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ICEdot. Der Crash Sensor.

Bereits vor dem heurigen Winter habe ich David Kördel von ICEdot. in Zürs bei der Snow&Safety Conference kennengelernt. David ist in Europa verantwortlich für den Vertreib und den Launch von ICEdot. Einen Crash Sensor, welcher beim Skifahren und beim Radfahren (Rennrad und MTB) bei einem Unfall Erste Hilfe leisten kann.

Eigentlich wollte ich schon viel früher über diese geniale Idee bloggen. Eigentlich. Ich hole es jetzt nach. Mit Bezug auf das Radfahren – Rennrad und Mountainbike. Dass der Crash Sensor auch beim Freeriden superüberdrüber nützlich sein kann, lassen wir hier mal weg. Ich habe es erwähnt und sie wissen das jetzt. Für den nächsten Winter. Oder für die noch ausstehenden Firntouren in den Bergen.

Was kann ICEdot? Ich habe einen Crash Sensor zum Testen bekommen. Und mich ein wenig mit der Technik und den Funktionen beschäftigt. Gut beschrieben wird die Technik in diesem YouTube Video. In einem anderen Video wird gut dargestellt, wie ICEdot im Ernstfall funktioniert.

Geliefert wird ICEdot als Sensor, Armband und diversem Zubehör (USB Ladekabel, Helmclip). Der erste Schritt ist die Registrierung. Man legt sich ein Profil an. Ein Notfallprofil mit den wichtigsten Daten über sich selbst, wer man ist, medizinische Informationen (Allergien, Medikamentenbedarf) und wie die eigenen Notfallkontakte erreichbar sind (man kann bis zu 10 Notfallkontakte angeben). Bei der Registrierung legt man das eigene Profil mit einem PIN Code an. Dieser PIN Code ist bei jedem ICEdot Produkt dabei. Als Armband. Man kann auch mehrere PINs einem ICEdot Profil zuordnen.

Ist man dann mal unterwegs kann man mittels Armband oder Kleber am Helm den Erstversorgern wichtige Informationen zugänglich machen. Kleber werden mitgeliefert oder können nachbestellt werden. Im Notfall können Erstversorger diese PIN an die am Kleber und Armband aufgedruckte Nummer per SMS senden und bekommen so lebensrettende Informationen.

Aber das ist noch nicht alles. Der Crash Sensor bietet noch weitergehenden Schutz, er kann automatisch deine Notfallkontakte mit deiner GPS Position alarmieren, wenn du einen traumatischen Aufprall erlitten hast. Wenn also der Helm einen bestimmten Schlag bekommen hat und innerhalb einer bestimmten Zeit keine weitere Bewegung registriert.

Ich denke, dass dieses Produkt sehr zur Sicherheit beitragen kann. Vor allem für jene, die sehr viel allein unterwegs sind. Wenn …
Ja, wenn. Vielleicht sollte ich noch anmerken, dass derartige Systeme wie Notfallarmbänder beim Roten Kreuz beispielsweise noch nicht wirklich akzeptiert sind. Möglich, dass dies das falsche Wort ist. Es bedarf wohl einer Schulung aller Ersthelfer, dass diese auch einen ICEdot (oder andere Produkte) erkennen und sich darüber medizinische Informationen holen. Gut dargestellt im bereits oben genannten Video.

Über das Thema Datenschutz kann und will ich hier auch nicht diskutieren. Ich müsste mit dem Hersteller reden, wie die Daten geschützt sind. Der Missbrauch des PIN Codes könnte ein Thema sein. Aber vielleicht mache ich mir da zu viele Gedanken. Die NSA weiß ja eh schon alles.

Fakt ist, dass ICEdot helfen kann. Und zwar rasch. Das ist ein superüberdrüber Pluspunkt.
Auf alle Fälle werde ich ICEdot immer dabei haben und hoffen, dass ich es nie brauchen werden.

Aktualisierung: ICEdot hat auch eine Tracking-Funktion. So lange Nutzer mit der ICEdot App fahren (also die App muss aktiv sein), können jetzt die Emergency Contacts, die Position sowie die Route via SMS getracked werden. Natürlich muss der Nutzer dies bei der Registrierung erlaubt haben. 

