Vom Titanmann zum Ironmann. Woche 7. Mein erster 200er. Teil 2.

Gestärkt vom Essen auf Carbonrädern musste ich mich erst einmal wieder orientieren. Unendliche Weiten vor mir und Straßenschilder Richtung Gloggnitz. Das ist ja nahe Semmering/Schneeberg. Aha! Wo zum Teufel war ich eigentlich. Ich hatte so im Hinterkopf, dass ich jetzt Richtung Mariazell, Lilienfeld bzw. St. Pölten muss. Denn mein Ziel war Hainfeld. Das kenne ich von anderen Runden. Und ich wusste, dass Hainfeld ca. 25 km von St. Pölten entfernt ist. Also zuerst einmal iPhone und Google Map (ja, der Garmin EDGE 500 hat zwar eine Karte aber nicht DIE Karte, die ich jetzt gebraucht hätte). Aha Nummer 2. Ich war echt irgendwo. Also vollstes Vertrauen auf den Garmin und weiter. Nach ein paar Kilometern wieder eine Streckenabweichung. Ich sollte wieder über einen Güterweg zur „Kalte Kuchl“. Sicher nicht. Wegen der Elle. Das wissen Sie ja. Also, ein kleiner Umweg über die Hauptstraße. Und siehe da. Ich war wieder auf der Strecke.

Zu diesem Zeitpunkt war ich schon etwas hinter meinem Fahrplan. Nicht der rennmäßige (Virtual Partner). Sonder jener, der mich zu meinem Abendprogramm hätte führen müssen. Also kürzte ich in der Kalten Kuchl rechst ab und führ gleich Richtung Kleinzell und Rohrbach an der Gölsen. Laut Garmin eine Verkürzung von ca. 25 km (also nicht über Freiland, Lilienfeld und Traisen). Der jetztige Streckenabschnitt wieder voll gegen den Wind und äußerst charakterbildend. Ohne iPod Shuffle. Nur mit meinen Gedanken. Was für Gedanken. Zensur.

Es ging aber weiter. Und ich erreichte Rohrbach und in weiterer Folge dann Hainfeld. Hier machte ich eine weitere kleine Billa-Pause. 1 Milka Tender, 1 Red Bull Cola, 1 Snickers und Wasser für meine Trinkflaschen. Mit jetzt Rückenwind ging es dann weiter im Triestingtal. Nicht lange. Dann nach 2 km hieß es abbiegen Richtung Klamm bzw. in weiterer Folge Richtung Brand-Laaben.

Ab diesem Zeitpunkt war ich dann auf der Strecke des Wienerwald Radmarathons, den es leider heuer nicht mehr gegeben hat. Zwei kleine aber doch anspruchsvolle Hügel. Der erste Richtung Klamm eher gemütlich, aber von Brand-Laaben dann Richtung Klausen-Leopoldsdorf eher ungemütlich. 3 – 4 km die es in sich hatten. Kette links. Ja.

Mit guten Ortskenntnissen lässt es sich auch leichter radeln. So schoss ich Richtung Klausen-Leopoldsdorf, weiter nach Alland und dann durch das Helenental Richtung Baden. Alles mit gutem Wind im Nacken. Schnitt weit über die 35 km/h. Unterlenker. Versteht sich. Am letzten Zipfel meines Sattels. Training für den Ironman. Denn wie es aussieht starte ich mit einem herkömmlichen Rennrad. Ohne Aufleger. Denn dieser passt nicht auf meinen m.o.s.t. Leinker. Shit happens. Hier nochmals eine kleine Träne. Für meine Baronesse. Gestohlen letztes Jahr aus einem Keller in Wien.

In Baden selber hatte ich noch eine große Lücke zu meinem 200er. Aufgrund der Abkürzung. So fuhr ich außen um Baden (auch um in der Stadt mit Stop-and-Go meinen Schnitt nicht kaputt zu machen) herum Richtung Pfaffstätten. Von dort dann hinauf nach Gaaden, hinunter Richtung Mödling, mit einem Abstecher nach Sparbach, Sulz und dann hinunter nach Kaltenleutgeben bis wieder zur Triester Straße. Diese erreicht war der 200er voll. Ganze 7h und 10 Minuten im Sattel. Ganz allein. Gut für die Psyche.

Fazit: Eine traumhafte Tour durch unbekannte Landschaften und Gegenden. Es riecht nach Wiederholung. Denn Gloggnitz von Rohr im Gebirge zieht mich magisch an. Und auch St. Aegyd. Oder Puchberg am Schneeberg oder Markt Priesting. Alles Ziele, die ich noch ins Visier nehmen werde. Es soll ja nicht mein letzter 200er gewesen sein.

Nach dem Linz Triathlon am 11.05. und dem Kärtner Radmarathon am 26.5. werde ich am 30.05. mit Bike4Dreams einen 300er hinlegen. Wien – Klagenfurt Non-Stop. Und am nächsten Tag fahre ich retour. Allein. Also 600 km in 2 Tagen. Das ist der Plan. Gott stehe mir bei.

Stay tuned.
Cristian Gemmato aka @_ketterechts.

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