Alle Artikel von @_ketterechts

quäldich.de Trainingswochenende im Mühlviertel.

die Ketterechts Familie wird immer größer

Train the Blogger powererd by Stiegl Sportweise ist um ein Kapitel reicher. 400 Radkilometer und gute 7.000 Höhenmeter in 3 Tagen. Gefahren und geschwitzt im Mühlviertel. Dank quäeldich.de. Dazu 0 (in Worten null) km schwimmen und 0 (n Worten null) km laufen. Bezogen auf die 3 Tage. Man muss Prioritäten setzen und auch socializen.

Roli, Österreich Chefquide von quäldich.de hatte gerufen und 20 Rennrad afficionandes waren ihm gefolgt. In seine Heimat. In sein Revier. In ein Gebiet, wo er die Straßen besser kennt als die Mitarbeiter der Straßenmeisterei. Roli kennt hier (und sonst auch überall) jeden Hügel, jeden Asphaltstrich und zum Glück auch jeden Brunnen. Aber dazu später. Headquarter unserer täglichen Touren war das Hotel Waldheimat. Fein. Sauber, Freundlich und mit einer Portion Celebrations als Willkommensgruß für die quäldich.de Truppe. Bounty, Snickers, Mars und Twix für alle for free. Was für ein Einstand.

Für mich war es auch eine kleine Premiere. Eine doppelte. Erstens: noch keine meiner quäldich.de Touren waren so konzipiert, dass sie täglich am selben Ort starten und enden. Zweitens: auch ich kenne das Mühlviertel so einigermaßen. Also eine geführte Tour auf bekanntem Terrain. Pferfekt.

Wer meint(e), dass nur in den Alpen viele Höhenmeter möglich sind, der irrt(e). Zumindest die Teilnehmer des Trainingswochenende werden das nicht mehr behaupten (können). Das Mühlviertels bietet zwar keine „Passtraßen“ wie wir sie sonst kennen, aber genügend Hügel und Rampen. Ein ständiges auf und ab. Highlight sicher die vielen Linzer Hausberge wie Kirchschlag, Hellmöndsödt, Altenberg, GIS und der Helmetzedter Berg. Letzteren habe ich neu kennen gelernt und bei 30 Grad lieben gelernt. Nicht zu vergessen ist auch der Koblberg. Mit 1.044m Oberösterreichs höchster Pass. Und einziger über 1.000m. Im Mühlviertel. Und nicht in den Alpen. Schön brav aneinandergereiht und auf 120 – 130 km verteilt gehen auch diese sog. Schwungbremsen in die Beine. Reichlich Laktat ist garantiert. Speziell, wenn man in Gruppe 1 unterwegs ist. Auch wenn alles bei quäldich.de kein Rennen ist. Am Berg lässt jeder seine Sau raus. Der erste Tag war sowieso ein Wahnsinn. Im Tierreich würde man das Verhalten der Teilnehmer als „markieren“ bezeichnen. Das Tempo war hoch und konnte nur mich energischem Zutun von Roli gedrosselt werden.

Das Mühlviertel hat auch wunderschöne Täler. Langgezogene. Wo es so gleichmäßig rein schmiert. Nicht steil. Aber tendenziell bergauf. Passend zur Philosophie von quäldich.de. Das Mühlviertel hat auch eine Staatsgrenze. Zur Tschechischen Republik. Wir sind ganz im Norden bei Guglwald dieser entlang gefahren und wir haben diese auch passiert. Zu einem kleinen Abstecher an den Moldau Stausee. Und zur Schlemmerreise. Denn die Preise über der Grenze haben ihren Reiz. Kein Vergleich zu dem, was man in unseren Breitengraden löhnt. Ein 200g Steak für umgerechnet ca. € 5. Zwar ohne Beilage. Aber diese kostet auch nicht mehr als € 1. Wer also seine Liebste (nicht das Fahrrad!) mal schön ausführen will. Ich empfiehle eine romantische Kanufahrt am Stausee und seinen Ausläufern mit anschließendem Essen in Vyssi Brod – keine 36 km von Linz entfernt.

