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So ticken Bahnradfahrer – eine wertfreie Anlayse unterschiedlicher Charaktere.

Von Montag bis Freitag. 1500 bis 2000 Uhr. Das Dusikastation ist beliebter Treffpunkt der Spezies Bahnradfahrer. Im engsten Kreis. Auf engstem Kreis. 250 Meter. Wer schwindelfrei und laktattolerant ist, betritt regelmäßig das Oval im 2. Wiener Gemeindebezirk. Seit letztem Jahr, auch dank der Initiative von Bernahrd K, ist es an manchen Tagen enger als üblich. Viele Kohl Boys sind durch das Schnuppern zu Stammkreiser geworden. Nicht alle aber beherrschen die geschriebenen und ungeschriebenen Gesetze die hier herrschen.

Jeder, der eine Lizenz löst und seine Keycard ordnungsgemäß für den Eintritt nutzt ist frei, sich zu bewegen wie er will. So lange eben keine Mitdreher gefährdet und genötigt werden. Damit das nicht passiert gibt es Hallenregeln. Diese hat man zur Kenntnis zu nehmen und zu akzeptieren. Einzig allein das Demütigen ist erlaubt. Weil es ja Radsport ist. Für Egoisten. Ich denke, dass beim Bahnradsport fast so viele solcher jener unterwegs sind wie beim Triathlon. Auch wenn ich die Tendenz zu Team- und Gemeinschaft nicht verleugnen kann. In den Pausen.

Trotzdem sind es unterschiedliche Typen (und Innen) welche auf der Bahn ihre Runden drehen. Hier mein komplett wertfreier Versuch sie zu kategorisieren. Nomen est omen.

Der Vornefahrer: Er besticht durch seine Konstanz und Präzision. Wie ein schweizer Uhrwerk spult er seine Runden ab. Meist an der blauen Linie. Mit genialer Linienführung. Wattgesteuert. Im 60 Minuten Takt. Mit Scheuklappen. Nichts bringt ihn aus dem Tritt. Den runden. Weder links von ihm noch rechts von ihm. Der Vornefahrer ist leicht an seinem Schwanz zu erkennen. Jenen, den er in seinem Windschatten mitschleift. Die Länge des Schwanzes variiert je nach Geschwindigkeit. Je schneller, desto kürzer.

Der Nievornefahrer: Dieser ist vergebens vorne im Wind zu finden. Sein bevorzugtes Terrain ist das Schwanzende. In sicherer Position. Seine Stärke ist die Mathematik. Perfekt rechnet er sich aus, wie lange es brauchen wird, bis er durch das regelmäßige abwechseln in der Führung – sofern kein Vornefahrer die Gruppe lenkt – nach vorne gespult wird. Spätestens in Position 3 verabschiedet er sich. Nach unten oder nach oben. Um wenig später wieder am Schwanzende aufzutauchen. Damit beginnt das Spiel wieder von vorne.

Der Vornewegfahren: Der Vornewegfahrer wird in der Gruppe wie üblich pö a pö nach vorne gespult. Sobald dieser Typ dann Wind spürt, beschleunigt er aus der Spitze heraus. Ob wegen des Windschattens, der Euphorie, des Egos oder was auch immer. Schnell hat er die Reisegeschwindigkeit der Gruppe um mindestens 2 bis Spitzen von 5 km/h erhöht. Ganz zum Verzweifeln der Hinterihmherfahrer, welche sich genötigt fühlen auch das Tempo zu verschärfen, um den Anschluss nicht zu verlieren. Diese Fahrer tragen nicht wirklich zur Harmonisierung der Gruppe bei. Spätestens nach 2 – 3 Runden sind die Vornewegfahrer dann aber wieder eingeholt. Ihr Schicksal wird mit dem Durchreichen nach hinten besiegelt. Bis sie wieder vorne sind.

Der Nebeneinanderfahrer: der Nebeneinanderfahrer hat in den meisten Fällen ein Teamtrikots. Zum Beispiel eines deutschen Reifenherstellers. Oder mit einer rot-weiß-roten Banderole um die Brust. Zu beobachten ist er logischerweise im Rudel. Leicht verwandt mit den Vornefahrern – jedoch mit gemäßigterem Tempo, ist Quatschen das primäre Ziel. An der blauen Linie. Wo er ja laut Hallenordnung auch seine Spezialität trainieren darf.

Der Ichfahreschonseitzwanzigjahren: Auch bekannt als Besserwisser oder Ständignörgler. Dieser Typ ist der geheime Chef. Im Innenfeld und auf der Bahn. Weiß alles. Kann alles. Tut alles. Sein besonderes Kennzeichen: Tiefe Blicke beim Überholen. Frei nach dem Motto „Ich weiß wo dein Auto steht“. Sanktioniert die kleinsten Vergehen mit Zeigefinger und Ermahnung. Egal ob zu frühes Absteigen oder das Überfahren einer Linie um Millimeter. Besonders allergisch reagiert der Ichfahreschonseitzwanzigjahren auf die Nebeneinanderfahrer.

Der Stresser: Dieser Typ kann sich schwer entscheiden. Zu sehen immer und überall. Ständig hält er Ausschau auf schneller Gruppen, um diese ohne Rücksicht auf Verluste aus der bestehenden einzuholen und mitzufahren. Egal ob diese unter oder oberhalb vorbeifährt. Hinterlässt in jedem Fall immer ein Loch, welches von den hinter ihm fahrenden geschlossen werden muss. Besonders Merkmals des Stressers ist auch sein unkonventioneller Stil am Rad. Arschhüpfen deluxe.

Der Schrauber: Diese sympathische Spezies verbringt die meiste Zeit im Innenfeld. Ausgerüstet mit jeder erhältlichen Größe an Imbus- und Schraubenschlüsseln kann er innerhalb kürzester Zeit Zahnkränze und Kettenblätter wechseln, Ketten tauschen, Hinterräder wechseln und Vorbauten ummontieren. Kommt meistens auch mit mehreren Taschen gefüllt ins Stadion. Bedruckt mit italienischen und französischen Wörtern wie Campagnolo und Mavic.

Die Kilometerfresser:  Kurz nach 1430 Uhr, sofern der Hallenwart gute Laune hat, betritt der Kilometerfresser die heilige Halle. Noch bevor das Licht eingeschaltet ist er schon bereit Runden zu drehen. Am liebsten täglich. Was ja nicht geht. Deshalb auch die oft vorherrschende schleichte Laune. Gegen 1800 Uhr hat der Kilometerfresser bereits 100 km am Tacho. Leicht zu erkennen ist der wahre Kilometerfresser an der Aussage „ein paar Runden fahre ich noch – habe ja noch 1 Stunde Zeit“. Eben, nachdem 100 km bereits am Tacho sind.

Natürlich lässt sich diese Aufstellung beliebig erweitern. Vielleicht mache ich es auch noch. Stay tuned.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts
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Ironman 24.12

Einst lebte in der kleinen Stadt Nazareth Josef, ein fleißiger und sehr talentierter Triathlet. Er lebte dort mit seiner Frau Maria, ebenfalls Triathletin, und seinen 4 Carbonrädern.

