Monat: Juni 2017

24h Slovakia Ring – die Zeit totschlagen mit Rennradfahren

24h Slovakia Ring

Normalerweise gehe ich selten bis nie zu McDonald’s essen. Okey, ab und wann frühstücke ich im McCafè. Aber nach den 24h Slovakia Ring war mein Verlangen nach gesund verpackten Transfette zu groß. Der Gusto nach Sünde überwog die Vernunft. Mit „meinem“ Burger,  Dinkelbrot, Rindfleisch und Salat only, hielt ich den Ernährungs-Fail in Grenzen. Dazu mittlere Pommes und 0,5l Fanta. Nach den vielen Energieriegeln der letzten Stunden ein Gourmet-Menü.

Langstrecke ist nichts für Langschläfer.

Ein 24h Rennen gewinnst du in der Nacht. Nicht, dass wir vorhatten, die 24h Slovakia Ring zu gewinnen. Aber wir haben unser Rennen in der Nacht verloren. Taktisch verspielt. Wir, das sind Rene, Florian, Matthias und ich. Team ketterechts powered by Zeus Protein Soda. Unser Rennen war nach ein paar Stunden die Hoffnung auf den dritten Platz in der 4er Teamwertung. Gestartet, um Spass zu haben und uns 24 Stunden die Zeit mit Rennradfahren totzuschlagen, entwickelten wir sehr schnell den Ehrgeiz, den man benötigt, um so ein Ding durchzuhalten. Langstrecke ist nichts für Langschläfer. Und der Notausgang ist schneller geöffnet als man zugeben will. Bei Tageslicht waren wir auf Podestkurs. Kopf an Kopf mit den späteren Siegern und ex equo mit dem Team Rapso Knittelfeld. Team das in unserer Sympathieskala von Stunde zu Stunde wie eine schlecht gewartete Webseite Rankingpunkte verlor.

24h Slovakia Ring

Team ketterechts powered by Zeus Protein Soda. Matthias, Cristian, Florian, Rene v.l.n.r

24h Slovakia Ring. Heiß, windig und schnell.

Ich hatte bereits die Ehre, den Slovakia Ring bei der letzten #bikeattack kennenzulernen. In etwa wusste ich, was auf uns zukommen könnte. 24h Erfahrung brachte ich aus zwei Teilnahmen in Grießkirchen also Solo- und Teamfahrer sowie den von Atterbiker (King of the Lake) anno dazumal organisierten 24h Rennen rund um den Attersee – auch als Solofahrer, mit. Was uns dann aber Lubos Miklovic servierte, war deftige slovakische Kost. Affenhitze und stürmischer Wind. Normalerweise kein Problem, aber in dieser Kombination war der sechs Kilometer lange Rundkurs ein Backofen bei 250° Umluft. Das heftige Gewitter mit Hagel um drei Uhr in der Früh brachte zwar Abkühlung, schraubte aber den Wind nochmals um ein paar Beafourt nach oben. Knackpunkt, die knapp ein Kilometer lange Zielgerade. Wenn man mit gut 50 km/h eine langezogene Rechtskurve fährt, der Wind am Kurvenausgang dann wie eine Mauer wirkt, dann können diese 900 Meter wie eine Ewigkeit vorkommen. Zuseher brauchten hier keine Zeitlupe. Wir waren die Zeitlupe.

Nach 24 Stunden kennst du jeden Arsch.

Im Leben trifft man sich immer zwei Mal. Bei den 24h Slovakia Ring mehrmals. Und nach 24 Stunden kennst du fast jeden Arsch. Manchen sogar mit Namen. Oder Sponsor. Uns kennt man wohl als ketterechts. Denn auch wenn wir nicht die Schnellsten waren. Wir hatten den Style in Aktion. Matthias und Florian in schwarz, Rene in der Farbe magenta und ich wechselte. Nur die Trikots. Die Hose war die ganze Zeit dieselbe. Zuerst weiß, dann blau und am Ende auch magenta. Wer an der Quelle sitzt, der hat es einfacher.

Anziehen, umziehen und ausziehen waren sowieso eine Challenge. Nach jedem Stint waren wir entweder verschwitzt oder in der Nacht vom Regen durchnässt. Unsere Box glich einer kolumbianischen Gefängniszelle an Wasch- und Trockentagen. Unsere Nachbarszelle auch. Hier hauste das 6er Team des RC Trumau mit dem auf drei Frauen dezimierten 6er Damenteam als Untermieter. Die späteren Siegerinnen im 4er Wettbewerb.

Ein Platz im Schatten war rar. Auch der im Windschatten.

Milchmädchenhaft gerechnet sind auf einem sechs Kilometer langem Kurs bei starkem Wind, drei Kilometer mit Gegenwind und drei Kilometer mit Rückenwind. Ok. Die Links- und Rechtskurven nicht berücksichtigt. Wenn draußen ein Platz im Schatten rar war, war im Rennen ein Platz im Windschatten das Problem. Jeder wollte diesen. Erstens nicht aufgeben und zweitens holen. Beim Spenden hingegen waren alle sehr geizig. Insbesondere das Team Rapso Knittelfeld. Unser nächtlicher Albträum.

