Vom Titanman zum Ironman. Nur noch 3 Wochen.

Der Countdown läuft. Nur noch 20 Tage bis zum Ironman Austria. Eigentlich sollte ich mit den Trainingsumfängen schön langsam runtergehen und das sog. „tapering“ beherzigen. Eigentlich.

Vergangene Woche habe ich mir zeitbedingt etwas mehr um Intervalle und knackige Einheiten gekümmert. Drei (in Worten: für mich sehr viel) Koppeleinheiten habe ich brav und laktatfüllend absolviert. Laufen – Rad, Rad – Laufen. Laufen – Pause -Rad. Dazu noch den Neufeld Triathlon gestern. Eine olympische Distanz.

Meine erst dritte olympsiche Distanz seit es mich gibt. Aus Gründen. Ich bin einfach für schnelle Sachen nicht geeignet (Psychoausrede). Lange ist es her. Einmal in St. Pölten und einmal in Krems.

Die Vorbereitung zum Neufeld Triathlon war alles als optimal. Nicht die Koppeltrainings und Intervalle. Es war mein Rachen. Ich musste ihn mehrmals öffnen, um ihm ein Mix aus Neoagin, Tantum Verde und ipalat zu gönnen. Dazu noch omaerprobte Topfelwickel für die Nacht.

Wurscht. DNS gibt es nicht (außer bei Tod oder ähnlichem). Neufeld an der Leitha. Sonntag 9.6.13. Es ist knapp nach 7.00 Uhr. Strahlend blauer Himmel. 16 Grad. Ich hole meine Startnummer. So schnell wie noch bei keinem Triathlon bisher. Kurzer check der Gegend. Wo ist das Schwimmen. Wo die Wechselzone. Aha. T1 und T2 werden eine etwas längere Angelegenheit (laut Garmin bin ich in T2 insgesamt 300 im Einbahnsystemen gelaufen). Ansonsten warten auf den Start. Lauf- und Radstrecke würde ich eh auf der jeweils 1. von 2 Runden kennen lernen.

Bike Check verlief problemfrei. Neben mir die zwei Molnar Brüder. Aus Ungarn Je 50 kg Muskel, Haut und Knochen. Ansonsten wie immer Carbon, Carbon und nochmals Carbon. In ausgebrägter TT Version. Da tue ich mir jedes Mal Leid mit meiner Princess of Pain. Noch ca. 1,5 Stunden bis zum Start. Das sind umgerechntet 4 Stuhlgänge.

Kurz vor dem Start hau ich mir noch schnell was für den Hals rein. Damit ich das Wasser, welches ich bald schlucken werde gut runterbringe. Rein in den Neo und etwas einschwimmen bzw. einfrieren. Das Wasser hat offiziell 17 Grad. Siehe Bild oben. Gemessen wohl im Pinkelbecken für die Kiddies. Wenn alle Schwimmen, dann muss ich das auch. Leider.

9.15 Start. Ich treffe noch ein paar bekannte Gesichter am Ufer des Neufeldner Sees. Aus Funk, Fernsehen und Dopingsperren. Lisa Hütthaler läuft mir über den Weg. 3, 2, 1 …. es geht los. Ich renne ins Wasser. Tauche ein. Ein paar Kraulzüge und es war aus. Ich habe zwar gelernt mit geschlossenem Mund zu kauen, aber mit geschlossenen Lungen zu schwimmen, hat man mir nicht begebracht. Durch das kalte Wasser und möglicherweise auch durch meinen Gesundheitszustand bekam ich unter Wasser keine Luft und Platzangst.Kraulen also unmöglich. Ich schalte das System auf Brustschwimmen um. Das geht halbwegs. Mit dem Kopf oberhalb der Waserobefläche. Eine ganz neue Erfahrung. Man sieht sehr viel. Aber die Luftzirkulation von außen zur Lunge funktioniert immer noch nicht. Ich hechle. Ich schnappe da und dort nach Sauerstoff. Ich komme kaum vom Fleck. Schnell bin ich im letzen Drittel des Feldes. Bei den echten Brustschwimmern (sorry – will da keinen beleidigen). Es geht bis zur ersten großen Boje vorbei zur zweiten. Ich versuche da und dort den Kopf unter Wasser zu bringen. Keine Chance. Sofot Atemnot und Panik. Kurz denke ich ans aufgeben und an einen schönen Tag am See bei prognostizieten 30 Grad. Aber ein DNF gibt es nicht (außer bei Tod oder ähnlichem). Also weiter Brust schwimmen. Ab der zweiten Boje dann Richtung Ufer und Landgang akklimatisiert sich mein System und das Kraulen feiert ein Comeback. Juchu. Es geht. Zügig (zumindest das Gefühl) bis zum Ufer. Was für ein Revival. Raus aus dem Wasser. Kurz laufen und dann wieder rein. Kraulend. Ja. Kraulend. Die gesamte 2. Runde. Etwas zick zack wie immer. Aber immerhin kraulend. Das Schwimmen beende ich dann in erstaunlichen 29 Minuten. Trotz Brustschwimmeinlagen. Da soll sich noch wer auskennen.

