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Weniger Masse + schlechte Klasse = Schnelligkeit
Aus Zeitmangel (es gibt ja auch die Passion zum Geld verdienen) und auch aus metereologischen Gründen (es wird bereits um 1830 finster und in der Früh will der Tag vor 0700 auch nicht wirklich in die Gänge kommen) ist derzeit ein regelmäßiges Radtraining (24 Stunden/7 Tage die Woche) kaum zu bewältigen. Der heiß ersehnte Crosser ist noch nicht erworben (siehe Zeile eins) und das mit dem Bahnfahren hängt auch noch irgendwo fest. Nicht zu vergessen, dass ich mit dem Schwimmtraining vor 2 Wochen anfangen hätte sollen. So bleibt mir nichts anderes übrig als zu laufen. Will ich ja nicht verfetten.
Zum Thema laufen folgendes. Am 3. Juli 2013 bin ich im Rahmen des Ironman Austria zum letzten Mal etwas länger gelaufen. Dann waren es 2 Einheiten in der Woche darauf und dann waren es von Mitte Juli bis Mitte September ganze null Laufeinheiten (die ein bis zwei zufälligen Laufeinheiten sind außerhalb der statistischen Schwankungsbreite einzuordnen). Dafür sehr viel Rad. Schwimmen lassen wir aus. Ein paar mal plantschen ist sich schon ausgegangen.
Umso mehr wundere ich mich seit einigen Wochen über meine Laufform. Waren es anfangs nur ein paar kurze Einheiten über 5 – 8 km in moderatem Tempo um meine Muskeln wieder halbwegs an eine andere Belastung zu gewohnen, habe ich mich dann schön langsam gesteigert. Ein 12er, ein 10er und vergangenem Sonntag sorgar mein erster 20iger. In 1:45. A.d.R. Und genau hier hat mein „mich wundern“ den fast Höhepunkt erreicht. Ich konnte ein Tempo von 5:15/km halbwegs halten. Puls bei unter 140 Schlägen pro Minute. Am Abend dann aber Spatzen in den Unterschenkeln der Kategorie Deluxe.
Montag Pause. Gestern dann eine weitere Laufeinheit. Ich laufe derzeit ohne Plan. Es geht im Oktober um nichts. Wirklich nichts. Ich brauche nur Bewegung. Im Kopf halbwegs ein Konzept. Um nicht monoton zu sein. Ziel gestern hätten 60 Minuten locker sein sollen. Sagen wir 6:00/km.
Ich laufe weg. Nach 200 Metern kreuzt mich eine Gazzelle. Weiblich. Beine wie im Bilderbuch. Schlank. Drahtig. Und einen lockeren Schritt drauf. Ich wiederhole mich. Bilderbuch. Ich hänge mich an die Gazzelle. Der männliche Jagdinstinkt. Aufgewärmt? Ich? Scheiß drauf. Nach einem km eine Zeit von 4:35/km. Die Gazzelle biegt ab. Ich denke mir lauf halt schnell weiter. Nach 5 km hatte ich 21 Minuten auf meinem Garmin Forerunner 910XT stehen. Ich rechne kurz nach. Ned schelcht. Ok. Die restlichen 7 km locker heimlaufen. Für den 6. km brauche ich über 5:30. Locker. Wollte ich ja. Doch dann denke ich mir warum locker? Und ich beschleunige wieder. Km für km. Nach weiteren 23 Minuten hatte ich die 10 km absolviert. In 44 Minuten (43:58 um es genau zu sagen). Ich rechnet wieder kurz nach. Bin zwischenzeitlich stehen geblieben. Musste dingend ins Gebüsch. Leibniz Schoko Vollkorn kurz vor dem wegrennen – nie mehr wieder. Ich rechne nach. Ned schlecht.
Die letzten 2 km bin ich dann echt locker heimgleaufen. In Summe 12 km in 55 Minuten.
Was mich jetzt wundert ist:
- warum bin ich für meine Verhältnisse schnell, obwohl ich kein spezifisches Lauftraining bzw. Intervalltraining hatte?
- warum laufe ich nach einer intensiven Radsaison mit mehr als 60.000 Höhenmetern knapp 2 Minuten über meiner All-Time Bestzeit über 10 km. Einfach so?
Ich habe eine Antwort. Eine Theorie. Einen Weckruf. Weniger Masse + weniger Training = trotzdem schnell. Bis vor kurzem (1 oder 2 Tage) schleppte ich ein All-Time Niedriggewicht durch die Gegend (Inflation und Alter bereinigt). Die intensive Radsaison hat an mir genagt. Das kommt wohl beim Laufen am besten zum Tragen bzw. zum Schweben. Weniger Masse ist mit weniger Aufwand leichter zu bewegen. Physik.
Und jetzt: Würde ich jetzt noch schneller werden wollen, müsste ich über den Winter hungern und auf die ganzen Weihnachtskekse verzichten.
Lasst mich nochmals darüber nachdenken ob ich überhaupt schneller werden will bzw. muss.
stay tuned
Cristian Gemmato aka @_ketterechts
Bahnfahren. Meine Premiere.
| Oval. Alles andere als trivial. |
„Ich scheiß mich an.“ Das war mein einziger Gedanke, als ich das erste Mal im Innenfleld auf dem dicken blauen Streifen mit meinem Bahnrad die zigte Aufwärmrunde drehe während die anderren Rookies bereits Meter über mir mit den Fliekräften spielen. „Da komme ich nie hinauf. Und wenn, dann rutsche ich wie ein Kartoffelsack wieder runter.“ Mein nächster Gedanke.
Ich muss zugeben. In der Schule hatte ich keinen Physikunterricht. Vielleicht war es mir deshalb unerklärlich, wie ein Rad da oben überhaubt fahren kann. Ohne dass der Vorder- und der Hinterreifen abrutschen. Ich fahre also immer noch am dicken blauen Streifen. „Tempo. Tempo. Aufschließen“. Es war Florian, der mit der zweiten Gruppe bereits eine halbe Runde aufgeholt hatte. Ich war also der letzte der anderen.
Als Bernhard Kohl den Aufruf zum Bahnfahren startete war ich natürlich gleich dabei. Ich bin für Neues stets aufgeschlossen. Cool, denke ich mir. Ich holte mir theoretische Tipps aus dem Internet und probierte schon mal ein Rad in Kohls Geschäft aus. Keine Bremsen und kein Freilauf. Was soll das? Hmmm! Zu kurz war aber das Anprobieren. Die Gewöhnung an das Gerät nicht nennenswert lange genug. Ich konnte mir kaum was vorstellen. Außer, dass ich ohne Bremsen und ohne Freilauf fahren werde.