Wenn man eine SMS mit „track DEINCODE“ an die ICEdot Nummer schickt bekommt man dann einen Link mit dieser Info. Andere wissen wo man gerade unterwegs war bzw. wo man zuletzt getracked wurde. Eine praktische Funktion, die das Fahren noch sicherer macht und nervöse Partner und Freunde beruhigen kann. Die letzte Position mit Data Connection wird immer gespeichert, dh Rettungskräfte können da auch einen besseren Startpunkt bei der Suche haben. wenn man in einem Gebiet unterwegs sein sollte, das sich „in and out of data connection“ befindet.

Gut ist auch dass man für diese Funktion natürlich keinen Crash Sensor braucht. So lange das Handy dabei ist und die Session in der App mitläuft, kann man via SMS getrackt werden.

Ich sehe jetzt schon welche fürchten, aufzufliegen, wenn man statt am Rad im Gasthaus sitzt.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts


Hellokittylauftreff meets Ketterechts beim Linztrail.

Auf Einladung von @GUracell habe ich mich heute mit den bis dato nur virtuell bekannten Twitteristi vom #hellokittylauftreff auf ein getraile rund um Linz getroffen.

Mit von der Partie: @peterlaufsblog, @sHaboeck, @Geordi2504, eben @GUracell und #anitaohnetwitter, #erichohnetwitter und #schurliohnetwitter. Es war mir eine Ehre mit diesen Bergziegen 35 km und 1.180 Höhenmetern zu leiden. Und zwar stark zu leiden. Denn die Erkenntnis des heutigen Tages: Aus mir wird kein Bergläufer mehr. Nie mehr. Und damit es klar ist: Ich war auch noch nie einer. Überhaupt keiner. Wohl eher ein bergauf Spazierengeher.

Die Strecke des heutigen Linztrials: Linz Parkpad, Schlossberg, Freinberg, Franz-Josefs-Warte, Kürnbergwald, Prinzensteig, Ottensheim, Bleicherbachtal und über Diesenleithenbachweg zurück nach Linz. Prädikat: Trailig! Echt Trailig. Was so viel heißt wie auf und ab. Gatschig, trocken, steinig, wurzelig. Ein paar Passagen kannte ich. Andere nicht. Der Prinzensteig sehr interessant und landschaftlich ein Hingucker. Das Bleicherbachtal idyllisch, fast schon romantisch. Die Steigung auf die Gis steil und mit 12 km gespickt mit 600 Höhenmetern. Die Bergabpassage über den Diesenleithenbachweg holte mir dann noch die letzten Sauerstoffreste aus den Oberschenkeln. Man hatte mir keine Gegenanstiege versprochen. Eine glatte Lüge. Ich musste zur Zicke mutieren. Zum Teil waren wir auf der Originalstrecke des Linzer Bergmarathons unterwegs, der mit 54 km und 1.700 Höhenmetern starkt bestückt ist.

Für mich ein gutes Training für die Psyche. Ein schlechtes für den Vienna City Marathon. Weil möglicherweise habe ich jetzt 6 Tage Muskelkater. Herr Steffny wird es mir wohl nicht verzeihen. Aber der Spass steht im Vordergrund. Und Spass hat es gemacht, auch wenn ich ab km 12 eigentlich nicht mehr wollte. Der Ofen in der Fähre von Wilhering nach Ottensheim war einfach zu kuschelig. Dort hätte ich gerne den ganzen Sonntag verbraucht.

Summa summarum bin ich froh, den inneren Schweinehund besiegt zu haben und statt allein 32 km durch irgendwo zu krebsen mit diesen ehrgeizigen Bergziegen an meine läuferischen Grenzen gestoßen zu sein. Allen ein großes Kompliment und danke für’s Zusammenwarten. Comrades wird ein Spaziergang.

Es war nicht ungefährlich. Denn der Sturm heute hätte uns auch treffen können.

Hier ein paar Bilder.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts.

Sidi WIRE Carbon Vernice – Erste Tretversuche.

Ich habe es getan. Meine geliebten Northwave Aerlite S.B.S. aus dem Jahr 2010 haben nun endlich ausgedient. Das war schon länger fällig. Auch wenn sie vielleicht noch das eine oder andere Jahr gehalten hätten. Irgendwie sind und waren sie unkaputtbar. Zumindest die Carbonsohle. Die Ratsche habe ich ja ein paar Mal ausgetauscht. Die Klettverschlüsse vedienten schon lange nicht mehr ihren Namen.

