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Motivation zum Training. Wer zögert, bleibt zurück.

Motivation zum Training

Die Zeit ist umgestellt. Zurückgestellt. Eine Stunde weniger Tageslicht. Seit gestern. Das tut weh und zeigt, wie gnadenlos der Sommer sein Ende gefunden hat. Gegen 1700 Uhr war und ist ein sicheres Rennradfarhen auf öffentlichen Straßen kaum mehr möglich. Bei schlechter Sicht sogar viel früher. Das rote, blinkende Licht an der Sattelstütze kandidiert sich als täglicher Begleiter. Sicher ist sicher. Da hat sich in den letzten Jahren ja sehr viel getan. Vom Equipment her gibt es keine Ausreden. Einzig die Motivation zum Training lässt zu wünschen übrig. Der Blick raus aus dem Fenster und das akkurate Studium der verschiedensten Wetter-Apps werden zum Ritual. Zumindest bei mir.

Dunkel geht die Motivation zugrunde.

Sonntag. Nach einer gefühlten Ewigkeit sind die Prognosen für den heiligen Tag des Rennradfahrers leider nicht die besten. Der erste Sonntag seit langem, der ins Wasser fällt. Die Wetteranimation der Zamg zeigt über meinem Kopf ein grünes, teils blaues Band, gegen den Uhrzeigersinn drehend. Niederschlag. Es ist 9 Uhr. Winterliche Sommerzeit. Bis 13 Uhr soll und kann es regnen. Die Straßen sind noch nass. Jetzt wird gerechnet. Kopfkino. Wieviel Zeit bleibt dann noch für die verpflichtende Sonntagsrunde?

Frühstück. Dann Büroarbeit. Ein paar Dokus auf youtube. Und schon läuten die Kirchenglocken. Es ist tatsächlich bereits 12 Uhr. Je mehr Zeit vergeht, desto kürzer muss die Runde werden. laKetterechts überrascht mit einer selbstgemachten Lasagne. Mittagessen deluxe. Sie will auch raus. Wenn. Ja wenn. Die Straßen trocken werden. Wunschdenken. Das Mittagessen gesellig. Es ist unangenehm chillig. Der Kopf macht es sich schon bei einem Ruhetag gemütlich. Der “Point of no Return” steht unmittelbar bevor.

Motivation beim Training. Denken auf Messers Schneide.

Meine Gedanken darf und will ich hier nicht veröffentlichen. Surreal. Krank. Wie jene eines Süchtigen. Es fehlen noch ein paar Kilometer auf das Wochenziel. Und die Jahreskilometer? Zögern macht unglücklich. Nachdenklich. Und dick. Übergewicht droht. Denken auf Messers Schneide. Die Jeanshose spannt schon. Die Fettreserven wachsen. Nur keine Schwäche zeigen. Resolut sein. Sich stellen. Ich muss die Tischrunde unhöflich beenden. laKetterechts kann mir nicht folgen. Sie wil. auch nicht. Vielleicht doch? Umziehen. Wegfahren. Motivation beim Training ist keine Frage des Wetters und auch keine gute Laune. Diese Motivation beim Training ist eine innere Einstellung. Aufstehen. Immer. Und immer wieder. Den Hintern hochheben. Keine Gedanken verschwenden, ob das richtig sei, oder nicht. Wobei Training? Wir schreiben immer noch Ende Oktober.

Die ersten Kilometer sind diesmal wie immer die schlimmsten. Die Hoffnung auf trockene Straßen löst sich in Luft auf. 10° plus. Es ist bedeckt. Leichtes Nieseln. Warum einfach, wenn man es auch herbstlich depressiv haben kann. Spritzwasser von unten. Dusche von oben. Vorschau auf die kommenden Wochen und Monate. Umdrehen? Die Grenze zwischen Held und Memme ist schmal. Nein. Einmal umdrehen, immer umdrehen.

Wer zögert, bleibt zurück.

Es kommen wieder harte Zeiten auf uns zu. Viele Willensprüfungen werden auf uns warten. Nässe. Kälte. Schnee. Eis. Dunkelheit. Die Motivation fürs Training befindet sich im Keller. Der Weg dorthin steinig. Er führt vorbei am Kühlschrank und vorbei am Sofa. Zögern ist fatal. Sommersportler werden im Winter geformt. Wer zögert, bleibt zurück. Jetzt und dann im Frühjahr. Wenn es bei jeder Ausfahrt wieder heißt: Feuer frei.

ktrchts