Was echte RennradfahrerInnen nie sagen und tun würden.

Gedanken von Ketterechts - dem Rennradblog.
Echte RennradfahrerInnen halten sich an Regeln.

Jeder Mensch darf auf der Welt tun und lassen was er will. Außer sie oder er ist ein echter Rennradfahrer. Dann nämlich, verringert sich diese Freiheit um die Maßeinheit Stil. Ästhetisch wie verbal. Hier die 13 wichtigsten Dinge, welche echte RennradfahrerInnen nie sagen und tun würden.

1. „Ich bin müde.“ Müdigkeit gibt es nicht. Und wenn man müde ist, dann hat man einfach einen Regenerationstag. Oder zwei. Maximal. Am dritten Tag hat man gefälligst wieder aufs Rad zu steigen.

2. „Ich muss erst schauen, ob sich das ausgeht.“ Es geht sich immer aus. Und wenn es sich nicht ausgehen sollte, dann muss man halt die Familie vertrösten und die Arbeit verschieben. Weil es im Leben immer darum geht, die richtigen Prioritäten zu setzen.

3. „Ich dusche zuerst.“ Einzig allein das Rennrad darf so was sagen. Und weil Rennräder nicht reden und auch nicht duschen können, wird man im Kreise echter RadfahrerInnen diese Worte niemals hören. Zuerst wird das Fahrrad gereinigt und dann der eigene Körper. Falls wer einen Privatmechaniker haben sollte, welcher die Reinigung des Rennrades übernimmt, dann ist einem schnellen Gang unter die Dusche nichts entgegenzusetzen.

4. „Ich muss mal pinkeln.“ Diesmal heben wir die Gleichberechtigung und das Gendergetue auf. Rennradfahrer pinkeln während der Fahrt. Wenn sie das nicht können, müssen sie nur mehr schwitzen, um zu kompensieren. Zu kompliziert? Üben. Üben. Üben. Mit der richtigen Technik geht das. Und natürlich auch mit der richtigen Länge. Zumindest einfacher.

5. „Ich biege dann schon mal ab.“ Frühzeitiges Abbiegen ist ein Zeichen der Schwäche. RennradfahrerInnen treffen sich immer gemeinsam am Startort und verabschieden sich immer gemeinsam vom Zielort. Was davor und danach passiert ist jedem selber überlassen. Wenn sich dies zeitlich nicht ausgeht, greift was in Punkt 2 geschrieben ist. Es muss sich ausgehen.

6. „Ich kenne da eine Abkürzung.“ Abkürzen ist mindestens so verpönt wie frühzeitiges Abbiegen. Eine Tour ist erst dann eine gute Tour, wenn möglichst viele Kilometer in der zur Verfügung stehenden Zeit abgestrampelt worden sind. Außer die Abkürzung ist falsch und am Ende ist man länger gefahren. Das ist selbstverständlich erlaubt.

7. „Kannst du mir deinen Garmin Track senden.“ Und sonst noch was? Nur die eigenen Aufzeichnungen zählen. Hat man den Garmin vergessen oder hat dieser keinen Akku mehr oder was auch immer, selber schuld. Da hilft nur eins. Strecke nochmals fahren.

8. „Ich darf heute nicht sprinten.“ Egal ob Ortstafel oder Bergwertung. Echte RennradfahrerInnen nehmen jeden Fehdenhandschuh an, den man ihnen zu wirft. Verweigern ist wie abbiegen oder abkürzen. Ein oder mehrere Sprints haben noch niemanden geschadet. Laktat-, Leistungs- und Herzfrequenzkurven sind erst sexy, wenn sie entsprechende Ausreißer nach oben haben. Ist das Profil flach, muss man Zacken provozieren.

9. „den Runden nicht vollmachen„. 49,7, 98,3 147,5. Was sollen solche Kilometerangaben auf strava? Einmal noch rund ums Haus oder die Straße ein paar Mal auf und ab. Auch wenn die letzten Kilometer die längsten sind. Damit der Runde voll ist. Alles andere stinkt nach Abbiegen, Abbrechen oder Abkürzen.

10. „Kannst du meinen Kaffee mitzahlen“. Arg. Echte Rennradfahrer haben immer mindestens so viel Kleingeld mit, dass sich ein Espresso ausgeht. Ok. In Österreich wohl eher einen fünf Euro Schein, weil Münzen schwer sind und der Kaffee teuer. Im Idealfall auch mehr. Um die gesamte Runde zu übernehmen. Zumindest, wenn ich dabei bin.

11. „Lutschen“. Wer kennt sie nicht. Sie tauchen irgendwo am Horizont auf. Weit entfernt vorne auf der Straße. Bald hat man sie eingeholt und überholt. Nach zehn Kilometern merkt man, wie sie am Hinterrad picken. Ohne Muh und ohne Mäh. Still. Leise. Ein kurzes „Hallo“ wäre da schon angebracht.

12. „Nicht Anhalten.“ Echte RennradfahrerInnen blieben stehen, wenn sie einen Gleichgesinnten am Straßenrand stehen, hocken, weinen oder auch nur Wunden lecken sehen. „Alles in Ordnung? Brauchtst du was?“ Mehr ist nicht notwendig. Das schadet keinem Trainingsplan und keiner Durchschnittsgeschwindigkeit.

13. „Ich steh nicht so auf KOM’s.“  Und schon wächst die Nase. Jeder ist geil auf KOM’s. Es geht nichts über ein KOM oder ein QOM. Jene, die mit dem Rennrad ergattert worden sind. Nicht mit dem Auto. Nicht mit dem Motorrad. Nicht mit dem Moped. Nur natürliche Hilfsmittel sind erlaubt. Pulk, Wind oder eingeholte Traktoren, Busse, Motorräder oder Mopeds.

Geht in euch und überprüft ob ihr echte RennradfahrerInnen seid.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts

PS: Sollte ich was vergessen haben oder wollt ihr die Liste erweiteren – nur zu.

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