Freitag. Wir sind um 17 Uhr im Ferry Dusika Stadion. Zum ersten Mal in meinem Leben sehe ich eine Bahn von innen und in echt. Der Vienna Grand Prix wird gerade ausgetragen. Ein internationales Rennen. Mit dem Weltmeister Robert Förstermann. Mister Oberschenkel. Einer seiner misst 73 cm Durchmesser. Das kriege ich nicht einmal mit meinen beiden zusammen hin. Seine Fotos aus dem Internet kennt man. Live sieht Herr Förstermann aus wie Popeye. Ohne jetzt wertend zu sein.
Keirin, Verfolgung, Punkterennen und Madison. Irgendwo schon mal gehört und gesehen. Aber nie live. Schaut alles nicht so schlimm aus. Von der Ferne. Kaum Zuseher. Bahnfahren ist eine Randrandrandsportart. Polen, Tschechen, Deutsche und junge Österreicher/Innen. Und eine Finnin, die aus 3 zarten Österreichern bestand. Ich schaute interessiert zu. Schnell plagten mich dann ein paar wesentliche Fragen. Wie groß wird der Splitter sein, den ich mir einziehen werde, wenn ich auf der Holzbahn ausrutsche bzw. hinfalle? Und kann ich mit dem Rad in der Steilkurve überhaupt fahren ohne, dass es mich auf die Goschn (Pappn, Fresse, Gesicht) wirft? Ich werde es wohl tags darauf selber erfahren.
Es ist Samstag. 8.30 Uhr. Ich bin im Innenfeld. Bernhard Kohl samt Manschaft richten uns die Räder her. Ich krieg ein BMC Alurad. Größe L. Dura Ace Kurbel. 170 mm Kurbellänge. Also kürzer wie üblich. Höheres Tretlager. Und eine Übersetzung von – uuups vergessen zu schauen. Bevor wir um 9.00 Uhr loslelgen eine kurze Einführung von Florian. „Ihr habt keine Bremsen und keinen Freilauf.“ Das kenne ich ja schon. „Und wie bremst man trotzdem?“ Gute Frage. Ich lausche zu. Gegen die Steilwand fahren, also nach oben. Tipp Nummer 1. Das bremst. Gegentreten. Bremst auch. Tut halt etwas weh in den Oberschenkeln und in den Knien. „Was ist, wenn die Kette reist. Passiert eh nicht?“ Was? Die Kette reist? Ich bin gespannt auf die Lösung. Mit den Handschuhen auf den Reifen drücken und bremsen. Jetzt weiß ich, was ich vergessen habe. Die Handschuhe.
Es geht los. Aufsteigen. Losfahren und dann lernen abzusteigen. Alles nicht so einfach. Schon das Losfahren ist eine Kunst für sich. Ich probier es. Schnell habe ich es heraußen. Wie, das verrate ich nicht ;-). Absteigen. Auch nicht so schwer. Gegentreten und erst im letzten Moment aus den Pedalen steigen (ausklicken). Die ersten langsamen Runden drehen wir im Innenfeld und auf der Laufbahn. Solange keine Leichthleten da sind, ist das erlaubt. Dann gehts langsam auf das Holz. Und in die Nähe des dicken blauen Streifens. Immer schön treten. Was anders geht nicht. Nach ein paar Runden bin ich immer noch am blauen Streifen. Die anderen Rookies schon in der Höhe. Zum Glück wollte man uns langsam an das Bahnfahren heranführen.
Ich drehe immer noch weit unten meine Runden. In den Geraden wage ich mich etwas nach oben. In der Kurve aber treibt es mich automatisch nach unten. Ich schaffe es nicht die Kurve durchzuiehen. Etwas blockiert mich. Ich habe Schiss, dass ich abrutsche. Der Winkel Fahrrad und Steilwand kommt mir einfach physisch gesehen unmöglich vor. Ich breche einen Versuch nach dem anderen ab. Werde überholt, überrundet und durchgereicht. Ist das das Ende meiner beschaulichen und kurzlebigen Bahnfahrerkarriere.
Ich muss zu meiner Verteidigung sagen, dass ich schon als Kind kaum am Spielplatz Freude finden konnte. Eine Schauckel war der Tod für mich. Ein Ringelspiel auch. Achterbahnen kenne ich nur vom Fernsehen. Hinten auf einem Motorrad sitzen geht nur, wenn der Fahrer die 19 km/h nicht überschreitet. Dafür sind 104,5 km/h am Rennrad kein Problem. Es ist also eine Kopfsache. Alles, wo ich das Gefühl habe, gesteuert zu werden ist mir ein Graus. Dort, wo ich keinen Einfluss habe einzugreifen bekomme ich Paniik. Und auf der Bahn, mit diesem Rad, ohne Bremsen und jeder Menge Leute ober, unter und neben mir war es nicht anders.
Eine kurze Pause. Wir treffen uns im Innenfeld. Alle werden gelobt. Alle? Nein. Es ist wohl aufgefallen, dass ich etwas ängstlicher bin. Ich kriege einen Spezialcoach. Bernhard himself und Florian pushen mich. Und ich kämpfe mit mir selber. Ich will und muss es schaffen. Ich fahre nochmals raus. Mit den anderen. Beschleunige. Nehme das Hinterrad von Bernhard. In der Geraden. Es geht in die Kurve. Ich bleibe leicht oben. Lenke gegen die Fahrrichtung. Motorradfahrer kennen das. Links fahren, aber rechts lenken. Unlogisch. Aber beim Driften mit meinem ex Audi Quattro war das auch so. Bricht das Heck in der Linkskurve aus, muss ich nach rechts lenken (leicht lenken), um es wieder einzufangen.
Mein Blick in der Linkskurve (Steilkurve 45 Grad) also nach rechts. „Mehr Schwung. 15 km mehr.“ Bernhards Worte höre ich kaum. Ich bin verspannt. Konzentriert. Ich beschleunige. Und ziehe die Kurve durch. Puls weit über 180. Schweißgebadet. Ich fahre weiter. Die nächste Steilkurve. Wieder Augen zu und durch. Es geht. Gleich weiter. Und immer höher. Kurve für Kurve. Ich kriege Sicherheit. Das Rad rutscht nicht. Physik eben. Oder einfach nur Glück. Die Fliekräfte sind jetzt meine Freunde. Und Freunde meienr Drahtreifen. Ich mag Freunde. Vor allem, wenn auf sie Verlass ist. Blind.