In jenen Tagen ergeht ein Befehl des römischen Kaisers Augustus. Alle Triathleten des Reiches müssen sich für die Jahreslinzenz in einem Verzeichnis eintragen. Für Josef und seine Frau bedeutet dieser Befehl: Sie müssen sich in der Stadt Bethlehem im Süden des Landes in diese Liste eintragen lassen, weil Josef ursprünglich aus Bethlehem stammt. Von ihm würde der Triathlonverband die Reise wohl verlangen. Nazareth – Bethlehem, das sind: 3,8 km Schwimmen. 180 km Radfahren unx 42,196 km laufen. Doch muss die schwangere Maria auch diese anstrengende Reise machen? Außerdem ist es doch die kalte und trainingsarme Jahreszeit, und von Nazareth nach Bethlehem geht es oft durch unwegsames Gelände. Und wo würde man auf der Reise Wechselzonen und Labstationen finden? Fragen, die in keiner Wettkampfbesprechung erörtert werden.

Doch keine Bitte um Schonung der Frau hilft. Ob krank, ob schwanger oder hoch betagt – wen interessiert von den Funktionären die Not der Athleten? Und wer kann sich in ihre Sorgen einfühlen? Niemand. Das sind ja selber keine  Sportler. Der Statthalter Roms – ein übergewichtiger Wichtigtuer – hat es so befohlen, und deshalb muss sich die ganze Familie Josefs mitten in der kalten Zeit mit Schwimmbrille, Schwimmhaube, Neopren, Rennrad und Laufschuhe auf die beschwerliche Reise machen. Mit ihnen ein Esel, welcher das gesamte Gepäck zu tragen hatte. Es ging zuerst durch den See Genesareth. Josef war in der 2. Startwelle. 15 Minuten hinter den Pro`s. Zwei Runden à 1,8 km inklusive Landgang. Kurzfristig war das Schwimmen im Toten Mehr – inklusive Neoverbot angesetzt gewesen. Diese Idee wurde aber dann verworfen.

Nach dem erfolgreichen Schwimmen warteten 180 flache Radkilometer Richtung Süden. Josef war mit einer Übersetzung von 54 vorne und 11/25 hinten unterwegs. Recht flott. Etliche auf Eseln reitenden Marshalls waren darauf bedacht, das Windschattenverbort rigoros einzufordern und bei Verstoß mit gelber, roter oder schwarzer Karte ahnden. Die Penalty Box war jeweils ein mit römischen Soldaten bewachtes Zelt. In diesem Zelt warteten Brot und Spiele. Ein Grund warum kein Athlet sich des Windschattenfahrens bemächtigte. 

Den anschließeden Marathon rund um Bethlehem schaffte Josef dann auch noch. Es ging durch die engen Gassen. Vorbei an den Ständen heimischer Markanbieter. Quasi ein Spalier. Wie zu Zeiten der Tour de France rauf auf Alp d’Huez viele, viele Jahre später. Der Kurs war schwer weil die Bodenmarkierungen kaum sichtbar waren. Die Römer hatten Sie auf Wände gemalen. Doch die vielen Menschen versperrten die Sicht. So wusste Josef nie wo er gerade unterwegs war. Polar und Garmin waren zu dieser Zeit noch nicht am Markt. Josef lief nach Gefühl und nach freiem Platz.

Josef erreichte noch in der Karenzzeit die Finish Line. Seine Frau Maria wartete schon dort. Sie hatte ein obligates DNF. Die Schwangerschaft zwang sie zur Aufgabe. Erschöpft und durchgefroren waren nun beide in Bethlehem. Vergebens suchten Sie die Ziellabe und das Sanitätszelt. Finisher Medallie und Finisher Trikot gab es auch noch nicht. Das sollte man erst viele viele Jahre später erfinden, um die horrend hohen Startgebühren zu rechtfertigen.

Beide sehnen sich jetzt nur noch nach einer warmen Unterkunft, um etwas zu schlafen und Nudeln zu essen. Die Lizenz würden sie erst morgen bekommen. Eine Übernachtung ist deshalb Pflicht. Auch eine Idee, welche die kaufmännisch orientierten Ironman Veranstalter von heute aufgegriffen haben. Je länger Athleten an einen Ort gebunden werden, desto höher ist die Wertschöpfung für die Region.

Doch wer wird sie aufnehmen. Maria und Josef hatten kein Internet. Es gab überhaupt kein Internet. Und auch keine Buchungsplattformen. Maria und Josef hatten also noch keine Unterkunft buchen können. Die Familie geht deshalb von einer Herberge zur anderen und klopft an. Doch eine hochschwangere Frau? Sie könnte jeden Augenblick das Kind zur Welt bringen. Wer fühlt sich ein in die Athleten und ihre Not, die nur um einen bescheidenen billigen Schlafplatz bitten und ihre Räder auch noch mit ins Zimmer bringen wollen? Das bringt Probleme, so denkt sich der kaltherzige Hotelier. Und so kommt es dann: In einem Quartier nach dem anderen werden sie abgewiesen. Niemand möchte die arme Triathlon-Familie samt der Carbonräder aufnehmen.

Maria, Joseph und der tapfere Esel ziehen hilflos durch die Straße. Maria spürt, wie sich das Kind in ihrem Körper bewegt und geboren werden möchte. Soll sie es nun etwa im Expo Gelände auf die Welt bringen? Und würde es nicht gleich erfrieren in der großen Kälte ohne Dachüber dem Kopf? Maria fleht in ihrer Verzweiflung in ihrem Inneren zu Gott um Hilfe.

Die Dunkelheit bricht bereits herein, und als Joseph ein weiteres Mal anklopft, öffnet eine Wirtin, ebenfalls Triathletin, die Türe. Sie sieht die Not der Familie und denkt sich: „Wenigstens in unserem Stall könnte ich sie unterbringen.“ Und sie sagt: „Ein Zimmer habe ich nicht. Aber einen brüchigen Stall. Dort sind einige Tiere untergebracht. Dort könnt ihr bleiben in der Nacht, wenn ihr das wollt!“


Da beginnen bei Maria auch schon die Wehen. Puls anerob. In Intervallen. Die junge Frau liegt mitten im Stroh für die Tiere, und sie hat starke Schmerzen. Kein Arzt und keine Hebamme sind zur Stell. Kein Rotkreuz Mitarbeiter. Niemand. Aber Maria ist tapfer. Sie denkt an die vielen Zieleinläufe. Auf die leztzte Kilometern der diversen Marathons. „Wenn ich das geschafft habe, dann schaffe ich auch diese Geburt.“ Maria gibt sich kämpferisch. Josef steht ihr bei. Holt ihr immer wieder einen Becher Wasser. Schüttet diesen Maria über den Kopf. „Nur nicht aufgeben“, schreit er. Mit lauten Klatschen pusht er Maria auf den letzten Wehen zur Höchstleistung. 


Und so nehmen die Ereignisse ihren Lauf. Noch in dieser Nacht bringt Maria Jesus mitten unter den Tieren zur Welt.Der Retter ist da.

 

Frohe Weihnachten und Kette rechts.

Raus oder rauf? Wenn der Winter das Rennradfahrerherz zerreißt.

„Sommersportler werden im Winter geformt.“ Dieses irgendwo aus den Tiefen des Internet gefischte Zitat hat mich dazu bewogen, hier wieder ein paar Zeilen zu schreiben.