Für mich war das Trainingswochenende nach den Strapazen von bike4dreams und den Linztriathlon (500 km in 3 Tagen) eine weitere Standortbestimmung Richtung Klagenfurt. Ich tat mich am ersten Tag sehr schwer, da ich das Rennrad 6 Tage nicht angegriffen hatte. Dafür legte ich einen kleinen Schwerpunkt aufs Laufen. 4 x 1000 (jeweils in unter 4′), einen schneller 13er (in 4:24) und einen lockerer 20iger (in 5:25). Dazu einmal open water schwimmen. Ach ja. Die radfreie Zeit habe ich auch genutzt meiner Princess of Pain neue Patschen aufzuziehen. Selbst geklebt! Und die kleben immer noch – die Vittorias Evo CX. Tag 2 und 3 gingen dann schon viel besser. Ich konnte in den Steigungen Aufstiegsgeschwindigkeiten von 800 – 1000 Meter/h gut treten (auf 4 – 6 km bei 8 – 12%). Und in der Ebene bin ich meinem Namen sowieso gerecht geworden. Der Ketterechts Express von Reichenau im Mühlviertel bis Gallneukirchen bei Gegenwind war für die Gruppe hinter mir wie Urlaub. Auch das Fahren bei Temperaturen über 30° bereitete mir keine Sorgen. Weil ich das sowieso liebe. Kälte a la Ötztaler hingegen nicht.

Zurück zum Mühlviertel, welches sich am vergangenen Pfingstwochenende von seiner sonnigsten und wärmsten Seite gezeigt hat. Bei Temperaturen weit über 30° in der Sonne. Die Premiere dieses Formates hat für mich Charme und Zukunft. Ein fixes Hotel, ganz ohne Stresse. Kein tägliches Koffer packen. Einfach nur wegfahren. Mit dem Rennrad. Tag für Tag. Pedalieren. Bummeln. Laktate erzeugen. Etwas Kultur. Und viel Genuss. Bei akuter Unterhopfung. Leider hat man mir meine Eispause vorenthalten. Dafür habe ich den Kefermarkter Flügelaltar boykottiert. Ausgleichende Gerechtigkeit. Sollte Roli das nächstes Jahr wiederholen – eine dicke Empfehlung meinerseits. Hotel mehr als ok. Frühstück reichlich. Am Abend Grillerei und alkoholfreies Bier. Noch keine Sportweise – aber das werden wir nächstes Jahr ändern. Versprochen. Die Gesellschaft immer ein Highlight. Alte Bekannte und neue Gesichter. Man sinniert und philosophiert. Man erzählt Geschichten und hört sich andere an. Man ist fast auf Urlaub. Wenn nicht das tägliche Radfahren wäre. Aber das ist eine andere Geschichte. Nicht meine und jene von quäldich.de.

stay tuned
Cristian Gemmato @_ketterechts

PS: dieser Blogbeitrag enthält Produktplatzierungen. Die Ketterechts Trikots sind bei mir erwerblich. Bitte um PN auf Facebook.

Train the Blogger powered by Stiegl Sportweisse – ein Zwischenbericht

Foto by topsportaustria

Wer bin ich? Diese Frage stelle ich mir bereits ein Leben lang – zumindest seit ich fähig bin über mein Dasein selbständig zu reflektieren. Und ich stelle mir diese Frage seit ich mir zum Ziel gesetzt habe beim Ironman Austria 2014 an den Start zu gehen. Über das Projekt „Train the Blogger“ habe ich ja schon berichtet.

Ein Triathlon das ist ja bekanntlich schwimmen, Rad fahren und laufen. Also 3 Disziplinen, welche auch geübt bzw. noch besser trainiert werden sollten. Weniger als 4 Wochen vor dem großen Event am Wörthersee hier ein kleiner Zwischenbericht. Schön der Reihe nach.

Startplatz: diesen habe ich noch nicht fix. Nur eine Zusage. Gut möglich, dass ich also doch nicht am Start sein werde. Die Sportweisse von Stiegl müsste das noch bitte rechtzeitig richten. Diese Ungewissheit ist auch der Grund dafür, dass ich das spezifische Ironman Training etwas zu sehr vernachlässige. Brauche ich doch ein konkretes Ziel, um mein Training zu fokussieren. Einfach so auf gut Glück den Ironman vorzubereiten ist irgendwie nicht mein Ding. Weil aus spezifischen Trainingsplänen mögliche Optionen werden. Man könnte ja dies, man könnte ja aber auch das und letztendlich macht man dann ganz was anderes.

