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Zu vage. Neue Vorschriften für Wetterbericht.

Wetterbericht

Die viel zu vagen Wetterprognosen der letzten Jahre in den diversen Zeitungen, im Radio, im Fernsehen und im Internet und die dadurch verursachten Frustrationen bei Rennradfahrern, haben dazu geführt, dass ein Wetterbericht ab sofort neuen Vorschriften unterliegt. So ist es Wetterfröschen untersagt, allgemeine Behauptungen zu tätigen und die vielen Asphalthungrigen mit Floskeln zu verärgern. Auf Initative des Vereins „Wir wollen Wetter und keine Märchen“ wurden dafür 500 Unterschriften gesammelt. Damit ist das Anliegen vor den Nationalrat gebracht worden, der wiederum nach vielen Debatten, dieses Dekret erlassen hat.

Radfahrer erkämpfen Streichung von Floskeln im Wetterbericht.

Wetterberichte dürfen ab sofort Passagen wie „möglicherweise“, „eventuell“, „wahrscheinlich“, „lokal möglich“, „voraussichtlich“, „gelegentlich“, „aller Voraussicht nach“, „unter Umständen“, „höchstens“ und „allenfalls“ nicht mehr enthalten.  Auch muss das Wetter immer nur für den aktuellen Tag gelten und nicht wie üblich über mehrere Tage hinaus, vorzugsweise Wochenende. Damit soll vermieden werden, negative Stimmungen zu verbreiten. Die Zeiten, wo am Mittwoch bereits die nächste Regenfront für den Sonntag feierlich verkündet worden ist, sind vorbei.

„Es freut uns außerordentlich, endlich diese für uns Radfahrer wichtige Regelung zugesprochen bekommen zu haben. Somit können wir uns wieder auf das Wesentliche konzentrieren und laufen nicht mehr Gefahr am Stammtisch über das Wetter jammern zu müssen.“ Herr Josef Rad, Chef des Vereins, der die Sache ins Rollen gebracht hat, kann seine Genugtuung kaum verbergen.

Perfid und zynisch sein, das war unsere Aufgabe beim Wetter. (Marcus Wadsak)

Weniger zu lachen haben indes die Meteorologen. Marcus Wadsak, Chefwetterfrosch im ORF meint dazu „Da kann ich klein zusperren und mir einen anderen Job suchen. Die tägliche Stimmungsmache und das zynisch, perfide Formulieren der Wetterberichte, war genau das, was mir an meinem Job gefallen hat. Das ist wie, wenn man einem Mauerer seine Kelle wegnimmt. Oder dem Politiker seine Krawatte.“ Marcus Wadsak erwägt einen Protestmarsch zu organiseren. Passend zur derzeit laufenden Krötenwanderung, sollen dabei alle Frösche am Weg zu den Laichenplätzen Richtung österreichisches Parlament umgeleitet werden.

Das letzete Wort ist also noch nicht gesprochen.

UCI legt sich fest – Scheibenbremse für alle. Auch für die Bahn.

Rennrad mit Scheibenbremse

Die ewige Diskussion rund um die Scheibenbremse am Rennrad ist Geschichte. Michael Brian Cookson, Präsident des Weltsportverbandes (UCI) hat ein Machtwort gesprochen. „Damit wir nicht noch weitere 20 Jahre diskutieren“. Mit diesen Worten ist wohl alles gesagt und die Scheibenbremse findet Einzug in allen Disziplinen innerhalb der UCI.

Das Kriegsbeil rund um die Scheibenbremse ist von der UCI begraben worden.

„Es macht nur dann einen Sinn, wenn wir alle Disziplinen der neuen Technik öffnen“. Das macht eine Kontrolle einfacher und gibt auch der Industrie neue Möglichkeiten.“ Michael Brian Cookson ist überzeugt, dass diese Entscheidung die beste ist, welche der Weltradsportverband in den letzten Jahren getroffen hat.

