Die wahren Triathloncharaktere.

Jetzt geht’s los. Die Zeit des Hin- und Hergeplänkels ist vorbei. Nächste Woche der Ironman Austria in Klagenfurt und eine Woche drauf der Ironman in Frankfurt. Und natürlich die Challenge Roth. Freunde, Vereinskollegen und Trainingspartner da und dort dabei. Ich auch.

Was wurde die letzten Monate nicht alles trainiert. Nach Plan oder spontan. Geheim oder sozial medial öffentlichwirksam. Motiviert oder frustiert. Beschwerdefrei oder verletzungsbedingt. Auf den Millimeter genau oder Daumen mal Pi. Zielgesetzt oder spassgetrieben. Ernstgenommen oder bauchgefühlt. Hawaiifokussiert oder sightseeing-emotionalisiert. PB-orientiert oder Durchkommengebremst. Fakt ist. Der Tag an dem das alles zurückkommen darf rückt näher.

So unterschiedlich die verschiedensten Vorbereitungen waren, so unterschiedlich sind die mentalen Zugänge zu so einem Rennen. Denn es gibt so viele unterschiedliche Triathloncharaktere.

Der Miefstapler: Dieser Typus nimmt sich selbst im Vorfeld des Rennens aus dem Rennen. Die gesamte Vorbereitung war scheiße und außerdem dies, das und noch dazu jenes. Sein Ziel: Ganz eindeutig die Erwartungshaltung rundherum maßgeblich zu senken. Meistens trainiert so einer ganz allein. Die Gefahr den eigenen Selbstwert nach einer gemeinsamen Trainingseinheit in den unendlichen Tiefen der eigenen Sportlerseele zu verlieren ist sehr groß.

Der Rookie(ng) 1: Seine Premiere auf der Ironmandistanz hat er akribisch vorbereitet. Nichts wurde dem Zufall überlassen. Penibelst wurde der Trainingsplan eingehalten. Das Ergebnis: Sensationelle Vorbereitungsrennen mit persönlichen Bestleistungen am laufenden Band. Diese nicht um Sekunden, sondern um Minuten. Die Form aufsteigend und bereit zu Punktladung. Seine Debützeit auf der langen Distanz wird den einen oder anderen „alten und/oder rostigen Hasen“ dazu bewegen, zumindest einmal mehr laut über einen Sportartwechsel nachzudenken.

Der Rookie(ng) 2:Wie 1, nur mit dem Unterschied, dass dieser sein Debüt mit „Ich will nur durchkommen“ tiefer als jeder andere stapelt. Eine 3:14 beim Marathon, eine 4:47 auf der Halbdistanz stehen heuer schon auf seiner Ergebnisliste. Und immer noch spricht er von „Durchkommen.“ Zeiten, nimmt dieser Typ keine in den Mund. Sein Kollegen sehr wohl. Sub10 sind die Mindesterwartung. Das weiß er. Und genau das macht ihm Angst und Druck. Denn Durchkommen allein ist heute leider keine „Leistung“ mehr.

Der Scheißminix: Man erkennt diesen Typ von der Ferne, indem man ihn nicht erkennt. Und an seinem „normalen“ Radhelm. Kein typischer Triathlet. Möglicherweise kein typischer Sportler. Schwimmt ab und zu im See und Bad. Radelt zur Arbeit (dies aber 150 km täglich hin und zurück). Und läuft. Frühmorgens mit seinem Hund. Carbon, Aero Laufräder, Kompressionssocken, Wetsuits … mittlerweile keine Fremdwörter mehr für ihn. Sein Stahlrahmen Geschoss samt Cinelli Aufsätze benützt er nur mehr im Alltag. Dieser gar nicht so seltene Typ zeichnet sich durch eine unvorstellebare Bereitschaft aus, sich quälen zu wollen unn quälen zu können. Bis auf den letzten Millimeter. Du hast keine Chance. So einer überholt dich immer.

Der Unsichtbarde: Von ihm sieht hört man von Jänner bis Juli nichts. Auch im Rennen nicht. Aber spätestens im November dann, da bekommt man von ihm persönlich eine Postkarte aus Hawaii.

Der Überseeflieger: Zwei Wochen Hawaii hat er schon eingeplant. 500 $ bereits gewechselt. Er bleibt einen Tag länger vor Ort. Und wenn er sich qualifiziert hört er mit der Ironmandistanz auf. Das ist er seiner Familie schuldig. Er ist Paradeathlet und Wirtschaftsmotor in einer Person. Das Beste vom Besten. Das Teuerste vom Teuersten. Das Hightechste vom Hightechtsten. Was die physische Verfassung und die mentale Einstellung nicht kann, muss das Material herausholen. Eine einfache, wenn auch nicht ganz wissenschaftlich fundierte Schlussfolgerung.

Die Ketterechts: Durchschnittlicher Schwimmer und mäßiger Läufer. Dafür Rennradfahrer mit überdrüberdurchschnittlicher Leidenschaft. Und genau diese ist sein Ass im Ärmel. Damit macht er vieles wett. Allen voran 2 – 3 kg Übergewicht (im Vergleich zum Topathlet a.d.R.). Er fährt für’s Publikum und kann bei entsprechender Anfeuerung egal in welchem Abschnitt des Rennens immer noch zulegen. Seine Gegner sind die fehlenden Gegner. Allein ist er verloren. Im Rudel der Rudelsführer. Und der Antreiber.

 … Fortsetzung folgt

An dieser Stelle allen Hals und Beinbruch. Möge die Schönste gewinnen 😉
Cristian Gemmato aka @ketterechts

Spiroergometrie – schnaufen, schuften, schwitzen.

Klammer auf: Ich werde an dieser Stelle jetzt nicht mit Ergebnissen und Werten herumwerfen. Diese behalte ich für mich. Klammer zu. Klammer auf: Ich erwähne aber trotzdem, dass ich mit den Ergebnissen mehr als zufrieden bin. Teils sogar sehr überrascht. Es liegt kein Zuvieltraining und auch kein Zuwenigtraining vor. Und das obwohl ich seit Tagen, nein Wochen, nein sogar Monaten, ohne Plan, nur Daumen mal Pi meine Vorbereitung auf die Challenge Roth Langdistanz, welche ich gar nicht machen wollte, durchziehe. Klammer zu.

Klammer nochmals  auf: Ich habe die Spiroergometrie ausprobieren „dürfen“, weil ich im Winter beim Weltcup in Bad Kleinkirchheim das Glück hatte Dr. Piero Lercher, seines Zeichen, Sportarzt, Präventiv-, Umwelt- und Arbeitsmedizier sowie Lehrbeauftragter der medizinischen Universität Wien von Gesund in Schöbrunn kennen zu lernen. Schnell fanden wir einen Zugang zueinander. Ein paar Monate später schwitze und keuchte ich in seiner Praxis. Mit an Board auch Mag. Jerzy Mondrzyk, ehemaliger Sportwissenschaftlicher Leiter an der Abt. f. Sport- u. Leistungsmedizin, Univ. Klinik f. Innere Medizin II, AKH-Wien. Wie man leicht erkennen kann, 2 Kapazunder auf Ihrem Gebiet. Klammer zu.

Und jetzt zum Wesentlichen. Ich möchte an dieser Stelle ohne gscheit daherzukommen und ohne jetzt groß fachliches Wissen zu haben, die Spiroergometrie etwas erläutern und beschreiben. Dabei werde ich sehr viele Inputs von Dr. Piero Lercher verwenden. Meine Aufgabe war es nur zu strampeln und zu atmen. Bis zum Umfallen. Nein, bis zu Ausbelastung. 