Ich habe mich lange umgesehen und studiert. Welcher Radschuh wohl zu mir passen würde. Eigentlich habe ich mit einem neuen Northwave spekuliert. Doch das Topmodel Extreme Tech Plus hat mich optisch einfach nicht überzeugt. Das Model Galaxy wäre der alte Schuh nur in grün gewesen. Aufgewärmtes Gulasch, so pflegte meine Mutter immer zu sagen, schmecke einfach nicht. Ich suchte auch bei anderen Müttern nach feschen Töchtern. Bei Gaerne und Mavic, wäre ich fast fündig geworden. Vor allem die gelbe Mavic Rakete hätte es mir angetan. Bis ich auf den Preis geschaut habe. Knapp € 400 für einen Radschuh? Bin ich ein Geldscheißer? Nein.

Ich wartete. Und wartete. Und dann kam ich zufällig zu Radsport Grassinger um meiner Princess of Pain den verdienten Frühjahrscheck zu spendieren. Es war Liebe auf den ersten Blick. Der Sidi WIRE Carbon Vernice (bianco/rosso) in Große 44 fiel mir sofort ins Auge und ins Budget. Minus 30% weil Modell 2014 Musterabverkauf. Zuschlagen. What else. Was ich auch getan habe. Statt € 378 habe ich € 266 ausgegeben. Ein Schnäppchen. Glück muss man haben. Und man muss das Glücksvogerl einfach einfangen, wenn es bei einem vorbeifliegt.

Glücklich über meinen Kauf habe ich heute gleich zum ersten Ausflug angesetzt. Nachdem ich mit den Schuhen von gestern auf heute fast geschlafen habe (fast!) und die Keo Platten halbwegs nach Gefühl montiert habe, ging es auf die erste Ausfahrt. Ohne Überschuhe. Vorerst. Posing versteht sich von selbst.

Der Sidi WIRE ist ein sehr feiner Schuh. Ich habe die ganze Zeit keine Druckstelle gefühlt. Auch wenn ich Sorge hatte, dass die Zunge im Rist etwas weh tun könnte, dann diese ist noch sehr neu und hart. Der Schuh macht einen sehr sehr schlanken Fuß. Ganz im Gegenteil zum Northwave, der eher an eine Marroni Pfanne erinnerte. Das Schließsystem ist nach ein paar Übungsstunden leicht durchschaut und um Welten besser als die Klettverschlüsse und die Ratsche – die sowieso immer am Limit war. Durch das neue Tecno 3 Verschlusssystem schmiegt sich der Schuh über den Rist sehr sanft und druckfrei an den Fuß an. 

Super auch die Möglichkeit, die Ferse hinten individuell zu justieren. Enger oder weiter. Auch die Sohle, kann justiert werden. Will man mehr „Wind“ oder weniger Zugluft. 

Fazit: Man braucht sicher einen sehr schmalen grazilen Fuß um perfekt von einem Sidi ummantelt zu werden. Zum Glück habe ich diesen. Optisch ist der Schuh (noch) ein Hingucker. Man wird sehen, wie sich die Materialien mit der Zeit verändern und verfärben. Technisch gesehen ist der Sidi WIRE Carbon Vernice ein High Tech Gerät. Perfekt, weil sämtliche filigranen Teile als Ersatzteile verfügbar sind.

Und der Sidi hat eine italienische Flagge auf der Ferse. Das macht den Schuh besonders zum Poser Schuh.

Weitere Berichte, sobald sich was tut.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts.

Ketterechts goes Bikefashion.

Endlich. Sie ist da. Meine eigene Ketterechts Kollektion. Lange habe ich getüftelt. Qualität. Design. Produktion. Unzählige Hersteller habe ich darum gebeten, mir so meine Kollektion auf die Beine zu stellen. Ich habe bereits davon berichtet.

Letztendlich habe ich mich für einen mir bekannten Hersteller entschlossen. Dieser hat schon die Trikots und Hosen des vc sonntagsfahrer leonding produziert. Die Qualität hat gepasst. Sowohl Sitzkomfort bei den Hosen, als auch der Schnitt beim Trikot. Unzählige Waschvorgänge haben den Farben auchg nicht viel antun können. Warum also wechseln? Danke an dieser Stelle an Mario K. welche für mich als Mittelsmann fungiert.

