Schlagwort: rennrad

quaeldich.de Schweiz Rundfahrt. Tag 3.

Den heutigen Blogbeitrag beginne ich mit einer kleinen Wettervorschau auf den morgigen Tag. Bäh. Grausig. Scheiße. Kacke. Das sind in meiner Welt 51 mm Regen über den Tag verteilt. In der Region in der wir morgen unterwegs sein werden. Und weil das noch nicht genug ist, sind am Stilfser Joch Schneefälle bei 0 Grad angesagt. Zum Glück erst am 2200. Bis dahin sollten wir oben sein. Hoffentlich.

Aber zurück zum heutigen dritten Tag der quaeldich.de Schweiz Rundfahrt. Von Andermatt nach Pontresina. 160 km und über 3.000 Höhenmeter. Über den Oberalp und den Albula. Dazwischen etwas „rollen“.

Der Tag beginnt für mich mit etwas Hektik. Ein Schlauchwechsel ca. 15 Minuten vor dem Start kann einem ganz schön ins Schwitzen bringen. Ich denke mir nichts dabei. Bin ich halt warm, wenn es losgeht. Direkt vom Hotel auf den Oberalp. Keine 10 Meter zum einrollen. Schlauchwechsel geht ohne gröberen Probleme über die Bühne. Dafür waren meine Hände schmutzig. Ich gehe mir die Hände waschen. Noch 3 Minuten bis zum Start. Ich bin nevös. Warum? Noch habe ich keine Ahnung. Erst ein paar Sekunden später erfahre ich den Grund. Ich trage noch Turnschuhe. Also keine Radschuhe. Jene, mit denen  man in die Klick-Pedale kommt. Wo ist der Bus? Schon weg? Zum Glück nicht. „Hallo, bitte nochmals hinten aufmachen, ich brauche meine Radschuhe“. Es geht sich aus. Knapp aber doch.

Los geht’s. Hinauf auf den Oberalp. Die Grenze zwischen den Kantonen Uri und Graubünden. 10 km bei mäßiger Steigung. Lukas hat uns ein Zwischenhoch versprochen. Ich höre auf seine Worte. Kurze Hose. Kurze Trikot und „nur“ eine Windjacke im Schlepptau. Es hat kaum 10 Grad. Auf dem Weg nach oben wird mir nicht wirklich warm. Je höher wir steigen, desto mehr Reif sehen wir bereits auf den Almwiesen. Uuuups. Die Sonne schaffte es kaum die Wolkendecke zu durchbrechen. Ich ahne noch nicht das Böse. Locker und fast geschlossen gehts auf den 2.000m hoch gelegenen Oberalp. Wir passieren einen Tunnel. Im Tunnel ist es angenehm. Trocken. Kaum verlassen wir den Tunnel fahren wir in eine dichte Nebelwand. Und es ist jetzt saukalt. Nochmals uuuups. Der Pass ist wenig spektakulär. Außer, dass man da oben einen Leuchtturm findet. Ich gehe in das Gasthof, hole mir ein Tischgedeck und stecke mir dieses unter das Radtrikot. Alter „Gazzetta dello Sport Trick.“ In den Helm stopfe ich Servietten. Damit meine Frisur nicht unter der Kälte bei der Abfahrt leidet.

Die Abfahrt vom Oberalp ist grenzwertig. Nebelig. Es nieselt. Die Straße ist nass. Wir sehen kaum 20 Meter. Mir friert. Keine Handschuhe. Keine Knielinge. Keine Beinlinge. Keine Ärmlinge. Keine Mütze. Es ist Winter und ich komme daher wie im Hochsommer. Klassisch verspekuliert. Selber Schuld.

Augen zu und durch. Selten so gefroren. Zum Glück sind wir bald unten. Blindflug. Schlangenlinien. Wegen des Zittern am ganzen Körper. Nur noch schnell zusammenwarten und dann weiter. Gutes Tempo. Die Straße wieder trocken. Der Körper noch nicht auf Betriebstemperatur. In Disentis halten wir nochmals an. Jetzt entledigen sich die anderen von ihren warmen Sachen. Ich habe ja keine. Also bin ich momentan arbeitslos.

Noch ca. 50 km bis zur Verpflegung. Tendenziell leicht abfallend. Mit einer kleinen Asphaltblase. Die Rheinschlucht muss überwunden werden. Da ich mit Garmin Track fahre kann ich mir die Kräfte ganz gut einteilen. Ich übernehme die Gruppe. Bringe diese in den Berg bei Ilanz Richtung Versam. Dann eröffnet Lukas das Bergmassaker. Er hat Hunger. Und will schnell nach Thusis. Wir auch. Die 300 HM sind schnell überwunden. Die Rheinschlucht eine traumhafte Strecke. Kompliment an den Routenplaner. Bonduz – Thusis erledigen wir im Eiltempo. Endlich Verpflegung. Und die Gewissheit. 42 km und über 1.700 HM bis auf den Albulapass. Es ist heißt. Die Sonne brennt jetzt ganz schön ordentlich. Die Frage nach der richtigen Bekleidung stellt sich jetzt jeder. Was soll man auf den Berg hinauf mitnehmen? Die Vorhersage meint ja Gewitter am Nachmittag. Und die böse Front, welche uns am Mittwoch stressen wird, soll auch vorbeischauen.