Schwimmen: Ich war heuer noch kein einziges Mal „open water“ schwimmen. 50 Meter beim Linztriathlon reichen wohl nicht aus. Diesen „Vorbereitungswettkampf“ habe ich ja zu Gunsten meiner Tätigkeit als Blogger geopfert. Trainingstechnisch schlecht. Dafür soll das Video ein Hammer werden. Den Trailer habe ich ja schon fertig geschnitten und hochgeladen. Die Langversion ist in Arbeit. Viel Arbeit. Mein Arbeit.

Ganz ohne Schwimmen geht es aber nicht. Die 3,8 km wollen ja überlebt werden. An die 1x im Hallenbad pro Woche ist sich schon ausgegangen. Statistisch gesehen im Durchschnitt. Mit Schwankunsbreiten. Das höchste der Gefühle waren einmal 2100m. Im Trainingslager Anfang April sogar 3000m. Je öfters ich schwimmen gehe, desto schneller werden die Zeiten. Was wiederum zeigt, dass Schwimmen Trainingssache ist, um das Gefühl für das Wasser zu bekommen. Gefühlsmäßig mache ich da viel zu wenig. Verglichen zu den letzten Jahren bin ich aber nicht wirklich faul. Eine Schwimmzeit zwischen 1:10 und 1:15 sollte, müsste, dürfte sich ausgehen. Wenn ich die letzten Wochen regelmäßiger das Wasser aufsuchen werde.

Rad: Hier sollte kein Grund zur Besorgnis herrschen. Sollte. Denn die Gefahr des Übertrainings lauert in dieser Disziplin bereits in meinen Oberschenkeln. Und im Kopf. Vielleicht habe ich hier mit Sicherheit zu viel gemacht. Die Tour de Kärnten mit 400 km in 6 Tagen (Video hier) am letzten Zahn wegen eines Darminfektes, bike4dreams mit 300 km nonstop von Wien nach Klagenfurt (Fotos hier) und Tags darauf die Rückfahrt mit dem Rennrad von Klagenfurt nach Linz sowie der Linztriathlon am Samstag mit weiteren 45 km knapp Vollgas  am Rennrad, sind hinter mir. Kommendes Wochenende steht ein Trainingslager mit und für quäldich.de im Mühlviertel am Programm. 3 x 130 km mit je knapp 2.000 Höhenmeter. Pause? Gerne. Aber wie? Ich hätte gerne eine Radzeit um die 5h15. Auch weil ich wieder mit meinem normalen Rennrad antreten werde – so wie 2013, als ich die 180 km am Unterlenker in 5h16 hingebogen habe – mit Regenerationsphasen im Formaufbau.

Laufen: Fast so stark vernachlässigt wie das Schwimmen. Seit dem Wien Marathon am 12. April kann ich mich nicht wirklich motivieren die Laufschuhe zu schnüren. Wenn ich dann noch zwischendurch einen Traillauf am Schneeberg mache, um dann 10 Tage kaum gehen zu können, dann ist die mir angeborene Dummheit wohl mächtig außer Kontrolle geraten. Ein bis zwei Longjoggs sollten bis 29.6. noch untergebracht werden. Nur wo? Ein Marathon um die 4h wäre ein Traum.

Wer bin ich? Diese Frage habe ich mir gestern gestellt. Und heute morgen. Mit Sicherheit werde ich mir diese Frage auch morgen stellen. Ich möchte beim Ironman an den Start gehen. Als Hobby Rennradfahrer, der ab und zu mal schwimmen geht (plantschen A.d.R.) und da und dort sich seine Laufschuhe schnappt, um sein Gewissen zu beruhigen. Ich werde auf alle Fälle – sofern das mit dem Startplatz klappt – nicht als Triathlet an den Start gehen können. Das habe ich nicht trainiert. Auch wenn ich eine Triathlonhose und ein Triathlon Oberteil tragen werde – nicht aus Überzeugung, sondern um in T1 und T2 ein paar Sekunden zu gewinnen. Nach dem Schwimmen eine Radhose anzuziehen ist ein Kunststück. Mit der Radhose zu schwimmen ein noch größeres. Laufen will ich dann sowieso nicht damit.

