Schlagwort: quaeldich

quaeldich Deutschlandrundfahrt 2015 – Tag 8.

Bericht und Fotos von Ketterechts, dem Rennradblog und Liveeventblogger
Etwas Badespass am Chiemsee kurz vor Ende der 8. Etappe

Die heutige Etappe beginnt mit einer Schrecksekunde. Eigentlich mit mehreren aufeinanderfolgenden Schreckskilometern. Wie immer schwinge ich mich auf mein Rad. Los gehts. Von Burghausen nach Aschau über die Rossfeldstrasse. Was eigentlich ein großer Umweg ist, aber die Tourplaner werden sich dabei schon was gedacht haben.

Es geht gleich bergab und beim nächsten Anstieg bewegt meine Di2 wieder einmal den Umwerfer nicht. Ein Déjà-vu. Ein “täglich grüßt” das Murmeltier. Ein “was soll der Schaas” jetzt schon wieder. Und ich sehe mich schon mit Kette rechts die Rossfeldstrasse hochfahren. Gleich will ich mein Handy zucken und bereits neue Knie bzw. neue Menisken online bestellen. Was für eine Kacke. Dann entsinne ich mich dem positiven Denken und einer Art Suggestion. “Es wird schon wieder.” “Das kann doch nur ein Kontaktfehler sein.” “Das viele tags zuvor aufgesaugte Wasser wird schon wieder trocknen”. “Alles ist gut.” Bis zur ersten Getränkeverpflegung sind es “nur” 40 km und die schaffe ich mit Kette rechts, mit links. Eine paar lange Kurbelumdrehungen später, kommt mir der Gedanke hoch, dass es vielleicht ein Steckkontaktfehler sein könnte. Sicher! Ich kann doch nicht schon wieder Pech haben. Eine Di2 habe ich ja schon umgebracht. Nachzulesen hier.

Ruhig Blut also bis zum nächsten Stop. Dann aber fummmle ich mit den Händen an der Junctionbox herum und entdeckte, dass das Kabel vom rechten Schalthebel nicht eingesteckt war. In diesem Moment fallen mir die Dolomiten vom Herzen. Während der Fahrt stecke ich das Kabel richtig rein und der Umwerfer schaltet wieder. Der Tag ist gerettet. Gott hat mich lieb.

Die 8. Etappe selber ist im Großen und Ganzen einfach zu erklären. 70 km flach bis zum Berg, dann der Berg, dann noch ein kleiner Berg, dann ein paar Kackwellen (übrigens mein Lieblingwort, welches die Bezeichnung Scheibenschupfer ab sofort ersetzten wird) und zum Schluss wieder flach bis ins Ziel. Den Berg selber bin ich mit einer Pinkelpause angegangen. Urin ist auch nur Ballast. Dann habe ich das Feld von hinten aufgerollt. Meine GoPro Hero4 vorne am Lenker (mit Garmin und K-Edge mouth), meine GoPro Hero3 am Sattel (mit K-Edge mouth) und meine Garmin Virb Elite in der Hand. Full HD taugliche Auffahrt in die Berge. Die ersten Kilometer sind sehr schweißtreibend. Die Sonne brennt vom Himmel und der Asphalt glüht. Ich kann konstant an die 250 treten und sammle den einen und anderen vor mir weggefahrenen ein. 150 HM vor dem höchsten Punkt bleibe ich stehen. Und warte geduldig auf die Nachkommenden. Mit Foto und Video werden die Leiden des heutigen Tages festgehalten. Erst als der Letzte vorbei ist, fasse ich wieder mein Rad und beende die Strecke hinauf. Die Abfahrt nach Berchtesgaden nutze ich auch, um ein paar gute Bilder zu sammeln. Ich warte bis alle weg sind und lass es dann krachen.

Mittagsverpflegung und eine zweite Tageshälfte mit Hoch und Tiefs, sowie teils aggressivem Autoverkehr runden den Tag ab. Nicht zu vergessen auch ein Badeausflug an den Chiemsee. Morgen ist der letzten Tag. Morgen erreichen wir Garmisch. Morgen feiern wir auf der Zugspitze. 

Dann ist die Tour zu Ende. Nicht ganz. Ich wollte ja noch ein paar Fragen beantworten, welche ich am Anfang der Tour auf Facebook gestellt habe.

Ganz eine andere Frage. Ich berichte bis Sonntag von der quaeldich.de Deutschlandrundfahrt. 9 Tage. 1.500 km. 20.000 HM. Welche Themen würden euch interessieren? #ketterechts #dlrf15
Posted by Ketterechts on Freitag, 3. Juli 2015

Was kostet der Spass im Ganzen mit Übernachtung:
Hier der Link. Startgebühr ist € 495,- Zusätzlich gibt es Übernachtungspakete zwischen € 700 im DZ (Basis Halbpension) und € 900 im EZ. In der Startebühr ist die Betreuung und die Verfplegung während der Etappen inkludiert.

Welche Anforderungen muss man haben: 
Auch hier gibt es seitens des Veranstalters Richtwerte. Siehe Link oben. Gefahren wird in 6 Leistungsgruppen. Niemand wird zurückgelassen. Die schnellsten sitzen ca. 5 – 6 Stunden pro Tag im Sattel. Die langsamsten sicher um die 10 Stunden. Täglich

Ernährung: 
quäldich Reisen sind Schlemmerreisen. Es gibt an jedem Etappenort HP. Ein reichhaltiges Frühstücksbuffet mit allem erdenklichen und am Abend auch Buffet. Ist einfacher, wenn 180 Personen gleichzeitig zum Essen kommen. Vegetarische Gerichte gibt es auch. Unterwegs wird auch für alles gesorgt. Vom Leberkäse bis zu Obst. Deftiges und leichtes. Leicht verdauliches und schwer im Magen liegendes. Ich selber schaufle sicher mehr rein, als ich verbrenne.

Zum Thema Hintern:
Der tut nach 3 – 4 Tagen ganz schon weh. Nicht der Hintern selber – der ist trainiert. Es sind die Harwurzeln, welche mich plagen. Vom ständigen Sitzen, werden diese beleidigt. Sie wachsen sich ein und entzünden sich. Hier gilt es die Länge der Haare beizubehalten und diese auch täglich zu pflegen. Bepanthen zum Beispiel. Oder eine super teure Honigcreme. Ein Mitbringsel aus dem Hanseatischen Hof in Lübeck.

Moral:
quaeldich ist eine Gemeinschaft. Jeder hat bei so einer Rundfahrt Hochs und Tiefs. Keiner wird zurückgelassen (hatten wir schon einmal). Viele kennen sich schon von anderen quaeldich Touren oder sind zu zweit, zu dritt oder als Paar da. Man redet viel. Vor-, nach und während der Etappen. Man motiviert sich. Und das tut allen gut.

Mentale Einstellung:
Ich fahre oft im Training allein Strecken von 200 km und mehr. Das härtet ab und macht die Phsyche stark. Wien – Linz ist so eine meiner Lieblingsstrecken. Wer so was allein durchsteht, der kann in der Gruppe weit mehr fahren.