Gruppe 1 dezimiert sich auf 6 Leute. Janina als einzige Dame ist auch noch dabei. Chapeau. Es ist ruhig in der Gruppe. Tiefencastel ist erreicht. Hier könnte man über den Julienpass direkt nach St. Moritz und unseren Etappezielort fahren. Mit dem Auto sicher eine schnellere Variante. Mit dem Rad nicht wirklich. Die gesamte Gruppe bleibt auf Kurs. Logisch. Mitgehangen, mitgefangen. Ich genieße die Landschaft und sauge mir berühmte schweizer Destinationen ein. Lenzerheide und Davos sind von hier aus erreichbar. Und auch Chur.

Tiefencastel, Filisur, Bergün. Unsere nächsten Stationen. Die Straße noch nicht wirklich passtauglich. Stetig bergauf, aber nicht wirklich. Außer kurz vor Bergün. Hier windet sich die Straße über ein paar Kehren etliche Höhenmeter nach oben. Genau wie die Rätische Bahn auf den Albula. Über 100 Brücken muss sie nach oben überqueren. Sie ist UNESCO Weltkulturerbe.

Dann wird es kitschig. Die Straße und die Bahnstrecke geben sich immer wieder die Hand. Man passiert sie einmal darunter, dann wieder darüber. Bis nach Preda, die letzte Ortschaft vor dem Pass. Hier wechselt das Panorama. Statt dichtem Wald, saftige Wiesen und Almen. Die schroffen Spitzen der Berge sind gut erkennbar. Cresta Mora. Piz Üertsch und Piz Blaisun. Knappe 4 km und noch 300 Höhenmeter. Nicht steil. Zeit zum genießen. Ich tue es. Meine GoPro ist im Dauereinsatz. Einfach nur genial. Rückenwind auch noch. Endlich oben. 42 km bergauf in einem Stück. Für mich eine Premiere. Noch 23 km bis ins Ziel.

Die Abfahrt auf gut asphaltierter Straße ein Genuss. Spitzen von über 80 km/h sind hier leicht zu erreichen. Zuerst geht es fast gerade aus. Und bergab. Dann ein paar Kehren. Auf etwas holprigem und welligem Untergrund. Macht Spass. Wir sind im Engadin. Es geht entlang des Inns stromaufwärts Richtung St. Moritz. Hinter uns wäre Zernez, Scoul und mit guten Beinen auch Nauders oder Landeck. Wer den 3Länder Giro schon mal gefahren ist, kennt diese Gegend. Wir werden am Donnerstag nochmals über Umbrailpass und Ofenpass hier vorbeischauen.

Aber es ist noch Dienstag. Wir müssen nach Pontresina. Ein starker Gegenwind erschwert uns das. Vorbei am Flughafen des Engadins und des Golfplatzes St. Moritz. Noch 3 km. Wir sind fertig. Und es fängt an zu regnen. Wir haben die schweizer Pünktlichkeit.

Fazit. Lange Etappe. Mit viel Abwechslung. Kalt. Warm. Hoch. Höher. Und wieder runter. Die Schweiz hat hohe Berge. Warum? Weil die so tiefe Täler haben. Und die Schweiz hat sehr berühmte Passstraßen. Einige davon sind wir gefahren. Einige warten noch auf uns.

Einen weiteren Kommentar über das Wetter morgen erspare ich mir. Denn wer weiß, vielleicht ist Gott ein Pinarello Fahrer.

Stay tuned.
Cristian Gemmato aka @_ketterechts

quaeldich.de Schweiz Rundfahrt. Tag 2.

Die Schweiz ist bergig. Ziemlich bergig. Das habe ich heute persönlich erlebt. Tag zwei der Schweiz Rundfahrt ging über den Grimselpass (2.164m) und dem Furkapass (2.436m). Erster mit 26 km Steigung und zweiter mit einer in den Gletscherfels gemeiselte Straße.

Die Schweiz hat auch schlechtes Wetter. Ziemlich schlechtes. Auch das habe ich heute persönlich erlebt. Vom Start weg Wasser. Von oben und von unten. Erinnerungen an die Tauernrundfahrt 2014 wurden wach. Wir haben umsonst auf Wetterglück gehoft. Als ob ich es ahnte bin ich gleich im „bad weather“ Modus weggefahren. Das war eine gute Entscheidung.

Nach dem Start in Interlaken ging es einmal ca. 30 km entlang des Brienzersees. Zum Einrollen. Und zum Wasscherschlucken. Das Wasser des Vordermanns. Die Stimmung war noch halbwegs gut. Bei Meiringen (bekannt als Startort für den Alpenbrevet) ging es das erste mal leicht bergauf – die Aareschlucht galt es zu bezwingen. Ein Kinderspiel. Gleich waren wir in Innertkirchen. Die Auffahrt auf den Grimselpass beginnt hier. 26 km und jede Menge Höhenmeter.

Die Straße ist anfangs nicht wirklich steil, aber der Regen und das feuchte Wetter hat uns schon zugesetzt. Die Auffahrt auch nicht wirklich spektakulär. Aber je weiter man nach oben kommt, desto beindruckender wird es. Schade um die schlechte Sicht. Besonders imposant sind die Umfahrungen der Tunnels. Es geht teilweise auf Kopsteinpflaster hoch. Auf einer Trasse, die in den Fels hineingeschlagen worden ist. Ca. 7 km vor dem Pass stellt sich die große Staumauer des Grimselsees auf. Spätestens jetzt weiß man, wie hoch man noch muss. Spätestens auf Höhe der Staumauer weiß man, dass man noch nicht oben ist. Es gibt noch etliche Stufen oberhalb des ersten Sees und des Grimsel Hospitz. Die Landschaft karg und grau. Ich wiederhole mich. Schade um die verpasste Rundumsicht.