Leider ist es schon zu Ende. Die nächste Gruppe wartet. Ich nehme mir noch das Recht, ein paar Runden zu drehen. Ich bin fast allein auf der Bahn. Und fahre die Kurven am äußersten oberen Rad an und lasse mich dann am Ende nach unten treiben. Das beschleunigt. Etwas mulmig ist mir noch. Es könnte ja unten noch jemand daherkommen. Die zweite Gruppe beispielsweise. Noch eine Runde. Unbedingt. Meine Karriere als Bahnfarer startet erst gerade. Ein Spätzünder. Was für Parallelen mit meinem bisherigen Leben. Ich brauche etwas länger. Kann halt dann auch länger. Dann kommt Bernhard Kohl mit einer neuen Teilnehmerin. Sie fahren unten. Ich oben. Ca 1. Runde vor mir. Ich beschleunige, Runde für Runde hole ich auf. Zum Überholen muss ich ganz nach oben. Das schaut schon fast nach irgendetwas aus, das mit Bahnfahren zu tun hat. Ich grinse im gesamtne Gesicht. Und lass mich lautstark bemerken. In der Kurve am steilsten Stück fahre ich vorbei. Bernhard fährt gefühlsmäßig 20 Meter unter mir! Das ist Bahnfahren. Und ich habe es erlebt. Ein Sieg gegen mich selbst.
Nach ca. 50 Minuten ist alles aus. Meine Beine zittern. Meine Oberschenkel brennen. Es war saugeil. Ich komme wieder. Mit Leihrad und Lizenz. Regelmäßig, wenn’s geht. Ein eigenes Rad? Kostet an die € 3.000,-. Das ist zuviel. Ich will ja einen Crosser. Aber vielleicht schaue ich mich um ein gebrauchtes Bahnrad um.
Spinning war gestern. Heute ist Bahnfahren. Und Crosser. Der Winter kann kommen. Ich bin bereit. Danke Bernhard Kohl. Danke Wien. Danke Ferry Dusika.
Stay tuned.
Cristian Gemmato aka @_ketterechts.
PS. Sollte jemand auf den Geschmack gekommen sein. Bitte nicht machen. Ich brauche eine Bahn für micht. Bis ich noch sicherer werde. Und schneller. Dann können wir sprinten, keirinen, uns verfolgen (zu Zweit oder zu Viert) und madisonen.
Ich bin Crossrad schwanger.
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| Crosser mit hydraulischen Scheibenbremsen. |
Jetzt hat es mich erwischt. Ein Crossrad muss her. Schon seit Jahren verfolgt mich dieser Wunsch. Und wie immer dauert es bei mir eben etwas länger. Mein erstes Pinarello habe ich auch 5 Jahre nachdem ich stets davon geschwärmt haben gekauft.
Jetzt hat es mich erwischt. Voll. Ich will durch den Winter crossen. Auch weil ich umgezogen bin und dort wo ich jetzt zu Hause bin, die Berge weit weg sind. So dass ich kaum zum Freeriden, Langlaufen oder Skitouren gehen kommen kann. Und mein Fitness-Center ums Eck ist verschwunden. Der Nachfolger hat keine Spinningräder, mein Daum ist rostig und eine Walze/Rolle mag ich nicht. Auch habe ich keinen Platz dafür. Wegen des Kleinkindes.
Jetzt hat es mich erwischt. Ich will crossen. In Wien gibt es sogar einen Cup (RC Schnecke). Und Bernhard Kohl will einen neuen ins Leben rufen. Ab Mitte November 2013.
Damit fängt es an. Welches Crossrad? Kompliziert. Denn es gilt sich umzustellen. Crossrad ist nicht Rennrad. Und Crossrad ist nicht MTB. Wobei die MTB Welt habe ich schon vor langem verlassen. Mein Alu MTB mit Marzocchi Federgabel ist ein 25kg Urgestein und kaum mehr fahrbar.
Es fängt schon mal damit an, dass das Angebot immer umfangreicher wird, weil die Industrie das Potential erkannt hat. Italien, Holland, Belgien … diese Radnationen crossen schon seit ewig. Jetzt soll auch Österreich crossen. Und ich.
Beim Kauf von Sportgeräten bin ich halt einer, der nicht gleich das Billigste haben will. Natülrich will ich das Beste. Doch auch mein Budget ist nicht nach oben unbegrenzt. So gilt es zu sondieren. Ab € 1.000 ist man eigentlich dabei. Mit einem Alu-Rahmen und Tectro Cantilever Bremsen.
Bei Bernhard Kohl bin ich auf das Begamont PrimeCX Team gestoßen. Ein Vollcarbon Crosser mit hydraulischen SRAM Scheibenbremsen. Das Thema Scheibenbremsen habe ich schon mal getrennt erörtert. Und ich bin dagegen. Auf Rennrädern. Bei MTB’s und Crossern mittlerweile ein Befürworter. Auch wegen der bombastischen Optik. Gestestet habe ich sie auch. Die normalen Cantilever Bremsen und die mechanischen Scheibenbremsen. Vergesst es. Wenn man im trockenen schon kaum stehen bleibt und eine Verzögerung hat. Wie wird das dann draußen im Dreck und im Nassen sein? Auf einem Rundkurs mit ständigem auf und ab?

Das Bergamont übersteigt zwar meine Budgetvorstellugnen (bin ein ordentlicher Kaufmann). Klingt aber im Vergleich zu den Top Modellen (zB. Cannondale CAADX und SUPERX oder Colnago WORLDCUP oder PRESTIGE ) vernünftig.
Ich muss rechnen. Und budgettieren. Aber es muss sich ausgehen. Rennrad fahren – ok crossen – auf Wiesen und Feldern. Im Schnee. Im Gelände. Und auch auf der normalen Straße. Eine perfekte Alternative zum Spinningrad.
Jetzt hat es mich erwischt. Ich will meine Rennradsaison auf 365 Tage verlängern. Und ich will es in so einem Cup versuchen.
Stay tuned. Mal sehen, wie weit ich mit meinem rechnen, budgetieren und träumen komme.
Cristian Gemmato aka @_ketterechts.
Familienurlaub auf Mallorca. Teil 1.
Wir schreiben September 2013. Ironman, qualdich.de Tauernrundfahrt und Dolomiten 2013 sowie der Ötztaler Radmarathon sind bereits Geschte und der versprochene Familienurlaub musste angetreten werden. Geplant war Griechenland. Geworden ist es Mallorca. Das alles ist nicht von mir gesteuert worden. Es ist einfach passiert. Als ich davon in Kenntnis gesetzt worden bin, war ich natürlich mehr als nur erfreut. Zu allem Zufall, war das ausgesuchte Hotel in Playa del Muro auch noch ein Max Hürzeler Partnerhotel. „Darf ich einen Tag Rad fahren?“ war natürlich die obligate Frage. Zu meiner Freude wurde diese positiv beantwortet.
