Schlagwort: rennrad

Offener Brief an die AutofahrerInnen in Österreich.

In anderen Ländern funktioniert das ganz gut.

Werte AutofahrerInnen,

ich weiß, dass sie es schwer haben. Vor allem in Österreich. Da muss man sich doch hier und dort mal ärgern und dem eigenen Frust und Groll ein Ventil geben. Schimpfen, hupen, fluchen, Gas geben. Das befreit. Immens. Hat fast schon therapeutische Wirkung. Schade, dass das nicht von der Krankenkasse unterstützt wird.

Die hohen Spritpreise sind es. Oder? Täglich schwankend und kurz vor Feiertagen und Urlaube besonders hoch. Diese bösen Mineralölfirmen. In einem Boot mit dem Staat. Der kassiert brav mit. Höhere Preise, höhere Umsatzsteuer. Von der Mineralölsteuer will ich hier aus Platzgründen gar nicht schreiben.

Oder ist es die erhöhte Nova? Schon auch. Plötzlich sind Autos viel teurer. Teurer im Vergleich zu anderen Ländern in Europa. Die Normverbrauchsabgabe. Eine Erfindung Österreichs, um Autofahrer zur Kasse zu bitten. Wie ärgerlich. Und dann noch CO2-Ausstoß abhängig. Will man protzen muss man jetzt mehr zahlen. Gemein. Da muss man sich doch hier und da mal ärgern und dem eigenen Frust und Groll ein Ventil geben. Schimpfen, hupen, fluchen, Gas geben. Das befreit.

Oder ist es doch der frustrierende Alltag. Die tägliche Arbeit. Der Chef. Die Kollegen. Das Essen in der Kantine. Das verregnete Wochenende. Die Niederlage des Lieblingsvereins. Der entgangene Lotto 6er. Der vergessene Geburtstag. Der verpasste Auftritt der Tochter beim Ballett oder des Sohnes bei der Schulaufführung. Die Warteschlange bei der Post. Das erneute Fettessen bei McDonalds. Die Schwiegermutter. Der gebrochene Nagel. Das ausgegangene Toilettenpapier. Der Buchsbaumzünsler. Der laute Nachbar. Das neue Auto des lauten Nachbar. Das neue Auto der Frau des lauten Nachbarn mit dem neuen Auto. Das neue Auto des Sohnes der Frau mit dem neuen Auto des lauten Nachbarn – auch mit dem neuen Auto. Die Steuerprüfung. Da muss man sich doch hier und da mal ärgern und dem eigenen Frust und Groll ein Ventil geben. Schimpfen, hupen, fluchen, Gas geben. Das befreit.

Liebe AutofahrerInnen. Ich kann das alles nachvollziehen und da und dort sogar Verständnis zeigen. Das eine oder andere trifft mich ja auch. Aber warum zum Teufel müsst ihr Autofahrer das an uns Rennradfahrer auslassen? Was können wir denn dafür? Echt jetzt! Schimpfen, hupen, fluchen, Gas geben, schneiden, abbremsen, nach außen drängeln, Mittelfinger zeigen, aussteigen, bedrohen, Recht haben, kaum einsichtig sein, den Starken spielen – von Alublech geschützt. Was können wir für eure Laune? Nichts. Gar nichts. Nichts im geringsten.

Wir haben das selbe Recht wie ihr auf der Straße zu fahren. Wir müssen nicht den meist desaströs gewarteten Radweg benutzen. Sofern es einen gibt. Auch wenn dieser parallel zur Straße verläuft. Wir können. Ja. Wir tun es auch. Wenn der Radweg für uns zumutbar ist. Oder wenn wir Schutz vor euch AutofahrerInnen suchen und brauchen – denn lieber ein Platten als ein Platz im Friedhof. Wir haben das Recht auf seitlichen Mindestabstand. Das schützt uns vor dem Fahrtwindwirbel, den ihr erzeugt, wenn ihr uns überholt. Meist zu schnell und zu knapp. Das schützt uns vor dem Sog, den ihr erzeugt, wenn ihr uns überholt. Je größer euer Auto und je höher die für das Überholen gefahrene Geschwindigkeit, desto größer ist dieser Sog. Ein seitlicher Abstand von 1,5 Meter schützt uns vor dem Seitenwind, der uns da und dort ungewollt in die Fahrbahn drückt. Wenn da einer von euch vorbeikommt, tut das weh.