In Sachen Rennstrategie waren sie einsame Klasse. Sichtbar immer in einem Feld. Und dann höchst selten an vorderster Front. In vier Runden beispielsweise eine einzige Kurve. Nur. Wir hingegen zogen allein und abenteuerlich von Don Quichotte inspiriert unseren Kampf gegen die Zeit, den Wind und das Wetter heroisch durch. Man könnte auch naiv dazu sagen. Aber das wäre nicht heldehaft. So waren Runde für Runde ein paar Minuten Zeitrückstand schnell addiert. Mit verpasstem Wechsel, ja Anfängerfehler, und leichtes Zickentum „Nein, bei Regen fahre ich nicht“, dann sogar eine Runde Rückstand. Platz 3 war somit Hitze von gestern.

Rund um Runde grüßt das Murmeltier.

Leid taten mir die Einzelfahrer, deren Ärsche ich auch schon kannte. Rund um Runde grüßt das Mumeltier. Die Einzelfahrer waren die wahren Helden. Hut ab. 24 STunden lang. Die 6er und 8er Teams hingegen waren so richtig gemein. Solche Typen kennt ihr sicher. Aus der Schule. Oder aus der Arbeit. Aber auch bei Rennradkollegen. Das sind die, die wissen, dass sie stark sind und mit ihrer Stärke spielen. Mit hohem Tempo, schnellen Tempowechsel und da und dort auch mit kleinen Handberührungen, wie von Florian geschildert. Ein dezentes „was willst du hier vorne, du bist viel zu langsam für uns. Schau, dass du weg kommst“. Was die genommen haben, hätte ich auch gerne gehabt. Dann wäre ich nicht nur schnell, sondenr auch aggressiv gewesen.

Camping am See – ohne See, dafür mit Asphalt.

Im 4er Team fährt man ja bei guter Freundschaft exakt sechs Sunden. Die restlichen 18 Stunden sind der Zeitverschwendung gewidmet. Und natürlich auch der Betreuung. Dass wir bei den 24h Slovakia Ring eine Box hatten, habe ich ja schon erklärt. Mit Betonung auf Box. Denn andere Teams hatten Luxusresorts. Ich staunte nicht schlecht, als ich durch die Boxengasse gefahren bin. Das waren Wohnzimmer. Edle Wohnzimmer. Schon interessant, welchen Aufwand man betreiben kann. Ganze Familien waren hier untergebracht. In einer Box saß ein Bub vor einem extra aufgebautem Computer, in einer anderen Box badeten zwei Kinder in einem großen Plastikschafferl. Box Nummer eins hatte sogar 6 oder 8 Radständer mit dem Namen des jeweiligen Fahrers auf einem blauen Teppich. Ein 24 Stunden Radmarathon wie Camping am See. Ohne See, dafür mit viel Aspahlt.

Box 31 war hingegen sehr spartanisch eingerichtet. Unser Luxus bestand aus einem Kühlschrank, einer Zeltfest Garnitur, einer Schlafmatte, einem elektrisch aufblasbaren Luftbett, einer Filterkaffeemaschine und einem unbenutzt aufblasbaren Schwimmbecken. Dafür fehlten uns 1300 Liter Wasser und eine geeignete Luftpumpe. Das Schielen hinüber zu Box 32 konnten wir uns nicht verkneifen. Stand dort nämlich eine Nespresso Maschine. Auch essenstechnsich waren unsere Nachbarn besser bestückt. Mit Marmorkuchen und Marillenrouladen. Wir hatten Wasser, Zeus und jede Menge salziges.

Um 22 Uhr ist Hüttenruhe – und Licht aus.

24 Stunden vergehen im Flug. Aber nicht beim Radfahren. Neben netten Gesprächen, dem Kofferraum Textilverkauf, mehreren Gängen auf die Toilette für Großes und Kleines sowie ungetrübtem Surfen dank abgeschafftem Roaming, war mir in der Freizeit am Ring manchmal auch langweilig. Die Langweile versuchte ich mit Essen zu verdrängen.

Ich aß, was ich finden konnte und trank, was mir unterkam. Vielleicht deshalb auch die vielen Gänge auf die Toilette. Und als wir aus der Nachbarsbox die Bitte bekamen, das Licht auszuschalten, war der Versuch zu schlafen ein weiterer willkommener Zeitvertreib. Gelungen ist mir das in kleinen Abschnitten in Summe vielleicht 60 Minuten. Das spüre ich heute. Müdigkeit sind auch die größten Nachwehen. Nicht durch Erschöpfung. Eher durch Schlafmangel. Auch wenn ich bei den 24h Slovakia Ring beinahe 9x einen FTP-Test ablsolviert habe. Trotzdem wird sich ein Tag ohne Rennrad ausgehen. Müssen.

Fazit 1

Muss man gemacht haben. Man kann in 24h so viel erleben und jede Minute am Slovakia Ring wäre es Wert, ein eigener Blogbeitrag zu werden. Das Thema Essen, das Thema Strategie, Taktik, der eigene Körper, das Drumherum, das Material, die Freundschaft untereinander, die Charaktere, die Luxuscamper, die Parkplatzübernachter, die junge Ungarin die mich nachdem ich ich ihr Windschatten gespendet habe und auch ein paar mal angeschoben habe, damit sie den Anschluss nicht verliert, mich dann in einer Pause in der Box besucht und schüchtern nach meinem Alter fragt, dann aber sehr überrascht ist, wie ich ihr gesagt habe, dass ich 2x ihr Vater sein könnte. Geile und tolle Erlebnisse, die man so schnell nicht vergisst.