Ein Termin für dieses Experiment (ja, für mich war es eines. Denn ich wusste nicht, was auf mich zukommt und wie ich abschneiden werde. Es hätte auch sein können … lassen wir das einfach.). Die „Praxis“ mitten im Schönbrunner Park ist sehr gediegen und versprüht einen Hauch von Monarchie. Drinnen ist alles bestens vorbereitet. Eigene Duschen und Umkleidekabinen und eine sehr sterile „Folterkammer“. Jede Menge Computer, Kabeln, zwei Ergometer und eine Liege. Fantastisch die Aussicht. Direkt auf das Palmenhaus.Wäre das meine Wohung … hätte ich zu viele Touristen die täglich daran vorbeimarschieren.

Ich wurde gleich mit einem Fragebogen konfroniert. Ja, nein, nein, nein, nein … eigentlich bin ich ein Modell Patient. 😉 Alle Daten wurden akribisch in den Computer eingegeben. Danach hieß es ausziehen. Oberkörper frei machen. Ich wurde beklopft. Und man hörte in mich hinein. Tief durchatmen. Einatmen und ausatmen. Gewicht und Größe wurden dann auch noch gemessen. Bei meiner Einschätzung im Fragebogen lag ich um 1 cm über der tatsächlichen Größe und gute 2 kg unter dem tatsächlichen Gewicht. Nur das zum Thema Selbsteinschätzung.

Das Thema Körperfettmessung lasse ich an dieser Stelle aus. Nur eines sei gesagt. Auch ich habe meine Problemzonen. Der Rest ist weit unter der Norm und somit mehr als ok.

Soweit nichts ungewönliches. Doch dann wurde ich an eine „Lungenmaschine“ angeschlossen. Oder so ähnliches. Es galt jetzt mein Lungenvolumen in Litern und die Vitalkapazität zu messen. Es ist schon mal interessant, diesen Wert zu kennen. Notiz am Rande: Leistungschwimmer (8 Liter) und Apnoetaucher (10 Liter) kann ich rein pysiologisch, genetisch und frenetsich nie und nimmer werden.

Dann ging es endlich auf das Ergometer. Verkabelt und verstopft. Mit einem Ventil im Mund und geschlossener Nase.

Nur der Ordnung halber (ich weiß, dass dies von meinen Lesern jeder schon weiß): Was ist Leistungsdiagnostik? (nach Dr. Piero Lercher)

Untersuchungen der Leistungsfähigkeit erlauben eine Beurteilung der Gesundheitsstabilität und eine Festlegung der Wirksamkeit bestimmter Trainingsmethoden. Zusätzlich ermöglichen sie die Erstellung von fundierten Konzepten zur Trainingsplanung und Steuerung. Anhand der zahlreichen Messwerte (bei der Ergometrie: u.a. Herz-Kreislaufparameter; bzw. bei der Spiroergometrie: Herz-Kreislaufparameter, aerobe Kapazität, maximale Sauerstoffaufnahme, Energie-Stoffwechsel) wird die individuelle Trainingspulsfrequenz ermittelt, womit die Grundlage für eine medizinische Trainingsberatung zur Erreichung eines persönlichen Trainingszieles geschaffen wird. So kann beispielsweise auch die ideale Herzfrequenz zur Fettverbrennung abgeleitet werden.
Die Leistungsdaten beschreiben den IST-Zustand und lassen in der Verlaufskontrolle den Leistungszuwachs bzw. diesbezügliche Entwicklungsmöglichkeit erkennen.
Die Leistungsdiagnostik bietet auch eine begleitende Kontrolle hinsichtlich Regenerationsfähigkeit, Stress-Resistenz, Fehlernährung und blutchemischen Veränderungen.

Ad Spiroergometrie:
Derzeit gilt die Spiroergometrie als der „Goldstandard“ zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit in Bezug auf die maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max). 
Im Rahmen einer Spiroergometrie wird bei Gesund in Schönbrunn folgendes Leistungspaket angeboten:
  • Sportmedizinische Basisanamnese und Statuserhebung
  • Spiroergometrie
  • Lungenfunktionstest
  • Körperfettmessung (Plikometrie)
  • Bestimmung der maximalen Sauerstoffaufnahme (VO2max)
  • Laktattest
  • Ruhe- und Belastungs-EKG
  • Blutdruckmessung (Ruhe und Belastung)
  • Bestimmung des Pulses f. extensives aerobes Ausdauertraining
  • Trainingspulse für alle Ausdauerbereiche (A1 bis A4)
  • Bestimmung der anaerob- aeroben Schwelle,
  • Bestimmung der individuellen Leistungsfähigkeit inkl. Vergleich zur Weltklasse
  • Ärztliche und sportwissenschaftliche Befundbesprechung



Was kann jetzt die Spiroergometrie? In erster Linie geht es darum die maximale Sauerstoffaufnahme in l/min zu definieren. Natürlich werden Laktatmessungen genommen um die einzelnen von uns allen bekannten Schwellen zu bestimmen.

VO2max (= maximale Sauerstoffaufnahme in [l/min])
Unter der VO2max versteht man den höchsten individuellen Sauerstoffaufnahmewert pro Zeiteinheit, dessen der menschliche Körper unter Luftatmung fähig ist. Sie gilt als ein wesentliches Kriterium der kardiopulmonalen und metabolischen Leistungsfähigkeit. Außerdem determiniert die VO2max inhaltlich und begrifflich die aerobe Leistungsfähigkeit als jenen Energieumsatz, der durch Verbrennungsvorgänge mittels Sauerstoff möglich ist. Die Größenordnung der VO2max wird im Wesentlichen vom Herzzeitvolumen, der peripheren O2 -Utilisation und der aeroben Kapazität der beanspruchten Skelettmuskulatur bestimmt.
Um intra- und interindividuelle Vergleichswerte zu erhalten, muss jedoch auf eine sehr hohe bzw. vollständige kardiozirkulatorische und metabolische Ausbelastung geachtet werden. Im Hochleistungssport wird die VO2max zur Beurteilung bzw. Quantifizierung der Ausdauerleistungsfähigkeit herangezogen.

VO2rel (= relative maximale VO2 in ml pro kg Körpergewicht und pro Minute)
Diese Größe bezieht sich individuell auf das jeweilige Körpergewicht der Probanden und stellt einen weiteren aussagekräftigen Parameter zur Beurteilung der allgemeinen Leistungsfähigkeit dar. Die VO2rel gibt an, wie viel Liter Sauerstoff jedem Kilogramm Körpergewicht zur Verfügung stehen.
Die gewichtsbezogene Relationen der Sauerstoffaufnahmefähigkeit dienen auch zum interindividuellen Vergleich von Personen unterschiedlichen Gewichts.
Im Leistungssport ist die Aussagekraft der VO2relvor allem bei Sportdisziplinen, bei denen das Eigengewicht von den Sportlern mitgetragen werden muss(z.B. Laufen), von Bedeutung.




Interessant ist auch der sogenannte respiratorische Quotient.
Der respiratorischer Quotient (RQ) ist definiert als der Quotient aus dem ausgeatmeten Kohlendioxidvolumen (VCO2) und dem eingeatmeten Sauerstoffvolumen (VO2). Diese ebenfalls dimensionslose Zahl hängt vom Nährstoffabbau ab, und spiegelt das Verhältnis der Energiebereitstellung durch Kohlenhydrate und Fette wieder. Wird gleichviel O2eingeatmet wie CO2 ausgeatmet, so nimmt der RQ den Wert 1 an.

