Rice like a Phonix – die Garmin Wiederaufersteheung.

Sommer 2014. Das ist eine Ice Bucket Challenge am laufenden Bad. Egal, wann und wo du mit dem Rennrad losfährst – du kriegst mit Sicherheit einen Kübel Wasser über deinen Kopf geschüttet. Regen. Regen. Regen.

Nicht nur wir Radler leiden darunter. Nein auch unser so sehr geliebtes Material hat mit den Tücken des Regens arg zu kämpfen. Ich rede da jetzt nicht in erster Linie von klassischen Verschleißteilen wie Bremsgummis, Ketten, Zahnkränze. Auch wenn die Lebendauer dieser nicht billigen Accessoires dadurch – bei mir zumindest – dramatisch unter den langjährigen Durchschnitt geschraubt wird. Ich meine aus gegebenen Anlass die Elektronik. Das technische Lieblingsspielzeug unserer digitalen Zeit. Garmin. Beispielsweise. Mein EDGE 500 mit schon ein paar Jährchen auf dem Tacho hat die quaeldich.de Tauernrundfahrt inklusive der quaeldich.de Schweiz Rundfahrt knapp vor dem Ötztaler Radmarathon nicht überlebt. Trotz meiner sehr peniblen Sicherheitsmaßnahmen.

Schon beim Kauf des Gerätes ist mir die etwas filigrane Abdeckung des USB Anschlusses negativ aufgefallen. Schon nach 3x öffnen konnte die Schließung nie und nimmer dicht gemacht werden. So entschloss ich mich bereits vor meiner ersten Inbetriebnahme, diese Abdeckung zusätzlich mit einem Leukoplast abzudichten. Nach regelmäßigem öffnen und schließen für die Übertragung der Daten, habe ich das in die Farbe gekommene Pflaster dann immer wieder ausgetauscht.

Jetzt entpuppt sich diese Maßnahme als lebensverlängernde Idee. Denn wohl genau dadurch hatte ich bis vor kurzem keine Probleme mit der Elektronik des Garmin. Ich habe einfach eine „bekannte Garmin Schwäche“ etwas ausgetrickst. Doch auch das beste Leukoplast nutzt nichts gegen den vielen Regen, den ich die letzten Tage erwischt habe.

Was ist passiert. Mein Garmin EDGE 500 ließ sich nicht mehr mit meinem PC koppeln. Das Gerät selber funktionierte noch. Einwandfrei. Es ließ sich ein- und ausschalten. Es ließ sich laden. Und es ließ sich bedienen und verwenden. Dank sei Leukoplast, sage ich jetzt mal.

Zwei drei Suchmaschinenanfragen haben sofort die Ursache ans Tageslicht gebracht. Wasser. Oxidierung des USB Anschlusses. Der allgemeine Tenor: „Kenne ich.“ „Hatte ich auch.“ „Ist bekannt.“ Lösung? Gerät einschicken und warten.

Einschicken bei Garmin ist aber so eine Sache. RMA Formular nennt sich die Hürde. Es muss so eine beantragt werden. Hat man diese, kann man das Gerät einsenden. Mit einer detaillierten Beschreibung des Problem, des Zubehörs, welches man mitschickt. Und des Kaufbeleges. Garmin gewährt ja 2 Jahre Garantie. Mein Gerät ist aber etwas älter. 2 – 4 Tage hin und retour (Postweg) und 24h Bearbeitungszeit. So die Zeitspanne, für die Garmin Verständnis erhaschen will. Macht also mindestens 7 Tage ohne Garmin,

Ich hasse etwas einzuschicken. So habe ich mich nach anderen Lösungen umgegoogelt. Vom Föhnen bis hin zum nächtlichen Reisbad. Ich habe alles probiert. Ergebnislos. Auch die Behandlung mit 200ml Kontaktspray war erfolglos. Heute, 9 Tage vor dem Ötztaler Radmarathon habe ich mich resignierend im Internet nach einem neuen Garmin umgeschaut. Ich wusste, wenn ich meinen einschicke, habe ich ihn bis zum 31.8. nie zurück. Und ob der Garantiefrist bin ich überhaupt nicht sicher was mit meinem Gerät passiert.