Abflug von Wien am Samstag. Ankunft auf Mallorca und Bezug des Hotels noch am selben Tag. 2009 war ich zuletzt auf der Insel. 10 Tage lang. Ende März/Anfang April. 8 Tage hatten wir damals Regen. Ich nutze gleich die Gelegenheit um mich schlau zu machen. Ein kleiner Lauf durch die noch bestens in Erinnerung gebliebene Ramschmeile Richtung Alcudia. Ziel die Vermietstation von Max Hürzeler. Kurze Info, was wie viel kosten würde und zurück ins Hotel. Am Sonntag dann gleich vor dem Frühstück ein 10 km Lauf. Am Strand. Von Playa del Muro nach Can Picafort und dann auf der Hauptstraße zurück ins Hotel. Wie damals. Nur halt etwas langsamer. Seit dem Ironman Anfang Juli war ich ca 3 oder 4x laufen. Am Nachmittag dann noch ein Open Water Schwimmen im 24 Grad warmen Meer bei hohem Wellengang. Nach 500 Metern und einer unerfreulichen Begegnung mit einer Qualle habe ich das Thema Schwimmen für die nächsten Tagen ad Acta gelegt. Noch 30 Minuten im der bestens ausgestatteten Kraftkammer rundeten den Sonntag ab.
Am Montag dann ging es mit Erlaubnis der Familie von Playa del Muro zum Cap de Formentor. Vorbei an Alcudia und Port de Pollenca. Und dann hinauf. Mallorca im September hat was eigenes. Weil man glaubt besser in Form zu sein als im Frühjahr, wo man quasi die Form hier finden möchte. So bin ich auch die Straße hochgefahren. Bis zum Defekt der Di2 am Cube Agree Vollcarbon, welches extra für mich zusammengebaut wurde. Das Rad war also mehr als nur neu. Ich konnte hinten nicht mehr schalten. Vorne gings. Also 50/25 für die restlichen 45 von 65 Kilometern. Bergauf war das ja noch kein Problem. Aber bergab einfach nur rollen. Das war nicht meins. Deprimierend. Das halbflache Stück unten zwischen Formentor und den weiteren kurzen Kehren zum Tunnel waren dann mit 50/25 zu stark (der Asphalt hier ist eine Katastrophe) und mit 34/25 zu leicht. Keine Ahnung wie oft ich vorne auf den 3 km das Kettenblatt gewechselt habe. Egal. Der Leuchtturm musste erreicht werden. Und er wurde erreicht. Auch der Weg retour. Zwischenzeitlich hatte sich auch die Sonne wieder von ihre starken Seite gezeigt. Mallorca im September ist schon was anderes als im Frühjahr. Unten in Port de Pollenca habe ich versucht händisch die Kette auf ein angemessenes Ritzel zu bringen. Außer eingezwickten Fingern, brachte dieses Vorhaben kein zufriedenstellendes Ergebnis. So ging es extremkurbelnd (50/25) 15 km zurück nach Playa del Muro. Direkt zu Max Hürzeler. Kann passieren sagte man dort. Darf nicht passieren sagte ich. Wir konnten uns nicht einigen. Ich bekam einen neuen Akku.
Zurück im Hotel der Deal mit der Familie für die restlichen Tage. 2 Ausflüge mit Mietauto. 2 Ausflüge mit dem Rennrad. Ein Ausflug mit einem Mietauto ist sich ausgegangen. Highlight Port Soller und die Altstadt von Palma. Ein Ausflug mit dem Rennrad ist sich auch ausgegangen. Dazu später. Der Rest des Planes ist irgend etwas zum Opfer gefallen, was mich einen ganzen Tag im Bett und am WC verbringen ließ. Ohne Essen. Das war nicht möglich. Ich bin an diesem Tag um eine Kleidergröße geschrumpft.
So kam es auch, dass meine Mallorca Deluxe Tour (180 km und 4000 HM) zur Tortour wurde. Ich für etwas später als geplant weg. Denn vorher musste ich wieder zu Max Hürzeler. Wieder was passte mit der Di2 nicht. Diesmal werkte der Mechaniker gute 20 Minuten an diesem elektronischem Ungeheuer herum. Bis er mit brachialer Gewalt das Ausfallende bog, damit beim Schalten auch die kleinsten Gänge bedient werden konnte. „Manchmal liegt es ganz woanders, als vermutet“ die Begründung dieses Schrittes.
Gut ich fuhr weg. Von Playa de Muro nach Sa Pobla. Gleich mit mehreren Mitstreitern im Windschatten. Ohne zu fragen haben, die sich dort eingenistet. Von Sa Pobla dann Richtung Büger, Campanet, Moscari, Selva, Biniamar und Lloseta. Ein paar Mal habe ich mich da schon verfahren. Und einen Unfall hätte ich obendrauf auch noch gehabt. Als ich eine vor mir fahrende Gruppe überhole (ca. 10 – 12 Radfahrer) hat jeder, den ich überholt habe geschrieben „Radfahrer von Links“. Nur der ganz am Anfang der Gruppe fahrenden dürfte das egal gewesen sein. Denn sie bog als ich am überholen war, einfach links ab. Vollbremsung. Di2 Bremsen auf DTSwiss/Cube Felgen haben ihren Test bestanden. Ich bin dabei von der richtigen Route etwas abgekommen und ca 1 km falsch Richtung Pollenca bergab gefahren. Als ich wenden wollte hatte ich bergauf den falschen Gang. Die Di2 nicht beherrschend, habe ich mich so was von verschalten, dass die Kette sich so was von verkeilte, dass ich so was von nicht mehr weiter fahren konnte, dass ich so was von einen Grant hatte, dass ich so was von weinen hätte können. Denn ich bin der schlechteste Mechaniker der Welt und habe die schlechteste Geduld. Irgendwie schaffte ich es doch. Der Kettenstrebenschutz des Cube Agree musste dabei daran glauben. Ich hinterließ ihn dort. Fein begraben unter Steinen.
Zu erwähnen in diesem Zusammenhang, dass zwar die kleinsten Gänge der Di2 funktionierten. Dafür aber der ganz große (34/25) nicht. Der schaltetet automatisch immer einen Gang höher. Ich bin also von Fixie zum Automatikgetriebe gewechselt.
Wie gesagt war ich 2009 das letzte Mal auf Mallorca. Auch damals sind wir nach Orient hinauf. Das wollte ich auch heute. Laut Karte von Alarò nach Bunyola. Alarò fand ich. Doch zur Zufall und über einen extra Berg. Dort traf ich auch 2 britische Fahrerinnen, welche sich Zick Zack auf eben diesen hinaufquälten.