Fazit 2

Danke Rene für’s Organisieren und für deinen Einsatz. Box gut, alles gut. Tut mir leid, dass du 3 kg abgenommen hast. Jetzt passt dir das M Trikot noch besser. Retoure nicht mehr möglich. Danke Matthias, unser Jüngster für deinen Einsatz bei Blitz, Donner und Hagel. Wir haben entschieden, dich zwei Runden länger draußen zu lassen, damit wir nicht nass werden. Wir Alten, hätten uns viel zu schnell verkühlt. Danke auch an Florian, unser Schnellster. Ich weiß, dass du am liebsten das Team Rapso Knittelfeld im Alleingang geschlagen hättest. Aber wärst nur du gefahren, wäre uns die Langweile zu Kopf gestoßen. Übrigens: die schwarze Ketterechts Panier steht dir ausgezeichnet.

ktrchts

Offizielle Wertung hier. Infos zur Veranstaltung hingegen da. Ein paar Impressionen gibt es auch da und dort.

Termin für 2018 steht auch schon fest: 27. Juni, 1200 Uhr.

Ultracycling am längsten Tag des Jahres.

Ultracycling

Drei Uhr morgens. Es ist noch stockfinster draußen. Der schrille Weckerton nimmt mir endgültig die Angst zu verschlafen. Es ist der 21. Juni. Sommersonnenwende. Der längste Tag des Jahres. Kein Tag wie jeder andere. Der Plan ist, diesen mit der längsten Ausfahrt des Jahres würdig zu huldigen. 400 km nonstop von Wien nach Linz und wieder retour. Eine Schnapsidee. Ultracool. Ultralang. Ultracycling. Mit von der Partie: Langdistanz Rookies Florian, Rene und Alexander sowie der Race Around Austria (RAA) erprobte Ultracyclist Michael.

Geiler Scheiß. 400 km am Stück Rennrad fahren.

Einfach so. 400 km am Stück Rennrad fahren. Während die Ultracycling Elite quer durch Amerika radelt. 330 km im Winter hatte ich ja schon überlebt. Ein 100er oder ein 200er sind keine großen Herausforderungen mehr. Es ist der Vierer, der reizt. Machbar? Wenn nicht heute, wann dann.16 Stunden Licht. 15 Stunden Sonne. Die Marschtabelle milchmädchenhaft geplant. Daumen mal Pi. Sieben Stunden hin. Eine Stunde Pause. Acht Stunden retour. So sieht gewissenhafte Vorbereitung aus.

Dass es ersten anders kommt und zweitens als man denkt wahr schnell klar und am Ende Gewissheit. Pünktlich gestartet, dafür eine knappe Stunde früher fertig. 401 km mit einem Schnitt von 31 km/h. Gemessen auf die Netto-Fahrzeit. Zwei längere Pausen wegen technischer Pannen, eine Frühstückspause mit obligatem Kaffee in Melk, eine Pause für das Mittagessen in Linz und weitere drei kurze Stopps, um den Flüssigkeitshaushalt zu regulieren. Mit Wasseraufnahme und Wasser lassen. Exakt 12h54min am Rad.

Ultracycling ist Kopfsache. Der Körper kann das locker.

Was bleibt ist eine zufriedene Genugtuung und die Erkenntnis, dass Ultracycling (sofern man 400 km nonstop so nennen darf) eine Frage der mentalen Einstellung ist. Der eigene Körper kann viel mehr, als man denkt. Die Grenzen verschieben sich fortlaufend. Kilometer für Kilometer. Nach hinten. Ins Ungewisse. Gestoppt haben mich nicht die Beine. Gestoppt hat mich mein Kopf. 400 km sollten es werden. 401 km sind es geworden. Warum auch mehr? Warum nicht mehr! Die Kraft wäre noch da gewesen.

Michael hat dafür gesorgt, dass das Tempo dem Plan widerspricht. Gebremst habe ich ihn. Mit 300 Watt in der Ebene hatte ich Mühe mein Vorderrad auf Höhe seines zu halten. Leichte Steigungen drückte unsere Zugmaschine mit salopper Leichtigkeit durch. Immer wieder musste ich aus dem Sattel, um seiner ebenbürtig zu sein. Michael wusste, wie sich 400 aneinander gereichte Kilometer anfühlen. Ich nicht. Das war ein großer Unterschied. Im zuzusehen, wie gleichmäßige er Kilometer für Kilometer abgestrampelt hat war für mich ein Youtube Life-Tutorial. Die ersten 100 km sind im Pulk vergangen. Raus aus der Stadt, über den Riederberg, quer über das Tullnerfeld und durch die Wachau war der Stadtplatz von Melk unsere erste Pause. Des Fettstoffwechsels wegen.

Power für meinen Akku. Damit Garmin alles dokumentiert.

