Alle Artikel von @_ketterechts

Grossglockner Hochalpenstrasse – mit dem Rennrad von der Kaiser Franz Josefs Höhe hinunter nach Heiligenblut.

Wer sich hinauf schindet und plagt, darf bei der Abfahrt die Belohnung dafür genießen. Fast leere Straße hinunter von der Kaiser Franz Josefshöhe nach Heiligenblut. Kaum Gegenverkehr, weil die Großglockner Hochalpenstrasse gerade für den Verkehr freigegeben wur4de. Vorher war diese wegen der Grossglockner Bike Challenge für den Autoverkehr gesperrt. 17,5 km und 1.300 HM in knapp 5 Minuten. Gefilmt mit der Garmin VIRB XE.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts
#faceyourpassion

Mythos Glockner. Der Berglauf und die Bike-Challenge.

Mittendrin statt nur daheim. Die Ketterechts - der Rennradblog und Event Liveblogger
2x in 2 Tagen. Von Heiligenblut auf die Franz-Josefs-Höhe.

Was habe ich mir eigentlich gedacht, als ich mich sowohl für den Großlockner Berglauf, als auch für die Großglockner Bike Challenge angemeldet habe. Nichts. Sonst hätte ich es wohl nicht getan. Drei Nächte vor der Premiere dieses Duathlons steigt schon langsam die Nervosität und auch etwas Angst macht sich breit. Sehr breit. Ich scheiße mich echt an. Vor allem der Berglauf macht mir Sorgen. Große Sorgen. Wie soll ich denn knapp 13 km und 1500 HM laufend bewältigen? Mein letztes Lauftraining liegt Monate zurück. Ok, die gestrigen flachen 5,7 km mit 40 HM sind schon mal für die Beruhigung des Gewissens gut gewesen. Auch die gerade eben mit Mühe und Not heruntergespulten 8 km. Trotzdem. Berglauf ist was anderes. Am Start erwarte ich mir die Freaks aus dieser Welt. Die Chance ordentlich durchgereicht zu werden liegt bei 99,9%. Eigentlich müsste ich als Letzter starten. Damit ich niemanden aufhalte. Ich kenne die Strecke bis ca. zur Mitte. Das wird für mich kein Berglauf, sondern eher ein Bergkriechen. 1h und 13 Minuten brauchte am vergangenen Montag Markus „die Gämse“ Hohenwarter, um die Ö3 Challange gegen 5 von 10 Rennradfahrern für sich entscheiden zu können. Ich rechne deshalb einmal mit einer Zeit von über 2h. Minimum. Sofern ich so schnell krabbeln kann. Und nicht irgend einen Abgrund tief hinunterstürze, um dann von den Murmeltieren gefressen zu werden. Gletscherspalten gibt es zum Glück ja keine mehr in dieser Gegend. Die Pasterze hat sich schon weit gegen Salzburg zurückgezogen.

Die Bike Challenge bereitet mir deshalb große Sorgen, weil ich nicht unbedingt ausgeruht daran teilnehmen werde. Die Deutschlandrundfahrt steckt noch tief in meinem seitlichen linken Oberschenkel innen drinnen. Das hat auch der lockere Lauf gestern eindeutig faktisch aufgezeigt. An ein echtes Drücken ist noch kaum zu denken. Ob ich bis Samstag überhaupt aufs Rad steigen kann, steht auch noch in den Sternen. Bis dahin habe ich wenig Zeit. Und diese Zeit brauche ich, um die Beinmuskulatur behutsam in den Berglaufmodus umzuprogrammieren. Also werden es morgen und übermorgen weitere etwas längerere Läufe werden mit moderaten Steigungen. Langsam und gemächlich. Versteht sich von selbst. Lieber am Sonntag viel kaputt machen, als jetzt bereits ein wenig. Denn ein DNS ist keine Option. Oder doch?

Zeitprognose? Die besten drei der Ö3 Challange haben an die 73 Minuten gebraucht. Für eine etwas verlängerte Strecke. 17 km und knapp 1400 Höhenmeter. Ich rechne mit mindestens 1h30 Minuten.

Cristian Gemamto aka @_ketterechts
#faceyourpassion

PS: ein Jammer Blog. Aber es ist so. Ich scheiße mich echt an. Habe ich doch auch einen Ruf zu verlieren.

quaeldich Deutschlandrundfahrt. Tag 9. Die Schlussetappe.

Foto und Text von Ketterechts dem Rennradblog und Event-Liveblog.
Wir sind einfach Zugspitze.

Tag 9. Wir alle haben uns auf die letzte Etappe der Deutschlandrundfahrt 2015 gefreut. Bis kurz vor dem Start war die Welt noch in Ordnung. Dann mussten wir feststellen, dass uns während der Nacht 10 Räder aus dem versperrten Raddepot gestohlen worden sind. Die Dreckskerle sind über den Haupteingang des Hotels gekommen, haben die Kette und das Schloss zum Depot aufgebrochen und sich dann mit dem Besten vom Besten bedient. Raus sind diese A********** dann über die Haupttür, welche sich von innen leicht öffnen ließ. Dass wir fassungslos waren, brauche ich hier explizit wohl nicht erwähnen. Angepisst waren wir auch. Ziemlich sogar. Es tut mir leid für all jene, die es getroffen hat. Ich kann gut mitfühlen wie einem zumute ist. Die Gesichter haben Bände gesprochen. Ich hatte wohl großes Glück. Mein Rad habe ich am Abend noch im Raum gut versteckt gehabt. Zum Opfer fielen dann leider andere Schmuckstücke. Sehr schöne Schmuckstücke. Polizei war da. Die Kripo für die Spurensuche auch. Der Helm eines Teilnehmers wurde im Wald hinter dem Hotel gefunden. Dh. die Räder würden über die Botanik abtransportiert. Nicht über die Hauptstraße. Indiz dafür, dass der Coup geplant war und blitzschnell durchgeführt worden ist. Der Zeitplan für Fahrt nach Garmisch musste ob der Aufregung etwas flexibler ausgelegt werden. Manche der Radlosen verzichteten. Andere ließen sich Leihräder bringen und rollten den sechs Gruppen sehr spät hinterher.