Das Design habe ich etwas im „Retro-Vintage“ Look gehalten. Ein breiter Streifen auf der Brust und am Rücken. Die Hose ist etwas frecher und dynamischer. Der Italo-Bund? Für mich ein must have.

Ich biete die Kollektion jetzt zum Selbstkostenpreis an. Die Preise sind echt sensationell und exklusiv Versand. Bestellungen gerne an mich. cristian.gemmato@gmail.com. Es gibt:

_Trägerhose kurz mit guten Sitzpolster € 42,-
_Trikot kurz sportiv geschnitten € 36,-
_Trikot kurz Sommer mit Netz am Rücken € 42,-
_Trikot langarm für Winter und Zwischendurch € 42,-
_Gilet/Windstopper mit Netz € 55,m-
_Gilet/Wintstopper etwas dicker € 55,-

Zu den Größen vielelcht noch. Hose ist eher klein geschnitten. Ich bin 1,83 und kann eine S vertragen (M im Winter mit einer langen Leggins darunter). Bei den Trikots trage ich M. (Gilet und Langarm inklusive). Ist aber knapp kurz.

Freu mich, wenn jemand mit Ketterechts Retro-Vintage Style herumfährt.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts

PS: Italo Bund ist kein Muss. Kann auch neutral oder nach Wunsch hergestellt werden. 

Wintertraining. Kraftausdauer.

Was machen Rennradfahrer oder Triathleten im Winter? Richtig. Trainieren. Was trainieren Rennradfahrer und Triathleten im Winter? Richtig. Rennrad fahren und Triathlon. Aber wenn das nicht möglich ist, weil sie jobmäßig mit Skifahren beschäftigt sind? Richtig. Dann nutzen sie die Möglichkeiten, welche dieser Sport bietet voll aus. So wie ich. Da ich bei einem Projekt für die Kärntnen Werbung Skigebiete besuche, ist an ein geregeltes Training kaum zu denken. Auch weil Einheiten wie Intervalle und Longjogs im Hochgebirge ihre Tücken haben. Gut, dass es da und dort in den Hotels Laufbänder und Fitnessräume gibt. Gut, dass die Berge auch andere Möglichkeiten haben. Kraftausdauer durch extensives Carving und Freeriden. Dh. austeigen um abzufahren. Mit Zusatzgewicht. Denn ein paar Ski und Skischuhe wiegen recht schon. Ich habe es probiert. Ob sich das auf meine Form auswirkt, werden wir sehen.

Viel Spass bei meinem Video über einen der vielzähligen Aufstiege in Kärntens Berge.

Stay tuned. Cristian Gemmato aka @_ketterechts.

Eiskunstlauf ist nicht Bestandteil des Steffny Marathonplans.

Ice, Ice, Baby.

Was bin ich denn für eine Zicke. Echt jetzt. Verwöhnt bis zum geht nicht mehr. Nach einem milden Winter. Mit frühlingshaften Temperaturen bis fast Ende Jänner. Perfektere Laufbedingungen kann man in diesen Breitengraden im Hochwinter kaum haben. Doch ich verbrachte diese Zeit lieber beim Bahnfahren. Das Laufen habe ich vernachlässigt. Äußerst vernachlässigt.

Bis ich mich vergangene Woche für den Vienna City Marathon angemeldet habe. Für € 92,- Startgebühr. So ist halt der Markt. Der Wuchermarkt. Plan B musste also her. Und mein Plan B ist immer der selbe: Laufen. Die 42,196 km absolvieren sich ja nicht von selbst. Ein wenig Training gehört da schon dazu. Körperliches und mentales. So wurde aus Plan B ein Plan Steffny: „10 Wochen Plan für Marathon – Zielzeit 3:mm:ss“*. Das erste Mal, dass ich mir einen marathonspezifischen Plan zulege. Die bisherigen Pläne waren stets Ironman Trainingspläne. Mit diesem verhassten Koppeltraining. Oder spontane Entscheidungen. Vor allem spontane Entscheidungen.

Ich habe also mit dem heutigen Ruhetag beginnend 10 Wochen Zeit, um mich vorzubereiten. Übrigens, den heutigen Ruhetag werde ich auf der Bahn verbringen. Nach dem gestrigen 25 km Long Jogg sicher ein Vergnügen. Warum? Dazu später.