Die Straße windet sich dann noch ein paar Kehren nach oben. Man muss ja noch Höhenmeter machen. Wir bekommen es mit dem Wind zu tun. Feucht und windig. Eine perfekt Kombination. Aufgrund des schlechten Wetters wurde die Verpflegung nach Gletsch verlegt. So war ich oben am Pass ohne der Möglichkeit mich umzuziehen. Kurz noch ein Foto und die Erkenntnis, dass es da oben noch einen See gibt (der war im Nebel verschwunden) und runter nach Gletsch. Im Blindflug. Dichter Nebel. Eine mir unbekannte Straße. Herrlich. 60 km/h und russisches Roulette. Denn irgendwo, irgendwann wird eine Kehre kommen. Und sie kam. Plötzlich. Ich schaffte jede. Fast in Ideallinie.

Ein kleines Sonnenfester tat sich auf und ich konnte die Straße auf den Furkapass erkennen. Auf der gegenüber liegenden Bergseite. WTF. Zuerst aber Verfplegung in Gletsch. Und umziehen. Ich lasse mir noch erklären, wo es denn hingeht, wenn man weiterfahrt. Hinunter. Nicht hinauf. Es geht nach Ulrichen. Von dort könnte man den Nufenen Pass fahren. Um dann hinunter ins Tessin zu kommen. Aber wer will das. Da ist es vielleicht warm und schön.

Ich hatte wieder trockene Kleidung. Was aber den Schüttelfrost nicht unterbinden konnte. So schäumte mir die Cola im Glas, weil ich es zu sehr schüttelte. Auch das Tippen von Facebook Postings ging nicht ohne Tippfehler. Also nichts wie weg und rauf. Knapp 10 km und 800 HM. Zuerst zeigt sich der Furkapass gnädig. Über 4 Kehren wurde Höhe gewonnen. Auf der gegenüberliegenden Seite des Berges die Abfahrt vom Grimsel. Im Nebel. Eine lange Rampe bis hinten in den Berg war auch locker gemeistert. Doch dann erhebte sich die gesamte Straße mächtig. Kehre für Kehre. Insgesamt 8. Vorbei am Hotel Belvedere und an den Resten der ehemaligen Gletscherzunge des Rohne Gletschers. Anscheindend reichte dieser in seiner Glanzzeit bis nach Sion (frei zitiert). Der Furkapass selber besteht aus einem Passchild, einem verkommenen Häuschen und einem weißen Zelt. Hier werden schweizer Spezialitäten verkauft.

Wir fuhren weiter. Hinunter. Zuerst bei fast Sonnenschein. Dann bei Nebel und Sichtweiten unter 30 Metern (siehe auch Foto oben). Zum Glück gab es immer wieder ein paar Autos, dessen Lichtscheine mit den Weg zeigten Dann stoppte mich ein Bus. Nur mehr bremsen? Nein. Ich habe diesen in einer Linkskurve ausgetrickts. Realp. Die Rettung. Es wurde etwas heller. Dafür windiger. Die letzten 9 km bei bissigem Gegenwind. Hurra. Wir erreichten trotz allem Andermatt. Ende aus. Tag zwei ist geschafft.

Übringens: Am Furkapass wurden Szenen für James Bond 007 Goldfinger gedreht.

Fazit: Geile Gegend. Mit vielen klassischen Pässen. Grimselpass. Furkapass. Sustenpass. Nuefenenpass. Oberalppass (fahren wir morgen – direkt nach dem Frühstück) und Lukmanier. Empfehlenswert als Traininglager. Mit Basecamp in Innertkirchen oder Meiringen. Leider war das Wetter nicht fototauglich und rennradfreundlich.

Fazit 2: Das erste mal mit Garmin Track gefahren. Coole Sache. Natürlich habe ich den virtellen Partner besiegt.

Morgen Monsteretappe. 160 km und über 3.000 Höhenmeter. Oberalp und Albula. Wetterprognose etwas besser. Dafür Mittwoch wieder Scheiße. Da habe wir ja eh nur die Königsetappe.

Stay tuned
Cristian Gemmato aka @_ketterechts

quaeldich.de Schweiz Rundfahrt. Eine kurze Vorschau.

Was sich anhört wie Hochgebirge ist wohl Hochgebirge. Die quaeldich.de Schweiz Rundfahrt (#chrf14) wird es in sich haben. Was für ein Glück, dass ich dabei sein darf. Knapp eine Woche nach der Tauerrundfahrt (#trf14).

Ehrlich. Ich weiß noch nicht ob ich mich freuen kann und soll. Natürlich sind die klingenden Namen wie Albula, Grimsel, Furka, Stilfser Joch, Fluela oder Operalp eine Herausforderung, der man sich einmal im Leben stellen sollte. Mit der Option bereits am zweiten Tag den Gotthardpass und/oder den Sustenpass als Option draufzulegen. Natürlich schlägt mein Rennradfahrerherz höher, wenn ich diese Pässe google und mir Bilder davon anschaue. Also doch freuen? Ein wenig schon. 7 Tage, 850 km und 17.400 Höhenmeter sind kein Kindergeburtstag. Seit Tagen grüble ich, ob ich doch ein 27 Ritzel hinten montieren soll. Seit Tagen grüble ich, ob ich meine Bora sattle oder doch auf Alu umstecken soll. Seit Tagen beschäftige ich mit dem Wetter. Also doch freuen! Ich bin im Schweiz Rundfahrt fieber. Ich will mich wieder quälen. Hauptsache bergauf. Die Beine werden schon halbwegs gut sein, um zu überleben. Im Übertraining bin ich so und so schon.