Die letzte Etappe ist geprägt von der Devise nur 146 km und flach. Doch auch flach waren immerhin noch 1500 HM. Für alle. Die Gruppen starten so, dass man halbwegs gleichzeitig in Garmisch ankomnen wird. Eine offizielle gemeinsame Fahrt wurde seitens der Behörden nicht genehmigt. Also Gruppe 6, vor 5, vor 4, vor 3, vor 2 und vor 1. Mit ca. 30 Minuten Abstand.

Die Strecke trotz der Müdigkeit in den Beinen auch dieses Mal ein Traum. Entlang des Alpenvorlandes geht es recht gebirgig rauf und runter. Bei normalen Verhältnissen wäre es kaum hügelig zu empfinden gewesen. Kleine Kackwellen, wie der Samerberg mit einer rasanten Abfahrt  über Nußdorf hinunter ins Inntal. Nach der Überquerung des Inns ziehen wir Höhe Irschenberg weiter Richtung Garmisch. Mit ein paar bösen Stichen, die uns die letzten Reserven kosten. Drei davon hintereinander bevor wird verschwitzt den Tegernsee erreichen. In Rottach Egern dann die Mittagsverpflegung. Wir schließen auf Gruppe 5 und 3 auf. Kurz bevor wird wieder starten, ist auch schon Gruppe 1 da.

Nach der letzten Mittagsfressorgie ziehen wir den Achenpass von deutscher Seite hoch. Auf 900 und ein paar zerquentschen Metern Seehöhe sind wir oben. Die Abfahrt hinunter führt uns rechts Richtung Bad Tölz. Entlang der Isar, die hier einen recht großen künstlichen See formt. Zwischen Vorderriss und Wallgau fahren wir eine sehr schöne, wenn auch schmale Mautstraße entlang. Wir überholen Gruppe 4, welche sich in der Isar abkühlt und werden gleichzeitig von Gruppe, 3, 1 und dann auch wieder von 4 überrascht. Warum? Weil wir wieder einmal Defekt hatten.

Nur noch wenige Kilometer bis Garmisch. Wir schnappen uns die 4er und die 3er. Auf schmaler Straße. Dann rollen wir in Einserreihe die Hauptstraße Richtung Garmisch und Greinau, wo sich unser letztes Hotel und das Ende der Tour befinden. Geschafft. 9 Tage, 1.545 km und knapp 20.000 Höhenmeter. Von Flensburg nach Garmisch. Mit Ausnahme von zwei Ausfällen und einer Aufgabe schaffen alle diese Wahnsinnstour. 

Schnell noch einchecken, ein paar Bilder hochladen und dann in die Lobby. Wir wollen noch auf die Zugspitze. Abschlussparty. Es gibt in der Lobby, Paulaner Spezi, noch zwei oder drei Grissini und den Sud eines Minestrone. Ich bediene mich, weil der Hunger groß ist. Das ganze kostet mich dann beim Auschecken € 10,-. Na bravo. Nobel geht die Welt in Garmisch zugrunde.

Egal. Im Gänsemarsch wandern wir entlang des Badersees zur Zugspitzbahn am Bahnhof Greinau. Extra für uns fahrt die Bahn hinauf auf 2.600m Seehöhe zum Sonn Alpin. Ich bin fasziniert von der Technik dieser Bahn. Von 700m auf 2.600m mitten in den noch verbliebenen Gletscher. Die meiste Zeit im Tunnel. Der Bau ist nicht so lange her. Oben erwartet uns ein trostloses, aber doch beeindruckendes Spektakel an Schutt, Geröll und Schneeresten. Von einem Gletscher kann man hier wohl nicht mehr sprechen. Wir haben Glück mit dem Wetter. Die Aussicht ist noch sehr gut. Garmisch, der Eibsee, das Inntal, die Hohe Munde, der Patscherkofel, Ehrwald … Ich tanze zwischen Bayern und Tirol, zwischen Österreich und Deutschland hin und her. Auch einen Gipfelsieg lasse ich mir nicht nehmen. Mit der GoPro im Mund steige ich über einen für Touristen gebauten Klettersteig bis zum Gipfel der Zugspitze auf 2.962m hoch. Nicht ungefährlich. Es staut sich. Ich sehe Menschen mit Sandalen. Und ich sehe mich. Mit Sneakers. Die Felsen sind rutschig. Sehr rutschig. Ich würde links und rechts sehr steil bergab fallen. Berg Heil. Video. Fotos. Check. Mehr demnächst.