Radsport als Ganzjahressport. Weil es heutzutage keine Ausreden mehr geben kann. Klima und Industrie eröffnen uns* ganz neue Möglichkeiten. Wärmere Winter und wärmere Kleidung. Trockenere Winter und trockenere Kleidung. Des Rennradfahrer Feindes in der kalten Jahreszeit ist einzig und allein der innere Schweinehund. Und der Schnee. Nicht der auf der Straße. Der in den Bergen. Der Powder. Frisch. Flockig. Leicht. Hier hat das Rennrad, egal ob Straße, MTB, Crosser oder Bahn, einfach keine Chance. Einfache Regel der Physik. Verzichten? Schwer. Unmöglich. Ein Aufstieg in der unverspurten Natur. Eine Abfahrt. Freeriding. Sonntags. Leider geil.

Was sich herrlich anfühlt ist aber eigentlich eine schwere Entscheidung. Eine, welche Gewissensbisse nährt. Eine, die nicht leichtfertig getroffen werden darf und kann. Sie muss überlegt sein. Rennrad oder Freeriding? Pro und Contra. Rennradler werden im Winter geformt. Grundlage oder Vergnügen? Mögen die Insider jetzt protestieren. Ja, auch der Aufstieg ist eine Art des Trainings. Ein gutes Training habe ich mir sagen lassen. Aber ich bin kein Tourengeher. Ein paar hundert Höhenmeter hinauf ja. Vom  letztmöglichen Punkt, der mit einer Aufstiegshilfe erreicht werden kann. Und das ein paar Mal. Vielleicht auch ein paar Mal mehr. Ski am Buckel. Samt Rucksack ein schönes Gewicht. Dazu noch die schweren Skischuhe. Ok. Krafttraining für die Beine. Kann auch nicht schaden. Aber es ist kein Rennrad fahren. Die Profis fahren im Winter auch nicht in die Alpen. Sie fahren in den Süden. Eben weil sie sich im Winter für den Sommer formen. Und sogar die Skifahrer, fahren im Sommer mit dem Rad. Um sich für den Winter zu formen. Grundlagentraining. Das perfide Zauberwort. Freeriding ist kein Grundlagentraining. Skifahren ist kein Grundlagentraining.

Warum ist denn alles so kompliziert? Warum habe ich mehrere Leidenschaften? Es ist schon schwer, Schwimmen und Laufen mit den Rennrad fahren zu kombinieren. Was ich ja eh nicht mache und vernachlässige.  Wenn also der Tiefschnee lockt, dann packt mich das schlechte Gewissen. Es zerreist mich innerlich. Raus oder rauf?

Egal. Jetzt einmal Weihnachtkekse essen. Viele. Sehr viele. Das hilft. Denn das schlechte Gewissen verlagert sich dann auf die Ansicht der Wampe und den Gürtel, der jetzt weiter geschnallt werden muss. Problem verschoben. Problem aufgehoben. Es muss nach Weihnachten Grundlagentraining her. Rennradler werden im Winter geformt. 

Stay tuned.
Cristian Gemmato aka @_ketterechts

*ich, ihr, wir.

Cyclocross – mein Selbstversuch.

Ein Crosser auf den Schultern. Premiere im Querfeldein.

Endlich. Höchste Zeit. Viel zu spät. Warum nicht gleich. Cyclocross. Querfeldein. Crosser. Gemüse. Ich habe es getan und mich auch in dieser Disziplin entjungfernt. Yuppie Du. Bei Kaiserwetter. An einem der sonnigsten November Sonntage. Der Vorletzte. Nächste Woche ist der 1. Advent. Strahlend blauer Himmel. Angenehme Temperaturen. Herzklopfen. Aufregung.

Dieses Mal bin ich dem Ruf von Bernhard Kohl gefolgt, der das Cyclocross Schnuppertraining ausgerufen hat. Ich habe mich gleich angemeldet und das Beste vom Besten nach bewährter Ketterechts Philosophie reservieren lassen. Ein Ridley Crosser Model 2015. Genauer gesagt das Ridely X-Fire. Disc. Mit Shimano Ultegra. Als ich pünktlichst um 0930 bei der Brigittenauer Bucht ankam, stand es schon dort. Für mich reserviert. Mit meinem eigenen Namen. Falsch geschrieben. Aber immerhin. Eigentlich wollte ich schon früher dort sein, aber ich bin ca. 30 Minuten zwischen der A22, der Brigittenauer Brücke und den Katakomben des Vienna Int. Center umhergeirrt. Nicht ganz freiwillig. Ortskenntnisse. Nie von Nachteil. Navigationsgeräte sind keine Allekönner.

Egal. Ich war dort. Shimano Pedale drauf (uralte SPD 535er), Sattel etwas einstellen. Nach Gefühl. Schuhe an. Und schon war ich bereit. „Es gibt 2 Grundregeln“, erklärt man uns. Ich lausche jenen, die sich auskennen. Zuerst zeigt man uns, wie man ein Crossbike trägt. Ja. Man trägt diese Räder. „Es ist eine Mischung aus Radfahren und Laufen“. Und da man bekanntlich mit den Beinen läuft, muss man derweil das Fahrrad tragen. Schieben ist verpönt. Und langsam. Griff 1 und 2 sind leicht zu merken. Wichtig ist das Rad stabil zu halten und sich nicht selber im Weg zu stehen. Entweder auf der Schulter oder neben sich her.

Dann ging es schon los. Ich hatte vorerst einmal große Probleme mit der Shimano Schaltung. Wie immer. Darüber habe ich schon so oft berichtet. Als alter Campagnolo Fan ein Graus. Erste Gerade. Erster kleiner Hügel. Erste Spitzkehre. Erste Berührung mit dem Boden. Auf die Goschn gefallen. „Du darfst nicht so stark einschlagen. Vor allem, wenn es bergauf geht,“ ein gut gemeinter Ratschlag. Aber zu spät. Ich lass mich nicht unterkriegen. Fahre weiter. Suche vergebens jedes Mal in die Pedale zu kommen. Der tiefe Boden hindert mich. Besser gesagt hindert er die Schuhe eine Verbindung mit dem Rad herzustellen. Irgendwie geht es aber doch.

Wenig später gleich das nächste Hinderniss. Eine Uferdamm muss passiert werden. Nicht gerade aus. Sondern zuerst hinunter und dann wieder hinauf. Ca 5 Meter freier Fall. Und dann das selbe wieder steil nach oben. Mit dem Rad. Unten nur eine Kehre Zeit Schwung zu holen. „Den Schwung mitnehmen“, wieder so ein Tipp. Die Frage ist nur wohin den Schwung mitnehmen. Nach links hinauf oder gerade aus in die Absperrung? Ich werde es gleich erleben.

Scheibenbremsen. Was für eine göttliche Gabe. Der freie Fall ist halb so schlimm, wenn man sich auf eine gute Bremsleistung verlassen kann. Ich drücke voll zu. Das Hinterrad blockiert. Es rutscht. Ich rutsche. Die Fliehkraft drückt mich nach unten. Mein Hintern verlängert sich in die Gegenrichtung. Ich brauche einen Ausgleich. „Unten kurz die Vorderbremese aufmachen“. Ich erinnere mich. Öffne diese und kann das Rad in die richtige Fahrtrichtung lenken. Drei Pedaltritte und dann das Vermeintliche. Absteigen. Rad heben und rauf laufen. Ich bin kein Superman. Zum Glück habe ich gute Schuhe. Mit Stollen vorne. Vier Stück zu Beginn. Drei Stück am Ende. Der eine ist irgendwo noch in der Brigittenauer Bucht. Bitte komm heim.

