Austria Triathlon Podersdorf – mein Eindrücke.

Fango Packung für € 120 Stargeld. Austria Triathlon Podersdorf

Eigentlich müsste ich ein dickes Buch darüber schreiben und eigentlich wäre ich viel lieber beim Ötztaler Radmarathon an den Start gegangen. Doch ich habe keinen Startplatz bekommen. So habe ich mir für € 127 einen Start beim Austria Triathlon Podersdorf (25ste Jubliäumsausgabe) gekauft. Nicht billig.

Die Vorbereitung lief wie immer sehr improvisiert. Viele Radkilometer, ein paar Schwimmeinheiten eine Woche zuvor im schönen, azurblauen Wörthersee und ein paar schnelle Laufeinheiten inklusive Kärnten Läuft Halbmarathon. Das wars. Wird schon schiefgehen. Und ein fehlendes Zeitfahrrad. Darüber habe ich ja schon berichtet.

Anreise am Samstag. Ab ins „Festzelt“. Startnummern abholen. 100 Meter Schlange bei 60 schwülen erdrückenden Grad Innenzelttemperatur. Gut 40 Minuten anstehen. Dann Kaiserschmarrn. Dazu ein Glas Wasser aus einem Wasserständer als Gratis Getränk. Und es gab auch noch eine Expo mit drei Stände. Oder waren es doch vier?

Zu erwähnen an dieser Stelle die Wettkampfbesprechung. Mit Beamer. Und eine kaum lesbare Videowall. Dazu noch ein etwas sehr „aufgewühlter“ Chefwettkampfrichter, dessen erste Worte nicht eine freundliche Begrüßung aller Teilnehmer waren, sondern mehr eine Belehrung, im Umgang mit dem Wettkampfrichtern freundlich und besonnen zu sein. Und, das alles andere nix bringt. Mehr dazu später. Ach ja, dass nach jedem Satz des Oberchefkampfrichters die Drohung einer Disqualifikation angehängt worden ist, hat mich auch nocht verwundert. Funktioniert so Prävention bzw. Deskalation? Über 30 Minuten wurde diskutiert, was denn beim Schwimmen erlaubt wäre, nachdem der Neo verboten wurde. Swimsiut ja oder nein? Beschichtet ja oder nein? Zwei Schichten ja oder nein? Auch das Thema „hüpfen“ wurde sehr umfassend inszeniert. Devise: Hüpfen verboten. Denn lt. Wettkampfordnung darf man das nicht, weil es nicht ausdrücklich erlaubt ist. Eine etwas sehr subjektiv ausgelegte Interpretation von Ge- und Verboten. Und eine Herausforderung. Schwimmen bei 30 cm Seetiefe muss auch gelernt sein. Werde mal meinen Schwimmtrainer fragen, ob es dafür eine bestimmte Armzugtechnik gibt.

Samstag, 25. August 2012. 7.00 Uhr. Start. Im sehr warmen Neusiederlsee. Ohne Neo. An die 1000 Teilnehmer gleichtzeitig. Und Chaos. Triathleten, welche immer noch nicht geschnallt haben, dass die erste Disziplin Schwimmen ist. Gut es ist nicht leicht in einer 30 cm tiefen flüssigen Fango Packung die Orientierung zu finden. Das kann ich verstehen. Auch weil die Richtungsbojen sehr schwer erkennbar waren. Eine Verbesserung zu meiner letzten Teilnahme waren sie allemal. Keine schwimmenden Bojen, sondern aufgesteckte. Vor mir wurde kreuz und quer, von links und von rechts geschwommen. Von Anfang an konnte ich keinen Rhythmus finden. Ich musste ständig mir neue Lücken suchen und stehende Triathleten (ja, es gibt sie) ausweichen. Und dazu musste ich hüfen. Irgendwann entschloss ich mich ganz außen zu schwimmen und den weitesten möglichen Bogen zu nehmen. Weiter wäre nicht gegangen. Denn am anderen Ufer hätte ich an Land gehen müssen. Und außerdem war mit ein Passagierschiff im Weg. So ist auch ein Schwimmsplit von 38 Minuten ganz passabel (ohne Neo schwimme ich an die 34 Minuten).

Was dann folgte darf ich gar nicht erwähnen. Eine T1 Zeit von 2:04 Minuten. Schämen. Setzen. Durchgefallen. Keine Ausrede. Ich habe mir einfach sehr, sehr viel Zeit gelassen. Die Sub 5 als erklärtes Ziel schienen bereits irgendwo gefährdet.

Dann nahm ich meine Princess of Pain in die Hand und machte mich auf die mir noch unbekannte Radstrecke. 3 Runden a 30 km. Flach. Kaum Wind – was sich noch etwas ändern würde. Mein herkömmliches Rennrad ohne Aufsatz musste dafür herhalten. Das Zeitfahrrad ruht ihrendwo im Osten.

Mein erklärtes Ziel waren 2h30. Also an die 50 Minuten pro Runde. Ich konnte gleich Meter und Teilnehmer gut machen. Immer am Unterlenker. Ich überholte Horden von windschattenfahrenden Teilnehmern. (Video hier) und meistere die Strecke letztendlich in 2h24. Einem Schnitt von 37,0 km/h. Wie gesagt. Mit „normalem“ Rennrad. 47, 47, 48 meine Rundenzeiten.

