quaeldich Deutschlandrundfahrt 2015 – Tag 1

von Flensburg nach Garmisch in 9 Tage und 1.500 km
Mediale Aufmerksamkeit für die quäldich Rennradreise

Flensburg. Heute Morgen. Lokale Medien sind auf das Spektakel der 7. quäldich Deutschlandrundfahrt aufmerksam geworden. Fotografen und Reporter umzingeln die Meute. Jan gibt als Chef ein Interview und auch Riccarda wird gefragt, wie verrückt muss man sein, Deutschland vom Norden in den Süden zu durchqueren. Bei angesagter Hitzewelle.

Damit die Tour auch einhält, was sie verspricht, sind wir heute unter Polizeischutz von Flensburg kurz über die dänische Grenze gefahren, um dann wieder hinzureisen. Ein großes Trara mit 180 Radfahrern. Wichtig zu sein, macht schon Spass. Später dann gab es die effektive Gruppeneinteilung. Von Gruppe eins bis sechs wurde in drei Minuten Intervallen gestartet. Ziel war Lübeck. 202 km weit entfernt von Flensburg.

Der Wettergott ist vorerst mit uns gnädig. Schickt sogar ein paar Regentropfen. Der Himmel ist bewölkt. Die große Hitze lässt auf sich warten. Gut so. Es geht zuerst recht zügig dahin. Teils monoton. Backsteinhäuser links. Backsteinhäuser rechts. Bäume links. Bäume rechts. Wiesen links. Wiesen rechts. Und alles eben. Relativ eben. Am Ende der 202 km waren immerhin 1000 HM am Garmin. Erstes Highlight des Tages ist die Überquerung der Schlei auf der Lindaunisbrücke. Eine enge Hebebrücke stellt sich uns in den Weg. Eigentlich den Gruppen drei, vier und fünf. Wegen eines technischen Defektes müssen sie warten und der gesamte Tagesplan aller Helfer wird ad absurdum geführt. Verpflegungzeiten inklusive. Zweites Highlight die Überquerung des Ostsee

Knapp vor Eckernförde ändert der Wettergott seine Meinung. Die Wolken verziehen sich und die Sonne Norddeutschlands sticht uns (mir) auf das Köpfchen. Kapitän Jan von quaeldich lenkt uns durch die Innenstadt. Es ist seine Geburtsstadt. Applaus. Wir haben knapp 88 km hinter uns. Dann die Fähre bei Sehestedt. Wir müssen eine Wasserstraße überqueren. Jene, welche die Ostsee mit der Nordsee verbindet. Mein Garmin läuft weiter. Das senkt den Schnitt.Bei km 118 wartet das Mittag essen. Es geht monoton weiter. Die Backsteinhäuser. Die Wiesen. Die Bäume. Die Alleen. Wo sind die Berge. Jene Berge, die ich nicht mag. Sie fehlen mir jetzt. Ich muss noch ganze 3 Tage warten. Ich freue mich jetzt schon sie zu verfluchen.

Essen es ist reichich. Es ist gut. Milchreis. Kuchen. Obst. Und geschmolzene Twix, Mars und Lions. Im Hintergrund ertönen Pavarotti und Friends. Simon Le Bon himself singt mit dem italienischen Tenor Ordinary World. Ich singe mit. Dank Playback im Hintergrund klingt das ganz vernünftig. Für mich zumindest. Der Rest ist nicht wirklich begeistert. Ich werde geduldet. Ich hau mir wieder die Wampe voll. Trotz Vorsätze. quäldich Rennradreisen sind Schlemmer- und keine Diätreisen. Nein sagen ist schwer.

Weiter gehts. 15 Höhenmeter rauf. 20 Höhenmeter runter. 15 Höhenmeter rauf. 20 Höhenmeter runder. Und so weiter. Und so fort. Die meiste Zeit zeigt mir Garmin an, dass wir uns unter dem Meeresspiegel befinden. Deshalb sind meine Ohren auch zu. Und das auftauchen, vulgo 15 Höhenmeter und mehr aufsteigen muss langsam erfolgen. Damit keine Luft ins Blut kommt und die Dekompressionskammer ruft.

Mittlerweile haben wir einen guten Rückenwind. Die Geschwindigkeit ist dementsprechend höher. Wir sind knapp 6 Stunden Fahrzeit unterwegs und es fehlen noch ca 12 km bis zum Hotel in Lübeck. Wir verfahren uns, müssen ein paar Hundert Meter gegen den Wind auf die richtige Route zurück und landen mit einem Schnitt von über 30 km/h an unser Etappenziel.

Das Gepäck ist schon da. In Gitterboxen. Nach Gruppen unterteilt. Wer sein Gepäck heute morgen ordentlich und pünktlich in die Gitterbox gehoben hat, der findet es jetzt 202 km später hier wieder. Ich schnappe mir meines, gehe ins Zimmer und fange an auszuwerten, was ich im Laufe des Tages so alles aufgenommen habe. Es ist viel. Sehr viel. Dank lahmen Internets kann man noch nichts davon sehen. Die Spannung bleibt also aufrecht. Gerne könnte ihr später mal vorbeischauen. Morgen. Vielleicht ist in Wolsburg High Speed Internet wirklich High Speed.

Wir lesen uns.
Cristian Gemmato aka @_ketterechts

PS: Seit heute habe ich meinen Punkt in Flensburg. Einen Standpunkt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.