Etappenplanung und Streckenverlauf:
alles Aufgabe von quaeldich. Bei dieser Tour haben wir natürlich geschaut, die Strecke zu bewältigen. Wer von Norden nach Süden muss hat es eilig. Pro Etappe war aber doch ein Highlight dabei. Und Highlights bedeuten bei quaeldich Berge (sofern es in der Region Berge gibt).

Regeneration:
es gibt in den Hotels Wellness und Massagen. Eine Vorbuchung ist von Vorteil. Der Rest obliegt einem selber. Ich habe schon sehr viele Black Rolls gesichtet.

Wattzahlen und Trittfrequenz:
Da ich heuer erstmals mit dem Garmin Vector fahre, sind diese Zahlen ja nicht geheim. Ich persönlich habe stehts eine niedrige Trittfrequenz, weil ich gerne (leider) harte Gänge fahre. Die Wattzahlen sind unterschiedlich. Abhängig davon, wie oft und wie lange jemand im Wind fährt, bzw. wie schnell er den Berg hinauf fährt. Das muss jeder für sich entscheiden. In Summe hatte ich immer einen Intensity Faktor von unter 8. Das ist Ausdauertraining. Der Training Suffer Score wird von Tag zu Tag höher (400+). Normale Ermüdung. Das heißt im Klartext, dass man von den jeweiligen Etappen nicht richtig regeneriert und von Tag zu Tag in einen Mangel an solcher gerät.

Hoffe damit geholfen zu haben.

Ich freue mich auf die morgige letzte Etappe und auf die Party auf der Zugspitzte.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts
#faceyourpassion

Bild und Text von ketterechts, dem Rennradblog und Liveeventblogger

Bild und Text von ketterechts, dem Rennradblog und Liveeventblogger

Bild und Text von ketterechts, dem Rennradblog und Liveeventblogger

Bild und Text von ketterechts, dem Rennradblog und Liveeventblogger

Bild und Text von ketterechts, dem Rennradblog und Liveeventblogger

Bild und Text von ketterechts, dem Rennradblog und Liveeventblogger

Bild und Text von ketterechts, dem Rennradblog und Liveeventblogger

Bild und Text von ketterechts, dem Rennradblog und Liveeventblogger

Bild und Text von ketterechts, dem Rennradblog und Liveeventblogger

Bild und Text von ketterechts, dem Rennradblog und Liveeventblogger

Bild und Text von ketterechts, dem Rennradblog und Liveeventblogger

Bild und Text von ketterechts, dem Rennradblog und Liveeventblogger

Bild und Text von ketterechts, dem Rennradblog und Liveeventblogger

Bild und Text von ketterechts, dem Rennradblog und Liveeventblogger

Bild und Text von ketterechts, dem Rennradblog und Liveeventblogger

Bild und Text von ketterechts, dem Rennradblog und Liveeventblogger

Bild und Text von ketterechts, dem Rennradblog und Liveeventblogger

Bild und Text von ketterechts, dem Rennradblog und Liveeventblogger

Bild und Text von ketterechts, dem Rennradblog und Liveeventblogger

Bild und Text von ketterechts, dem Rennradblog und Liveeventblogger

quaeldich Deutschlandrundfahrt 2015 – Tag 7

Bericht und Fotos von Ketterechts - dem Liveeventblogger
quaeldich Deutschlandrundfahrt – Tag 7

Jetzt sind wir knapp vor der Österreichischen Grenze. Im Hotelzimmer habe ich A1. LTE. Obwohl ich immer über den Mobil Krösus geschimpft habe – in diesem Moment bin ich froh dieses Netz zu haben. Wlan war in den Hotels bis dato etwas mühsam. Zumindest hier flutscht es und ich kann Mengen an Daten durch das Internet schießen.

Tag 7. Nur noch 2 Tage und wir sind in Garmisch. Die Beine sind stark. Der Wille ist schwach. Und mir gehen schon langsam die Themen aus. Gott hat sich am 7. Tag ausgeruht. Ich kann das nicht. Noch nicht. Aber über was und wen soll ich schreiben? Über das Scheißwetter, das wir heute hatten? Obwohl es wieder einmal gar nicht so schlecht hätte sein dürfen. Ich habe sämtliche Wetterberichte studiert. Alle waren sich einige. Starker Wind und Schauer, die sich über die Mittagszeit hin abschwächen sollten. Regenwahrscheinlichkeiten unter 50%. Maximal 1 l/m2. Schwerpunkt am Großen Arber. Und wie war es in Wirklichkeit? Die Fahrt über die Scheibenstraße nach Brennes zum Arbersee und die Arberseestraße hinauf zum Bretterschachten, dem höchsten Punkt der heutigen Etappe auf über 1.100m Seehöhe war trocken. Obwohl es nass hätte sein sollen. Den Rest der Etappe über Bodenmais, Regen (kein Witz), Lalling, Auerbach zur Mittagsverpflegung in Hengersberg durchnässt. Essen durften wir zumindest im Trockenen. Doch was danach kam, war der Weltuntergang.

Wir starten nach der Mittagsverpflegung Richtung Burghausen. Auf Höhe Donau Überquerung dann das, was wir gar nicht gebraucht haben. Ein Regenguss Marke Regenwald. Wind von links. Kaltes Wasser von oben. Warmes Wasser von unten. Und links Autos. In Fahrtrichtung und gegen diese. Der ganze Spuk dauert bis Pfarrkirchen. Gute 40 km. Schwimmflossen, Taucherbrille und Sauerstoffflaschen wären hier angebrachter gewesen als dünne 23mm Reifen. Apnoe.

Ab Pfarrkirchen ging das alles munter weiter. Zwar nicht mehr in dieser Stärke, aber immer wieder fällt uns Wasser auf den Kopf. Dazu gesellt sich eine Polizeieskorte, die uns zwingt uns sanft, gemäßigt und straßenverkehrsordnungskonform zu verhalten. Was uns nicht immer gelingt. Zuerst fahren wir rechts ran um zu pinkeln. Halten dabei eine entgegenkommende Frau mit Kind im Auto an. Das Kind lacht. Die Mutter zeigt uns den Vogel. Dann müssen wir wegen es Defekts wieder am Straßerand anhalten. 28 Mann dabei verkehrstechnisch sinnvoll unterzubringen ist keine leichte Aufgabe. Zu guter Letzt, verfahren wir uns. Wir verfehlen eine Abzweigung nach links und geben uns auf eine lange gut einsichtbare Abfahrt mit Kurven. Der Chef bemerkt den Fehler. Wir bleiben stehe. Doch der vorderste Mann – ein Insider, fährt weiter. Wir schreien uns die Stimmbänder wund. Doch im Geschwindigkeitsrausch ist es nicht einfach was zu hören. Einer unserer Männer fährt im nach. Auch die Polizei. Wir drehen und um warten brav. Beide kommen wieder die Auffahrt nach oben. Die Polizei auch. Als wir den zuerst verpassten Weg nach unten folgen, münden wir in die Straße, welche wir nicht hätten fahren dürfen.