Für die Leistungsdiagnostik gilt daher folgendes Verhalten:

Bei ökonomischer Arbeit sinkt der RQ auf Werte bis ca. 0,80, hingegen steigt er bei ansteigender Belastung über 1 an (bis 1,15); d. h. es wird mehr CO2 ausgeatmet als O2 eingeatmet.
Während spiroergometrischer Messungen ist ein Ansteigen des RQ über 1 ein Indiz dafür, dass sich die untersuchte Person der Ausbelastung nähert.

Bemerkung:
Die Laktatkonzentrationen von 2 und 4 mmol/l zur Bestimmung der Schwellen sind „künstliche“ Grenzen, die sich durch umfangreiche Untersuchungen herauskristallisiert haben. Tatsache ist jedoch, dass es auch Menschen gibt, die beispielsweise schon in Ruhe Laktatwerte von 3 mmol/l und mehr aufweisen!
Hier zeigt sich u.a. ein Limit dieser Überlegungen.
Anhand der Spiroergometrie wird die Sauerstoffaufnahme und die CO2-Abgabe gemessen (und nicht geschätzt oder berechnet!!), weshalb mit dieser Untersuchung die tatsächliche anaerobe Schwelle bestimmt werden kann, wo die O2– Aufnahme und CO2-Abgabe plötzlich Zuungunsten der O2-Aufnahme nicht mehr im gleichen Verhältnis erfolgen, was wiederum durch den RQ illustriert wird.

Und genau hier (in der Bemerkung!) liegt das interessante an der Spiroergometrie. Ich kenne jetzt meine tatsächlichen und nicht fiktiven Schwellen (AS und ANS). Und darüber hinaus noch viel mehr. Watt, RQ, VO2max … alles in Relation und in Verhältnis zueinander … Dies alles als Grundlage für einen Trainingsplan, bei dem die festgesetzten Ziele genauer angepeilt werden. Ich habe einfach viel mehr Parameter zu Verfügung, welche ich bei der Erstellung von einem Trainingsplan miteinfließen lassen kann.

Auf alle Fälle müsste schnellstmöglich eine SRM Kurbel her. Denn das spielen mit den Watt wird wohl mein nächstes faible werden.

Fazit:

  • Spiroergometrie in der Praxis von Dr. Piero Lercher: € 250 die sich lohnen
  • 2 Stunden Aufwand, die viele neue Erkenntnisse hergegeben haben
  • jeder Mensch hat physiologische Grenzen. Das ist eine traurige Gewissheit.
  • ein mehrseitiger sportmedizinischer Befund samt Zahlen, Tabellen und Empfelungen
  • das ist schon noch was drin. Auch noch in meinem Alter.







Cristian Gemmato aka @ketterechts
(c) 2012 



Fotos

bike4dreams 2012 – 3/3

Sicher der spannendste und anstrengendste Teil der gesamten Fahrt. Schon bei der Besprechung am Tag zuvor wurde uns nochmals Perchau am Sattel als psychologische Hürde beschrieben. Oben angekommen, hätte man die Höhenmeter geschafft (außer ein paar noch bevorstehende Hügel) und man könne sich schon im Ziel sehen. Trotz der 70 noch zu radelnden Kilometern. Gute 30 davon leicht bergab. Doch noch waren wir nicht oben.

Kurz nach Scheifling das besprochene Prozedere. Der Schlusswagen fuhr nach vorne und die Bergziegen (sorry, Bergfahrer, Bergkletterer, Untergewichtige … und ich) reihten sich schön brav dahinter ein. Es waren nur mehr wenige. Der Rest wollte schon gar nicht mehr am Laktatgemetzel teilnehmen. Es dauerte nicht lange und die Strecke wurde vom Schlusswagen (der jetzt Führumgsfahrzeuge war) mit Hupsignalen freigegeben. Ganze 10 Sekunden lang war ich vorne. Dann überholten mich die zwei üblichen Verdächtigen. Ich versuchte gar nicht dran zu bleiben. Spekulierte aber mit einem „Stockerlplatz“. Ganz vorne zwei Mann auf und davon. Namen nenne ich an dieser Stelle keine. Datenschutz! Dann zwei Verfolger und dann ich samt meinem bis nach oben bleibenden Mitstreiter. Die Steigung nach Perchau am Sattel ist nicht steil aber schon ein paar km lang und es schmiert immer schön brav nach oben. An die 8 % Steigung mit flacheren Stücken. Normalerweise kein Problem. Aber nach 220 km kann da schon die Milchsäure in den Muskeln etwas die Spritzigkeit hemmen.

Die 2 Mann vorne weg waren jetzt weit vorne weg. Dann die zwei Verfolger, von denen einer von mir eingeholt und überholt werden konnte. An meinem Hinterrrad – eh schon wissen. Platz 4. Leider war es an dieser Stelle nicht mehr möglich den Dritten einzuholen, auch wenn er stets in Reichweite blieb. Aber ein Loch von ein ein paar 100 Metern bergauf zu schließen, würde sehr viel Kraft kosten. Die neue Strategie lautete den 4. Platz zu holen. Ich sah nach wie vor das Vorderrad meines am Hinterrad klebenden Mitstreiters. Weiters nach hinten schaute ich nicht. Wozu. Ich konzentrierte mich nach vorne. Irgendwie hatte ich noch die Strecke im Kopf. Ich wusste, dass es oben eben werden sollte und dann sogar leicht bergab. Mein Mitstreiter (Name der Redaktion bekannt) kam jetzt nach vorne. Eine gute Taktik. Für mich. Ich blieb am Hinterrad. Schaltete dann langsam hoch und suchte den Augenblick anzugreifen. Was ich dann auch tat (ja, ich weiß bike4dreams ist kein Rennen, aber wenn von den Kapitänen eine Bergwertung angekündigt wird, dann hat man auch so zu fahren. Eben für eine Wertung). Mein Überraschungsangriff, mein höherer Gang und … (das lasse ich jetzt weg, denn alles was ich jetzt sage, könnte gegen mich verwendet werden) rissen sofort ein Loch auf. Der 4. Platz war in Sichtweite und dann auch in der Tasche.

Und wie es so ist (und das ist gut so, denn davon lebt jeder Sport) wurde oben dann diskutiert. Ob jetzt der falsche Gang bzw. die herausgefallene Kette meines Mitstreiters dafür verantwortlich war, meine gute Taktik oder meine guten Beine (genau das wollte ich oben schreiben) – das lässt sich wohl nie restlos aufklären.

Nach und nach kammen dann alle nach oben. Sichtlich froh und psychologisch gestärkt durch die Tipps vom Vortag. Jetzt hieß es nochmals stärken. Diesmal mit Kuchen. Fehlte nur noch der Kaffee. Dann wäre es perfekt gewesen. Vielleicht geht sich der nächstes Jahr aus.

Die Abfahrt Richtung Neumarkt und Richtung Friesach fuhren wir dann in zwei Gruppen und neutralisiert. Die Angst durch den schlechten Asphalt in den engen Schluchten etwas zu riskieren war an dieser Stelle die Mutter der Carbonkiste. In Friesach meldete dann Radio Tour wieder den Zusammenschluss des Feldes. Auch dank eines Bremsmanövers des need4speed Präsidenten, welcher 4 Ausreißer stellte. Mit harten Worten. Ich war unter den 4 Ausreißern. Sorry. Notzi am Rande: Der Kärnten Spirnt holte ich mir souverän. Zwar keine offizielle Wertung, aber was tut man nicht alles für eine Staatsbürgerschaft.

Gemeinsam ging es dann Richtung Hirt und dann weg von der S10/Klagenfurter Schnellstraße Richtung Pölling. Mit einem großen Spielverderber. Dem Gegenwind. Eigentlich seit Perchau am Sattel. Aber hier machte er sich schon mehr als unangenehm bemerkbar.