Es gibt einen § 68 in der StVO. Und eine Begriffserläuterung dazu. Dieser Paragraph sollte uns schützen. Tut es aber nicht, denn kaum ein Autofahrer weiß, was da drinnen steht. Deshalb sind die 1,5 Meter seitlicher Abstand auch nur ein frommer Wunsch. Ein Blick in diese Paragraphen könnte unser Leben erleichtern. Danke im Voraus.

Wir dürfen sogar nebeneinander fahren. Ja. Wir dürfen. Doch dieses „Recht“ ist schwer gegen Alublech durchzusetzen. Da ziehen wir Rennradfahrer den kürzeren.

Also liebe AutofahrerInnen.
Nehmt das Leben etwas lockerer. Vor allem im Straßenverkehr. Und schaut darauf, dass wir heil und gesund wieder nach Hause kommen. Denn auch wir haben dort die selben Sorgen wie ihr. Wir sitzen also alle im selben Österreich.

Stay tuned
Cristian Gemmato aka @_ketterechts

Train the Blogger powered by Stiegl Sportweisse – der Monat Mai.

Die Zeit vergeht schneller als man denkt. Es sind nur mehr 8 Wochen bis zum Ironman Austria. Zeit das Training etwas anzuziehen. Danke auch bereits den kreativen Trainingsideen, die mir via Facebook und Twitter zu Augen gekommen sind. Vor allem die Schwimmeinheiten werde ich mir sehr gewissenhaft reinziehen. Das Schwimmen allgemein ist von allen Disziplinen mein Stiefkind. Es ist einfach fad Länge um Länge zu kraulen. Techniktraining hasse ich sowieso. Auf alle Fälle muss ich mein Pensum enorm steigern, will ich die 3,8 km lebend überstehen. Der Wörthersee samt Lendkanal müssen brodeln. Also bitte weitere Ideen, wie ich mein (Schwimm)Training kurzweiliger gestalten kann.

In Sachen Rennrad werde ich den Monat Mai dazu nutzen viele weitere Kilometer zu strampeln. Am Programm stehen am kommenden Wochenende die Befahrung der Großglockner Hochalpenstrasse. Von Bruck nach Heiligenblut und retour. Oder alternativ die Nockalmstrasse. Innerkrems, Eisentalhöhe, Glockenhütte, Ebene Reichenau und retour. 70 km und gute 3.000 Höhenmeter. Ich bin mir noch nicht sicher. Ich will ein paar gute Fotos von den Schneewänden machen, die sich da oben anscheinend noch meterhoch türmen. Die Nockalmstrasse wäre ein gutes Training für den ARBÖ Radmarathon in Bad Kleinkirchheim am 6. Juli 2014.  Die Großglockner Hochalpenstrasse als Training für die 6. quäldich.de Tauernrundfahrt vom 30. Juli bis 3. August 2014. 

Am Sonntag werde ich mich dem twitterlauftreff anschließen und den Schneebergflight absolvieren. Mit Laufschuhen. Gute 30 km bei 2.000 Höhenmetern. Mehr brauche ich eh nicht. Die Twitterkollegen @geordi2504, @SHaboeck, @Peterslaufblog und womöglich @GUracell werden mich wohl heimtragen (müssen). 

Highlight im Mai wird sicher die Tour de Kärnten sein. Vom 18. bis 23. Mai. 6 Etappen. 400 km. 6.700 Höhenmeter. Mit einem Einzelzeitfahren. Einen Bergzeitfahren. Und einige knackige Bergetappen. Mein allererstes Etappenrennen. Mit Betonung auf Rennen. Denn die Tour de Kärnten ist ein Etappenrennen. Mal sehen. Eigentlich bin ich als Blogger dort. Aber Rennfieber ist Rennfieber. Wer live dabei sein will, der braucht einfach nur den Hashtag #tdk14 auf Twitter oder Facebook aufrufen. Ich werde täglich bloggen. Über alles, was sich so im Rennen und rundherum tun wird. Selbstverständlich werde ich meinen Neo mit zum Ossiachersee mitnehmen. Ein paar after race Schwimmeinheiten müssen sich ausgehen. Und Morgenläufe sowieso ;-).

Noch ein Highlight im Mai ist die Nonstop-Fahrt von Wien nach Klagenfurt am 29. Mai. Mit bike4dreams radlen für einen guten Zweck. 300 km und 2.000 Höhenmeter. Meine bereits 3. Teilnahme. 2010 habe ich die selbe Strecke allein bewältigt. In 11 1/2 Stunden Gesamtzeit. Inklusive Eiernockerlmittagessen in Leoben. Auch von diesem Event werde ich unter #b4d14 berichten.

