Schlagwort: rennrad

quaeldich.de Schweiz Rundfahrt. Eine kurze Vorschau.

Was sich anhört wie Hochgebirge ist wohl Hochgebirge. Die quaeldich.de Schweiz Rundfahrt (#chrf14) wird es in sich haben. Was für ein Glück, dass ich dabei sein darf. Knapp eine Woche nach der Tauerrundfahrt (#trf14).

Ehrlich. Ich weiß noch nicht ob ich mich freuen kann und soll. Natürlich sind die klingenden Namen wie Albula, Grimsel, Furka, Stilfser Joch, Fluela oder Operalp eine Herausforderung, der man sich einmal im Leben stellen sollte. Mit der Option bereits am zweiten Tag den Gotthardpass und/oder den Sustenpass als Option draufzulegen. Natürlich schlägt mein Rennradfahrerherz höher, wenn ich diese Pässe google und mir Bilder davon anschaue. Also doch freuen? Ein wenig schon. 7 Tage, 850 km und 17.400 Höhenmeter sind kein Kindergeburtstag. Seit Tagen grüble ich, ob ich doch ein 27 Ritzel hinten montieren soll. Seit Tagen grüble ich, ob ich meine Bora sattle oder doch auf Alu umstecken soll. Seit Tagen beschäftige ich mit dem Wetter. Also doch freuen! Ich bin im Schweiz Rundfahrt fieber. Ich will mich wieder quälen. Hauptsache bergauf. Die Beine werden schon halbwegs gut sein, um zu überleben. Im Übertraining bin ich so und so schon.

Ich fahre morgen los. Ohne 27er Ritzel und ohne Boras. Das Rad soll schwer sein. Damit ich leiden kann. Das Rad soll weniger rollen, damit ich leiden kann. Das Rad soll auch optisch nicht so viel hermachehn, damit ich leiden kann. Dafür fahre ich mit genügend Ersatz-Bremsgummis in die Schweiz. Die Tauerrundfahrt hat gezeigt, wie schnell sich solche bei Dauerregen in Luft auflösen. Weil die einzige Unbekannt wieder einmal das Wetter ist. Kein stabiles Hoch in Sicht. Labiles Wetter wie schon den ganzen Sommer. Die Gewitterwahrschenlichkeit täglich sehr hoch. Speziell im Hochgebirge. Es wäre ein Wunder, die gesamte Tour trocken zu bleiben. Also heißt es wieder: Überschuhe, Ärmlinge, Regenjacke, Handschuhe, Ersatztrikots … mitnehmen oder verstauen. Einfach lästig und nicht im Sinne des Erfinders. Man kann es sich also doch nicht aussuchen.

Auch diese Tour werde ich auf meinem Blog und auf meiner Facebook Seite sowie auf Twitter live feeden. Seid dabei. Der Hashtag ist #ketterechts und #chrf14. Ziel: Ein Statusbericht pro Tag und natürlich viele Eindrücke via Foto – hoffentlich mit strahlend blauem Himmel.

Stay tuned.
Cristian Gemmato aka @_ketterechts

quaeldich.de Tauernrundfahrt. Tag 5.

Die 6. quaeldich.de Tauernrundfahrt ist Geschichte. Darum gleich die freudige Nachricht ganz am Anfang. Es wird eine 7. geben. Vom 1. bis 5. August 2015. Wer will kann sich diese 5 Tage bereits jetzt in seinem Kalender farbig anmalen. Um mich nur einmal kurz zu wiederholen: knapp 700 km und 12.000 Höhenmeter in 12 Tagen. Salzburg – Kaprun – Spital an der Drau – Innerkrems – Filzmoos – Salzburg. Die Höhepunkte: Rossfeld, Hirschbichl, Fuschertörl, Hochtor, Hochrindl, Nockalmstrasse, Prebersee, Sölkpass und Postalm. Tag 5 begann bei strahlendem Wetter und endete auch so. Somit sind die 2 Regentage zu Beginn fast schon vergessen und aus dem Körper hinausgewärmt. Wir werden uns zurückerinnern. Und wir werden sehr lange darüber reden dürfen.