Stay tuned.
Cristian Gemmato aka @_ketterechts

PS: Ihr könnt mich gerne belehren. Und mir noch ein paar gute Tipps geben, wie ich am 29.6.2014 nicht sterben werde. Es winkt ja immerhin eine Kiste Sportweisse.

Tour den Kärnten – das 6 Tages Rennrad Etappenrennen für Jedermann. Ein Zwischenbericht.

Ossiach. 19. Mai 2014. Der Sommer steht endlich vor der Tür. Marcus Wadsak vermeldet für die kommenden Tage Temperaturen bis zu 30 Grad. Ob hier in Kärnten oder woanders. Egal. Hauptsache Sonne und kein Regen. Es ist also angerichtet. Nach der Einführungsetappe und dem Bergzeitfahren stehen noch 4 spannende und anstrengede Herausforderungen bei der 3. Tour de Kärnten auf dem Speiseplan. Und die haben es in sich. „Dach der Tour“, „Tal der Gesetzlosen“, „enge Gurk“. Da hat wohl ein Hollywood Dramatiker Regie geführt.

Als ich mich vor einigen Monaten entschlossen habe, bei der Tour de Kärnten teilzunehmen, war nicht davon auszugehen, dass ich diese „verloren“ habe, bevor sie eigentlich angefangen hat. Nicht dass ich Siegambitionen gehabt hätte. Nein, zu stark das Teilnehmerfeld. Allen voran der Vorjahressieger Emanuel Nösig vom Team Sporthütte. Unter Radmarathonis kein Unbekannter. Dazu noch jede Menge weiterer Kapazunder vom Bike Express. Geht es doch in 6 Tagen über 400 km und 6.500 Höhenmeter. Ich wollte einfach mitfahren und schauen, was geht. Bis jetzt ist nichts gegangen. Ein Magen-Darm Infekt hat mich in die Knie gezwungen. Gestern habe ich zum Auftakt 30 Minuten verloren. Kraftlos. Leer. Unmotiviert. Heulend. Heute beim Bergzeitfahren waren es die härtesten 10 km meines Lebens. Ich bin als vierletzter gestartet. Zwei haben mit gleich überholt. Die Dame zum Schluss dürfte aufgegeben haben. So hat mich ab km 3 von 9 der Rettungswagen des roten Kreuzes begleitet. Im Schritttempo. 8 – 10 km/h. Immer wieder mussten die Burschen ihren Wagen kurz abstellen und abkühlen. Für mich deprimierend. Mein Ego hat gelitten. Ich war eine erbärmliche Kette links. Das Leid hatte heute einen Namen. Meinen. Nahe an der Aufgabe war ich dann doch oben. Habe eine Ewigkeit bis auf die Kanzelhöhe auf der Gerlitzen gebraucht. Dafür war ich sehr schnell wieder unten. Was leider nicht zählt.

Ein Lächeln nur für die Kamera.

Normalerweise – Kinder aufgepasst  – darf man so leer wie ich es war und wie ich es noch immer bin, nie und nimmer auf ein Rennrad steigen. Hätte ich einen sportlichen Leiter – er hätte es mir verboten. Zum Glück habe ich keinen. So bin ich noch im Rennen. Auf einen der letzten Plätze. Mal sehen, ob und wie ich mich erhole. Eine Wurstsemmerl mit Käse parkt neben mir am Tisch. Ich warte auf den richtigen Moment, um sie zu verschlingen. Wenn alles drinnen bleibt ist das ein kleiner Schritt für die Menschheit, aber ein sehr großer Schritt für mich. Derzeit schaut es nicht danach aus, dass ich sie vertragen würde.

Auf alle Fälle kann ich die Tour de Kärnten jedem empfehlen, der in kleinem Rahmen und in sehr familiärer Atmosphäre an einem sehr schönen Plätzchen in Kärnten ein wenig Tour de France oder Giro Feeling erleben will. Was Veranstalter Bernd Neudert da auf die Beine gestellt hat, verdient Respekt und Anerkennung. Diesen Eindruck habe ich bereits an Tag 2 von 6.

