Rennrad Ersatzteile kaufen. Wo bleibt mir Moral?

Ersatzteile Rennrad

Ich unterstütze gerne alle meine lokalen Händler vor Ort. Gerne und immer wieder. Regelmäßig. Jeder darf und soll leben können. Zuletzt war es ein kleines Radgeschäft mit sehr kompetenten Eigentümern. Beide haben den Laden mit eigenen Händen hochgezogen. Ich schätze ihre technische Fachkompetenz. Ich finde es gut, dass es lokale Händler gibt. Deshalb kaufe ich meine Rennrad Ersatzteile auch dort. In den letzten 3 Wochen waren das zwei Reifen von Challenge für den Crosser und letztendlich auch ein neues Ritzelpaket (Ultegra), eine neue Kette (Ultegra), ein neues Kettenblatt von SRAM mit 42 Zähnen und 3 Radlager für das Vorder- und das Hinterrad. Eigentlich wollte ich nur die Radlager getauscht wissen. Aber wie es so oft ist, ein Unheil kommt selten allein.

Ersatzteile sind oft nicht billig.

Rennrad Ersatzteile sind nicht billig. Das brauchen wir hier nicht diskutieren. Diskutieren würde ich gerne das Thema Bezugsquelle. Beim Versandhändler – davon gibt es viele, kann man ganz ordentlich sparen, beim lokalen Händler sind diese meist teurer.

Eine einfache Rechnung, wenn auch Milchmädchenrechnung, weil ich die Preise des lokalen Händlers nicht mehr im Kopf habe. Gemerkt habe ich mir nur die jeweilige Gesamtsumme (samt Arbeitszeit). Es waren für die unten angegührten Teile genau € 435,-.

Komponente lokaler Händler Versandhändler
Ultegra Ritzelpaket € 100 € 63,52 (bike-components)
SRAM Kettenblatt € 75 € 63,03 (r2-bike)
Ultegra Kette HG701 11f €40 € 25,02 (bike-components)
Reifen Challenge + Schlauch € 119 € 82,20 (bike discount, bike24, bikester)
SKF Industrielager (3 Stück) ca € 32 ca € 32 (rose-bikes.com)
Summe € 366 € 265,77

Wir können es jetzt drehen und wenden wie wir wollen – beim Versandhändler hätte ich fast € 100,- gespart. Mit den Versandkosten etwas weniger.

Rennrad Ersatzteile

Und die Moral von der Geschichte?

Die Moral von der Geschichte? Mich plagt das Gewissen. Doppelt. Einerseits geht es mir schon um die € 100,-. Ich habe die Geldruckmaschine im Keller noch nicht gefunden. Andererseits hätte ich auch kein gutes Gefühl, wenn ich beim Versandhandel kaufe und meine lokalen Händler und Partner somit umgehe.

Wo ist die Grenze zwischen Moral und Brieftasche? Und zwar der eigenen Brieftasche. Natürlich verdient der lokale Händler auch durch die Arbeitszeit. Soll er auch. Darf er auch. Muss er auch. Er macht sich für mich die Hände schmutzig und nimmt mir Arbeit ab, die ich a) nicht wirklich beherrsche und b) auch nicht so exakt und geduldig erledigen kann. Das ist eine perfekte Win-Win-Situation. Und die hat ihren Preis.

Aber die Ersatzteile? Wenn ich das hochrechne, dann kommt mit meiner Kilometerleistung und den damit verbundenen Verschleiß schon eine beachtliche Menge zusammen. Ich glaube aus diesem Dilemma komme ich nicht mehr raus, oder?

ktrchts

Danke für die Empfehlung

4 Kommentare

  1. Mich plagt das Gewissen nur selten…
    Ich lasse zumindest bei allen meinen Rädern das Service vom „Radhändler meines Vertrauens“ machen und bringe die notwendigen Ersatzteile (Kette, Bremsbeläge, Lenkerband…) NICHT mit – kaufe also quasi beim „Händler vor Ort“.
    Aber (fast) alles andere – Reifen, Schläuche, Pedale etc. kaufe ich doch online – als Rentner mit ein paar Euros über der „Mindestrente“ muss ich sowieso jeden Euro zweimal umdrehen…

  2. Beim Händler vor Ort hat man oft auch die Chance reduzierte Teile zu kaufen. Allerdings müsste es schon einen Händler in der Nähe geben, der die Nachfrage bedienen und eine kleine Auswahl bieten kann. Und spätestens dann bin ich wieder beim Online Handel, wenn mir die Auswahl zum Probieren fehlt, oder der nächste Händler mit entsprechenden Artikeln 100km entfernt liegt. 🙁

  3. Ich habe da für mich einen guten Weg gefunden: Wenn ich etwas brauche, schau ich erst vor Ort. Wenn es das Teil beim Händler nicht gibt (wohne in einem kleinen Ort, so dass das häufiger vorkommt leider …), schau ich online.
    Wenn es vor Ort verfügbar ist, der Preis mir aber zu hoch erscheint, dann frag ich den Händler, ob er mir entgegenkommt. Ich bin selber im Vertrieb, da gibt man irgendwann nicht mehr viel auf eine Herstellerpreisempfehlung 🙂 Und in der Regel einigen wir uns auf einen guten Kompromiss für beide Seiten. Bei Lohnkosten verhandel ich aber nicht. Wer gute Arbeit leistet, soll sie auch bezahlt bekommen.
    Und wer Buch führt über Ausgaben fürs Rad, der sollte sich mal grundsätzlich Gedanken machen … das führt zu nichts 😉

  4. Ich habe da kein Dilemma mehr. Mein Radhändler vor Ort ist derart arrogant und dazu auch noch inkompetent, dass er von mir keinen Cent mehr sieht. Schade eigentlich. Ich hab ihm mehrfach die Chance gegeben etwas zu verdienen. Bremsen entlüften, Tretlager tauschen, usw. Entweder schlampig ausgeführt (Bremse hat im Harz dann versagt und ich sollte allen ernstes für die Behebung des Pfusches nochmal zahlen) oder nicht in der Lage (Nach zwei Tagen wurde mir gesagt, dass man so einen Exoten (GXP!) nicht kennt!
    Zudem werden ungern „Fremdräder“ bearbeitet und erstmal eine ungefragte „Inspektion“ berechnet.
    Aber solange der e-Bike boom anhält hat er wohl genug Kundschaft die alles machen lässt…

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