Als ich dann Richtung Orient unterwegs war hatte ich einmal einen Orientierungssupergau. denn ich fuhr nach Orient hinauf, wo wir 2009 runter gefahren sind. Und das hat mich mehr als irritiert. Meine Erinnerungen an 2009 waren wohl nicht exakt genug. Richtig oder falsch unterwegs? Ich hatte kein gutes Gefühl. Der Anstieg von Alarò ist ca. 5 km bei 5,5% keine große Herausforderung. Außer man ist tags zuvor im Bett gelegen und am WC gesessen. Schon jetzt wusste ich. Das wird ein langer Tag. Die Straße zog sich, dann nach Orient und einem längeren Flachstück gings wieder hoch. Kurvenreich. Die Abfahrt nach Banyola konnte ich kaum genießen. Unten eine flüssige Stärkung. Feste Nahrung aufzunehmen war nicht mehr möglich. Den Anstieg zum Col de Soller hab ich dann gleich mitgenommen um in Soller selber Rast zu machen. Normal fliegst du dort im September in der Blüte deiner Form nur so hoch, als hättest du einen Akkumotor in deinen Beinen. Ich habe mich gequält, als wären das mindestens Zoncolan Werte. Schande. Und ich dachte an die Familie. An den Strand. An den Pool.
Bis Soller waren es bereits 80 km und 1.700 HM.
Fortsetzung folgt.
Dolomiten 2013 by quaeldich.de. Mein Rückblick
| Über 700 km und 23.000 Höhenmete für die Optionsfahrer. |
Seiser Alm. Kreuztal. Würzjoch. Furkelpass. Staller Sattel. Lucknerhaus. Pustertaler Höhenstraße. Hochstein. Tre Cime di Lavaredo/Rifugio Auronzo. Passe 3 Croci. Passo Giau. Passo Staulanza. Passo Duran. Forcella Aurine. Passo Cereda. Passo Rolle. Passo di Valles. Passo San Pellegrino. Passo Fedaia (2x, von Canazei und von Malga Ciapela aus). Passo Pordoi. Passo Falzarego (2x, von Cernadoi und von Cortina aus). Passo Valparola. Passo Campolongo. Passo Gardena. Passo Sella. Rifugio Gardeccia. Passo Costalunga. 8 Tage en suite am Rad und am Zahnfleisch. quaeldich.de Dolomiten 2013 ist Geschichte. Zeit zu resümieren und in Erinngerungen zu schwelgen. Tief sind noch die Emotionen und die Wunden. Greifbar das Erlebte. Stark die Empfindungen. Lebendig die Bilder. Spürbar die Anstrengung.
Es war einfach genial. So viel Erlebtes in einem Wort zu fassen ist schwierig. Ich bleibe einfach beim Wort genial. 7 Tage quaeldich.de Dolomiten 2013. 7 Tage ideales Wetter. 7 Tage perfekte Organisation und Betreuung. 7 Tage erstklassige Unterkünfte und kulinarische Schmankerln. 7 Tage Konzentration aufs Bergauffahren. 7 Tage Kehren und einkehren. 7 Tage anbremsen und 7 Tage beschleunigen. 7 Tage Logistik. 7 Tage bloggen und 7 Tage posten. 7 Tage ein Leben wie ein Profi.
Hier die Highlights im Schnelldurchlauf.
quaeldich: Ein Name. Ein Programm. Dolomiten 2013 war kein Sonntagsspaziergang.
Roland Wagner: Guide, Organisator, lebendes Tourbuch, Garmintracker, Südtirolerer als ich. Sein zweiter Name ist Freytag & Berndt. Kennt jeden Gipfel. Kennt jeden Pass. Und er kennt kein Pardon, was Optionen, Options Optionen und Stichstraßen angeht.
Jahn Sahner: Chef. Tritt selbst in die Pedale. Macht sich am Berg und in den Abfahrten alle Ehre. Auch in Sachen Posing stets in den Top 3. Einzig die Straßenschuhe zum Frühstück samt Radress sollten ihm Abzüge bringen.
Florian Kohlschläger: Busfahrer. Mechanicker. Zwichendruchhöhenmetersammler. Tausendsassa. Und Poser vom Dienst. Abendessen und Frühstück mit Mütze, das rockt!
Stichstraße: So was kannte ich bis dato nicht. Weiß jetzt aber, dass so eine Straße Stichstraße heißt, weil sie dich sticht. Überall. Sie tut einfach weh. Hinauf und wieder herunter. Sie ist kurz, knackig, eng und steil. Hochstein, Tre Cime, Lucknerhaus und Rifugio Gardeccia – unsere Stichstraßen, falls wer den Worten hier nicht glauben schenken will.
Tre Cime/Rifugio Auronzo: Das sind 6 km bei einer durchschnittlichen Steigung von über 12%. Das ist Zickzack fahren. Das ist Vorderrad lupfen. Das ist fluchen. Das ist schwitzen. So etwas fährt man nicht freiwillig. Vor allem dann nicht, wenn zuvor die Pustertaler Höhenstraße samt Hochstein gefahren worden ist. Tre Cime, das ist Respekt vor jedem der da mit Muskelkraft hochfährt und Respekt für die Profis, welche hier hinauffliegen. Ich bin jedenfalls hinaufgekrochen. Immerhin bin ich nicht abgestiegen.
Kehren: Die Dolomiten sind das Land der Kehren. Ich habe Sie nicht alle gezählt. Allein der Passo Pordoi hatte 33 davon bergab und an die 29 bergauf. Der Passo Falzarego von Cernadoi 17 hinauf. 50 Kehren pro Tag? Das wären dann 350 Kehren. Die spektakulärsten bergauf waren: Staller Sattel, Passo Rolle, Passo Giau, Passo Falzarego und die klassische Sellarunde (Gardena, Pordoi, Sella, Campolong).
Abfahrt: Am letzten Tag galt es vom Passo Costalunga (Karerpass) auf 1.700m hinunter nach Bozen zu fahren. Knapp 32 km und 1.500 HM. Berabwärts. Wir waren in weniger als 30 Minuten am Ziel. Durch das Eggental. Laut Roli wurden wir sogar im Tunnel geblitzt. Einem sehr langen Tunnel. Abfallend und eimal nach rechts und einmal nach links ziehend. Dazwischen eine offene Passage. Bergab, Windschatten und einen Kamineffekt – so was geiles habe ich noch nie erlebt.
Hotel Pineta: Was nach Pineta klingt muss nicht zwangsläufig irgendwo in Lignano oder Jesolo sein. Knapp oberhalb von Caprile gelegen entpuppte sich dieses Hotel als ein Schlaraffenland. Keiner von uns hatte mit so einem Schlemmeressen gerechnet. Schon die selbstgemachten Tortellini mit Ricotta und Birnenstücke hätten ausgereicht, der Küche das Prädikat paradiesisch zu verleihen. Die Maccheroni mit Tomaten und Pilzen waren ebenbürtigt. Das Tüpfelchen auf dem „i“ und somit die ultimative Extase war das Nachspeisenpuffet. Als der Junior Chef des Hauses die gesamte Konditoreivitrine von der Bar auf den Buffettisch gebracht hatte, sahen wir uns alle erstaunt an. Als das Herankarren von Tiramisu, Creme Brulee, Fruchttörtchen, Vanillekrapfen, Sacher Torte, Bignès, Vanilleröllchen, Käsesahnekuchen und & Co. nicht aufhörte wurden die Augen aller größer als der Druchmesser unserer Laufräder. Sogar die eingefleischesten Asketen machen hier die Ausnahme und griffen zu als wäre dies eine Henkersmahlzeit. Gut, dass sich das ganze beim Frühstück wiederholt hat. Es gab nämlich welche, die am Vortag nicht genug bekommen haben.