Noch einmal hieß es alle Kräfte und vorhandenen Körner erneut abzurufen. Was wir auch getan haben. Die letzte Etappe endete nach 124 km und 1.600 HM mit einem Schnitt von über 30 km/h. Und sie endete mit dem (fast) traditionellen Kaiserschmarrenschmaus. Doch dann war die Zeit gekommen Abschied zu nehmen. Die einen sieht man bald wieder (Ötztaler, Kärnten, Friaul Slowenien), die anderen vielleicht nächstes Jahr. Ich fahre am Samstag zur quaeldich.de Schweizrundfahrt. Ja. Ich spinne. Nein, ich habe nicht Urlaub.

Persönlich ziehe ich eine sehr positive Bilanz. Für das Wetter kann niemand was. Für den Rest war quaeldich.de verantwortlich. Und da gibt es gar nichts zu meckern. Hotelauswahl, Tourauswahl, Verpflegung, psychologische und mechanische Betreuung – von Feinsten und so wie man es sich vorstellt. Es war kein Rennen und trotzdem wurde ich gefordert. Es war kein Urlaub und trotzdem habe ich ab dem zweiten Tag nicht mehr an den Alltag gedacht. Es war viel Schweiß dabei und genau deshalb hat es Spass gemacht. Es waren ganze 5 kurzweilige Tage inmitten einer Truppe interessanter Menschen, die ich sonst nie kennengelernt hätte. Schade, dass ich nicht mit jedem ein paar Worte und Gedanken austauschen konnte. Die Themenvielfalt wäre sehr groß gewesen. Neben dem obligaten Wattgesprächen. Es war wie ein Klassentreffen. Weil ich viele schon von früheren quaeldich Reisen kenne. Ich kann die Tauernrundfahrt jedem empfehlen. Bergziegen wie Genussfahrern. Flachlandrolleurs wie Klettermaxe.

Stay tuned.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts

quaeldich.de Tauernrundfahrt. Tag 3.

Während ich hier diesen Blogbeitrag über Tag 3 der quaeldich.de Tauernrundfahrt schreibe, haben wir bereits Tag 4 hinter uns. Aber gestern war ich etwas kaputt. Das schneiden des Videos zu Tag drei und das hochladen haben etwas länger gedauert. Wir waren ein wenig in den Bergen.

Tag 3 war geprägt von der Tatsache, dass wir zum ersten Mal Sonnenstrahlen zu Gesicht bekommen haben. Zum Start in Spital an der Drau lachte die Sonne vom Himmel. Die Motivation und die Stimmung unter den Teilnehmern war so wie man es sich wünscht.

Erster Stop war der Ossiacher See. Entlang des Westufers haben wir uns in Richtung Feldkirchen bewegt. Gute 55 km bereits hinter uns. „Nur“ noch 65 vor uns. Diese dafür aber mit 2.000 Höhenmetern. Tag 3 war auch Königsetappe. Nach der Stärkung rasten wir durch das Gurktal Richtung Sirnitz. Bereit für die Hochrindl. Oder so was ähnliches. Der Anstieg war nicht ohne. Steil und etwas länger. Wir (ich sage das mal so, den Schuldigen haben wir nicht gefunden) sind nicht dem offiziellen Track gefolgt. Ein paar Höhenmeter mehr und eine Zusatzschleife von 3 km. Eine herrliche Belohnung.

Mittagsverpflegung auf der Hochrindl. Vor uns noch die Nockalmstrasse. Zwei mal über 2.000 m. Schiestlscharte und Eisentalhöhe. Das Wetter mittlerweile nicht mehr so sommerlich. Schwarze Gewitterwolken über den Nockbergen und ein kaltes Lüfters. Einen starken Regenschauer haben wir zum Glück vermieden. Der ist über uns hinweggezogen. Hat uns eine regennasse Straße hinterlassen. Radputzen hoch3. Wir haben ja schon Übung damit.

Die Nochalmstraße war wieder einmal ein Traum. Ein harter und steiler. Mit Spitzen von 12% Steigung kein Kindergeburtstag. Man macht das ja nur wegen der genialen Abfahrtsmöglichkeiten, die man dort hat. Wenig Verkehr – schlechteres Wetter hat auch seine Vorteile.

Nach dem Highlight dann die Ankunft in der Innerkrems. Die Königsetappe war Geschichte. Das Buffet noch Zukunft. Was 46 Rennradler alles verputzen können.