Die zwei Schlüsselstellen des Rundkurses habe ich schon mal überlebt. Ohne mein zuvor im UKH Meidling vorsichtshalber reserviertes Zimmer beanspruchen zu müssen. Der Rest ist dann ein Herantasten. Asphalt. Schotter. Wiese. Und ein Hinderniss. Eine 30 cm hohe Absperrung. Laut vieler Youtube Videos könnte man so etwas überspringen. Könnte man. Ich lasse diese Erfahrung aus. Nehme diese Hürde, so wie man mir es gezeigt hat. Nicht schnell, dafür umso eleganter. Den Boden küsse ich nicht. Ich bin ein Naturtalent. Ja.

Auf. Ab. Links. Rechts. Rauf. Runter. Cyclocross macht sehr viel Spass. Und ist anstrengend. Die kurzen knackigen Anstiege haben es in sich. Intervalltraining Deluxe. Von Runde zu Runde werde ich schneller und sicherer. Fast zu sicher. In der zweiten Runde passiert es fast. Die Spitzkehre vom ersten Sturz wird mir zum Verhängnis. Vollgas rauf. Vollgas nach rechts. Fliehkraft nach hinten. Ich stürze über die Abgrenzung. Drehe mich in der Luft und sehe einen großen Stein. Gedanklich habe ich ihn schon am Helm. UKH ich komme. Reflexartig drehe ich den Kopf auf die Seite. Beim Aufprall am Boden verfehle ich den Stein um ein paar Zentimeter. Danke Schutzengel. Ein Zeichen? Ich ignoriere es. Weiter gehts. Taste mich immer mehr an meine Grenzen heran. Diese sind in der Technik. Aber ich schlage mich tapfer. Mit der GoPro. Video folgt.

Der Rennkurs füllt sich. Cyclocross scheint doch keine Randsportart zu sein. Kurz vor dem Rennen tummeln sich gestählte Körper und teure Carbonräder. Aller Marken. Ich bekomme das Bedürfnis mich mit all diesen Menschen messen zu wollen. Doch meine Freude wird gedämpt. Ich dachte, das Rennen mitfahren zu dürfen. Habe in der Ausschreiben da wohl was überlesen. Aus Freude. Zu großer Vorfreude. Und/oder hieß es. Schnuppertraining und/oder Schnupperrennen. Das Schnupperrennen aber unter Bedingungen. Ein Rad anzahlen. Es dann beim Rennen crossen. Danach zurückgeben und ab 30.11. dann im Empfang nehmen. Mit der Restzahlung. Bernhard Kohl persönlich erklärt mir das alles. Ohne zu sehen, wie traurig meine Augen waren, als ich diese Hiobsbotschaft hörte. Kein Rad. Kein Rennen. Schade. Ich hätte sicher nicht als Letzter die Ziellinie überquert.

Get lucky. Cross it.
Cristian Gemmato aka @_ketterechts

Wenn Rennrad fahren nichts mehr mit Rennrad fahren zu tun hat.

Redaktionstreffen von quäldich.de. Ich war dabei. Hätte ich gewusst, was mich erwartet, würde ich an dieser Stelle einen ganz anderen Blogbeitrag verfassen. Mit Rennrad fahren hatten 2 von 3 Ausfahrten nichts zu tun. Wer kann schon wissen, dass wo quäldich drauf steht auch wirklich quäldich drinnen steckt.

Donnerstag Anreise. Akklimatisierung. Es sind noch nicht alle da. Die Schweizer fehlen. Die Norddeutschen kommen ob der längeren Anreise später. Der Abend bleibt gemütlich. Auch weil der Kühlschrank noch leer ist. Dafür ist der Getränkevorrat so wie er sein muss. Freitag. Es regnet. Das haben wir gewusst. Dann hört es auf. Von Null auf Rennraddress in wenigen Minuten. Die Meute schart in den Löchern. Reto hat (s)eine Tour ausgesucht. Wir folgen ihm. Es geht zuerst nach Immenstadt. Von dort rauf auf den Mittagberg. RAUF. Großgeschrieben. Der Mittagberg sind knapp 700 HM auf 4,3 km mit einer Durchschnittssteigung von 15,06%. Teilweise kraxeln wir die Rodelbahn nach oben. Der Rest ist im Winter Skipiste. Der Asphalt in erbärmlichen Zustand. Ein Flachstück von ca. 5 m ist keine Hilfe. Oben schütteln wir alle den Kopf. Das hat mir Rennrad fahren nichts zu tun. Wir sind uns einig. Hinunter brauchen wir gleich lang wie nach oben. Dauerbremsen.  Wir streichen die Auffahrt auf die Grüntenhütte. Kein Bock mehr auf Stichstraßen. Rollen statt dessen im Allgäu ein wenig auf und ab. Zurück in der Bleibe geht es den Nudeln an den Kragen. Der nächste Tag soll ein Laktatgemetzel werden. Den internen Codenamen dafür, darf ich aus Jungendschutzgründen hier nicht anbringen.

Samstag. Wir fahren zuerst 112 km nach Bludenz (!!!). Mit dem Auto. Von dort mit den Rennrädern auf die Silvretta Hochalpenstrasse. Lukas attackiert noch in der neutralisierten Zone. Jan und Roli folgen. Ich sehe die drei erst wieder oben auf der Bieler Höhe. Mit Tobias und Reto ziehe ich bis an den Fuß der Hochalpenstrasse. Dann sind die beiden auch weg. Ich sehe sie erst wieder oben auf der Bieler Höhe. Bis dorthin sind es insgesamt 1500 HM am Stück (von Bludenz aus). Unzählige Kehren und ein herrlicher Anblick je höher man nach oben kommt. Höhepunkt die Sicht auf den schneebedeckten Piz Buin. Es ist der 18. Oktober 2014. Oben auf 2.036m hat es 14 Grad. Ich habe eindeutig zu viel an. Weil ich die Ärmlinge vergessen hatte, bin ich mit dem Winter Langarmtrikot losgefahren.

Wiedervereint machen wir uns auf den Weg durch das Panznauntal nach Pians. Die Zeit eine Packung Manner Schnitten zu verschlingen geht sich gerade noch aus. Ein paar Serpentinen und schon sind wir in Galtür. Jetzt wird gekreiselt. Und gebolzt. Ich halte mich raus. Mir friert. Links und rechts Raureif. Das Langarmtrikot kann mich jetzt auch nicht retten. So schnell kann es gehen. Galtür. Ischgl. Kappl. Ich sehe diese Orte flüchtig. Sehr flüchtig. Habe das Gefühl die quäldich.de Leute wollen sich gegenseitig zerstören. Doch keiner geht kaputt. Pians. Es geht hinauf auf den Arlberg. Der 2te Hungerast an diesem Tag. Ich lass abreißen. Meine Beine sind leer. Ich rette mich nach St. Anton. Besuche dort einen Sparmarkt. Eine Wurstsemmel, ein Red Bull und ein Milka Tender. Dann weiter auf den Pass. Unzählige Male bin ich mit dem Auto hier hoch. Das erste Mal jetzt mit dem Rad. Bis zu 13% machen sich bemerkbar. Wurstsemmel, Red Bull und Milka Tender bleiben wirkungslos. Es geht nichts weiter. Ich brauche die gesamte Straßenbreite. Zick Zack.