In der zweiten Runde erwischte mich dann Wettkampfrichter. Mir ist ein Gel aus der Tasche gefallen. Dafür bekamm ich eine Verwarnung. Originalton des Wettkampfrichters: „Es passiert dir nichts. Bei einer zweiten bist weg.“ Ich habe mich noch mit dem Wettkamprichter unterhalten und ihm meine Unabsichtigkeit plausibelst dargestellt. Dann habe ich ihm auch versichert, dass ich bei der nächsten Runde den Müll wieder aufheben werde.

Zum Radsplit ist zu sagen. Schnell und öde. Man fährt – sofern man keine Mitstreiter im Windschatten mitschleppt allein. Ein paar Streckenposten und Gendarmeriebeamten ausgenommen. Nur auf eine Länge von ca. 500 Metern mitten im Podersdorf kam Stimmung auf.

T2 glich dann der T1. Unter jeder Würde. Nochmals druchgefallen.

Der bevorstehende Halbmarathon begann dann, wie jeder Laufsplit bei mir beginnt. Ich musste erst meine aufrechte Position finden. Diesmal verschärften die 90 km am Unterlenker die Mission „Laufen“. Die lädierten Bandscheiben machten den Rest. Knapp am Kotzen gelang es bei km 3 halbwegs Fahrt aufzunehmen. Auch Dank der 2 Labstationen. Eine gleich zu Beginn und die andere bei km 2,5. Insgesamt 4 Labstellen auf dem 10 km Rundkurs. Chapeau. Das hat geklappt. Von der sehr warmen, gepantschten Cola nehme ich Abstand. Das ist bei 30 Grad Außentemperatur zu aktzeptieren.

Ich habe mir das Rennen in 4 x 5 km eingeteilt. Motiviert von den schnellen Einheiten und von den 1h31 beim lezten Halbmarathon, war es Ziel 1h45 zu Laufen (Wunsch 1h40). Ich lief nach Gefühl und ohne auf die Uhr zu schauen. Die ersten beiden 5 km Schleifen konnte ich einen vor mir Laufenden Vereinskollegen einholen und überholen. Dann die Wende in Podersdorf und die Gewissheit nochmals in die Hölle zu müssen. Das hat mich im Kopf etwas demotiviert. Ich brauche Publikum bzw. etwas Power in Form von Stimmung oder Musik. Diese fehlte in Podersdorf komplett. Die 200 – 300 Meter rund um die Wende ausgeschlossen. Die mitradelnden Touristen auf der Laufstrecke waren mehr Hindernis als Motivatoren.

Unbewusst – ja ich bin auf ankommen programmiert – nahm ich Tempo raus. Bei km 15,75, also in der Hölle, sah ich, dass ich nach wie vor mit einem 6er Schnitt die Sub 5 schaffen könnte. Also doch noch etwas anziehen. Was erstaunlicherweise gegangen ist. Also wäre wieder einmal mehr drinnen gewesen. Ich glaube ich werde vom @TriathlonDog etwas Nachhilfe zum Thema Quälen beim Laufen holen.

Ein quasi punktgenauer 1h45 Halbarathon sicherte mir dann eine Endzeit von 4h52:44. Sub 5. Zufrieden. Lag schon länger in der Luft. Leider konnte ich es nie umsezten (5:03, 5:09, 5:13). Ich bekamm auch gleich die Zeit via Twitter und Facbook von Followern bestätigt. Pentek-Timing sei Dank. Doch dann die Überraschung. Seit gestern Abend ist meine Zeit auf 4h57:44 um 5 Strafminuten erhöht worden.

Ich bin echt angefressen. Weil ich nicht weiß warum. Windschatten kann’s nicht sein. Das liegt mir nicht und das mache ich grundsätzlich nicht. Lieber im Wind sterben, als hinten Lutschen. Das ist meine Devise. Es gab ein paar Situationen, wo die Wettkampfrichter neben mir fahrend Zeitstrafen verteilt haben. In diesen war ich aber immer an erster Stelle und hinter mir die lutschende Traube. Verwechslung? Kann ich mir nicht vorstellen. Die Verwarnung wegen des Gels? Warum? Der Wettkampfrichter hat mir versichert, dass diese keine Auswirkungen hat. Möglicherweise hat der Oberschefwettkampfrichter ein gehöriges Wort mitgesprochen. Im Nachhinien ohne Möglichkeit Protest oder was auch immer einzulegen.

Leider krieg ich keine Stellungnahme mehr. Was bleibt ist ein die Erinnerung ein einen Dorftriathlon. Und ich meine das nicht böse. Und die Gewissheit, dass Wettkampfrichter willkürlich handeln. Nach Lust und Laune.

Ob ich den Austria Triathlon empfehlen würde? Fragt mich in ein paar Wochen. Wenn ich wieder mittig bin.

Cristian Gemmato aka @ketterechts.

PS: seite gestern vermisse ich auch meinen rechten grünen Asics DS Trainier Größe 28,0. Den hat wohl wer anderer gefunden, bevor ich ihn verloren habe. 

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