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24h Ultraradchallenge Kaindorf – mittendrin und vorne dabei.

Kaindorf

Ein großes weißes Zelt. Das Größte am improvisierten Campingplatz vor der Mehrzweckhalle in Kaindorf. Das Team cisco ist noch mit dem Aufbau beschäftigt. Das Gerippe steht schon und die Planen schützen bereits vor der Sonne. Im Zelt selber hat es gefühlte 200° ohne Umluft. Jede noch so kleinste Bewegung löst einen Schweißausbruch aus. Ein Vorgeschmack auf die bevorstehenden 24 Stunden. Hochsommer in Kaindorf. Die 24 Stunden Ultraradchallenge in der oststeirischen Ökoregion startet gleich. Endlich bin ich mittendrin, statt nur daheim. Nach dem Slovakia Ring das nächste Langzeitabenteuer. Diesmal als Legionär beim “10 minus 1” Mann- Cisco Re-Cycling Team.

Eine Rennradreise über 24 Stunden.

Ich kannte die 24 Stunden von Kaindorf nur von Erzählungen. Guten Erzählungen. Emotionalen Erzählungen. Als mir dann auch noch Cheforganistator Andreas Gratzer vom WSA greenteam zu Ostern bei meiner Rennradreise nach Zadar eine lange Zunge machte, war es für mich sehr leicht, dem Lockruf von cisco zu folgen. Pünktlich um 1800 Uhr stand ich im Startblock. Blaue Nummer am Rad und am Rücken. Firmenwertung. Mindestens 8 von 10 Teilnehmern müssen dabei von ein und derselben Firma sein. Der Rundkurs 17,9 km lang. Gespickt mit 180 Höhenmetern. Darunter der Weixelberg. Eine unscheinbare Asphaltblase, welche Runde für Runde höher und steiler wird. Um am Ende fast unüberwindbar zu werden.

Kaindorf

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Die 24 Stunden Ultraradchallenge Kaindorf besteht aus einem 3 Stunden Sprint, einem 6 Stunden Radmarathon, der 12 Stunden Classic sowie der Königsdisziplin und dem eigentlichen Ultra Hauptbewerb. 24 Stunden Radfahren. Allein oder im Team. 4er, 6er oder 10er Team. Damen oder Herren. Eingebettet sind alle Rennren in diverse Rennserien wie der Senioren Consul-Cup, der Austria-Top-Tour oder dem 24h Cup mit Grieskirchen und der 24h-Radtrophy. Die Leistungsdichte enorm. Das Live-Tracking konnte ich nur mit großen Augen und offenem Mund verfoglen. Stefan Pöll vom Team WSA Pushbikers, absolvierte beispielsweise 24 Runden (429,6 km nonstop) in einer Zeit unter 12 Stunden. Im Schnitt 29,04 Minuten pro Runde. Mehr füge ich nicht mehr hinzu.

Ultraradchallenge Kaindorf – 24 Stunden Party.

Ich zog das Los des Starfahrers. Dabei durfte ich gleich zwei Runden fahren. Aus organisatorischen Gründen. Unsere Rennstrategie, Runde für Runde zu wechseln, würde erst dann greifen. Unsere Marschtabelle, war auf 30 Minuten pro Runde ausgelegt. Schätzwerte. Vielleicht Überschätzwerte. Vom Start weg geht es gleich zur Sache. Maximalpuls sofort und unmittelbar. Brennende Oberschenkel. Schnappatmung. Am Weg nach Ebersdorf spühlt es mich von weit hinten im Feld weit nach vorne. Zu weit. Plötzlich bin ich hinter den Begleitfahrzeugen. Ein Blick auf meinen Garmin und ich schüttle den Kopf. Geschwindigkeit 51 km/h. Die gesamte Meute hinter mir. Nein. Das darf ich nicht. Ich tue es doch. Zu geil das Gefühl gejagt zu werden. Der zweite Teil der Strecke ist welliger. Enger. Kurviger. Ich bin immer noch mittendrin und vorne dabei. Den ersten ernstzunehmenden Hügel überlebe ich noch. Beim zweiten, dem Weixelberg, trennt mich mein Gewicht von den echten Rennradfahrern.

Die Abfahrt bringt mich wieder etwas heran. 26 Minuten exakt für die erste Runde. 41 km/h Schnitt. Und das mitten jener, die vorhaben 24 Stunden durchzufahren. Ich bin sprachlos und voller Hochachtung. Runde 2 fährt sich einen Tick langsamer. Ein paar 100 Meter vor mir die Spitzengruppe. Mit Profis, Ex-Profis, Naturtalenten und Beißern. Es ist heiß. Schwül. Der Mund trocken. Die Atmung fällt schwer. Den Griff zur Flasche vergesse ich. Bin zu konzentriert. Im Wind. Der Weixelberg wirft mich noch nicht ab. Fast aber. In der Abfahrt löse ich mich vom Feld. Deute an, dass ich wechseln werde. Hoffe so, in Ruhe gelassen zu werden. Keine Chance. Wie mit Superkleber behandelt, klebt man an mir. In der Wechselzone gebe ich unser Schicksal in die Hände von Martin. 28 Minuten für Runde zwei. Ich bin fertig. Habe jetzt ca. 4 Stunden Pause. Mein nächster Einsatz ist eine Nachtschicht.

Kaindorf

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Schlaflos in Kaindorf. Adrenalin ist besser als Kaffee.

Kaindorf erlebt in der Zeit der Ultraradchallenge ein Stelldichein verschiedener Menschengruppen. Zum einen die Fahrer. Die Fahrenden und die Ruhenden. Zum anderen Zuschauer, Fans, Betreuer, Dj’s, Moderatoren, Organisatoren, Helfer und Exekutive. Alle kämpfen sie 24 Stunden lang mit der Müdigkeit. Im Zielbereich und entlang der Strecke. Ein Partyzelt ist für alle rund um die Uhr offen. Ein zweites Zelt bietet Kulinarisches für all jene, die eine Vollrundum-Verpflegung gebucht haben. 24 Stunden frei essen und trinken. Nudeln, Reis, Kaiserschmarrn, Obst, Fruchtsäfte, Kaffee, Tee, Pommes, Gemüse, Nudelsuppe, Müsli, Brot, Butter, Marmelade, Kuchen, Apfelmus und Eierspeise. Alles zeitlich perfekt abgestimmt.