Ich erreiche die Passhöhe. Stürze hinunter nach Alpe Rauz. Eigentlich ist dieser Teil gesperrt. Bauarbeiten. Komme zur Baustelle. Es wird neu asphaltiert. Muss absteigen. Trage mein Rad abseits der Leitschiene. Dann der Flexenpass. Nur des Panorama wegens, wage ich mich hinauf. Oben mache ich Pause. Der Rest ist bereits in Lech. Also nicht weit weg. Beim Mittagessen. Es warten noch der Hochtannbergpass und das Faschinajoch. Ich überlege, ob ich mir das antun kann.

Ich tue es mir nicht mehr an. Ich nehme den direkten Weg nach Bludenz. Über das Klostertal. Vollgas. Die Wartezeit verbringe ich in Nüziders im Dorf Cafe bei sommerlichen 26 Grad. So muss es sein.  Für mich waren es 162 km und 2.700 HM. Die Helden hingegen haben sich mit 200 km und 4.000 HM ein Denkmal gesetzt. Schwanzmessen. Ups. Jetzt habe ich das interne Codewort doch noch ausgeplaudert.

Sonntag. Eine Challenge der besonderen Art. Das Nebelhorn. Die Passbeschreibung macht Angst. 1200 HM auf 7 km. Eine durchschnittliche Steigung von 23% auf den letzten 2 km. Spitzen bis zu 30%. Fahrbar? Wir probieren es. Natürlich bin ich dabei. Wir rollen durch Oberstdorf. Erreichen bald die mächtigen Sprungschanzen in der Erdinger Arena. Heute Training. Wir sehen Zahnstocher mit Sprungskiern. Gleich danach geht es zur Sache. Minimalziel Seealpe. Schnell komme ich ins Schwitzen. Kehre für Kehre geht es hinauf. Bis zu 15% die Neigung. Ziehen. Drücken. Das fehlende Oberarm und Rumpfmuskulaturtraining rächt sich. Jetzt vor allem. Mit Rennrad fahren hat das schon lange nichts mehr zu tun.

Ein paar Wanderer werden überholt. Sie staunen. Fragen sich wohl, wer diese Spinner sind. Die Trikots verraten es. quäldich und ketterechts. Wobei das quäldich im Vordergrund steht. An Kette rechts ist hier nicht einmal zu denken.

Seealpe. Es wird flacher. Vor mir eine Wand. Ich kenne sie vom Winter. Mit den Skiern. Die Wand wird zur Mauer je näher ich herankomme. Normalerweise bräuchte man hier einen Lift, um nach oben zu kommen. Wir haben Rennräder. 34/29, 34/28 und 35/27. Letzterer bin ich. Optimistisch. Es wird steil, steiler, Nebelhorn. Reto liegt schon am Boden. Hinten keine Traktion. Vorderrad etwas zu weit nach links gedreht. Umgefallen wie ein Kartoffelsack. Die Straße ist voller Rollsplit. Auch in der Mitte. Wir können nicht kreuzen. Müssen alles im direkten Weg nach oben fahren. Es ist ein Spiel mit der Physik. Hart über der Grenze. Die erste Rampe schaffen wir. Jetzt kommen Kehren. Und es wird noch steiler. Kehre für Kehre würgen wir uns nach oben. Ausklicken kann lebensgefährlich werden. Bei dieser Steigung hat man mit Look Platten keinen Halt.

Mit Rennrad fahren hat das alles jetzt erst Recht nichts mehr zu tun. Es ist verkrampfte Akrobatik. Es fehlt an allen Ecken und Enden an Traktion. Fährst du zu schnell, dreht dein Hinterrad durch. Fährst du zu langsam, wirft dich der Berg ab. Mehrmals muss ich absteigen. Habe Mühe mich und meine Princess of Pain zu halten. 50 Meter gehe ich zu Fuß. Nehme dann einen neuen Anlauf. Es bleibt beim Anlauf. Weit komme ich nicht. Die Grenzen der Rennradpysik sind erreicht. Aus. Basta. Wir müssen umkehren. Auf ca. 1560m Seehöhe. Die Bergstation und somit der Probst Haus liegen knapp unter 2.000m. Wir hätten also noch ca. 350 HM gebraucht. Auf weniger als 2 km! Umkehren.

Bergab ist es nicht ungefährlicher. Die Bremsen am Anschlag. Ein Fuß ausgeklickt. Bereit für alle Eventualitäten. Ich habe das Gefühl im freien Fall zu sein. Körper und Fließkraft drücken mich nach unten. Ein Fehler und ich schaffe die 100 km/h mit einem Wimpernschlag. Es wird zu viel. Ich fürchte um meine Felgen. Und um meine Gesundheit. Ich steige ab. Laufe ein Stück. Bis das Schlimmste vorbei ist. Zurück auf der Seealpe. Zurück in der Zivilisation. Wir fahren weiter nach Oberstdorf. Kehren ein. Kaffee und Kuchen. Fahrzeit 1h 24 Minuten für 14 km und 1.000 Höhenmeter. Schnitt 13 km/h. Mein langsamste Ausfahrt.

Was bleibt ist der Versuch und die Erkentniss, dass man Sportgeräte nicht außerhalb ihres Verwendungszweckes vergewaltigen soll. Tatsache ist, dass es muskulär machbar gewesen wäre. Aber damit kann ich mir nichts kaufen. Auf ein Neues! Mit quäldich.de. Weil die spinnen.

Stay tuned.
Cristian Gemmato aka @_ketterechts

Tourtipp. Trainieren und urlauben in Mittelkärnten.

Der idyllische Längsee in der Region Kärnten-Mitte.

Was für ein Glück. Nicht nur mit dem Rad komme ich viel herum. Auch beruflich. Diesmal hat es mich nach Mittelkärnten verschlagen, wo ich zusammen mit Christoph als Kärntentracker die Region in Sachen Kulinarik und Radtauglichkeit unter den Gaumen und unter die Räder nehmen durfte.

Mittelkärnten, das ist jene Region, die man von Norden kommend über die S37 leicht erreichen kann. Von Scheifling über Perchau am Sattel, gleich nach Dürnstein. Die Grenze zur Steiermark. Von Süden kommend braucht man eigentlich nur die Stadtgrenze von Klagenfurt zu verlassen, um hier in der Region zu weilen.

Was die Region für einen ausgiebigen Trainingsurlaub mit Familie ausmacht ist zum einen der idyllische Längsee und zum anderen die zentrale Ausgangslage zum Kilometer fressen und Laktat produzieren. Perfekt für schwimmen, Rad fahren und laufen. Baden nicht ausgeschlossen. Wandern, shophhen, sightseeing, wellnessing auch nicht. Es sind ja nicht immer nur Triathleten untereinander verliebt, verlobt, verheiratet. Zudem kommt die Kulinarik in der Region nicht zu kurz. Sogar Weinliebhaber sind hier richtig. Kärntner Weine sind stark im Kommen und genießbar. 