Ich fahre morgen los. Ohne 27er Ritzel und ohne Boras. Das Rad soll schwer sein. Damit ich leiden kann. Das Rad soll weniger rollen, damit ich leiden kann. Das Rad soll auch optisch nicht so viel hermachehn, damit ich leiden kann. Dafür fahre ich mit genügend Ersatz-Bremsgummis in die Schweiz. Die Tauerrundfahrt hat gezeigt, wie schnell sich solche bei Dauerregen in Luft auflösen. Weil die einzige Unbekannt wieder einmal das Wetter ist. Kein stabiles Hoch in Sicht. Labiles Wetter wie schon den ganzen Sommer. Die Gewitterwahrschenlichkeit täglich sehr hoch. Speziell im Hochgebirge. Es wäre ein Wunder, die gesamte Tour trocken zu bleiben. Also heißt es wieder: Überschuhe, Ärmlinge, Regenjacke, Handschuhe, Ersatztrikots … mitnehmen oder verstauen. Einfach lästig und nicht im Sinne des Erfinders. Man kann es sich also doch nicht aussuchen.

Auch diese Tour werde ich auf meinem Blog und auf meiner Facebook Seite sowie auf Twitter live feeden. Seid dabei. Der Hashtag ist #ketterechts und #chrf14. Ziel: Ein Statusbericht pro Tag und natürlich viele Eindrücke via Foto – hoffentlich mit strahlend blauem Himmel.

Stay tuned.
Cristian Gemmato aka @_ketterechts

quaeldich.de Tauernrundfahrt. Tag 5.

Die 6. quaeldich.de Tauernrundfahrt ist Geschichte. Darum gleich die freudige Nachricht ganz am Anfang. Es wird eine 7. geben. Vom 1. bis 5. August 2015. Wer will kann sich diese 5 Tage bereits jetzt in seinem Kalender farbig anmalen. Um mich nur einmal kurz zu wiederholen: knapp 700 km und 12.000 Höhenmeter in 12 Tagen. Salzburg – Kaprun – Spital an der Drau – Innerkrems – Filzmoos – Salzburg. Die Höhepunkte: Rossfeld, Hirschbichl, Fuschertörl, Hochtor, Hochrindl, Nockalmstrasse, Prebersee, Sölkpass und Postalm. Tag 5 begann bei strahlendem Wetter und endete auch so. Somit sind die 2 Regentage zu Beginn fast schon vergessen und aus dem Körper hinausgewärmt. Wir werden uns zurückerinnern. Und wir werden sehr lange darüber reden dürfen.

Noch einmal hieß es alle Kräfte und vorhandenen Körner erneut abzurufen. Was wir auch getan haben. Die letzte Etappe endete nach 124 km und 1.600 HM mit einem Schnitt von über 30 km/h. Und sie endete mit dem (fast) traditionellen Kaiserschmarrenschmaus. Doch dann war die Zeit gekommen Abschied zu nehmen. Die einen sieht man bald wieder (Ötztaler, Kärnten, Friaul Slowenien), die anderen vielleicht nächstes Jahr. Ich fahre am Samstag zur quaeldich.de Schweizrundfahrt. Ja. Ich spinne. Nein, ich habe nicht Urlaub.

Persönlich ziehe ich eine sehr positive Bilanz. Für das Wetter kann niemand was. Für den Rest war quaeldich.de verantwortlich. Und da gibt es gar nichts zu meckern. Hotelauswahl, Tourauswahl, Verpflegung, psychologische und mechanische Betreuung – von Feinsten und so wie man es sich vorstellt. Es war kein Rennen und trotzdem wurde ich gefordert. Es war kein Urlaub und trotzdem habe ich ab dem zweiten Tag nicht mehr an den Alltag gedacht. Es war viel Schweiß dabei und genau deshalb hat es Spass gemacht. Es waren ganze 5 kurzweilige Tage inmitten einer Truppe interessanter Menschen, die ich sonst nie kennengelernt hätte. Schade, dass ich nicht mit jedem ein paar Worte und Gedanken austauschen konnte. Die Themenvielfalt wäre sehr groß gewesen. Neben dem obligaten Wattgesprächen. Es war wie ein Klassentreffen. Weil ich viele schon von früheren quaeldich Reisen kenne. Ich kann die Tauernrundfahrt jedem empfehlen. Bergziegen wie Genussfahrern. Flachlandrolleurs wie Klettermaxe.

Stay tuned.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts

quaeldich.de Tauernrundfahrt. Tag 3.

Während ich hier diesen Blogbeitrag über Tag 3 der quaeldich.de Tauernrundfahrt schreibe, haben wir bereits Tag 4 hinter uns. Aber gestern war ich etwas kaputt. Das schneiden des Videos zu Tag drei und das hochladen haben etwas länger gedauert. Wir waren ein wenig in den Bergen.

Tag 3 war geprägt von der Tatsache, dass wir zum ersten Mal Sonnenstrahlen zu Gesicht bekommen haben. Zum Start in Spital an der Drau lachte die Sonne vom Himmel. Die Motivation und die Stimmung unter den Teilnehmern war so wie man es sich wünscht.

Erster Stop war der Ossiacher See. Entlang des Westufers haben wir uns in Richtung Feldkirchen bewegt. Gute 55 km bereits hinter uns. „Nur“ noch 65 vor uns. Diese dafür aber mit 2.000 Höhenmetern. Tag 3 war auch Königsetappe. Nach der Stärkung rasten wir durch das Gurktal Richtung Sirnitz. Bereit für die Hochrindl. Oder so was ähnliches. Der Anstieg war nicht ohne. Steil und etwas länger. Wir (ich sage das mal so, den Schuldigen haben wir nicht gefunden) sind nicht dem offiziellen Track gefolgt. Ein paar Höhenmeter mehr und eine Zusatzschleife von 3 km. Eine herrliche Belohnung.