Es ist die wunderschöne Kulisse rund um den Ossiacher See in der Region Villach. Dieser Rahmen ist Spektakel genug. Hier scheinen die Uhren sprichwörtlich etwas langsamer zu ticken. Hier gibt es noch den Supermarkt, wo dir der Preis der Wurstsemmel händisch auf die Verpackung geschrieben wird und wo die Waren noch mit orangem Preisetikett gekennzeichnet sind. Hier gibt es entlang des Sees jede Menge Campingplätze und keine noblen Seevillen oder monströse Hotellburgen. Hier gibt es sogar einen autofreien Tag auf der Straße rund um den See.

Tour de Kärnten, das ist Radsport auf höchstem Niveau – heute haben sich die Top 5 auf der Walze für das Bergzeitfahren aufgewärmt – und entspannter Urlaub. Die kurzen Etappen ermöglichen eine rasche Rückkehr zu den Liebsten. Sofern diese mitdürfen ;-). So bleibt Zeit für andere Aktivitäten. Kuscheln. Plantschen. Flanieren. Kinderprogramm. Tour de Kärnten ist das Erkunden interessanter Flecken. So sind wir gestern auf die Burgruine Landskron hinaufgefahren. Normalerweise ist hier für Räder kein Durchkommen. Verständlich. Hat die Straße bis zu 20% Steigung. Tour de Kärnten ist eine ausbaufähige Vision. Kein Vergleich zur Tour Transalp oder dem Peacbreak. Das wäre vermessen. Was hier an Marketingbudget fehlt wird mir viel Skilehrerschmäh und Herzblut wettgemacht.

Tour de Kärnten ist wohl für viele ambitionierte Rennradfahrer eine gute Standortbestimmung. Und es gibt was zu holen. Tagessieger werden gekürt. In verschiedenen Klassen. Und es gibt einen aktuellen Gesamtführenden bzw. eine Gesamtführende. Beide tragen das blaue Trikot. Bei den Damen ist es aktuell Kopietz Caroline vom Team BMW Radsport. Googelt die Dame einmal und staunt. Insgesamt € 3.000 an Preisgeld werden am Ende ausgeschüttet. Ich werde wohl leer ausgehen. Sogar das Finisher Trikot steht noch in den Sternen.

Ich schaue, wie ich die nächsten Tage (und ob ich die nächsten Tage) überstehe und werde dann nochmals berichten. Oder auch mehrmals.

Stay tuned.
Cristian Gemmato aka @_ketterechts

PS: Heute habe ich trotz allem nur eine Position verloren. Das ist doch gut, oder?

Train the Blogger – Zwischenbericht Woche T minus 6 1/2

Keine 9 1/2 Wochen. Nein. Das wäre zu schön. Auch weil Kim Basinger wohl etwas in die Jahre gekommen sein mag. Es sind 6 1/2 Wochen. Nur mehr 6 1/2 Wochen bis zum Ironman Austria in Klagenfurt. Die Idee dort zu starten entpuppt sich schön langsam als eine schlechte. Sehr schlechte. Warum? Das sagt mir mein Bauch-gefühl. Etwas stimmt nicht. Mit mir. In mir. Und rund um mich. Und das ist kein gutes Omen.

Ich habe schon gebloggt, dass ein Ironman kein Kindergeburtstag ist. Da sind wir uns einig. Zielstrebigkeit, Ausdauer, Konstanz, Zeitmanagement – unabdingbar in der Vorbereitung. Genau das fehlt mir derzeit. Nicht weil ich faul sei. Nein. Ich kriege schon meine Trainingstunden unter. Aber eben nur unter. Es geht sich links und rechts einfach nicht aus. Mit der Arbeit und allem rundherum. Da wird verschoben und flexibel interpretiert, was sich Trainingsplan nennt. Da wird reines Gewissen eingeschenkt, wo die Flasche längst schon leer ist. Da wird geschummelt und getrickst. Und es wird übertrieben.