PS: die zukünfigen Dolomitenfahren werden hier öfters wenn nicht ausschließlich halt machen.
Hotel Kolfuschgerhof: Dieses ****Hotel war nach dem Hotel Pineta an der Reihe. Am letzten Tag. Am Fuße des Passo Gardena. Pech. Für das Hotel. Und für uns. Super Hotel. Super Wellness (ja, es gab auch welche von uns die Wellness nutzen – meist jene, die abgekürzt haben). Typisches Gadertaler/Grödnertal Flair. Leider aber eine Diätküche. Gut, ein betuchter Münchner oder Mailänder wäre hier gut aufgehoben. Aber nicht 25 hungrige Radfahrer. Denn ein Großteil hatte an diesem Tag die 4.000 HM Marke überschritten. Das Saltatbuffet war in 3,9 s geplündert. Ständiger Nachschub überforderte das Personal. Die Suppe Standard. Die Schweinshaxn mit 1 (in Worten einer) Kartoffel nicht ganz artgerecht. Der Wunsch, nach einem Ersatzschnitzel wurde mit einem „sel geat net, mir hobn di Kuchl voll unter Strom“ quittiert. Die Vegetarianer unter uns (das sind italienische Vegetarier, deutsch ausgesprochen) bekamen eine Omelett so groß wie das 27er Kranzel hinten. Als ich mich dann als Südtiroler outete wäre plötzlich ein Fischfilet möglich gewesen. Zweiklassengesellschaft. Das Frühstück war ok. Nein es war gut. Denn wir bekommen echten Cappuccino und nicht Automatenkaffee.
Automatenkaffe: Jetzt kriegt man auch schon in Italien in den Hotels Automatenkaffee. Dh. Wasser, Kaffeepulver und Milchpulver. Erhitzt und verdünnt. WTF!
Sprühpflaster: Das brennt wie die Hölle. Nachdem ich am zweiten Tag Bekanntschaft machen durfte mit dem Lienzer Asphalt war Sprühplaster die einzige logische Chance, die Tour fertig zu fahren. Die andere wäre gewesen, das Lienzer Spital aufzusuchen. Aber das lagen bereits 2 von uns. Eine weitere sollte tags darauf folgen. An die € 100 für Apothekenprodukte habe ich im Laufe der Tour verbraucht. Das Sprühpflaster hätte ich noch. Ich glaube ich stelle es auf eBay. Ansonsten war es Bepanthen, Voltaren, Leukoplast, Verbände jeder Art, Betaisodona Wundgel und was pflanzliches für den Schnupfen, den ich mir eingeholt habe.
Stürze: Wir hatten leider welche. So was kann passieren, wenn man in der Gruppe fährt. Es war in allen Fällen Pech der Auslöser. Denn wir sind soweit sehr diszipliniert gefahren und haben kein unnötiges Risiko genommen. Alles Gute nochmals allen Gestürzten.
Viecher: Es gibt sie. Gemeint sind nicht die weidenden Kühe, Schafe oder Pferde. Diese haben wir auch gesichtet. Gemeint sind jene Fahrer, die bergauf stehts vorne weg waren. Axel, Tobias, Niels, Oliver und bei Gelegenheit Roland und Jan. Ich hätte gerne auch das gegessen, was die gegessen haben. Chapeau. Zum Glück war ich verletzt und musste fotografieren. Somit hatte ich eine Ausrede für das Gruppetto.
Aufstiesgeschwindigkeit: Alles unter 1000 HM pro Stunde wurde gar nicht wahrgenommen. Von 1200 bis 1800 war die Rede. In der schnelleren Gruppe versteht sich. Was soll ich dazusagen. Ich musste fotografieren und bloggen. Und überhaupt war ich am zweiten Tag mit xx km/h auf den Asphalt geknallt. PS: die xx sind der Redaktion bekannt.
Posing: Auch wenn das nicht meiner Philosophie entspricht. Es gab Teilnehmer mit unrasierten Beinen und mit schmutzigen Rennräder. Der eine und andere sogar schneller als ich. Das ist doppelte Strafe. Aber vielleicht habe ich mir diese ja verdient. Sogar Trekkingbikes hatten wir dabei. Und Gepäcksträger. Tja. Es gibt halt immer noch ungläubige und unbelehrbare Schäfchen auf dieser Welt.
Helden: Es gabe viele Helden. Es gab nur Helden. Die einen weil sie schnell waren. Die anderen, weil sie aufhörten bevor es zu spät hätte werden können. Andere wieder sind über sich hinausgewachsen. Großen Heldenrespekt auch an Neal und Manuel. Ersterer saß 4 Tage nach seiner Operation (Schlüsselbein, Schulterblatt, Rippen) am Ergometer. Zweiterer nach dem doppelten Kieferbruch in der Schweiz bei flüssiger Ernährung. Angemeldet für eine quaeldich.de Tour im Frühjahr. Freaks!
Bremsen: Wichtigstes Element bei so einer Tour über viele, viele Höhenmeter. Da es fast nur bergauf und bergab ging, haben wir an die 300 Abfahrtskilometer hinter uns. Meine nagelneuen Bremsgummist haben sich ausgezahlt. Richtig dosiert haben sie mich brav nach Hause gebracht.
Kaiserschmarren: So mancher Aktivist behauptet, dass Südtirol nicht Italien sei. Ich behaupte, dass Südtirol nicht Österreich ist. Denn nirgends haben wir einen Kaiserschmarren bekommen. Jan hätte so gerne einen gehabt. Dafür haben wir Polenta und Tagliatelle ai funghi bekommen. Mehr als nur ebenbürtiger Ersatz. Und es gab auch keinen aufgewärmten Apfelstrudel mit aufgewärmter Vanillesouce. Danke.
Wertung: Dolomiten 2013 war kein Rennen. Ich weiß. Trotzdem war ich stets bester Italiener. Und in der Gesamtwertung der Optionszieher bin ich nach Roli (Guide) und Tobias (Dresdner Bolzer) jener, der die meisten Kilometer und Höhenmeter mitgemacht hat. Außer Wertung und Reichweite Axel. Der hat sich da und dort seine eigent Tour zusammengestellt.
Pizza: Ganz kurz: Die Pizzeria beim/am Helmhotel in Vierschach. Mehr muss ich nicht sagen.
Bevor ich hier jetzt einen Roman verfasse mache ich Schluss. Nochmals danke quaeldich.de. Danke Jan. Danke Roland. Danke Thorsten. Danke Florian. Und danke euch fürs folgen. Vielleicht sehe ich einen von Euch nächstes Jahr. Die Touren 2014 von quaeldich.de sind bereits alle ausgeschrieben.