Da ich noch Reserven hatte und eigentlich austesten wollte, was noch drinnen sei, fuhr ich vor in den Wind und blieb dor. Lieber vorne verrecken, als hinten verhungern ;-). Neben mir wechselten sich die Beleiter ab. Die Anwärter auf den Zielsprint waren jedoch nicht mehr zu sehen. Ich hielt das Tempo halbwegs hoch. Selten viel die Geschwindigkeit unter die 30 km/h. Sehr schlechter Aspahlt unterhalb der Burg Hochosterwitz erschwerte die Fahrt. Kärnten baut. Nicht.

Als Maria Saal und Zollfeld passiert wurden, waren es nur noch wenig Kilometer. Und der Zielsprint? Keine Ahnung wo der war. Ich war immer noch vorne. Tempo nach wie vor hoch (für 290 km +). Hinter mir gespenstische Ruhe. Und dann als, es keiner es erwartete – in diesem Fall ich – wurde von hinten der Zielsprint angezogen. Natürlich wurde ich überrascht. Natürlich konnte ich nicht mitziehen. Natürlich war das taktisch falsch. Außer der Zielsprint wäre mir wurscht gewesen. Nicht ganz. Ich hätte schon ganz gerne mitgemacht. So wurde ich durchgereicht. That’s live.

Kurz vor Klagenfurt hieß es dann sammeln. Man sah allen die Freude im Gesicht. Die Fahrt hinein in die Stadt war für jeden mit Sicherheit ein persönlicher Triumpfzug. Bis zum Alten Platz, wo wir schon erwartet wurden. Mit standing ovations. Ich schätze an die 3.000 Zuschauer ;-). Es waren weit weniger, aber es fühlte sich so an. Freunde, Bekannte, Familie – alle standen sie da Spalier. Sogar ich wurde persönlich empfangen. Danke an dieser Stelle an Julius R und Sabine G.

305 km und an die 2.000 Höhenmeter. Mit interessanten, lieben und netten Menschen. Für einen guten Zweck. Eine nicht alltägliche sportliche Höchstleistung. Für den einen und anderen eine Premiere und etwas, worüber sicher noch lange gezehrt werden kann. Wenn man will schafft man vieles.

Danke an dieser Stelle nochmals an bike4dreams und need4speed. Für die perfekte Organisation. Für die tadellose, wenn nicht immer einfache Führung und für die herausragende Finisher Pasta samt Tiramisù am Abend.

Wenn Gott will und wenn speed4need will, bin ich nächtes Jahr wieder dabei.

Cristian Gemmato aka (c) ketterechts

bike4dreams 2012 – 2/3

Durch das Murtal ging es recht zügig voran. Die gesamte Gruppe harmonierte recht gut. Einige immer brav vorne, andere immer intelligent versteckt im Feld. Auch die Temperaturen zeigten sich schön langsam gnädig, so dass Ärmlinge, Windbreacker und Beinlinge abgegeben werden konnten. Mürzzugschlag, Kapfenberg, Bruck an der Mur, Leoben. Mit leichten Seiten- und später dann Rückenwind. Angenehm. Sommerlich. Sonnenbrandverdächtig. Die Stimmung ausgezeichnet. 

In Leoben Hinterberg wartete dann nach 155 gefahrenen km das zweite Buffet. Diesmal in der prallen Sonne. Brötchen mit Käse und Schinken. Mannerschnitten. Diverse Säfte. Red Bull, Bananen und Balisto. 1a Menü bei sportlicher Betätigung. Von Müdigkeit keine Spur. Aber möglicherweise kann da auch die blendende Sonne Schuld gewesen sein, das nicht gesehen zu haben.

Aufbruch. Die zweiten 150 km warteten. Über St. Michael ging es Richtung Knittelfeld. Der wohl schwierigste Teil der gesamten Strecke. Vom Panorama her nicht wiklich berauschend (B17, die Mur und die Murtal Schnellstraße) und sehr wellig. In meinem Video ganz gut zu sehen. Zeltweg und Spielberg wurden dann aber trotz allem erreicht und passiert. Alle zusammen. Je länger der Tag dauerte, desto leiser wurde es aber im Feld.

Knapp vor Judenburg sind wird dann Richtung Fohnsdorf abgebogen. Was eine gute Entscheidung war. Bei meiner Solofart im letzten Jahr bin ich Richtung Judenburg gefahren. Was mir in der Stadt eine ziemliche Steigung bescherte und in weiterer folge das befahren der B317 bis St. Georgen, Unzmarkt und Scheifling. Hier mache ich Bekanntschaft mit vielen LKW und kurz vor Scheifling auch mit einem nicht beleuchteten Tunnel. Aber dank der kompetenen Guides wurde dies vermieden. Statt dessen ging es auf dem Murtaler Radweg dahin. Mit der Tour de Mur, welche uns im Gegenverkehr immer wieder das Fahren auf diesem schmalen Radweg erschwerte. 

An dieser Stelle hatten wir bereits den 2er vor den Kilometerangaben und gute 8 Stunden pedalieren in den Beinen. Spätestens jetzt wäre eine „normale“ Radausfahrt zu Ende und ein Gasthof, ein Kaffeehaus oder ein Heuriger wäre anzupeilen.

Bei bike4dreams aber nicht.

… Fortsetzung folgt.

bike4dreams 2012 -1/3

Zuallerest die Eckpfeiler dieser längeren Radausfahrt: 305 km und an die 2.000 Höhenmeter. +/-, denn mein Garmin zeigte weit mehr an. Was wohl am Garmin liegt. Aber das wäre jetzt eine ganz andere Geschichte.

bike4dreams, das ist radeln für einen guten Zweck. Bedürftige Kinder und deren Familien. Ein Projekt des Vereins need4speed, welches bereits zum xten Mal durchgeführt wird. Eine einfache Idee, welche sehr viel bringt. Dieses Jahr waren es € 9.000,-.

Mit dem Rennrad nonstop von Wien nach Klagenfurt

Und ich war dabei. Gehört habe ich davon bei der Teilname an der Tauernrundfahrt im letzten Jahr. Angemeldet habe ich mich heuer dann sehr kurzfristig. Mit etwas Glück, denn die Plätze sind limitiert. 305 km radeln und dabei anderen helfen. Was will man mehr. Zudem bin ich die selbe Strecke im letzten Jahr ganz allein als Vorberietung auf den IM in Klagenfurt gefahrten. Und dieses „Erlebnis“ wollte ich wiederholen. 305 km stehen zwar auf keinem Trainingsplan, aber sie sind charakterbildend. Wer diese fahren kann, dem können 180 km dann nix oder wenig antun. Oder doch viel.

Pünktlich um 6.00 Uhr wurde in Wien (U6 Station Siebenhirten) gestartet. Tags zuvor gabe es noch ein Briefing der Kapitäne. Verhalten in der Gruppe, Anweisungen, Regeln, Motivationstipps … Und Nudeln. Pasta für 28 Personen. Normalsterbliche. Nicht solche, die am nächsten Tag an die 5.000 – 7.000 Kalorien verbrauchen sollten. Im Klartext: Viel zu weniig. Das Wetter war perfekt. Etwas frisch, aber angesagtes Badewetter war Motivation genug. Mit dabei auch 4 Damen. Und Begleitfahrzeuge. Ein Schlusswagen und ein Buffetwagen. Profitum der Extraklasse.