Als Base Camp kann ich den Längsee empfehlen. Neben dem Hotel Moorquell und dem Seehof ist auch das Stift St. Georgen bestens dafür geeignet. Das Hotel Moorquell ist etwas weiter weg vom See, dafür hat es einen eigenen Moorteich. Seehof und Stift St. Georgen hingegen haben einen eigenen privaten Strand. Der öffentliche Strand ist aber auch groß genug für alle. Da ich vorerst einmal ohne Rennrad unterwegs war, kann ich jetzt nichts über das Thema nächtliche Radaufbewahrung schreiben. Weiß auch nichts über versperrbare Radkeller. Natürlich gibt es weitere Möglichkeiten der Unterkunft. Frühstückspensionen, Privatzimmervermietungen …

Während meines Aufenthaltes habe ich nicht lange gebraucht, um ein paar Laufstrecken ausfindig zu machen. Diese sind bestens ausgeschildert. In gelb die Wander- und Laufstrecken. In weiß, die längeren Radstrecken, welche aber für einen passionierten Läufer locker auch laufend bewältigt werden. Die Längsee-Tour beispielsweise hat 20 km und an die 500 HM.  Hier ein paar Touren, welche von St. Georgen am Längsee aus in Angriff genommen werden. Laufend, walkend, radelnd oder E-Bikend. Wer es jetzt noch sportlicher haben will, den empfehle ich die Strecke des Vier Berge Laufs über 52 km.

Fürs Rennrad ist die Gegend ein Traum. Angefangen von der 9 km langen Bergstrecke auf den Magdalensberg hinauf. Oben auf knapp über 1.000m wird man mit einer herrlichen Aussicht belohnt. Karawanken, Julische Alpen und sogar die Nockberge sind zu erspähen. Weitere Strecken sind sicher die Runde über das Klippitztörl ins Lavantal nach Wolfsberg oder Hüttenberg, das gesamte Gurktal mit dem Anstieg auf die Hochrindl über Sirnitz und weiter auf die Nockalmstrasse, das Metnitzal bis auf die Flattnitz. Aber auch alles rund um die großen Seen. Den Wörthersee und den Ossiacher See. Wer schon einmal den ARBÖ Radmarathon in Bad Kleinkirchheim, die Tour de Kärnten oder auch eine quaeldich.de Rennradreise wie die Tauernrundfahrt gefahren ist, der kann Teilstrecken davon locker einbauen. Highlight wäre auch die Stichstraße hinauf auf den Falkert.

Sollte neben, vor oder nach den sportlichen Aktivitäten noch Zeit bleiben, lässt die Region auch kulturelle Highlights und heimische Schmankerln zu. Burg Hochosterwitz, die Bezirkshauptstadt St. Veit an der Glan, die älteste Stadt Kärntens Friesach mit Ihren historischen Stadtmauern und Türmen samt regierendem Blutsrichter, der Jacques Lemans Golfclub St. Veit, der Dom zu Gurk oder die Brauerei Hirt mit ihrem weit über die Grenzen hinaus bekannten Gulasch. Viele dieser Highlights lassen sich gemütlich über die gut ausgebauten Radwege und Radtouren erreichen. Quasi als Superkompensation zum Training, das in der Region nicht zu kurz kommt.

Mein Fazit: Eine äußerst idyllische Urlaubs- und Sportregion mit sehr vielen Möglichkeiten. Geschichtlich sehr interessant. Am Weg in den Süden, oder vom Weg aus dem Süden. Am besten aber man bleibt fix hier. Es ist alles da, was man als Läufer, Rennradler und Triathlet braucht.

Stay tuned.
Cristian Gemmato aka @_ketterechts

Giro d’Italia Granfondo Vienna. Mit 42 km/h durch Wien und rund um Wien.

Spitzenfeld 2 km vor dem Ziel auf der Reichsbrücke.

„Italian cycling passion in the heart of Vienna.“ Klingt nicht ganz nach Schlachtruf. Verlockend war es trotzdem. Und so standen knapp 500 Teilnehmer Sonntag um 9.00 Uhr vor dem Ernst Happel Stadion am Start der Gran Fondo. Die Premiere dieser Rennserie (sogar in New York). Offizielle 120 km und 500 HM durch Wien und ins Marchfeld. 30 Minuten davor wagten sich ca. 270 Rennradler auf die Medio Fondo über 60 km. Endlich wieder ein Radrennen rund um Wien. (Nächste Woche gibt es mit dem Veloton Vienna ein zweites).

Versprochen wurden abgesperrte Straßen und eine einmalige Sightseening Runde durch Wien. Dazu italienisches Flair. Your Passion. Your Race. Your Challenge. Am Ring. Am Praterstern. Über die Reichsbrücke. Das wurde auch eingehalten. Was mich gleich zum größten Pluspunkt dieser Veranstaltung bringt. Bin noch kein Rennen gefahren, das so vorbildich abgesperrte Straßen vorzuweisen hatte. In der Stadt und außerhalb. Kein einzig fahrbarer Untersatz weit und breit. Weder entgegenkommend noch querend. Abgesehen von ein paar parkenden Autos in Wiens Außenbezirken. Ob es jetzt der Sonntag Morgen war oder die ausgestorbene Gegend im Marchland. Egal. Ein Traum. Ein Danke den Organisatoren. Drei Stunden im Sattel ohne Stinkefinger, „Schleich di“ und „Sautrottel“ in und rund um Wien. Einzigartig.

Das mit dem Sightcycling durch Wien war sicher gut gemeint. Aber ganze 20 km hinter einem 20 km/h fahrenden Führungsauto zu krebsen war irgendwann langweilig. Schleichen und trotzdem volle Konzentration. Sonst wäre die hart erstrittene Position vorne wieder weggewesen. Der Feind lauert hinten, links und rechts. Und er schläft auch nicht. Nutzt jede noch so kleine Lücke, um sich nach vor zu kämpfen. In der Neutralisation. Eine endlos lange Wurst an Rennrädern. Durch ein graues, verschlafenes Wien. Hat man auch nicht jeden Tag. Muss man aber nicht. Vielleicht bei Sonne und warmen Temperaturen. Denn am Sonntag war es in der Meiereistraße richtig nass und schmutzig. Zwei km haben genügt um aus einer glanzpulierten Princess of Pain eine vesaute Carbonschlampe zu machen. Danach hielt das Wetter. Zum Glück. Bewölkt mit Rücken-, Seiten- und Gegenwind

Die Strecke. Offizielel 120 km.

Irgendwo am Ende der Wagramer Straße wurde das Rennen dann endlich freigegeben. Noch 97 km bis ins Ziel. Von 20 km/h auf über 50 km/h innerhalb eines Wimpernschlages. Wer im Spitzenfeld dabei sein wollte, musste richtig Laktat produzieren. Die Post ging plötzlich so richtig ab. Ich war mit zwei Teams am Start. Dank der Unterstützung von Stiegl. Ketterechts I und II powered by Sportweisse. Ein schnelles und ein mixed Team. Zwei aus meinem Team eröffneten sofort nach Rennfreigabe das Feuer. Martin und Roli setzten sich vom Feld ab. Nicht lange. Aber lange genug, um Ketterechts dort zu haben, wo es hingehört.
Es war nicht die einzige Attacke aus dem Feld. Immer wieder versuchten es ein paar Selbstbewusste. Immer wieder wurden sie eingeholt. Immer wieder zog sich das Feld auseinander. Immer wieder schrumpfte es wieder zusammen, sobald die Aussichtslosigkeit der Solisten erkannt wurde, bzw. diese wieder geschnappt wurden. Ein kräfteraubender Ziehharmonika Effekt. Ideal für Laktatjunkies. Hartb beschleunigen und konzentriert bremsen. So kann man die ersten 50 km kurz beschreiben.

