „Wir haben gute Nachrichten. Zwei eindeutige Spuren konnten gefunden werden?“ Was habe ich davon? Nix.

Liebe Diebe. Ich wünsche Euch das, was ich in diesem Fall allen wünschen würde. Ich werde mir ein neues Pinarello kaufen. Mit Sicherheit. Mit ehrlichem Geld. Da könnte ihr Euch sicher sein.

PS: Wenn ich einen von Euch erwischen sollte …

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