Jetzt ist einmal Party angesagt. Der Chef eröffnet das Buffet. Es gibt alles. Es gibt viel. Ich esse alles. Ich esse viel. Vor allem Süßes und Fleischiges. Und ich wandere mit der Kamera durch die Menge. Die Truppe sieht müde aus. Als aber gegen 2100 Uhr ein paar Tische verschwinden, braucht der DJ nur drei Titel und die Stimmung heizt sich an. Helene, die Fischer, gibt dann den Rest. Jetzt kennt man keine Zurückhaltung mehr. Dank Weizen, Bier und was auch immer, verwandeln sich viele der sonst so auf Etikette bedachten. Partytime. Meine Kamera hält natürlich vieles fest. „Gruppe 4 trinkt Bier“ wird zum Dauergröhler. Die Rapha „intim“ Burschen feiern ab wie d’Sau.

Um Punkt 24:00 ist der Spuk vorbei. Die Bahn bringt uns wieder ins Tal. Ausgestattet mit Fackeln wandern wir zurück ins Hotel. Es ist 0200 Uhr morgens. Ich gehe ins Bett. Um 0600 ist Tagwache. Der Zug wartet. Leider habe ich keine Chance mich von allen zu verabschieden. Ich hole es hier nach. Es war mit ein Volksfest. Super Typen. Super Charaktere. Herausragende Sportler. Chapeau für die erbrachte Leistung. Danke Jan fürs Mitnehmen. Danke Sascha für die Rücksicht als Zimmergenosse. Danke Volker für die Wiederbelebung nach meinem Hitzekollaps. Danke Sille fürs Mitnehmen im Besenwagen. Danke Gruppe 2 für den Windschatten. Danke Gruppe 1 für den Trainingsreiz. Danke Gruppe 4 für den Drehtag. Danke. Danke. Danke.

Und noch eins. Kritik an meiner Person, bitte auch an mich. Anonymes über sieben Ecken ist zwar auch Kritik aber sehr einseitig.

In Summe war es mit Abstand die schwerste quaeldich Tour, die ich bisher mitgefahren bin. Videos folgen. Wir sehen uns mit quaeldich bei der Tauernrundfahrt Anfang August.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts
#faceyourpassion

Foto und Bericht von Ketterechts dem Rennradblog und Event-Liveblogger

Foto und Bericht von Ketterechts dem Rennradblog und Event-Liveblogger

Foto und Bericht von Ketterechts dem Rennradblog und Event-Liveblogger

Foto und Bericht von Ketterechts dem Rennradblog und Event-Liveblogger

Foto und Bericht von Ketterechts dem Rennradblog und Event-Liveblogger

Foto und Bericht von Ketterechts dem Rennradblog und Event-Liveblogger

Foto und Bericht von Ketterechts dem Rennradblog und Event-Liveblogger

Foto und Bericht von Ketterechts dem Rennradblog und Event-Liveblogger

Foto und Bericht von Ketterechts dem Rennradblog und Event-Liveblogger

Foto und Bericht von Ketterechts dem Rennradblog und Event-Liveblogger

Foto und Bericht von Ketterechts dem Rennradblog und Event-Liveblogger

Foto und Bericht von Ketterechts dem Rennradblog und Event-Liveblogger

Foto und Bericht von Ketterechts dem Rennradblog und Event-Liveblogger

Foto und Bericht von Ketterechts dem Rennradblog und Event-Liveblogger

quaeldich Deutschlandrundfahrt 2015 – Tag 8.

Bericht und Fotos von Ketterechts, dem Rennradblog und Liveeventblogger
Etwas Badespass am Chiemsee kurz vor Ende der 8. Etappe

Die heutige Etappe beginnt mit einer Schrecksekunde. Eigentlich mit mehreren aufeinanderfolgenden Schreckskilometern. Wie immer schwinge ich mich auf mein Rad. Los gehts. Von Burghausen nach Aschau über die Rossfeldstrasse. Was eigentlich ein großer Umweg ist, aber die Tourplaner werden sich dabei schon was gedacht haben.

Es geht gleich bergab und beim nächsten Anstieg bewegt meine Di2 wieder einmal den Umwerfer nicht. Ein Déjà-vu. Ein „täglich grüßt“ das Murmeltier. Ein „was soll der Schaas“ jetzt schon wieder. Und ich sehe mich schon mit Kette rechts die Rossfeldstrasse hochfahren. Gleich will ich mein Handy zucken und bereits neue Knie bzw. neue Menisken online bestellen. Was für eine Kacke. Dann entsinne ich mich dem positiven Denken und einer Art Suggestion. „Es wird schon wieder.“ „Das kann doch nur ein Kontaktfehler sein.“ „Das viele tags zuvor aufgesaugte Wasser wird schon wieder trocknen“. „Alles ist gut.“ Bis zur ersten Getränkeverpflegung sind es „nur“ 40 km und die schaffe ich mit Kette rechts, mit links. Eine paar lange Kurbelumdrehungen später, kommt mir der Gedanke hoch, dass es vielleicht ein Steckkontaktfehler sein könnte. Sicher! Ich kann doch nicht schon wieder Pech haben. Eine Di2 habe ich ja schon umgebracht. Nachzulesen hier.

Ruhig Blut also bis zum nächsten Stop. Dann aber fummmle ich mit den Händen an der Junctionbox herum und entdeckte, dass das Kabel vom rechten Schalthebel nicht eingesteckt war. In diesem Moment fallen mir die Dolomiten vom Herzen. Während der Fahrt stecke ich das Kabel richtig rein und der Umwerfer schaltet wieder. Der Tag ist gerettet. Gott hat mich lieb.