Mittagsverpflegung auf der Hochrindl. Vor uns noch die Nockalmstrasse. Zwei mal über 2.000 m. Schiestlscharte und Eisentalhöhe. Das Wetter mittlerweile nicht mehr so sommerlich. Schwarze Gewitterwolken über den Nockbergen und ein kaltes Lüfters. Einen starken Regenschauer haben wir zum Glück vermieden. Der ist über uns hinweggezogen. Hat uns eine regennasse Straße hinterlassen. Radputzen hoch3. Wir haben ja schon Übung damit.

Die Nochalmstraße war wieder einmal ein Traum. Ein harter und steiler. Mit Spitzen von 12% Steigung kein Kindergeburtstag. Man macht das ja nur wegen der genialen Abfahrtsmöglichkeiten, die man dort hat. Wenig Verkehr – schlechteres Wetter hat auch seine Vorteile.

Nach dem Highlight dann die Ankunft in der Innerkrems. Die Königsetappe war Geschichte. Das Buffet noch Zukunft. Was 46 Rennradler alles verputzen können.

Der Zeitplan etwas durcheinander. Auch meiner. Tag 5 steht bereits auf der Tagesordnung. Filzmoss – Salzburg. Über die Postalm. Meine eine wollen nicht mehr. Aber ich muss ja wieder nach hause.

Stay tuned.
Cristian Gemmato aka @_ketterechts

quaeldich.de Tauernrundfahrt 2014.

5 Etappen. Knapp 700 km und 13.000 HM.

„Österreich im Tiefdruckeinfluss. Die Gefahr von Hochwasser und Muren wird steigen.“ Kurz zusammengefasst die Wetterprognosen für die nächsten Tage. Tage, an denen die 6. quaeldich.de Tauernrundfahrt stattfinden wird. Tage an denen ich je mindestens 5 Stunden im Sattel sitzen werde. Tage, für die ich mich zum jetzigen Zeitpunkt schwer begeistern kann.

5 Etappen. Knapp 700 km und 13.000 Höhenmeter durch die Tauern. Von Salzburg nach Salzburg. Letztes Jahr noch bei 35 Grad im Schatten. Heuer … Vergessen wir es einfach. Wir werden einfach zu Helden werden. Wenn wir alles überstanden haben. Wenn. Wir, das sind ein paar Wiederholungstäter aus dem letzten Jahr und ein paar neue Gesichter. Das ist das schöne an so einer quaeldich.de Rennradreise (ja, es ist eine Rennradreise und kein Radrennen – das habe ich schon oft zu ausführlich erwähnt). Essen, radeln, Bier trinken (alkoholfrei), essen, schlafen. Genau in dieser Reihenfolge. Ist doch herrlich, oder? Mann (Frauen sind auch dabei) braucht sich um nichts anderes kümmern. Dafür ist quaedlich.de da. Zimmer sind reserviert. Gepäcktransport ist organisiert. Verpflegung eingekauft. Bier eingekühlt (Stiegl Sportweisse – what else). Das Abenteuer kann beginnen.

Natürlich werde ich auch heuer wieder die Rundfahrt live im Netz feeden. Auf Twitter, Instagramm und Facebook können alle zu Hause mit dem Hashtag #trf14 mit uns dabei sein. Meine GoPros und meine Garmin VIRB möchte ich da und dort zum Einsatz bringen (sofern auch das Wetter mitspielt und meine/unsere Sicherheit gewährleistet wird).

Auf alle Fälle muss ich noch etwas shoppen gehen. Neopren ist das Schlagwort. Denn wenn ich was hasse beim Rennrad fahren, dann sind das nasse Füße, nasse Hände, nasse Beine, nasser Rücken, nasser Kopf, nasse Brust und eine nasse Princess of Pain.

Stay tuned.
Cristian Gemmato aka @_ketterechts

#trf14 #quaeldich #ketterechts

ARBÖ Radmarathon Bad Kleinkirchheim.

1,2, 3 … Start zum ARBÖ Radmarathon Bad Kleinkirchheim

Der ARBÖ Radmarathon Bad Kleinkirchheim. Das sind 106 km und 2.200 Höhenmeter. Über die Nockalmstrasse und entlang des Millstätter Sees. Mit Start und Ziel in Bad Kleinkirchheim. Diesmal war ich in doppelter Funktion vor Ort und dabei. Als Kärntentracker für die Kärnten Werbung und als Ketterechts Blogger natürlich aus. Drei Tage im wunderschönen Bad Kleinkirchheim. Ein Örtchen welches ich schon vom Winter her kenne. Ich sage nur Powder Alarm! Aber das wäre jetzt eine ganz andere Geschichte. Eine die nicht zum Radfahren passt. Viel zu kalt.

Drei Tage Kulinarik, Sport, Genuss und Side Events. Denn zu meinem Glück fand zeitgleich das Fischfest in Feld am See statt. Natürlich habe ich dieses besucht. Zusammen mit Christoph – mein Kärntentracker Kollege. Was sich rund um den Radmarathon so abgespielt hat, das können Sie hier nachlesen. Folgender Blogbeitrag widmet sich ausschließlich mit meinen Erlebnissen beim Rennen.

