Dolomiten 2013. Vorschau auf Tag 6.

Die heutige Achterbahn.

Tag 6. Heute ist der Tag der großen Pässe des Giro d’Italia. Und wie bei Dolomiten 2013 so üblich, gibt es auch heute wieder keine Einrollphase. Unser Hotel liegt bereits an der Straße zum legendären Passo di Fedaia am Fuße der Marmolada. Es warten auf uns 9 sehr steile und harte Kilometer. Das ist das dunkelrote im Höhenprofil.

Da wir diesen Abschnitt gestern bereits heruntergefahren sind, wissen wir, was auf uns zukommt. Selber bin ich hier schon 1 x gefahren. Bei der Maratona delle Dolomiti. Und ich habe die Vorderradloopings noch in Erinnerung. Speziell die letzten Kehren haben es in sich. Und wenn ich hier wieder erwähne, dass ich damals (ja, damals, denn lange ist es her) mit einer Heldenkurbel gefahren bin, dann soll das meinen Leichtsinn (damals, jetzt bin ich reifer) unterstreichen.

Wir fahren ab Sottoguda durch die Schlucht bis Malga Ciapela. Vermeiden also die Hauptstraße, welche sich wegen der Tunnels hier wenig eignet. Die Schlucht selber kenne ich nicht. Von den Höhenmetern ist es egal. Ob die auch so rampig ist? Ich werde es sehen. Laut Roli ist sie landschaftlich ein Hingucker. Sofern man den Kopf heben kann.

Ab Malga Ciapela beginnt das Leid. Geradlinig, direkt Richtung Horizont erhebt sich die Straße. Es schaut steil aus und es ist steil. Aber nicht so steil, wie die Kehren die uns nachher erwarten. Es ist eine Wand, die mit einer Straße garniert ist. Fotos habe ich gestern im Album Dolomiten Teil 3 bereits gepostet. Oben geht es dann entlang des Lago di Fedaia noch 2 km flach. An der linken Seite der bereits etwas zurückgegangene Gletscher der Marmolada.

Bis nach Canazei können wir es dann 11 km krachen lassen. Wir müssen also kaum was für die Vorwärtsbewegung tun. Direkt im Ort beginnt der nächste Anstieg und wird sind auf der klassischen Sellarunde, welche wir gegen den Uhrzeigersinn fahren. Wir halten uns rechts, um den Passo Prodoi zu erklimmen. Links würde es auf das Sellajoch gehen.

Das Prodoijoch war jahre lang die sog. Cima Coppi. Mit 2.239m ist es einer der höchsten Passe hier in den Dolomiten. Ein Denkmal an den früheren italienischen Radgott am Fuße des Passes und oben weisen darauf hin. Ich kenne diese Strecke nur von der Abfahrt. Bin das Pordoijoch immer von Arabba aus gefahren. 33 Kehren bergauf. Alles baumfrei und mit herrlichem Blick auf das Sellamassiv und auf die Prota Vescovo. Im Winter ein Muss auf der Sella Runde. Die neue Funifour bringt die Skifreaks in wenigen Minuten auf über 2.400 Meter.

Heute sind es halt 33 Kehren bergab. Auch mal was anderes. Von Arabba geht es dann weiter nach Cernadoi, wo bereits der Ansteig zum Passo di Falzarago beginnt. Ortskundige und formstarke hätten hier die Möglichkeit den Giau zu fahren (den kennen wir noch von vorgestern). Giau rauf, Richtung Cortina runter und dann bei Pocol wieder Richtung Falzarego rauf. Kein leichter Umweg. Es ginge auch den Passo di Staulanza als Stichstraße zu fahren. Aber das wäre dann eine ganz ganz andere Geschichte. Eine unendliche. Denn hier reihen sich Pass an Pass. Und leider haben wir nicht ewig Zeit und eweig Luft und Kraft in den Beinen.

Wir konzentrieren uns auf den Falzarego. Dieser Pass ich eigentlich eine Kreuzung. Denn wenn man oben ist kann man rechts nach Corina fahren und links auf den Passo Valparola. Unser Ziel. Direkt vor uns am Passo Falzarego der Lagazuoi. Ein legendärer Berg aus dem 1. Weltkrieg. Und jetzt Mekka für Skifahrer. Mit einer Seilbahn geht es hinauf. Und von oben dann über eine sehr steile und von Felsen begrenzte Piste hinunter ins Kassiantal Richtung Hotel Armenterola. Ich weiß nicht ob ich das bereits geschrieben habe. Aber erzählt habe ich es hier den Teilnehmern sicher schon. Es ist ein Erlebnis.

Falzarego Valparola, das sind nur 1,2 km. Links von uns der Col di Lana. Der Blutberg. Wir fahren hinunter ins Kassiantal. Ein sehr knackiger Gegenanstig unten in St. Kassian bringt uns hinauf nach Stern/La Villa. Von hier sind es dann nur noch wenige Kilometer bis nach Corvara. Wer noch Zeit hat, wirft einen Blick auf die Gran Risa. Hier wird jährlich der Skiweltcup Riesentorlauf der Herren ausgetragen.

Corvara ist nicht ganz Endstation. Wer will fährt noch den Passo Campolongo, um die Sella Runde komplett zu machen. Morgen fahren wir ja Sella und Grödnerjoch. Andere fahren ins Hotel. Ich fahre zum Pinarello Schauraum im Hotel La Perla.

Stay tuned.
Cristian Gemmato aka @_ketterechts

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