Meine größte Sorge war der Akku. Nicht der eigene. Jener meines Garmin Edge1000. Im Sparmodus ohne großem Firlefanz reichen 100% für 10 bis 11 Stunden. Deshalb habe ich gleich vom Start weg, einen Powerpack angeschlossen. Externe Stromzufuhr. Inspiriert von MacGyver. Unterm Vorbau mit Gafferband befestigt. Kurzer Ladekabel und die Geschichte ist gegessen. Nach mehr als 15 Stunden hatte ich immer noch 100% Akkulaufzeit. Florian, Rene und Alexander hantierten hingegen in den Pausen mit ihren Ladegeräten. Andere Strategie. Gleicher Erfolg. Wir haben alle den geilen Scheiß auf Strava dokumentiert.

Die Pizzeria Amici in Linz und somit die Halbzeit erreichten wir trotz kurzer Verschnaufpause wegen eines technischen Defektes an einer Mavic Carbon Leihgabe innerhalb unserer Karenzzeit. 207 km standen bereits am Garmin-Display. Bei 35° war der schattige Gastgarten direkt am Urfahraner Marktgelände ein besonderes Highlight. Meine 1000ml Spezi auch. Die Pizza prosciutto war dafür  nicht lange am Teller.

Wir haderten mit dem Schicksal. Der erhoffte Westwind blieb aus.

Eigentlich hatten wir mit dem Wetter riesen Glück. Trocken, heiß und keine Gewitter. Einzig der Westwind blieb aus. Die Hoffnung auf etwas Schub von hinten am Heimweg ertrank im Schweiß, der uns ganz schön austrocknete. Linz haben wir bei Windstille und voller Pedalkraft zurückgelassen. Am Weg nach Wien verloren haben wir auch unsere Zugmaschine Michael, die sich bei km 250 im Stehen einen Platten eingefahren hat. Zisch und die vordere Carbonfelge war um 1,5 cm näher am Boden als notwendig. Ein Glassplitter beendete die Lebensdauer des Continental Schlauchreifens . Wir versuchten zu retten, was zu retten war. Doch mein Vittoria Pit Stop (oder ich) versagte kläglich. Der Schaum war überall, nur nicht in Michaels Reifen. Nie mehr kaufe ich bei Decathlon ein. Versagt hat auch ein Feuerzeug, mit dem wir versucht haben, das Loch durch Schmelztechnik zu schließen. Aus einem Quintett wurde ein Quartett.

Auch ein Radweg hat seine Reize.

Plötzlich waren die Rollen vertauscht und neue Energien weckten die müden Geister. Vom Donaukraftwerk Wallsee-Mitterkirchen bis nach Ybbs trugen wir Michael im Geiste bei gleich hoher Reisegeschwindigkeit mit. Die junge Generation übernahm das Ruder. Ich alter Mann mittendrin statt nur daheim. Bei Posh Cycling habe ich noch schnell mein Gewissen beruhigt und für € 12,- meine Schlauchreifen-Schaumversicherung erneuert. Dann ging das Spiel von vorne los. Im Zick-Zack-Kurs auf den Spuren der Radtouristiker. Auch ein Radweg hat seine Reize. Äste, Schlaglöcher und unbekannte Bremspunkte bei 90° Kurven.

Schon wieder Melk und noch vier Stunden Licht. Für 100 km. Lagebesprechung. Wir nehmen die B1 bis St. Pölten und dann die B1a über Böheimkirchen, Neulengbach, Eichgraben bis Wien. Etwas kürzer, dafür mehr Höhenmeter. Bis jetzt war es ja verhältnismäßig schwach. Es läuft erstaunlich immer noch.

Prinzenempfang in Prinzendorf.

Wahre Prinzen kommen mit dem Rennrad. So sind wir auch in Prinzendorf eingekehrt. Letzte Nahrungsaufnahme vor dem finalen Showdown. Sagt der Hausverstand. Kraft war noch genug da. So manchem überkam die Übermut. Jeder wusste jetzt schon. Das wird ein gutes Ende geben. So war es dann auch. Die letzten Kilometer sogar All-In. Knackige Anstiege mit Vollgas. Ultracycling tut nicht weh. Auf den letzten 30 von 400 km. Der längste Tag des Jahres endete exakt nach knapp 7.000 verbrauchten Kalorien mit einem Calippo Lemon.

Es war geil. Es war ultra. Ich mache es nie mehr wieder. Wir sehen uns am 21. Juni 2018.

ktrchts

PS: Michael wurde abgeholt und ist gut nach Hause gekommen. Er wird ab sofort Ersatzmaterial mitnehmen und meine ketterechts Trägerradhose weiterhin fürs Ultracycling loben. Florian ist der Streber unter uns und hat seinen Garmin bei 405 km gestoppt. Rene wird sein weißes Trikot erst nach dem Waschen wieder erkennen und Alexander liebt mich ob meiner Idee wohl ein Leben lang. Und ich? Ich fahre am Sonntag mit kette-links im 2er Team einen 6h MTB Marathon. Mit einem MTB von Sport Haderer. Auch wenn mein Garmin meint, ich solle 3,5 Tage pausieren.

Rennrad Touren in Imst – endlich wieder Berge

Rennrad Touren in Imst

Postkartenwetter. Die Gipfel rund um Imst noch schneebedeckt. Die Sonne strahlt mit einer Kraft, die an die besten Zeiten des Hochsommers erinnert. Tirol präsentiert sich von der kitschigsten Seite und zieht alle touristischen Asse aus dem Ärmel. Wir schreiben Ende Mai und das verlängerte Wochenende schreit nach Pässe, Berge und aktiver Erholung. Rennrad Touren in Imst sind angesagt. Endlich wieder Berge.