Die 8. Etappe selber ist im Großen und Ganzen einfach zu erklären. 70 km flach bis zum Berg, dann der Berg, dann noch ein kleiner Berg, dann ein paar Kackwellen (übrigens mein Lieblingwort, welches die Bezeichnung Scheibenschupfer ab sofort ersetzten wird) und zum Schluss wieder flach bis ins Ziel. Den Berg selber bin ich mit einer Pinkelpause angegangen. Urin ist auch nur Ballast. Dann habe ich das Feld von hinten aufgerollt. Meine GoPro Hero4 vorne am Lenker (mit Garmin und K-Edge mouth), meine GoPro Hero3 am Sattel (mit K-Edge mouth) und meine Garmin Virb Elite in der Hand. Full HD taugliche Auffahrt in die Berge. Die ersten Kilometer sind sehr schweißtreibend. Die Sonne brennt vom Himmel und der Asphalt glüht. Ich kann konstant an die 250 treten und sammle den einen und anderen vor mir weggefahrenen ein. 150 HM vor dem höchsten Punkt bleibe ich stehen. Und warte geduldig auf die Nachkommenden. Mit Foto und Video werden die Leiden des heutigen Tages festgehalten. Erst als der Letzte vorbei ist, fasse ich wieder mein Rad und beende die Strecke hinauf. Die Abfahrt nach Berchtesgaden nutze ich auch, um ein paar gute Bilder zu sammeln. Ich warte bis alle weg sind und lass es dann krachen.

Mittagsverpflegung und eine zweite Tageshälfte mit Hoch und Tiefs, sowie teils aggressivem Autoverkehr runden den Tag ab. Nicht zu vergessen auch ein Badeausflug an den Chiemsee. Morgen ist der letzten Tag. Morgen erreichen wir Garmisch. Morgen feiern wir auf der Zugspitze. 

Dann ist die Tour zu Ende. Nicht ganz. Ich wollte ja noch ein paar Fragen beantworten, welche ich am Anfang der Tour auf Facebook gestellt habe.

Ganz eine andere Frage. Ich berichte bis Sonntag von der quaeldich.de Deutschlandrundfahrt. 9 Tage. 1.500 km. 20.000 HM. Welche Themen würden euch interessieren? #ketterechts #dlrf15
Posted by Ketterechts on Freitag, 3. Juli 2015

Was kostet der Spass im Ganzen mit Übernachtung:
Hier der Link. Startgebühr ist € 495,- Zusätzlich gibt es Übernachtungspakete zwischen € 700 im DZ (Basis Halbpension) und € 900 im EZ. In der Startebühr ist die Betreuung und die Verfplegung während der Etappen inkludiert.

Welche Anforderungen muss man haben: 
Auch hier gibt es seitens des Veranstalters Richtwerte. Siehe Link oben. Gefahren wird in 6 Leistungsgruppen. Niemand wird zurückgelassen. Die schnellsten sitzen ca. 5 – 6 Stunden pro Tag im Sattel. Die langsamsten sicher um die 10 Stunden. Täglich

Ernährung: 
quäldich Reisen sind Schlemmerreisen. Es gibt an jedem Etappenort HP. Ein reichhaltiges Frühstücksbuffet mit allem erdenklichen und am Abend auch Buffet. Ist einfacher, wenn 180 Personen gleichzeitig zum Essen kommen. Vegetarische Gerichte gibt es auch. Unterwegs wird auch für alles gesorgt. Vom Leberkäse bis zu Obst. Deftiges und leichtes. Leicht verdauliches und schwer im Magen liegendes. Ich selber schaufle sicher mehr rein, als ich verbrenne.

Zum Thema Hintern:
Der tut nach 3 – 4 Tagen ganz schon weh. Nicht der Hintern selber – der ist trainiert. Es sind die Harwurzeln, welche mich plagen. Vom ständigen Sitzen, werden diese beleidigt. Sie wachsen sich ein und entzünden sich. Hier gilt es die Länge der Haare beizubehalten und diese auch täglich zu pflegen. Bepanthen zum Beispiel. Oder eine super teure Honigcreme. Ein Mitbringsel aus dem Hanseatischen Hof in Lübeck.

Moral:
quaeldich ist eine Gemeinschaft. Jeder hat bei so einer Rundfahrt Hochs und Tiefs. Keiner wird zurückgelassen (hatten wir schon einmal). Viele kennen sich schon von anderen quaeldich Touren oder sind zu zweit, zu dritt oder als Paar da. Man redet viel. Vor-, nach und während der Etappen. Man motiviert sich. Und das tut allen gut.

Mentale Einstellung:
Ich fahre oft im Training allein Strecken von 200 km und mehr. Das härtet ab und macht die Phsyche stark. Wien – Linz ist so eine meiner Lieblingsstrecken. Wer so was allein durchsteht, der kann in der Gruppe weit mehr fahren.

Etappenplanung und Streckenverlauf:
alles Aufgabe von quaeldich. Bei dieser Tour haben wir natürlich geschaut, die Strecke zu bewältigen. Wer von Norden nach Süden muss hat es eilig. Pro Etappe war aber doch ein Highlight dabei. Und Highlights bedeuten bei quaeldich Berge (sofern es in der Region Berge gibt).