Vorweg: Die Organisation des Radmarathons ist perfekt. Die Startnummernausgabe funktioniert tadellos. In wenigen Minuten habe ich meinen Zeitnehmchip und jede Menge Gutscheine in der Hand. Pasta, Getränke, freier Eintritt ins Römerbad, Gratis-Massage und ein Radtrikot der Firma Sportful. Bleibt noch viel Zeit um sich in Bad Kleinkirchheim umzuschauen. Beim Krone Kids race zum Beispiel. Oder beim Promi Radrennen zu Gunsten von Licht ins Dunkel. Mit den heimischen Olymmpiasiegern Franz Klammer und Matthias Mayer. Und natürlich bei der Pasta Party. Carboloading wie es so schön heißt. Da man von diesen Kohlehydraten nicht genug kriegen kann, gönne ich mir noch im Genusshotel Almrausch einen deliziösen Kaiserschmarren. Mit Apfelmus.

Sonntag, 6. Juli 2014. 7.30 Uhr. Es geht los. Als Blogger habe ich das Privileg ganz vorne starten zu dürfen. Neben mir der Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser. Auch er bereit für die 106 km. Chapeau. Und alle Favoriten des Rennens. Ich fühle mich wie ein Goldfisch im Haibecken. Demut. Respekt. Und etwas Angst. Meine Gefühlswelt zusammengefasst. Es geht los. Meine GoPros sind eingeschaltet. Eine am Lenker befestigt. Die eine hinten an der Sattelstütze. Ich bin der erste. Und führe die Meute an. Ich weiß. Lang wird es nicht dauern und sie werden mich überfahren. Ich genieße die Rolle des Führenden. Mache mich aber gleichzeitig auch ganz klein. Ich will nicht auffallen. Die ersten Ellbogenchecks stecke ich noch weg. Ein etwas stärkerer bringt mich und mein Rennrad ins Wanken. Ich vermeide einen Sturz. Mit Glück. Fluche. Präge mir die Startnummer des „Kollegen“ fest ein. Ich weiß zwar nicht, wo sein Auto steht, aber ich kenne mich in Social Media aus. (Starnummer 235, sofern wer nachrecherchieren will). Denke mir, was soll denn das. Aber das ist wohl Radsport. Das ist wohl Radrennsport. Hat man mir gesagt. Verstanden habe ich es nicht. Denn hier sind keine Profis am Start. Hier sind Hobbyradfahrer zu Hause. Die wie ich nur ein Ziel haben. Gesund am Abend über das Erlebte berichten zu können. Egal. Das Rennen geht weiter.

Die Abfahrt nach Patergassen ist wie immer ein Nadelöhr. Immer mehr Räder drängen sich von hinten an die Spitze. Es riecht nach verbranntem Bremsgummi. Der teilweise schlechte Asphalt ist Schuld. Dann geht es links ab nach Ebene Reichenau. Das Feld ist jetzt ein zusammenhängender Haufen an Carbonmaschinen. Es riecht nach Muskelöl. Es rauscht. Eine Symphonie aus Wind und Kurbelumdrehungen. Links und rechts tauchen immer mehr Räder auf. Ich werde ohne es zu wollen einfach nach hinten gespült. Das ist so. Entweder du pickst am Hinterrad deines Vordermannes oder jeder Millimeter wird ausgenutzt. Da sind schlaue Füchse am Werk. Geimpft mit allem was man im Radrennsport so an Tricks beherrschen muss um sich zu behaupten. Ich bin Laie. Ein Genussfahrer, der hier die falsche Spielwiese betreten hat. Oh mein Gott. Ist ein Triathlon schön und einsam.

Das Feld gleicht jetzt einer Ziehharmonika. Einmal lang gezogen und dann wieder ganz eng. Fast kuschelig. Dann geht es hinauf. Die Nockalmstraße wartet. Vorne weg, wer die Beine dazu hat. Auf nimmer Wiedersehen. Es scheint, als wären doch Profis am Start. Was für ein Tempo am Berg. Ich komme da nicht mit. Fühle meinen Pulsschlag im Hals. 175 Schläge die Minute. Zeit, etwas kürzer zu treten. Ich reihe mich ein. Ziehe meine Kamera aus der Trikottasche heraus. Neben den fixen am Rad habe ich noch eine mobile. Die neue Garmin VIRB. Mit ihr mache ich Bilder. Es ist jetzt schon ziemlich anstrengend. Treten, filmen und fotografieren. Und ja. Auch der eine oder andere Live Tweet geht raus. Auf Twitter und Facebook warten Fans und Follower auf die ersten Eindrücke. Christoph dient als Spotter und verteilt die Meldungen. Auch Kleinkirchheim ist fleißig Online und versorgt jene, die nicht dabei sind mit meinen Bildern. Der Kärnten Radmarathon ist digital. Kärnten ist digital.

Zwei Mal knapp über 2.000 Meter Seehöhe. Das ist die Nockalmstrasse. Sie präsentiert sich heute von ihrer schönsten Seite. Einfach kitschig. Aber so ist Kärnten. Wenn die Sonne scheint. Und die scheint zum Glück sehr oft. Durch den frühen Start um 7.30 Uhr ist die Straße verkehrsarm. Man hat den Eindruck, die Straße sei für den Verkehr gesperrt. Kein Motorrad. Kein Auto. Kein Autobus. Streckenposten an jeder Gefahrenstelle. Also lasse ich es krachen. Mit 80 km/h Richtung Innerkrems. Mit vollstem Vertrauen zum Material. Rolle auf teilweise neuem frischem Asphalt. Hinter mir niemand. Vor mir niemand. Ich bin allein mit mir, meinem Rennrad und den Nockbergen. Ein Traum.