Am 30.5. versuche ich dann die selbe Strecke retour zu radeln. Allein. Außer es finden sich ein paar Mitstreiter. Das wäre der Hammer. In Sume also 600 km in 2 Tagen. Ein Kindergeburtstag.

Am 31.5. finde in Linz der traditionelle Linztriathlon statt. Keine Sorge ich werde nicht am Start sein. Dafür werde ich meinen Verein Trirun Linz – organisiert den Triathlon – als Helferlein zur Verfügung stehen. Einen Akademikerhelferjob habe ich gefordert. Mal sehen was meine Aufgabe sein wird. Etwas Bauchweh habe ich dabei schon. Denn mit Erdinger ist das falsche alkoholfreie Weissbier vor Ort. Mein Stiegl Sportweisse werde ich mir selber mitnehmen.

Stay tuned
Cristian Gemmato aka @_ketterechts

PS: Freue mich auf Feedback, solltet ihr der Meinung sein, dass mein Pensum im Mai etwas zu umfangreich sein sollte. Was es in meinen Augen auch ist.

Die Villacher Alpenstrasse. 16,5 km und 1.200 HM.

Aller Anfang ist schwer. Vor allem bie 16,5 km bergauf.

Ostermontag. Ganz Österreich sonnt sich im österlichen Hoch. Ganz Österreich? Nein. Ein kleines Bundesland im Süden trotzt diesem Trend und präsentiert sich feucht und kühl. Nicht die besten Voraussetzungen für ein Radtraining. Auch weil der Ostersonntag nicht viel besser war. Und der Karsamstag auch nicht. Scheiß drauf. Dachte ich. Scheiß drauf. Tat ich. So muss Training. Womöglich werde ich dann noch zum Weichei.

Seit Jahren urlaube ich und trainiere ich in Kärnten. Noch nie habe ich die Villacher Alpenstrasse in Angriff genommen. Dies sollte sich heute ändern. 16,5 km bergauf mit einer maximalen Steigung von 10%. Genau das Richtige. Will ich ja in knapp einem Monat bei der Tour de Kärnten mitfahren. (Die Betonung liegt auf mitfahren – und darüber bloggen).

Eine detaillierte Beschreibung des Anstieges findet man auf der Seite von quaeldich.de. Ich selber bin um warm zu werden gleich von Klagenfurt über die nasse Süduferstraße bis Selpritsch, dann die  Ironman Strecke über Rossegg bis zum Anstieg zum Faaker See gefahren. Danach Teile der Rad WM-Strecke von 1987 über den Grosssattel. Insgesamt  waren es 131 km und knapp 2.000 Höhenmeter – mit einer kleinen Zusatzrunde retour durch die Villacher Innenstadt vorbei an Wernberg Richtung Velden und Kehrwende am Nordufer da dieses gesperrt war wieder Richtung Velden und Süduferstraße). Bei durchschnittlich 11 Grad. Maximaltemperatur laut Garmin 16 Grad. Mindesttemperatur 7 Grad. Das war wohl oben am Berg, wo ich vor lauter Nebel fast nicht einmal meine Nasenspitze sehen konnte.

Es war kalt. Es war nass. Und es war anstrengend. Mich und meine Princess of Pain hat es richtig eingewässert. Auch meine neuen Sidi Wire Carbon haben ihre Regentaufe bestanden und ihre Jungfräulichkeit im Trockenen verloren. Live goes on.

Am Berg war ich allein. Ich denke zwei Autos sind mir entgegengekommen, eines hat mich überholt und oben am Berg waren ein paar Kinder mit Ihren Eltern und Rodeln. Sonst tote Hose. Knapp 60 Minuten für mich und meinen Gedanken. Diese galten hauptsächlich der Sorge nicht einzufrieren bei der Abfahrt. Meine Handschuhe hatte ich nicht mit. Durchnässt war ich sowieso schon. Schweiß, Spritzwasser und leichter Regen haben sich gut vertragen. Zum Glück war auf der Abfahrt die Straße abgesehen von den Schmelzwasser Rinnsalen halbwegs trocken. Dafür dann ab Villach nicht mehr. Es schüttete wie aus Kübeln. Und sind einmal die Zehen nass ist das wurscht. Erinnerungen kamen hoch. An den Ötztaler Radmarathon 2013. Und an bike4dreams 2013. Regenfahrten haben ihren eigenen Charme. Charakterbildend. Materialschädigend. Ich hoffe der Sommer kommt bald.

