Vom Titanmann zum Ironmann. Mein 1. Triathlon 2013

Viel habe ich schon geschrieben. Über diesen 9. FH OÖ Linztriathlon 2013. Aber nicht alles. Beispielsweise, dass ich drittbester Italiener geworden bin. Von drei (A.d.R). Oder dass ich beinahe den Startschuss verpasst hätte. Wie halt immer. Warum? Ganz einfach. Um 9:00 wollte ich mein Rad einchecken und checke, dass meine Startnummer nicht dort war, wo ich sie gebraucht hätte. Am Startnummernband. Leider war Sie in meinem Büro. 10 km vom Pleschingersee entfernt. Also rauf auf’s Rad und rein in die Stadt. Die 206 lag auf meinem Schreibtisch. Zurück zum See. Helm auf. Startnummer aufs Band und rein in die Wechselzone. Es war knapp nach 9:30. Nur einem Flirt mit der Security verdanke ich, dass ich durch den Zapfenstreich nicht außerhalb der Wechselzone bleiben musste. Ein Puls von 180 und knappe 20 km, die an meiner Princess of Pain nicht spurlos vorüber gegangen waren. Dreck. Schmutz, Sand und Laub zierten meinen Carbonrahmen. Sie war so schön geputzt und sauber.

Die verbliebene Zeit überbrückte ich als Helfer meines Vereines Trirun und später die richtige Entscheidung zu treffen, was ich denn beim Radsplit für Kleidung anziehen sollte. Ich überlegte und reüberlegte. Bis eine Entscheidung fiel. Sehr spät. Denn ich hätte schon im Neo sein sollen. Also Vollgas in den Neo. Das letzte Mal, dass ich in diesem Kondom steckte war bei der Challenge Roth Mitte Juli 2012 (in Podersdorf war ja Neoverbot). Meine Routine beim Ankleiden sicherte mir ein paar wertvolle Sekunden. Aber die nächste Herausforderung und Prüfung stand bevor. Das Anbringen der GoPro auf meinem Kopf. Zuerst eine Haube, dann die GoPro und dann noch eine Haube. Die rote, offizielle. Die Kamera selber befestigte ich noch mit einem Band am Reisverschluss des Neos. Hätte mir doch jemand die Kamera von Kopf gestoßen, wäre diese so nicht im See versunken. Zum Glück ist das nicht passiert. Danke an dieser Stelle an Martin F. für den 7fachen Knoten. PS: Habe diesen bis heute noch nicht offen. Und danke an dieser Stelle an Martin F. für die schrecklichen Worte „es ist 3 Minuten vor 12“.

Ich hatte also gute 800 Meter bis zum Start zurückzulegen. Diese schaffte ich in der Zeit. Stieg ins Wasser. Postierte mich irgendwo traf noch den @TriathlonDog und schon gings los. Einschwimmen? Witzig!

Das Schwimmen.
Mein Ziel war es, die GoPro heil aus dem Wasser zu bekommen. Ich hielt mich also der Ideallinie ziemlich fern. Vermied jeden Körperkontakt und wurde das eine und andere Mal ziemlich weit nach außen gedrängt. Das bescherte mir am Ende auch eine Garmin Forerunner 910xt aufgezeichnete 2,1 km Plantschlinie. Immer wieder drückte ich auf den Aufnahmeknopf, um die besten Szenen zu filmen. Da ich nur 2 Akkus zur Verfügung hatte, wollte ich nicht das gesamte Schwimmen filmen. Auch wegen der Unmengen an Daten. Hauptsächlich die Kämpfe an den Bojen, der Landgang und der Aussteig sollten die Faszination Triathlon einsammeln.

Summa summarum hatte ich mit 37min+ eine respektable Schwimmzeit (meine Bestzeit leigt bei 34!). Und das mit meiner kaputten und motorisch beeinträchtigten Elle (Ja. Ich jammere wieder. Weil es weh tut).

T1.
Prädikat: Zum Vergessen. Ich konnte den Neo ja nicht auf dem Weg in die Wechselzone öffnen, da die GoPro ja am Reisverschlussband hing. Also musste ich zuerst die Kamera aus der Kopfhalterung nehmen und diese an der Fahrradhalterung befestigen. Neo raus. Radschuhe rein. Diese hatte ich vorher schon mit Castelli Toe Thingy übergeschuht. Was für eine goldrichtig Entscheidung. PS: diese Dinger habe ich seit ca. 5 Jahren zu Hause und noch nie verwendet. Über das Tritop zog ich noch ein dünnes Laufleiberl und eine ärmellose Weste an. Mein Bäuchlein muss es warm haben. Ach ja. Ich habe mich kurz vor 12 noch für eine 3/4 Triahose entschieden. Für warme Knie.

Zurück zur GoPro. Beim befestigen dieser verlor ich eine Mutter. Ich suchte diese dann im satten, nassen Grün. Vergebens. Dafür fand ich einen Vierklee. Stimmt nicht. Aber das ist mir einfach so eingefallen. Zum Glück (MacGyver lässt grüßen) hatte ich so etwas wie ein Ersatzteil, welches ich ummodellierte. Nach mehr als 9 Minuten machte ich mich auf die Radstrecke. Die Wechselzone war bereits radleer.