Allein mit sich zu sein ist für Geist und Seele recht gut. Ausgesprochen gut. Für ein Radrennen aber ein großer Nachteil. Pech. Von der Glockenhütte hinunter nach Innerkrems und Vorderkrems sowie hinaus auf die B99 bis Trebesing, also fast das gesamte Liesertal, im Wind. Das kostet Kraft. Viel Kraft. Die Gruppe vor mir ist zwar in Sichtweise. Aber allein kann und will ich diesen Husarenritt nicht wagen. Ich bin ja Hobbysportler. Ich schaue zurück. Aber es kommt keine Hilfe. Also weiterfahren. Allein. Dann kam die Rettung. Nicht das Rote Kreuz. Nein. Eine „Packerl“. Ich lasse mich einholen. Ordne mich ein und fahre mit. Wir sind bereits in Seeboden am Millstätter See. Noch knapp 25 km bis ins Ziel. Entlang des Sees wird Tempo gemacht. Wir wechseln uns vorne ab. Mit wir meine ich 2 – 3 Fahrer. Der Rest leistet keine Führungsarbeit. Aber auch keinen Wiederstand, wenn es leicht bergauf geht. Es gibt nochmals Wasser zum Nachfüllen. Dieses mal am Ende einer kleinen Steigung. Nicht auf der Geraden, wo man mit 40 km/h kaum eine Wasserflasche fassen kann. Wir erreichen das südliche Ende des Millstätter Sees. Es geht Richtung Radenthein. Die letzten 600 Höhenmeter warten. Es ist 11 Uhr. Sie Sonne brennt. Im Feld ist es still. Entweder taktiert man oder man ist kurz vor dem sterben. Metaphorisch gemeint. Leider gibt es heuer keinen „Empfang“ in Radenthein. Echt schade. Hier gab es die letzten Jahre immer Disco Beat und Cola bzw. Red Bull. Das hätte ich gebraucht. Eben für den letzten Kraftakt hinauf nach Bad Kleinkirchheim. Die letzten Bilder. Die letzten Videosequenzen. Die letzten Tweets. Bad Kleinkirchheim ist erreicht. Das Ziel in greifbarer Nähe. Noch eine Linkskurve. Zielbogen. Habe fertig. Chip retour geben. Kaution kassieren und ab zur Stärkung. Man trifft bekannte Gesichter und diskutiert gleich als wäre man im Sportstudio. Wie die Profis. Also doch. Zu erzählen gibt es vieles.

Der ARBÖ Kärnten Radmarathon 2014 ist Geschichte. Perfektes Wetter. Super Strecke. Bad Kleinnkirchheim nockt. Nicht nur weil der Radmarathon hier Station macht. Man kann hier entspannen. Aktiv, wie auch passiv. Adria Trail, MTB Trails, Rennrad, Laufen … meine Welt. Ohne dass der Genuss zu kurz kommt. Hier wird großer Wert darauf gelegt, heimsiches zu servieren. Von der Marmelade, über die Kräuter, die Fische und das Fleisch. Immer mit dem Gewissen extra. Kärntner Gaumenfreuden. Ich habe es genossen. Und komme gerne wieder. Mit oder ohne Rennrad. Eher mit Rennrad. Oder im Winter mit den Ski. Aber das wäre eine andere Geschichte.

Stay tuned.
Crisitan Gemmato aka @_ketterechts.

PS: Video vom Radmarathon gibt es natürlich auch.

Kriterium Cyclodrom Donauinsel Wien.

Insider verirren sich im Sommer zum Cyclodrom auf der Wiener Donauinsel. Schauplatz einer Kriterium Serie. Donnerstags ab 1700 Uhr. 60 Minuten Laktatgemetzel auf einem Rundkurs mit 2 langen Geraden. Ich war zum ersten Mal dabei. Diesmal nur als Zuschauer. Gerzeit hat es mich aber schon. Das Feld kam geschlossen mit einem Schnitt von 42,2 km/h ins Ziel. Chapeau. Cristian Gemmmato aka @_ketterechts PS: Infos auch auf der Webseite des öst. Readsportverbandes (Termine, Straße, Kriterium).

quäldich.de Trainingswochenende im Mühlviertel.

die Ketterechts Familie wird immer größer

Train the Blogger powererd by Stiegl Sportweise ist um ein Kapitel reicher. 400 Radkilometer und gute 7.000 Höhenmeter in 3 Tagen. Gefahren und geschwitzt im Mühlviertel. Dank quäeldich.de. Dazu 0 (in Worten null) km schwimmen und 0 (n Worten null) km laufen. Bezogen auf die 3 Tage. Man muss Prioritäten setzen und auch socializen.

Roli, Österreich Chefquide von quäldich.de hatte gerufen und 20 Rennrad afficionandes waren ihm gefolgt. In seine Heimat. In sein Revier. In ein Gebiet, wo er die Straßen besser kennt als die Mitarbeiter der Straßenmeisterei. Roli kennt hier (und sonst auch überall) jeden Hügel, jeden Asphaltstrich und zum Glück auch jeden Brunnen. Aber dazu später. Headquarter unserer täglichen Touren war das Hotel Waldheimat. Fein. Sauber, Freundlich und mit einer Portion Celebrations als Willkommensgruß für die quäldich.de Truppe. Bounty, Snickers, Mars und Twix für alle for free. Was für ein Einstand.

Für mich war es auch eine kleine Premiere. Eine doppelte. Erstens: noch keine meiner quäldich.de Touren waren so konzipiert, dass sie täglich am selben Ort starten und enden. Zweitens: auch ich kenne das Mühlviertel so einigermaßen. Also eine geführte Tour auf bekanntem Terrain. Pferfekt.