Der Zeitplan etwas durcheinander. Auch meiner. Tag 5 steht bereits auf der Tagesordnung. Filzmoss – Salzburg. Über die Postalm. Meine eine wollen nicht mehr. Aber ich muss ja wieder nach hause.

Stay tuned.
Cristian Gemmato aka @_ketterechts

quaeldich.de Tauernrundfahrt 2014.

5 Etappen. Knapp 700 km und 13.000 HM.

„Österreich im Tiefdruckeinfluss. Die Gefahr von Hochwasser und Muren wird steigen.“ Kurz zusammengefasst die Wetterprognosen für die nächsten Tage. Tage, an denen die 6. quaeldich.de Tauernrundfahrt stattfinden wird. Tage an denen ich je mindestens 5 Stunden im Sattel sitzen werde. Tage, für die ich mich zum jetzigen Zeitpunkt schwer begeistern kann.

5 Etappen. Knapp 700 km und 13.000 Höhenmeter durch die Tauern. Von Salzburg nach Salzburg. Letztes Jahr noch bei 35 Grad im Schatten. Heuer … Vergessen wir es einfach. Wir werden einfach zu Helden werden. Wenn wir alles überstanden haben. Wenn. Wir, das sind ein paar Wiederholungstäter aus dem letzten Jahr und ein paar neue Gesichter. Das ist das schöne an so einer quaeldich.de Rennradreise (ja, es ist eine Rennradreise und kein Radrennen – das habe ich schon oft zu ausführlich erwähnt). Essen, radeln, Bier trinken (alkoholfrei), essen, schlafen. Genau in dieser Reihenfolge. Ist doch herrlich, oder? Mann (Frauen sind auch dabei) braucht sich um nichts anderes kümmern. Dafür ist quaedlich.de da. Zimmer sind reserviert. Gepäcktransport ist organisiert. Verpflegung eingekauft. Bier eingekühlt (Stiegl Sportweisse – what else). Das Abenteuer kann beginnen.

Natürlich werde ich auch heuer wieder die Rundfahrt live im Netz feeden. Auf Twitter, Instagramm und Facebook können alle zu Hause mit dem Hashtag #trf14 mit uns dabei sein. Meine GoPros und meine Garmin VIRB möchte ich da und dort zum Einsatz bringen (sofern auch das Wetter mitspielt und meine/unsere Sicherheit gewährleistet wird).

Auf alle Fälle muss ich noch etwas shoppen gehen. Neopren ist das Schlagwort. Denn wenn ich was hasse beim Rennrad fahren, dann sind das nasse Füße, nasse Hände, nasse Beine, nasser Rücken, nasser Kopf, nasse Brust und eine nasse Princess of Pain.

Stay tuned.
Cristian Gemmato aka @_ketterechts

#trf14 #quaeldich #ketterechts

ARBÖ Radmarathon Bad Kleinkirchheim.

1,2, 3 … Start zum ARBÖ Radmarathon Bad Kleinkirchheim

Der ARBÖ Radmarathon Bad Kleinkirchheim. Das sind 106 km und 2.200 Höhenmeter. Über die Nockalmstrasse und entlang des Millstätter Sees. Mit Start und Ziel in Bad Kleinkirchheim. Diesmal war ich in doppelter Funktion vor Ort und dabei. Als Kärntentracker für die Kärnten Werbung und als Ketterechts Blogger natürlich aus. Drei Tage im wunderschönen Bad Kleinkirchheim. Ein Örtchen welches ich schon vom Winter her kenne. Ich sage nur Powder Alarm! Aber das wäre jetzt eine ganz andere Geschichte. Eine die nicht zum Radfahren passt. Viel zu kalt.

Drei Tage Kulinarik, Sport, Genuss und Side Events. Denn zu meinem Glück fand zeitgleich das Fischfest in Feld am See statt. Natürlich habe ich dieses besucht. Zusammen mit Christoph – mein Kärntentracker Kollege. Was sich rund um den Radmarathon so abgespielt hat, das können Sie hier nachlesen. Folgender Blogbeitrag widmet sich ausschließlich mit meinen Erlebnissen beim Rennen.