Regeneration:
es gibt in den Hotels Wellness und Massagen. Eine Vorbuchung ist von Vorteil. Der Rest obliegt einem selber. Ich habe schon sehr viele Black Rolls gesichtet.

Wattzahlen und Trittfrequenz:
Da ich heuer erstmals mit dem Garmin Vector fahre, sind diese Zahlen ja nicht geheim. Ich persönlich habe stehts eine niedrige Trittfrequenz, weil ich gerne (leider) harte Gänge fahre. Die Wattzahlen sind unterschiedlich. Abhängig davon, wie oft und wie lange jemand im Wind fährt, bzw. wie schnell er den Berg hinauf fährt. Das muss jeder für sich entscheiden. In Summe hatte ich immer einen Intensity Faktor von unter 8. Das ist Ausdauertraining. Der Training Suffer Score wird von Tag zu Tag höher (400+). Normale Ermüdung. Das heißt im Klartext, dass man von den jeweiligen Etappen nicht richtig regeneriert und von Tag zu Tag in einen Mangel an solcher gerät.

Hoffe damit geholfen zu haben.

Ich freue mich auf die morgige letzte Etappe und auf die Party auf der Zugspitzte.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts
#faceyourpassion

Bild und Text von ketterechts, dem Rennradblog und Liveeventblogger

Bild und Text von ketterechts, dem Rennradblog und Liveeventblogger

Bild und Text von ketterechts, dem Rennradblog und Liveeventblogger

Bild und Text von ketterechts, dem Rennradblog und Liveeventblogger

Bild und Text von ketterechts, dem Rennradblog und Liveeventblogger

Bild und Text von ketterechts, dem Rennradblog und Liveeventblogger

Bild und Text von ketterechts, dem Rennradblog und Liveeventblogger

Bild und Text von ketterechts, dem Rennradblog und Liveeventblogger

Bild und Text von ketterechts, dem Rennradblog und Liveeventblogger

Bild und Text von ketterechts, dem Rennradblog und Liveeventblogger

Bild und Text von ketterechts, dem Rennradblog und Liveeventblogger

Bild und Text von ketterechts, dem Rennradblog und Liveeventblogger

Bild und Text von ketterechts, dem Rennradblog und Liveeventblogger

Bild und Text von ketterechts, dem Rennradblog und Liveeventblogger

Bild und Text von ketterechts, dem Rennradblog und Liveeventblogger

Bild und Text von ketterechts, dem Rennradblog und Liveeventblogger

Bild und Text von ketterechts, dem Rennradblog und Liveeventblogger

Bild und Text von ketterechts, dem Rennradblog und Liveeventblogger

Bild und Text von ketterechts, dem Rennradblog und Liveeventblogger

Bild und Text von ketterechts, dem Rennradblog und Liveeventblogger

quaeldich Deutschlandrundfahrt 2015 – Tag 7

Bericht und Fotos von Ketterechts - dem Liveeventblogger
quaeldich Deutschlandrundfahrt – Tag 7

Jetzt sind wir knapp vor der Österreichischen Grenze. Im Hotelzimmer habe ich A1. LTE. Obwohl ich immer über den Mobil Krösus geschimpft habe – in diesem Moment bin ich froh dieses Netz zu haben. Wlan war in den Hotels bis dato etwas mühsam. Zumindest hier flutscht es und ich kann Mengen an Daten durch das Internet schießen.

Tag 7. Nur noch 2 Tage und wir sind in Garmisch. Die Beine sind stark. Der Wille ist schwach. Und mir gehen schon langsam die Themen aus. Gott hat sich am 7. Tag ausgeruht. Ich kann das nicht. Noch nicht. Aber über was und wen soll ich schreiben? Über das Scheißwetter, das wir heute hatten? Obwohl es wieder einmal gar nicht so schlecht hätte sein dürfen. Ich habe sämtliche Wetterberichte studiert. Alle waren sich einige. Starker Wind und Schauer, die sich über die Mittagszeit hin abschwächen sollten. Regenwahrscheinlichkeiten unter 50%. Maximal 1 l/m2. Schwerpunkt am Großen Arber. Und wie war es in Wirklichkeit? Die Fahrt über die Scheibenstraße nach Brennes zum Arbersee und die Arberseestraße hinauf zum Bretterschachten, dem höchsten Punkt der heutigen Etappe auf über 1.100m Seehöhe war trocken. Obwohl es nass hätte sein sollen. Den Rest der Etappe über Bodenmais, Regen (kein Witz), Lalling, Auerbach zur Mittagsverpflegung in Hengersberg durchnässt. Essen durften wir zumindest im Trockenen. Doch was danach kam, war der Weltuntergang.

Wir starten nach der Mittagsverpflegung Richtung Burghausen. Auf Höhe Donau Überquerung dann das, was wir gar nicht gebraucht haben. Ein Regenguss Marke Regenwald. Wind von links. Kaltes Wasser von oben. Warmes Wasser von unten. Und links Autos. In Fahrtrichtung und gegen diese. Der ganze Spuk dauert bis Pfarrkirchen. Gute 40 km. Schwimmflossen, Taucherbrille und Sauerstoffflaschen wären hier angebrachter gewesen als dünne 23mm Reifen. Apnoe.