Stay tuned.
Cristian Gemamto aka @_ketterechts
Dolomiten 2013. Vorschauf auf Tag 7.
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| Alles hat ein Ende. Auch die Höhenmeter. |
Tag 7. Und gleichzeitig auch letzter Tag von Dolomiten 2013. Eine weitere quaeldich.de Tour ist dann Geschichte. Eingentlich bin ich froh. Denn ich weiß nicht, war mir derzeit nicht weh tut. Ich habe mich 5 Tage mit ziemlichen Schmerzen durchgekämpft und wohl einige Kollateralschäden darauf verursacht.
Gestern war die Königsetappe. Nicht am Papier, sondern real gefahren. Dass was mit der Tourplanung nicht stimmt, habe ich ja bereits bemerkt. Denn der Ruhetag hatte bereits mehr Höhenmeter als die vermeintliche Königsetappe. Diese war dann eben gestern. Einige sind, weil es ja weh tut, die 4.000 Höhenmeter fertig. Derzeit stehe ich bei ca. 21.200 Höhenmeter. Gefahren seit letztem Samstag. Fedaia, Prodoi, Falzarego (einmal von Cernadoi und einmal von Cortina aus), Valparola und Campolongo an einem Tag. Bilder gibt es hier. Dass Körper und Material das mit kleinen Ausfällen quittieren, kann man gar nicht übel nehmen.
Tag 7. Wir starten heute fast mitten im Passo Gardena. Bis oben sind es von hier 6 km bei mittelmäßigen Steigungsprozenten. Was uns zu Gute kommt. Logischerweise wieder mit Kaltstart bergauf. An unserer linken und rechten Seite (je nach Kehre) der massive Sellastock. Und die Lifte des riesigen Skigebietes (Dolomiti Superski). Am Passo Gardena machen wir dann wieder Bekanntschaft mit einem alten Bekannten. Den Langkofel und der Plattkofel. Diese kennen wir vom Warum Up auf die Seiser Alm. Es geht hinunter nach Plan de Gralba, wo wir dann auf das Sellajoch aufstegen. Eine Straße mitten in einem steinernen Meer. Vorbei an rießigen Felsbrocken. Oben sind wir dann genau vor dem Langkofel rechts und dem Sella links. Wir haben einen herrlichen Ausblick ins Grödner- und Fassatal. Die Marmolada, sollte uns auch nochmals ihr Gesicht zeigen. Mit diesem Pass haben wir die klassische Sellarunde beendet. Passo Campolongo, Passo Pordoi, Passo Sella und Passo Gardena.
Wir fahren hinunter nach Canazei. Auch eine alte Bekannte der letzten 2 Tage. Diesmal geht es talauswärts. Die Abkürzernehmen die Straße auf den Karerpass und folgen dann der Val d’Ega (Eggental) bis nach Bozen. Back home.
Der Rest nimmt einen Abstecher zum Rifugio Gardeccia in Kauf und nähert sich direkt dem Rosengarten mit den Vajolet Türmen. Nochmals 12 – 14% Steigung auf 6 – 7 km. Ich denke, das mache ich auch. Der Rifugio Gardeccia wird als Stichstraße genommen. Nach der Stärkung dort wird die Tour A weitergefahren. Von Vigo di Fasso hinauf auf den Karerpass. Latemar und Rosengarten immer im Blick.
Für den allerletzten Schluss hat uns Roli noch ein Zuckerl ausgesucht. Ein 12% Anstieg zum Ende der Tour. Nigerpass sowie der kurze Anstiegnach Obergummer. Diese beiden „Schupfer“ werden dann mit einer kurvenreichen Abfahrt nach Steinegg belohnt. Bozen ist nicht mehr weit. Das Ende von Dolomiten 2013 auch. Leider. Schade.
Ein abschließendes Resümee folge in den nächsten Tagen.
Stay tuned.
Cristian Gemmato aka @_ketterechts
Dolomiten 2013. Vorschau auf Tag 6.
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| Die heutige Achterbahn. |
Tag 6. Heute ist der Tag der großen Pässe des Giro d’Italia. Und wie bei Dolomiten 2013 so üblich, gibt es auch heute wieder keine Einrollphase. Unser Hotel liegt bereits an der Straße zum legendären Passo di Fedaia am Fuße der Marmolada. Es warten auf uns 9 sehr steile und harte Kilometer. Das ist das dunkelrote im Höhenprofil.
Da wir diesen Abschnitt gestern bereits heruntergefahren sind, wissen wir, was auf uns zukommt. Selber bin ich hier schon 1 x gefahren. Bei der Maratona delle Dolomiti. Und ich habe die Vorderradloopings noch in Erinnerung. Speziell die letzten Kehren haben es in sich. Und wenn ich hier wieder erwähne, dass ich damals (ja, damals, denn lange ist es her) mit einer Heldenkurbel gefahren bin, dann soll das meinen Leichtsinn (damals, jetzt bin ich reifer) unterstreichen.
Wir fahren ab Sottoguda durch die Schlucht bis Malga Ciapela. Vermeiden also die Hauptstraße, welche sich wegen der Tunnels hier wenig eignet. Die Schlucht selber kenne ich nicht. Von den Höhenmetern ist es egal. Ob die auch so rampig ist? Ich werde es sehen. Laut Roli ist sie landschaftlich ein Hingucker. Sofern man den Kopf heben kann.
Ab Malga Ciapela beginnt das Leid. Geradlinig, direkt Richtung Horizont erhebt sich die Straße. Es schaut steil aus und es ist steil. Aber nicht so steil, wie die Kehren die uns nachher erwarten. Es ist eine Wand, die mit einer Straße garniert ist. Fotos habe ich gestern im Album Dolomiten Teil 3 bereits gepostet. Oben geht es dann entlang des Lago di Fedaia noch 2 km flach. An der linken Seite der bereits etwas zurückgegangene Gletscher der Marmolada.
Bis nach Canazei können wir es dann 11 km krachen lassen. Wir müssen also kaum was für die Vorwärtsbewegung tun. Direkt im Ort beginnt der nächste Anstieg und wird sind auf der klassischen Sellarunde, welche wir gegen den Uhrzeigersinn fahren. Wir halten uns rechts, um den Passo Prodoi zu erklimmen. Links würde es auf das Sellajoch gehen.
Das Prodoijoch war jahre lang die sog. Cima Coppi. Mit 2.239m ist es einer der höchsten Passe hier in den Dolomiten. Ein Denkmal an den früheren italienischen Radgott am Fuße des Passes und oben weisen darauf hin. Ich kenne diese Strecke nur von der Abfahrt. Bin das Pordoijoch immer von Arabba aus gefahren. 33 Kehren bergauf. Alles baumfrei und mit herrlichem Blick auf das Sellamassiv und auf die Prota Vescovo. Im Winter ein Muss auf der Sella Runde. Die neue Funifour bringt die Skifreaks in wenigen Minuten auf über 2.400 Meter.