Auch sonst wird einem nicht langweilig. Im Zielraum, wo jeder Fahrer Runde für Runde eine kleine “Ehrenrunde” drehen muss, wird Programm geboten. Feuershow, Danceshows, Trialshow – Kaindorf ist die Stadt die niemals schläft. Zumindest nicht bei der Ultraradchallenge. Adrenalin hält sie alle wach. Besser als jeder Kaffee. Schlaflos in Kaindorf. Wer ein Auge zudrücken kann, der hat Neven wie Stahl und einen gesunden Schlaf. Während die schwüle und feuchte Nacht voll im Gange ist.

In der Nacht sind alle Kurven dunkel.

Ich versuche die Zeit zwischen meinen Einsätzen totzuschlagen. Hauptsächlich mit Essen. Viel Essen. Zu viel Essen. In der Gesamtwertung liegen wir schnell einmal auf Platz drei. Die Rundenzeiten pendeln sich im Team bei 32 Minuten im Schnitt ein. Über Plan. Das bringt die Marschtabelle etwas durcheinander. Meine zwei Nachteinsätze gegen 2300 Uhr und knapp vor 0400 Uhr morgens genieße ich in vollen Zügen. Mit meiner Ixon IQ Premium Speed von Busch+Müller mache ich mir die Nacht zum Tag. Gutes Licht ist gleichbedeutend mit Geschwindigkeit und Sicherheit und so ist es auch. Nur die Kurven sind etwas vorsichtiger zu genießen. Es fehlt in der Nacht der Seiten- und Weitblick. Und es fehlt die Orientierung. Der Bezug zur Entfernung fällt komplett weg. Das bremst ein wenig. Meine Nachtschichten absolviere ich in 30:26 und 30:51 Minuten.

Kaindorf

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Dazwischen versuche ich etwas auzuruhen und mich vor der Feuchtigkeit zu schützen. Das Zelt gleicht einem türkischen Dampfbad. Es schwitzt. Ausziehen, Umziehen, Warmanziehen. Die Schlafansätze am Boden auf einer kaputten Luftmatratze bescheren mir ein paar rheumatische Beschwerden. Das Ruhen auf einem Campingstuhl dafür ein steifes Genick. Ich bevorzuge also das Stravanzen. Und das Essen. Währenddessen schlägt sich auch der Rest des Teams cisco in den Nachstunden hervorragend. Platz 3 wird abgesichert. Platz 2 in Reichweite. Nur das Team Graz Holding reist in einer anderen Liga. Zwei Runden Rückstand sind viel zu viel und nicht mehr aufzuholen.

Kaindorf ist das Kitzbühel für die Ultracycling Szene.

Treffen und getroffen werden. Kaindorf ist Treffpunkt Bekannter und Freunde. Das Kitzbühel der Ultracycling Szene. Mit viel weniger Glamour und Scheinheiligkeit. Hier begrüßen sich Askese und Dekadenz. Es begegnen sich unterschiedliche Menschen mit derselben Leidenschaft. Jene mit einfachen Mitteln und jene mit professioneller Betreuung. Die einen schlafen im Auto, andere wiederum im Festzelt auf einem Liegestuhl, während die Erfahrenen ein komplettes Zeltdorf mit Küche, Bad und Schlafräumen aufbauen und bewohnen. Newbies lernen von den alten Haudegen.

In Kaindorf und entlang der Stecke formieren sich Partyzellen. Menschen, die ihre Häuser und Garagen öffen und mit Musik, Wasser (nicht nur) und Beifall, den herbeifahrenden Helden beistehen. Hotspot der berüchtigte Weixelberg. Dort, wo dir unbekannte Menschen frenetsich zujubeln und dich zur Höchstleistung motivieren. Hier kannst du, obwohl du schon lange nicht mehr willst.

Kaindorf

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Können, obwohl man schon lange nicht mehr will.

Die Oberschenkel schmerzen. Mir bleiben noch mindestens zwei Einsätze. Müde radle ich mich für diese je 20 Minuten locker ein. Dann jeweils die Übergabe. Raus auf die Straße. Vollgas soweit es noch geht. Vorbei an den vielen Einzelfahrern. Gerne würde ich sie mitnehmen. Im Windschatten. Draufdrücken. In den Steigungen mit hoher Frequenz die Laktatbildung verlangsamen. Die vor mir fahrenden sind Zielscheibe. Teilziele, um weiter zu kommen. Anvisieren und einholen. Vorbeifahren. Egoistisch denke ich an mich. Wer mithalten kann, ist herzlich willkommen. Freiwillig bremsen kommt nicht in Frage. Der Weixelberg ist diesmal und auch auf meiner letzten Runde Scharfrichter. Ich fahre teilweise in Zeitlupe. Anhaltspunkt ist eine mobile Tempomessung. Sie zeigte jedes Mal 14 km/h an. Viel schneller als mir gefühlsmäßig zumute ist.

29:24 und 29:59 für die Runden fünf und sechs ergänzen die Statistik. Ich habe meinen Teil dazu beigetragen. So schnell meine Beine es noch zugelassen haben. Den Rest der Medaille haben meine Teamkollegen geholt. Chapeau. Euphorisch. Denn zum Schluss machte es allen noch mehr Spass. Trotz Unwetter um 1700 Uhr und somit Abbruch des Rennens. Plötzlicher Wind und Regen, mit Blitz und Donner haben uns alle geduscht. Beim Abbau des Zeltes, welches noch trocken verstaut hätte werden sollen. Hätte.

Mittendrin und vorne dabei.