Ab Pfarrkirchen ging das alles munter weiter. Zwar nicht mehr in dieser Stärke, aber immer wieder fällt uns Wasser auf den Kopf. Dazu gesellt sich eine Polizeieskorte, die uns zwingt uns sanft, gemäßigt und straßenverkehrsordnungskonform zu verhalten. Was uns nicht immer gelingt. Zuerst fahren wir rechts ran um zu pinkeln. Halten dabei eine entgegenkommende Frau mit Kind im Auto an. Das Kind lacht. Die Mutter zeigt uns den Vogel. Dann müssen wir wegen es Defekts wieder am Straßerand anhalten. 28 Mann dabei verkehrstechnisch sinnvoll unterzubringen ist keine leichte Aufgabe. Zu guter Letzt, verfahren wir uns. Wir verfehlen eine Abzweigung nach links und geben uns auf eine lange gut einsichtbare Abfahrt mit Kurven. Der Chef bemerkt den Fehler. Wir bleiben stehe. Doch der vorderste Mann – ein Insider, fährt weiter. Wir schreien uns die Stimmbänder wund. Doch im Geschwindigkeitsrausch ist es nicht einfach was zu hören. Einer unserer Männer fährt im nach. Auch die Polizei. Wir drehen und um warten brav. Beide kommen wieder die Auffahrt nach oben. Die Polizei auch. Als wir den zuerst verpassten Weg nach unten folgen, münden wir in die Straße, welche wir nicht hätten fahren dürfen.

Dürfen ist auch das Stichwort. Die Deutschlandrundfahrt musste einzeln in jedem Bundesland angemeldet werden. Auch die Routen. Diese wurden dann genehmigt. Um zu kontrollieren, ob wir dann auch diese Routen fahren, finden wir da und dort Polizei. Teils unterstützend wie in Thüringen, wo uns Kreuzungen abgesperrt worden sind. Teilweise, wie hier auch belehrend. Weil wir ja als geschlossener Verband unterwegs sind. Das sind Radfahrergruppen am 15 Personen. Als Verband ist man von der Benutzung eines Radweges befreit. Muss also nicht, wenn ein Radweg mit einem blauen Schild markiert ist und zumutbar ist, diesen befahren. Als Verband gilt man als mehrspuriges Fahrzeug und hat somit die selben Rechte und Pflichten. Unser Verband war heute eine 14 doppelköpfige Zweierreihe. Das ist ganz schön lang. Dementsprechend auch die Reaktion der Autofahrer. Folgt uns ein Polizeiauto, dann reihen diese sich ein und sind brav. Fehlt der Polizeischutz, dann sind wir Freiwild. Leider. Es wird unterschätzt, wie schnell wir sind und wie lange ein Überholmanöver dieser Art dauert.

184 km später sind wir noch rechtzeitig im Hotel angekommen, bevor ein weiterer Regenschauer sich über Burghausen ergießt. Jetzt buiness as usual. Zuerst Rad putzen und dann Duschen. Heute habe ich dann doch die Bremsgummis ausgetauscht. Auch wenn morgen, sonniges und sommerliches Wetter vorhergesagt wird. Aber ich traue keinem mehr.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts
#faceyourpassion

liveeventblogger Ketterechts

liveeventblogger Ketterechts

liveeventblogger Ketterechts

liveeventblogger Ketterechts

liveeventblogger Ketterechts

liveeventblogger ketterechts am Großen Arber

liveeventblogger Ketterechts am großen Arber

liveeventblogger Ketterechts am Arbersee

quaeldich Deutschlandrundfahrt 2015 – Tag 6.

live Event Blogger Ketterechts berichtet
Heute der erste „badass ride“

Tag 6. Bischofsgrün im Fichtelwald. Es ist kurz vor 0700 Uhr. Ein gewaltiger Regenschauer sucht uns im Hotel Kaiseralm heim. Es schüttet wie aus Kübeln. Panik bricht unter den Teilnehmern der Deutschlandrundfahrt aus. Jemand hat wohl am Abend zuvor seinen üppig voll beladenen Buffetkorb vulgo Teller nicht leer gegessen. Es passiert das schier unmögliche. Muss ich jetzt doch mit Regenhose und Regenhandschue bzw. Überschuhe und all dem Zeugs, welches ich nicht anziehen mag aufs Rad? Die Hoffnung stirbt zuletzt. Noch sind es ja über 90 Minuten bis zum Start der heutigen Etappe. Optimismus. Zwekoptimismus. Hoffnung. Gebet. Und siehe da. Es hört auf. Auch die Sonne blinzelt wieder durch. Kurzfristig ersetze ich die Regenjacke mit Ärmlingen und meiner Windveste. Von Sille hole ich mir noch einen Mudcatcher Model Coburg.

Wir starten Richtung Rimbach. Die Straßen halbwegs trocken. Nur in den schattigen Passagen spritzt mir Regenwasser auf die sauberen Radschuhe und Radsocken. Nach ca. 30, 35 km aber der nächste Schock. Regen. Und zwar Dauerregen. Das ist Wasser von Himmel. Ununterbrochenes Wasser vom Himmel. Gepaart mit dem Wasser von unten mein Untergang.