T1. Eine rutschige Angelegenheit. Das Laufen auf dem aufgeweichten Boden ist eher ein akrobatisches Kräftemessen mit der Schwerkraft. Ich bleibe standhaft. Finde mein Rad. Neo weg. Rein in die Radschuhe. Diesmal ohne Socken. Die sind im Auto geblieben. Dank meiner gewissenhaften Vorbereitung. Ich wähle noch 1 Gel und hinterlasse mein Repair-Kit. Spart Gewicht. Und macht es spannend. Mit meinen Northwave an den Füßen geht es raus auf die Radstrecke. Endlich darf ich aufs Rad. Es ist geil warm.

Bikesplitz. Schon auf den ersten Metern verblase ich mehrere Mitstreiter. Einfach herrlich. Ich fahre drauf los. Der Wind stark von der Seite und von vorne. Ich weiß, dass es ein Rundkurs ist. Also sollte dann der Wind auch mal von hinten kommen. Die erste Kuppel. Ich gehe aus dem Sattel. Voll in die Pedale. Mache Druck im Wiegetritt. Vorbei an TT-Maschinen. Es macht echt Spass. Ich visiere schon die nächsten an. Auf geht’s. Der Wind immer noch brutal stark. Nach Müllendorf bergab bei Gegenwind. Ich muss voll treten, um halbwegs weiterzukommen. Vor mir eine große Gruppe beim Windschattenfahren. Dann die Wende und der Wind als Freund. Mit 50 km/h geht es jetzt mehr als zügig voran. Leider mit 50/12 etwas zu sehr umdrehungsfreudig. Ich wünsche mir meine 54/11 der Baronesse. Das wäre jetzt der Hammer. Für Klagenfurt werde ich mir noch ein 11er Ritzel besorgen. Bei Steindorf durch und der zweite Hügel. Hier treffe ich wieder auf die Gruppe von vorher. Fast stehend. Ein leichtes Spiel an denen vorbei zukommen. Mein Garmin zeigt noch 5 km bis zur nächsten Runde. Vollgas. Nach knapp über 30 Minuten setze ich zu dieser an. Und die Geschichte wiederholt sich. Die üblichen Verdächtigen aus Runde 1 hatten sich in meinem Windschatten geklebt und saußen an mir vorbei. Doch vor mir kommen sie nicht vom Fleck. Weil es bergauf geht. Blocking deluxe. Ich müsste mich lt. Regeln zurückfallen lassen. Haha. Nix da. Raus aus dem Sattel. Antreten und vorbei. So vorbei, dass das Loch groß ist. So geht’s dahin. 40 km in 36 km/h. Am Unterlenker. Nicht so schlecht.

T2. Elend lang zum Rad schieben. Zum Glück auf Gras. Das tut den Schuhen nicht weh. Normale Rennradschuhe mit 2 Klettverschlüssen und 1 Ratsche lassen sich halt nich so leicht öffnen. Deshalb behalt ich diese Schuhe gleich an. Dann rein in die Laufschuhe. Ohne Socken. Saucony Kinvara 3 ready to run. Gel zur Sichehreit in die Hand. Auf geht’s.

Running: 2 x 5 km rund um den See. Ich habe mir vorgenommen 4:30 zu laufen. Km 1 mit 4:36 sind noch in der Norm. Es gibt Laben. Mit Wasser und Bananen. Keine gute Kombination. Es hat gefühlte 30 Grad und mehr. Die Beine schwer. Der Schritt nicht so locker. 4:42 für km 2. Das wird wohl nix. Ich visiere ein paar Konkurrenten an und hänge mich an diese. Das geht. Ich pendle mich bei 4:45 ein (+/-). Bei km 3 höre ich eine Dampflokomotive. Und bin dann überrascht, das diese Frau Hütthaler war, welche von hinten angebraust kam. Ich dachte sie muss sterben. Zusammen mit Alexander Frühwirth. Dem Tria Urgestein. Man muss sich die Strecke in Neufeld so vorstellen: Kurve, lange Gerade, Kurve, etwas kurvige und eckige Gerade, Kurve, lange Gerade, Kurve, sehr lange Gerade, zick zack, eckig durch parkende Autos, Gerade und dann die 2. Runde. Ich kann zwar laufen, weniger gut atmen, komme aber nicht vom Fleck. Aber ich komme ins Ziel. 49 Minuten für die 10 Kilometer. Zielzeit verpasst. Durchgefallen.

In Summe waren es 2:32 Minuten. Ich wollte schon mehr. Sub 2:30. Ich tröste mich mit einem 26. Platz in meiner Altersklasse und mit einem geilen Radsplit.

Fazit: Neufeld Triahtlon bekommt das Prädikat sehr empfehlenswert. Sehr gute Organisation rund um das Team von P3Trisports . Schöner kalter See, eine sehr schnelle Radstrecke und eine Laufstrecke rund um den See bei der der See kein einziges Mal zu sehen ist. Pluspunkt: eine sehr üppige Ziellabe. Zu überlegen wäre beim King of Neufeld mitzumachen. Das ist eine Sprintdistanz am Samstag (750/20/5) und die Olympsiche am Sonntag.

Was ich verbessern würde? Statt dem Erdinger Alkoholfrei würde ich die Sport Weisse von Stiegl bevorzugen.

Stay tuned.
Cristian Gemmato aka @_ketterechts.

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