Platz 3 in der Firmenwertung. Danke cisco. Danke Franz, Peter, Markus, Markus, Hubert, Lukas, Johannes und Martin. Die 23 Stunden Ultraradchallenge ist Geschichte. Mittendrin und vorne dabei. Große Empfehlung für alle. Solo, im Team oder einfach nur als Zuseher. Kaindorf ist ein feines Event. Familiär. Überschaubar. Kurzweilig. Ich würde 2019 wieder kommen. Wer will mich?

ktrchts

Anmeldungen demächst möglich.

Austria Giro – die Rennradreise durch Österreich.

Rennradreise durch Österreich

Österreich von West nach Ost. Acht Tage. Neun Bundesländer und jede Menge Alpenpässe. Das ist der Austria Giro 2018. Die Rennradreise durch Österreich. Ein Urlaub auf zwei Rädern. Eine echte Herausforderung. Der Radsommer des Lebens. 1.400 km auf und ab. Gemeinsam wegfahren und gemeinsam ankommen. Bieler Höhe, Timmelsjoch, Jaufenpass, Hochtor, Fuschertörl, Obertauern, Sölkpass, Koblbergpass, Pfaffensattel, Feistritzsattel, Geschriebenstein und Kahlenberg. Dazwischen Bregenz, Sölden, Sillian, Radstadt, Kirchberg an der Krems, Maria Taferl, Kichberg am Wechsel, Eisenstadt und Wien als Etappenorte.

Land der Berge, Land für’s Rennradfahren.

Österreich ist das Land der Berge, das Land der Täler und das Land der Seen. Einfach perfekt zum Rennradfahren. Gemeinsam. In der Gruppe. Der Austrai Giro 2018 ist eine Grand Tour wie die großen Rundfahrten der Radprofis. Täglich von A nach B. Essen. Schlafen. Rennrad fahren. Und es sich gut gehen lassen. In Begleitung eines Busses. Für das Gepäck. Und für müde Beine. Wer nicht mehr kann und will, steigt hier ein und bleibt weiter am Ball. Die Rennradreise durch Österreich ist kein Rennen. Alles ist stressfrei. Gechillt. Jeder fährt wie lange und wie weit er kann und will.

Rennradreise durch Österreich

Abfahrt vom Timmelsjoch

Das macht auch den Spirit des Austria Giro’s aus. Urlaub mit aktiver Bewegung. Die Möglichkeit bekannte Pässe, aber auch unbekanntere Bergstraßen kennenzulernen. Mit Gleichgesinnten, das schönste Hobby der Welt zu teilen. Freude und Leid gemeinsam zu meistern. Freundschaften zu schließen und zu vertiefen. Aber auch sich selbst näher kennenzulernen. Die eigenen Grenzen zu erfahren und diese zu überwinden.

Eine Rennradreise durch Österreich. Die Rennradreise.

Die Strecke hat es in sich und führt durch jedes der neun Bundesländer. Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Kärnten, Oberösterreich, Steiermark, Niederösterreich, Burgenland und Wien. Dabei wird der jeweils höchste befahrbare Pass mitgenommen. Urlaub mit Bewegung. Eine Route, welche direkt bei der Festspielbühne am Bodensee startet und am Kahlenberg hoch über Wien endet. Inklusive Abstecher nach Südtirol. Nicht nur wegen der guten Küche.

Treffpunkt ist der 10. Augsut 2018 zum gemeinsamen Kennenlernen. Beim gemeinsamen Abendessen und der Vorstellung des Teams. Die Anreise nach Bregenz erfolgt individuell. Am nächsten Tag geht’s gleich zu Sache. Danach warten acht spannende Etappen und ein furioses Finale über die Kopfsteinpflaster hinauf auf den Kahlenberg. Besonderes Highlight ist die Bergankunft auf der 5. Etappe in Maria Taferl. Der Ausblick vom Wallfahrtsort auf die Donau und der beste Kaiserschmarrn weit und breit bleiben unvergesslich. Die Rückreise von Wien nach Bregenz erfolgt wiederum individuell. Zum Beispiel ganz bequem mit dem Zug.

Rennradreise durch Österreich

Begleitbugs für Mensch und Rennrad.

Jetzt anmelden. Zum Radsommer des Lebens.

Diese Rennradreise eignet sich für alle, die Lust am Rennradfahren haben und die Herausforderung suchen und lieben. Grundvoraussetzungen sind Erfahrung beim Fahren in der Gruppe sowie Langstreckenerfahrung mit entsprechender Grundkondition. Die Etappenorte sind fix. Natürlich ist es Ziel, die gesamte Strecke zu fahren. Wer sich aber die vielen Kilometer und Höhenmter nicht zutraut, oder teilweise zutraut, der entscheidet selbst wie lange und wie viel er/sie fährt. Tag für Tag. Der Begleitbus sorgt dafür, dass alle am jeweiligen Etappenort ankommen.

Es ist ein gemeinsames Erlebnis. Einer für alle, alle nach Wien. Hier geht’s zur Anmeldung.

ktrchts

PS: Hier geht’s zum Rückblick Austria Giro 2016.

Rennrad Hotel Mohrenwirt am Fuschlsee.

Rennrad Hotel

Gerade angekommen. Das Zimmer noch nicht bezugsfertig. Es ist ja erst 10 Uhr. Die Anreise war kurz. Also schnell Rad zusammenbauen, rein in die Radpanier und auf geht’s. Die erste Erkundungstour wartet. 4-Seen-Runde. Fuschlsee, Wolfgangsee, Mondsee und Attersee. Dazwischen Stopp beim Zauner in Bad Ischl. Nach nicht einmal zwei Kilometern ertönt ein leises, aber recht deutliches “Du bist zu schnell!” La ketterechts macht von Anfang an klar, warum wir hier im Rennrad Hotel Mohrenwirt am Fuschlsee sind. Rennrad Urlaub. Mit Betonung auf Urlaub. Wir wollen Urlaub machen. Sie will Urlaub machen. Nach den Tagen am Monte Grappa wohlverdient.

Rennrad Hotel

Mondsee Runde

Seen und gesehen werden. Das Salzkammergut.

Der Mohrenwirt. Ein Rennrad Hotel mitten im Salzkammergut am Fuschlsee. Eine Gegend, die wegen ihrer glasklaren Seen bekannt und beliebt ist. Ich kenne das Gebiet. Von früher. Bin hier sehr viel gefahren. Durchgefahren. Jetzt darf ich bleiben. Meine Zelte sind aufgeschlagen. Ganze drei Tage nehmen wir uns Zeit für die Seen und zum Gesehenwerden.

Beim Einchecken gibt es gleich eine Überraschung. Einen Sack voller Goodies. Zwei Trinkflaschen, vier ultraBar Riegel, zwei 25g Packungen Pure Magnesium Kapseln und ultrasun Sonnenschutz in Hülle und Tube. Ganze drei pro Nase und Gesicht. Mit LSF 20, 30 und 50. Dazu noch vier Apres Ride Snack Gutscheine, die Berechtigung zur Nutzung des hoteleigenen Privatstrandes am See und zwei Handybags mit Zipp-Verschluss. Ganz schön ordentlich ins Zeug gelegt. Das Team um Mastermind Jakob Schmidlechner weiß um die Notwendigkeiten des Rennradfahrers.

Rennrad Hotel

Mondsee

Rennrad Hotel Mohrenwirt. Mehr als nur Mallorca Standard.

Ich merke nicht nur am Ambiente, dass der Mohrenwirt sich das Prädikat Rennrad Hotel nicht nur einfach so auf die Fahne und auf alle Werbemittel geheftet hat. Hier wird diese Vision gelebt. Die Mitarbeiter tragen Mohrenwirt Shirts made by Castelli. In der Lobby gibt es einen kleinen Shop mit Radbekleidung, Brillen, Schuhen und anderen lebensnotwendigen Utensilien. Falls wer was vergessen haben sollte. Sonnencreme gibt es gratis an der Rezeption. Die Zimmer selber sind mit sympatischen crazy head Helm Garderoben ausgestattet. Ein großer videoüberwachter Radkeller inklusive Werkstatt bietet Platz für die eigenen Räder, aber auch für die hoteleigenen Canyon Endurande CF SL 9.0  Disc Mieträder mit Shimano Ultegra. Hier kann bei Bedarf auch selbst am Rad herumgebastelt werden. Tourenvorschläge gibt es überall. Auf der Website mit GPS-Track zum download und etwas altmodisch in einem Ordner an der Rezeption. Alles in allem mehr als nur gewohnter Mallorca Standard.

Postalm, Gaisberg, Rossfeld. Bergtraining vor der Haustür.

Die Region hat neben den vielen Seen auch ein paar interessante Anstiege zu bieten. Highlight mit Sicherheit die Postalm. Von Norden (Weißenbach bei Strobl) oder von Süden (Voglau) mit jeweils knapp 750 Höhenmetern. Der Gaisberg bei Salzburg oder auch die Rossfeld Panoramastraße bei Hallein haben es in sich und sollten nicht fehlen. Für Gäste des Rennrad Hotel Mohrenwirt gibt es ein besonderes Zuckerl. Mit Chef Jakob Schmidlechner geht’s Mittwoch’s auf den Salzburgring. Bei freier Fahrt auf 4,1 km kann man es ordentlich krachen lassen. Muss man nicht. Sollte man aber. Unbedingt.

rush hour at Salzburgring from CristianGemmato on Vimeo.

Ansonsten trifft man den Chef immer wieder. Im Hotel ist er sowieso gegenwärtig. Wenn nicht, fährt er selber Rad (Mondseerunde mit Gästen), läuft oder krault er zu “seiner” gelben Boje, 500 Meter vom Ufer des Fuschlsees entfernt.

Das Alternativprogramm zum Rennradfahren ist im Hotel Mohrenwirt umfangreich und vielfälltig. Sollte jemand nicht genug bekommen, was ich mir nicht vorstellen kann. Denn Fuschler Tage sind lang. Sehr lang. Schwimmen im See oder in beheizten und reservierten 25m Bahnen im Fuschlbad , Laufen, Stand Up Paddeln, Sauna, Dampfbad, Massagen, Fitnesscenter im Fuschlbad, hoteleigene Grillhütte, Shoppen in der Stadt Salzburg. Viel mehr, als das Sportlerherz begehren kann.

Energiespeicher sollen nicht sinnlos voll werden.

Die gute Küchte kümmert sich darum, dass Engergiespeicher nicht sinnlos voll werden oder leer bleiben. Das Frühstücksbuffet lässt keine gesunden Kalorienwünsche offen. Vom klassischen Buttersemmerl bis hin zum glutenfreien Hirse- und Buchweizenbrei. Am Abend steht bei Halbpension ein 5-Gang-Menü zur Auswahl. Extrawünsche für Allergiker, Vegetarier und Veganer werden gerne berücksichtigt. Das “Schnapserl” danach wird zur Feuerprobe für Entscheidungsschwache. Mehr als 10 Klare können einen schon verwirren.

Es gibt viele Rennrad Hotels. Und es gbt einen Mohrenwirt. Es ist die Kombination Seen, Wasser, Landschaft, Berge und der Kitsch des Salzkammerguts. Lycra trifft Tracht. Wenn ich eine Note vergeben würde, dann ein Salzkammersehrgut.

Mit ketterechts zum Eddy Merckx Classic Radmarathon.

Fuschl am See ist auch heuer wieder Austragungsort des Eddy Merckx Classic Radmarathons. Dieser “Saisonabschluss”, es folgt ja noch der King of the Lake, findet am 10. September 2017 bereits zum 11. Mal statt. Mit drei atemberaubenden Strecken rund um die Salzburger und Oberösterreichischen Seen. Kurze Strecke: 63km und 918HM. Mittlere Strecke: 106km und 1593HM. Lange Strecke: 169km und 2609HM.

Rennrad Hotel

Eddy Merckx Classic Radmarathon Strecken

Wer am Rennren teilnehmen möchte, oder einfach nur mitfahren will, um die Gegend zu genießen, dem lege ich folgendes exklusives ketterehts-Paket und meinen Windschatten ans Herz. Egal ob Einsteiger oder jene, die in der mittleren oder langen Strecke eine neue Herausforderung suchen.

_3 Tage, 2 Nächte im Hotel Mohrenwirt am Fuschlsee
_hochwertiges Willkommensgeschenk im Wert von über € 100,-
_ketterechts #feschgeil Gutschein (2 x € 10,-) einzulosen vor Ort für den Kauf einer Radhose und/oder eines Radtirkots (1 Gutschein pro Teil)
_Energiepaket
_Halbpension im besten Rennradhotel der Region (5 Gang Menü am Abend, reichheilitges Frühstücksbuffet)
_After Bike Snack
_Gratis Entritt im Fuschlseebad oder Mohrenwirt Privatstrand
_Late check out am Sonntag
_kostenloser Rennrad check (ohne Ersatzteile)
_Startgebühr inklusive
_ketterechts Betreuung vor Ort und beim Radmarathon (ketterechts-Windschatten!)
_gemeinsames Einrollen (lockere Runde am Freitag und Teil-Streckenbesichtigung am Samstag)

 

Buchung direkt im Hotel Mohrenwirt (www.mohrenwirt.at, office@mohrenwirt.at) mit Kennwort “ketterechts”. Preis ab € 270,- je nach Zimmerkategorie

Wir sehen uns beim Mohrenwirt in Fuschl am See.

ktrchts

Monte Grappa – Liebe auf dem ersten Tritt

Monte Grappa

Bergstraßen haben für mich eine magische Anziehungskraft. Jede Kehre ist dabei ein Puzzleteil auf dem Weg nach oben. Jeder Schweißtropfen die Maut, die man dafür bezahlt, diese imposanten Naturdenkmäler mit dem Rennrad befahren zu dürfen. Keine Ahnung wie viele dieser menschlichen Meisterwerke ich schon gefahren bin. Der Monte Grappa reiht sich mit Sicherheit weit oben auf der Liste der besonderen Gipfel ein. Dieser Berg hat eine bewegte Vergangenheit und deshalb eine ganz besondere Energie. Es ist ein Privileg hier rauffahren zu dürfen. Über 22.000 gefallene Soldaten im 1. Weltkrieg haben den Grundstein dafür gelegt.

Zwischen Brenta und Piave. Ein Stück Geschichte.

Die 1.775 Meter hohe “Cima Grappa” ist der höchste Punkt des Bergmassivs zwischen der Brenta im Westen und dem Piave im Osten. Beide Flüsse waren im 1. Weltkrieg Schauplatz brutaler Schlachten und Kämpfe. Der Berg sowieso. Umringt ist der Berg von vielen kleinen Ortschaften. Die bekanntesten am Fuße sind die Städte Bassano del Grappa im Westen, Feltre im Norden, Valdobiaddene, die Hauptstadt des Prosecco im Osten und Asolo gegen Süden. Hier endete 2016 die 11. Etappe des Giro d’Italia.

Was den Berg und die Gegend für Rennradfahrer so reizvoll macht, sind die 10+1 Anstiege hinauf zur Cima Grappa, der “Altipiano di Asiago” gleich nebenan und der Monte Cesan in Reichweite. Auch der Passo San Boldo, die Foresta del Cansiglio, der bei Einheimischen sehr beliebte Anstieg San Lorenzo bei Vittorio Veneto sowie der Montello können in diverse Tagestouren eingebaut werden. Die ersten drei Anstiege waren heuer Schauplatz der Granfondo Pinarello.

Monte Grappa – der Berg der tausend Kehren.

Teile meiner Rennradbekleidung lasse ich “made in Italy” in der Gegend produzieren. Meine Dienstreise zur Vorbereitung auf die Kollektion 2018 habe ich natürlich genutzt, die Gegend in Begleitung auf Rennradtauglichkeit zu testen. Denn nur vom Hören und Sagen gewinnt man keine wichtigen Erkenntnisse. Die 5 Tage Veneto brachten mir neben vielen Eindrücken vor allem müde Beine und extrem geile 400 km mit 9.500 Höhenmeter. Nicht schlecht für eine Dienstreise.

Als “Basislager” eignen sich fast alle Orte rund um den Monte Grappe. Am interessantesten ist sicher die Stadt Bassano. Hier pulsiert das Leben und die Kulinarik lässt keine Wünsche offen. Der obligate Aperol Spritz in einer der viele Bars genießt man besten zu zweit. Bassano del Grappa ist auch deshalb als Standort gut gewählt, weil hier gleich zwei der 10+1 Auffahrten zur Cima Grappa in unmittelbarer Nähe beginnen. Ich selber war in Semonzo (Borso del Grappa) im Hotel Antica Abbazia untergebracht. Sehr gutes Essen mit regionalen Produkten (Frühstück und à la carte Abendessen), schicke auf rustikal eingerichtete Zimmer und kaum 500 Meter bis zur SP140 “Strada Generale Giardino” entfernt.

Laute Italiener sind kein geeignetes Schlafmittel.

Einziger Wermutstropfen waren die Fenster auf die Restaurantterasse. Bis spät in die Nacht hinein tratschende Italiener sind kein geeignetes Schlafmittel. Auch weil sie sich minutelang mit “Ciao” hin und “Ciao” her verabschieden müssen oder wollen. Mit offenem Fenster kaum zu ertragen. Mit geschlossenem Fenster und Klima schon. Aber nicht gesund. Eine Live Band unter der Nase trägt leider auch nicht zum Schönheitsschlaf bei. Dorn im Auge oder besser gesagt Stein im Reifen war zudem der große nicht asphaltierte Parkplatz am Weg ins Hotel. 15 – 20 Meter des Grauens. Für Mountainbikes ein Traum. Für empfindliche 23mm Drahtreifen ganz das Gegenteil.

Ein perfekter Capuccino am Morgen, hausgemachte “dolci” und ein geschmacksintensiver prosciutto sowie der “frittura” am Abend haben diese kleinen Minuspunkt in Summe aber aufgewogen. Ich war ja schließlich nicht zum Schlafen da, sonden zum Arbeiten und zum Rennrad fahren.

Und täglich fährt das Murmeltier. Auf und ab.

Effizienz ist dann gegeben, wenn man neben der Pflicht noch Zeit für die Kür hat. Mit mehreren akribisch geplanten Tracks im Garmin bin ich angereist. Mit noch mehr Tracks dann abgereist. Es war nicht einfach nach Plan zu fahren. Überall lauerten interessante Straßen und anspruchsvolle Anstiege. Ein “fuori rotta” war auf meinem Garmin Display gegenwärtig. Ich folgte mehr dem Instinkt als der Landkarte. Letzendlich waren es viele Giro d’Italia erprobte Leckerbissen. Wie beispielswiese die Auffahrt von Marostica nach San Luca, die “Via Foresto Nuovo” hinauf ins Stadtzentrum von Asolo oder die “Forcella Mostaccin” bei Maser. Allesamt sehenswerte Teilstücke, die sich leicht zu einer “Akklimatisierungstour” zusammenstellen lassen. Der Monte Grappa läuft ja nicht davon.

Monte Grappa

Gute Technik und gute Beine

Das Erkunden der Gegend wäre ein 24h Job. Unbezahlbar was die Möglichkeiten und Eindrücke betrifft.

Wo ein Wille auch ein Weg. Oder 10+1 Auffahten.

Egal wie schön die Proseccogegend ist und war. Hauptziel musste die Cima Grappa sein. Kein einfaches Unterfangen bei ganzen 10+1 Monte Grappa Auffahrten. Wir haben uns zuerst für die “leichtere”, dafür längste entschieden. 27 km von Romano d’Ezzelino hinauf. Im Schnitt 6% steil mit maximal 10%. Gute 1.500 Höhenmeter am Stück. Schaffbar und machbar für jede/n. Neun Uhr war eine gute Zeit zu starten. Wenig Verkehr und Temperaturen, die unten heiß und oben angenhem waren. Für Sonja war es ein Highlight, erstmals so viele Kilometer und Höhenmeter am Stück bergauf zu fahren. Ein Highlight auch die 28 Kehren bergab Richtung Semonzo.

Monte Grappa

Kurz vor der Abzweigung nach Feltre

Noch am selben Tag, unmittelbar danach, habe ich noch eine Auffahrt draufgesetzt. Monte Grappa schmeckt am besten “doppio”. 20 km, die selben 28 Kerhen von Semonzo hinauf. Im Schnitt 8% mit maximal 14%. Weitere 1.500 Höhenmeter. Zwischen Kehre 20 und 21 war’s ganz schön hart. Zum Glück war vorsichtshalber das 29er Ritzel mit auf Dienstreise. Auch ab Kehre 25 habe ich die bis dahin knapp 2.800 Hm auf 62 km gespührt. Die Bardame im Rifugio Bassano war überrascht, mich ein zweites Mal hier oben zu sehen. “Ancora lei?” Insgesamt 3.080 HM auf 82 km. Mit mehr als 100 Kehren. bergauf und bergab. Ein sehr gutes Training in Hinblick auf den Ötztaler Radmarathon 2017. Eine Zerreißprobe für mein Steuerlager.

“Il salto della capra” – der Mortirolo Venetiens.

Mein Hersteller hat mich heiß gemacht. Er meinte ich soll den “Salto della Capra” fahren. Das sei der giftigste aller Anstiege. Und was habe ich dann gemacht? Genau. Nach der Paar-Tour über Marostica, San Luca, Richtung Conco über Fontanelle, Tortima und Bassano am vierten Tag eben dieses Highlight gesucht und gefunden. Steil, geil und wieder steil. Die 22 km von Fietta zur Cima Grappa haben es in sich. 10% im Schnitt empor mit maximal 20%. Teilweise sogar darüber. Mein Garmin zeigte nicht selten 26, 28 aber auch 32% an. In den oberen Kehren innen. Kaum zu glauben, dass hier früher die Granfondo Pinarello heraufgefahren ist. Teilweise hat das mit Rennradfahren nichts gemeinsam. Erinnerungen an den Monte Zoncolan wurden wahr.

Am Ende der Leiden beim Anblick der Ziege hoch oben als Mahnmal hat man dann die Wahl zur Qual. Entweder weiter zur Cima Grappa oder hinunter zum Monte Tomba. Zu empfehlen ist das Weitefahren zur Cima Grappa am Hochplateau vorbei an einigen bewirtschafteten Almen.

Brevetto Monte Grappa – nur die fleißigen kommen in den Himmel.

Die Italiener lieben die Dramen. Nur so ist zu verstehen, dass sie den “brevetto grappa” ins Leben gerufen habe. So wie in Österreich die verschiedenen Wandernadeln, kann man sich rund um den Monte Grappe altertümliche Lorbeeren in Form von Stempeln holen. Für die 10+1 Anstiege. Mit meinen drei hätte ich schon das “bronzene” Abzeichen bekommen. Hätte ich. Habe ich aber nicht.

Die Monte Grappa Auffahrten im Detail:

Auffahrt Länge durchschn. Steigung max. Steigung Startpunkt
1 27 km 6% 10% Romano d’Ezzelino
2 20 km 8% 14% Semonzo del Grappa
3 22 km 10% 20% Fietta
4 20 km 8% 14% Passengo
5 23 km 10% 16% Cervaso del Tomba
6 25 km 7% 15% Pederobba
7 24 km 10% 14% Alano di Piave
8 25 km 7% 20% Seren
9 28 km 6% 12% Cuapo
10 26 km 8% 20% Cismon del Grappa
10+1 10 km 11,2% 20% Crespano del Grappa

Highlight dieser vielen Anstiege ist auch eine Nachtauffahrt, die ich um ein paar Tage verpasst habe (22. Juli 2017). Die Lichter der Teilnehmer waren bis weit in die Ebene hinein zu erkennen. Sicher ein imposantes Schauspiel. Die Italiener lieben Dramen.

Der letzte Berg – aber nicht der Allerletzte.

Der Monte Grappa ist nach Süden hin der letzte Berg. Für viele aber nicht der Allerletzte. Wer sich einmal nach oben geschwitzt hat, der wird es wieder und wieder tun. Es ist diese Anziehungskraft, diese Besonderheit. Bei schönem Wetter ist sogar der Blick weit bis in die Lagune von Venedig möglich. Hat man mir gesagt. Ich wollte am letzten Tag noch eine “Early Bird” Auffahrt wagen. Die Reste eines nächtlichen Gewitters haben mir aber einen Strich durch die Rechnung gezogen. Schade. Ich komme aber bestimmt wieder. Spätestens im Mai 2018. Und ich nehme jeden mit, der mitkommen will. Termine demnächst auf ketterechts Website unter Rennradreisen.

Hier die Tracks von strava:

Forcella Mostaccin inkl. relive Video Tag 1
Crosara di Marostica “steil” inkl. relive Video Tag 2
Doppio Grappa inkl. relive Video Tag 3
Crosara di Marostica über San Luca inkl. relive Video Tag 4
“Salto della Capra” inkl. relive Video Tag 4
Bonustrack Cortina – Passo di Giau inkl. relive Video Tag 5

ktrchts

PS: Die Firmen “Selle Italia“, “Spezzotto“, “Pinarello“, “Dainese” sind auch aus der Gegend. Kreditkarte nicht vergessen.

Porec – ich komme mit Sicherheit wieder.

ketterechts in Porec

Was war das für eine herrliche Woche in Porec. Sehr viel Sonne. Noch mehr Rennrad. Und vor allem recht viel Essen. Ein Radurlaub wie im Bilderbuch. Ich habe Neues entdeckt und Altbekanntes wieder erlebt. Ich habe mich einfach treiben lassen. Ans Meer, in die Berge, in die Städte, in die Kaffees, in die Wein Bars. Leider ist es schon wieder vorbei. Zu kurz. Wie immer. Aber ich komme mit Sicherheit wieder. Erneut. Als Wiederholungstäter. Aller Voraussicht nach werde ich am 24. März 2018 diese kleine Hafenstadt in der nördlichen Adria wiedersehen. Vielleicht auch schon früher.

Porec – meine Homebase für Rennradtouren in Istrien.

Dass sich Porec als Homebase perfekt eignet habe ich ja schon in meinem letzten Blogbeitrag geschrieben. Das hat nicht nur logistische, sondern auch andere Gründe. Allen voran die kleine beschauliche Altstadt und der dazugehörende Hafen. Nichts entschädigt mehr, als nach einer Radtour in einem der vielen Lokalen den Tag ausklingen zu lassen. Direkt, verschwitzt und teilweise erschöpft, oder nach dem Essen inklusive Verdauungsspaziergang. Wir haben letzte Woche die Parentino Wine Bar zum Stammlokal gemacht. Am Hafen. Erste Reihe fußfrei. Mit Sicht auf die großen Yachten, die hier anlegen. Für die größte, die ich gesehen habe, würde ich schon ein paar schöne Rennräder bekommen. Inklusive Mechaniker und einem gesamten Team mit Wildcard für die Tour de France.

Es bewährt sich, beim Radeln die eigene Kraft so einzuteilen, dass sich danach ein wenig Flanieren ausgeht. Die Sonnenuntergänge sind in Porec sowieso ein Muss. Nicht vom Hotelzimmer aus. Auch wenn die meisten Hotels Zimmer mit Meerblick anbieten. Das Rauschen des Meeres ist der beste Soundtrack für die Sundowner-Kulisse Marke kitschig. Wenn die Temperatur passt, steht der Romantik mit einer Prise Liebe auf einer der vielen Bänke entlang Buchpromenaden nichts im Wege. Heiratsanträge nicht ausgeschlossen. Oder Wiedergutmachungen. Sollte eine Tour zu lange geworden und der Partner dabei vernachlässigt worden sein. Habe ich ein Glück, dass mein Pinarello hier in Istrien eine äußerst attraktive Trek Begleitung hatte.

Meer. Hügel. Berge. Istrien ist abwechslungsreich.

Das Schöne an Istrien ist, dass man hier im Vergleich zu Mallorca nicht hinter jeder Ecke und an jeder Kreuzung Mitstreiter einholt und überholen muss. Man kann hier von Porec aus bei einer meditativen Ausfahrt auch in absoluter Einsamkeit sterben. Weit und breit keinem Menschen begegnen. Das geht. Auch keinem Auto. Einkehrmöglichkeiten vergeblich suchen. Das geht auch. Wasser vermissen. Ja. Auch das geht. Wer die Hauptstraßen rund um Pazin, Buzet, Labin, Porec, Rovinj, Pula und Barban verlässt, kann sich sicher sein, ein Rennrad Abenteuer zu erleben. Aufpassen muss man nur darauf, nicht in einer Sackgasse oder einem Schotterweg zu enden. Mir ist das auch passiert. “Strade bianche” haben ihren Reiz. Aber auch ihre Tücken.

Geheimtipps müssen nicht geheim bleiben.

Mein Geheimtipp sind die bissigen Anstiege und Abfahrten rund um den Butoniga-Stausee hinauf nach Paladini und Vrh, hinüber nach Oslici und dann hinunter nach Cerovlje. In unseren Breitengraden würde man dafür keinen Orden für Straßenbau bekommen. Hier baut man bergauf Kehren. In Istrien Rampen. Direkt in den Himmel. Abfahrten mit über 22% Gefälle, sind keine Seltenheit. Andersrum wären es Steigungen. Also nicht jammern.

Der schönste Anstieg der gesamten Insel sind die knapp 7 km inklusive der 7 Kehren von Livade hinauf nach Oprtalj. 350 Höhenmeter verteilt auf 6,8 km. Moderate 5 – 6 % Steigung. FTP-Test verdächtigt. Momjan von hier am Weg nach Buje darf man sich auch nicht entgehen lassen. Ein 17%iger Stich raubt dir alle Kräfte, schenkt dir dann aber eine wunderbare Weinstraße Richtung Momjan.