Das Feld vorne bestand zu diesem Zeitpunkt nur mehr aus ca. 50 Fahrern. Dahinter hatte es einen Crash gegeben, so dass eine rießige Lücke entstanden war. Nicht der einzige Crash. Bereits während der neutralisierten Fahrt krachte es neben mir. Ich konnte ausweichen. Der Fahrer vor mir hatte beide Lookplatten am Boden und verhinderte so seinen Sturz und den Sturz anderer. Der Nebenmann lag am Boden. Carbon und Asphalt, das ist keine Symphonie für die Ohren. Dann weiter auch wieder. Vor mir eine Unachtsamkeit. Und schon lag ein weiterer mit seinem teuren Carbonrad am Boden. Ich konnte wieder ausweichen. Mein Nachbar nicht. Er schoß quer über die Fahrbahn in die Botanik. Riss dabei andere mit. Überschlug sich und landete mit dem Helm voraus im Acker. Ich habe dieses Bild immer noch im Kopf. In Zeitlupe. Seine Brille – eine Oakley flog noch durch die Luft. Auch an das kann ich mich noch erinnern.

Warum? Weil durch die flache Strecke Leute im vorderen Feld unterwegs waren, die eine Geschwindigkeit von über 45 km/h allein nie fahren könnten. Ziemlich blau hielten sie sich und verbreiteten Angst und Schrecken. Durch ihre Fahrweise. „St. Franzikus“ möchte ich hier an dieser Stelle erwähnen. Bis ca. km 70 oder 80 noch im Vorderfeld. Dann im Ziel mit 10 Minuten Verspätung. Reif für das Sanizelt.

Für mein Team rollte es recht brav. Wir waren noch zu sechst im Spitzenfeld. Und wir zündeten immer wieder Raketen. Roli genoss es sichtlich vorne für Unruhe zu sorgen. Dahinter haben wir uns ausgemacht 10 km vor dem Ziel abzustellen um kein unnötiges Risiko einzugehen. Das war zumindest der Plan.

Der Plan ging nicht auf. Auch weil die letzten Kilometer ziemlich heavy waren. Statt kerzengerade zurück nach Wien zu fahren mussten wir im Zick-Zack Kurs durch ein unspektakuläres Industriegebiet fahren. Bestens abgesichert. Aber etwas eng. Links und rechts Absprerrungen mit bösen Alufüßen in die Fahrbahn. Bekannt aus den Übertragungen der Tour de France und des Giro d’Italia. Ich hatte echt Mühe in den Kurven die Linie zu halten. Meine Linie. Zur meiner Sicherheit und zur Sicherheit der anderen. Das Feld war deswegen jetzt schon etwas in die Länge gezogen worden. Vorne weg der spätere Sieger. Ausreißer. Sein Vorsprung recht groß.

Zu fahren waren noch die Reichsbrücke. Davor noch eine Unterführung. Wo ich von hinten kommend ein paar sichtlich blaue (nicht das Trikot) Rennradler überholen konnte. Das Feld mittlerweile in Einserreihe. Hohes Tempo also. Zu meiner Verwunderung befand ich mich dann schnell wieder an der Spitze dieses Feldes. Links und rechts wurde bei jedem Ausreißversuch geschrien und gewarnt. Sachen, die ich bis dato so nicht live miterlebt habe.

Reichsbrücke. Leichte Steigung. Kette rechts. Vollgas. Ich war voll dabei bei der Musik. Eine Attacke nach der anderen. Und immer wieder diese Warnschreibe. Wie geil. Ich bin vorne im Feld. Warum auch immer. Es geht dann scharf nach links runter auf den Handeslkai. Ich lasse mir die Schneid abkaufen. Bremse. Und bekanntlich verliert derjeneige, der bremst. In der Kurve haben wir alle mindestens eine Neigung von 45 Grad. Nach links. Um die Kurve zu schaffen und um die Linie zu halten. Dann gleich nochmals 90 Grad nach rechts. Wieder in kurbelasphaltkratzender Schräglage.

Noch ca. 1000m. Ich bin seitlich im Wind. Fahre an der Spitze nebenher. Der Vorsprung des Ausreißers wird immer kleiner. Eigentlich müsste ich jetzt sprinten. Das könnte ich. Doch ich bin irgendwie gelähmt. Bin schon froh, hier vorne zu sein. Hätte ich mir nie gedacht. Ein geiles Gefühl. Die letzte Kurve. Wieder 90 Grad nach rechts. Es wird eng. Eine Fahrbahnbreite hat man uns zur Verfügung gestellt. Der Rest gehört den Autofahrern. Mit Absprerrgittern. Ich bin innen in der Kurve. Muss bremsen (musste auch). Und schon sind wieder ein paar von hinten frecher. Viel frecher. Dreister. Abgebrühter. Cleverer. Vorbei. Es kommt zu Berührungen. Axel aus meinem Team wird abgedrängt. Kann einen Sturz vermeiden. Fliegt aus den Pedalen. Vor mir schwanzelt es einen. Ich habe wieder Glück und noch Restgeschwindigkeit. Diese ziehe ich durch. Es war kein echter Sprint von mir. Zu sehr immer noch meine Verwunderung ob der Postion, die ich inne hatte. Es war ein fast gemütliches Heimfahren. Vor mir wird angetreten. Automatisch mache ich das auch. Aber nie mit dem eiseren Willen das Ding abzuschließen. Von aktivem Sprint keine Spur. Ich Trottel. So eine Chance kriege ich wohl nie wieder.

Ich überquere die Ziellinie. Spekuliere mit einem Top 10, Top 15 Platz. Es war Platz 8 gesamt. Platz 5 in meiner AK. 1 Sekunde hinter dem Sieger. Das Stockerl wäre drinnen gewesen. Schade. Dafür Platz 1 und 2 beim Stiegl Company Giro. Gratulation an alle im Team. Die Mixed Wertung haben wir auch gewonnen.

Fazit. Geiles Rennen. Sehr gefährlich. Sehr schnell. 37 km/h Schnitt. Gesamt. Inklusive Sightcycling. Schnitt 42 km/h ab Rennfreigabe. Geschätzte Leistung: 270W im Schnitt. Nach dem Zieleinlauf habe ich gesagt, dass ich das nicht mehr fahren werden. Ob es dabei bleibt?

Prost.
Cristian Gemmato aka @_ketterechts

PS: Noch eins. Für € 71 Startgeld kam wenig italian cycling feeling in the heart of Vienna auf. Sehr mageres Startersackerl mit 1x Thunfisch von Rio Mare, 1 Isogetrnk, 1 Finisher T-Shirt in geilem Rosa, fesche Medaille, keine Labstation (wäre auch keiner stehen geblieben) und eine Finishlabe mit Salzbrezerln, Metro Orangen- und Apfelsaft. Darüber hinaus keine Siegerehrung für den Stiegl Company Giro, obwohl dieser als eigene Wertung geführt und beworben worden ist. Schade. Am Stockerl wäre ich dann doch gerne gestanden. Mit meinen Teammitgliedern vom Team Ketterechts I und II powered by Stiegl Sportweisse. 