Der Radsplit:
Ja. Es regnete. Nein. Es schüttete. Noch am Damm Richtung Bundesstraße futterte ich ein Oatsnack. Gestärkt machte ich mich auf den Weg. 90 km durch das idyllische Mühlviertel. Stets Ausschau haltend nach guten Bildern. Kamera an. Kamera aus. Je nach Gefühl. Und immer brav pedalieren. Natürlich war ich mit meinem „normalen“ Rennrad etwas gehandicapt. Auch weil ich mit einer Kompakt Kurbel unterwegs war. 50/34 vorne, 11/23 hinten. Bergauf war ich stets dabei. Beim Rest musste ich jenseits der 120 Kurbelumdrehungen aushalten, um halbwegs dabei zu sein. In Summe konnte ich beim Radfahren 88 ( in Worten achtundachtzig) Plätze gut machen. Netto. Nur Radsplit Ein knapper 31er Schnitt stand für die 90 km auf meinem Garmin. Nicht unzufrieden. Fehlen mir im Vergleich zum letzen Jahr 1.500 Trainingskilometer. Es hätte sicher besser sein können. Ich schätze, dass mit meiner Baronesse (54er vorne!) 10 – 15 Minuten drinnen gewesen wären. Spekulation. Ja. Aber eine motivierende. Ich hatte Spass am Rad. Das ließ mir auch die kalten Finger vergessen. Und vielleicht hätte ich 2 Tage zuvor doch keine 226 km Tour machen sollen. Vielleicht. Bei schlechtem Wetter.

T2.
Wieder zum Kotzen. Kamera vom Rad weg und auf den Chest. Laufschuhe an. Weste weg und nach guten 5 Minuten war ich auf der Laufstrecke. Unter jeder Würde. Und verbesserungsfähig. Ich weiß.

Das Laufen.
Eigentlich dachte ich mir, auf den 21 km sterben zu müssen. 2 Marathons im April. Eine sauschlechte Vorbereitung (Ja. Ich jammere. Weil es weh tut. Immer noch). Und müde Beine. Eigentlich. Denn erstaunlicherweise ging es mir gut. Für meine Verhältnisse. Ich konnte die ersten km gleich eine Pace von 4:50 und sogar leicht darunter verinnerlichen. Das brachte mich sauschnell schnell weiter. Ich konnte ettliche Athleten überholen. Netto – nur Laufzeit – waren es 26.

Bemerkenswert war, wie freundlich alle zu mir waren. Da ich mit der GoPro an der Brust unterwegs war, denke ich, dass diese Sympathien der Kamera gegolten haben. Und weniger mir. Am Ende der 2 Runden (die 5 km habe ich sehr konstant durchgepeitsch, wobei die dritten 5 die schnellsten waren), stand eine 1:43 für die Statistik bereit. So schnell bin ich den HM bei einem Halbdistanz noch nie gelaufen. Letztes Jahr in Podersdorf waren es 1:45. Da finishte ich auch gut sub 5, obwohl ich auch unverzeiliche Tranission Zeiten hatte. Ich denke, dass noch mehr drinngen gewesen wäre.

Fazit 1: Jede Menge Filmaterial gesammelt. Leider sind die Bilder vom Laufen etwas getrübt. Schuld ist das Wetter. Und meine Handhabung. Ein Streichen über die Linse hätte meine Stimmung im Nachhinein wesentlich verbessert. Auch die Bilder. So ist die Generalprobe für den Ironman Austria (in Sachen Filmen) zu 66,6% gelungen.

Fazit 2: Ich war, bin und bleibe eine Talent mit viel Potential. Schwächen werden zu Stärken und einstige Stärken sind oft nicht mehr so stark wie sie es hätten sein sollen. Zum Glück ist das „posing“ ja der wahre Sieg.

Fazit 3: Triathlon ist schon ein geiler Sport. Aber trotzdem. Rennrad bleibt meine Leidenschaft.

Fazit 4: Ich brauch ein TT für Klagenfurt. Jemand da, der vielleicht jemanden kennt, der mir eines zur Verfügung stellen kann?

Stay tuned.
Cristian Gemmato aka @_ketterechts.

PS: Video folgt.

1 Kommentare

  1. Dazu fällt mir nun wirklich nichts mehr ein als: man hat ja sonst nichts zu tun 😉

    Ich erinnere mich noch bildhaft, wie im mit Teppichklebeband (ja, das habe ich sicherheitshalber immer in der Tasche samt Schere beim Triathlon, denn wie du nun ja selbst weißt, man kann ja nie nie nie wissen), nassen Händen und Schere in der Wechselzone im Wald hantierte und jegliche Hilfe von den Helfern halb hockend halb auf einem Bein stehend ablehnte…

    Super, dass du alles so wunderbar über die Bühne gebracht hast. Glückwunsch zu dieser Zeit!

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