Dürfen ist auch das Stichwort. Die Deutschlandrundfahrt musste einzeln in jedem Bundesland angemeldet werden. Auch die Routen. Diese wurden dann genehmigt. Um zu kontrollieren, ob wir dann auch diese Routen fahren, finden wir da und dort Polizei. Teils unterstützend wie in Thüringen, wo uns Kreuzungen abgesperrt worden sind. Teilweise, wie hier auch belehrend. Weil wir ja als geschlossener Verband unterwegs sind. Das sind Radfahrergruppen am 15 Personen. Als Verband ist man von der Benutzung eines Radweges befreit. Muss also nicht, wenn ein Radweg mit einem blauen Schild markiert ist und zumutbar ist, diesen befahren. Als Verband gilt man als mehrspuriges Fahrzeug und hat somit die selben Rechte und Pflichten. Unser Verband war heute eine 14 doppelköpfige Zweierreihe. Das ist ganz schön lang. Dementsprechend auch die Reaktion der Autofahrer. Folgt uns ein Polizeiauto, dann reihen diese sich ein und sind brav. Fehlt der Polizeischutz, dann sind wir Freiwild. Leider. Es wird unterschätzt, wie schnell wir sind und wie lange ein Überholmanöver dieser Art dauert.

184 km später sind wir noch rechtzeitig im Hotel angekommen, bevor ein weiterer Regenschauer sich über Burghausen ergießt. Jetzt buiness as usual. Zuerst Rad putzen und dann Duschen. Heute habe ich dann doch die Bremsgummis ausgetauscht. Auch wenn morgen, sonniges und sommerliches Wetter vorhergesagt wird. Aber ich traue keinem mehr.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts
#faceyourpassion

liveeventblogger Ketterechts

liveeventblogger Ketterechts

liveeventblogger Ketterechts

liveeventblogger Ketterechts

liveeventblogger Ketterechts

liveeventblogger ketterechts am Großen Arber

liveeventblogger Ketterechts am großen Arber

liveeventblogger Ketterechts am Arbersee

quaeldich Deutschlandrundfahrt 2015 – Tag 6.

live Event Blogger Ketterechts berichtet
Heute der erste “badass ride”

Tag 6. Bischofsgrün im Fichtelwald. Es ist kurz vor 0700 Uhr. Ein gewaltiger Regenschauer sucht uns im Hotel Kaiseralm heim. Es schüttet wie aus Kübeln. Panik bricht unter den Teilnehmern der Deutschlandrundfahrt aus. Jemand hat wohl am Abend zuvor seinen üppig voll beladenen Buffetkorb vulgo Teller nicht leer gegessen. Es passiert das schier unmögliche. Muss ich jetzt doch mit Regenhose und Regenhandschue bzw. Überschuhe und all dem Zeugs, welches ich nicht anziehen mag aufs Rad? Die Hoffnung stirbt zuletzt. Noch sind es ja über 90 Minuten bis zum Start der heutigen Etappe. Optimismus. Zwekoptimismus. Hoffnung. Gebet. Und siehe da. Es hört auf. Auch die Sonne blinzelt wieder durch. Kurzfristig ersetze ich die Regenjacke mit Ärmlingen und meiner Windveste. Von Sille hole ich mir noch einen Mudcatcher Model Coburg.

Wir starten Richtung Rimbach. Die Straßen halbwegs trocken. Nur in den schattigen Passagen spritzt mir Regenwasser auf die sauberen Radschuhe und Radsocken. Nach ca. 30, 35 km aber der nächste Schock. Regen. Und zwar Dauerregen. Das ist Wasser von Himmel. Ununterbrochenes Wasser vom Himmel. Gepaart mit dem Wasser von unten mein Untergang.

Es steht fest: Heute haben sich sämtliche Kachelmänner, Wetterfrösche, Wetterfeen, Wettergurus und Wetterahnen gewaltig in ihrer Prognose vergriffen. Aus einer kleinen Wolke ist eine große Wolkendecke geworden. Die Stimmung bei mir plötzlich am Tiefpunkt. Erinnerungen an die Schweizrundfahrt 2015 werden wach. Auch die Auffahrt zum Großglockner bei der Tauernrundfahrt 2015 erscheint in diesem Augenblick als nicht überwundenes Ereignis in meiner Psyche wieder auf. Mir wird kalt. Plötzlich. Ich friere. Ich fluche. Ich erfriere. Ich verfluche. Es fehlen noch über 120 km. Zum Regen gesellt sich der Wind. Leck mich am Arsch. Und da waren noch die Shimano Dura Ace Bremsen, dessen Gummis ich bereits beim SuperGiroDolomiti mächtig beansprucht habe und noch nicht gewechselt habe. Diese melden sich gerade zu Wort. Besser gesagt zu Alu. Das Alu der Fullcrum racing zero. Bremsleistung gegen null. Adrenalin gegen 100 von 100. Mein 360 Grad Rundumblick verheißt nichts Gutes. Es ist dunkel. Es ist Grau. Es ist regnerisch. Es ist grauslich. Es ist wie es ist. Und wir fahren dem Regen entgegen.

Ein paar Kilometer vor der Mittagsverpflegung hört es dann doch auf und wir erreichen Check Point Volker bei trockeneren Bedingungen. Ich will hier schnell meine Trinkflaschen füllen und merke, dass diese bereits gefüllt sind. Von mir selbst. Heute in der Früh. Vor dem Start. Auf 44 km gar nichts getrunken. Einfach vergessen. Der Regen von unten, von vorne und von der Seite haben Ersatz geleistet. Dann halt was essen. Der Chef ermutigt uns schneller loszufahren, damit wir nicht frösteln. Wir folgen seinem Rat und sitzen nach ca. 15 Minuten wieder im Sattel. Der Himmel hat bereits ein paar Lücken und die Sonne scheint zaghaft daraus.

Gruppe 2 hat es heute recht eilig und gibt ein höllisches Tempo vor. Die Abfahrten sind rasant, die Anstiege etwas zaghafter. Bein den wenigen verbleibenden Freigaben am Berg immer die selben Scharfschützen. Vorne weg und dann der Rest. Ich mittendrin statt nur daheim. Meine Kameras laufen mit. Heute mit der Garmin Virb Elite in der Hand. Also dreifach. Vorne, hinten und händisch. Die letzten zwei Profilzacken haben es in sich und verlangen das Letzte ab. Wer noch hat, der gibt. Wer nichts hat, vergibt. Die Chance auf Ruhm und Ehre.

Noch sind es wenige Kilometer bis Rimbach. Kurz vor unserem Hotel erwartet uns eine Menge an Menschen. Mit Blasmusikempfang und schreienden, mit Fahnen winkenden Kindern. Das gilt alles nicht, sondern Martin. Ein Teilnehmer aus der Gegend. Aber wir genießen die Stimmung und den Promistatus. Hoteleinfahrt und mit dem Fahrrad direkt zum Hotelschlauch. Zuerst die Maschine, dann der Mensch.