Stay tuned.
Cristian Gemmato aka @_ketterechts

Km 3. Aussichtspunkt mit Blick auf die Stadt Villach.

Km 10. Ein Selfie muss sein.

Km 13. Willkommen im Restwinter.

Km 13. Frühling? Bitte keine Scherze.

Km 15. Die letzte Kehre.

Km 16,5. Ein natürlicher Radständer.

Km 16,5. Im Nebel kein Blick zum Gipfel.

Der Dobratsch. Irgendwo dort hinten im Nebel.
Altschnee und ein wenig Neuschnee auf 1.600 m.

Selfie Nummer 2.

Mallorca 2014. Mein Trainingslager.

Basecamp. Bucht von Pollentia.

Eigentlich hätte ich heuer keines gebraucht. Ein Trainingslager. Die Bahnsaison war so was von genug (Kilometerangaben spare ich euch hier und jetzt) und der frühe Frühling hat mir sogar genug Freiluftausfahrten erlaubt. Aber gebucht ist gebucht. Und so flog ich mit dem Targettrainer Wolfgang Ermeling und einer elitären Auswahl an Mädels und Jungs von Trirun Linz & Friends zehn Tage auf die Insel. Unser Basecamp war der Resort Club Pollentia zwischen Alcudia und Port de Pollenca. Diesen Club kann ich mit reinem Wissen und Gewissen empfehlen. Auch wenn er mir etwas zu viel Massenabfertigung war. Ich schätze mal an die 800 – 1000 Betten (wenn nicht mehr). Alle belegt. Mit Triathleten. Unter anderem waren auch Raelert-Brothers Andreas und Michael vor Ort um ein Ironman Camp zu betreuen. Dass beide zusammen dünner sind als ich im Ganzen habe ich ja schon auf auf meiner Facebook Seite gepostet. Ein Trend im Triathlon?

Der Club Pollentia besticht mit vielen kleinen Villen und großzügigem Areal. Die Räder dürfen mit auf die Zimmer genommen werden. Alle Zimmer mit Balkon und mächtig HD TV 44 Zoll aufwärts. Ein Tipp: schaut, dass ihr ein Zimmer mit Sonneneinstrahlung bekommt. Wenn es auf Mallorca regnet, dann trocknet hier nichts, weil es keine Heizungen gibt. Nur Klimaanlagen. Diese müssen dann auf 30 Grad geschalten werden und die Wäsche hängt am Ventilator. Bewährt und wenn die Wäsche gewaschen ist, auch hygienisch. Sehr hygienisch.

Das Essen im Club Pollentia ist ausreichend. Mehr als ausreichend. Frühstück wie Abendessen lassen keine Wünsche übrig. Fisch, Fleisch, Beilagen, Gemüse, Salate, Käse, Nachspeisen. Der Milchreis ein Genuss. Eigentlich kann man nicht so viel Sport machen, wie hier Essen geboten wird. Einzig der Kaffee war für mich ein Fiasko. Nicht nur im Club. Auf der gesamten Insel. Nicht trinkbar. Zumindest der Cappuccino nicht. Das war schwarzer Kaffee mit einem kleinen Milchhäubchen. Ich habe Italien vermisst. Frühstück war mehr als ausgiebig und reichlich. Das Personal freundlich. Besonders hervorzuheben ist Manuela Gonzalez. Hola Manuela.

In der Anlage gibt es zwei Radvermietungen. Den Platzhirschen Hürzeler und Balear Reisen. Beim Hürzeler gibt es Cube. Bei Balear Reisen Canyon. Wahlweiße in Aluminium oder Carbon. Ich habe mich für das Canyon UltimateCF SL entschieden. Ketterechts auf Alu ist undenkbar und unwürdig. Mit Shimano Ultegra Kompakt und Mavic Ksyrium Elite. Über das Rad werde ich extra bloggen.

Die Anlage besticht auch durch eine großzügige Badelandschaft und einem Outdoor Pool. Offiziell 25m Becken mit 6 Bahnen. Salzwasser mit Düsenströmung. Interessante Erfahrung. Das Wasser offiziell mit 28 Grad recht warm. Inoffiziell empfehle ich den Neo. Eine Reservierung der Bahnen ist Pflicht. Denn vor dem Frühstück und nach 1500/1600 ist die Hölle los. Das Becken ist nicht recht tief. Knapp 40 cm auf der einen Seite. Wendenfreaks habe hier ihr Highlight.

Der Resort Club Pollentia befindet sich direkt am Meer. Nur die Straße und ein kleiner Felsen/Sandstrand trennen das Festland vom Wasser. Direkt an der Anlage auch eine 11,5 km Laufrunde. Markiert. Und sehr beliebt. Auch wenn teilweise sehr fad. Weil man ins landesinnere rennt. Und außer Steinmauern, Kakteen und Häuser nicht viel zu sehen bekommt. Ca. 2,5 km dieser 11,6 km läuft man am Radweg entlang der Straße. In der Rush-Hour eine Harakiri Aktion. Speziell dann, wenn dir Gruppen von 10 Rennern und mehr entgegenkommen. Da ist oft nicht viel Platz für Spekulationen oder Mißverständnissen.

Ein Fitnessraum (2 Laufbänder, 2 Spinningräder und ein paar moderne Geräte), eine Sauna, ein Indoor Pool und Massagemöglichkeiten runden das Sportangebot im ****Club ab. Darüber, was ich im Trainingslager nicht sehen wollte, habe ich ja schon geschrieben.

Das Wetter? Naja. Schade, dass wir nicht verlängern konnten. Und zum Glück waren wir nicht eine Woche früher auf der Insel. Alles in allem also ganz passabel. Der erste Tag frisch. Der zweite Tag verregnet. Dann ein paar kurz-kurz Tage. Dann wieder Laufwetter. Ein nächtlicher Wolkenbruch und dann von Tag zu Tag schöner und sommerlicher. Es gibt ja kein schlechtes Wetter, nur … In meinem Koffer hatte ich exakt 23,5 kg dieser Kleidung mit.

Insgesamt konnte ich 1.073 Rennradkilometer mit 10.560 Höhenmeter abspulen. Dazu noch 3 x Koppeltraiing (!!!!!). Für mich unfassbar. Als Anti-Koppler. Ein langer Lauf über 20 km und etwas plantschen waren auch dabei. Macht in Summe 3,8/1.074/44. Nicht übel, oder? Ich hatte die meisten Radkilometer und die wenigsten Schwimm- und Laufkilometer. Rennradfahrer sind halt so.

Triathleten sind da ganz anders. Das hat mich ja auch bereits veranlasst, Triathlon als Gemeinschaftssport in Frage zu stellen. Nachzulesen hier. Triathleten Schwimmen vor dem Frühstück. Triathleten fahren Rennrad nach dem Frühstück. Und Triathleten laufen nach dem Rennrad fahren. Das fast täglich. Und wenn das Wetter schlecht war, dann wurde gesponnen. Nicht wo wie ich. Sondern am Spinning Rad. Ich bin auch bei Regen ausgefahren. Mit Sasha und Gerald. Apropos Gerald: So wie er sich mit uns am Berg gespielt hat! Ganz schlecht für das eigene Ego. Chapeau. Hut ab.

Von den Touren her konnte ich mit Ausnahme von San Salvador, Cap de Formentor und den Coll de Söller alles fahren. Highlight war sicher der Küstenklassiker von Port d’Antratx bis nach Pollenca über den Puig Major. Neu war für mich dieses Jahr die Laktatschlacht rauf auf Randa und die Tour nach Porto Cristo sowie der Ausflug ins Landesinnere über Fellantx, Campos zürück zum Hotspot Petra. Alle Touren habe ich mit meinem GarminEDGE 500 aufgezeichnet. Gerne kann ich die Tracks weiterleiten. Einfach Kontakt zu mir aufnehmen. Mit dabei: Orient über Bunyola, die Ironman 70.3 Strecke über Pollenca zum Coll de Sa Bataia (Lluc) und die Auffahrt von Selva zum Coll de Sa Bataia (Lluc).