Jeden Tag Tirol.

Das Hahntennjoch direkt vor der Haustür, die Pillerhöhe in greifbarer Nähe und das Kühtai nahebei. Dazu noch Hochimst, Imsterberg, Hochzeiger, der Kauntertaler Gletscher oder der Pitztaler Gletscher zum Drüberstreuen. Imst bietet jeden Tag Tirol. Jeden Tag Berge. Jeden Tag Passstraßen.  Wer sich lieber länger und ausgiebiger geißeln möchte der hat noch das Timmelsjoch, die Silvretta Hochalpenstraße, den Arlbergpass, den Hochtannbergpass, den Flexenpass, das Faschinajoch oder das Furkajoch in schweißtreibender Nähe. Sogar ein Ausflug ins benachbarte Allgäu über Reutte, Tannheim und das Oberjoch würde reizen. Nicht zu vergessen Seefeld über Telfs, Buchen oder Mösern.

Rennrad Touren in Imst. Die Wahl der Qual.

Imst bietet nicht nur die Wahl der Qual, sondern auch viel Gemütliches und Entspanntes. So eignet sich die Anbindung an den Inntal Radweg bestens, um einfach nur gemütlich dahinzupedalieren. Richtung Landeck oder Richtung Telfs. Das wäre aber schade. Allein der ca 14 km lange Anstieg zum Hahntennjoch ist mit Sicherheit die Reise nach Imst wert.

Erreichbar ist Imst am Schnellsten über die A12 Inntalautobahn von Westen und Osten kommend. Von Norden her über den Fernpass. Imst selber liegt idyllisch auf einem Schwemmkegel, Von der Morgensonne wachgeküsst und von der Abendsonne in den Schlaf gesungen. Je nachdem, wo man sich bettet, sind deshalb am Ende der jeweiligen Touren noch einige Höhenmeter einzurechnen. Wir waren im Hotel Stern untergebracht, was uns Tag für Tag letzte Reserven abverlangt hat, um hinauf zur Kirche zu gelangen. Besonders erschwerend dabei war die Fahrt vorbei am öffentlichen Schwimmbad. Das kühle Nass hatte angesichts der Temperaturen über 30° eine magische Anziehungskraft, welcher wir kaum widerstehen konnten.

Essen gut. Alles gut.

Das schöne an Imst ist, dass man situationselastisch radeln kann. Damit jeder auf seine Wunschkilometer oder -höhenmter kommt, lässt es sich perfekt improvisieren. Eine Frühstücksfahrt auf das Hahntennjoch, danach eine gemeisame Ausfahrt mit dem Partner und zum Abschluss noch schnell ein Bergintervall hinauf nach Hochimst. Machbar. Am besten man trifft und verabschiedet sich in der Konditorei Regensburger. Dort lässt es sich lange aushalten. Der rauschende Schinderbach direkt unter den Füßen hilft bei Kaffee, Kuchen und Eis in den Ruhemodus zu kommen.

Und nach getaner Arbeit schmeckt das Essen besonders gut. Wenn es sich dabei um frisch zubereiteten Marillen-Palatschinken handelt, dann vergeht jede Form von Muskelkater ohne Massage ganz von allein.

Gute Freund teilen sich die Straßen.

Dass der Tiroler Fleck rund um Imst ein schöner Fleck ist, hat sich natürlich herumgesprochen. Nicht nur bei den Radfahrern, sondern vor allem bei den Bikern. Insbesondere bei traumhaftem Wetter muss man sich die beschriebenen Leckerbissen brav mit Motorrädern, Cabrios und holländischen Caravans teilen. Man hat das Gefühl, das halb Deutschland nach Süden unterwegs sei. Der Vorteil ist, dass Biker eher Langschläfer sind und vor zehn Uhr morgens kaum aus dem Bett kommen. Die Zeit davor muss und soll genutzt werden. Ist eine Empfehlung. Auch sind manche Strecken einfach zu vermeiden. So wie der Fernpass.

Als Vorbereitung für den Ötztaler Radmarathon ist ein verlängertes Wochenende samt Rennrad Touren in Imst natürlich auch bestens geeignet. Eine Ötzi light Variante (die Runde ohne Kühtai), das Kühtai selber oder eine Verkürzung mit dem Zug (Imst – Innsbruck) passen perfekt, wenn man die Strecke kennenlernen will.

Rad WM 2018 in Tirol.

2018 findet in Innsbruck die UCI Radweltmeisterschaft statt. Noch war davon nichts zu spüren und zu sehen. Die Hoffnung stirbt aber bekanntlich immer zuletzt. Dass der motorisierte Verkehr und Rennräder nebeneinander existieren können und dürfen, hat sich noch nicht ganz herumgesprochen. Egal. Mit Rücksicht, Geduld und dem Rauschen des Schinderbachs lassen sich Tirols Straßen rund um Imst gut ertragen.

Meine Rennrad Touren in Imst zum Nachlesen auf strava. Leider war der Arlbergpass für Räder bergauf gesperrt und die Silvretta Hochalpenstraße noch im Winterschlaf. Dafür haben wir die Kaunertaler Gletscherstraße auf nächstes Jahr verschoben.