Morgen geht es über den großen Arber. 12 km und 500 HM. Eine klassische Ketterechts Challenge. In Summe der einzige Berg. Der Rest ist flach. Aber gegen den Wind. Und ob die Wetterfrösche morgen Recht haben werden, kann ich nicht sagen. Gute Nacht.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts
#faceyourpassion
 

live Event Blogger Ketterechts berichtet

live Event Blogger Ketterechts berichtet

live Event Blogger Ketterechts berichtet

live Event Blogger Ketterechts berichtet

live Event Blogger Ketterechts berichtet

live Event Blogger Ketterechts berichtet

live Event Blogger Ketterechts berichtet

live Event Blogger Ketterechts berichtet

quaeldich Deutschlandrundfahrt 2015 – Tag 5

Von Flensburg nach Garmisch in 9 Tagen, 1500 km und 20000 HM
Keine Gnade für die Wade. Endlich Halbzeit.

Halbzeit. Rein in die Kabine. Frisch machen. Trikots tauschen. Besprechung. Neue Taktik. Eventuell einen Tausch vornehmen. Die 5.  Etappe von 9 ist Geschichte. Es war die Königsetappe. 170 km und 3.200 HM laut Routenplaner. Letztendlich waren es ca. 2.800. Es war mir wie immer ein Volksfest.

Nach einer Nacht am WC ob des vielen Puddings im Hotel Panorama und einer gewissen Leere am Morgen nach mehreren Fehlversuchen, eine Mindestmenge an Frühstück bei mir zu behalten, starte ich heute mit Gruppe 2. Reine Vorsichtsmaßnahme. Besser langsam sterben, als schnell tot sein. Eine alte Weisheit. Von wem auch immer. Zunächst verschiebt sich unser Start um gefühlte Stunden. Es gibt Teilnehmer die zwangsversetzt werden müssen. Zum einen die “Rapha Gang”. Von Gruppe vier gleich rauf zu Gruppe 2. Zum anderen andere. Gruppe 6 und Gruppe 1 sind schon weg.

Es geht endlich los. Zuerst über den großen Beerberg und dann entlang des Rennsteigs bis nach Altenfeld. Eine Gegend, welche von Trailäufern beim jährlichen Rennsteig-Lauf heimgesucht wird. Hier erleben wir den Schmach. Wegen eines technischen Defekts vom Chef persönlich, werden wird von Gruppe 4 und 5 überholt. So dass wir die letzte Gruppe sind, welche sich auf dem Weg nach Bischofsgrün befindet. Der Defekt – der mechanische Shimano Schalthebel links rastet nicht mehr, so dass das Gang schalten unmöglich wird, kann nach einer Weile behoben werden. Dank eines Teilnehmers der Gruppe 2 und den herangeeilten Sergej.

Die Gegend hier ist ein ständiges auf und ab. Teils kurze Ansteige und lange Abfahrten. Immer in einer Seehöhe zwischen 600 und 800 Metern. Kurz vor der Wasserscheide zwischen Elbe und Rhein, ein weiteres Highlight des heutigen Tages. Eine ca 7 – 8 km lange Kiespassage. Rollen auf Splitt. Sogenannter Rollsplittt. Bergauf. Anfangs noch recht lustig, schleudern wir wenige Augenblicke später den auf den Boden platt gedrückten Kies dann in unsere Brems- und Schaltanlagen. Es zischt wie in alten Westernfilmen, als sich die Apachen und die Cowboys in den Rocky Mountains die Kugeln um die Ohren schießen. Auch die Reifen haben einiges auszuhalten. Ich fahre langsam trotz Freigabe. Ein Crossbike Feeling kann kaum aufkommen. Es überwiegt mehr die Sorge um das Material. Einem Teilnehmer kostet diese Passage den Mantel. Wir müssen wieder stehen bleiben. Ich nutze die Pause, um meinen Vittoria von Eindringligen zu befreien. Zentimeter für Zentimeter.

Mittagsverpflegung in Teuschnitz. Wir sind bereits in Bayern. Besser gesagt in Oberfranken. Leicht erkennbar am “r” in der Aussprache der von hier stammenden. Mein Wortschatz erweitert sich. Vom sächsischen “Audooooo” einem rollenden Zungenmassaker. Es gibt Leberkäse. Wir haben jetzt zwar bereits knapp 100 km hinter uns, jedoch noch 2.200 HM vor uns. Eine Tatsache, welche die Teilnehmer nicht unbedingt zu euphorischen Gesichtsausdrücken verleitet. Eher überwiegt die Ungewissheit, ob der heutige Tag jemals zu Ende gehen wird.

Auch weil nach nur 3 km wieder mit Defekt an der Straßenseite stehen und Gruppe 4 vorbeiziehen lassen müssen. Diesmal tauschen wir wieder Mantel und Schlauch. In diesen 15 Minuten verlieren wir pro Mann und Nase in etwa 5 Liter Schweiß unter der prallen Sonne. Einfach nur geil.

Ab jetzt zählt jeder gefahrene Höhenmeter. Doch wir sind kaum über 1.500 von 3.200. Dass es nur 2.800 sein werden, wissen wir ja zu diesem Zeitpunkt nicht. Die Straße schlendert sich so dahin. Immer ein paar Höhenmeter rauf und dann wieder runter. Kleinvieh macht zwar auch Mist, aber viel zu wenig. Wo sind denn die fehlenden Höhenmeter. Rampen verderben die Moral. Es sind die Berge, welche wir brauche und suchen.

Kurz vor der letzten Getränkestation nehmen wir den höchsten Berg des Frankenwaldes in Angriff. 100 HM am Döbraberg. Diese Stichstraße macht das Kraut auch nicht fett. Was bleibt sind der große Waldstein und der Schneeberg. Na dann. Ziehen wir diese Optionen. Der großen Waldstein ist jetzt nicht der Burner, aber er entfacht sogar in Gruppe 2 so etwas wie Jagdinstinkt. Man zerfetzt und zerfleischt sich auf bis zu 10% Steigung. Meine GoPro und Garmin Virb XE sind Dauereinsatz. Oben stoppt uns und eine rote Ampel. Der Wald ein paar hundert Meter weiter ist für Filmaufnahmen gesperrt. Auch eine Straßenfahrbahn. Wir nutzen die Gelegenheit, um Getränke zu fassen. Sasha der Dextro Man ist an Ort und Stelle.

Kurze Abfahrt und Bischofsgrün wäre in Reichweite. Vom Schneebergsattel keine 1,5 km. Doch wir nehmen den 3,5 km langen Anstieg zum Schneeberg, die höchste Ergebung im Fichtelgebierge. Ca 250 HM auf einer mit Rollsplitt halbwegs fahrbaren Straße. Es gibt wieder das klassische Schwanzmessen. Vorne weg die Rapha Boys gefolgt vom Rest. Ich bleibe stehen, tausche Akku bei meiner GoPro und mache mich dann auf, den Rest zu verfolgen. Schnell habe ich ein paar, dann noch einige und zum Schluss noch die in Reichweite. Ein gutes Training. Ich kann es doch.