Ein EDGE 810 um € 299,-. Das habe ich sofort gefunden. Den Haken auch. Ohne Brustgurt. So ein Paket heißt Bundle. Und findet man nicht unter € 399,-. Vielleicht schon – ich habe halt nicht länger gesucht. Gesucht habe ich nach der Möglichkeit, den eventuell zu erwerbenden 810er mit meinem 500er Brustgurt kompatibel zu machen. Vergebens.

Nach der Resignation und der Gewissheit den Ötztaler Radmarathon mit dem Forerunner 910xt zu fahren habe ich mich dann nochmals mit dem EDGE 500 beschäftigt. Mit dem kleinsten Torcx Schraubenzieher den ich finden konnte, habe ich das Gehäuse geöffnet. Zwar nur oben (an den USB Anschluss bin ich nicht rangekommen), aber immerhin. Mit einem anderen spitzem Gegenstand habe ich das USB Gehäuse des Garmin ausgeputzt. Die Oxidierung der Metalle etwas weggekratzt.

Dann habe ich den Garmin nochmals am Computer angeschossen und es ist ein Wunder geschehen. Er koppelte. Sofort sichern. Sofort updaten. Sofort Track vom Ötztaler draufspielen. Akku ist voll. Gerät sollte funktionierten. Bis zum Ötzi wird er konserviert. Trocken gelagert. Auf Watte gebettet und ins Abendgebet eingebaut. Falls Gott Garmin verwendet, wird er mich nicht im Stich lassen.

Elvis lebt. Nummer 5 lebt. Und mein Garmin lebt. Die Frage ist nur, wie lange. Auf jeden Fall verpasse ich ihm noch eine Extra-Leukoplast Kur.

Stay tuned.
Cristian Gemmato aka @_ketterechts

4 Kommentare

  1. Hallo Cristian,

    Ich wüsste nicht warum der Gurt vom 500er nicht auch beim 810er funktionieren sollte.
    Verwenden doch beide den ANT+ Standard. Ich könnte mir nicht vorstellen, dass Garmin plötzlich das Polar-Produkt-Konzept übernommen hätte wo der Kunde (fast) jedes Mal gezwungen wird alles neu zu kaufen.

    Ich verwende am Edge 800 zwei ANT+ Gurte (gummi und soft) von Forerunner 80 und 305. (beide uralt)

    Beim Thema Pulsmessung eventuell Interessant für Dich als Sportelektroniktester mit reputativer Fan- u. Followergemeinde -> "Mio Global Mio Link"
    Ein Armband misst den Puls am Handgelenk, überträgt via ANT+ an ANT+ fähige Geräte. (Garmin, Mio, ..)
    Alternativ überträgt es mit Bluetooth zb an das Hdy. für Apps a'la Runtastic.

    Ich drück Dir die Daumen für den Ötztaler!
    Bei Deinem heurigen Berg-Trainingspensum muß ja eine neue Personal-Best drin sein (passendes Wetter vorausgesetzt).

    Viele Grüße gutes Wetter und super Beine!
    Ronald

  2. Bis dato hat mein Gurt vom 500er nicht beim 910xt (Uhr) funktioniert. Der Gurt (weiche Gurt) vom 910er soll aber angeblich mit dem 500er kompatibel sein. Das Problem ist nur, dass der weiche Gurt mir einfach nicht passt. Er scheuert mit stets wund, und das ständige abkleben nervt.

    Das Scheuern kommt vom dicken Ant+ Dingsbums in der Mitte des Gurtes, das bei mir auf einer komischen Bauchdeformation (Eigeninterpretation für Birnenbauch) aufliegt.

    Ob der starre Gurt vom 500er überhaupt für's laufen geeignet wäre – konnte ich bis dato ja nicht ausproieren.

  3. Hallo Lukas,

    Kollateralschäden des Sommers 2014. Das Netz ist voll von den selben Problemen und Herausforderungen.

    Aber zum Glück sind wir alle kleine Mc Guyvers.

    Saluti a Berna.
    Cristian

    PS: der 500er hat keine SD Karte so dass deine Variante gar nicht möglich wäre. Ich warte einfach auf den nächsten k.o. Schlag und schau mich weiterhin um was Neues um.

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