Es ist immer wieder ein Erlebnis. Die Insel präsentierte sich so grün wie schon lange nicht mehr. Die Vegetation voll im Saft. Und in der Serra de Tramuntana viel Wasser. Leider musssten wir auch die negative Seite der Rennrad-Masseninvasion miterleben. Ein toter Rennradfahrer. Unter einer Aludecke. Kein schöner Anblick. Helm und Radschuhe haben herausgeschaut. Sein Fahrrad in mehreren Stücken hinter der Leitplanke. Und zwei fette Bremsspuren genau dorthin, wo der Rennradfahrer gelegen ist. Dieser Anblick hat wieder mal alles relativiert. Es ist scheiß egal, wie viele Kilometer man fährt oder wie weit man laufen und schwimmen kann. Es ist schieß egal wie schnell man einen Berg hochklettern kann oder wie viel Speed man auf den Abfahrten hat. Das Wichtigste ist, am Abend heil nach Hause zu kommen.

Denkt daran.

Stay tuned.
Cristian Gemmato aka @_ketterechts

Weitere Bilder: hier gucken.

ICEdot. Der Crash Sensor.

Bereits vor dem heurigen Winter habe ich David Kördel von ICEdot. in Zürs bei der Snow&Safety Conference kennengelernt. David ist in Europa verantwortlich für den Vertreib und den Launch von ICEdot. Einen Crash Sensor, welcher beim Skifahren und beim Radfahren (Rennrad und MTB) bei einem Unfall Erste Hilfe leisten kann.

Eigentlich wollte ich schon viel früher über diese geniale Idee bloggen. Eigentlich. Ich hole es jetzt nach. Mit Bezug auf das Radfahren – Rennrad und Mountainbike. Dass der Crash Sensor auch beim Freeriden superüberdrüber nützlich sein kann, lassen wir hier mal weg. Ich habe es erwähnt und sie wissen das jetzt. Für den nächsten Winter. Oder für die noch ausstehenden Firntouren in den Bergen.

Was kann ICEdot? Ich habe einen Crash Sensor zum Testen bekommen. Und mich ein wenig mit der Technik und den Funktionen beschäftigt. Gut beschrieben wird die Technik in diesem YouTube Video. In einem anderen Video wird gut dargestellt, wie ICEdot im Ernstfall funktioniert.

Geliefert wird ICEdot als Sensor, Armband und diversem Zubehör (USB Ladekabel, Helmclip). Der erste Schritt ist die Registrierung. Man legt sich ein Profil an. Ein Notfallprofil mit den wichtigsten Daten über sich selbst, wer man ist, medizinische Informationen (Allergien, Medikamentenbedarf) und wie die eigenen Notfallkontakte erreichbar sind (man kann bis zu 10 Notfallkontakte angeben). Bei der Registrierung legt man das eigene Profil mit einem PIN Code an. Dieser PIN Code ist bei jedem ICEdot Produkt dabei. Als Armband. Man kann auch mehrere PINs einem ICEdot Profil zuordnen.

Ist man dann mal unterwegs kann man mittels Armband oder Kleber am Helm den Erstversorgern wichtige Informationen zugänglich machen. Kleber werden mitgeliefert oder können nachbestellt werden. Im Notfall können Erstversorger diese PIN an die am Kleber und Armband aufgedruckte Nummer per SMS senden und bekommen so lebensrettende Informationen.

Aber das ist noch nicht alles. Der Crash Sensor bietet noch weitergehenden Schutz, er kann automatisch deine Notfallkontakte mit deiner GPS Position alarmieren, wenn du einen traumatischen Aufprall erlitten hast. Wenn also der Helm einen bestimmten Schlag bekommen hat und innerhalb einer bestimmten Zeit keine weitere Bewegung registriert.

Ich denke, dass dieses Produkt sehr zur Sicherheit beitragen kann. Vor allem für jene, die sehr viel allein unterwegs sind. Wenn …
Ja, wenn. Vielleicht sollte ich noch anmerken, dass derartige Systeme wie Notfallarmbänder beim Roten Kreuz beispielsweise noch nicht wirklich akzeptiert sind. Möglich, dass dies das falsche Wort ist. Es bedarf wohl einer Schulung aller Ersthelfer, dass diese auch einen ICEdot (oder andere Produkte) erkennen und sich darüber medizinische Informationen holen. Gut dargestellt im bereits oben genannten Video.

Über das Thema Datenschutz kann und will ich hier auch nicht diskutieren. Ich müsste mit dem Hersteller reden, wie die Daten geschützt sind. Der Missbrauch des PIN Codes könnte ein Thema sein. Aber vielleicht mache ich mir da zu viele Gedanken. Die NSA weiß ja eh schon alles.

Fakt ist, dass ICEdot helfen kann. Und zwar rasch. Das ist ein superüberdrüber Pluspunkt.
Auf alle Fälle werde ich ICEdot immer dabei haben und hoffen, dass ich es nie brauchen werden.

Aktualisierung: ICEdot hat auch eine Tracking-Funktion. So lange Nutzer mit der ICEdot App fahren (also die App muss aktiv sein), können jetzt die Emergency Contacts, die Position sowie die Route via SMS getracked werden. Natürlich muss der Nutzer dies bei der Registrierung erlaubt haben. 

Wenn man eine SMS mit „track DEINCODE“ an die ICEdot Nummer schickt bekommt man dann einen Link mit dieser Info. Andere wissen wo man gerade unterwegs war bzw. wo man zuletzt getracked wurde. Eine praktische Funktion, die das Fahren noch sicherer macht und nervöse Partner und Freunde beruhigen kann. Die letzte Position mit Data Connection wird immer gespeichert, dh Rettungskräfte können da auch einen besseren Startpunkt bei der Suche haben. wenn man in einem Gebiet unterwegs sein sollte, das sich „in and out of data connection“ befindet.

Gut ist auch dass man für diese Funktion natürlich keinen Crash Sensor braucht. So lange das Handy dabei ist und die Session in der App mitläuft, kann man via SMS getrackt werden.

Ich sehe jetzt schon welche fürchten, aufzufliegen, wenn man statt am Rad im Gasthaus sitzt.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts


Verrückt nach Kilometern. Die Nonstop Challenge.

Die Helden der „Trackmaniacs Nonstop Challenge“

Höher. Schneller. Weiter. Verrückter. Das zeichnet uns wohl alle ein wenig aus. Ein wenig viel. Als ich ca. Mitte Oktober mit dem Bahnfahren angefangen habe, konnte ich nicht erahnen, wie sehr sich dieses Hobby in die jetzt eingeschlagene Richtung entwickeln würde. Anfangs dachte ich mir, ok 2 – 3 x die Woche etwas die Beine bewegen. Statt am Ergometer zu sitzen oder draußen zu frieren.

Wenn ich jetzt die Kilometer angebe, die ich seither gefahren bin, dann kriege ich die Kündigung. Und mein Steuerberater kriegt die Antwort auf viele Fragen. Deshalb tue ich es nicht. Ich verrate nur, dass ich schon ein paar 100er aufs Parkett gelegt habe. Ein paar 100er mit entsprechenden Pausen. Denn diese braucht man auf der Bahn. Vor allem der Dehydrationsfaktor ist sehr hoch. Die Luft kalt und trocken. Regelmäßiges Trinken also überlebensnotwendig.

Heute bin ich meinen ersten 100er ohne Pause gefahren. Entstanden ist das alles aus der Ansage von Lajos letzte Woche, als er 85 km Nonstop gefahren ist. Ich brauchte nicht lange, um über unsere FB Gruppe „Trackmaniacs“ Mitstreiter für einen 100er zu motiveren. Aufgrund unklarer Öffnungszeiten des Ferry Dusika Stadions waren wir uns nicht einig, wann das Ganze stattfinden soll.

So traf man sich heute. Lajos, Herbert und ich. Wir fuhren los und beendeten nach exakt 112 km (ich), 120 km (Lajos) und 123 km (Herbert) diese Challenge. Ganze 180 Minuten war ich linksrdehend unterwegs. Umgerechnet ca. 448 Runden (etwas weniger).

Beweisstück lt. Garmin Edge 500.
Herzfrequenz. 131 bpm Schnitt. Mit ein paar Ausreißern.

Eigentlich hatte ich es mir genau so schlimm vorgestellt. Die erste Stunde war echt fad und eine richtige Kopfrechnenodyssee. Noch 9x soviel bei km 10, noch 4x soviel bei km 20, noch 3x soviel bei km 25 und noch 2x soviel bei km 33,5. Bei km 40 dann wurde es schon etwas anstrengend. Das ewige Warten auf den 50er zerrte an den Nerven und an der Motivation. Als er (der 50er) dann da war, wurde auf Herunterzählen-Modus umgestellt. Doch bis km 70 war es einfach nur langweilig. Kreisfahren. Links.

Wir schauten uns immer wieder an und beobachteten einander. Natürlich. Kann ja sein, dass einer aufgibt. Oder zwei. Und dann wäre man der Sieger. Aber keiner gab auf. Nicht einmal ansatzweise. Nervenkrieg. Psychokrieg. Strategie. Wir wählten jetzt unterschiedliche „Züge“. Unten, oben, oben, unten. Da und dort gönnte ich mir verschiedene Windschatten.

