quaeldich Deutschlandrundfahrt 2015 – Tag 6.

live Event Blogger Ketterechts berichtet
Heute der erste „badass ride“

Tag 6. Bischofsgrün im Fichtelwald. Es ist kurz vor 0700 Uhr. Ein gewaltiger Regenschauer sucht uns im Hotel Kaiseralm heim. Es schüttet wie aus Kübeln. Panik bricht unter den Teilnehmern der Deutschlandrundfahrt aus. Jemand hat wohl am Abend zuvor seinen üppig voll beladenen Buffetkorb vulgo Teller nicht leer gegessen. Es passiert das schier unmögliche. Muss ich jetzt doch mit Regenhose und Regenhandschue bzw. Überschuhe und all dem Zeugs, welches ich nicht anziehen mag aufs Rad? Die Hoffnung stirbt zuletzt. Noch sind es ja über 90 Minuten bis zum Start der heutigen Etappe. Optimismus. Zwekoptimismus. Hoffnung. Gebet. Und siehe da. Es hört auf. Auch die Sonne blinzelt wieder durch. Kurzfristig ersetze ich die Regenjacke mit Ärmlingen und meiner Windveste. Von Sille hole ich mir noch einen Mudcatcher Model Coburg.

Wir starten Richtung Rimbach. Die Straßen halbwegs trocken. Nur in den schattigen Passagen spritzt mir Regenwasser auf die sauberen Radschuhe und Radsocken. Nach ca. 30, 35 km aber der nächste Schock. Regen. Und zwar Dauerregen. Das ist Wasser von Himmel. Ununterbrochenes Wasser vom Himmel. Gepaart mit dem Wasser von unten mein Untergang.

Es steht fest: Heute haben sich sämtliche Kachelmänner, Wetterfrösche, Wetterfeen, Wettergurus und Wetterahnen gewaltig in ihrer Prognose vergriffen. Aus einer kleinen Wolke ist eine große Wolkendecke geworden. Die Stimmung bei mir plötzlich am Tiefpunkt. Erinnerungen an die Schweizrundfahrt 2015 werden wach. Auch die Auffahrt zum Großglockner bei der Tauernrundfahrt 2015 erscheint in diesem Augenblick als nicht überwundenes Ereignis in meiner Psyche wieder auf. Mir wird kalt. Plötzlich. Ich friere. Ich fluche. Ich erfriere. Ich verfluche. Es fehlen noch über 120 km. Zum Regen gesellt sich der Wind. Leck mich am Arsch. Und da waren noch die Shimano Dura Ace Bremsen, dessen Gummis ich bereits beim SuperGiroDolomiti mächtig beansprucht habe und noch nicht gewechselt habe. Diese melden sich gerade zu Wort. Besser gesagt zu Alu. Das Alu der Fullcrum racing zero. Bremsleistung gegen null. Adrenalin gegen 100 von 100. Mein 360 Grad Rundumblick verheißt nichts Gutes. Es ist dunkel. Es ist Grau. Es ist regnerisch. Es ist grauslich. Es ist wie es ist. Und wir fahren dem Regen entgegen.

Ein paar Kilometer vor der Mittagsverpflegung hört es dann doch auf und wir erreichen Check Point Volker bei trockeneren Bedingungen. Ich will hier schnell meine Trinkflaschen füllen und merke, dass diese bereits gefüllt sind. Von mir selbst. Heute in der Früh. Vor dem Start. Auf 44 km gar nichts getrunken. Einfach vergessen. Der Regen von unten, von vorne und von der Seite haben Ersatz geleistet. Dann halt was essen. Der Chef ermutigt uns schneller loszufahren, damit wir nicht frösteln. Wir folgen seinem Rat und sitzen nach ca. 15 Minuten wieder im Sattel. Der Himmel hat bereits ein paar Lücken und die Sonne scheint zaghaft daraus.

Gruppe 2 hat es heute recht eilig und gibt ein höllisches Tempo vor. Die Abfahrten sind rasant, die Anstiege etwas zaghafter. Bein den wenigen verbleibenden Freigaben am Berg immer die selben Scharfschützen. Vorne weg und dann der Rest. Ich mittendrin statt nur daheim. Meine Kameras laufen mit. Heute mit der Garmin Virb Elite in der Hand. Also dreifach. Vorne, hinten und händisch. Die letzten zwei Profilzacken haben es in sich und verlangen das Letzte ab. Wer noch hat, der gibt. Wer nichts hat, vergibt. Die Chance auf Ruhm und Ehre.

Noch sind es wenige Kilometer bis Rimbach. Kurz vor unserem Hotel erwartet uns eine Menge an Menschen. Mit Blasmusikempfang und schreienden, mit Fahnen winkenden Kindern. Das gilt alles nicht, sondern Martin. Ein Teilnehmer aus der Gegend. Aber wir genießen die Stimmung und den Promistatus. Hoteleinfahrt und mit dem Fahrrad direkt zum Hotelschlauch. Zuerst die Maschine, dann der Mensch.

Morgen geht es über den großen Arber. 12 km und 500 HM. Eine klassische Ketterechts Challenge. In Summe der einzige Berg. Der Rest ist flach. Aber gegen den Wind. Und ob die Wetterfrösche morgen Recht haben werden, kann ich nicht sagen. Gute Nacht.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts
#faceyourpassion
 

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