Wer meint(e), dass nur in den Alpen viele Höhenmeter möglich sind, der irrt(e). Zumindest die Teilnehmer des Trainingswochenende werden das nicht mehr behaupten (können). Das Mühlviertels bietet zwar keine „Passtraßen“ wie wir sie sonst kennen, aber genügend Hügel und Rampen. Ein ständiges auf und ab. Highlight sicher die vielen Linzer Hausberge wie Kirchschlag, Hellmöndsödt, Altenberg, GIS und der Helmetzedter Berg. Letzteren habe ich neu kennen gelernt und bei 30 Grad lieben gelernt. Nicht zu vergessen ist auch der Koblberg. Mit 1.044m Oberösterreichs höchster Pass. Und einziger über 1.000m. Im Mühlviertel. Und nicht in den Alpen. Schön brav aneinandergereiht und auf 120 – 130 km verteilt gehen auch diese sog. Schwungbremsen in die Beine. Reichlich Laktat ist garantiert. Speziell, wenn man in Gruppe 1 unterwegs ist. Auch wenn alles bei quäldich.de kein Rennen ist. Am Berg lässt jeder seine Sau raus. Der erste Tag war sowieso ein Wahnsinn. Im Tierreich würde man das Verhalten der Teilnehmer als „markieren“ bezeichnen. Das Tempo war hoch und konnte nur mich energischem Zutun von Roli gedrosselt werden.

Das Mühlviertel hat auch wunderschöne Täler. Langgezogene. Wo es so gleichmäßig rein schmiert. Nicht steil. Aber tendenziell bergauf. Passend zur Philosophie von quäldich.de. Das Mühlviertel hat auch eine Staatsgrenze. Zur Tschechischen Republik. Wir sind ganz im Norden bei Guglwald dieser entlang gefahren und wir haben diese auch passiert. Zu einem kleinen Abstecher an den Moldau Stausee. Und zur Schlemmerreise. Denn die Preise über der Grenze haben ihren Reiz. Kein Vergleich zu dem, was man in unseren Breitengraden löhnt. Ein 200g Steak für umgerechnet ca. € 5. Zwar ohne Beilage. Aber diese kostet auch nicht mehr als € 1. Wer also seine Liebste (nicht das Fahrrad!) mal schön ausführen will. Ich empfiehle eine romantische Kanufahrt am Stausee und seinen Ausläufern mit anschließendem Essen in Vyssi Brod – keine 36 km von Linz entfernt.

Für mich war das Trainingswochenende nach den Strapazen von bike4dreams und den Linztriathlon (500 km in 3 Tagen) eine weitere Standortbestimmung Richtung Klagenfurt. Ich tat mich am ersten Tag sehr schwer, da ich das Rennrad 6 Tage nicht angegriffen hatte. Dafür legte ich einen kleinen Schwerpunkt aufs Laufen. 4 x 1000 (jeweils in unter 4′), einen schneller 13er (in 4:24) und einen lockerer 20iger (in 5:25). Dazu einmal open water schwimmen. Ach ja. Die radfreie Zeit habe ich auch genutzt meiner Princess of Pain neue Patschen aufzuziehen. Selbst geklebt! Und die kleben immer noch – die Vittorias Evo CX. Tag 2 und 3 gingen dann schon viel besser. Ich konnte in den Steigungen Aufstiegsgeschwindigkeiten von 800 – 1000 Meter/h gut treten (auf 4 – 6 km bei 8 – 12%). Und in der Ebene bin ich meinem Namen sowieso gerecht geworden. Der Ketterechts Express von Reichenau im Mühlviertel bis Gallneukirchen bei Gegenwind war für die Gruppe hinter mir wie Urlaub. Auch das Fahren bei Temperaturen über 30° bereitete mir keine Sorgen. Weil ich das sowieso liebe. Kälte a la Ötztaler hingegen nicht.

Zurück zum Mühlviertel, welches sich am vergangenen Pfingstwochenende von seiner sonnigsten und wärmsten Seite gezeigt hat. Bei Temperaturen weit über 30° in der Sonne. Die Premiere dieses Formates hat für mich Charme und Zukunft. Ein fixes Hotel, ganz ohne Stresse. Kein tägliches Koffer packen. Einfach nur wegfahren. Mit dem Rennrad. Tag für Tag. Pedalieren. Bummeln. Laktate erzeugen. Etwas Kultur. Und viel Genuss. Bei akuter Unterhopfung. Leider hat man mir meine Eispause vorenthalten. Dafür habe ich den Kefermarkter Flügelaltar boykottiert. Ausgleichende Gerechtigkeit. Sollte Roli das nächstes Jahr wiederholen – eine dicke Empfehlung meinerseits. Hotel mehr als ok. Frühstück reichlich. Am Abend Grillerei und alkoholfreies Bier. Noch keine Sportweise – aber das werden wir nächstes Jahr ändern. Versprochen. Die Gesellschaft immer ein Highlight. Alte Bekannte und neue Gesichter. Man sinniert und philosophiert. Man erzählt Geschichten und hört sich andere an. Man ist fast auf Urlaub. Wenn nicht das tägliche Radfahren wäre. Aber das ist eine andere Geschichte. Nicht meine und jene von quäldich.de.

stay tuned
Cristian Gemmato @_ketterechts

PS: dieser Blogbeitrag enthält Produktplatzierungen. Die Ketterechts Trikots sind bei mir erwerblich. Bitte um PN auf Facebook.