Und ganz zum Schluss. Istrien ist erst dann der perfekte Radurlaub, wenn man am Heimweg noch in Triest stehen bleibt. Der Cappuccino auf der Terrasse des Cafè degli Specchi samt Pottpouri an Mehlspeisen gehört genauso dazu wie eine Pizza in der Pizzeriea D’Napoli. Der Rest ergibt sich von selbst.

ktrchts

Rennradabenteuer mit ketterechts. Der Austria Giro 2017.

Austria Giro 2017

Sieben Monate vor der Rennradreise Austria Giro 2017 ist es an der Zeit, einmal einen Blick hinter die Kulissen dieser bevorstehenden Premiere als organisierte Rennradreise quer durch Österreich zu werfen. So etwas entsteht ja nicht von heute auf morgen. Die Idee vielleicht schon, aber das Ganze dann auf die Beine zu stellen braucht Zeit. Organisatorisches wie rechtliches sind zu klären. Allein schon Letzeres ist aufgrund der verschiedenen Gewerbeordnungen ein kompliziertes Unterfangen. Schnell war mir klar, ein Partner muss her.

Austria Giro 2017. Eine Rennradreise mit ketterechts.

Meine Wahl fiel nach längerem hin und her, auf und ab, Wien und Linz auf cycling-adventures. Das erst im letzten Jahr gegründete Unternehmen ist kein Neuling auf dem Gebiet der Rennradreisen. Roli, Lukas, Lutz und Ruth haben schon seit Jahren ihre Finger im Spiel. Bei der Planung, Organisation und der Durchfürhung “ihrer” Radabenteuer für einen anderen Veranstalter (Name der Redaktion bekannt). Und ich war dabei. Mittendrin statt nur daheim. Schweizrundfahrt, Tauernrundfahrt, Dolomiten, SuperGiroDolomiti – nur um einige zu nennen. Dass ich die handelnden Personen persönlich kenne, war auch ein Grund dafür, mich mit cycling-acventures aufs Tandem zu setzen.

Hinter cycling-adventures stehen also begeisterte Rennradfahrer, die gerne auch mal abseits des Touristenpfade unterwegs sind. Genau das ist es, was die Reisen auch ausmacht: Spaß am Rennrad fahren mit Hang zu etwas Abenteuer. Abenteuer in dem Sinn, dass man auch mal  etwas Neues erkundet, von dem nicht schon unzählige Radkollegen berichten konnten. Dass der Chef der Reise die Strecken dabei vorher bestmöglich ausgekundschaftet hat, versteht sich von selbst. Deshalb bin ich den Austria Giro letztes Jahr auch schon “solo” gefahren. Learning by riding. Neben den Touren auf dem Rennrad soll auch der Genuss nicht zu kurz kommen, daher wird auch großen Wert auf lokale Köstlichkeiten sowie gehobene Hotels, oft mit Wellnessbereich, gelegt. Die beim Austria Giro 2017 gewählten Hotels haben alle ihren besonderen Charme. Ketterechts Ehrenwort.

Eine Radsaison ist lang und bietet viele Highlights.

cycling-adventures bietet ein buntes und breites Programm von März bis September. Hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang der Alpencross von Passau nach Triest oder die Super Giro Dolomiti Woche rund um Lienz in Osttirol. Beide Reisen mit ketterechts Star-Beteiligung. Frühe Kilometer können an der Cote d’Azur und in Liguren gesammelt werden, richtige Urlaubsstimmung kommt in der Toskana auf, die Pässewochen in Südtirol sind für Kletterer in den Fels gemeiselt. Als wirkliche Herausforderung gibt es auch die Möglichkeit einer Teilnahme am Ötztaler Radmarathon mit fixem Startplatz. Das gesamte Programm findet man auf der Seite cycling-adventures.org.

Ich lege meine Hand ins hintere Laufrad. Für die Rennradreise Austria Giro 2017 ist alles angerichtet. Strecke, Hotels, Essen, Transfer, Gepäcktransport. Und wenn was nicht passen sollte, dann machen wir es passend. Damit jeder auf sein Radabenteuer kommt. Einer für alle. Alle nach Wien.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts

PS I: Information und Buchung der Rennradreise Austria Giro 2017 hier.

ketterechts Austria Giro 2017 – Jetzt anmelden.

Austria Giro 2017

Samstag, 12. August 2017, 0900 Uhr vor der imposanten Kulisse der Seebühne der Bregenzer Festspiele. Es geht endlich los. Der ketterechts Austria Giro 2017 startet hier. Österreich von Westen nach Osten. Mit einem Abstecher in den Norden und einen in den Süden. Von Bregenz nach Wien. 8 Tage. 9 Bundesländer.  9 der höchsten Passe je Bundesland. 1.420 km und 22.000 Höhenmeter.

Wie sehr habe ich mich schon seit letztem Jahr gefreut, diese Zeilen schreiben zu können. Nach meiner Solo-Testfahrt im August 2016, einem weiteren halben Jahr Detailplanung, kann ich jetzt verkünden: Wir starten! Offiziell. Zusammen mit cycling-adventures.org, meinem Partner bei der Durchführung des ketterechts Austria Giro 2017. Bregenz, Sölden, Sillian, Radstadt, Kirchdorf an der Krems, Maria Taferl, Kirchberg am Wechsel, Eisenstadt und Wien.

Austria Giro. Jetzt anmelden. Die Plätze sind begrenzt.

Es warten die Bielerhöhe in Vorarlberg (2.071m), das Timmelsjoch in Tirol (2.474m), der Jaufenpass in Südtirol (2094m), das Hochtor in Kärnten (2.504m), das Fuschertörl in Salzburg (2.431m), der Sölkpass in der Steiermark (1788m), der Koblbergpass in Oberösterreich (1.044m), der Feistritzsattel in Niederösterreich (1.86m), der Geschriebenstein im Burgenland (802m) und der Kahlenberg in Wien (484m). