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King of the Lake – dein Gratisstartplatz wartet

King of the Lake

„3, 2, 1 … los. Die Startrampe in Schörfling am Attersee gibt dir den ersten Schwung. Den Rest müssen deine Beine erledigen. Auf 47 km heißt es Gas geben, mit den Kräften haushalten, um so schnell wie möglich den Attersee im Uhrzeigersinn zu umrunden. Das ganze verkehrsfrei auf abgesperrter Strecke.“ Beim King of the Lake ist das möglich. Am 30. September 2017. Dabei sein ist einfach. Wenn man einen der begehrten Startplätze ergattern konnte. Oder, wenn man einen Startplatz mit ketterechts einfach gewinnen würde.

Gewinne deinen Startplatz für den King of the Lake.

Bereits zum 7. Mal lädt der Radsportverband atterbiker.at zu diesem europaweit einzigartigen Einzel- und Mannschaftszeitfahren rund um den schönsten See im Salzkammergut ein. Hobbyathleten, aber auch die österreichische Elite werden sich hier gemeinsam messen. Auf der von 1230 bis 1830 Uhr für den gesamten Fahrzeugverkehr gesperrten Uferstraße. „Profifeeling“ garantiert. Schnell, schneller, King of the Lake. Denn der Streckenrekord liegt bei 57:04 Minuten. Das sind 50 km/h Schnitt. Verschiedene Klassen (Rennrad und Zeifahrrad) sorgen für faire Verhältnisse. Los geht’s in Schörfling am Attersee nahe Festzelt. Das sorgt für Spannung für die Zuschauer. Die Fan-Zonen entlang der Strecke in jedem Ort sind weitere Hot-Spots.

2015 war ich dabei. 2016 fehlte ich verletzungsbedingt. 2017 bin ich mit einem Mixed Team am Start.

ketterechts Blog abonnieren zahlt sich aus.

Die insgesamt 1200 Startplätze (Einzel und Mannschaft) sind begehrt und beinahe ausgebucht. Wer also nicht schnell genug war oder ist, der muss warten. Oder den ketterechts Blog abonnieren. Unter allen, die das bis kommenden Samstag, 27. Mai 2017 machen (ja – eine Woche lang hat man die Möglichkeit), verlose ich einen Gutschein zur Teilnahme am King of the Lake. Einzel, Rennrad oder Zeitfahrrad.

King of the Lake

Rennradgeschichten. Rennradreisen. Rennradsatire.

 

 

Achtet einfach auf den gut ersichtlichen Button „Jetzt anmelden“. Dieser erscheint beim Öffnen der Seite am unteren linken Bildschirmrand. Email Adresse eingeben und schon seid ihr im Topf. Das „Gewinnspiel“ läuft unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barablöse des Preises möglich. Die oder der GewinnerIn wird schriftlich verständigt. Es zählen ausschließlich gültige Email Adressen.

Ich wünsche allen viel Glück. Wir sehen uns am 30.9.2017 in Schörfling am Attersee beim King of the Lake.

ktrchts

Colnago Cycling Festival – mittendrin statt nur daheim.

Colnago Cycling Festival

Längst bin ich wieder zurück vom Gardasee. Teile von mir sind aber noch in der Gegend um Desenzano del Garda verstreut. Am See und in den Bergen. Sie haben das Colnago Cycling Festival nicht überlebt. Mein Sattel, meine GoPro, Teile meiner Schaltung und meine nagelneue Caomuflage Radhose. Ruhet in Frieden. Die 159 km Schleife der Granfondo waren also nicht unbdingt ein netter Familienausflug nach Italien. Auch wenn ich mit der Leistung halbwegs zufrieden sein kann. 30,7 km Schnit bei knapp 2.000 Höhenmeter auf 159 km.

Gardasee: Das schönere Rennradfahren.

Die Vorzeichen standen schon mal besser. Mit einer nicht ganz einwandfreien Waffe bin ich angereist. Ganze 8 Stunden Autofahrt. Zwischen Stau und ewigen Geraden. Einziger Lichtblick der „Autogrill“. Ja, jener, der quer über die Autobahn gebaut ist. Kindheitserinnerung. Dazu kam noch ein Navi, welches mich in Verona Sud von der Autobahn gelotst hatte. Obwohl 20 km weiter die Autobahnausfahrt „Desenzano del Garda“ für mich vorgesehen wäre. Ich habe mich also verarschen lassen und bin in der Industriezone von Verona im Kreis gefahren, bevor ich mich wieder auf meinen Instinkt verlassen habe und über Peschiera endlich unser Quartier erreichen konnte.

Vom Hunger geplagt haben wir gleich eine Pizzeria aufgesucht. Die nächstbeste auch betreten. War nicht ganz nach meinem Geschmack. Pizza die nicht aus dem Holzofen stammt, darf es in Italien nicht geben. Fader Geschmack. Es fehlte der Duft der „pomodori“ und der „mozzarella“. So eine Pizza kriege ich überall auf der Welt. Italienische Pizzas müssen mehr können. Bekanntlich ist der Hunger aber der beste Koch.

Ganz schön viel los beim Colnago Cycling Festival.

Die Pizza war schnell weg und die Stimmung halbwegs wieder in Ordnung. Samstag morgen. Italienische Frühstück. Mit Cappuccino aus dem Automaten. Mein Gott. Italien ist nicht mehr das Italien. Zum Glück waren die Brioches ganz nach meinem Geschmack. Gestärkt ging es mit dem Rennrad auf Erkundungstour. Zuerst rein in die Ortschaft und dann auf der Originalstrecke, entlang einer traumhaften Landschaft mit Blick zum See bis nach Salò. Am Hafen gab es dort einen echten Cappuccino. Für € 1,90. Viva l’Italia del caffè. Am liebsten wären wir dort sitzen geblieben.

Der Berg hat uns aber gerufen. So war die Weiterfahrt nach Riviera del Gardone und anschließend die Auffahrt nach San Michele eine logische Schlussfolgerung. Rauf ein Genuss. An die 5° Steigung waren es im Schnitt. Das Unheil machte sich aber jetzt schon bemerkbar. Meine Schlatung mit Shimano Schaltseil und No-Name Bowdenzug zickte gewaltig. Die Notlösung erwies sich als falsch. Da musste  was gemacht werden.

Starke Nerven und gute Bremsen.

Die Abfahrt zurück war ein sehr gutes Training. Steil und spitz. Die Kehren haben es hier in sich. Man hat das Gefühl gleich im See zu landen. Dazu noch Schlaglöcher. Arme Carbonfelgen. Wir haben es aber alle überlebt und rauschten zurück nach Desenzano.

Am Weg ein kleiner Disput mit einem italienischen Autofahrer, der uns (mich) mehr gedrängt als überholt hatte. Natürlich musste ich ihm meinen Unmut deutlich zeigen. Auf italienisch mit den Händen. Prompt blieb das Auto stehen. Der Fahrer stieg aus. Ich hielt an. Und wir fingen an zu diskutieren. „Glaubst du ich fahren 20 km hinter dir her, nur weil du hier einen Sonntagsausflug mit dem Rennrad machst?“ Ich „Ja, das ist eine Pflicht. Oder willst du mich umbringen.“ Darauf der Fahrer „Das ist dein Risiko, wenn du Rad fährst.“ Mehr hat es nicht gebraucht. Das Gespräch ab jetzt nicht mehr jugendfrei. Ich bekam die Drohung, nicht mehr vom Rad steigen zu können. Ich zog den Kürzeren, klopfte dem Autofahrer auf die Schulter und wünschte ihm eine angenehme Weiterfahrt.

Vor dem Rennen ist vor dem Essen.

Zurück in Desenzano. Den Rest des Tages haben wir dann bei der Startnummerabholung und in der Expo Zone verbracht. Fast hätte ich mir beim Shimano Stand, meine Campagnolo Schaltung anschauen lassen. Fast. Eine kleine Strandbar, 30° und ein Corona Extra gaben uns dann den Rest. So darf Rennradfahren sein.

Italien ist auch Essen und Eis. In unserem Fall auch Colnago Räder. Ja. Ich als Pinarello Jüngling hatte auch ein Auge für die Colnagos. Besonders für das C60 mit Campagnolo Disc Brake. Wobei die Ravioli mit Sesam in Butter geschwenkt leistbarer waren. Sehr gut im Geschmack obendrauf auch noch. In der Trattoria Alessi. Kann ich empfehlen. Essen ein Traum. Pizza bitte trotzdem woanders bestellen. Ein rießengroßes Eis rundete den Abend und die Nacht ab.

Im Hotel wurde dann noch von Chefmechaniker Alex die Campagnolo Schlatung gecheckt. Mit mäßigem Erfolg. Raufschalten ok. Runterschalten Scheiße.

Das Rennen. Oder mein Ausflug in die Berge.

Das Rennen selber lässt sich in wenigen Worten zusammenfassen. Sauschnell (für mich) und schmerzhaft. Circa bei km 18 hat es „knack“ gemacht. Sofort hatte ich die richtige Vermutung. Bin aber weitergefahren. Bis in den ersten Berg. Stutzig hat mich die Tatsache gemacht, dass ich beim Aufstehen aus dem Sattel jedes mal irgendwie daran hängen geblieben bin.

Colnago Cycling Festival

Made in China.

Im Anstieg stieg ich kurz vom Rad und meine Befürchtung bestätigt sich. Sattel gebrochen. Made in China. Destroyed in Lago die Garda. Sofort tritt Plan B in Kraft. Ins Ziel kommen. Die gesamte Steigung fahre ich sitzend. Oben bei der ersten Labe versuchte ich eine technische Assistenz zu checken. Vergebens. Runter nach Salò. Weiter zum zweiten Berg. Es lief trotz allem ganz ok. Abgesehen vom Sattel und der Schaltung. Am Berg konnte ich nur 34/27 fahren. Alle anderen kleineren Gänge blieben nicht drinnen.

Zweite Labe. Ich fand zwei Motorradfahrer und fragte nach Klebeband. Wir gingen zum Motorrad und ich fing an zu kleben. Sofort kam ein Fotograf. Und hielt alles fest. Auch meine Startnummer, meinen Namen und den Namen des Geschäftes, wo ich den Sattel gekauft haben soll. Ich gab Auskunft. Und alle lachten. Mit Kabelbinder befestige ich alles noch zusätzlich.

Aus Plan B wurde dann doch wieder Plan A.

Ich fuhr weiter. Der Gedanke den „percorso medio“ zu fahren schwindet. Ich wollte das jetzt durchziehen. Wenig Später auf einer Geraden in der Gruppe bei über 40 km/h erwischte ich eines der vielen Schlaglöcher. Durch die Wucht, brach die GoPro Halterung am Lenker. Die Kamera löste sich und fog. Der Aufschlag am Asphalt und das Abrollen dieses Plastikteils. Was für Schmerzen. Ich musste stehen bleiben, zurückfahren und das einsammeln, was noch da war. Die schnelle Gruppe natürlich weg.

Weiter ging es trotzdem. Km 93 Abzweigung. Ich nehme den „percorso lungo“. Es folgt der fadeste Teil der Stecke. 18 km geradeaus Richtung Westen mit Gegenwind. Durch die Vorfälle hatte ich vergesen zu essen und meine Trinkflasche zu füllen. Hunger, Durst und Krämpfe begleiten mich bis in den letzen Anstieg und über den Berg. Wasser aus einem Brunnen fühlte sich an wie ein 5 Sterne Menü. Highnoon hinauf zum Castello. Km 125. Labe. Das künstlichste Crossaint aller Crossaint mit Marillenmarmelad ein Highlight des Tages. Zuckerschock Deluxe. Nach 500 ml Cola ging es weiter. Das Ende nahte.

Sonne, See und Rennrad.

Auf den letzten Kilometern wurde es nochmals spannend. Eine Gruppe Italiener glaubte für Mario Cipoollini den Sprint anziehen zu müssen. 20 km vor dem Ziel. Das Tempo war jetzt höllisch. Im Flachen. Sobald sich die Straße aber etwas Richtung oben hob, wurde herausgenommen. Gut. Ich wusste,wer mich Heim bringt. Nach 5h10min inklusive aller Klebepausen war ich dann auch wieder zurück.

Colnago Cycling Festival 2017. Erstens kommt es anders, und zweitens wird viel kaputt. Für den 16.7. habe ich mich deswegen für den Granfondo Pinarello angemeldet. Rennradfahren ist Italien ist cool. Wenn man die aggressiven Autofahrer ausblendet. Und von denen gibt es mittlerweile viele. Vom Essen ganz zu schweigen. Buon appetito.

ktrchts

PS: Details zur Strecke hier

Gute Frage: Selber basteln oder Radwerkstatt?

Radwerkstatt

Hoffentlich wird das nicht so ein „Jammer-Blogbeitrag“. Obwohl mir nach Jammern wäre. Nach richtigem Sudern – auf wienerisch. Oder nach Verschwörungstheorie. Alle und alles gegen mich. Oh ja. Das wäre ein geiler Beitrag. „Ich, verloren auf der Suche nach einer Radwerkstatt“. Genau so hätte der Titel heißen können. Es könnte aber genauso ein euporischer Beitrag werden. Weil dieses Jahr alles so gut begonnen hatte. Eben in einer Radwerkstatt. Beim jährlichen Radservice. Schauen wir. Ich schreibe einmal drauf los und befreie mich von meinen Gedanken. Zu sehr sind diese noch von den Ereignissen aus dem letzten Jahr geprägt.

Wer sein Rennrad liebt, der prüft es regelmäßig.

Dass jeder sein Rennrad pflegen und hegen soll, ist unbestritten. Die einen tun dies selber, die anderen gehen zur ihrer Radwerkstatt des Vertrauens. Ich bin irgendwo dazwischen. Vieles kann und mache ich selber. Den Rest muss ich von Menschen machen lassen, die a) ihr Fach verstehen und b) eine Händchen dafür haben. Bei mir fehlt zweiteres. Ganz ehrlich. Bin einfach nicht für filigranes Handwerk geschaffen. Auch fehlt mir oft das passende Werkzeug. Zum Glück. Dadurch kann ich keine größere Schäden anrichten.

Letzens wollte ich die Schaltröllchen austauschen (habe ich auch). Fahre in Wien zu RIH, um mir jene für Super Record zu besorgen. Natürlich hatte RIH diese Teile lagernd. RIH hat vieles lagernd und das ist gut so. Im Geschäft frage ich auch nochmals nach (zur Sicherheit), wie man diese am besten wechselt. Kurzes Fachsimpeln und schon war ich wieder weg.

Ich bin und bleibe keine Radwerkstatt.

Zu Hause angekommen, Radmontageständer auf den Balkon, Rennrad rauf, Drehmomentschlüssel in die Hand und ran an die Schaltröllchen. Neben mir am Teakholztisch der Laptop mit der technischsen Zeichnung des Schaltwerkes . Original Campagnolo Website Illustration. Mit zittrigen Händen gehe ich an die Sache heran. Ich weiß über meine Fertigkeit Bescheid. Deshalb bin ich ja so vorsichtig und zittrig. Wie immer schaffe ich eine Demontage ohne Probleme. Dass mir das untere Schaltröllichen aus dem Käfig springt und ich die über den ganzen Balkon vertreuten Einzelteile wieder einsammel musste, werte ich als Schicksal.

Bei der Demontage des oberen Schaltröllchen fällt mir der Schaltkäfig auseinander. Ein Aha-Effekt. Wusste ich nicht. Zum Glück habe ich die Anleitung und kann die Teile wieder – nach langem logischen Hin- und Herdrehen in die richtige Position geben. Danach kommen die neuen Teile. Mit „Upper“ und „Lower“ sowie einen Pfeil. Was das bedeutet habe ich mir ja theoretisch schon beigebracht. Es vergeht eine gefühlte Ewigkeit und die Schaltröllichen sind in der richtigen Position. Auch die Kette, was die gefinkelteste aller Aufgaben war. Räumliches Vorstellungsvermögen ist nicht meine Stärke. Logisches Denken aber schon.

Mama, ich habe die Aluschraube zerstört.

Mit dem Drehmomentschlüssel schraube ich die Aluschrauben vorsichtig mit 2,5 Nm fest. Und wie der Teufel es so will (ich nenne es wieder Schicksal), gehe ich trotz Vorsicht zu weit. Das Drama nimmt seinen Lauf. Schraube kaputt. Rennrad kaputt. Der Laie (ich, a.d.R.) zittert und will schon ein neues Schaltwerkt bestellen. Doch dann kommt wieder sachliche Ruhe ins Spiel. Rad runter vom Ständer, rein ins Auto und zurück zu RIH. Der Chef persönlich nimmt sich meiner Sache an. „Oje“, „Nicht gut“, „Sie müssen mir das Rad da lassen“, „Schauen wir, was wir machen können.“. Bitte. Unbedingt. Danke.

Am nächsten Tag hole ich das Rad wieder ab. Der Chef konnte was machen. Aluschrauben mit Stahlschrauben ersetzt. Von einer älteren Camagnolo schaltung. Rettung? Nein. Eben nicht.

Im Gegensatz zur mir, hat man bei RIH für die Reparatur den Schaltzug vom Schaltwerk gelöst. Und da dieser „kaputt war“ hing er jetzt mit dem Schaltseil lose an der Kettenstrebe. „Ich wollte es ihnen ausstauschen, aber dann würden Sie sagen, warum, weschalb …“. Man gibt mir eine neuen neuen Schaltkabel samt Hülsen mit – gegen Bezahlung. „Können sie es mir montieren?“ Nachfragen kostet ja nichts. „Ja, aber nicht jetzt. Sie müssten nochmals kommen. Der Mechaniker …“. Wieder kommen in Wien? Kann eine Weltreise werden. Habe keine Zeit.

Ein Unheil kommt selten allein.

Wieder in meiner Balkon-Radwerkstatt angekommen, versuche ich mich beim Einfügen des Schaltseils in den Schaltlzug vom Umwerfer. Es bliebt beim Versuch. Das Schaltseil war schon verfranzt und das Vorhaben somit zum Scheitern verurteil. Neues Schaltseil. Nochmals Radwerkstatt. Nochmals Spannung, ob Campagnolo Schaltseile lagernd sind und ob, das Einfädeln als Genzes gelingt. Auch da hatte ich schon meine Erfahrungen der besonderen Art.

Es kann somit spekuliert werden, ob ich am Sonntag beim Colnago Cylcing Festival am Gardasee an den Start gehen werde. Denn obendrein müsste ich auch noch die Tretlager austauschen.

ktrchts

Ergänzung: Jetzt verstehe ich warum RIH sich „geweigert“ hat, das hintere Schaltseil zu tauschen. Das ist nämlich ein ziemlicher Aufwand. Die innen verlegten Seile bedeuten einen gewaltigen Aufwand. Speziell im Tretlager ist das Pinarello so verbaut, dass eine schöne „Kante“ im inneren das Durchrutschen des Seils massiv verhindert. Es musste die untere Abdeckung abgenommen werden, um zum Seil zu kommen. Die Abdeckung selber geht nur ab, wenn man das vordere Schaltseil lockert. Ziemlich freakige Konstruktionen. Und ohne McGuyvers Behelfslogik geht hier sowieso nichts. Alles in allem hat mir RIH einen interessanten Vormittag eingefädelt. Viel gelernt. Über den Tausch von Schaltseilen und über eine Radwerkstatt in Wien.

 

 

Der Radsporttreff – die Frühjahrsklassiker in und rund um Wien

Der Radsporttreff

Vorweg das Wesentliche. Ein anerkennendes Chapeau für Bernhard Krisch, Chef und Initiator von „Der Radsporttreff“. Für seine Idee, sein Engagement und seine Organisation. Der Radsporttreff ist mit 1.200 Mitgliedern, neben dem VICC, eine der aktivsten Facebook Rennradgruppen in und rund um Wien. Aktiv deshalb, weil nach der Sommerliga 2016, der Winterliga 2017 bereits die Dritte „Challenge“ ins Leben gerufen worden ist. „Die Frühjahrsklassiker“ – in Hommage an die berühmten Profi-Rennen in Italien, Frankreich und Belgien.

Der Radsporttreff – Nomen es Omen.

Was die Profis können, kann der Radsporttreff besser. Viel besser. Steile Anstiege, Kopfsteinpflaster, Rundkurse und lange Etappen. Ein Mix an Ausdauer, Schnelligkeit und vor allem Durchhaltevermögen. Eigenschaften, die den Teilnehmern der Frühjahrsklassiker abverlangt wurden. Sie wurden aufgefordert, ganz bestimmte Strava Segmente zu fahren und sie wurden dabei ordentlich gefordert. Als Einzelfahrer und Teamfahrer. Für eine Einzelwertung und eine Teamwertung. Wochenwertung und Gesamtwertung. Ganz schön viel Aufwand. Den Kommentaren nach, hat es den meisten sogar sehr viel Spass gemacht.

Die fünf Wochen sind jetzt vergangen. Es war eine geile Challenge. Eine Erfahrung, die ich persönlich nicht missen möchte. Dank der ausgeklügelten Segmentewahl bin ich in und rund um Wien zu neuen, sehr interessanten Streckenabschnitten gekommen, die ich allein wohl nie im Leben gefunden hätte. Ehrlich gesagt, habe ich sie so auch schwer gefunden. Es war für mich als Nicht-Ortskundiger schon eine Challenge per sè, diese Segmente-Schnitzeljagd erfolgreich zu beenden. Ohne das Schicksal eines Ötzis zu erleben. „Killer Hill mit Anlauf“, „Hühnersteig“, „Reisenberg“, um nur ein paar der Letzten zu nennen.

Schön der Reihe nach.

Angefangen hat alles mit einer ganz persönlichen „Mailand – Sanremo“. Die Herausforderung war, 300 km an Stück zu fahren. Ganze 25 Teilnehmer haben sich das sogar angetan. Für einige war es eine Premiere. Nicht über die 300 km. Nein, sogar über die 100 und 200 km am Stück am Weg zu den 300 km. Gruppendynamik wirkt. Mit Dramen, die nur der Rennradsport schreiben kann. Challenge ist Challenge.

In Woche zwei gab es zwei Rundkurse und ein erstes Kennenlernen perfider Kopfsteinpflaster – dort wo normalerweise die Heurigenbesucher ihr Unwesen treiben. Die Rundkurse mit knapp 10 km Länge gespickt mit Abfahrten und Anstiegen. Laktatgemetzel für diejenigen, die sich jetzt schon Chancen auf die Gesamtwertung ausrechnen durften. Und schon purzelten die QOM’s und KOM’s. Auch dank taktischer Glanzleistungen perfekt eingefahrener Teams. Ehrgeiz ist Ehrgeiz.

Radfahren als Puzzlespiel. In Etappen in den Olymp.

Die dritte Woche war ein Kopfsteinpflasterremake Marke Hollywood. Und eine logistische Herausforderung. Südlich, westlich und nördlich von Wien musste das gefahren, was von Wind, Wetter und Gravitation erschwert werden würde. Ein klarer Fall für meinen Crosser. Mein geliebtes Rennrad wäre mir nicht nur in der „Hölle des Ostens“ zu schade gewesen. Am Ende waren es interessante Intervalle. Gerüttelt und geschüttelt. Es war auch die Erkenntnis, dass eine Straßenbrücke über eine Eisenbahntrasse in der flachsten Gegend des östlichen Flachlandes ganz schön steil sein kann. Flach ist nicht flach und Wind ist auch bergig.

Der Radsporttreff

Steil. Steiler. Der Radsporttreff.

In Woche vier wurde zum Drüberstreuen auf Altbewährtes zurückgegriffen. Möglichst viele Kilometer am Stück (längste Ausfahrt) und möglichst viele Höhenmeter galt es zu zählen. Ein gefundenes Fressen für die. Ja, genau die. Jene dich ich meine. Namen sind der Redaktion bekannt. Spätestens jetzt trennte sich die Spreu vom Weizen. Der Ehrgeiz vom Spass. Die 1.000 km Wochenmarke wurde knapp nicht erreicht. Von Berufstätigen. Das sagt viel mehr aus, als man vermuten könnte. Alles oder nichts. Dass ich genau in dieser Woche in Istrien verweilte und es nicht einmal in die Top 5 geschafft habe, gab mir zu denken. Besessen ist besessen.

Der Radsporttreff

Kilometer und Höhenmeter zählen.

Zum krönenden Abschluss Woche fünf. Das Tüpfelchen auf dem i. Das Sahnehäubchen. Die Killeranstiege.

Alles hat ein Ende. Auch die Frühjahrsklassiker.

Fünf Segmente, die allesamt für den Radverkehr ungeeignet sind. Ein Déjà-vu mit Istrien. Dazu noch ein Wintereinbruch mit Schnee und Eis in Wien. Ende April. Perfekter hätten es die Dramaturgen nicht inszenieren können. Nervosität in jeder Muskelfaser. Eine Verlängerung aus Sicherheitsgründen um ein paar Tage löste fast eine Ehekrise aus. Spass war einmal. Jetzt ging es um die goldene Ananas. Wieder einmal mussten die QOM’s und KOM’s daran glauben. Manchen wuchsen die Flügel oder die Motoren. Ewige Rekorde wurden pulverisiert. Der Hühnersteig, der Killer Hill mit Anlauf oder der Bisamberg bekamen neue HerrscherInnen.

Es war spannend und es war mir eine Ehre, Teil dieser „Bewegung“ sein zu dürfen. Meine tiefe Verneigung vor allen, die mitgemacht haben und jenen, die das ermöglicht haben. Wahre Königinnen und Könige braucht das Land. Wahre Königinnen und Könige braucht der Radsport.

ktrchts

PS: Falls wer Bekannte, Freunde, Eltern, Geliebte oder Anderes während der 5 Wochen verloren haben sollte, hier die Vermisstenliste.

 

 

Biologen protestieren. Ein Radhelm darf nicht bunt sein.

Radhelm von ketterechts

Wir lieben ihn alle. Den bunten Radhelm. Gelb. Grün. Orange. Je greller desto besser. Besonders in Mode „Fluo-Farben“. Der Kopfschutz der Radfahrer erfreut sich farbenfroher Beliebtheit. Wer es sich leisten kann zeigt Farbe. Doch es gibt auch die Kehrseite der Medaille. Biologen schlagen bereits Alarm und sehen dadurch vor allem die Bienen gefährdet. „Jeder Radhelm, der die Farben einer in Blüte befindlichen Blume ähnelt, ist eine Todeswaffe gegen die Bienen und Insekten. Im Glaube, hier Nektar zu finden, sterben derzeit Tausende davon einen qualvollen Tod durch Aufprall.“

Ein Radhelm schützt den Kopf, aber er tötet Bienen.

Das ist die Meinung eines leitenden Biologen des Biologiezentrum Wien, der unerkannt bleiben möchte. „Natürlich ist jedes Leben, das ein bunter Helm schützt und rettet ein gewonnenes Leben. Aber so etwas darf nicht auf Kosten der Bienen und anderer Insekten passieren. Ein bunter Radhelm ist eine Mordwaffe. Unsere Tierwelt wird so irre geführt. Eine Biene kann von der großen Entfernung nur einen Farbfleck erkennen und stürzt sich evolutionstechnisch darauf. Sobald die Biene, die Hummel oder auch ein anderes Insekt die Verwechslung erkennt, ist es meistens zu spät. Klatsch. Mit voller Wucht knalllen diese unschuldigen Tierchen dann auf Kunst- statt Nektarstoff. Mit den bereits erwähnten Konsequenzen.“

Der Biologe ergänzt, dass er bereits massenhafte Protestbriefe von Imkern bekommen hat. Sie sind die wahren Leittragenden. Man könne nicht länger ansehen, wie hunderte Imker weinend am Stock stehen und auf die Rückkehr ihrer geliebten Sechsbeiner warten. Vielerorts vergebens.

Task force soll Lösung finden.

Sogar EU Umweltminister Karmenu Vella hat sich nach den letzten Protesten in Brüssel eingeschaltet. Er will mittels Task Force mit Biologen und Industrie eine Lösung herbeiführen. Von Seiten der Hersteller zeigt man sich wenig gesprächsbereit. Die bunten Radhelme sind Umsatzgaranten und man wolle nicht wieder auf die langweilige Schwarz-Weiß-Malerei zurückgreifen. „Der moderne Radfahrer hat lange genug gebraucht, um sich auf den Helm einzustellen, ihn zu akzeptieren. Vor allem Kinder. Kein Kind würde einen weißen Helm tragen. Da müssen schon Blumen drauf. Oder Eisköniginnen.“ Wie es scheint, wird es keinen schnellen Kompromiss geben. In der Zwischenzeit wird das Insektensterben weiter gehen.

Einen Schritt in die von den Imkern geforderte Richtung hat der französische Hersteller ekoi gemacht. Die Franzosen bieten einen individualisierbaren Radhelm an. Vor dem Kauf kann sich der Käufer mit verschiedenen Designvarianten spielen. Die Möglichkeit das Oberflächendesign weiß oder schwaz zu halten, dafür innen für den Farbeffekt zu sorgen, werten Biologen als positives Signal. „Weiß als Grundfahrbe zieht die Bienen jetzt nicht aktiv an. Das ist was wir wollen. Uns gefällt deshalb auch die von ketterechts initiierte Aktion. Der ketterechts Radhelm ist tierliebend.“

ktrchts

Porec – ich komme mit Sicherheit wieder.

ketterechts in Porec

Was war das für eine herrliche Woche in Porec. Sehr viel Sonne. Noch mehr Rennrad. Und vor allem recht viel Essen. Ein Radurlaub wie im Bilderbuch. Ich habe Neues entdeckt und Altbekanntes wieder erlebt. Ich habe mich einfach treiben lassen. Ans Meer, in die Berge, in die Städte, in die Kaffees, in die Wein Bars. Leider ist es schon wieder vorbei. Zu kurz. Wie immer. Aber ich komme mit Sicherheit wieder. Erneut. Als Wiederholungstäter. Aller Voraussicht nach werde ich am 24. März 2018 diese kleine Hafenstadt in der nördlichen Adria wiedersehen. Vielleicht auch schon früher.

Porec – meine Homebase für Rennradtouren in Istrien.

Dass sich Porec als Homebase perfekt eignet habe ich ja schon in meinem letzten Blogbeitrag geschrieben. Das hat nicht nur logistische, sondern auch andere Gründe. Allen voran die kleine beschauliche Altstadt und der dazugehörende Hafen. Nichts entschädigt mehr, als nach einer Radtour in einem der vielen Lokalen den Tag ausklingen zu lassen. Direkt, verschwitzt und teilweise erschöpft, oder nach dem Essen inklusive Verdauungsspaziergang. Wir haben letzte Woche die Parentino Wine Bar zum Stammlokal gemacht. Am Hafen. Erste Reihe fußfrei. Mit Sicht auf die großen Yachten, die hier anlegen. Für die größte, die ich gesehen habe, würde ich schon ein paar schöne Rennräder bekommen. Inklusive Mechaniker und einem gesamten Team mit Wildcard für die Tour de France.

Es bewährt sich, beim Radeln die eigene Kraft so einzuteilen, dass sich danach ein wenig Flanieren ausgeht. Die Sonnenuntergänge sind in Porec sowieso ein Muss. Nicht vom Hotelzimmer aus. Auch wenn die meisten Hotels Zimmer mit Meerblick anbieten. Das Rauschen des Meeres ist der beste Soundtrack für die Sundowner-Kulisse Marke kitschig. Wenn die Temperatur passt, steht der Romantik mit einer Prise Liebe auf einer der vielen Bänke entlang Buchpromenaden nichts im Wege. Heiratsanträge nicht ausgeschlossen. Oder Wiedergutmachungen. Sollte eine Tour zu lange geworden und der Partner dabei vernachlässigt worden sein. Habe ich ein Glück, dass mein Pinarello hier in Istrien eine äußerst attraktive Trek Begleitung hatte.

Meer. Hügel. Berge. Istrien ist abwechslungsreich.

Das Schöne an Istrien ist, dass man hier im Vergleich zu Mallorca nicht hinter jeder Ecke und an jeder Kreuzung Mitstreiter einholt und überholen muss. Man kann hier von Porec aus bei einer meditativen Ausfahrt auch in absoluter Einsamkeit sterben. Weit und breit keinem Menschen begegnen. Das geht. Auch keinem Auto. Einkehrmöglichkeiten vergeblich suchen. Das geht auch. Wasser vermissen. Ja. Auch das geht. Wer die Hauptstraßen rund um Pazin, Buzet, Labin, Porec, Rovinj, Pula und Barban verlässt, kann sich sicher sein, ein Rennrad Abenteuer zu erleben. Aufpassen muss man nur darauf, nicht in einer Sackgasse oder einem Schotterweg zu enden. Mir ist das auch passiert. „Strade bianche“ haben ihren Reiz. Aber auch ihre Tücken.

Geheimtipps müssen nicht geheim bleiben.

Mein Geheimtipp sind die bissigen Anstiege und Abfahrten rund um den Butoniga-Stausee hinauf nach Paladini und Vrh, hinüber nach Oslici und dann hinunter nach Cerovlje. In unseren Breitengraden würde man dafür keinen Orden für Straßenbau bekommen. Hier baut man bergauf Kehren. In Istrien Rampen. Direkt in den Himmel. Abfahrten mit über 22% Gefälle, sind keine Seltenheit. Andersrum wären es Steigungen. Also nicht jammern.

Der schönste Anstieg der gesamten Insel sind die knapp 7 km inklusive der 7 Kehren von Livade hinauf nach Oprtalj. 350 Höhenmeter verteilt auf 6,8 km. Moderate 5 – 6 % Steigung. FTP-Test verdächtigt. Momjan von hier am Weg nach Buje darf man sich auch nicht entgehen lassen. Ein 17%iger Stich raubt dir alle Kräfte, schenkt dir dann aber eine wunderbare Weinstraße Richtung Momjan.

Und ganz zum Schluss. Istrien ist erst dann der perfekte Radurlaub, wenn man am Heimweg noch in Triest stehen bleibt. Der Cappuccino auf der Terrasse des Cafè degli Specchi samt Pottpouri an Mehlspeisen gehört genauso dazu wie eine Pizza in der Pizzeriea D’Napoli. Der Rest ergibt sich von selbst.

ktrchts

Rennradfahren in Istrien als Wiederholungstäter

Rennradfahren in Istrien

Mallorca im Frühjahr ist schön. Aber schon zum zweiten Mal hintereinander habe ich mich für Rennradfahren in Istrien entschieden. Halbinsel statt Insel. Istrien hat mich bereits letztes Jahr fasziniert und viele Fragen bzw. Routen offen gelassen. Eine Wiederholungstat war kaum zu unterlassen. Die fünf Stunden Autofahrt von Wien bildeten kein allzu großes Hindernis, mich davon abzuhalten. Somit war und ist Porec wieder Austragungsort meiner vorsaisonalen Laktatschlachten.

Rennradfahren in Istrien – Sommerfeeling vor der Haustür.

Der Frühling 2017 hat auch hier einen klassischen Frühstart hingelegt. Das merkt man überall. Kaum zu übersehen: Ganz Istrien ist jetzt schon in Vollblüte. Das gibt dem ganzen einen sommerlichen Touch. Sattes grün, wohin das Auge reicht. Einzig und allein das noch etwas frische Meer trübt dieses Gefühl, bereits jetzt schon den Sommer am Rennrad genießen zu können.

Ich musste nicht lange überlegen und gönnte meinen Armen und Beinen die ersten tönenden Sonnenstrahlen. Gepflegte Tan-Lines nach nur drei Ausfahrten verraten in puncto Formbräune schon einiges. Der Grundstein ist gelegt.

Porec eignet sich aufgrund der zentralen Lage an der Westküste perfekt als Standort für den geplanten Aufenthalt. Von hier sind der Norden, der Süden aber auch der Westen Istriens leicht erreichbar. Die Städte Rovinj und Pula erreicht man mit dem Rennrad von Porec direkt oder über empfehlenswerte Umwege. Die Küstenstraße im Osten des Landes von Plomin nach Opatja und der Kvaner Bucht ist mit guten Beinen auch ein spannender Kindergeburtstag. Je nach Wind. Der höchste Pass Poklon  (Ucka) mit knapp 1000m kann auch mit einer gut geplanten Eintagestour mitgenommen werden.

Dank Strava und bikemap ist es ein Kinderspiel, sich spannende Touren und Routen zurechtzuklicken. Meine sind eine Mischung aus den bereits vor einem Jahr erkundeten und diesmal neu interpretierten Ausfahrten sowie Empfehlungen befreundeter Kollegen, die auch schon öfters hier waren. Darunter auch Fast-Einheimische. Diese Touren sind besondere Highlight, weil sie mich dorthin geführt haben und führen werden, wo in den letzten 5 Jahren wohl kaum mehr als 50 Rennradfahrer vorbei geschaut haben. Optionale Ortskenntnisse sind sowieso von Vorteil. Man vermeidet damit einerseits viel befahrene, wenn auch perfekt asphaltierte Straßen und andererseits auch Paris – Roubaix ähnliche Holpereien nur ohne Kopfsteinpflaster.

Radklassiker gibt es auch in Istrien.

Selbstverständlich waren und sind Radklassiker wie Montovun, Limski-Kanal, Sveti Lovrec , Sveta Lucija oder Plokon/Ucka von Icici aus dabei. Die Kaffeefahrt in das slowenische Portoroz über Buzet steht noch an. Aufgrund der derzeitigen Grenzkontrollen an der EU-Außengrenze überleg ich noch. Radfahren mit Reisepass ist nicht so meins. Dazu kommen noch vergebliche Versuche, meine Bestzeit im Delta Mirna zu verbessern. Über die „Hure von Novigrad“ schreibe ich mal nichts. Die Geschichte dazu müsste von Andreas Madlmair kommen, der mir diese Steigung gezeigt hat.

Eine Woche Rennradfahren in Istrien ist wie immer viel zu kurz. Ich halte schon bei der Halbzeit und würde noch gerne dies und jenes sehen, rauf- und abfahren, ersitzen und ertrinken. Das Wetter hätte ich dabei nicht besser erwischen können. 20 Grad plus im Schatten. Täglich. Das heißt hoher Sonnenschutzfaktor. Genau wie man es sich vorstellt. Wenn Engerln reisen!

Mallorca ist schön. Aber Istrien ist schönerer 😉

ktrchts

PS: Beitrag wird noch laufend aktualisiert. Das war ja noch nicht alles.

PS I: Die Bestzeit im Delta Mirna ist heute gefallen. 52,8 km/h Schnitt auf 0,8 ebenen Kilometern.

EuGH Urteil. Der Wind ist ein Arschloch.

Wind

EuGH verkündet Urteil. Ab sofort darf der Wind ohne Konsequenzen als Arschloch bezeichnet werden, wenn dieser in Form von „Gegenwind“ von vorne kommt und das Rennradfahren erschwert. Die obersten Richter in Luxemburg haben nach mehreren Beschwerden zahlreicher Rennradfahrern die Sachlage genauestens geprüft und dieses Verdikt gefällt.

Der Wind ist ein Arschloch.

Was vielen Rennradfahrern des Öfteren schon auf der Zunge gelegen ist, darf nun straffrei geäußert werden. Egal in welcher Tonart und in welcher Sprache. Auch die Häufigkeit spielt keine Rolle mehr. Einzig und allein die genaue Wortwahl ist ausschlaggebend, ob es Sanktionen geben kann oder nicht. Nur der Begriff „Arschloch“ wurde aus dem Register der Fluchwörter gestrichen.

So bleiben alle verwandten Aussagen zum Arschloch nach wie vor in einem Graubereich. „Blödes Arschloch“, „richtiges Arschloch“ oder „riesen Arschloch“ sind eigentlich nicht erlaubt und können unter Umständen sanktioniert werden. Begriffe wie „Wichser“ sind nach wie vor Tabu. Das Thema Seitenwind wurde noch nicht begutachtet.

Fluchen beim Rennradfahrern. Nicht immer eine Sünde.

Was genau unter Wind und Gegenwind fällt ist im Gesetzestext nachzulesen. „Wind bzw. Gegenwind ist de jure dann geben, wenn die Lautsträrke des Fahrtwindes lauter ist, als die Musik in den Ohren bei Benutzung von iPod shuffle“.

Heftige Kritik kam von diversen katholischen Vereinigungen. Auch der Papst hat sich bereits zu Wort gemeldet. „Der Wind kann ja nichts dafür, wenn Rennradfahrer zu schwach sind, gegen ihn anzukämpfen. Fluchen ist nur eine Ausrede und ein Eingestehen des eigenen persönlichen Trainingsrückstandes. Wer schwach ist flucht. Hier sollte man ansetzen. Bei den Trainingsmethoden, den Trainern und den vielen unnützen Power Riegeln.“ Papst Franziskus hat auf Twitter seinen Unmut geäußert. „Ich vermute dahinter die Strava Lobby und werde in meiner nächsten Predigt dagegenhalten. Eigentlich ist der Rückenwind ein Arschloch. Denn dieser verfälscht sämtliche KOM’s und PR’s“.

Bei den Rennradfahrern macht sich indes Erleichterung breit. Alex M. (Name der Redaktion bekannt) meint: „Endlich kann ich mit reinem Gewissen sagen, was ich mir denke. Weil der Wind ist echt ein Arschloch. Nicht nur, dass er dich langsamer macht. Nein, auch die Unterhaltung mit deinem Mitstreiter oder das Diskutieren mit Autofahrern wird erschwert.“

Wir sind gespannt, was als nächstes kommt.

ktrchts

Zu wenig Selfies. Radfahrer aus Gruppe gemobbt.

Selfies am Rennrad

Erster konkreter Fall von Mobbing im Rennradsport. Ein 47-Jähriger wurde aus seiner Rennradgruppe gemobbt, weil er während der Ausfahrent viel zu wenige Selfies von sich geschossen hatte. Darüber hinaus, wurde er dabei erwischt, keinen einzigen Social Media Account angemeldet zu haben.

Keine Selfies – keine Radgruppe.

Die Geschichte klingt wie ein Albtraum für jeden begeisterten Rennradfahrer. Nichtsahnend war Hannes B (Name der Redaktion von dieketterechts bekannt), schon öfters mit seinem alten Nokia 3100 in einer geselligen Rennradgruppe unterwegs. Während die anderen ständig Selfies schossen, war Hannes B. immer konzetriert im Wind. Sein Handy brav in der Trikottasche verstaut. Genau das aber, stieß dem Rest der Rennradgruppe sauer auf.

Hannes B. war eine Macht an der Spitze des Feldes. Sein unabdingbarer Wille, die Gruppe zu führen sollte ihn eigentlich zum Hero machen. Kaum zu glauben, dass es aber trotzdem zum  Psychoterror kam. Statt Lob und Ruhm erntete Hannes B ständige Schickanen. So ließ man ihn oft einfach fahren. Machte kein Loch zu, schloss nicht auf oder fuhr extra langsam. Bei jedem Ortstafelsprint hatte Hannes B. plötzlich keine Gegner mehr. Er siegte allein und geriet in eine soziale Isolation. Die Frustrationen, keine Gegenspieler zu haben, nagten an der Psyche von Hannes. B. So wurde auch er mit der Zeit immer langsamer. Deprimiert und demotiviert. Hannes B. ritt keine Attacken mehr. Sein inneres Feuer erlosch. Sein Rad nur mehr eine Ansammlung von Fliegen, Dreck und getrocknetem Schweiß. Der stärkste Mann in der Gruppe war nur mehr ganz weit hinten abgeschlagen zu finden. Die vielen Anfeindungen und das Verbreiten falscher Tatsachenbehautungen haben ihn dazu bewegt einen Schlussstrich zu ziehen. Hannes B. spielt jetzt Fußball.

Du musst nicht stark sei. Du musst nur posten.

Es ist wohl das Problem der heutigen digitalen Zeit. Stärke, Wille und tolle Führungsarbeit zählen unter Radsportfreunden nicht mehr. Selfies und Postings sind der Maßstab, an denen ein Rennradfaher gemessen wird. Mobbing im Amateurradsport ist gefährlich.

ktrchts