Heute sind es halt 33 Kehren bergab. Auch mal was anderes. Von Arabba geht es dann weiter nach Cernadoi, wo bereits der Ansteig zum Passo di Falzarago beginnt. Ortskundige und formstarke hätten hier die Möglichkeit den Giau zu fahren (den kennen wir noch von vorgestern). Giau rauf, Richtung Cortina runter und dann bei Pocol wieder Richtung Falzarego rauf. Kein leichter Umweg. Es ginge auch den Passo di Staulanza als Stichstraße zu fahren. Aber das wäre dann eine ganz ganz andere Geschichte. Eine unendliche. Denn hier reihen sich Pass an Pass. Und leider haben wir nicht ewig Zeit und eweig Luft und Kraft in den Beinen.
Wir konzentrieren uns auf den Falzarego. Dieser Pass ich eigentlich eine Kreuzung. Denn wenn man oben ist kann man rechts nach Corina fahren und links auf den Passo Valparola. Unser Ziel. Direkt vor uns am Passo Falzarego der Lagazuoi. Ein legendärer Berg aus dem 1. Weltkrieg. Und jetzt Mekka für Skifahrer. Mit einer Seilbahn geht es hinauf. Und von oben dann über eine sehr steile und von Felsen begrenzte Piste hinunter ins Kassiantal Richtung Hotel Armenterola. Ich weiß nicht ob ich das bereits geschrieben habe. Aber erzählt habe ich es hier den Teilnehmern sicher schon. Es ist ein Erlebnis.
Falzarego Valparola, das sind nur 1,2 km. Links von uns der Col di Lana. Der Blutberg. Wir fahren hinunter ins Kassiantal. Ein sehr knackiger Gegenanstig unten in St. Kassian bringt uns hinauf nach Stern/La Villa. Von hier sind es dann nur noch wenige Kilometer bis nach Corvara. Wer noch Zeit hat, wirft einen Blick auf die Gran Risa. Hier wird jährlich der Skiweltcup Riesentorlauf der Herren ausgetragen.
Corvara ist nicht ganz Endstation. Wer will fährt noch den Passo Campolongo, um die Sella Runde komplett zu machen. Morgen fahren wir ja Sella und Grödnerjoch. Andere fahren ins Hotel. Ich fahre zum Pinarello Schauraum im Hotel La Perla.
Stay tuned.
Cristian Gemmato aka @_ketterechts
Dolomiten 2013. Vorschau auf Tag 5.
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| Harter Ruhetag. |
Knapp 14.000 Höhenmeter bin ich jetzt in 5 Tagen gefahren. Nicht viel. Aber immerhin. Der gestrige Tag war mit 5 Passen ein ständiges auf und ab. Genau wie beschrieben. Und er war landschaftlich einfach nur ein Traum. Cortina und Passo di Giau zwei Klassiker. Passo Staulanza und Passo Duran hingegen Geheimtipps. Mit grenzgenialen Abfahrten und schweißtreibenden Auffahrten. Forcella Aurine und Passo Cerveda das Tüpfelchen auf dem „i“. Und auf dem Weg nach Fiera di Primero nach dem Crash meine Princess of Pain wieder an die 90,2 km/h tuschen lassen. Mit ziemlich viel Schiss. Zu frisch sind noch die Bilder in Kopf. Dieses Fotoalbum mit dem silbernen Kopf muss ich wohl irgendwie löschen lassen.
Heute ist Tag 5. Mit dem Warm up auf die Seiser Alm sitze ich bereits den 6. Tag en suite auf meinem Velo. Abgesehen von den Haupt- und Nebenwirkungen des Ausrutschers auf dem Asphalt, geht es mir halbwegs. Die Beine sind schwer, lassen sich aber noch bewegen. Die Knie hingegen könnten ausgetauscht werden. Meiniskus und Patellasehne lechszen nach einem leichteren Gang. Die Bandscheiben springen vor Freude immer wieder aus ihren Verankerungen. Doch 50/34 vorne und 11/25 hinten müssen bleiben. Trotz zweistelliger Prozentsätze in den Steigungen. Wir sind ja Männer. PS: es gibt in der Gruppe eine Spezies, welche noch eine Heldenkurbel fährt. Zwar ist dann das letzte Ritzel ähnlich einer Pfanne, aber immerhin vorne 53/39.
Heute gleich zu Beginn ein Leckerbissen. Der Passo Rolle. Von Fiera die Primero 22,5 km und 1.272 HM. Er bringt uns gleich auf knapp 2.000m. Mit einem Kehrenensamble ab St. Martino di Castrozza. Hoffentlich wird mir nicht schwindelig. Eine gut funktionierende Steuerung ist Voraussetzung diese Passagen zu bewältigen. Auch wenn es nur bergauf geht. Die Kehren in den Dolomiten sind so gebaut, dass man sehr viel Schwung holen kann. Im Scheitel. Italienische Straßenbauweise. Diese unterschedet sich von der österreichsichen dadurch, dass man hier um Höhe zu gewinnen, Kehren gebaut hat. Viele Kehren. In Österreich baute man Rampen. Steile Rampen.
Was dann passiert steht noch in den Sternen. Neben Plan A und Plan B ist eine Plan C aufgetaucht. Einer, der uns bereits auf den Passo Fedaia bringt. Jener Pass, den wir dann übermorgen von seiner schlimmsten Seite (Malga Ciapela) aus in unserer Routenplanung fixiert haben. Ich habe leider beim Essen nicht aufgepasst. Eine tote Fliege …. wurscht. Ich habe nicht aufgepasst und so kann ich die Options Option nicht 100% wiedergeben. Vom Passo San Pellegrino und dem Passo Valles war die Rede. Von Predazzo und Alleghe auch. Und von einer Abfahrt (jene vom Passo Fedaia), welche uns direkt ins Hotel bringt. Eine Abfahrt mit einer sehr langen Geraden bei 14% Gefälle. Jenes Gefälle, welches wir dann, wie bereits erwähnt, am Freitag hinauf fahren werden.
Die Opton von der Option wird also morgen unser Tagessoll sein. Ich behaupte das mal. So freue ich mich auf weitere 100 km und weiteren 3.300 HM. Vorbei an der Marmolada, dem einzigen Gletscher der Dolomiten. Oder zumindest der bekannteste Gletscher der Dolomiten.
Tag 5. Also nur noch 3 Tage. Samt original Sella Runde. Dolomiten 2013 lässt keine Klischees aus.
Stay tuned.
Cristian Gemmato aka @_ketterechts