1. Tag: Seefeld-Runde
2. Tag: Hahntennjoch, Tobadill und Pillerhöhe
3. Tag: Kühtai übers Sattele
4. Tag: Talstation Hochzeiger und Pitztaler Gletscher

ktrchts

PS: der Austria Giro 2017 streift auch heuer wieder Imst. Gleich am ersten Tag. Von Bregenz nach Sölden. Anmeldungen noch möglich.

Leithaberg Radmarathon – einfach kann auch schwer sein.

Leithaberg Radmarathon

Mehrmals habe ich schon über den Leithaberg Radmarathon berichtet. 2015 und 2016 sogar Gratis-Startplätze verlost. Selber am Start war ich aber noch nie. Bis auf heuer, als ich um 0915 Uhr in der ersten Startreihe stand und mich beim Startschuss zusammen mit weiteren gut 100 Teilnehmern auf die große Runde begeben habe. 120 km galt es bei hochsommerlichen Temperaturen und typisch burgenländischem Wind zu überleben. Drei Mal 40 km. Acht Mal über das Leithagebirge. Als Wochenend-Wahl-Eisenstädter quasi ein Heimspiel für mich. Die Strecke war mir bekannt. Vor allem der Anstieg von Donnerskirchen hinauf Richtung Hof am Leithagebirge. Von allen Leithaberg Übergängen der mir an unliebsamsten. Flach, steil, flach, steiler, steil, flach, steil, flach und dann noch einmal leicht bergauf, wenn man glaubt bereits oben zu sein. Unhythmisch. Nicht meins.

Hitze, Wind und müde Beine – so schön kann sterben sein.

Purbach am Neusiedlersee. Pfingstsonntag. 500 Meter vom Startgelände beim Purbacher Fußballstadion gehen die Einheimischen zum Frühshoppen. Erste Radtouristen pilgern den Radweg B10 entlang. Es ist ein üblicher Festsonntag. Üblich auch das Prozedere der vielen Teilnehmer zum Leithaberg Radmarathon. Auto parken, Räder auspacken, Räder checken, Luft einpumpen, Startnummer abholen, frühstücken, Dixi-Klo aufsuchen, fachsimpeln und aufwärmen. Ich selber bin gleich direkt mit dem Rennrad aus Eisenstadt angereist. 21 km sollten zum Aufwärmen lang genug sein.

Neben Politprominenz wie Kärntens Landeshauptmann Herrn Kaiser, waren auch jede Menge regionale Promis sowie ehemalige Radsportgrößen zuwege. Wie beispielsweise Rene Haselbacher, Weingott Leo Hillinger, der mehrmalige Race Across Amerika Gewinner Wolfgang Fasching, Paralympics Sieger Wolfgang Eibeck. Um nur einige zu nennen.

Leithaberg Radmarathon – vom Führenden zum Radtourist.

Jetzt stand ich da an der Startlinie. Das weiß-rote Startband direkt unter meinem Lenker. Die letzten Interviews und die letzten Pressefotos der Who-is-Who. Dann der Countdown. Startschuss und los.

 

Neutralisiert ging es vom Sportplatz durch Purbach auf die B50, welche mit behördlicher Bewilligung benutzt werden durfte. Meine erste Startreihe bescherte mir einen Platz an der Sonne. Und natürlich auch einen Platz im Wind. Der war ab der Linkskurve Richtung Donnerskirchen dann gleich etwas stärker. Ich überlegte nicht lange und nutzte einfach die Gelegenheit, einmal ein Rennen anzuführen und zog das Feld jenseits der 300 Watt von Purbach nach Donnerskirchen und dann hinein in die erste Steigung.

Eine gute Idee, weil damit war mein Rennen nach knapp 10 km zu Ende. Hitze, Wind und müde Beine. Schnell sterben muss auch gekonnt sein. Durch die verschwitzten Augen sah ich noch das Feld enteilen. Automotivation wie „Die sind ja nicht viel schneller“ hielt mich am Leben. Wenn auch nur auf Sparflamme. Gemeinsam mit ein paar Nachzüglern erreichten wir die Grenze zu Niederösterreich und die erste Abfahrt. Mit offenen Trikot versuchte ich bergab meinen überhitzten Körper und Dickschädel abzukühlen.

Flüchtige Freundschaften zerbrechen spätenstens am Anstieg.

Das Burgenland hat seine Eigenarten. Eine davon ist, dass der Wind stets von vorne kommt. So auch auf dem Weg von Hof über Mannersdorf Richtung Kaisersteinbruch. Eine kleine Gruppe vor mir, eine nachkommende hinter mir und ich vereinten uns am Weg dorthin. Nicht lange. Denn am zweiten Anstieg Richtung Breitenbrunn zerbrach diese flüchtige Freundschaft daran, dass manche ein Rennen führen, die anderen – mich inklusive – bereits im Radausflug Modus umgeschaltet hatten.

Inzwischen hatten wir gefühlte 35 Grad und der Wind mutierte zum Föhnsturm, der mir direkt ins Gesicht bließ. Abkühlung unmöglich. Das Wasser in meinen Trinkflaschen kochte bereits. Die einzige Labstation in Purbach als Rettung war nicht mehr weit entfernt. Und leider auch wieder hinter mir. Keiner meiner Mitstreiter hielt es für notwendig anzuhalten. Warum denn auch. Die meisten hatten zwei Flaschen. Schlau. Kommt auf meine „mache ich das nächste Mal auch“ Liste. Die erste von drei Runden war um. 1h7 Minuten für die Statistik.

Danach erlebte ich ein Déjà-vu. Nur mit weniger Leute und noch langsamer. Bis Donnerskirchen in Front der kleinen Gruppe und am Anstieg dann durchgereiht bis ins Nirvana. Nach 50 km war der Leithaberg Radmarathon für mich ein Einzelzeitfahren.

Neidlos anerkennen. Es gibt bessere Tage.

Ich nehme es vorweg. Die zweite Runde beendete ich in 1h15 Minuten (samt Pause an der Labe). Dabei wurde ich am Weg nach Breitenbrunn von der Spitzengruppe der 80 km Schleife eingeholt. Ich schreibe nicht, dass diese 15 Minuten später gestartet waren. Das würde meine Leistung noch mehr abschwächen. Eine Zeit lang konnte da noch mithalten. Als sich diese dann aber für den Zielsprint formierten und den letzten Schubser in Breitenbrunn Vollgas durchzogen musste ich neidlos anerkennen, dass heute nicht mein Tag war. Also zurück zum Einzelzeitfahren.

Allein auf weiter Flur, gönnte ich mir einen Stop an der Labe. Eine Festzeltbank unter einem kleinen Zelt. Die Damen dahinter bereits Medium durchgegrillt. Zur Auswahl standen 6 Becher kochendes Wasser, 4 Becher lauwarme Cola und 3 Becher Isosuppe. Ich nahm soweit ich mich noch erinnern kann alles. All-In. Das halbe Honigbrot kratzte ich zudem auch noch in meine Kehle. Die dritte Runde war dann ein Muss.

Burgenlands Autofahrer mögen keine Radfahrer.

Letzte Runde. Immer noch durfte ich auf der B50 fahren. Was dem Fahrer eines Toyouta Celica mit dem behördlichen Kennzeichen (Zensur: mir bekannt und dokumentiert) sauer aufstieß. Wild hupend, mit offenem Fenster und mit deutlich gestreckten Mittelfinger wurde ich unsanft aus meinem lethargischen Dahinradeln geweckt. Für eine Reaktion war ich zu tot. Nicht aber für ein Foto, eine Rechtskurve später. Derselbe Autofahrer war jetzt in Rage mit einem anderen Radmarathon Teilnehmer. Zuerst nur über das offene Seitenfenster, dann auch Nase an Nase stehend. Ich hörte Worte, die dem Autotypen (samt Spoiler) und dem Männertyp entsprachen. Die Psyche der Menschen ist unergründlich. Ein Highlight auf der sonst so faden dritten Runde. Ich habe den Vorfall der Polizei gemeldet – samt Beweisfoto. Sachverhalt ist wohl in den Akten untergeganen.

Die dritte und letzte Leithaberg-Urundung beendete ich nach genau nach 1h25 Minuten. Samt Fotostopp und Brunnenstopp in Hof am Leithagebirge. Immer noch und schon wieder gegen den Wind. Im Ziel holte ich mir mein Finisher Geschenk. Ich wählte ein Handtuch. Die Weinflasche ließ ich zurück. Musste ich ja noch 21 km zurück nach Eisenstadt. In Donnerskirchen war aber Schluss. Ein starkes Gewitter befreite mich von meinen Qualen. Das hübscheste Taxi von ganz Eisenstadt holte mich ab und brachte mich nach Hause.

Fazit.

Einfach kann auch schwer sein. Für den Leithaberg Radmarathon braucht Mann und Frau gute Beine. Die hatte ich nicht. Viele waren besser. Ich habe nur durchgehalten. Trotzdem. Gute Veranstaltung, die Edmund Kiss bereits zum 15. Mal tadellos organisiert hat. Ein reichliches Startersackerl, ein attraktives Finisher Geschenk, eine familiäre Atmosphäre und eine sehr gut abgesicherte Strecke mit Polizei an den wichtigsten Stellen bis zum Schluss – keine Selbstverständlichkeit für € 45 Startgeld.

Einziges Manko waren die vielen lästigen Viecher, die mich speziell bergauf auf Schritt und Tritt verfolgten. So etwas habe ich noch nie erlebt. Das mit der Labe kann und werde ich bei einem eventuell erneutem Antreten selber lösen.

ktrchts

 

Deutschlands Radwege als Kulisse für die Rallye Paris-Dakar

Deutschlands Radwege

Die Rallye Paris-Dakar. An und für sich schon eine riesige Herausforderung. Für Mensch und Maschine. Motorräder, Autos und LKW’s werden an ihre Grenzen gebracht. Fahrer und Beifahrer weit darüber. Jährlich versuchen sich viele Privat- und Werksteams darin, das Ziel ohne gröberen Schaden zu erreichen. Aus der Sicht der Medien viel zu viele. Sie forderten mehr Show und Dramen, um die Quoten zu erhöhen. Deshalb hat der Veranstalter reagiert und die nächste Edition der Rallye Paris-Dakar auf Deutschlands Radwege verlegt.