Zur Vorgeschichte. Ich habe meinen 10 Wochen Plan bereits gestern mit dem Long Jog für nächsten Sonntag begonnen. So bin ich. Ich muss flexibel sein. Berufliche Termine zwingen mich dazu. Ich kann auf 1.400 Metern Seehöhe kaum einen Long Jog machen. Dort bin ich nämlich die nächste Woche. Also ging ich gestern auf die Pirsch. Völlig motiviert. Zum Anziehen der Laufschuhe habe ich genau 2 Stunden und 17 Minuten gebraucht. Um 11:00 Uhr habe ich mich zum Training entschlossen. Um 13:17 Uhr bin ich losgerannt.

Kaum war ich unterwegs lag ich schon am Boden. Glatteis. Wie ein voller Kartoffelsack. Ohne Vorwarnung. Umgefallen. Ausgerutscht. Linksrum über die rechte Schulter. Zum Glück war ich vor vielen Jahren der erfolgloseste Tormann in Südtirols Amateurliga. Ich konnte mich halbwegs souverän abrollen und so schlimmeres verhindern. F***! Was fällt dem  Herrn Steffny ein, mir bei Glatteis einen Long Jog zu verordnen. Kann der nicht die Wettervorhersage berücksichtigen? Echt jetzt. Ich stand wieder auf. Und zögerte nicht lange. Musste weiterlaufen. Um nicht als Trainingsverweigerer abgestempelt zu werden. Wer am ersten Tag aufhört, wird das ganze 10 Wochen auch wieder tun können und wollen.

Nach ein paar Kilometern hatte ich mich darauf eingestellt. Und meine Einlagen wurden immer besser. Vom einfachen zum dreifachen. Es waren Toelops, Solchows, Rittbergers, Flips, Lutzs und Axels. Wer braucht denn da schon Stabilisationsübungen, wenn er Glatteis haben kann. Eiskunstlauf mit einer ganz neuen Bedeutung. So was von anstrengend. Bei jedem Schritt darauf zu achten nicht irgendwo in einer Böschung, im Bach oder ganz einfach auf der Goschn (= Maul, Gesicht) zu landen. Kaum vorstellbar, wie dankbar und froh ich war, den noch so kleinsten Fleck Asphalt zu finden und zu spüren. Heute, 20 Stunden später tut mir alles noch weh. Rumpf, Rücken, Kreuz, Knie, Nacken. Ich freue mich aufs Bahnfahren.

Was bin ich denn für eine Zicke. Echt jetzt. Dieses bisschen Eis. 25 km lang. Mit meinen Saucony Ride 6 kaum zu bewältigen. Und dann noch diese Damen mit ihren kleinen Hündchen, welche sich an der langen Leine mir kreuz und quer in den Weg stellten. Es war jedes Mal spannend zu erleben,  ob ich überhaupt ausweichen hätte können. Stehen zu bleiben war chancenlos. 

Nur nur noch 10 Wochen bis zum Vienna City Marathon. Und hoffentlich bald wieder Zickenwetter.

Stay tuned
Cristian Gemmato aka@_ketterechts

* Die Minuten und die Sekunden lasse ich aus. Das ist eine Sache zwischen mir und mir.

Verrückt nach Kilometern. Die Nonstop Challenge.

Die Helden der „Trackmaniacs Nonstop Challenge“

Höher. Schneller. Weiter. Verrückter. Das zeichnet uns wohl alle ein wenig aus. Ein wenig viel. Als ich ca. Mitte Oktober mit dem Bahnfahren angefangen habe, konnte ich nicht erahnen, wie sehr sich dieses Hobby in die jetzt eingeschlagene Richtung entwickeln würde. Anfangs dachte ich mir, ok 2 – 3 x die Woche etwas die Beine bewegen. Statt am Ergometer zu sitzen oder draußen zu frieren.

Wenn ich jetzt die Kilometer angebe, die ich seither gefahren bin, dann kriege ich die Kündigung. Und mein Steuerberater kriegt die Antwort auf viele Fragen. Deshalb tue ich es nicht. Ich verrate nur, dass ich schon ein paar 100er aufs Parkett gelegt habe. Ein paar 100er mit entsprechenden Pausen. Denn diese braucht man auf der Bahn. Vor allem der Dehydrationsfaktor ist sehr hoch. Die Luft kalt und trocken. Regelmäßiges Trinken also überlebensnotwendig.