Vorweg: Die Organisation des Radmarathons ist perfekt. Die Startnummernausgabe funktioniert tadellos. In wenigen Minuten habe ich meinen Zeitnehmchip und jede Menge Gutscheine in der Hand. Pasta, Getränke, freier Eintritt ins Römerbad, Gratis-Massage und ein Radtrikot der Firma Sportful. Bleibt noch viel Zeit um sich in Bad Kleinkirchheim umzuschauen. Beim Krone Kids race zum Beispiel. Oder beim Promi Radrennen zu Gunsten von Licht ins Dunkel. Mit den heimischen Olymmpiasiegern Franz Klammer und Matthias Mayer. Und natürlich bei der Pasta Party. Carboloading wie es so schön heißt. Da man von diesen Kohlehydraten nicht genug kriegen kann, gönne ich mir noch im Genusshotel Almrausch einen deliziösen Kaiserschmarren. Mit Apfelmus.

Sonntag, 6. Juli 2014. 7.30 Uhr. Es geht los. Als Blogger habe ich das Privileg ganz vorne starten zu dürfen. Neben mir der Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser. Auch er bereit für die 106 km. Chapeau. Und alle Favoriten des Rennens. Ich fühle mich wie ein Goldfisch im Haibecken. Demut. Respekt. Und etwas Angst. Meine Gefühlswelt zusammengefasst. Es geht los. Meine GoPros sind eingeschaltet. Eine am Lenker befestigt. Die eine hinten an der Sattelstütze. Ich bin der erste. Und führe die Meute an. Ich weiß. Lang wird es nicht dauern und sie werden mich überfahren. Ich genieße die Rolle des Führenden. Mache mich aber gleichzeitig auch ganz klein. Ich will nicht auffallen. Die ersten Ellbogenchecks stecke ich noch weg. Ein etwas stärkerer bringt mich und mein Rennrad ins Wanken. Ich vermeide einen Sturz. Mit Glück. Fluche. Präge mir die Startnummer des „Kollegen“ fest ein. Ich weiß zwar nicht, wo sein Auto steht, aber ich kenne mich in Social Media aus. (Starnummer 235, sofern wer nachrecherchieren will). Denke mir, was soll denn das. Aber das ist wohl Radsport. Das ist wohl Radrennsport. Hat man mir gesagt. Verstanden habe ich es nicht. Denn hier sind keine Profis am Start. Hier sind Hobbyradfahrer zu Hause. Die wie ich nur ein Ziel haben. Gesund am Abend über das Erlebte berichten zu können. Egal. Das Rennen geht weiter.

Die Abfahrt nach Patergassen ist wie immer ein Nadelöhr. Immer mehr Räder drängen sich von hinten an die Spitze. Es riecht nach verbranntem Bremsgummi. Der teilweise schlechte Asphalt ist Schuld. Dann geht es links ab nach Ebene Reichenau. Das Feld ist jetzt ein zusammenhängender Haufen an Carbonmaschinen. Es riecht nach Muskelöl. Es rauscht. Eine Symphonie aus Wind und Kurbelumdrehungen. Links und rechts tauchen immer mehr Räder auf. Ich werde ohne es zu wollen einfach nach hinten gespült. Das ist so. Entweder du pickst am Hinterrad deines Vordermannes oder jeder Millimeter wird ausgenutzt. Da sind schlaue Füchse am Werk. Geimpft mit allem was man im Radrennsport so an Tricks beherrschen muss um sich zu behaupten. Ich bin Laie. Ein Genussfahrer, der hier die falsche Spielwiese betreten hat. Oh mein Gott. Ist ein Triathlon schön und einsam.

Das Feld gleicht jetzt einer Ziehharmonika. Einmal lang gezogen und dann wieder ganz eng. Fast kuschelig. Dann geht es hinauf. Die Nockalmstraße wartet. Vorne weg, wer die Beine dazu hat. Auf nimmer Wiedersehen. Es scheint, als wären doch Profis am Start. Was für ein Tempo am Berg. Ich komme da nicht mit. Fühle meinen Pulsschlag im Hals. 175 Schläge die Minute. Zeit, etwas kürzer zu treten. Ich reihe mich ein. Ziehe meine Kamera aus der Trikottasche heraus. Neben den fixen am Rad habe ich noch eine mobile. Die neue Garmin VIRB. Mit ihr mache ich Bilder. Es ist jetzt schon ziemlich anstrengend. Treten, filmen und fotografieren. Und ja. Auch der eine oder andere Live Tweet geht raus. Auf Twitter und Facebook warten Fans und Follower auf die ersten Eindrücke. Christoph dient als Spotter und verteilt die Meldungen. Auch Kleinkirchheim ist fleißig Online und versorgt jene, die nicht dabei sind mit meinen Bildern. Der Kärnten Radmarathon ist digital. Kärnten ist digital.