Es steht fest: Heute haben sich sämtliche Kachelmänner, Wetterfrösche, Wetterfeen, Wettergurus und Wetterahnen gewaltig in ihrer Prognose vergriffen. Aus einer kleinen Wolke ist eine große Wolkendecke geworden. Die Stimmung bei mir plötzlich am Tiefpunkt. Erinnerungen an die Schweizrundfahrt 2015 werden wach. Auch die Auffahrt zum Großglockner bei der Tauernrundfahrt 2015 erscheint in diesem Augenblick als nicht überwundenes Ereignis in meiner Psyche wieder auf. Mir wird kalt. Plötzlich. Ich friere. Ich fluche. Ich erfriere. Ich verfluche. Es fehlen noch über 120 km. Zum Regen gesellt sich der Wind. Leck mich am Arsch. Und da waren noch die Shimano Dura Ace Bremsen, dessen Gummis ich bereits beim SuperGiroDolomiti mächtig beansprucht habe und noch nicht gewechselt habe. Diese melden sich gerade zu Wort. Besser gesagt zu Alu. Das Alu der Fullcrum racing zero. Bremsleistung gegen null. Adrenalin gegen 100 von 100. Mein 360 Grad Rundumblick verheißt nichts Gutes. Es ist dunkel. Es ist Grau. Es ist regnerisch. Es ist grauslich. Es ist wie es ist. Und wir fahren dem Regen entgegen.

Ein paar Kilometer vor der Mittagsverpflegung hört es dann doch auf und wir erreichen Check Point Volker bei trockeneren Bedingungen. Ich will hier schnell meine Trinkflaschen füllen und merke, dass diese bereits gefüllt sind. Von mir selbst. Heute in der Früh. Vor dem Start. Auf 44 km gar nichts getrunken. Einfach vergessen. Der Regen von unten, von vorne und von der Seite haben Ersatz geleistet. Dann halt was essen. Der Chef ermutigt uns schneller loszufahren, damit wir nicht frösteln. Wir folgen seinem Rat und sitzen nach ca. 15 Minuten wieder im Sattel. Der Himmel hat bereits ein paar Lücken und die Sonne scheint zaghaft daraus.

Gruppe 2 hat es heute recht eilig und gibt ein höllisches Tempo vor. Die Abfahrten sind rasant, die Anstiege etwas zaghafter. Bein den wenigen verbleibenden Freigaben am Berg immer die selben Scharfschützen. Vorne weg und dann der Rest. Ich mittendrin statt nur daheim. Meine Kameras laufen mit. Heute mit der Garmin Virb Elite in der Hand. Also dreifach. Vorne, hinten und händisch. Die letzten zwei Profilzacken haben es in sich und verlangen das Letzte ab. Wer noch hat, der gibt. Wer nichts hat, vergibt. Die Chance auf Ruhm und Ehre.

Noch sind es wenige Kilometer bis Rimbach. Kurz vor unserem Hotel erwartet uns eine Menge an Menschen. Mit Blasmusikempfang und schreienden, mit Fahnen winkenden Kindern. Das gilt alles nicht, sondern Martin. Ein Teilnehmer aus der Gegend. Aber wir genießen die Stimmung und den Promistatus. Hoteleinfahrt und mit dem Fahrrad direkt zum Hotelschlauch. Zuerst die Maschine, dann der Mensch.

Morgen geht es über den großen Arber. 12 km und 500 HM. Eine klassische Ketterechts Challenge. In Summe der einzige Berg. Der Rest ist flach. Aber gegen den Wind. Und ob die Wetterfrösche morgen Recht haben werden, kann ich nicht sagen. Gute Nacht.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts
#faceyourpassion
 

live Event Blogger Ketterechts berichtet

live Event Blogger Ketterechts berichtet

live Event Blogger Ketterechts berichtet

live Event Blogger Ketterechts berichtet

live Event Blogger Ketterechts berichtet

live Event Blogger Ketterechts berichtet

live Event Blogger Ketterechts berichtet

live Event Blogger Ketterechts berichtet

quaeldich Deutschlandrundfahrt 2015 – Tag 5

Von Flensburg nach Garmisch in 9 Tagen, 1500 km und 20000 HM
Keine Gnade für die Wade. Endlich Halbzeit.

Halbzeit. Rein in die Kabine. Frisch machen. Trikots tauschen. Besprechung. Neue Taktik. Eventuell einen Tausch vornehmen. Die 5.  Etappe von 9 ist Geschichte. Es war die Königsetappe. 170 km und 3.200 HM laut Routenplaner. Letztendlich waren es ca. 2.800. Es war mir wie immer ein Volksfest.

Nach einer Nacht am WC ob des vielen Puddings im Hotel Panorama und einer gewissen Leere am Morgen nach mehreren Fehlversuchen, eine Mindestmenge an Frühstück bei mir zu behalten, starte ich heute mit Gruppe 2. Reine Vorsichtsmaßnahme. Besser langsam sterben, als schnell tot sein. Eine alte Weisheit. Von wem auch immer. Zunächst verschiebt sich unser Start um gefühlte Stunden. Es gibt Teilnehmer die zwangsversetzt werden müssen. Zum einen die „Rapha Gang“. Von Gruppe vier gleich rauf zu Gruppe 2. Zum anderen andere. Gruppe 6 und Gruppe 1 sind schon weg.