Mehr Schlaglöcher – mehr Show. Deutschlands Radwege sind der Rallye-Hit.

Die Organisatoren sind sich einige. 2018 wird es eine Rallye der Superlative geben. Kaum ein Wüstenland oder eine Gebirgskette auf dieser Welt kann das vorweisen, was Deutschlands Radwege schon seit langem den vielen Radsportbegeisterten anbieten. Genau deshalb wird der gesamte Rallyetross die Wege mit dem blauen Schild zwischen Flensburg und Garmisch als Kulisse für ihre schwerste Herausforderung der Welt benutzen. Eine Lokalaugenschein Anfang dieses Jahres hat den Zuschlag gebracht. „Es waren der viele Streusplitt, der schlechte Asphalt aber auch die vielen Gravel Passagen, die uns begeistert haben.“ Der Paris-Dakar Streckenscout ist sichtlich begeistert. „Deutschlands Radwege sind eigentlich nicht für Rennräder geeignet. Die haben da einfach nichts zu suchen. Sie sind zu gefährlich. Viel zu tricky. Und zu brutal. Deutschlands Radwege sind von ihrer Beschaffenheit und Topografie her einfach nur perfekte Rallyestrecken“.

Die Teilnehmer können sich auf alle Fälle den Termin im Jänner 2018 dick im Rennkalender eintragen. Es warten Verwinkelungen der dreckigsten Art und Sonderprüfungen, welche die Betonung auf „Sonder“ redlich verdienen. Die genaue Strecke ist grob geplant. Da und dort wolle man noch nachbessern und mit Felsstücke, Rollsplitt und Aufgrabungen für noch mehr Rallye Flair sogen. Man bitte die Radfahrer um Verständnis. Diese einmalige Gelegenheit muss genutzt werden.

Seitens des Bundes Deutscher Radfahrer ist man auch mehr als erleichtert. Endlich bekommen Deutschlands Radwege ihren Sinn. Wenn sie jetzt Schäden anrichten, dann dient es zumindest der Show und dem Business.

ktrchts

Ghisallo Cup – Rennradkriterum auf der Wiener Donauinsel

Ghisallo Cup

Jahrelang waren die ÖRV Rennradkriterien auf der Wiener Donauinsel ein Fixpunkt im Rennkalender für viele Speed-Freaks. Dank des Radsportvereins Vienna International Cycling Club (VICC) wird diese Rennserie 2017 als Ghisallo Cup wiederbelebt. Das neue Radsportgeschäft, Cafè, Restaurant in der Wiener Schönbrunnerstraße 97, hat die Schirmherrschaft übernommen. Am Pfingstmontag, gab es die geglückte Premiere.

Sommer. Sonne. Hitze. So präsentierte sich die Donauinsel zum ersten Rendezvous alter Nostalgiker und neuer Herausforderer. Das große Kettenblatt hatte wieder Saison und ihren ersten Höhepunkt. Das gut ein km lange Strecke im Cyclodrom auf der Donauinsel dienste dabei als perfekte Kulisse für verschiedene Bewerbe.

Ghisallo Cup – für ganz junge bis hin zu ganz jung gebliebenen.

Nach dem behördlich bedingten Ausfall der Gran Fondo Vienna war es den Veranstaltern und den Sponsoren wichtig, auch den ganz Kleinen die Möglichkeit zu geben, 2017 in Wien Rennfieber zu erleben. Mit dem Junior Giro war der perfekte Rahmen geschaffen. Laufrad oder Kettenrad, von U5 bis U12, 200 m bis 4 km. Aller Anfang ist gut und wer weiß, vielleicht war hier bereits eine oder ein ganz Große/r am Start. Manch einer wollte gar nicht mehr vom Podium herunter.

Die Hauptbewerbe der Jugend U13 bis U17 und jene der Frauen und Männer in diversen Altersklassen fanden im Anschluss statt. Es galt jeweils 9, 24 bzw. 30 Runden zu drehen, wobei es bei jeder dritten Runde um Sprintpunkte ging. Die Dame, der Herr mit den meisten Punkten am Ende war die/der SiegerIn. So einfach sind die Regeln. Umso schwerer war es, sich diese Punkte zu sichern.

Kraft und Taktik bestimmten die Rennen.

Als Medienpartner war ich natürlich mittendrin, statt nur daheim. Ausgestattet mit der Garmin VIRB XE vorne und der GoPro Hero4 Black Edition hinten, bewegte ich mich im von Kraft und Taktik geprägten Männerennen vorsichtig und behutsam. Wäre schade gewesen, um die schönen Bilder. Und außerdem hätten 80% der Teilnehmer meine Kinder sein können. Was ich so im Kopf habe, war ich der Drittdienstälteste.

Diesen Sommer soll es noch weitere 4 oder 5 After-Work Kriterien geben. Informationen über Anmeldungen gibt es laufend auf der Seite von ghisallo unter Events. Die Rennen sind für Lizenzfahrer und Besitzer einer ÖRV Marathon Card offen.

Wir sehen uns auf der Donauinsel.

ktrchts

PS: Falls wer von auswärts zu den Rennen kommen will. Wien ist anders. Wien ist schön. Herzlich willkommen.