Rennradreise nach Kärnten, Friaul, Slowenien. Tag sechs.

Monte Zoncolan. Auch „il Kaiser“ genannt. 10,5 km mit 1.250 HM. Legendär. Bekannt aus Funk und Fernsehen. Vor allem vom Giro d’Italia. Mit seiner imposanten Bergankunft in einer Naturarena, die ihresgleichen sucht. Knapp 12% durchschnittliche Steigung und Spitzen von bis zu 22%. Diesen Berg muss man als Rennradfahrer mindestens ein mal im Leben gefahren sein. Gilt er doch als der steilste im gesamten Alpenraum. Geheimtipps ausgeschlossen. Tag sechs der quaeldich Rennradreise hatte dieses Monster am Programm.

Für mich war es heute der zweite Zoncolan innerhalb von nur 15 Stunden. Für viele die Premiere. Dementsprechend auch die Stimmung unter den Teilnehmern. Nervosität wie vor einem ersten Date. Respekt, Demut und etwas Angst war zu spüren. Der Zoncolan war Gesprächsthema Nummer eins am Vortag bei der Henkersmahlzeit. Schilderungen einiger, die schon oben waren wie „Er ist nicht steil, aber es ist das steilste was ich je gefahren bin“ nährten die gemischten Gefühle.

Geschafft haben ihn alle. Der eine im Eiltempo, die anderen gemütlicher. Ineinander und aneinander zick zackend. Schnaufend. Schwitzend. Fluchend. Heldenkurbelnd oder dreifach drehend. Was zählt ist aber, dass dieser Berg jetzt in vielen Erinnerungen verewigt ist. Und der eigentliche Höhepunkt dieser Rennradreise bei guten Wetter stattfinden konnte. Der Zoncolan ist gefallen. Es lebe der Zoncolan.

Meine zweite Auffahrt? Gefühlsmäßig härter als gestern. Von der Zeit habe ich mich trotzdem sogar um zwei Minuten verbessert. Dafür sind meine Beine jetzt ziemlich leer. Denn nach dem Zoncolan war noch der Passo Monte Croce Carnico/Plöckenpass zu fahren. Davor wurde aber wieder einmal eine Bäckerei geplündert. Diesmal in Paluzza. In Paluzza machten sich auch drei von uns aus dem Staub, um ihre Höhenmetersucht zu stillen. Forcella di Lius, Passo Cason di Lanza und Passo Pramollo. Insgesamt 101 km und an die 3.900 HM. Mehr sage ich dazu nicht.

Die gesamte Route ist ja so konzipiert, dass etliche Optionen zur Verfügung stehen, die Tagesetappen zu verkürzen oder wie eben oben geschrieben zu verlängern. Die Region bietet ja genug Auswahl namhafter Anstiege. Wie beispielsweise den Monte Crostis von Ovaro aus.

Der Plöckenpass ist von Paluzza aus 20 km entfernt. Die letzten 10 eine Orgie an Kehren. Eine gemäßigte Steigung verleitet die Laktatproduktion anzukurbeln. Dieses Mal war Max der Übeltäter. Jene die folgen konnten folgten. Ich hatte zum Glück wieder die Ausrede fotografieren zu müssen. Was ich auch tat. Somit war es keine Ausrede.

Gesund und trocken, müde und erschöpft, stolz und froh. Die Mannschaft liegt früh im Bett, während das WLAN diese Bilder hochlädt. Morgen siebter und letzter Tag. Mit weiteren zwei Pässen. Das Adria Tief hat uns bis auf einen Tag in Ruhe gelassen. Es soll aber dafür auf unserer Tour d’honneur zuschlagen. Wir warten mal ab.

Stay tuned.
Cristian Gemmato aka @_ketterechts

PS: ein Video vom Anstieg auf den Kaiser Zoncolan ist in Arbeit.

Rennradreise nach Kärnten, Friaul, Slowenien. Tag fünf.

Tag fünf. Regen. Viel Regen. Strömender Regen. Vernunft und Verantwortung haben unsere Guides dazu veranlasst, den ersten Berg des Tages, den „Passo Cason die Lanza“ zu umfahren. Zu gefährlich die Abfahrt von oben hinunter nach Paularo.

So ging es in einer verbotenen Zweierreihe das Kanaltal hinaus Richtung Tolmezzo. Die erste Stunde mit einem Schnitt von über 37 km/h. Und trotzdem war mir kalt. Sehr kalt. Was mich dazu veranlasste nach vorne in den Wind zu gehen. Herzfrequenz und Körpertemperatur fingen langsam an zu steigen.

Richtung Villa Santina machten wir dann auch noch Bekanntschaft mit den lokalen Carabinieri. Als diese uns entgegen gekommen sind und uns in 2er Reihe erblickten, wurde mittels akustischem Signal schon mal gezeigt, dass dies wohl nicht ganz legitim war. Unbeirrt davon, wurde unsere Gruppe in 2er Reihe weitergeführt. Bis die Carabinieri von hinten an uns heranfuhren und einer der beiden Männern bei offenen Fenster in feinem aggressiven italienisch uns klar machen wollte, dass wir gefälligst in „fila indiana“ fahren sollten.

Dank der fehlenden Sprachkentnisse der anderen Gruppenteilnehmern – ich habe mich fein rausgehalten, dauerte diese Belehrung seine Zeit. Die Carabinieri beließen es aber nicht dabei. Hinter eine Kuppe warteten sie dann und zogen uns aus dem Verkehr. Nochmals wurde uns klar gemacht – diesmal auch mit eindeutigen Handzeichen, dass wir „routa a ruota“ fahren sollten. Ein aufgerichteter Zeigefinger ließ schon schlimmeres erahnen. Ich habe schon mit einer Strafe spekuliert. Hielt mich aber aus der ganzen Sache raus, um nicht unnötig Öl ins Feuer zu gießen. Roli ließ auch seine Italienischkenntnisse im Guide Rucksack und versucht sich nur auf englisch zu verständigen. Ein „Ciao“ zum Schluss ließ aber alle Wogen wieder glätten. Der Carabiniere hatte wohl seine tägliche Autoritätsbestätigung bekommen.

Sella di Razzo. Ja oder nein. Es regnete nicht mehr. Aber der Himmel war noch sehr wolkenverhangen. So meldeten sich „nur“ 3 Freiwillige für den zweiten Pass. Der Rest fuhr ins Hotel nach Ovaro. Ich auch.

Später dann am Nachmittag juckte mich es doch wieder und zusammen mit Florian nahmen wir den berüchtigten „Kaiser“ in Angriff. Lo Zoncolan hielt was er verspricht. Ein Monsterberg. Vom Hotel weg knapp 11 km und nur bergauf. Der Mittelteil 6 km kaum unter 15%. Eigentlich wäre er morgen zu fahren. Fahre ich ihn halt nochmals.

Ohne Zick-Zack fahren, lässt sich dieses Monster fast nicht bewältigen. Die Auswertungen von Strava und Garmin zeigen auf diesem Berg deutlich, wo sich die Spreu vom Weizen trennt. Bin gespannt wie es mir morgen geht. Da ich jetzt weiß, was auf mich zukommt.

Zwei Mal Zoncolan in zwei Tagen. Ob das zu einer Ketterechts Challenge wird?

Stay tuned
Cristian Gemmato aka @_ketterechts