„Natürlich freut es mich ganz persönlich, dass es mir gelungen ist, auch den Bahnradsport in diese Regelung mit einzubeziehen“. Dass Bahnräder ohne Bremsen auskommen, war vielen schon ein Dorn im Auge und ein Schönheitsfehler, den wir hier ausmerzen konnten.“ Dem Präsidenten ist da wohl ein Meilenstein in der Radgeschichte gelungen. „Diese Entscheidung wird für viel Diskussionsstoff sorgen, aber in 100 bis 200 Jahren wird keiner mehr darüber diskutieren.“

Im Bahnradsport sollen dieselben Scheibenbremsen wie in etwa jene auf der Straße zum Einsatz kommen. 140 mm Durchmesser und Steckachsen von 12 cm. Möglich aber, dass sich hier aufgrund der Nutzlosigkeit einer solchen Bremse, andere Dimensionen durchsetzen werden. Die Industrie ist schon mal gefordert. Erste Test im Dusikastadion in Wien wurden positiv bewertet. Ein Testteam spulte im Geheimen mehr als 2000 Runden ab. Dabei war nur ein einziger Sturz zu dokumentieren. Das von der Scheibenbremse aufgerissene Loch im Wiener-Parket ist erst viel später aufgefallen und wird gerade untersucht.

Stellungnahmen seitens der Athleten konnten noch nicht eingefangen werden. Möglicherweise ziert sich noch der eine oder andere mit einem Kommentar. Die Gefahr zum Buhmann abgestempelt zu werden ist groß.

Bei der vom 12. bis 16. April stattfindenden Weltmeisterschaft in Hongkong werden die Bahnräder noch im „old-shool“ style zu sehen sein.

ktrchts

Radwinter 2017. Ich war dabei und resümiere.

rennradfahren im winter

Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Vor allem aber nicht den Radwinter  vor dem Radfrühling. Ich mache es trotzdem. Zu nebelig. Zu kalt. Zu eisig. Zu sibirisch. Zu gefährlich. Zu eintönig. Zu schmerzhaft. Ja. Das war der Winter 2017. Der nebeligste, kälteste, eisigste, sibirischste, gefährlichste, eintönigste, schmerzhafteste seit 30 Jahren. Ich habe ihn (bis jetzt) genossen. Die Highlights? Viele.

Der Radwinter 2017.

Die Winterliga.

Der Radsporttreff hatte die Schnappsidee einer Winterliga. 5 Wochen „fight“ um die goldene Ananas. Von Mitte Dezember bis Ende Jänner. Outdoor Hero, die meisten Kilometer, die meisten Höhenmeter, die längste Fahrt. Mit knapp über 2.500 km bin ich gerade noch aufs Stockerl gelandet, mit einer Fahrt über 330 km nicht einmal ganz oben am Podest. Wer noch einmal behauptet, Rennradfahren sei ein Sommersport, dem empfehle ich sich die einzelnen Wochenwertungen und die Gesamtwertung der Winterliga durchzustudieren. Lauter Freaks.

Ein Schneepflug.

Von einem Schneepflug angehupt zu werden, passiert nicht alle Tage. Zum Glück hatte ich diese Begegnung und kann davon berichten. Es war im Burgenland. Genauer gesagt in Purbach. Ein dichter Schneeschauer erwischt mich auf dem Begleitweg der B50. In der Ortschaft muss ich ob des Fehlens eines Radweges auf die Hauptstraße ausweichen. Eine schmierige Schneefahrbahn fordert mein Gleichgewicht heraus. Dann die Begegnung mit dem orangen Ungetüm. Im linken Augenwinkel erspähe ich eine riesen Schneeschaufel, die mich wegräumen will. Begleitet von einem lauten Kratzen am Asphalt mit wildem Hupton. Winter, wie ich dich liebe.

Die Spikes.

Da muss man erst 46 Jahre alt werden, mehrmals am Boden aufschlagen, sich die Rippe „brechen“ (genaueres weiß ich 3 Wochen danach immer noch nicht – husten, lachen, niesen, schlafen sind nach wie vor schmerzhaft, Rippe 8 oder 9 ist verdickt), um die Vorzüge von Spikes kennenzulernen. Der Schwalbe Winter Marathon hat es mir angetan. Schwer, sauschwer, träge, laut – aber effizient. Egal ob zugefrorener Neusiedlersee, vereiste Güterwege, Eisplatten. Mit den Spikes leichter als die Einserreihe.

Die 24 Studnen Burgenland Extrem Tour.

Lange habe ich nicht überlegen müssen. Eigentlich habe ich gar nicht überlegt und mich sofort angemeldet. 360 km rund um den Neusiedlersee am 27. Jänner 2017. Mittendrin statt nur daheim. Eine Grenzerfahrung. Nie mehr wieder bis zum nächsten Jahr.