Oben noch ein paar Fotos und dann ab ins Hotel, welches sich direkt an der Straße befindet. Die Koffer sind noch nicht da. Unser Gepäcks LKW hatte einen Panne. Also Rad putzen und warten. Business as usual.

Während ich diese Zeilen schreibe prasselt leichter Regen von Himmel. Hoffentlich eine willkommene Abkühlung. Gute Nacht. Morgen Tag 6. Es geht nach Rimbach. Keine Ahnung wo das liegt. 165 km und knapp 2500 HM.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts
#faceyourpassion

quaeldich Deutschlandrundfahrt 2015 – Tag 4.

von Flensburg nach Garmisch in 9 Tagen, 1500 km und 20000 Höhenmeter
Tempotraining mit Gruppe 1.

Oberhof im Thüringer Wald. Bekannt aus Funk und Fernsehen. Bekannt aus den Übertragungen vom Biathlon Weltcup, vom Rennrodeln und der Nordischen Kombination. Das ist wie Semmering am Semmering. (Österreichischwer Lufkurort zwischen Niederösterreich und der Steiermark). Nur halt in Deutschland. Schaut genau so aus. Wintersport und Sommerurlaub wie vor vielen Jahren. Hier bin ich heute gelandet. Zum Schluss der 4. Etappe der quaeldich Deutschlandrundfahrt. Von Bad Sachsa kommend. Von Norden nach Süden. Auf dem Weg von Flensburg nach Garmisch. Die Nacht im Göbels Vital Hotel Bad Sachsa war geprägt von einer missglückten Evakuierung des gesamten Hotels wegen einer Betriebsstörung. Wir blieben alle im Haus. Von unseren Bieren wollten wir uns einfach nicht trennen. Da schaute auch die Feuerwehr, als wir Widerstand leisteten. Mit unseren Gläsern und Flaschen.

Das nächtliche Gewitter hat die Temperaturen erträglicher gemacht. Um 0830 Uhr ist mir nach Tagen der Hitze erstmal kalt. Kurz/kurz. Aber nicht lange. Ich bin heute bei Gruppe 1 vorangemeldet. Gastfahrer. Ich habe noch eine Rechnung mit der Speed Gruppe offen. Diese will ich begleichen. Also friere ich nur ca 2 km. Dann wurde mir schnell warm. Gruppe 1 ist die High Speed Gang. Hier fährt man Rad, wie man halt Rad fährt. Vollgas. 70 km in guten 2h bist zur ersten Verpflegung. Nicht ohne Hindernisse. Nach 10 km erwische ich ein Schlagloch und ich verliere eine Trinkflasche. “Haaaaalt”. “Trinkflasche”. Ich bleibe stehen. Die Gruppe verschwindet am Horizont. Ich drehe um, hole die Flasche und fahre weiter. Gerade aus statt rechts ab. “Streckenabweichung”. Der Garmin spricht Klartext. Ich bin falsch. Drehe um. Verloren? Zwei von der Gruppe kommen mir schon entgegen. Der Chef persönlich, der von Gruppe 6 zu Gruppe 1 gehoppt ist. “Sorry”. Richtig abgebogen sehe ich Gruppe 1 am Straßenrad auf mich wartend. Dann das nächste Missgeschick. Am nächsten Bergchen werde ich von der Gruppe eingeholt. Ich verschalte mich und die Kette springt raus. Ich versuche im Fahren die Kette wieder zu justieren. Doch es geht nicht. Ich bleibe stehen. Lege die Kette über das große Kettenblatt, doch sie will nicht rund laufen. Keine Ahnung warum. Bis ich sehe, dass die Kette hinten beim untersten Schaltröllchen aus der Führung gesprungen ist und außen läuft. Ja außen. Schaltwerk kaputt? Die mir beistehenden meinen ja. Ich kanns nicht glauben. Wieder Pech? Bei der Di2 gibt es aber kein fixe Verbindung beim Schaltkäfig. Also muss die Kette da wieder rein, wo sie raus ist. Mit Gewalt. Sehr schmutzige Hände später rollt das Rad wieder. Glück gehabt.

Getränkeverpflegung 1, Mittagsverpflegung und Getränkeverpflegung 2. Alles easy mit einer sehr harmonischen und sehr schnellen Gruppe. Es macht Spass hier mitzufahren. Kurzweilig. Extrem lehrreich. Eigentlich habe ich vor Gruppen zu wechseln. Mit Gruppe 5 oder sogar 6 ins Ziel zu kommen. Aber bei jedem Stopp reizt mich die Herausforderung weiter mitzufahren. Und das tue ich auch. Bis zum Ende. Ein genialer Tag. Highlight sicher die Fahrt von Arnstadt nach Crawinkel durch das Jonastal. Hier rollt es. Leicht bergauf. Eine perfekte Kette rechts Trainingsstrecke.

Die Freigabe bei Crawinkel löst dann das zu erwartende Feuerwerk aus. Die Truppe löst sich auf wie Zucker im Wasser. Vorne weg die Raketen des Alpecin Teams. Kai, Mister 44.000 Jahreskilometer (in Worten vierundvierzigtausend) lässt alle stehen. Ich kann nicht sehen, wer im folgt. Meine Leistung pendelt sich bei 220 – 250 Watt ein. Wie im Trance nach oben. Für mein Gefühl ganz ok. Aber andere sind besser. Weit besser. Bergfahrer. Möglicherweise.

Nach 4 1/2 Stunden sind 140 km und 1.700 HM mit einem Schnitt von 30,5 km/h geschafft. Nicht schlecht für einen alten Mann wie ich, oder?

Falls es wen interessiert heute mal was zum Thema Leistung. Ich habe ja mittlerweile ein geiles Garmin Spielzeug. 