Zwei Mal knapp über 2.000 Meter Seehöhe. Das ist die Nockalmstrasse. Sie präsentiert sich heute von ihrer schönsten Seite. Einfach kitschig. Aber so ist Kärnten. Wenn die Sonne scheint. Und die scheint zum Glück sehr oft. Durch den frühen Start um 7.30 Uhr ist die Straße verkehrsarm. Man hat den Eindruck, die Straße sei für den Verkehr gesperrt. Kein Motorrad. Kein Auto. Kein Autobus. Streckenposten an jeder Gefahrenstelle. Also lasse ich es krachen. Mit 80 km/h Richtung Innerkrems. Mit vollstem Vertrauen zum Material. Rolle auf teilweise neuem frischem Asphalt. Hinter mir niemand. Vor mir niemand. Ich bin allein mit mir, meinem Rennrad und den Nockbergen. Ein Traum.

Allein mit sich zu sein ist für Geist und Seele recht gut. Ausgesprochen gut. Für ein Radrennen aber ein großer Nachteil. Pech. Von der Glockenhütte hinunter nach Innerkrems und Vorderkrems sowie hinaus auf die B99 bis Trebesing, also fast das gesamte Liesertal, im Wind. Das kostet Kraft. Viel Kraft. Die Gruppe vor mir ist zwar in Sichtweise. Aber allein kann und will ich diesen Husarenritt nicht wagen. Ich bin ja Hobbysportler. Ich schaue zurück. Aber es kommt keine Hilfe. Also weiterfahren. Allein. Dann kam die Rettung. Nicht das Rote Kreuz. Nein. Eine „Packerl“. Ich lasse mich einholen. Ordne mich ein und fahre mit. Wir sind bereits in Seeboden am Millstätter See. Noch knapp 25 km bis ins Ziel. Entlang des Sees wird Tempo gemacht. Wir wechseln uns vorne ab. Mit wir meine ich 2 – 3 Fahrer. Der Rest leistet keine Führungsarbeit. Aber auch keinen Wiederstand, wenn es leicht bergauf geht. Es gibt nochmals Wasser zum Nachfüllen. Dieses mal am Ende einer kleinen Steigung. Nicht auf der Geraden, wo man mit 40 km/h kaum eine Wasserflasche fassen kann. Wir erreichen das südliche Ende des Millstätter Sees. Es geht Richtung Radenthein. Die letzten 600 Höhenmeter warten. Es ist 11 Uhr. Sie Sonne brennt. Im Feld ist es still. Entweder taktiert man oder man ist kurz vor dem sterben. Metaphorisch gemeint. Leider gibt es heuer keinen „Empfang“ in Radenthein. Echt schade. Hier gab es die letzten Jahre immer Disco Beat und Cola bzw. Red Bull. Das hätte ich gebraucht. Eben für den letzten Kraftakt hinauf nach Bad Kleinkirchheim. Die letzten Bilder. Die letzten Videosequenzen. Die letzten Tweets. Bad Kleinkirchheim ist erreicht. Das Ziel in greifbarer Nähe. Noch eine Linkskurve. Zielbogen. Habe fertig. Chip retour geben. Kaution kassieren und ab zur Stärkung. Man trifft bekannte Gesichter und diskutiert gleich als wäre man im Sportstudio. Wie die Profis. Also doch. Zu erzählen gibt es vieles.

Der ARBÖ Kärnten Radmarathon 2014 ist Geschichte. Perfektes Wetter. Super Strecke. Bad Kleinnkirchheim nockt. Nicht nur weil der Radmarathon hier Station macht. Man kann hier entspannen. Aktiv, wie auch passiv. Adria Trail, MTB Trails, Rennrad, Laufen … meine Welt. Ohne dass der Genuss zu kurz kommt. Hier wird großer Wert darauf gelegt, heimsiches zu servieren. Von der Marmelade, über die Kräuter, die Fische und das Fleisch. Immer mit dem Gewissen extra. Kärntner Gaumenfreuden. Ich habe es genossen. Und komme gerne wieder. Mit oder ohne Rennrad. Eher mit Rennrad. Oder im Winter mit den Ski. Aber das wäre eine andere Geschichte.