Beispielsweise letzten Samstag. Der Schneebergflight. 31,5 km rund um den Schneeberg. 1.900 Höhenmeter. Knapp 4 1/2 Stunden unterwegs. In Summe ein super Erlebnis und eine sehr schöne Runde. Abgesehen vom Wetter am Gipfelgrat. Und abgesehen vom Muskelkater, den ich heute noch habe. 4 Tage später. Knapp 11 km bergablaufen. Ein suboptimales Training. Hätte ich das gewusst. Die Oberschenkel schmerzen. Ich kann kaum Treppen steigen. Aufstehen. Auto fahren. Laufen. Ja laufen geht derzeit überhaupt nicht. Die Beine und die Muskulatur machen oft Sachen, die ich nicht will. Ausfallsschritte zum Beispiel. Die verselbständigen sich einfach so. Es hat mich keiner davor gewarnt. Warum denn auch. Bin ja groß. Und hätte das schon wissen können.

Zum Glück geht das Radfahren noch. Vorgestern zum Beispiel. Knapp 50 km und ein paar hundert Höhenmeter. Zuerst gegen den Wind und gegen die Regenwolken. Und dann mit Wind und schnell weg von den Regenwolken. Alles Kette rechts. Full Speed. Leider nur 50 km. Dann hat mich ein Wolkenbruch voll erwischt. Am Samstag auch. Gestern habe ich gar nicht probiert. Sonne. Regen. Sonne. Regen. Regen. Regen. Du hast keine Chance gegen dieses April Wetter im Mai. Die nächsten Tage sind sowieso eine Katastrophe. Wenn man dem Wetterbericht glauben schenken darf.

Kein Laufen. Kein Radfahren. Schwimmen? Bitte erwähnt das Wort schwimmen nicht. Selten so wenig schwimmen gewesen wie heuer. Ich kriege es nicht hin. Aufstehen geht noch. Der Wecker läutet um 0515 Uhr. Dann gehe ich zur Morgentoilette und dann sagt mir eine innere Stimme, dass morgen noch ein Tag. Ein Tag in dem das Schwimmtraining sicher besser und effektiver sein wird. Also wird
es kurzerhand verschoben. Tag für Tag. Woche für Woche.

Ich brauche eure Hilfe. Ich brauche einen Arschtritt. Bitte danke. Sonst wird das nichts mit dem Ironman ohne zu leiden. Wenig zu leiden. Her mit ein paar Schwimmtrainingpläne – egal welche. Ok, keine 50 Meter Weltrekordpläne bitte. Aber so, dass ich in 60 Minuten 2,5 bis 3 km schwimmen kann. Es wäre mir sehr geholfen.

Ich verspreche dafür, dass ich wieder laufen werde. Sobald meine Oberschenkel wieder in meinem Besitz sind und meinen Hirnimpulsen folgen. Rad gefahren wird je nach Wetter. Spätestens aber ab Sonntag bei der Tour de Kärnten – eine Radrennen in 6 Etappen. Zumindest eine Disziplin, welche ich halbwegs bis zu viel trainiere.

Stay tuned.
Cristian Gemmato aka @_ketterechts

Offener Brief an die AutofahrerInnen in Österreich.

In anderen Ländern funktioniert das ganz gut.

Werte AutofahrerInnen,

ich weiß, dass sie es schwer haben. Vor allem in Österreich. Da muss man sich doch hier und dort mal ärgern und dem eigenen Frust und Groll ein Ventil geben. Schimpfen, hupen, fluchen, Gas geben. Das befreit. Immens. Hat fast schon therapeutische Wirkung. Schade, dass das nicht von der Krankenkasse unterstützt wird.

Die hohen Spritpreise sind es. Oder? Täglich schwankend und kurz vor Feiertagen und Urlaube besonders hoch. Diese bösen Mineralölfirmen. In einem Boot mit dem Staat. Der kassiert brav mit. Höhere Preise, höhere Umsatzsteuer. Von der Mineralölsteuer will ich hier aus Platzgründen gar nicht schreiben.

Oder ist es die erhöhte Nova? Schon auch. Plötzlich sind Autos viel teurer. Teurer im Vergleich zu anderen Ländern in Europa. Die Normverbrauchsabgabe. Eine Erfindung Österreichs, um Autofahrer zur Kasse zu bitten. Wie ärgerlich. Und dann noch CO2-Ausstoß abhängig. Will man protzen muss man jetzt mehr zahlen. Gemein. Da muss man sich doch hier und da mal ärgern und dem eigenen Frust und Groll ein Ventil geben. Schimpfen, hupen, fluchen, Gas geben. Das befreit.

Oder ist es doch der frustrierende Alltag. Die tägliche Arbeit. Der Chef. Die Kollegen. Das Essen in der Kantine. Das verregnete Wochenende. Die Niederlage des Lieblingsvereins. Der entgangene Lotto 6er. Der vergessene Geburtstag. Der verpasste Auftritt der Tochter beim Ballett oder des Sohnes bei der Schulaufführung. Die Warteschlange bei der Post. Das erneute Fettessen bei McDonalds. Die Schwiegermutter. Der gebrochene Nagel. Das ausgegangene Toilettenpapier. Der Buchsbaumzünsler. Der laute Nachbar. Das neue Auto des lauten Nachbar. Das neue Auto der Frau des lauten Nachbarn mit dem neuen Auto. Das neue Auto des Sohnes der Frau mit dem neuen Auto des lauten Nachbarn – auch mit dem neuen Auto. Die Steuerprüfung. Da muss man sich doch hier und da mal ärgern und dem eigenen Frust und Groll ein Ventil geben. Schimpfen, hupen, fluchen, Gas geben. Das befreit.

Liebe AutofahrerInnen. Ich kann das alles nachvollziehen und da und dort sogar Verständnis zeigen. Das eine oder andere trifft mich ja auch. Aber warum zum Teufel müsst ihr Autofahrer das an uns Rennradfahrer auslassen? Was können wir denn dafür? Echt jetzt! Schimpfen, hupen, fluchen, Gas geben, schneiden, abbremsen, nach außen drängeln, Mittelfinger zeigen, aussteigen, bedrohen, Recht haben, kaum einsichtig sein, den Starken spielen – von Alublech geschützt. Was können wir für eure Laune? Nichts. Gar nichts. Nichts im geringsten.

Wir haben das selbe Recht wie ihr auf der Straße zu fahren. Wir müssen nicht den meist desaströs gewarteten Radweg benutzen. Sofern es einen gibt. Auch wenn dieser parallel zur Straße verläuft. Wir können. Ja. Wir tun es auch. Wenn der Radweg für uns zumutbar ist. Oder wenn wir Schutz vor euch AutofahrerInnen suchen und brauchen – denn lieber ein Platten als ein Platz im Friedhof. Wir haben das Recht auf seitlichen Mindestabstand. Das schützt uns vor dem Fahrtwindwirbel, den ihr erzeugt, wenn ihr uns überholt. Meist zu schnell und zu knapp. Das schützt uns vor dem Sog, den ihr erzeugt, wenn ihr uns überholt. Je größer euer Auto und je höher die für das Überholen gefahrene Geschwindigkeit, desto größer ist dieser Sog. Ein seitlicher Abstand von 1,5 Meter schützt uns vor dem Seitenwind, der uns da und dort ungewollt in die Fahrbahn drückt. Wenn da einer von euch vorbeikommt, tut das weh.

Es gibt einen § 68 in der StVO. Und eine Begriffserläuterung dazu. Dieser Paragraph sollte uns schützen. Tut es aber nicht, denn kaum ein Autofahrer weiß, was da drinnen steht. Deshalb sind die 1,5 Meter seitlicher Abstand auch nur ein frommer Wunsch. Ein Blick in diese Paragraphen könnte unser Leben erleichtern. Danke im Voraus.

Wir dürfen sogar nebeneinander fahren. Ja. Wir dürfen. Doch dieses „Recht“ ist schwer gegen Alublech durchzusetzen. Da ziehen wir Rennradfahrer den kürzeren.

Also liebe AutofahrerInnen.
Nehmt das Leben etwas lockerer. Vor allem im Straßenverkehr. Und schaut darauf, dass wir heil und gesund wieder nach Hause kommen. Denn auch wir haben dort die selben Sorgen wie ihr. Wir sitzen also alle im selben Österreich.

Stay tuned
Cristian Gemmato aka @_ketterechts

Train the Blogger powered by Stiegl Sportweisse – der Monat Mai.

Die Zeit vergeht schneller als man denkt. Es sind nur mehr 8 Wochen bis zum Ironman Austria. Zeit das Training etwas anzuziehen. Danke auch bereits den kreativen Trainingsideen, die mir via Facebook und Twitter zu Augen gekommen sind. Vor allem die Schwimmeinheiten werde ich mir sehr gewissenhaft reinziehen. Das Schwimmen allgemein ist von allen Disziplinen mein Stiefkind. Es ist einfach fad Länge um Länge zu kraulen. Techniktraining hasse ich sowieso. Auf alle Fälle muss ich mein Pensum enorm steigern, will ich die 3,8 km lebend überstehen. Der Wörthersee samt Lendkanal müssen brodeln. Also bitte weitere Ideen, wie ich mein (Schwimm)Training kurzweiliger gestalten kann.

In Sachen Rennrad werde ich den Monat Mai dazu nutzen viele weitere Kilometer zu strampeln. Am Programm stehen am kommenden Wochenende die Befahrung der Großglockner Hochalpenstrasse. Von Bruck nach Heiligenblut und retour. Oder alternativ die Nockalmstrasse. Innerkrems, Eisentalhöhe, Glockenhütte, Ebene Reichenau und retour. 70 km und gute 3.000 Höhenmeter. Ich bin mir noch nicht sicher. Ich will ein paar gute Fotos von den Schneewänden machen, die sich da oben anscheinend noch meterhoch türmen. Die Nockalmstrasse wäre ein gutes Training für den ARBÖ Radmarathon in Bad Kleinkirchheim am 6. Juli 2014.  Die Großglockner Hochalpenstrasse als Training für die 6. quäldich.de Tauernrundfahrt vom 30. Juli bis 3. August 2014. 

Am Sonntag werde ich mich dem twitterlauftreff anschließen und den Schneebergflight absolvieren. Mit Laufschuhen. Gute 30 km bei 2.000 Höhenmetern. Mehr brauche ich eh nicht. Die Twitterkollegen @geordi2504, @SHaboeck, @Peterslaufblog und womöglich @GUracell werden mich wohl heimtragen (müssen). 

Highlight im Mai wird sicher die Tour de Kärnten sein. Vom 18. bis 23. Mai. 6 Etappen. 400 km. 6.700 Höhenmeter. Mit einem Einzelzeitfahren. Einen Bergzeitfahren. Und einige knackige Bergetappen. Mein allererstes Etappenrennen. Mit Betonung auf Rennen. Denn die Tour de Kärnten ist ein Etappenrennen. Mal sehen. Eigentlich bin ich als Blogger dort. Aber Rennfieber ist Rennfieber. Wer live dabei sein will, der braucht einfach nur den Hashtag #tdk14 auf Twitter oder Facebook aufrufen. Ich werde täglich bloggen. Über alles, was sich so im Rennen und rundherum tun wird. Selbstverständlich werde ich meinen Neo mit zum Ossiachersee mitnehmen. Ein paar after race Schwimmeinheiten müssen sich ausgehen. Und Morgenläufe sowieso ;-).

Noch ein Highlight im Mai ist die Nonstop-Fahrt von Wien nach Klagenfurt am 29. Mai. Mit bike4dreams radlen für einen guten Zweck. 300 km und 2.000 Höhenmeter. Meine bereits 3. Teilnahme. 2010 habe ich die selbe Strecke allein bewältigt. In 11 1/2 Stunden Gesamtzeit. Inklusive Eiernockerlmittagessen in Leoben. Auch von diesem Event werde ich unter #b4d14 berichten.

Am 30.5. versuche ich dann die selbe Strecke retour zu radeln. Allein. Außer es finden sich ein paar Mitstreiter. Das wäre der Hammer. In Sume also 600 km in 2 Tagen. Ein Kindergeburtstag.

Am 31.5. finde in Linz der traditionelle Linztriathlon statt. Keine Sorge ich werde nicht am Start sein. Dafür werde ich meinen Verein Trirun Linz – organisiert den Triathlon – als Helferlein zur Verfügung stehen. Einen Akademikerhelferjob habe ich gefordert. Mal sehen was meine Aufgabe sein wird. Etwas Bauchweh habe ich dabei schon. Denn mit Erdinger ist das falsche alkoholfreie Weissbier vor Ort. Mein Stiegl Sportweisse werde ich mir selber mitnehmen.

Stay tuned
Cristian Gemmato aka @_ketterechts

PS: Freue mich auf Feedback, solltet ihr der Meinung sein, dass mein Pensum im Mai etwas zu umfangreich sein sollte. Was es in meinen Augen auch ist.