qualedich.de Tauernrunfahrt. Die Ritzelwahl.

Nur noch 3 x schlafen. Oder auch nicht. Denn vielen quält der Gedanke ob des richtigen Ritzelpaketes. 12.250 Höhenmeter in 5 Tagen sind ja kein Sonntagsspaziergang.

Interessant sich die vielen Postings zu diesem Thema. Zu Recht. Denn Bergauffahren ist nicht jedermanns Sache. Speziell für jene, die in Gegenden wohnen, wo es diese massiven Erderhebungen namens Alpenpässe nicht gibt. Zynisch wird da schon von Flachlandtirolern gesprochen. Die Frage nach dem richtigen Ritzelpaket ist also nicht rein philosophisch zu sehen (in meinem Fall schon!), sondern eine etwas sehr komplexe Angelegenheit.

Warum? Ganz einfach, weil es heute sehr viele (zu viele) Möglichkeiten gibt. Technischer Natur. 53/39 vorne (vormals 53/42!) hat den Statsustellung Standard schon längst anderen Alternativen Platz lassen müssen. 50/34, 52/36, Triple (zum Glück wieder im Aussterben) … Hinten wird es dann noch schlimmer. von 11/23 für die Tempobolzer bis hin zu 12/28, 29 oder sogar 30. Das ganze 11fach.

Um was geht es eigentlich? Die Übersetzung ist ausschlaggebend dafür, wie viele Meter Vortrieb mit einer Kurbelumdrehung gemacht werden können. Für alle, die sich im Detail damit beschäftigen wollen, empfehle ich den Ritzelrechner. Blöd ist nur, dass die Übersetzung nicht der alleinige Faktor ist. Auch die Masse, welche bergauf bewegt werden muss spielt eine gorße Rolle. Eine nicht unwesentliche. Ich muss beispielsweise an die 74 kg der Berg hinauf schleppen. Ein Chris Froome hingegen nur 66 kg. Ich brauche also viel mehr Energie, um die selbe Strecke zurückzulegen. Dass sich meine Masse mit einem leichteren Gang besser bewegen lässt, liegt auf der Hand. Ein 39/23 am Berg würde ich nicht allzu lange fahren können. Was ich vor vielen Jahren auch schmerzlich erleben musste, als ich meinen 1. Ötztaler Radmarathon mit eben dieser Übersetzung gefahren bin. An der steilsten Stelle im Kühtai musste ich absteigen und das Rad schieben. Damals war das Kühtai noch Brenner, Jaufenpass und Timmelsjoch die letzten große Hürde.

Weitere Faktoren sind die Kraft und die Trittfrequenz. Es gibt Fahrer, die eine hohe Frequenz fahren können. Andere hingegen treten viel lieber hart in die Pedale. Namen lasse ich an dieser Stelle aus. Wegen laufender Dopingverfahren und Dopinggeständnisse. Die meisten wissen eh von wem ich reden würde.

Zurück zum philosophischen Aspekt der ganzen Geschichte. Je kleiner das Ritzelpaket hinten, desto höher ist der Posingfaktor. Ein 53/39 vorne und ein 11/23 hinten sind ein starkes Signal nach außen. Die Gegener werden meistens schon schwach beim Anblick dieser Abstufung. Wer Angst hat, damit aber am Berg nicht vom Fleck zu kommen (Zick Zack fahren ist ein NoGo und führt zur unmittelbaren Disqualifikation), kann sich ja mit anderen Möglichkeiten etwas von diesem absoluten Machtsignal nehmen. Beispielsweise mit einer Kompaktkurbel vorne. 50/34 ist aus meiner Sicht optimal, weil mit 50/34 vorne hinten eine 11/25 montiert werden kann. Das entsprich einem 39/27 +, schaut aber viel “cooler” aus. Rettungsringe (29 oder 30 sind was für Flachlandtiroler). Mit 34/25 ist jeder Berg bezwingbar. Vorausgesetzt, Trainingszustand und eigen Masse sind im Lot.

Stay tuned and strike a pose.
Cristian Gemmato aka @_ketterechts.

Danke für die Empfehlung

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