Stay tuned.
Crisitan Gemmato aka @_ketterechts.

PS: Video vom Radmarathon gibt es natürlich auch.

Kriterium Cyclodrom Donauinsel Wien.

Insider verirren sich im Sommer zum Cyclodrom auf der Wiener Donauinsel. Schauplatz einer Kriterium Serie. Donnerstags ab 1700 Uhr. 60 Minuten Laktatgemetzel auf einem Rundkurs mit 2 langen Geraden. Ich war zum ersten Mal dabei. Diesmal nur als Zuschauer. Gerzeit hat es mich aber schon. Das Feld kam geschlossen mit einem Schnitt von 42,2 km/h ins Ziel. Chapeau. Cristian Gemmmato aka @_ketterechts PS: Infos auch auf der Webseite des öst. Readsportverbandes (Termine, Straße, Kriterium).

quäldich.de Trainingswochenende im Mühlviertel.

die Ketterechts Familie wird immer größer

Train the Blogger powererd by Stiegl Sportweise ist um ein Kapitel reicher. 400 Radkilometer und gute 7.000 Höhenmeter in 3 Tagen. Gefahren und geschwitzt im Mühlviertel. Dank quäeldich.de. Dazu 0 (in Worten null) km schwimmen und 0 (n Worten null) km laufen. Bezogen auf die 3 Tage. Man muss Prioritäten setzen und auch socializen.

Roli, Österreich Chefquide von quäldich.de hatte gerufen und 20 Rennrad afficionandes waren ihm gefolgt. In seine Heimat. In sein Revier. In ein Gebiet, wo er die Straßen besser kennt als die Mitarbeiter der Straßenmeisterei. Roli kennt hier (und sonst auch überall) jeden Hügel, jeden Asphaltstrich und zum Glück auch jeden Brunnen. Aber dazu später. Headquarter unserer täglichen Touren war das Hotel Waldheimat. Fein. Sauber, Freundlich und mit einer Portion Celebrations als Willkommensgruß für die quäldich.de Truppe. Bounty, Snickers, Mars und Twix für alle for free. Was für ein Einstand.

Für mich war es auch eine kleine Premiere. Eine doppelte. Erstens: noch keine meiner quäldich.de Touren waren so konzipiert, dass sie täglich am selben Ort starten und enden. Zweitens: auch ich kenne das Mühlviertel so einigermaßen. Also eine geführte Tour auf bekanntem Terrain. Pferfekt.

Wer meint(e), dass nur in den Alpen viele Höhenmeter möglich sind, der irrt(e). Zumindest die Teilnehmer des Trainingswochenende werden das nicht mehr behaupten (können). Das Mühlviertels bietet zwar keine „Passtraßen“ wie wir sie sonst kennen, aber genügend Hügel und Rampen. Ein ständiges auf und ab. Highlight sicher die vielen Linzer Hausberge wie Kirchschlag, Hellmöndsödt, Altenberg, GIS und der Helmetzedter Berg. Letzteren habe ich neu kennen gelernt und bei 30 Grad lieben gelernt. Nicht zu vergessen ist auch der Koblberg. Mit 1.044m Oberösterreichs höchster Pass. Und einziger über 1.000m. Im Mühlviertel. Und nicht in den Alpen. Schön brav aneinandergereiht und auf 120 – 130 km verteilt gehen auch diese sog. Schwungbremsen in die Beine. Reichlich Laktat ist garantiert. Speziell, wenn man in Gruppe 1 unterwegs ist. Auch wenn alles bei quäldich.de kein Rennen ist. Am Berg lässt jeder seine Sau raus. Der erste Tag war sowieso ein Wahnsinn. Im Tierreich würde man das Verhalten der Teilnehmer als „markieren“ bezeichnen. Das Tempo war hoch und konnte nur mich energischem Zutun von Roli gedrosselt werden.

Das Mühlviertel hat auch wunderschöne Täler. Langgezogene. Wo es so gleichmäßig rein schmiert. Nicht steil. Aber tendenziell bergauf. Passend zur Philosophie von quäldich.de. Das Mühlviertel hat auch eine Staatsgrenze. Zur Tschechischen Republik. Wir sind ganz im Norden bei Guglwald dieser entlang gefahren und wir haben diese auch passiert. Zu einem kleinen Abstecher an den Moldau Stausee. Und zur Schlemmerreise. Denn die Preise über der Grenze haben ihren Reiz. Kein Vergleich zu dem, was man in unseren Breitengraden löhnt. Ein 200g Steak für umgerechnet ca. € 5. Zwar ohne Beilage. Aber diese kostet auch nicht mehr als € 1. Wer also seine Liebste (nicht das Fahrrad!) mal schön ausführen will. Ich empfiehle eine romantische Kanufahrt am Stausee und seinen Ausläufern mit anschließendem Essen in Vyssi Brod – keine 36 km von Linz entfernt.

Für mich war das Trainingswochenende nach den Strapazen von bike4dreams und den Linztriathlon (500 km in 3 Tagen) eine weitere Standortbestimmung Richtung Klagenfurt. Ich tat mich am ersten Tag sehr schwer, da ich das Rennrad 6 Tage nicht angegriffen hatte. Dafür legte ich einen kleinen Schwerpunkt aufs Laufen. 4 x 1000 (jeweils in unter 4′), einen schneller 13er (in 4:24) und einen lockerer 20iger (in 5:25). Dazu einmal open water schwimmen. Ach ja. Die radfreie Zeit habe ich auch genutzt meiner Princess of Pain neue Patschen aufzuziehen. Selbst geklebt! Und die kleben immer noch – die Vittorias Evo CX. Tag 2 und 3 gingen dann schon viel besser. Ich konnte in den Steigungen Aufstiegsgeschwindigkeiten von 800 – 1000 Meter/h gut treten (auf 4 – 6 km bei 8 – 12%). Und in der Ebene bin ich meinem Namen sowieso gerecht geworden. Der Ketterechts Express von Reichenau im Mühlviertel bis Gallneukirchen bei Gegenwind war für die Gruppe hinter mir wie Urlaub. Auch das Fahren bei Temperaturen über 30° bereitete mir keine Sorgen. Weil ich das sowieso liebe. Kälte a la Ötztaler hingegen nicht.

Zurück zum Mühlviertel, welches sich am vergangenen Pfingstwochenende von seiner sonnigsten und wärmsten Seite gezeigt hat. Bei Temperaturen weit über 30° in der Sonne. Die Premiere dieses Formates hat für mich Charme und Zukunft. Ein fixes Hotel, ganz ohne Stresse. Kein tägliches Koffer packen. Einfach nur wegfahren. Mit dem Rennrad. Tag für Tag. Pedalieren. Bummeln. Laktate erzeugen. Etwas Kultur. Und viel Genuss. Bei akuter Unterhopfung. Leider hat man mir meine Eispause vorenthalten. Dafür habe ich den Kefermarkter Flügelaltar boykottiert. Ausgleichende Gerechtigkeit. Sollte Roli das nächstes Jahr wiederholen – eine dicke Empfehlung meinerseits. Hotel mehr als ok. Frühstück reichlich. Am Abend Grillerei und alkoholfreies Bier. Noch keine Sportweise – aber das werden wir nächstes Jahr ändern. Versprochen. Die Gesellschaft immer ein Highlight. Alte Bekannte und neue Gesichter. Man sinniert und philosophiert. Man erzählt Geschichten und hört sich andere an. Man ist fast auf Urlaub. Wenn nicht das tägliche Radfahren wäre. Aber das ist eine andere Geschichte. Nicht meine und jene von quäldich.de.

stay tuned
Cristian Gemmato @_ketterechts

PS: dieser Blogbeitrag enthält Produktplatzierungen. Die Ketterechts Trikots sind bei mir erwerblich. Bitte um PN auf Facebook.

Train the Blogger – Zwischenbericht Woche T minus 6 1/2

Keine 9 1/2 Wochen. Nein. Das wäre zu schön. Auch weil Kim Basinger wohl etwas in die Jahre gekommen sein mag. Es sind 6 1/2 Wochen. Nur mehr 6 1/2 Wochen bis zum Ironman Austria in Klagenfurt. Die Idee dort zu starten entpuppt sich schön langsam als eine schlechte. Sehr schlechte. Warum? Das sagt mir mein Bauch-gefühl. Etwas stimmt nicht. Mit mir. In mir. Und rund um mich. Und das ist kein gutes Omen.

Ich habe schon gebloggt, dass ein Ironman kein Kindergeburtstag ist. Da sind wir uns einig. Zielstrebigkeit, Ausdauer, Konstanz, Zeitmanagement – unabdingbar in der Vorbereitung. Genau das fehlt mir derzeit. Nicht weil ich faul sei. Nein. Ich kriege schon meine Trainingstunden unter. Aber eben nur unter. Es geht sich links und rechts einfach nicht aus. Mit der Arbeit und allem rundherum. Da wird verschoben und flexibel interpretiert, was sich Trainingsplan nennt. Da wird reines Gewissen eingeschenkt, wo die Flasche längst schon leer ist. Da wird geschummelt und getrickst. Und es wird übertrieben.

Beispielsweise letzten Samstag. Der Schneebergflight. 31,5 km rund um den Schneeberg. 1.900 Höhenmeter. Knapp 4 1/2 Stunden unterwegs. In Summe ein super Erlebnis und eine sehr schöne Runde. Abgesehen vom Wetter am Gipfelgrat. Und abgesehen vom Muskelkater, den ich heute noch habe. 4 Tage später. Knapp 11 km bergablaufen. Ein suboptimales Training. Hätte ich das gewusst. Die Oberschenkel schmerzen. Ich kann kaum Treppen steigen. Aufstehen. Auto fahren. Laufen. Ja laufen geht derzeit überhaupt nicht. Die Beine und die Muskulatur machen oft Sachen, die ich nicht will. Ausfallsschritte zum Beispiel. Die verselbständigen sich einfach so. Es hat mich keiner davor gewarnt. Warum denn auch. Bin ja groß. Und hätte das schon wissen können.

Zum Glück geht das Radfahren noch. Vorgestern zum Beispiel. Knapp 50 km und ein paar hundert Höhenmeter. Zuerst gegen den Wind und gegen die Regenwolken. Und dann mit Wind und schnell weg von den Regenwolken. Alles Kette rechts. Full Speed. Leider nur 50 km. Dann hat mich ein Wolkenbruch voll erwischt. Am Samstag auch. Gestern habe ich gar nicht probiert. Sonne. Regen. Sonne. Regen. Regen. Regen. Du hast keine Chance gegen dieses April Wetter im Mai. Die nächsten Tage sind sowieso eine Katastrophe. Wenn man dem Wetterbericht glauben schenken darf.

Kein Laufen. Kein Radfahren. Schwimmen? Bitte erwähnt das Wort schwimmen nicht. Selten so wenig schwimmen gewesen wie heuer. Ich kriege es nicht hin. Aufstehen geht noch. Der Wecker läutet um 0515 Uhr. Dann gehe ich zur Morgentoilette und dann sagt mir eine innere Stimme, dass morgen noch ein Tag. Ein Tag in dem das Schwimmtraining sicher besser und effektiver sein wird. Also wird
es kurzerhand verschoben. Tag für Tag. Woche für Woche.

Ich brauche eure Hilfe. Ich brauche einen Arschtritt. Bitte danke. Sonst wird das nichts mit dem Ironman ohne zu leiden. Wenig zu leiden. Her mit ein paar Schwimmtrainingpläne – egal welche. Ok, keine 50 Meter Weltrekordpläne bitte. Aber so, dass ich in 60 Minuten 2,5 bis 3 km schwimmen kann. Es wäre mir sehr geholfen.

Ich verspreche dafür, dass ich wieder laufen werde. Sobald meine Oberschenkel wieder in meinem Besitz sind und meinen Hirnimpulsen folgen. Rad gefahren wird je nach Wetter. Spätestens aber ab Sonntag bei der Tour de Kärnten – eine Radrennen in 6 Etappen. Zumindest eine Disziplin, welche ich halbwegs bis zu viel trainiere.

Stay tuned.
Cristian Gemmato aka @_ketterechts