Die Fußwärmer.

Was zwei kleine Aufkleber so alles bewirken können. Nicht viel? Sehr wohl. Wärme. An den Füßen. Ohne diese weißen, unscheinbaren Made in Austria Pads wäre ich jetzt schon tot. Kältetot. Egal ob auf den Zehen oder unter den Sohlen. Acht Stunden ein wohlig warmes Gefühl. Getestet bei -10°C. America first, aber Austria kann mehr.

Die Gesundheit.

Meine Gesundheit. Mehrmals aufs Spiel gesetzt, hat sie mich nicht enttäuscht. Zwar war mein Gesundheitszustand da und dort leicht angeschlagen, gehindert hat er mich aber nicht. Ok, er hat mich eingeschränkt. Aber das ist Mann in meinem Alter ja so oder so. Hüfte, Ellbogen, Rippe und eine kurze Männergrippe – mehr oder weniger.

Die festive500.

Fast hätte ich diese vergessen. Auch heuer bin ich diesem virtuell internationalen Schwanzmessen erlegen. Mit mehr als 700 km in 5 Tagen war ich von den 82.000 Mitstreitern weltweit knapp nicht unter den Top 1000. Liegt wohl an meinem kleinen Penis.  

Das Eis.

Eine besondere Erwähnung verdient auch das Eis. Im Jänner ein ständiger Begleiter auf meinen Touren abseits der Hauptstraßen. Einmal stumpf, einmal glatt, einmal offensichtlich, einmal gut versteckt. Direkt vor Augen, hinter Kuppen, gleich nach Kurven, sporadisch, über die gesamte Fahrbahn. Eis in verschiedenen Sorten. Ich freue mich, wenn statt dessen das Speiseeis wieder salonfähig wird.

Die Abflüge.

Was für ein Scheiß-Gefühl. Wenn du (ich) dich (mich) mit zu hoher Geschwindigkeit – übrigens, Ursache Nummer 1 bei meinem Abflügen – einer Eisplatte näherst und in diesem Moment genau weißt, dass du abfliegen wirst, weil du im Bruchteil dieser Sekunde keine adäquate Alternative findest, deinen Arsch zu retten. Was für ein Scheiß-Gefühl, wenn du (ich) dich (mich) plötzlich mit einer unterm Schnee versteckten Eisplatte matchen musst und willst. Nicht nur meine Knochen haben Tribut gezollt. Pedale, Steckachsen, Überschuhe, Thermo Radhose, Handschuhe, Überhose, Radjacke – sie alle sind auch froh, den Winter nur mit Abschürfungen überlebt zu haben.

Der Austria Giro 2017.

Mitten in diesem Winter sind auch die Vorbereitungen für den Austria Giro 2017 gefallen. Auch wenn sie noch andauern, es ist großteils angerichtet. Wer den Radsommer seines Lebens erradeln will, ist herzlichst eingeladen. Anmeldung sind noch möglich.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts
#ketterechts #austriagiro17

PS: Update 13.2.2017. Spät aber doch. Ich habe mich durchchecken lassen (nicht freiwillig). Das Röntgenbild zeigt es klar und deutlich. Am 22.1. habe ich mir bei meiner letzten Besichtigungstour zur den 24 Stunden Burgenland die 8., 9. und 10. Rippe gebrochen. Ob ich was gemerkt habe. Natürlich nicht. Sonst wäre ich nie, die 360 nonstop rund um den See gefahren. Und auch nicht die vielen weiteren Radkilometer davor und danach. Indianerehrenschwindel.

24Stunden Burgenland Extrem Tour – Ich scheiß mich an.

3x um den Neusiedlersee

Es kribbelt. Nein. Es bebt. Ich will raus. Starten. Loslegen. Den Neusiedlersee umrunden. Aber ich muss noch 7x schlafen bis endlich das Christkind kommt. Viele Gedanken werden bis dahin noch durch meinen Kopf gehen. Mich beschäftigen. Mich beunruhigen. Die 24Stunden Burgenland Extrem Tour 2017 soll ja Spass machen. Und derzeit schaut’s nicht nach Spass aus. Die Straßenverhältnisse machen mir Sorgen. Seit Wochen ist es eisig kalt. Rund um den See herrscht Permafrost. Der Schnee hat sich zu Eis gewandelt. Die Radwege kaum geräumt. Die zarten Plusgrade reichen nicht aus, um von DEFCON 5 herunterzukommen. Teile der 120 km Runde sind hals- und kochenbrecherisch. Erlebt am eigenen Rad, am eigenen Oberschenkel und am eigenen Unterarm. Das Gefühl, das Vorderrad seitlich zu verlieren hat sich in mir eingebrannt. Der Angsthase in mir ist groß geworden.

24Stunden Burgenland. Ich scheiß mich an.

„Das ist Winter.“ „Wer sich anmeldet, muss auch damit rechnen. „Memme“. Stimmt. Ja. Ihr habt Recht. Trotzdem. Lustig ist das nicht. Vielleicht finde ich noch etwas Vernunft bis Freitag. Irgendwo im Ausverkauf. Oder ich bleibe bei meiner Philosopie „No risk. No fun. More risk. More fun.“

Wird schon schiefgehen. Nein. Besser: Wird schon gerade aus gehen. Wo ein Wille, auch ein eisfreier Weg. Ein Radweg oder eine Bundesstraße. Darum werde ich dieses Wochenende nochmals eine Runde drehen. Die komplette. Das ist fix. Ich will sehen, wo es fahrbar ist und wo nicht. Bei Tageslicht. Das soll mir in der Dunkelheit Sicherheit geben. Recht viel wird sich dann bis nächsten Freitag nicht ändern. Die Nächte werden weiter sehr kalt sein und tagsüber beibt es dabei. Eistag. Sämtliche Großwettermodelle rechnen nicht mit Niederschlag. Die Wettertends reichen von wolkenlos, sonnig bis hin zu leicht bewölkt. Vier bis sieben Sonnenstunden soll es geben. Warten wir es ab. Wettermax +Marcus Wadsak wird mir hoffentlich schon bald eine stichfeste Prognose liefern.

Ich muss noch 7x schlafen bis endlich das Christkind kommt. Viele Gedanken werden bis dahin noch durch meinen Kopf gehen. Mich beschäftigen. Mich beunruhigen. Und mir in Sachen Reifenwahl diese 7 Nächte schlaflos bereiten. Auf der einen Seite Asphalt, Eis, Schnee, gefrorener Boden, und Schotterwege. Auf der anderen Seite Traktion, Seitenhalt und Rollwiderstand. Wo ist der richtige Kompromiss?

Herrlich wie kompliziert so eine einfache 360 km lange Runde um den Neusiedlersee im Hochwinter sein kann.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts
#lakemania #livelovemove #ketterechts

Rennradabenteuer mit ketterechts. Der Austria Giro 2017.

Austria Giro 2017

Sieben Monate vor der Rennradreise Austria Giro 2017 ist es an der Zeit, einmal einen Blick hinter die Kulissen dieser bevorstehenden Premiere als organisierte Rennradreise quer durch Österreich zu werfen. So etwas entsteht ja nicht von heute auf morgen. Die Idee vielleicht schon, aber das Ganze dann auf die Beine zu stellen braucht Zeit. Organisatorisches wie rechtliches sind zu klären. Allein schon Letzeres ist aufgrund der verschiedenen Gewerbeordnungen ein kompliziertes Unterfangen. Schnell war mir klar, ein Partner muss her.

Austria Giro 2017. Eine Rennradreise mit ketterechts.

Meine Wahl fiel nach längerem hin und her, auf und ab, Wien und Linz auf cycling-adventures. Das erst im letzten Jahr gegründete Unternehmen ist kein Neuling auf dem Gebiet der Rennradreisen. Roli, Lukas, Lutz und Ruth haben schon seit Jahren ihre Finger im Spiel. Bei der Planung, Organisation und der Durchfürhung „ihrer“ Radabenteuer für einen anderen Veranstalter (Name der Redaktion bekannt). Und ich war dabei. Mittendrin statt nur daheim. Schweizrundfahrt, Tauernrundfahrt, Dolomiten, SuperGiroDolomiti – nur um einige zu nennen. Dass ich die handelnden Personen persönlich kenne, war auch ein Grund dafür, mich mit cycling-acventures aufs Tandem zu setzen.

Hinter cycling-adventures stehen also begeisterte Rennradfahrer, die gerne auch mal abseits des Touristenpfade unterwegs sind. Genau das ist es, was die Reisen auch ausmacht: Spaß am Rennrad fahren mit Hang zu etwas Abenteuer. Abenteuer in dem Sinn, dass man auch mal  etwas Neues erkundet, von dem nicht schon unzählige Radkollegen berichten konnten. Dass der Chef der Reise die Strecken dabei vorher bestmöglich ausgekundschaftet hat, versteht sich von selbst. Deshalb bin ich den Austria Giro letztes Jahr auch schon „solo“ gefahren. Learning by riding. Neben den Touren auf dem Rennrad soll auch der Genuss nicht zu kurz kommen, daher wird auch großen Wert auf lokale Köstlichkeiten sowie gehobene Hotels, oft mit Wellnessbereich, gelegt. Die beim Austria Giro 2017 gewählten Hotels haben alle ihren besonderen Charme. Ketterechts Ehrenwort.

Eine Radsaison ist lang und bietet viele Highlights.

cycling-adventures bietet ein buntes und breites Programm von März bis September. Hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang der Alpencross von Passau nach Triest oder die Super Giro Dolomiti Woche rund um Lienz in Osttirol. Beide Reisen mit ketterechts Star-Beteiligung. Frühe Kilometer können an der Cote d’Azur und in Liguren gesammelt werden, richtige Urlaubsstimmung kommt in der Toskana auf, die Pässewochen in Südtirol sind für Kletterer in den Fels gemeiselt. Als wirkliche Herausforderung gibt es auch die Möglichkeit einer Teilnahme am Ötztaler Radmarathon mit fixem Startplatz. Das gesamte Programm findet man auf der Seite cycling-adventures.org.

Ich lege meine Hand ins hintere Laufrad. Für die Rennradreise Austria Giro 2017 ist alles angerichtet. Strecke, Hotels, Essen, Transfer, Gepäcktransport. Und wenn was nicht passen sollte, dann machen wir es passend. Damit jeder auf sein Radabenteuer kommt. Einer für alle. Alle nach Wien.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts

PS I: Information und Buchung der Rennradreise Austria Giro 2017 hier.

Freeriden einmal anders – mit dem Rad durch den Tiefschnee

Die Winterliga ist schuld. Darüber habe ich schon in meinem letzten Blogbeitrag berichtet. Schuld ist aber auch die 24 Stunden Burgenland Extrem Tour. Radfahren im Winter. Muss sein. Kann sein. Und es macht auch teilweise Spass. Freeriding am Bike.

Freeriding im Schnee. Mit dem Rad.

Gestern im Burgenland. Drei Zentimeter Neuschnee. Minus 6°. Eisiger Wind. Die Radwege ähneln eher einer Langlaufloipe ohne Spur. Ich und beim Norco. Vorne ein Continental Speed CX Reifen. Hinten ein abgefahrener Clement Crusade PDX 33mm. Eine gefährliche Mischung. Fahrbar solange der Schnee „tief“ und pulvrig war. Auf Schneefahrbahn oder auf Schneematch unfahrbar. Eis lassen wir aus, denn darauf haben wohl nur Spikes eine geringe Chance.

Null Seitenhalt. Jede noch so kleine Unebenheit forderte eine Gegenlenkung heraus, um nicht den Schnee zu küssen. Zwei Mal war ich unaufmerksam. Zwei Mal landete ich unsanft am Boden. Ein Mal bergab (siehe Video) und einmal mitten in der Fußgängerzone. Salznasses Kopfsteinplaster – seitlich leicht hängend. Keine Chance.

Es hat trotzdem Spass gemacht. 47 km Technik- und Traktionstraining. Auch wenn ich mir einbilde, dass es Können war, weiß ich, dass es pures Glück war diese 47 km überlebt zu haben.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts
#ketterechts #winterliga #derRadsporttreff

Für eine handvoll Likes. Die Sucht nach Anerkennung.

Die Sucht nach Likes

Rang 1031 von 82.411 gesamt weltweit. Mit 720 km in 8 Tagen. Für ein banales Stoffabzweichen, welches ich erst irgendwann im Februar bekommen werde. Teilweise bei tief winterlichen Bedingungen mit Temperaturen weit unter dem komfortablen Gefrierpunkt. Eingepackt in Gore und Daunen, vollgepflastert mit Fußwärmern und vollgestopft mit präventiven Halslutschtabletten. Stets an der Kippe zur Grippe. Mit einem Bein täglich fast im Krankenbett. Einmal senil bettflüchtig und dann wieder Nachteule. Bewegungszeit zwischen 5 Uhr Morgens bis tief in den Abend hinein. Vereiste Bartstoppeln statt goldenes Engelshaar. Die festive500 haben mir jede Restwärme aus dem Köper gezogen. Meiner Leidenschaft die Grenzen aufgezeigt und meinem sozialen Leben einen Riegel vorgeschoben. Ich bin nahe an der Sucht.

Sucht? Ich bin sicher nicht bescheuert.

Das ist keine Ausrede. Das ist Fakt. Weil es andere gibt, die noch bescheuerter sind. Nicht nur bei Strava, sondern auch in der Winterliga des Radsporttreffs. Egal was, wie lange, wie weit oder wie hoch ich spinne. Es gibt immer eine/n, die/der noch länger, noch weiter und noch höher spinnt. Letzte Woche fahre ich insgesamt 605 km und lande in der Winterliga damit nicht einmal unter die Top 3. Zum Glück reicht mein 250 km Ritt vom 23.12. noch für die längste Fahrt. Noch. Es gibt ein paar Kandidaten, die an diesem Thron schon sägen. Der 300er ist deshalb schon in meinen Gedanken. Was ist da eigentlich los?  Sagt es mir. Ich weiß es nicht. Auch finde ich keine Antwort. Je länger ich darüber nachdenke.

Was sportlich gesehen ein Vorteil sein könnte, ist psychologisch bedenkbar. Wohin geht die Reise? Wartet am Ende der gruppendynamischen Motivationsskala vielleicht doch die Sucht? Und was Süchtige zu leisten imstande sind, will ich mir gar nicht ausrechnen.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts
#ketterechts #festive500 #winterliga #derradsporttreff

PS: Gerne würde ich weiterschreiben, aber ich muss gleich wieder Radfahren gehen.

 

Rennradfahren und Beziehung – do’s and dont’s.

Rennradfahren und Beziehung. Geht das? Natürlich geht das. Am besten, wenn er und sie (sie und sie, er und er, …) dieselbe Leidenschaft dafür aufbringen, dieselben Ziele verfolgen, gleich viel Freizeit haben und auf demselben Leistungsniveau unterwegs sind. Dass das aber nicht oft und fast kaum der Realität entspricht (Ausnahmen bestätigen die Regel) sind Rennradfahren und Beziehung eine harte Nuss. Wer diese problemlos knackt, kann sich glücklich schätzen.

„Warte“. „Komm“. „Nicht so schnell“. „Ich fahr mit“.

Es gibt zwei Konstellationen einer rennradfahrenden Beziehung: A) Ein Partner fährt, der andere nicht B) Beide Partner fahren. Ich habe das Glück Plan B gezogen zu haben. Was das Ganze einfacher verkompliziert. Ich werde mich davor hüten, kurz vor Weihnachten Internas auszuplaudern. Erstens liest meine Partnerin mit und zweitens sind noch ein paar Weihnachtswünsche offen. Außerdem möchte ich weitere Zweisamkeit am Rennrad genießen. Um die Friktionen dabei zu minimieren, folge ich meinen goldenen Regeln:

  1. Chefsache: Sie ist der Chef. Ich schlage vor. Meine Partnerin entscheidet über Route und über Länge der Ausfahrt. Ok. Manchmal verfahre ich mich blöderweise und es wird etwas länger.
  2. Duschen: Es ist nicht egal, wer zuerst duscht. Denn, wenn ich zuletzt dusche, kann ich noch eine Zusatzrunde drehen, um mir die Wartezeit zu verkürzen. Ok. Manchmal verfahre ich mich dabei blöderweise wieder.
  3. Trainingssteuerung I: Gemeinsame Ausfahrten können für mich „recovery rides“ nach meinem Laktatgemetzel oder vor einer geplanten Verausgabung sein – und sind es auch.
  4. Trainingssteuerung II: Gemeinsame Ausfahrten können Krafttrainingseinheiten sein. 90km+ mit nur einem Gang (Kette rechts!) sind auch bei niedriger Geschwindigkeit intensiv und zielführend.
  5. Trainingssteuerung III: Regeneration und Pause sind gut für den Formaufbau. Speziell für sie. Wenn sie also nicht mehr kann/will/darf, kann/will/darf ich.
  6. Kitt: Ein ihr in Aussicht gestelltes Eis oder ein Cappuccino mit Torte in der Sonne sind Brückenbauer und schütten Gräben schnell zu. Zum Beispiel, wenn es einmal etwas länger geworden ist.
  7. Verzicht: Auch wenn es mir weh tut. „Easy going“ Touren mit ihr gepaart mit Tortenverzicht meinerseits, kurbeln meinen Fettstoffwechsel an helfen mir dabei, die Bikinifigur zu finden.
  8. Wetterbericht: „Bei dem Wetter fahre ich nicht.“ Ich schon. So kann es schon vorkommen, dass es manchmal sehr kalt, sehr windig, sehr nass, sehr ungemütlich, sehr heiß, sehr stürmisch ist.
  9. Gruppenfahrten: Schuld sind immer die anderen. Eine Gruppenausfahrt kann ruhig zu schnell sein, zu lange dauern, zu kurze Pausen haben, eine Regenfront erwischen. Eine Gruppenausfahrt rüttelt also kaum an meiner Rücksichtsnahmekompetenz.
  10. Schauspiel: Bei gemeinsamen Ausfahrten darf ich nie (NIE!) meinen gegenwärtigen Unmut über Tempo und Distanz kundtun. Nicht einmal ansatzweise. Die beste Motivation für sie ist meine Müdigkeit. Wenn ich nicht mehr kann, dann will sie erst recht.
  11. Lorbeeren: „Gut schaust aus“. „Schnell bist unterwegs“ „Wow“. Verbale Rosen für sie, sind gute Trainingseffekte für mich.

In diesem Sinne. Rennradfahren und Beziehung. Das geht wirklich.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts
#styliseyourride #inloveonbike

Rennrad fahren im Winter – meine Bekleidungstipps.

Rennradfahren im Winter

140 km. 5h45 Minuten. -5° Durchschnittstemperatur. -10° Tiefsttemperatur. Das ist Rennradfahren im Winter. Die letzte Ausfahrt war grenzwertig. Ich habe sie aber überlebt. Gesundheitlich überlebt. Kein Schnupfen. Kein Halsweh. Kein Ohrenweh. Keine Atembeschwerden. Glück gehabt? Möglicherweise. Gut, dass ich dieses Kälteerlebnis nicht so schnell wiederholen darf. Erst am 27.1.2017. Bei den 24 Stunden Burgenland. Bis zur triplen Seeumrundung ist ja noch Zeit. Vielleicht haben wir heuer im Jänner einen Jahrhundertsommer.

Rennradfahren im Winter.

Viele Leser meiner Einträge haben mich danach gefragt, was ich bei dieser Ausfahrt im Speziellen und sonst so generell im Winter anziehe, um nicht zu erfrieren. Zeit also, euch einen Blick in meinen Kasten zu gewähren. In Worten. Ohne Bilder. Diesen Anblick möchte ich jedem ersparen. Um es kurz zu halten gehe ich logistisch von innen nach außen vor. Genau so, wie ich mich anziehe. Eigentlich wollte ich mich dabei fotografieren. Ein noch nicht 100%ig erreichtes Kampfgewicht – eine Weihnachtskekse-Frühform, hat mich aber davon abgehalten. Stellt euch einfach eine bestens durchtrainierte ketterechts vor.