Es geht endlich los. Zuerst über den großen Beerberg und dann entlang des Rennsteigs bis nach Altenfeld. Eine Gegend, welche von Trailäufern beim jährlichen Rennsteig-Lauf heimgesucht wird. Hier erleben wir den Schmach. Wegen eines technischen Defekts vom Chef persönlich, werden wird von Gruppe 4 und 5 überholt. So dass wir die letzte Gruppe sind, welche sich auf dem Weg nach Bischofsgrün befindet. Der Defekt – der mechanische Shimano Schalthebel links rastet nicht mehr, so dass das Gang schalten unmöglich wird, kann nach einer Weile behoben werden. Dank eines Teilnehmers der Gruppe 2 und den herangeeilten Sergej.

Die Gegend hier ist ein ständiges auf und ab. Teils kurze Ansteige und lange Abfahrten. Immer in einer Seehöhe zwischen 600 und 800 Metern. Kurz vor der Wasserscheide zwischen Elbe und Rhein, ein weiteres Highlight des heutigen Tages. Eine ca 7 – 8 km lange Kiespassage. Rollen auf Splitt. Sogenannter Rollsplittt. Bergauf. Anfangs noch recht lustig, schleudern wir wenige Augenblicke später den auf den Boden platt gedrückten Kies dann in unsere Brems- und Schaltanlagen. Es zischt wie in alten Westernfilmen, als sich die Apachen und die Cowboys in den Rocky Mountains die Kugeln um die Ohren schießen. Auch die Reifen haben einiges auszuhalten. Ich fahre langsam trotz Freigabe. Ein Crossbike Feeling kann kaum aufkommen. Es überwiegt mehr die Sorge um das Material. Einem Teilnehmer kostet diese Passage den Mantel. Wir müssen wieder stehen bleiben. Ich nutze die Pause, um meinen Vittoria von Eindringligen zu befreien. Zentimeter für Zentimeter.

Mittagsverpflegung in Teuschnitz. Wir sind bereits in Bayern. Besser gesagt in Oberfranken. Leicht erkennbar am „r“ in der Aussprache der von hier stammenden. Mein Wortschatz erweitert sich. Vom sächsischen „Audooooo“ einem rollenden Zungenmassaker. Es gibt Leberkäse. Wir haben jetzt zwar bereits knapp 100 km hinter uns, jedoch noch 2.200 HM vor uns. Eine Tatsache, welche die Teilnehmer nicht unbedingt zu euphorischen Gesichtsausdrücken verleitet. Eher überwiegt die Ungewissheit, ob der heutige Tag jemals zu Ende gehen wird.

Auch weil nach nur 3 km wieder mit Defekt an der Straßenseite stehen und Gruppe 4 vorbeiziehen lassen müssen. Diesmal tauschen wir wieder Mantel und Schlauch. In diesen 15 Minuten verlieren wir pro Mann und Nase in etwa 5 Liter Schweiß unter der prallen Sonne. Einfach nur geil.

Ab jetzt zählt jeder gefahrene Höhenmeter. Doch wir sind kaum über 1.500 von 3.200. Dass es nur 2.800 sein werden, wissen wir ja zu diesem Zeitpunkt nicht. Die Straße schlendert sich so dahin. Immer ein paar Höhenmeter rauf und dann wieder runter. Kleinvieh macht zwar auch Mist, aber viel zu wenig. Wo sind denn die fehlenden Höhenmeter. Rampen verderben die Moral. Es sind die Berge, welche wir brauche und suchen.

Kurz vor der letzten Getränkestation nehmen wir den höchsten Berg des Frankenwaldes in Angriff. 100 HM am Döbraberg. Diese Stichstraße macht das Kraut auch nicht fett. Was bleibt sind der große Waldstein und der Schneeberg. Na dann. Ziehen wir diese Optionen. Der großen Waldstein ist jetzt nicht der Burner, aber er entfacht sogar in Gruppe 2 so etwas wie Jagdinstinkt. Man zerfetzt und zerfleischt sich auf bis zu 10% Steigung. Meine GoPro und Garmin Virb XE sind Dauereinsatz. Oben stoppt uns und eine rote Ampel. Der Wald ein paar hundert Meter weiter ist für Filmaufnahmen gesperrt. Auch eine Straßenfahrbahn. Wir nutzen die Gelegenheit, um Getränke zu fassen. Sasha der Dextro Man ist an Ort und Stelle.

Kurze Abfahrt und Bischofsgrün wäre in Reichweite. Vom Schneebergsattel keine 1,5 km. Doch wir nehmen den 3,5 km langen Anstieg zum Schneeberg, die höchste Ergebung im Fichtelgebierge. Ca 250 HM auf einer mit Rollsplitt halbwegs fahrbaren Straße. Es gibt wieder das klassische Schwanzmessen. Vorne weg die Rapha Boys gefolgt vom Rest. Ich bleibe stehen, tausche Akku bei meiner GoPro und mache mich dann auf, den Rest zu verfolgen. Schnell habe ich ein paar, dann noch einige und zum Schluss noch die in Reichweite. Ein gutes Training. Ich kann es doch.

Oben noch ein paar Fotos und dann ab ins Hotel, welches sich direkt an der Straße befindet. Die Koffer sind noch nicht da. Unser Gepäcks LKW hatte einen Panne. Also Rad putzen und warten. Business as usual.

Während ich diese Zeilen schreibe prasselt leichter Regen von Himmel. Hoffentlich eine willkommene Abkühlung. Gute Nacht. Morgen Tag 6. Es geht nach Rimbach. Keine Ahnung wo das liegt. 165 km und knapp 2500 HM.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts
#faceyourpassion