Die Eckdaten zu Etappe 4:
140 km
1.700 Höhenmeter
4:35:10 Fahrzeit
30,5 km/h Schnitt
64,1 km/h Höchstgeschwindigkeit
146 Watt durchschnittliche Leistung
699 Watt max. Leistung
53 % links/47% rechts – Verhältnis links/rechts
22% links/21 % rechts – Gleichmäßigkeit des Tretens
185 Normalized Power (NP)
0,842 Intensity Factor (bis 8,5 ist es ein Ausdauertraining)
324,9 Training Stress Score (werde wohl mehr als 2 Tage brauchen, um alles zu “verdauen”

Morgen Königsetappe. Mit 3.300 Höhenmeter. Verteilt auf 171 km. Wir fahren nach Bayern.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts
#faceyourpassion

PS: dieser Blog kommt etwas verspätet, weil ich mir einen Vortrag von Besi angehört habe. Bitte unterstützt Besi. Mehr Infos auf seiner Webseite www.rad-statt-rollstuhl.de

Ketterechts - mittendrin statt nur daheim

Ketterechts - mittendrin statt nur daheim

Ketterechts - mittendrin statt nur daheim

Ketterechts - mittendrin statt nur daheim

Ketterechts - mittendrin statt nur daheim

Ketterechts - mittendrin statt nur daheim

Ketterechts - mittendrin statt nur daheim

Ketterechts - mittendrin statt nur daheim

Ketterechts - mittendrin statt nur daheim

Ketterechts - mittendrin statt nur daheim

Ketterechts - mittendrin statt nur daheim

Ketterechts - mittendrin statt nur daheim

quaeldich Deutschlandrundfahrt 2015 – Tag 3

Von Flensburg nach Garminsch. 9 Tage. 1.500 km. 20.000 Höhenmeter
Endlich Berge bei der quaeldich Deutschlandrundfahrt

Heute morgen bin ich zur 3. Etappe der quaeldich Deutschlandrundfahrt angetreten. Nach einer etwas längeren Nacht mit partiellen Tiefschlafphasen ob der Kirmes 100m Luftlinie vom Hotel, einer auf 19 Grad heruntergedrehten Klimaanlage, einem halbherzigem Versuch ein Frühstück zu nehmen und einer Ungewissheit, ob ich den Tag überleben werde. Nicht mit Gruppe 1. Auch nicht mit Gruppe 2. Ich wählte Gruppe 4 für die Fahrt in den Harz. Harz 4. (Sickerwitz). Gemütlicheres Tempo. Das wollte ich haben. So waren die ersten Kilometer ein ständiges telefonieren mit meinem Körper. Wie geht es ihm? Das wollte ich wissen. Bin ich zu schnell? Diese Frage stellte ich ihm. Übertreibe ich es? Diese Gewissheit wollte ich nicht hören.

Anfangs rollten wir wieder flach bei brütender Hitze. Diesmal aber trank ich genug. Öffnete mein Trikot schon bald und schüttete mir permanent Wasser über den Kopf bzw. in den Nacken. Wissend ob der Verpfegungsstellen. Track sei Dank. Ich sparte also nicht mit Kühlung. Auch eine Dusche bei der Mittagsverpflegung ließ ich mir nicht entgehen.

Kalte Dusche
Eigentlich wollte ich bei der quaeldich.de Deutschlandrundfahrt nicht nass werden. #ketterechts #dlrf15 #quaeldich
Posted by Ketterechts on Sonntag, 5. Juli 2015

Man könnte sagen ich habe den gestrigen Hitzeschlag als sehr belehrend empfunden. Das Tempo in Gruppe 4 ist eindeutig gemäßigter. So hatte ich Zeit auch viele Videoaufnahmen zu machen. Und mit allen ein wenig zu plaudern.

Das Motto des Tages “Endlich Berge” wurde keineswegs in Frage gestellt. Es ging über das Harzgebirge (Grenzgebiet zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt). Kein Großglockner oder Stilfser Joch. Aber immerhin. Über Elend und Braunlage zog sich unsere Route in Höhen von 500 bis 600 m Seehöhe. Das Sahnehäuptchen war dann der Wurmberg als Stichstraße. Eigentlich wollten wir den Brocken fahren. Aber das wurde uns aus umwelttechnischen Gründen nicht gestattet. Knappe 300 Höhenmeter war uns der Spass auf den Wurmberg wert. Wir kratzten die 900m Seehöhe. Ein Blick auf den Brocken blieben wir uns schuldig. Die letzten paar hundert Meter waren “strade bianche”. Muss nicht sein. War also nicht.

Nach dem Wurmberg noch knapp 30 km bis nach Bad Sachsa. Zuerst fast 10 km bergab der L600 entlang. Dann ein paar Gegenschupfer und das heutige Etappenziel war erreicht. Mir geht’s gut und ich freue mich auf morgen. Abendessen lasse ich aus – Appetit ist noch nicht ganz da.

Von Flensburg nach Garmisch in 9 Tagen, 1500 km und 20.000 Höhenmetern.

Von Flensburg nach Garmisch in 9 Tagen, 1500 km und 20.000 Höhenmetern.

Von Flensburg nach Garmisch in 9 Tagen, 1500 km und 20.000 Höhenmetern.

Von Flensburg nach Garmisch in 9 Tagen, 1500 km und 20.000 Höhenmetern.

An dieser Stelle möchte ich ein paar Zeilen den Helfern dieser Deutschlandrundfahrt widmen. Helfer, die sich täglich für uns Teilnehmer regelrecht den Hintern aufreisen. Jeder Wunsch wird uns von den Lippen abgelesen und erfüllt. Die Mittagsverpflegung unter der Federführung von Volker gleicht einem Schlemmermenü der *****Kategorie. Saures, Süßes, Kaffee, Obst, Musikuntermalung, Dusche, Wasser, Cola, Apfelsaft (Schorle), Dextro Energy. Besonders hervorzugeben sind die Würsteln, welche sich großer Beliebtheit erfreuen.

Neben den Helfern für unser leibliches Wohl, sind auch Helfer da, welche uns mit genügend Flüssigem versorgen. Mehrmals täglich. Da wird jedes Mal ein Zeltlager aufgestellt. Auf die Minute. Abgebaut. Und weiter gehts. Eine logistische Meisterleistung. Danke Angie, Peter, Volker, Franz, Sascha und Daniel. 

Nicht zu vergessen ist die mechanische Unterstützung. Sergej sorgt dafür, dass niemand umsonst in Silles Besenwagen einsteigen muss. Sergej richtet Speichen ein. Sergej ersetzt gebrochene Sattelstüzten, Sergej hat Ersatzlaufräder für Shimano und Campagnolo. Sergej ist ein sehr gefragter Mann. Bei 180 Teilnehmern kein Wunder.

Über die Guides möchte ich mich in den nächsten Tagen auch noch lobend äußern. Aber das ist eine andere Geschichte. Oder besser gesagt, ein anderer Blog.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts

Von Flensburg nach Garmisch in 9 Tagen, 1500 km und 20.000 Höhenmetern.

Von Flensburg nach Garmisch in 9 Tagen, 1500 km und 20.000 Höhenmetern.

Von Flensburg nach Garmisch in 9 Tagen, 1500 km und 20.000 Höhenmetern.

Von Flensburg nach Garmisch in 9 Tagen, 1500 km und 20.000 Höhenmetern.

Von Flensburg nach Garmisch in 9 Tagen, 1500 km und 20.000 Höhenmetern.

Von Flensburg nach Garmisch in 9 Tagen, 1500 km und 20.000 Höhenmetern.

Von Flensburg nach Garmisch in 9 Tagen, 1500 km und 20.000 Höhenmetern.

Von Flensburg nach Garmisch in 9 Tagen, 1500 km und 20.000 Höhenmetern.

Von Flensburg nach Garmisch in 9 Tagen, 1500 km und 20.000 Höhenmetern.