Locker, lässige ging es die B17 Richtung Wiener Neustadt. Immer schön in 2er Reihe. § 68 StVO lässt grüßen. Die Zeit und die Luft (jene in den Lungen) erlaubten das eine oder andere Plauscherl. Man will ja wissen, mit wem man da mitfährt. Außer den vielen Ampfeln und eine elend lange Gerade am Ende von Wiener Neustadt, war die erste von 10 Stunden am Rad, das was man eine Sonntagsausfahrt nennen würde.

Kaum war aber Gloggnitz Richtung Schottwien passiert, war Schluss mit lustig. Das Feld wurde nervös. Der Grund: Die bevorstehende „Bergwertung“ am Semmering. Neben der Bergwertung in Perchau am Sattel und dem Zielsprint in Klagenfurt ein zur Tradition gewordenes Highlight. Vorne formierten sich die Bergziegen. Sofort wurde klar, wer Ambitionen auf den Titel des Bergkönigs hatte. Der Rest vom Feld hielt sich vornehm zurück.

Kurz nach der Ortsausfahrt von Schottwien, dann das Zeichen. Die Strecke war freigegeben. Und es dauerte keine 3 Atemzüge, waren die „Favoriten“ bereits vorne weg. Mit höllischem Tempo. Dass die Pause oben länger sein würde, je schneller man oben ist, dürften sich da ein paar sehr ans Herz gelegt haben. Weitere 3 Atemzuge später, war das große Feld weit auseinandergerissen. Jetzt gab es keinen Windschatten mehr. Jeder war auf sich allein gestellt. Grüppchenbildung war angesagt. Gemeinsam hoch. bike4dreams ist kein Rennen, aber die Bergwertungen …

Alle schafften es und oben wartete schon ein köstliches Buffet. Und der Winter. Gefühlte Null Grad. Umziehen. Stärken. Diskutieren. Sinnieren. Bewundern. Zu mehr war nicht Zeit. Doch. Trinken. 90 von 305 km waren absolviert.

Die Abfahrt Richtung Spital am Semmering war dann ein Gruß an das Rheuma und an den Zahnarzt. Ich hatte Angst, mir die Plomben aus dem Gebiss zu zittern. So kalt war es.

… Fortsetzung folgt.

4. Kärtner Radmarathon 2012.

27. Mai 2012. 9.00 Uhr. Ich stehe zum zweiten Mal am Start des Kärntner Radmarathon in Bad Kleinkirchheim. Ohne meiner geliebten Princessin. Darüber habe ich ja schon berichtet.  Auf meinem Ersatzrad eine GoPro. Montiert und befestigt am Vorbau. Ich hatte vor, ein paar interessante Szenen vom Rennen festzuhalten. Allen voran die Abfahrten. Für die Aufnahme eines gesamten Rennens reicht der Akku nicht. Die Videos sind auf meiner Facebook Seite zu sehen. Liken erlaubt.

Der Kärntner Radmarathon ist für mich sicher einer der interessantesten Marathons ist Österreich. Auch wenn die Veranstaltung noch sehr jung ist. 106 km sind nicht lang. Aber die 2.140 Höhenmeter sind eine echte Herausforderung. Auch weil knapp 1.500 Höhenmeter auf den ersten 33 km des Rennens zu bewältigen sind. Ich bin in den letzten 18 Jahren fast alle Marathons in Österreich gefahren. Vom Ötztaler, über den 3 Länder Giro, Klassiker im Salzburger Land (Amadè, Samson Man, Salzburg Radmarathon), sowie die Speedrennen im Osten (Neusiederlseemarathon). Den Kärntner Radmarathon kann man mit diesen Rennen nicht vergleichen. Zu den Gründen komme ich noch.

Kernstück des Kärntner Radmarathon ist die Nockalmstraße mit ihren zwei Pässen. Da ist einmal die Schiestlscharte und dann noch die Eisentalhöhe. Beide knapp über 2.000 Meter. Landschaftlich echt ein Traum. Denn oben sieht man – sofern man das Auge und die Luft hat – den Alpenhauptkamm im Norden und die Ausläufer der Voralpen im Süden. Das Meer habe ich zwar nicht gesehen, aber mit etwas Fantasie wäre das auch gegangen. Mittlerweile bin ich die Nockalmstraße bereits ein paar Mal gefahren, so dass ich die Tücken und die Schönheiten dieser Straße kenne. Erinnern kann ich mich noch an meine erste Befahrung. Das ist lange her. „Damals“ noch im Zuge des Tauern Total Extrem Radmarathon. Leider gibt es diesen nicht mehr. Immerhin galt es 260 km und 6.000 Höhenmeter zu bewältigen. Ein Pendant zum Ötzteler Radmarathon sollte es sein. Nichts ist daraus geworden. Start und Ziel in Wagrain. Die Strecke: Wagrein, Radstadt, Obertauern, St. Michael im Lungau, Katschberg, Kremsbrücke, Innerkrems, Nockalmstraße (mit der Eisentalhöhe und der Schiestlscharte), dann die Trurracher Höhe (auf der alten Strecke mit 23% Steigung), Tamsweg, Obertauern (zum zweiten Mal an diesem Tag), Radstadt und zurück nach Wagrain. Ich kann mich noch genau an meine Zeit damals erinnern: 12 Stunden und 3 Minuten. Mit einer Übersetzung von 39/23! Ein Alu Rad Marke Selbstbau, Campagnolo Veloce 9fach, Spinergy Carbonlaufräder und Cinelli Spinace Aufsatz. Dass es den ganzen Tag geregnet hatte, machte das Abendteuer nicht einfacher.

Der 4. Kärntner Radmarathon: Die Organisation ist perfekt. Nennung, Nachnennung und Startnummerabholung am Tag zuvor funktionierten reibungslos. Moderates Startgeld und ein prall gefülltes Startersackerl (und ich meine hier nicht die ca. 3 kg Prospekte, sondern die Geschenke wie Villacher Bier Radler, Kärntner Milch Kakao, Corny Müsli Riegel, Pago Fruchsaft) sind ein wichtiger Pluspunkt. Weiteres Highlight sind die doppelten Gutscheine für ein Essen und ein Getränk. Sowohl für Samstag vor dem Rennen, als auch Sonntag nach dem Rennen. Das habe ich bis dato nirgends gesehen. Detail am Rande: Die Nudeln beim Kärntner Radmarathon sind essbar! Und ich rede hier als Italiener. Genial auch der riesige Laib an Parmesankäse, der aus Nudeln mit Parmesan, Parmesan mit Nudeln zaubert. 

Ich bin bereits am Freitag angereist und habe am Nachmittag an der Trainingsfahrt mit Paco Wrohlich teilgenommen. Diese war offizielle ausgeschrieben. Gefahren wurde die B Strecke des Marathons. Mit dabei fast ausschließlich Mitglieder des Radclubs Feld am See. Das ganze sicher auch einmalig. Lockeres einrollen in der Gruppe. Samt Schlussfahrzeug. Wobei der letzten Ansteig nach Bad Kleinkirchheim, dann nicht mehr so locker war. Ich denke, dass so mancher dem Herrn Paco Wrohlich zeigen wollte. Die Labstation im Landhotel Lindenhof mit Kaffee und Kuchen bekommt von mir hier maximale Punktezahl.

Der Samstag, Tag vor der Rennen, bietet ein Paar Zeitfahren am Samstag. Für einen wohltätigen Zwek. Die Initiative bike4dreams sammelte Gelder. Daumen hoch. Das Paar Zeitfarhen selber hätte sicher mehr Zuschauer verdient. So war es eher eine geschlossene Gesellschaft. Gut gemeint. Gut moderiert und mit Prominenz aus Sport gespickt. Gleichzeitig fand die Pasta Party im Festzelt direkt am Parkplatz der Kaiserburgbahn ab.

Der Sonntag. Das Rennen. Ich startete vom Startblock A aus und war in illustrer Gesellschaft. Gerrit Glomser, Hans Peter Obwaller, Armin Assinger … Die ersten Kilometern waren echt anstrengend und ich war mitten in wichtigen Positionskämpfen der Favoriten und jener, die sich zutrauten, mit diesen mithalten zu können. Mit dabei, meine GoPro.

Von Bad Kleinkirchheim ging es hinunter nach Patergassen. Nicht ungefährlich. Schlechte Straßen und und eine nervöse Meute. Keine beruhigende Kombination. Von Patergassen nach Ebene Reichenau dann ein Feld von mehr als hundert Radfahrern. Vorne die Spitze, welche es dieses Mal eher „gemütlich“ anging,  so dass von hinten immer wieder neue Gruppen aufschließen konten.

Dieses kompakte Feld überlebte aber den ersten Anstieg Richtung Nockalmstraße nicht. Denn hier zeigte sich, wer am Berg gut ist und wer nicht. Wahnsinn, wie schnell sich hier die Spreu vom Weizen trennt. Die Schnellsten nehmen einen am Berg (ca. 28 km und 1.500 Höhenmeter) gute 20

Minuten ab. Das ist schon stark. Ich blieb in der Masse und nutze die Gelegenheit zu Fotografieren und in den Abfahren zu filmen. Herausgekommen sind aus meiner Sicht recht interessante Videos. Sie zeigen, dass so ein Rennen eigentlich höchste Konzentration braucht. Denn man ist selbst eine Gefahr für sich und für die anderen und andere sind auch nicht ungefährlich.

Auf dem Video ist zu sehen, dass der Gegenverkehr mit Bussen und Motorrädern (nein, die Strecke ist nicht komplett gesperrt; das will die GROHAG – Großglockner Hochalpenstraßen AG) nicht. Umsatzbringende motorisierte Fahrzeuge haben Vorrrang. Leider. Das kommt, davon, wenn man Mautstraßen nutzen will. Sonst muss ich sagen, dass die Straßen sehr gut gesichert sind. Und der Gegenverkehr – außegenommena auf der Nockalmstraße, nicht stört.

Ein paar Minuspunkte bekommt der teil schlechte Straßenbelag. Ich rede da von der Abfahrt nach Patergassen und die Straße im Liesertal zwischen Gmünd und Spital. Das Fahren in der Gruppe erfordert hier bestes Zusammenspiel, welches manche nicht beherrschen. Die klassischen Handzeichen, um andere zu „warnen“ blieben da und dort aus. Damit wurde das eine oder andere Schlagloch voll gefahren. Die Nockalmstraße selber hatte Abschnitte mit neuen frischen Belag. Bergab ein Traum. Danke liebe Motorradfahrer für die Mautgebühren.

Zurück zu den Abfahrten. Hier ist jeder für sich selbstverantwortlich. Doch auch die Verantwortung für die anderen, darf nicht vergessen werden. Kurven schneiden war an der Tagesordnung. Statt Linie zu halten, wurde Linie gefahren. Nicht einmal bei Profirennen ist das der Fall.

Ich bin glücklicherweise heil heimgekommen. Zwei Fahrern ist es nicht so gut ergangen. Beide sind auf der Abfahrt zur Kremsbrücke gestürzt. Eigenverschulden. Der eine mit Brüchen, der andere mit Bremsspuren im Gesicht (an dieser Stelle gute Besserung an Peter W.). Beide Unfälle zeigen mir, dass die Zeiten der Bestzeitenjagd zu Ende sind. Für mich. Ein Radmarathon muss Spass machen. Mehr nicht.

Der Kärntner Radmarathon hat Spass gemacht (das Rennen zumindest, Stichwort organisierter Raddiebstahl). Ich komme wieder. So wie hunderte andere Italiener. Denn diese Veranstaltung hat sich weit über die südlichen Grenzen (ja, ich weiß, diese gibt es nicht mehr) beleibt gemacht.

Zusammenfassung:

+ gute Organisation
+ volles Startersackerl
+ Anspruchsvolle Strecke
+ traumhafte Landschaft
+ vorbildliche Absicherung
+ Durschmöglichkeit im Römerbad (1 h freier Eintritt)

– teils der Straßenbelag/Schlaglöcher
– Gegenverkehr auf der Nockalmstraße
– Geschlossens Römerbad am Freitag
– Radarkontrolle am Sonntag nach dem Rennen Richtung Patergassen

Fazit: Gute 7 von 10 #ketterechts Zähne.

@ketterechts.

Ultegra Di2 2012 im ketterechts Test

Da ist sie. Die Ultegra Di2 2012.

Nicht ganz freiwillig kam ich heute in den Genuss, die Ultegra Di2 2012 (so die genaue Bezeichnung) zu testen. Ich habe bereits über die „tragischen“ Gründe, die dazu geführt haben berichtet.

Wenn man so will. Glück im Unglück. Denn wer weiß, ob ich dieses Hightech Dings von Shimano jemals unter die Finger bekommen hätte. Freiwillig oder auch unfreiwillig.

Ich bin ein eingefleischter Campa Fan. Hatte schon Veloce, Chorus, Record und Super Record. Bei diversen Trainingslagern hingegen durfte ich Bekanntschaft mit Ultegra klassich und auch SRAM Force machen. Was mir jedes Mal eine Umschulung der mir erworbenen Instinkte kostete. Denn eines ist klar: Campagnolo unterscheidet sich von den anderen am Markt befindlichen Schaltungen wesentlich. Ich sage nur Daumen.

Zurück zur Ultegra Di2. Schon bei Armins Radlwerkstatt in Radenthein verblüffte mich die Einfachheit, wie diese Schaltung eingestellt werden kann. Ohne Schraubenzieher! Sondern auch elektronsich. Vorne an den Kabeln. Der Chef quasselte ständig von „mehr rauf und mehr runter“, während er durch Drücken auf Tasten die Schaltung einstellte.

Ich bekamm dann die Schaltung samt Rennrad überreicht. Am späten Nachmittag dann die erste Ausfahrt. Ich fuhr von Bad Kleinkirchheim hinunter nach Radenthein und dann „hinaus“ nach Afritz am See. Diese erste Fahrt war irgendwie … Ich kannst nicht beschreiben. Alles was ich bis dato gewohnt war, war weg. Das Schalten, das Gespürl für die Gänge … bergab hatte ich das Gefühl viel zu leichte Gänge fahren zu müssen, obwohl ich Kette rechts unterwegs war.

In der Ebene – gegen den Wind, sollte die Ultegra jetzt zeigen, was die draufhat. Ich muss sagen, es war sehr angenehm. Sofern ich den richtigen Hebel gefunden hatte, schaltete die elektronische Ultegra sehr exakt. Vor allem vorne. Mit einem lauten „Ziiiiii“ kündigt sich der Gangwechsel an. Dieser funktioniert sowohl klein/groß als auch groß/klein einwandfrei. Nur allein das Gefühl, eine Verzögerung zu haben (ich betone nochmals Gefühl) störte. Denn bei der Campa, kann man mit dem Zeigefinger direkt spüren, wie sich die Kette um das große Kettenblatt schwingt. Bei der Ultegra Di2 hat man hingegen nichts. Man drückt auf den Schalter und wartet. Gefühlt eine Ewigkeit. Was nicht stimmt. Denn nach dem „Ziiiii“ ist die Kette schon wieder dort, wo man sie geschalten haben wollte.

Heute dann beim Rennen (Kärntner Radmarathon mit 106 km und 2.150 Höhenmeter) musste die Ultegra hart ran. Vom Anfang an. Hier zuckte sie schon. Ziemlich. Ich brauchte einiges an Zeit um die Kette rechts zu haben. Dort wo sie einfach zu mir passt. Die Gründe? Keine Ahnung. Aber es hat wohl mit mir zu tun.

Dann aber funktionierte die Ultegra Di2 das gesamte Rennen hinweg einfwandfrei. Sowohl hinten als auch vorne. Wobei vorne … einfach genial das Schalten hier. Hinten hängt sehr viel davon ab, wie schnell man lernt wo man rauf- und wo man runterschaltet. Ein Gefühl, welchen Gang ich gerade fuhr, hatte ich in keinem Moment. Dieses Manko kann ich Shimano nicht ankreiden. Aber vielleicht kommt einmal ein Display oder etwas ähnliches aus dem ersichtlich ist, welchen Gang man gerade fährt.

Interessant sind die Laute, welche die Ultegra von sich gibt. Laute, welche meine Gegner auch gehört haben müssen. Denn kaum war ich in „Schussdistanz“ zuckten diese, gestört vom Geräusch der Ultegra. Quasi gleichzeitg eine Kingel.

Fazit: Den elektronischen Schaltungen kann und wird die Zukunft gehörten. Optisch sind sie allemal noch zu globig und preislich unerschwinglich. Dadurch sind sie noch für eineige wenige privilegierten zugänglich. Die Ultegra wird hier sicher eine große Rolle spielen. Gespannt kann man sein, ob und wie Campagnolo darauf reagiert. Heute habe erstmal eine Super Record EPS im Einsatz gesehen.

Das Urteil:

Funktion: 8 von 10 Punkten
Design: 5 von 10 Punkten
Akkuposition: 4 von 10 Punkten (kann man sicher besser lösen)
Preis: eigentlich 0 von 100 Punkten, aber das wäre zu hart. 6 von 10 Punkten

@ketterechts Mai 2012

Der Albtraum jedes Rennradfahrers

Pinarello Prince mit Campa Super Record 11fach

Leider ist es wieder passiert. Geldgeile Idioten haben mir leider einen finanziellen aber auch einen viel größeren emotionalen Schaden zugefügt. Wieder? Weil mir vor 3 Jahren auch ein Pinarello Prince mit Campa Super Record gestohlen worden ist.

Damals dachte ich mir schon, meine Schuldigkeit getan zu haben. Aber weit gefehlt. Bin wohl so was wie ein Weiderholungsopfer.

Eigentlich habe ich mir beim ersten Diebstahl geschworen, meine Princessin nie mehr aus den Augen zu verlieren. Bin mit ihr zum Billa einkaufen gegangen, habe mir ihr in vielen Hotelzimmern übernachten. Und auch in meiner Wohnung durfte Sie Vorlieb finden. Ich habe ihr einen kalten und dunklen Keller einfach nicht zumuten wollen.

Doch gestern Abend wollte es anders kommen. Ich bin im Hotel abgestiegen und habe mein Rad wie immer ins Zimmer mitnehmen wollen. Dann wurde ich aber doch „überredet“ (ganz meine Schuld, denn verpflichtet hat man mich nicht. Auch nicht dazu genötigt), den äußerst vertrauenswürdigen Radkeller zu benutzen. Ein Radkeller der Extraklasse. Mit eigener Werkstatt. Mit jeder Menge Räder. Von MTB bis hin zu edlen Rennflitzern. Ich schaute mich im Radkeller um und entdeckte Schlöser. Dicke fette Schlösser. Nahm eines in die Hand, schlosse es auf und wollte es um meine Princessin hängen. So zumindest, dass sie an einer dicken Holzstange befestigt sei. Quasi hätte ich es geahnt. Ich nahm davon Abstand, weil ich mir gedacht habe, wenn’s einer schon hier reinkommt, dann kann er die Holzstange absägen. Dann versuchte ich das Vorderrad am Unterrohr zu verschließen. Gab aber auch hier instinktiv auf.

Heute morgen traute ich dann meinen Augen nicht, als ich zum Radkeller ging. Ich bemerkte wie die Tür aufgebrochen war. Und überlegte, ob das auch Tags zuvor so war. Dann versuchte ich die Tür mit dem Schlüssel aufzusperren. Doch dieser passte nicht in den Zylinder. Spätestens jetzt ging mir ein Licht auf. Ich schaute musste mich ganz schön strecken um ein Gucklock in der Vitrine zu finden. Was ich sag, gefiel mir überhaupt nicht. Meine Pricessin war weg. Ich ging dann zum Chef des Hauses und sagte ihm, dass ich vermute, man habe bei ihm eingebrochen. Zusammen sind wir dann wieder zum Radkeller gegangen. Der Hotelier bemerkte den Schaden, drücke die Eingangstür leicht. Diese war offen. Jetzt hatten wir Gewissheit. 10 Räder fehlten. Darunter logischerweise auch meines.

Das Gesicht des Hoteliers wird mir lange in Erinnerung bleiben. Kurz vor einem Radmarathon, mit vielen Gästen im Haus eine Katastrophe höchsten Ausmaßes.

Was dann geschah, kann sich jeder wohl gut vorstellen und ausmalen. Die Suche nach Antworten nagte am emotionalen Gleichgewicht. Warum ich? Warum ein zweites Mal? Hätte ich. Wäre ich. Allels umsonst. Das Rad ist längst schon … An dieser Stelle darf ich nix sagen, denn alles könnte gegen mich verwendet werden.

Polizeiprotokoll hin und her. Mögliche Versicherung hin und her. Ich frage mich wozu lebe ich mit Werten und Respekt. Den anderen Menschen gegenüber und den Dingen die sich diese gönnen und kaufen. Mit hart verdientem Geld. Eigentlich müsste ich mich um nix scheißen. Betrügen wo’s geht. Denn, wenn man’s halbwegs gscheit macht kommt man anscheinend weit.

Weder Polizie oder Spurensicherung werden die Diebe und die Räder wieder finden. „Wir haben gute Nachrichten. Zwei eindeutige Spuren konnten gefunden werden?“ Was habe ich davon? Nix.

Liebe Diebe. Ich wünsche Euch das, was ich in diesem Fall allen wünschen würde. Ich werde mir ein neues Pinarello kaufen. Mit Sicherheit. Mit ehrlichem Geld. Da könnte ihr Euch sicher sein.

PS: Wenn ich einen von Euch erwischen sollte …

Das war mein Linz Triathlon 2012

@ketterechts foto by Christoph Grubich

„Nicht genügend. Setzen“. Wäre der Linztriathlon am Samstag eine Schularbeit gewesen, hätte ich eine dicke fette rote 5 auf meine Urkunde bekommen. Obwohl ich brav dafür gelernt, also trainiert hatte. Gut nicht spezifisch. Mein Fokus war/ist auf die Langdistanz in Roth am 8. Juli 2012 ausgelegt. Und in diesem Fall heißt Fokus einfach ein gutes Rennen zu liefern. Zu finishen und Spass zu haben. Nach der „Sensation“ letztes Jahr in Klagenfurt (10:04 stolze A.d.R.) kann es kein anderes Ziel geben. Denn den „Tag der Tage“ wird es wohl so schnell nicht mehr geben).

Trotzdem wollte ich in Linz sehr wohl endlich einmal die sub5 knacken. Nach diversen knappen Darüberergebnisse wäre es an der Zeit gewesen. 5:03 2011 in Linz, 5:05 2009 in Linz und 5:09 2009 in St. Pölten). Das Training gestaltete ich „Daumen x phi“ – je nach Lust, Laune und Zeit. Ich habe mich an den Plan aus dem letzen Jahr angelehnt. Mit vielen Longjoggs im Winter und einem Radtrainingslager Anfang März in Österreich (ich habe davon bereits berichtet). Die Umfänge waren ok. Was eine über 4 Monate mitgezerrte und immer noch nicht ausgeheilte Beinhautentzündung am linken Schienbein klar und deutlich beweist. Das Thema „Voltarennen“ habe ich ja auch ausgiebig in meinen Postings geschildert. Vom Gefühl her hätte es sich also schon ausgehen sollen. Ich spekulierte mit einer „passablen“ Schwimmleistung, einer „geilen“ Radrunde und einem „schweren“ Lauf. 38:00 2:35 und 1:50 wäre mein Ziel gewesen. Wobei die 1:50 beim Laufen die große Variable in dieser Rechnung darstellen.Ein paar Schwimmtest (1.500 Meter) und ständig mir davonschwimmenden FH Sportsteam Mitstreiter jeden Donnerstag um 7.00 Uhr auf der Gugl, ließen auch die 38:00 bei Schwimmen sehr  ambitioniert erscheinen. Doch die Überzeugung, eine Wettkampfsau zu sein, welche sich erst Neo an Neo steigern kann und pushen kann, berühigten mich wieder. Beim Radfahren wusste ich, dass hier nicht viel schief gehen kann. Außer eventuell vielelicht die Tatsache, dass ich möglicherweise etwas zu viel in die Pedale getreten bin. Stichwort Wienerwald Radmarathon und Neusiedlersee Radmarathon. Beide ziemlich konstant an der anaeroben Schwelle.

Wie dem auch sei. Ich bin sehr unvorbereitet in den Bewerbe gegangen. Ernährungstechnsich habe ich mir dieses Mal wenig (zu wenig) Gedanken gemacht. Auf meine Kartoffelweckerln musste ich verzichen. Statt dessen gabe es „Pick up“ von Leibniz und Oatsnack. Powergels als Reserve selbstverständlich.Zum Rennen selber: Von weit hinten, sehr links ins Wasser gesprungen, hatte ich nur eine Strategie. Kontaktlos die ersten paar hundert Meter zu überstehen. Ruhig zu bleiben und nicht in Panik zu geraten. Das gelang mir. Leider machte ich dafür auch einen rießen Umweg. Die erste Boje passierte ich ca. 3 Meter von selbiger entfernt. Es waren zwei nicht enden wollende Runde. In denen ich mich ab einem Drittel der Distanz mutterseelen allein im Wasser plantschen sah. Weit und breit kein „Gegener“. Entweder war ich zu langsam oder ich war zu langsam. Hmmm? Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichte ich den Aussteig und machte mich auf dem Weg zu T1. Neo weg, Radsocken an – ja ich trage Radsocken, Schueh an – ja ich ziehe es vor die Radschuhe sofort anzuziehen um mich beim Hopser aufs Rad gleich heimisch zu fühlen, Helm, Brille und Startnumer … und raus auf die Radstrecke. Ich schaute auf die Uhr. 39 Minuten. Ok. Keine Sensation. Aber für mich in Ordnung. Jetzt musste ich nur noch Spass haben.

Der Radsplit begann mir einer kleinen Schrecksekunde. Am Anstieg in die Mauer von Katzdorft fühlte sich meine Baronesse so an, als hätte ich einen Patschen vorne. Ich blieb kurz stehen (!!!!!!) und kontrollierte. Alles ok. Aber es fühlte sich so komisch an. Warum: Ich hatte erstmals 10 Bar und nicht 10 psi im Reifen. Das war wohl das komische Gefühl. Weil ich das nicht kannte. Nach und nach konnte ich ein paar Leute überholen. Auch Sandra, unsere Paradeschwimmerin vom FH Spots Team. „Hinten“ im Mühlviertel war es ein ständiges Überholen und überholt werden. Da haben wohl manche Athleten die Wettkampfbesprechung versäumt, bzw. den Bewerb mit einem Mannschaftszeitfahren verwechselt. Erstens ließen die sich nicht überholen, gaben neben dir Gas und zweitens, ließen die sich nicht zurückfallen, um den Abstand wieder herzustellen. Statt dessen fuhren sie aus dem Windschatten gleich wieder vor und zwangen mich, mich zurückfallen zu lassen. Dass mir das auf den Sack gegangen ist, brauche ich hier nicht zu erwähnen. Zu einem Athleten meinte ich sogar: „Wenn schon Windschatten, dann mach’s gscheit“. Worauf ich wüst beschimpft worden bin.Ich hatte von den 90 km, ca 60 die ein und dieselben Athleten rund um mich. Einmal vor mir, dann wieder hinter mir. Da ich in Summe keine Penalty riskieren wollte, änderte ich meine Taktit. Ich ließ das „Peloton“ ca. 10 Meter vor mit Manschaftszeitfahren und ich folge unauffällig. In Summe brachte mir das eine Splitzeit von regulären, ehrlichen 2:31.T2 war dann der schnellste Wechsel seit ich Triathlon mache. 1:09. Wahnsinn.

Ich lief sofort hinaus uns spürte eigentlich ab dem 1. Schritt, dass das Laufen heute nicht meine Paradediszplin war. Ich wollte einen 5er Schnitt probieren. Doch sehr starkes Seitenstechen, hyperventlilierendes Schnaufen und die Schmerzen am Schienbein erlaubten dies definitiv nicht. Dazu kam, dass sich mein Kreislauf abmelden wollte. Laues Gefühl im Magen und Darmbeschwerden. Typisch. Kannte ich. Hatte ich. Öfters.So ging es halt dahin. Bis km 4 gar nicht so schlecht. Ich traf @TriathlonDog, den Rookie of the year. Er hatte ca. 2 km Vorsprung auf mich. Was mich positiv stimmte. Aufholen? Niemals. Der rennt ja einen HM in 1:17. Also undenkbar. Auch weil jetzt die ersten Pinkelpause anstand. Was ich da von mir presste war ziemlich dunkelgelb. Also wusste ich, dass was nicht stimmen konnte. Mir wurde schindelig. Ich bekam Schüttelfrost. Ich änderte meine Strategie auf „Überleben“. So schnell wie möglich, so langsam wie nötig. Laufen. Nur nicht gehen. Außer in den kleinen Steigungen. Denn hier meldete sich die Übelkeit jedes Mal.Tschüss sub 5. Welcome „finishing“. Wenn du nicht mehr kannst (und willst), dann hat es keinen Sinn, etwas zu erzwingen. Zu gut kenne ich das Gefühl nachher am Tropf zu hängen. Zu kotzen. Geschlaucht zu sein. Grauslich. Ich beendete mit Anstand, aber ohne Stolz nach 2 Stunden „Laufen“ den Linztriathlon in enttäuschenden 5:11.

Fazit: Koppeltraining. Koppeltraining. Koppeltraining. Koppeltraining. Und zwar unter schärfsten Bedingugnen. Mit einer Wechselzeit unter 1 Minute und dem Puls auf Anschlag auf den ersten Laufkilometern. Und natürlich: Kartoffelweckerln.

Übrigens: Der Kreislauf war erst am späten Abend in der Pizzeria Frateilli nach einer Pizza Cardinale und 2 großen Spezi halbwegs wieder so in Ordnung, dass es mir möglich war mit Vereinskollegen über unsere Spezialdisziplin dem „posing“ fachzusimpeln.