Heute bin ich meinen ersten 100er ohne Pause gefahren. Entstanden ist das alles aus der Ansage von Lajos letzte Woche, als er 85 km Nonstop gefahren ist. Ich brauchte nicht lange, um über unsere FB Gruppe „Trackmaniacs“ Mitstreiter für einen 100er zu motiveren. Aufgrund unklarer Öffnungszeiten des Ferry Dusika Stadions waren wir uns nicht einig, wann das Ganze stattfinden soll.

So traf man sich heute. Lajos, Herbert und ich. Wir fuhren los und beendeten nach exakt 112 km (ich), 120 km (Lajos) und 123 km (Herbert) diese Challenge. Ganze 180 Minuten war ich linksrdehend unterwegs. Umgerechnet ca. 448 Runden (etwas weniger).

Beweisstück lt. Garmin Edge 500.
Herzfrequenz. 131 bpm Schnitt. Mit ein paar Ausreißern.

Eigentlich hatte ich es mir genau so schlimm vorgestellt. Die erste Stunde war echt fad und eine richtige Kopfrechnenodyssee. Noch 9x soviel bei km 10, noch 4x soviel bei km 20, noch 3x soviel bei km 25 und noch 2x soviel bei km 33,5. Bei km 40 dann wurde es schon etwas anstrengend. Das ewige Warten auf den 50er zerrte an den Nerven und an der Motivation. Als er (der 50er) dann da war, wurde auf Herunterzählen-Modus umgestellt. Doch bis km 70 war es einfach nur langweilig. Kreisfahren. Links.

Wir schauten uns immer wieder an und beobachteten einander. Natürlich. Kann ja sein, dass einer aufgibt. Oder zwei. Und dann wäre man der Sieger. Aber keiner gab auf. Nicht einmal ansatzweise. Nervenkrieg. Psychokrieg. Strategie. Wir wählten jetzt unterschiedliche „Züge“. Unten, oben, oben, unten. Da und dort gönnte ich mir verschiedene Windschatten.

Die Luft wurde immer dünner und trockener. Die fehlenden Kilometer auf den 100er aber immer weniger. Der 80iger war schon so was wie ein rettender Anker. Ab da an war es dann auch wurscht. Alles tat mir schon weh. Der Hals kratzte. Das Knie zwickte. Der Schritt juckte. Und du kannst nichts machen. Ohne Freilauf bist du an dein Bahnrad gefesselt. Da kannst nicht einfach mal aufstehen und dich kratzen. Du musst treten. Oder stehen bleiben. Doch das wollte niemand. Ich auch nicht. Nach ca. 2 1/2 Stunden fehlte nicht mehr viel auf den 100er. Ich fragte Lajos was er vorhabe. Er meinte, fahren bis der Letzte von uns vom Rad fällt. Super! Herbert drehte hingegen schon ein paar Runden im Innfeld. Was hatte er vor?

Den erreichten 100er feierte ich mit einem kleinen Sprint. 2h 40 Minuten. Es wäre vollbracht gewesen. Doch es ging weiter. Leider. Sowohl Lajos als auch Herbert machten keinen Anstand anzuhalten. WTF. Das war wie beim Pokern. Ich musste mitgehen. Vielleicht sollten die anderen bluffen?

Geschwindigkeit. Am Ende war es ein Schnitt von 37 km/h.

Sie blufften nicht. Sie kreisten weiter. Drehten Runde um Runde. Das hätte noch ein langer Abend werden können.

Nach exakt 3 Stunden Fahrzeit zog ich die Notbremse und scherte aus. 180 Minuten Nonstop. Immer Linksherum. Aus. Fertig. Nicht dass ich nicht mehr konnte. Ich wollte einfach nicht mehr. Und wie heißt es so: Der Klügere gibt nach.

Im Innenfeld gab es dann für mich 1 Banane und ein Gatorade. Wenig später trudelten dann auch Lajos und Herbert ein. Zeit noch für ein Gruppenfoto und das obligate FB Posting.

Wir hatten fertig. Ich hatte fertig. Ich hatte Oberschenkel, die aufgegangen waren wie ein Germteig bei optimaler Temperatur. Ich hatte einen Buckel wie der Glöckner von Notre Dame. Meine Bandscheibe L4/L5 hat sich mehrmals gemeldet.

112 km Nonstop auf der Bahn. 3 Stunden im Kreis fahren. Jetzt kann mich nichts mehr erschüttern. Ich plane schon die nächste Challenge.