Von Flensburg nach Garmisch in 9 Tagen, 1500 km und 20.000 Höhenmetern.

Von Flensburg nach Garmisch in 9 Tagen, 1500 km und 20.000 Höhenmetern.

Von Flensburg nach Garmisch in 9 Tagen, 1500 km und 20.000 Höhenmetern.

quaeldich Deutschlandrundfahrt 2015 – Tag 1

von Flensburg nach Garmisch in 9 Tage und 1.500 km
Mediale Aufmerksamkeit für die quäldich Rennradreise

Flensburg. Heute Morgen. Lokale Medien sind auf das Spektakel der 7. quäldich Deutschlandrundfahrt aufmerksam geworden. Fotografen und Reporter umzingeln die Meute. Jan gibt als Chef ein Interview und auch Riccarda wird gefragt, wie verrückt muss man sein, Deutschland vom Norden in den Süden zu durchqueren. Bei angesagter Hitzewelle.

Damit die Tour auch einhält, was sie verspricht, sind wir heute unter Polizeischutz von Flensburg kurz über die dänische Grenze gefahren, um dann wieder hinzureisen. Ein großes Trara mit 180 Radfahrern. Wichtig zu sein, macht schon Spass. Später dann gab es die effektive Gruppeneinteilung. Von Gruppe eins bis sechs wurde in drei Minuten Intervallen gestartet. Ziel war Lübeck. 202 km weit entfernt von Flensburg.

Der Wettergott ist vorerst mit uns gnädig. Schickt sogar ein paar Regentropfen. Der Himmel ist bewölkt. Die große Hitze lässt auf sich warten. Gut so. Es geht zuerst recht zügig dahin. Teils monoton. Backsteinhäuser links. Backsteinhäuser rechts. Bäume links. Bäume rechts. Wiesen links. Wiesen rechts. Und alles eben. Relativ eben. Am Ende der 202 km waren immerhin 1000 HM am Garmin. Erstes Highlight des Tages ist die Überquerung der Schlei auf der Lindaunisbrücke. Eine enge Hebebrücke stellt sich uns in den Weg. Eigentlich den Gruppen drei, vier und fünf. Wegen eines technischen Defektes müssen sie warten und der gesamte Tagesplan aller Helfer wird ad absurdum geführt. Verpflegungzeiten inklusive. Zweites Highlight die Überquerung des Ostsee

Knapp vor Eckernförde ändert der Wettergott seine Meinung. Die Wolken verziehen sich und die Sonne Norddeutschlands sticht uns (mir) auf das Köpfchen. Kapitän Jan von quaeldich lenkt uns durch die Innenstadt. Es ist seine Geburtsstadt. Applaus. Wir haben knapp 88 km hinter uns. Dann die Fähre bei Sehestedt. Wir müssen eine Wasserstraße überqueren. Jene, welche die Ostsee mit der Nordsee verbindet. Mein Garmin läuft weiter. Das senkt den Schnitt.Bei km 118 wartet das Mittag essen. Es geht monoton weiter. Die Backsteinhäuser. Die Wiesen. Die Bäume. Die Alleen. Wo sind die Berge. Jene Berge, die ich nicht mag. Sie fehlen mir jetzt. Ich muss noch ganze 3 Tage warten. Ich freue mich jetzt schon sie zu verfluchen.

Essen es ist reichich. Es ist gut. Milchreis. Kuchen. Obst. Und geschmolzene Twix, Mars und Lions. Im Hintergrund ertönen Pavarotti und Friends. Simon Le Bon himself singt mit dem italienischen Tenor Ordinary World. Ich singe mit. Dank Playback im Hintergrund klingt das ganz vernünftig. Für mich zumindest. Der Rest ist nicht wirklich begeistert. Ich werde geduldet. Ich hau mir wieder die Wampe voll. Trotz Vorsätze. quäldich Rennradreisen sind Schlemmer- und keine Diätreisen. Nein sagen ist schwer.

Weiter gehts. 15 Höhenmeter rauf. 20 Höhenmeter runter. 15 Höhenmeter rauf. 20 Höhenmeter runder. Und so weiter. Und so fort. Die meiste Zeit zeigt mir Garmin an, dass wir uns unter dem Meeresspiegel befinden. Deshalb sind meine Ohren auch zu. Und das auftauchen, vulgo 15 Höhenmeter und mehr aufsteigen muss langsam erfolgen. Damit keine Luft ins Blut kommt und die Dekompressionskammer ruft.

Mittlerweile haben wir einen guten Rückenwind. Die Geschwindigkeit ist dementsprechend höher. Wir sind knapp 6 Stunden Fahrzeit unterwegs und es fehlen noch ca 12 km bis zum Hotel in Lübeck. Wir verfahren uns, müssen ein paar Hundert Meter gegen den Wind auf die richtige Route zurück und landen mit einem Schnitt von über 30 km/h an unser Etappenziel.

Das Gepäck ist schon da. In Gitterboxen. Nach Gruppen unterteilt. Wer sein Gepäck heute morgen ordentlich und pünktlich in die Gitterbox gehoben hat, der findet es jetzt 202 km später hier wieder. Ich schnappe mir meines, gehe ins Zimmer und fange an auszuwerten, was ich im Laufe des Tages so alles aufgenommen habe. Es ist viel. Sehr viel. Dank lahmen Internets kann man noch nichts davon sehen. Die Spannung bleibt also aufrecht. Gerne könnte ihr später mal vorbeischauen. Morgen. Vielleicht ist in Wolsburg High Speed Internet wirklich High Speed.

Wir lesen uns.
Cristian Gemmato aka @_ketterechts

PS: Seit heute habe ich meinen Punkt in Flensburg. Einen Standpunkt.

quaeldich Deutschlandrundfahrt 2015 – Tag 0

Von Flensburg nach Garmisch durch ganz Deutschland in 9 Tagen
Idylle in Flensburg

Tag 0. Es ist 2320 und ich bin seit 0430 munter. Also ziemlich lange. Über 12 Stunden von diesem ziemlich lange bin ich im Zug gesessen. Gestrandet in Flensburg. Das liegt auch ziemlich im Norden an der dänischen Grenze. Hier startet morgen die 7. quaeldich Deutschlandrundfahrt. In neun Tagen wollen wir in Garmisch sein und auf der Zugspitze die Sau rauslassen. Sofern wir noch die Kraft dazu haben.

Eigentlich wollte ich schon schlafen gehen. Aber hier oben ist es so lange hell. Das hat mit der Sonne zu tun. Weil diese ja am 21. Juni hier in der Nähe war, um sich dann wieder Richtung Süden zu vertschüssen. Habe ich in der Schule gelernt. Dann schreibe ich halt noch einen Blogbeitrag einen kurzen. Bin echt müde und dehydriert. Vor allem die Fahrt mit dem Regionalexpress von Hamburg nach Flensburg. 120 Minuten Sauna. Ein überfüllter Zug und mittendrin statt nur daheim ich mit meinem Rad. Ohne Klimaanlage. Alle verfügbaren Fenster offen. Ein Zugluft der Sonderklasse. Und ich verschnupft wie im tiefsten Winter. Super Ausgangslage.