  • Oberkörper I: hier kommt ein klassischer baselayer zum Zug. Je nach Temperatur eine Skinfit Klima Vest und/oder ein B’twin Langarm Funktionsshirt von Decathlon. Ersteres hält die Haut super trocken, zweiteres ist angenehm zum Tragen und auch halbwegs warm.
  • Beine: jetzt kommt meine eigene lange ketterechts Thermo-Radhose zum Einsatz. Diese ist an den empfindlichsten Stellen (Knie, Rücken) extra-wattiert und an den Oberschenkeln und im Schritt, sowie am Rücken mit einem windabweisenden Material beschichtet.
  • Füße: Merino Socken oder hundsnormale dickere Wandersocken. Je höher, desto besser.
  • Oberkörper II: jetzt kommt der Schmäh. Über dem baselayer trage ich bei Temperaturen unter Null eine 1,5 mm dünne Neoprenweste von Keepersport. Diese Weste ist eigentlich für Tormänner gedacht, die ab und wann „nur“ herumstehen. Diese Weste ist Sommerregen erprobt und im Winter ein Hit. Sie lässt keine Kälte nach innen. Die angestaute Feuchtigkeit durch’s Schwitzen nehme ich in Kauf, da ich sie gar nicht spüre.
  • Oberkörper III: Obendrauf das ketterechts Langarmtrikot wattiert oder die dünnere Version. Je nach Temperatur oder Dauer der Ausfahrt, helfe ich bei den Armen mit ketterechts Ärmlingen „dick“ nach.
  • Oberkörper IV: eine ketterechts Windweste kommt aus psychologischen Gründen zum Einsatz. Die Gewissheit diese zu tragen, lässt Kälte ertragen. Reine Kopfsache.
  • Beine II: Noch ein Schmäh. Um mich im Leistenbereich vor der Kälte zu schützen, trage über der langen Hose eine Endura Superlight Überhose kurz. Wasserdicht und auch windabweisend. Damit sie gut sitzt und nicht rutscht, trage ich eine in Größe „S“. Macht das Anziehen zur Tortur, aber wenn sie über die Hüftknochen gezogen wird, dann passt sie wie angegossen. Am Crosser kein seltenes Bild – am Rennrad bekomme ich dafür Styling-Minuspunkte und eine Anzeige bei der Stylingpolizei.
  • Schuhe: Derzeit bin ich noch ohne Winterschuhe unterwegs. Dafür schütze ich meine Zehen mit den Castelli Toe Tighty und meine Füße mit den BBB-Ultrawear Winter Überschuhen. Die -10° haben sich so gar nicht arg angefühlt. Natürlich war es kalt – hauptsächlich rechts. Aber durch die Bewegung erträglich
  • Finger: Hier muss ich noch üben. Bis jetzt bin ich auch im Winter mit Sealskinz Ultra Grip ausgekommen. Manchmal mit Doppelschicht. Leichte Seidenhandschuhe darunter. zB. von Skinfit oder dünne Wollhandschuhe (Werbegeschenk von Raiffeisen). Bei -10° habe ich in den Handschuhen geschwitzt (die Sealskinz haben eine Nylonschicht – ideal im Sommer für den Regen) und die Nässe ist sofort gefroren, so dass ich Eisfinger an den Handschuhen hatte. Musste dann die Fäuste ballen. Ein Bremsen und Schalten war somit schwer. Ich denke, dass ich mir für den 27.1.17 richtige Winterhandschuhe besorge.
  • Nacken: den Nacken und den Hals schütze ich mit einem Buff Nackenwärmer oder Tubular. Kann man so auch über den Mund und über die Nase ziehen. Wobei ich das so nicht mag. Der Hauch feuchtet alles an. Und bei tiefen Temperaturen friert das. Dann hast einen Eisklotz am Hals.
  • Kopf: Unterm Helm trage ich ein Skinfit Stirnband und eine Buff Mütze. Doppelt Schutz für die Ohren.
  • Brillen: Die Augen schütze ich vor Kälte und Fahrtwind mit einer uvex variotronic Brille. Sowohl bei Nacht als auch bei Tag.

Das nächste Mal werde ich mir das Gesicht auch mit einer Fettcreme oder mit Tapes schützen. Denn unter den Augen und an den Backen haben sich die -10° samt windchill ganz schön bissig angefühlt

Es gilt wie immer einen Kompromiss zwischen Zweckmäßigkeit und Tragekomfort zu finden. Das Anziehen allein kostet im Winter viel Kraft und Überwindung. Wer sich das antut, der hat schon mal die halbe Ausfahrt hinter sich. Meine Empfehlung allgemein ist, für sich zu entscheiden, wann man was anzieht und schön langsam mehr Schichten zu verwenden. Wer gleich bei 5 Grad Plus in den arktischen Mode kippt, der hat bei Minusgraden keinen Spielraum mehr und wird frieren. Ich habe meine „Pakete“. Für -5°, 0°, +5°, +15° … Seit letztem Wochenende auch ein -10° Paket.

Wobei letztes Wochenende eine angenehme trockene Kälte alles sehr erleichtert hat. Möchte nicht wissen, wie es aussieht, wenn es feucht und kalt ist. Aber das wäre ein anderer Blogbeitrag.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts
#ketterechts #livelovemove #lakemania

PS: Am Ende noch ein Tipp: Noch nicht probiert, aber bestellt. Fußwärmer von heatcompany.