Die Luft wurde immer dünner und trockener. Die fehlenden Kilometer auf den 100er aber immer weniger. Der 80iger war schon so was wie ein rettender Anker. Ab da an war es dann auch wurscht. Alles tat mir schon weh. Der Hals kratzte. Das Knie zwickte. Der Schritt juckte. Und du kannst nichts machen. Ohne Freilauf bist du an dein Bahnrad gefesselt. Da kannst nicht einfach mal aufstehen und dich kratzen. Du musst treten. Oder stehen bleiben. Doch das wollte niemand. Ich auch nicht. Nach ca. 2 1/2 Stunden fehlte nicht mehr viel auf den 100er. Ich fragte Lajos was er vorhabe. Er meinte, fahren bis der Letzte von uns vom Rad fällt. Super! Herbert drehte hingegen schon ein paar Runden im Innfeld. Was hatte er vor?

Den erreichten 100er feierte ich mit einem kleinen Sprint. 2h 40 Minuten. Es wäre vollbracht gewesen. Doch es ging weiter. Leider. Sowohl Lajos als auch Herbert machten keinen Anstand anzuhalten. WTF. Das war wie beim Pokern. Ich musste mitgehen. Vielleicht sollten die anderen bluffen?

Geschwindigkeit. Am Ende war es ein Schnitt von 37 km/h.

Sie blufften nicht. Sie kreisten weiter. Drehten Runde um Runde. Das hätte noch ein langer Abend werden können.

Nach exakt 3 Stunden Fahrzeit zog ich die Notbremse und scherte aus. 180 Minuten Nonstop. Immer Linksherum. Aus. Fertig. Nicht dass ich nicht mehr konnte. Ich wollte einfach nicht mehr. Und wie heißt es so: Der Klügere gibt nach.

Im Innenfeld gab es dann für mich 1 Banane und ein Gatorade. Wenig später trudelten dann auch Lajos und Herbert ein. Zeit noch für ein Gruppenfoto und das obligate FB Posting.

Wir hatten fertig. Ich hatte fertig. Ich hatte Oberschenkel, die aufgegangen waren wie ein Germteig bei optimaler Temperatur. Ich hatte einen Buckel wie der Glöckner von Notre Dame. Meine Bandscheibe L4/L5 hat sich mehrmals gemeldet.

112 km Nonstop auf der Bahn. 3 Stunden im Kreis fahren. Jetzt kann mich nichts mehr erschüttern. Ich plane schon die nächste Challenge.

Stay tuned.
Cristian Gemmato aka @_ketterechts

So darf Winter sein.

28. Dezember 2013. Wien Umgebung. Nach ca 14 Tagen Nebel und Dauerfrost zeigt sich die Sonne. Und der Föhn trägt seines dazu bei, die Temperaturen auf einen zweistelligen Wert zu heben.

Die logische Konsequenz – es ist rein zufällig auch Samstag – rauf aufs Rad und ab ins Freie. Schnell noch die Pedale vom Bahnrad ummontieren, Luft einpumpen – die Princess of Pain steht schon ca 2 Monaten still – warm einpacken und raus. Es ist herrlich. Warm. Etwas nass vom morgendlichen Reif.

Das erste Mal nach vielen Bahnkilometern wieder mit Freilauf und verschiedenen Gänge. Fast schon vergessener Luxus. Die ersten Metern sind etwas Besonderes. Ich versuche ständig zu kontern. Bis mein Hirn es wieder schnallt. Es ist ein Rennrad, das unter meinem Hintern fährt.

Es bläst ein lästiger böiger Südfön. Zuerst geht es gegen den Wind. Ich habe die klassische „Dienstagsrunde“ gewählt. 73 km und an die 800 HM. Anfangs gemächlich – fast schon stillstehend. Der Wind ist ein Luder. Dann die ersten Hügel. Ich habe keine Stress. Zu schön ist es wieder daheim zu sein. Zum Schluss dann mit Wind voller Speed. Wie in alten Zeiten. Etwas rostig, aber immerhin. Der 40iger zeigte manchmal auf.

Am Montag besuche ich wieder die Bahn. Denn der Winter wird wahrscheinlich nicht so bleiben, oder?

Cristian Gemmato aka @_ketterechts.