Morgen 215 km mit 200 Höhenmeter. Also relative flach. Es wird windig. Von wo der Wind kommen wird, wissen wir nicht. Wenn er von hinten kommt, dann sind wir schnell in Lübeck und könnten dort baden gehen.

Selbstverständlich werde ich darüber berichten. Nicht jetzt. Es ist 2328 Uhr und es ist endlich dunkel draußen. Gute Nacht. Wir lesen uns.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts
#faceyourpassion

Die quaeldich Deutschlandrundfahrt 2015.

Von Flensburg nach Garmisch mit Ketterechts - dem Rennradblog
Flensburg – Garminsch. 9 Tage, 1500 km, 20.000 HM

Diesen Freitag geht’s los. Die letzten Vorbereitungen sind voll im Gange. Gestern habe ich mein wiederhergestelltes Rennrad auf eine Installationsrunde gejagt. Garmin Vector 2S, Garmin EDGE1000 und die neue Garmin Virb XE sind miteinander synchronisiert. In Summe war es ein leichtes Spiel. Zu frisch ist noch die Einschulung von den Jungs von Garmin Deutschland beim Velothon in Berlin. Aber um ehrlich zu sein: Ein paar mal habe ich schon richtig geflucht. Geduld ist nicht unbedingt eine meiner Tugenden.

Etwas Bammel habe ich ob der Tatsache, dass am Rad sehr viel Elektronik montiert ist. Ballast würde der Freak sagen. Zwischen ein und zwei kg sind das schon. Die ganzen technischen Features im Auge zu behalten, hindert mich hoffentlich nicht daran in die Pedale zu treten. 1.500 km in 9 Tagen sind keine Spazierfahrt. Und auch die 20.000 Höhenmeter müssen erst einmal gestrampelt werden. Was tut man aber nicht alles für schöne Bilder und Aufzeichnen. Eben. Und das ist ja das Ziel und der Zweck meiner persönlichen Reise vom Norden Deutschlands in den Süden.


Heute wird noch gepackt. Ich darf maximal 13 kg mitnehmen. Diese Gewichtregel gilt für alle 180 Teilnehmer. Sonst überladen wir den 7,5 Tonnen Sattelschlepper. Dieses Monster ist da, um unser Gepäck von Etappenort zu Etappenort zu transportieren. Und diese Gewichtsregel ist nicht einfach einzuhalten. 3 – 4 Garnituren feinste Ketterechts Panier, Regensachen, Westen, Ärmlinge, Ersatzmaterial, frische Unterhosen, Ketterechts T-Shirts, Freizeithosen und -schuhe … Ich tippe mal ganz stark auf Übergebäck. Fünf kg mindestens. Auch mein Rennrad muss ich noch verpacken. Ich nehme es als Handgepäck mit in den ICE von Wien nach Flensburg über Würzburg und Hamburg. Ganze 12 Stunden sitze ich morgen im hoffentlich klimatisierten und pünktlichen Zug. Zwei mal umsteigen. In Würzburg nur 6 Minuten Zeit, Zug zu wechseln. Das gebuchte Sparticket ist zugebunden. Ich muss also im Zeitplan bleiben. Oder ein Neues Ticket kaufen. In Flensburg fehlen mir dann noch 10 km bis ins Hotel. Öffentlich? Wenn es das gibt ja. Mit dem Fahrrad und den Koffer hinterherziehen? Kaum machbar. Es wird also ein langer Tag. Aber die Vorfreude ist groß.

Zu guter Letzt ein paar nicht zu ernst gemeinte Tipps, damit die quaeldich Deutschlandrundfahrt 2015 unvergesslich wird:

  • Immer Voraus schauen: Vom ersten Tag weg schon über Schwierigkeiten der nächsten Tage oder sogar der Schlussetappe diskutieren. Aus kleinen Mücken riesige Elefanten machen. Das zermürbt die Gegner und macht sie schwach. Sie kriegen Angst.
  • Fressen: quaeldich Rennradreisen sind auch bekannt als Schlemmerreisen. Frühstück- und Abendbuffets verleiten zu großen Sünden. Das ist gut so. Weil man nicht selber kochen muss. Und etwas Übergewicht am Ende der Tour macht die Leiden in den Alpen größer.
  • Auf das Essen achten: Das Beste ist nicht gut genug. Koste alles. Vermische alles. Am besten du fängst abends beim Süßen an. Da steht meistens keiner Schlange. Dann kannst du dich langsam von den Beilagen über die Hauptspreise bis zur Vorspeise und Suppe vorarbeiten. Zum Schluss den Salat nicht vergessen.
  • Kein Sonnenschutz: Eine solche Tour ist perfekt, um die Formbräune an Beinen und Armen zu verstärken. Das geht am besten ohne Schutz. Stell dich möglichst oft und möglichst lange unter die pralle Sonne. Meide den Schatten. Trage zudem Schwarze Kleidung. Schweiß und Sonne sind perfekt für die Haut.
  • Immer im Wind fahren: Mitten in der Saison sind die Kräfte noch da. Also zögere nicht und zeigt dich. Egal ob es dann zu einer Überform kommt. Es zählt der Moment. Jede Ortstafel, jeder Bergwertung, jeder Etappensprint. Denke wie ein Kannibale. Das alles kannst du haben.
  • Scheiß auf Tourbuch: Überraschung ist alles. Attackiere an jedem Anstieg, jedem Hügel, jedem Berg ohne zu wissen, wie lange er ist und wie hoch es hinaufgeht. 
  • Jammere auf hohem Niveau. Mach aus allem ein Drama. Die Welt braucht Helden. Bringe Mückenstiche ins Spiel. Oder eine verrutschte Bettdecke. Mach deine Story draus. Wie du diese Schwierigkeiten überwunden hast, wie du das überlebt hast.
  • Genieße die Tour: sei der Letzte, der am Abend ins Bett geht. Erfreue dich der lokalen Bier- und Weinsorten. Es ist schließlich dein Urlaub.
  • Heldenekurbel: Nur mit einer solchen kannst du in den Olymp aufsteigen. 53/39 und 11/25 sind dabei das äußerste Maximum. 
  • Zusatzrunden: Imponieren mit täglichen Zusatzrunden. Vor dem Frühstück oder nach Etappenschluss. Hole dir noch die einer oder andere örtliche Stravawertung. Irgend einen kurzen knackigen Berg gibt es in jeder Ortschaft. Achte dabei darauf, dass die Steigung eine zweistellige Prozentzahl aufweißt. Mit vorne einer zwei.

Bevor ich es noch vergesse: Fahre Kette rechts. Immer. Oder probier es zumindest.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts
#faceyourpassion

PS: der offizielle Hashtag für die quaeldich Deutschlandrundfahrt ist #dlrf15. Damit kann man auf Twitter, Facebook und Instagram die Tour verfolgen.