Rennrad fahren in Zeiten der Coronakrise.

Rennrad fahren in Zeiten der Coronakrise

Drei Tage frühlingshaftes Wetter. Geil. Knapp 20 Grad und nahezu kein Wind. Der Puls schlägt anaerob. Nichts wie raus. Die ersten Anzeichen zarter Bräunungstreifen sind zum Abholen bereit. Wären da nicht diese Ausgangssperren und Ausgangsbeschränkungen. Da war doch etwas. Genau. Es zirkuliert ja das Coronavirus. Und wir müssen und sollten alle zu Hause bleiben. Dahoam bleibn oder wie man in den sozialen Medien gerne liest #StayAtHome bzw. #StaytheFuckHome. Rennrad fahren in Zeiten der Coronakrise ist gar nicht mehr cool und lässig. Es ist System-zerstörend, verantwortungslos, egoistisch und unnütz. Und das, obwohl es erlaubt und auch ausdrücklich erwünscht wird.

Zeigefingermentalität statt Eigenverantwortung.

Rennradfahren ist für mich 80 % Leidenschaft und 20 % Beruf. Diese Coronakrise trifft mich also doppelt. Als Rennradfahrer und Unternehmer. Bis auf Weiteres kann ich keine Rennradreisen anbieten und durchführen. Das ist aber mein alleiniges Bier. Quasi mein Corona Bier. Damit muss ich selbst fertig werden.

Womit ich aber allein nicht fertig werden kann, ist die in Krisenzeiten aufpoppende Zeigefingermentalität vieler unter uns. Den Rennradfahrer*innen. Was sich in den diversen Foren und Gruppen aktuell abspielt, ist der blanke Psychokrieg. So viel Belehrendes auf einem Haufen. Von den Besserwissern, den Moralaposteln bis zu den Scheiß-mi-nix-Revoluzzern. Alles dabei, was einen virtuellen Konflikt schneller keimen lässt als das Virus selbst. Die Situation wird so kaum besser. Im Gegenteil. Plötzlich sind wir alle hoch dotierte Virologen, angesehene Ärzte, weltbekannte Unfallchirurgen, böse Henker und Scharfrichter. Juristen. Ja, Juristen sind wir obendrauf auch noch. Ich frage mich dabei nur: Wo bleibt der gesunde Hausverstand? Und die Eigenverantwortung. Sollten wir in diesen Zeiten nicht eher auf uns schauen, statt auf uns zu zeigen?

Rennrad fahren im Freien. Why not?

Rennrad fahren in Zeiten der Coronakrise ist bei uns zum Glück noch nicht verboten. Ich meine das Rennrad fahren im Freien. Die Italiener*innen und Spanier*innen hat es da schon härter erwischt. Also gibt es keinen Grund dafür, jemanden der dies auch tut und tun will, zu diffamieren oder zu belehren. Der österreichische Sportminister hat ganz klar seine Position zum Thema kundgetan. Allein fahren, Abstand halten und keine mehrstündigen und intensiven Ausfahrten. Cool, oder? Wo liegt denn da das Problem? Abgesehen von den Mountainbike-Touren in den Bergen. Die sind nämlich explizit untersagt („… sind zu vermeiden“).

Es ist gut, wenn Radprofis und Radpromis dazu auffordern daheim zu bleiben. Das mindert das Risiko der Ansteckung. Dem kann ich mich nur anschließen. Wenn mir aber die Decke auf den Kopf fällt, dann will ich in Eigenverantwortung raus. Weil es nicht verboten ist. Und bitte jetzt keine nachgekauten Kronezeitung-Überschriften als Gegenargument. Unsere soziale Verantwortung und gesellschaftliche Aufgabe sind die Reduktion des Ansteckungsrisikos. Und nicht des Unfallrisikos. Das ist eine andere Geschichte.

Schau auf dich. Zeig nicht auf andere.

Ich bin grundsätzlich gegen Regeln und indoktrinierende Maßnahmen. Bis auf das AGBG (Allgemeines bürgerliches Gesetzbuch) und die StVO (Straßenverkehrsordnung) zumindest. Eine Ausgangsbeschränkung, wie sie in meiner Gegend gilt, macht auch mir zu schaffen. Ideologisch wie auch emotional. Angesichts dessen, was aber rundherum passiert, bin ich der Meinung, dass es so sein muss. Das war nicht immer so. Man wird sich schon etwas dabei gedacht haben. Weitere 23 Tagen sollten wir schon aushalten können. Solange ich aber hinausgehen darf, werde ich auch hinausgehen. Zum Rennrad fahren ins Freie. Allein, Abstand haltend, nicht mehrstündig und auch nicht intensiv. Die restliche Zeit verbringe ich mit Arbeiten, Putzen und Zwiften.

Das Virus ist ein Arschloch. Wir müssen das nicht sein.

ktrchts
#bleibtgsund

Aktualisierung: Wie die Radfahrer ticken, zeigt die Tatsache, dass einige in den sozialen Medien in perfekter Selbstinszenierung bunte Tafeln mit „Bleibt daheim“ hochhalten und dann triff man genau diese draußen am Rad. Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen.

Coronavirus und Rennrad. Keine Panik trotz Titanic.

Coronavirus und Rennrad

Ein einfacher Husten ist plötzlich kein einfacher Husten mehr. So wie eine laufende Nase plötzlich keine laufende Nase mehr ist. Und Gliedschmerzen sind auch nicht mehr die Folge des fortgeschrittenes Alters oder des wieder einsetzenden Trainingsalltags. Als Rennradfahrer hat man es aktuell nicht leicht. Egal was man hat. Es ist das Coronavirus. Man liest davon, man hört davon, man riecht davon. Und man hat es. Ob man will oder nicht. Weil es die anderen wollen. Bei jedem kleinsten Anzeichen läuten die Alarmglocken. Noch nie habe ich so genau in mich hineingehört. Noch nie war ich so wachsam und behutsam. Ja, das kann ich auch. Zwar nicht oft, aber es geht doch um meine Gesundheit. Das Coronavirus wird uns verändern. Es hat uns verändert. Coronavirus und Rennrad fahren – es wird nie mehr so sein, wie es schon einmal war.

Wir werden alle sterben.

Wir werden alle sterben. Weil wir Menschen sind und nicht weil ein Virus zirkuliert. Und das sage ich als Optimist. Einer, der sich stets gegen Influenza und andere Kleinigkeiten gestemmt hat. Meine Motto und mein Credo waren immer, dass man Viren und Bakterien einfach aus dem Körper rausschwitzen kann. Mit Training. Grundlage geht immer und überall. Nur nicht übertreiben. Aber auch nicht Stillstehen. Coronavirus und Rennrad sind aber ganz was anders. An Corona kann man sterben.

Coronavirus und Rennradsport
Quelle: Internet

Ich kann mir gut vorstellen, wie sich die Panik auf der Titanic angefühlt haben muss. Auch wenn es nicht vergleichbar ist. Das Coronavirus hat das Schiff schon aufgeschlitzt. Jetzt ist es nur mehr eine Frage der Zeit. Der Untergang ist gewiss. Lasset uns bis dahin weiter Musik machen, wie die tapferen Orchestranten auf der Titanic. Das Coronavirus wird unser Verhalten verändern. Er wird uns aber nicht aufhalten.

Der Rennradvirus ist stärker als das Coronavirus.

Das Coronavirus verbreitet sich rasant. Italien hat es schon fest im Griff. Dort ist das öffentliche Leben bereits per Ministerialdekret massiv eingeschränkt. Keine öffentlichen Sportveranstaltungen mehr bis 3. April 2020. Alle Schulen, Kindergärten und Universitäten sind bis Mitte März geschlossen. Restaurants, Bars, Kinos und weitere öffentliche Einrichtungen dürfen nur mehr bedingt und mit Respektabstand von 1 Meter betreten werden. Der beliebte Cafè al banco wir nicht mehr serviert. Nur mehr Tischservice. Kein Handschlag mehr, kein Bacio links und rechts. Ziemlich viel Panik auf der Titanic. 

Und ich? Ich fahre zu Ostern nach Riccione. Bis dahin werde ich trainieren. Das Alleinfahren in der Gruppe. Ich muss üben, mindestens einen Meter Abstand zu halten. Nach vorne, nach hinten, nach links und nach rechts. Vielelicht muss ich sogar so fahren, wie es die Triathleten machen müssten und nicht tun. Oder tun die es jetzt freiwilig doch? Lernen muss ich auch, mich in der Bar an den Tisch zu setzen und zu warten, bis mich der Kellner hoffentlich bedienen will. Er muss es nicht mehr. Ich muss mir auch abgewöhnen, während der Fahrt zu spucken und meine Nase freizurotzen. Wohin ich mein Wegwerftaschentuch geben werde? Ich werde es herausfinden. Müssen.

Gut vorstellen kann ich mir auch, in Zukunft aufmüpfige italienische (und heimische) Autofahrer einfach mit rauher Stimme und mit Hustenansätze in die Flucht zu jagen. Freundlicherweise werde ich Ihnen meine verschwitzten Hände entgegenstrecken. Ich bin ja ein Gutmensch. Perfid, aber gut erzogen. Statt einer werde ich beim Rennradfahren mindestens 3 bis 4 Trinkflaschen mithaben, um mir regelmäßig die Hände zu waschen. Den Seifendispenser montiere ich am Sattelrohr. Das Coronavirus ist stark. Das Rennradvirus macht mich stärker.

Wieviel Watt verträgt das Coronavirus?

Interesant wird es auch, herauszufinden, wieviele Watt das Coronavirus vertragen kann. Ich nehme es einfach auf einen FTP-Test mit und schau mir das einmal an. Ich schätze es wird ab 3 W/kg abreisen. Vielleicht muss ich mehr liefern. Mal sehen. Ich denke es wird sterben. Wenn ich sterbe. Und das mache ich ja bekanntlich am Rennrad öfters.

Wir werden alle sterben. Und das ist gut so. Am Berg, im Sprint, am Ende des Tages. Wir Rennradfahrer*innen sind es gewohnt zu sterben. Und deshalb wird uns das Coronavirus nicht umbringen. Coronavirus und Rennrad – das geht.

ktrchts
#machurlaubfahrrenrnad

Rennräder nach Maß. Ich und mein Rennesel.

Rennräder nach Maß

Was maßgefertigt ist, muss auch maßgefertigt werden. Logisch. Gefragt waren also Maße. Meine Maße. Denn ich komme heuer in den Genuss eines maßgefertigten Rennrades von MyEsel. So gesehen, war ein ordentliches Bikefitting der erste unabdingbare Schritt für das auf meinen Leib zugeschnittene Rennrad. Bei MyEsel ist das Bikefitting beim Kauf eines Rennrades sogar im Preis inkludiert. Also ging es ab nach Traun, wo diese ganz speziellen Rennräder nach Maß zusammengebaut werden und wo Haus und Hof Bikefitter Mario Weber dafür sorgt, dass Arme, Beine und Rumpf dabei auf keinen Fall zu kurz kommen. Oder zu lang gestreckt werden müssen.

Indiviudelle Fahrradrahmen aus Holz.

Es war im vergangenen Herbst die große Liebe auf dem ersten Tritt. Mich hat die Ästhetik des Rennesels auf Anhieb in seinen Bann gezogen. Auch die Fahreigenschaften haben es mir angetan. Das eine hat dann das andere einfach ergeben. Holz (Esche) aus Vorarlberg, eine Tischlerei aus Timelkam, Mechanik aus Japan (Shimano Ultegra Di2 Disc ), weitere Bauteile aus Italien (Gabel und Sattelstütze von 3T) sowie Österreich (Laufräder von Pancho Wheels) und natürlich die geniale Idee aus Traun: Fertig ist ein maßgefertigtes Rennrad. Aus Holz. Ja. Genau aus Holz.

Das Bikefitting ist das Maß aller Dinge.

MyEsel Rennräder wollen passen, müssen passen und werden passen. Dafür sorgt das Bikefitting. Bikefitting Weber in Traun arbeitet mit den von Shimano entwickelten bikefitting.com Tools und umfasst dabei eine Reihe von Dienstleistungen wie der eigene Quick oder Complete Fit, die Anpassung der Cleats, die Sattelauswahl, die Trittanalyse und natürlich die Radanpassung bei einem bestehenden Rad oder die Festlegung der Rahmenmaße vor einem Radkauf. Geduldig und neugierig habe ich sämtliche Dienstleitungen über mich ergehen lassen. Rennräder nach Maß brauchen eben das richtige Maß und keine Daumen mal Pi Hypothesen.

Maßgefertigte Rennräder

Complete Fit – der Ganzkörpercheck.

Passt beim Fahrer etwas nicht, kann dies der maßgefertigte Fahrradrahmen schwer wettmachen. Der Complete Fit, also der Ganzkörpercheck, dient dazu, nicht nur Maß zu nehmen, sondern auch etwaige Fehlstellungen oder Defizite in der Muskulatur festzustellen. Vom klassischen Ausmessen der Körpergröße, der Schrittlänge, der Armlänge links und rechts, der Schulterbreite sowie der Rumpflänge bis hin zu Anlayse der Dehn- und Gelenkfähigkeit einiger wichtiger Körperteile. Wie beispielsweise die Hüfte oder der „Glutaeus Maximus“ (Gesäßmuskel). Bei mir persönlich wurden hier schnell einige wenige, aber nicht unwesentliche Versäumnisse festgestellt. Nachjustieren soll ich mich mit entsprechenden Übungen, die mir Mario Weber vor Ort auch gleich erklärt hat und mittels Übungsanleitung auch schwer ans Herz gelegt hat.

Rennradschuhe Cleat Anpassung

Für die Cleat Anpassung habe ich gleich meine neuen Suplest Rennradschuhe und die neuen Garmin Vector Pedalplatten mitgenommen. Besser gleich vom Profi richtig eingestellt, als selbst wieder elend lange zu tüfteln. Und siehe da, ich habe etwas dazugelernt. Nicht mehr nur der innere, sondern auch der äußere Fußballen wurde für die Platzierung der Cleats herangezogen und die Pedalachse genau zwischen diese beiden Richtwerten justiert. Jetzt stehen die Füße schön und elegant in Fahrtrichtung.  Hüft-, Knie- und Fußgelenkt sollten beim Treten in einer Achse liegen. Sollten. Denn mein linkes Knie macht sich hin und wieder gerne nach außen hin stelbständig. Das hat die Trittanalyse ergeben. Zu Hause am Smarttrainer habe ich das dann mit der neuen Einstellung auch gleich bewusst bemerkt. Wie? Wenn ich mich gehen lasse und nicht genau aufpasse, dann touchiert das hintere Schuhende an der Kettenstrebe.

Sattelauswahl

Beim Sattel bin ich nicht so heikel und muss mich auch nicht auf ein- und denselben Sattel fixieren. Mein Allerwertester passt sich gut an. Und Sitzbeschwerden hatte ich nie. Kleine Furunkel oder Reibungen bei starker Nässe ausgeschlossen. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass ich auf allen meiner Rädern unterschiedliche Sättel verwenden kann. Meistens sind es die Seriensättel. Carbonplagiate aus China kommen mir nicht mehr aufs Rad. Beim Rennesel werde ich mit dem Ergon SRX 30 EVO black starten. Laut Bikefitting passt er mir wie angesessen. Wir werden sehen. Ich denke, ich bin diesbezüglich einfach ein Naturtalent.

Trittanalyse

Herzstück des Bikefittings vom Shimano ist die Pedalierungsanalyse. Für diese wurde ich an den Händen, an Schulterknochen, am Hüftgelenk und am Fußgelenk markiert. Mittels Videoaufnahme und computergesteuerte Verbindung dieser Punkte, konnten die wichtigen Winkeleinstellungen gemessen und abgebildet werden. Inklusive Nachjustierung für den Fall, dass der eine oder andere Winkel zu spitz oder zu breit sein sollte.

Die Frage nach den perfekten Winkeln, lässt sich in diesem Zusammenhang kaum exakt beantworten. „Es kommt darauf an …“. Es gibt Werte, die sollte man nicht über- bzw. unterschreiten. Dazwischen liegen die individuellen „Wohlfühl- und Racepositionen“. Zu hohe Sitzpositionen, zu lange und zu tiefe Vorbauten sind gleichermaßen zu vermeiden, wie zu niedrige, zu kurze und zu hohe. Wir haben für mich den oberen Bereich der altersbedingten Sportlichkeit ausgereizt und dabei auch meine vernachlässigte Hüftgelenkigkeit mitberücksichtig.

Radanpassung

Kommen wir nun zum Wesentlichen. Wir haben ja das perfekte Rad gesucht und dieses anhand aller oben beschriebenen Kriterien auch virtuell erstellt. Meine Körpermaße haben die Grundlage geboten. Den Rest hat das bikefitting.com System berechnet. Dieser Vorgang ist perfekt, wenn man sich ein neues Rad kaufen will. Wie eben einen maßgefertigten Rennesel.

Meine errechneten Winkel, Längen, Höhen und Breiten sind direkt an die Tischlerei übermittet worden, wo aktuell fleißig mein Rahmen aus Eschenholz maßgefertigt wird. Mein Rennesel wird ein Unikat werden. Ein millimetergenaues Unikat.

Mein maßgefertigtes Rennrad.

Dank Bikefitting und der exakten Vermessung meiner Wenigkeit, darf ich mich über mein maßgefertigtes Rennrad freuen. Durch die Holzbauweise, ist es MyEsel möglich, eine solche Maßanfertigung serienmäßig anzubieten. Wenn man bedenkt, dass der Rahmen in 4 – 6 Wochen fertig ist, zahlt sich das Warten schon aus. Der ganze Aufwand lohnt sich auf alle Fälle. Ein Bikefitting ist zu emfpfehlen. Viele Stunden im Sattel dürfen und sollen keine Qual sein, sondern ein Erlebnis. Da sich meine Rennradreisen und meine Vorhaben über mehrere Tage hinaus ziehen, ist mir ein passendes Rennrad besonders wichtig. Dass der Rennesel zudem auch noch gut ausschaut ist mehr als nur das Tüpfelchen auf dem i.

ktrchts
#machurlaubfahrrennrad

Zwift Indoor Training – die lustigste Langweile der Welt.

Zwift Indoor Training

No Zwift. Keine Ahnung wie lange es Zwift schon gibt. Ich hatte es bis jetzt immer kategorisch abgelehnt. Mir war nie nach Computerspielen zumute. Ich wollte Radfahren. Draußen. In der Natur. Eine Software, die mir vorgibt wie und was ich fahren soll? Nein Danke. Heute bin ich nach wie vor gleicher Meinung. Auch weil ich, sagen wir endlich, Zwift probiert habe. Fazit: Zwift Indoor Training  ist die lustigste Langweile der Welt. Oder die langweiligste Lustigkeit.

Smart trainieren mit Smarttrainer.

Eine 50-Stunden-Woche hat mich vergangenen November zu einem Paradigmenwechsel gezwungen. Plötzlich war Indoor Training angesagt und notwendig. Einen Smarttrainier konnte ich schnell finden. Die Wahl viel auf den Elite Suito. Das Einsteigermodell für knapp € 600 samt Kassette und Zwift Probemonat. Schon das Einspannen des Rades hat mich aus der Reserve gelockt und emotional ziemlich gereizt. Aus handwerklicher Sicht gesehen, bin ich von Haus aus nicht zwingend ein gelungerner Wurf. Dann stand er doch da. Der Smarttrainer mit meinem Rennrad, einer Decathlon Matte und einem Schweißüberzug vom selben Haus.

Zwift war immer noch kein Thema. Meine ersten Schweißversuche habe ich mit My E-Training von Elite über mich ergehen lassen. Langweilig. Wenig Spass. Auch das Herunterladen und Freischalten von Strecken hat keine wesentliche Zusatzfreude gebracht. Kostenpflichtige Trainingsprogramme? Muss ich nicht. Wo und sobald es möglich war, ging ich trotzdem ins Freie. Zwift Indoor Training war immer noch kein Thema

Sodom und Gomorrha in London, Watopia und New York.

Dann kam der große Schritt und der Verkauf meiner Seele. Ich habe mich bei Zwift angemeldet und bekam eine 7-Tage-Gratis-Mitgliedschaft. Die habe ich mit ein paar Ausfahrten ausgekostet. Danach nach weiterem Zögern und einigen Ausfahrten in der pannonischsen Kälte den Gratis-Monat draufgelgt.

dieKetterechts und Zwift
Zwift Selbstbild.

Meine Erfahrungen mit Zwift.

Meine bisherigen Erkenntnisse mit Zwift Indoor Training fasse ich hier kurz zusammen. Vielleicht hilft es jemanden, mich zu verstehen und mit mir mitzufühlen.

  • Bisher habe ich vielleicht 10% der Möglichkeiten von Zwift genutzt. App starten, Strecke wählen, losfahren, schwitzen, stehen bleiben, auf Strava hochladen. Das wars. Zu mehr bin ich nicht zu motivieren. Zwift soll aber viel mehr können. Habe ich gehört.

  • Ride on! Wer zum Teufel hat noch Zeit, anderen einen „Daumen hoch“ zu geben? Und wie macht man das?

  • An Kreuzungen, speziell in London, herrscht Anarchie. StVO? Kennt hier niemand. Es wird kreuz und quer gefahren. Und das sogar durch und durch. Es tut mir jedes Mal weh, wenn ich daherkommende niedermetzle. Vielleicht könnte man Zwift mit Assasin’s-Creed kombinieren.

  • Warum fliegt mir einer regelmäßig durch die Lüfte? Harry Potter am Renrad.

  • Mein Avatar trinkt regelmäßig, obwohl ich das mache. Ist das ein Wink.

  • 15 Minuten Zwift und ich ertrinke im eigenen Schweiß. Ventilator? Habe ich noch keinen. Da müsste ich wieder zum Baumarkt.

  • Duschen kannst du nach einer Indoo Trainingseinheit erst nachdem du gut 60 Minuten abgekühlt bist. Sonst musst du umgezogen gleich wieder duschen. Das Nachschwitzen ist nichts für eilige Menschen am Sprung zum nächsten Termin.
  • KOMs am Berg? Der Schnellste ist um die Hälfte schneller als ich. So auch hinauf auf den Vulkan. Wie macht der das?

  • Sprints im Flachen? Interessant. Da habe ich eine Top 10 Platzierung herausgefahren. War aber dann so fertig, dass ich nicht mehr weiterfahren wollte.

  • Ich fahre zu Zeiten, da sind nur Japaner unterwegs.

  • Für Rennen und Gruppenfahrten bin ich auch noch nicht gekommen. Ich fahre lieber allein und schließe Lücken. Einer der wenigen Höhepunkte, die ich erleben darf.
Interaktives Indoor Training
Wer kennt sich hier aus?
  • Unterwasserfahrten in (oder sagt man auf) Watopia. Oder das Fahren über die Lava. Hat schon was. Das graphische Erlebnis ist anfangs schon sehr faszinierend.

  • In New York hingegen habe ich Angst, wenn ich auf Glasbrücken zu schnell in die Kurven fahre. Was ist, wenn es nass ist? Autsch.

  • Für Yorkshire hat es noch nie gereicht. Am Wochenende fahre ich viel lieber draußen.

  • Für die Koppelung Laptop und TV Gerät habe ich zum Baumarkt müssen. Hätte dort gleich den Ventilator kaufen können.

  • Ich habe keine Ahnung ob mein Renner die Zwifterei überlebt. Man liest so viel und man will es nicht glauben.

  • Vielleicht traue ich mich demnächst auch einmal in den Wiegetritt. Hoffe ich lande dabei nicht auf der gegenüberliegenden Wand.

  • Watt und Geschwindigkeiten traue ich nicht. Nicht einmal die gefahrene Distanz kann ich bestätigen. Einzig meinen Puls. Der wird auch so sein, als würde ich draußen fahren. Der Rest riecht eher nach Utopie und einigermaßen Schätzung.

  • Wenn ich noch länger Zwift Indoor Training betreibe verlerne ich das Fahren am Oberlenker. Ich weiß nicht, aber freihändig und aufrecht sitzend tue ich mir leichter. Da vergeht die Zeit irgendwie schneller.

  • Ich brauche ein Spotify Abo. Die Werbung zwischen den Liedern ist lästig und unterbricht meinen Rhythmus.

  • Manchmal geht es zu wie im Cluburlaub. Einer gibt vor und alle anderen machen es nach. Und dann bin ich wieder bei Punkt 2. Wie kann man neben dem Zwiften auch noch tippen und den anderen erklären, was man machen muss?

Je länger ist darüber nachdenke, desto lustiger wird die Zwift Langweile und desto langweiliger wird diese Lustigkeit. Zum Glück wird es draußen schön langsam wärmer und abends heller. Der Probemonat ist glaube ich  schon zu Ende und Zwift lässt sich problemlos kündigen.

ktrchts

PS: Es gibt welche, die zwiften ohne Helm. Ist das nicht gefährlich?

Intervallfasten und Rennrad fahren. Ein Selbstversuch.

Intervallfasten und Rennrad fahren

„Houston, wir haben ein Problem.“ Das war vor ein paar Wochen. Knapp einen Montat später besteht das Problem immer noch, aber es ist um ein paar Gramm leichter. Wie viele? Kann ich nicht sagen. Ich trau mich nach wie vor noch nicht auf die Waage. Ich habe auch keine Waage. Das Trikot in M passt immer noch nicht wirklich, dafür flattert die L-Ausgabe bereits lockerer im Wind. Meine Seitenansicht bekommt schon langsam fotogenere Züge und der Knackwurst-Effekt lässt sich schon viel besser kaschieren. Wie das? Intervallfasten und Rennrad fahren. Ja. Das geht und zwar ganz gut. Aber schön der Reihe nach.

 

Intervallfasten ist nicht gleich hungern.

Viel habe ich über Intervallfasten gelesen. Wenig Brauchbares gibt es im Zusammenhang mit Ausdauersport. Extensiven Ausdauersport, so wie ich ihn doch betreibe. 10 bis 15 Stunden pro Woche sind keine Seltenheit. Der einhellige Tenor über sämtliche Berichte: Intervallfasten macht schlank. Das hat mich gefesselt. Das Houston-Problem. Mein persönliches Houston-Problem.

Warum also nicht selbst probieren. Ist das Konzept des Intervallfastens ein ganz einfaches. Auch wenn es dann doch kompliziert ist. Es gibt nämlich viele Variatnen des Intervallfastens (intermittierendes Fasten, IF). Ich habe mich für die „radikale“ Variante light entschieden. Die sogenannte 16/8 Methode. 16 Stunden fasten, 8 Stunden essen. Inspiriert wurde ich unter anderem vom Buch meines ehemaligen Nachbars P.A. Straubinger. Der Jungbrunneneffekt. Schlagworte wie Müllabfuhr, Zellerneuerung, Autophagie und langsameres Altern haben mir es angetan. Außerdem ist das Intervallfasten etwas, was ich schon früher gerne gemacht habe (dinner cancelling). Damals einfach aus dem Bauch heraus. Heute ist das – wie vieles andere auch – wissenschaftlicher.

Es geht also darum, dem Körper eine längere Essenspause zu geben, damit er sich selbst „säubern“ kann. Diese Pause sollte länger als 12 Stunden sein, dann erst dann startet die Autopagie. Autophagie kommt aus dem Griechischen und bedeutet sinngemäß übersetzt „sich selbst fressen“. Dieser Vorgang beschreibt somit den inneren Reinigungsprozess in Zellen. Längere Essenpausen aktivieren diesen Prozess, der wie eine Müllabfuhr funktioniert und den „Abfall“ aus den zellen schleust.

Weltweit bekannt wurde die Autophagie 2016, als der japansiche Forscher Yoshinori Ohsumi für seine Forschungen darüber mit dem Medizin-Nobelpreis ausgezeichnet wurde.

Gewicht verlieren und Körper reinigen.

Wenn das so einfach ist, warum machen es dann nicht alle? Gute Frage. Diese Frage stelle ich mir immer, wenn etwas wie eine „A gmaade Wiesn“ klingt. Die Antwort ist ganz einfach: Weil es nicht einfach ist. Es ist in der heutigen Zeit nicht einfach, 16 Stunden lang auf Essen zu verzichten. In dieser „Fastenzeit“ nur Wasser, ungesüßte Tees oder schwarzen Kaffee zu tringen. Die Verlockung lautert immer und überall. Ihr wisst alle ganz genau wo und wann.

Damit wären wir beim Punkt. Intervallfasten und Rennrad fahren. Wo man doch beim Rennradfahren so viel Energie verbraucht und diese auch ohne schlechtem Gewissen – zumindest bis jetzt, mit jeder Art von Nahrung kompensieren konnte (und durfte). Wie darf und soll ich trainieren und wie darf und soll ich essen. Und dann noch vor allem wann?

Zeitfenster wählen und einhalten.

Jetzt wirds wissenschaftlich und individuell. Das Zeitfenster zum Essen von 8 Stunden kann man beliebig wählen. Man muss/sollte es nur einhalten. Wie auch das Zeitfenster zum Fasten. Ich habe mich für 6 – 14 Uhr entschieden. Seit gut 3 Wochen. Warum? Weil ich ein Morgenmensch bin und es liebe ausgiebig zu frühstücken. Das Weglassen des Abendessens fällt mir leicht (dinner cancelling). In der Zeit zwischen 6 und 14 Uhr frühstücke ich gut und ordentlich. Danach gibt es keine Snacks, viel Flüssigkeit und zu Mittag dann ein Essen, das mich satt macht und mir die 16 Stunden Fastenzeit ertragbarer macht. Weniger Hunger und eiserner Wille sind wichtig.

Trainiert wird überwiegend im Zeitfenster „Essen“. Die intensiven Einheiten auf jeden Fall. Lockere Ausfahrten gehen sich auch in der „Fastenzeit“ aus. Soll angeblich die Autophagie verstärken. Für den Fall, dass sich eine Einheit in die Länge zieht (genauer gesagt in das Fastenintervall), dann erlaube ich mir nach dem Sport einen (oder zwei) Proteindrinks. Sonst nur wieder Wasser und Tee. Gestern war das der Fall. Nach 5 1/2 Stunden und 155 km im Sattel. Es war nicht leicht, aber ich habe es durchgehalten. Bis heute morgen 0555 Uhr.

Das Ergebnis lässt sich wiegen.

Viele werden sich jetzt Fragen, ob man mit Intervalltraining Leistung einbüßt. Ich kann das nicht beurteilen. Gefühlsmäßig würde ich das verneinen. Ganz im Gegenteil. Durch weniger Gewicht (ja ich wiege jetzt weniger) geht das Radeln sogar leichter. Zumindest am Berg.

Ich denke, dass das Intervallfasten viele Möglichkeiten offen lässt. Wichtig ist aus meiner Sicht ist, dass man die Trainings- und Essenzeiten optimal in den Tag und in den eigenen Rhythmus integriert. Es bringt nicht viel, päpstlicher als der Papst zu sein. Auch wenn ich es aktuell bin. Ich experimenterie ja noch. Die Ernähung muss ich an das Training anpassen und nicht umgekehrt. Darüber hinaus hat man pro Woche ja die Möglichkeit einen „Joker“ zu ziehen. Falls mich jemand zum Essen einladen sollte.

Ich mache weiter. Bis es heißt „Houston, wir haben kein Problem. Alles läuft.“

ktrchts

Radfahren in der Gruppe – ganz allein.

Radfahren in der Gruppe

Es ist Sonntag. Es kann aber auch ein Samstag sein. Oder jeder beliebige Tag der Woche. Am beliebten Treffpunkt versammeln sich mehr oder weniger pünktlich die üblichen Radfahrer zu einer gemeinsamen Ausfahrt (der männliche Begriff wird hier absichtlich verwendet – auf ein Gendern wird ausdrücklich verzichtet). Am Oberrohr sitzend, den Oberkörper über den Lenker lehnend wartet man, bis der Letzte sich die Mühe macht zu erscheinen. Gemütlich soll das Tempo heute werden. Man will ja plaudern. Radfahren in der Gruppe fängt immer so an.  Und endet dann ganz anders.

Einzelsport in der Masse.

Wer kann (und wer hat) posiert mit seinen Muskeln. Ein deutliches Anzeichen, dass „gemütlich“ wieder eine sehr große Bandbreite bedeuten kann. Körpersprache als Statement und als Ansage, was und wer den Ton angeben wird. Radsport ist Einzelsport in der Masse. Eine Theorie, welche auf den ersten Metern sofort praktisch umgesetzt wird. Einer gibt das Tempo vor. Und zwar jener, den es in der Gruppe zu langweilig wird. Das löst vielleicht nur Unbehagen aus. Meistens ist es aber eine nicht mehr kontrollierbare Kettenreaktion. Eine chemische Explosion bestehend aus Laktat und Schweiß.

Radfahren in der Gruppe heißt nicht selten allein unterwegs zu sein. Allein im Wind, den Rest der Gruppe demütigend. Oder allein ganz hinten, den Rest der Gruppe aus den Augend verlierend. Wenn Testosteoron den Verstand überlsitet, dann sind die Folgen ganz klar. Krieg. Am Berg, an der Ortstafel, im Kreisverkehr, an der Kreuzung und selbstverständlich beim Wegfahren an jeder Ampel oder Abzweigung.

Wetteifern im Kurbeltakt.

Wer so den Ton angibt, gibt sich meist verwundert über diese Vorwürfe. Warum? War man doch ganz gemütlich unterwegs und hätte doch oben gewartet. Und darüber hinaus seien doch alle wieder gemeinsam angekommen. Das Wetteifern im Kurbeltakt ist eine Sucht und wird gerne verdrängt.

Radfahren bleibt ein Einzelsport, der gerne in der Masse ausgeübt wird. Nirgendwo anders kommen so viele unterschiedliche Voraussetzungen auf einem Haufen zusammen. Tagesform, Gewicht, Wille, Egoismus, Leidensdruck, Charakter, Übersetzung – all das spielt eine entscheidende Rolle und bestimmt was für jeden Einzelnen gemütlich bedeuten wird.

Wenn viele gemeisam fahren, leiden einige.

Wenn so viele auf einem Haufen zusammenkommen ist die seelische und körperliche Harmonie gefährdet. Es ist doch (fast) immer so. Viele fahren gemeinsam weg und einige leiden darunter. Unterwegs. Meistens nehmen sich nur jene zurück, die sich zurücknehmen müssen. Weil sie nicht anders können. Und jene, die es nicht müssen, tun es auch nicht. Weil sie nicht anders wollen. Während die einen die Landschaft genießen, himmeln die anderen die Wattangaben auf ihrem Radcomputer an. Wer seinen persönlichen Trainingsplan, insbesondere die Intervalle oder das anaerobe Training, in der Gruppe abspult, der spielt mit dieser. Er hetzt sie, benützt sie, überfordert sie

Naürlich gehts auch anders. Keine Ahnung wo. Ich bin jedenfalls dort nicht dabei. Nicht sonntags, nicht samstags und auch nicht an irgend einem anderen Wochentag. Außer ich fahre allein. In der Gruppe.

ktrchts

PS: Gemeinsam wegfahren und gemeinsam ankommen gibt es mit Garantie bei den ketterechts Rennradreisen. Versprochen

Übergewicht im Winter. Hilfe zur Selbsthilfe.

Übergewicht im Winter

Houston wir haben ein Problem. Ich habe ein Problem. Und zwar ein großes. Nein. Ein schweres. Ich bin das Problem. Mein Bauch ist ein Teil davon. Er ist anders. Anders als in früheren Jahren. Und er ist gewachsen und gewandert. Richtung Brust. Dort wölbt und faltet er sich. Er spannt meine Slim-Fit-Hemden und ist mir bei der Sicht nach unten im Weg bei Mein Spiegelbild am Smarttrainer den Unterlenker haltend ist der reinste Horror. Ich sehe nur Bauch. Nein, ich spüre ihn auch. Auf meinen Knien. Übergewicht im Winter. Schon wieder. Ich brauche schnelle, ultraschnelle Hilfe..

Wenn das Alter ins Gewicht fällt.

Mein Körper verändert sich. Er ist nicht mehr jener, mit dem ich machen konnte, was ich wollte. Jener, der mir vieles verziehen hat und alles kommentarlos ertragen hat. Mein Körper ist bis jetzt immer mit mir mitgegangen. Jetzt geht er seinen eigenen Weg. Er folgt mir nicht mehr. Ich muss jetzt ihm folgen. Er ist jetzt der Chef und hat die Oberhand. Ich hatte schon länger das Gefühl, dass er nicht mehr will und nicht mehr kann. Jetzt habe ich die Gewissheit. Ich habe die Herrschaft über ihn verloren.

Meine 32er Levis Jeans und meine M T-Shirts haben Pause. Wie lange, kann ich nicht sagen. Seit Monaten kämpfe und bemühe ich mich um ihr Comeback. Was noch vor Jahren locker und flocking von sich ging, ist jetzt eine Tortur. Ein bisschen weniger Essen, ein wenig mehr trainieren und alles ist gut. Das geht nicht mehr. Immer mehr fällt beim mir das Alter ins Gewicht.

Garmin-Index-Smart

© Garmin-Index-Smart

Jedes Jahr ein Kilo mehr.

Ich habe gegoogelt und bin verzweifelt. Es gibt Theorien, die mir nicht gefallen. Ich bin das Beispiel dafür, dass es diese Theorien auch in der Praxis gibt. Der Fettabbau verlangsamt sich, je älter man wird. Strategien sich dagegen zu wehren gehen nach hinten los. Ein bereits aufgeblasener Ballon lässt sich viel leichter noch weiter aufblasen. Bin ich schon ein aufgeblasener Ballon?

Übergewicht im Winter war für mich nie ein Problem. Das war normal und spätestens bei den ersten Rennradreisen im Frühjahr Fett von gestern. Stand heute aber zweifle ich daran. Irgendwie verwerte ich nicht nur meine süßen Sünden einfach anders. Oder gar nicht mehr. Auch all das gesunde Zeug. Alles bleibt an mir hängen und kleben. Dort wo ich es nicht brauche und nicht haben will. Ich war und bin der typische Apfeltyp. Bauch und Hüfte stets saftig und gut geformt.

Kalorienzähler
Erbsenzähler und Kalorienzähler

Aufgeben oder aufblasen.

Aufgeben oder aufgeblasen werden. Das ist jetzt die Frage und die Weggabelung an der ich stehe. Sich (mich) dem Schicksal übergeben oder der Wissenschaft unterordnen? Als Mensch und Sportler ein Dilemma. Akribisch war ich nie. Geduldig auch nicht. Jetzt muss ich wohl umdenken. Und umhandeln. Übergewicht im Winter ist zu Übergewicht im Leben mutiert. Mit all den Konsequenzen. Keine Größe M mehr und keine 32er Levis Jeans.

Habe ich noch eine Chance, dass es so wird, wie es einmal schon war?

ktrchts

Meine Erfahrungen mit sks Schutzbleche.

Erfahrungen mit sks Schutzbleche

Wir sind Helden. Ja. Wir. Die Allwetterfahrer und Winterfahrer. Wir sind die Outdoo-Heros und radeln nach dem Motto, wenn nicht heute, wann dann? Egal welches Wetter draußen wartet. Es gibt ja zum Glück die richtige Kleidung. Und es gibt Schutzbleche. Wobei Blech nicht mehr das richtige Wort bzw. das richtige Material ist. Es gibt Schutzkunstoffe. Zum Beispiel jene von sks. Ich durfte sie fahren und verwenden. Meine Erfahrungen mit sks Schutzbleche sind durchaus positiv. Wenn auch mit einem kleinen Schönheitsfehler.

Wer trocken bleiben will, muss leiden.

Ich muss gestehen, dass ich schon lieber ohne unterwegs bin. Doch manchmal muss auch ich über meinen Schatten springen und mindestens ein Auge zudrücken. Dann, wenn nicht nur die Straßen nass sind, sondern auch die Temperaturen um den Gefrierpunkt liegen. Nässe und Kälte sind keine für den Radfahrer freundliche Mischung. Kommt dann noch der Fahrtwind dazu, dann potenziert sich die Motivation und die Freude am Rennradfahren exponentiell nach unten. Die Lösung heißt ganz einfach trocken bleiben. Deshalb dürfen ab und wann die sks_germany Schutzbleche ihre Dienste leisten. Das Gesamtkunstwerk Rad gerät in den Hintergrund. Funktion vor Design. Wer trocken bleiben will, muss auch ein wenig leiden.

Vergangenes Wochenende feierte der Speedrocker seine Premiere. Leichter Schneefall, -1° und literweiße salznasse Straßen haben mich überredet, den noch verpackungsfrischen und jungfräulichen Speedrocker endlich auszupacken.

Schutzblech für Gravel und Crossbike.

Meine Erfahrungen mit dem Speedrocker waren durchaus postiv. Um es vorwegzunehmen: Ich blieb bis auf die Schuhe trocken und sauber. Sowohl die Beine, als auch mein Hinterteil und mein Rücken mussten nicht leiden. Das Wasser in den Spurrinnen, die vielen Pfützen und der ganze Dreck blieben mir verschont. Abgesehen von ein oder zwei Spritzern auf dem Display meines Garmin. Zweck erfüllt, oder?

Warum Speedrocker? Ganz einfach. Weil laut sks, dieses Teil extra für Crosser und Gravelbikes „erfunden“ wurde. Reifen bis zu einer Breite von 40 mm finden darunter Platz. Und was zusammen gehört, muss auch zusammengeschraubt werden. Die Montage war ein Kinderspiel. Ganz ohne Anleitung. Nur mit der Kraft der Logik. Und ein anfänglicher Blick auf die Konfiguration. Klettverschlüsse hier, Gummibänder dort. Das hintere Teil wird 2x auf der Sitzstrebe fixiert, das vordere Teil 2x an der Gabel. Easy. Hinten besteht noch die Möglichkeit, das „Schutzblech“ am Sitzrohr zu befestigen. War bei mir nicht notwendig. Hier kann man das Ende auch nach belieben verlängern oder küzren. Einfach dieses einschieben oder ausziehen.

Trockengelegt.

Da und dort ist vielleicht noch ein wenig Feintuning notwendig. Ansonsten sitzen beide Teile gut und stören nicht. Das eine oder andere Schlagloch war jedoch akkustisch nicht zu überhören. Irgendwo wirkten sich die Schläge auch auf das Schutzblech aus. Nichts tragisches.

Meine Erfahrungen mit den sks Schutzblechen sind um eine crosstaugliche Facette reicher. War das Raceblade Pro XL Schutzblech schon sehr gut genug für meine 33 und 35 mm Reifen, passt der Speedrocker umso mehr ins Crosser-Konzept. Der Raceblade Long bleibt dem Rennrad vorbehalten.

ktrchts

Rennrad Ersatzteile kaufen. Wo bleibt mir Moral?

Ersatzteile Rennrad

Ich unterstütze gerne alle meine lokalen Händler vor Ort. Gerne und immer wieder. Regelmäßig. Jeder darf und soll leben können. Zuletzt war es ein kleines Radgeschäft mit sehr kompetenten Eigentümern. Beide haben den Laden mit eigenen Händen hochgezogen. Ich schätze ihre technische Fachkompetenz. Ich finde es gut, dass es lokale Händler gibt. Deshalb kaufe ich meine Rennrad Ersatzteile auch dort. In den letzten 3 Wochen waren das zwei Reifen von Challenge für den Crosser und letztendlich auch ein neues Ritzelpaket (Ultegra), eine neue Kette (Ultegra), ein neues Kettenblatt von SRAM mit 42 Zähnen und 3 Radlager für das Vorder- und das Hinterrad. Eigentlich wollte ich nur die Radlager getauscht wissen. Aber wie es so oft ist, ein Unheil kommt selten allein.

Ersatzteile sind oft nicht billig.

Rennrad Ersatzteile sind nicht billig. Das brauchen wir hier nicht diskutieren. Diskutieren würde ich gerne das Thema Bezugsquelle. Beim Versandhändler – davon gibt es viele, kann man ganz ordentlich sparen, beim lokalen Händler sind diese meist teurer.

Eine einfache Rechnung, wenn auch Milchmädchenrechnung, weil ich die Preise des lokalen Händlers nicht mehr im Kopf habe. Gemerkt habe ich mir nur die jeweilige Gesamtsumme (samt Arbeitszeit). Es waren für die unten angegührten Teile genau € 435,-.

Komponente lokaler Händler Versandhändler
Ultegra Ritzelpaket € 100 € 63,52 (bike-components)
SRAM Kettenblatt € 75 € 63,03 (r2-bike)
Ultegra Kette HG701 11f €40 € 25,02 (bike-components)
Reifen Challenge + Schlauch € 119 € 82,20 (bike discount, bike24, bikester)
SKF Industrielager (3 Stück) ca € 32 ca € 32 (rose-bikes.com)
Summe € 366 € 265,77

Wir können es jetzt drehen und wenden wie wir wollen – beim Versandhändler hätte ich fast € 100,- gespart. Mit den Versandkosten etwas weniger.

Rennrad Ersatzteile

Und die Moral von der Geschichte?

Die Moral von der Geschichte? Mich plagt das Gewissen. Doppelt. Einerseits geht es mir schon um die € 100,-. Ich habe die Geldruckmaschine im Keller noch nicht gefunden. Andererseits hätte ich auch kein gutes Gefühl, wenn ich beim Versandhandel kaufe und meine lokalen Händler und Partner somit umgehe.

Wo ist die Grenze zwischen Moral und Brieftasche? Und zwar der eigenen Brieftasche. Natürlich verdient der lokale Händler auch durch die Arbeitszeit. Soll er auch. Darf er auch. Muss er auch. Er macht sich für mich die Hände schmutzig und nimmt mir Arbeit ab, die ich a) nicht wirklich beherrsche und b) auch nicht so exakt und geduldig erledigen kann. Das ist eine perfekte Win-Win-Situation. Und die hat ihren Preis.

Aber die Ersatzteile? Wenn ich das hochrechne, dann kommt mit meiner Kilometerleistung und den damit verbundenen Verschleiß schon eine beachtliche Menge zusammen. Ich glaube aus diesem Dilemma komme ich nicht mehr raus, oder?

ktrchts