Stay tuned.
Cristian Gemmato aka @_ketterechts

Long Jog. Weil mir fad war.

Garmin Forerunner 910 XT. Beweisstück Nummer 1.

Mir war heute langweilig. So musste ich nach draußen. Verabschiedete mich mit den Worten „Spätestens in 1 1/2 Stunden bin ich wieder retour.“ Sicherheitshalber habe ich mir noch etwas aus meinem Energiegel Altbestand mitgenommen. Ein Fit Rabbit Guarana und zwei Squeezy Gels. Dazu noch 500 ml Wasser in meinem Salomon Trinkrucksack. Für 90 Minuten laufen mehr als nur übertrieben. Aber vielleicht ahnte ich schon was.

Draußen -5 Grad. Und ein leichtes Flankerln (das sind ca. 3 Schneeflocken pro 5 Minuten). Windstill. Bedeckt.

Meine Ziel irgendwo rund ums Haus. Entlang des Liesingbaches (Wien, a.d.R). Dort kenne ich jeden Kilometer mitlerweile auswendig. Und ich kann variieren. Ich laufe einfach los. Irgendwas zwischen langsam laufen und nicht erfrieren. Der erste Kilometer wird die Pace schon bestimmen. Es waren 5:30/km. Ich bin allein. Der Boden gefroren. Kein Schlamm mehr. Ich werde dieses Mal sauber nach Hause kommen. Die ersten km sind schnell absolviert. Der Schnitt passt. Bei km 8 erstmal eine leichte Hochrechnung. Vor lauter Langweile entscheide ich mich für einen Long Jog. Ich peile den 30iger an. Denke mir, dass ich das schon überleben kann. Bin ja gut versorgt. Es geht weit hinaus Richtung Schwechat. Bei km 11 die erste Wende. 60 Minuten sind vergangen. Ich kriege langsam Hunger und Durst. Will trinken. Doch mein Rucksack gibt nichts her. Die Wasserleitung ist gefroren. Aha. Wieder was gelernt. Bei km 15 dann noch mehr Hunger. Für den Durst habe ich keine Zeit. Und kein Wasser. Ich öffne den Fit Rabbit. Nehme einen Schluck zu mir und muss mich zeitgleich übergeben. Wer hat den das erfunden? Und verdammt. Wer kann so was trinken. Ich spucke es aus. Rotes dickflüssiges Zeugs klatscht zu Boden. Als ob mir jemand die Fresse eingeschlagen hätte. Ich spucke alles aus. Bis auf den letzten Speichelrest. Damit ich ja nichts mitnehmen muss. Mein Mund ist jetzt staubtrocken. Zum Glück habe ich ja nichts zu trinken mit.

Plan B. Ich bin bei km 15. Ein Squeezy muss her. Ich will es öffnen und in erpropter Sommermodusmanier runterdrücken. Aber auch das Squeezy ist steinhart. Gefroren. Somit scheitert auch Plan B. Ich bin bei km 16. Es fängt an stärker zu schneien. Aber noch nicht genug um Schnee als Durstlöscher zu akzeptieren. Die folgenden Kilometer sind eine charakterbildende Gratwanderung. Ich könnte jederzeit abkürzen und zum Kühlschrank. Aber ich habe mich dem 30iger verschrieben. Und so bleibe ich auf Kurs. Bei km 20 fange ich an „nur noch“ zu zählen. Es schneit jetzt stark. Der Schnee ist sehr flauschig und bleibt sofort liegen. Auch auf den gefrorenen Pfützen. Eislaufen. Gefahr. Ich muss das Tempo etwas drosseln und aufpassen. Nur noch 5 km. Für den 30iger muss ich ein paar Extraschleifen einbauen. Ja nicht darutner aufhören. Es schneit noch immer. Ich habe Hunger. Ich habe Durst. Mir friert.

Ich schwöre mir. Beim letzten Vibrieren meines Garmins bleibe ich stehen. 30 km und keinen Meter mehr. Es ist soweit. 200 Meter vor der Haustür. Schluss aus. I have done it. Bin nicht stolz, aber fertig. Zu Hause meine ersten Worte: „Ist die Nusschnecke vom Frühstück noch da?“ „Ja!“ Rettung. Und 0,5l Kakao sind auch noch im Kühlschrank. Für ca. 3,5 Minuten. Dann sind beide verschlungen.

Mir war halt langweilig.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts.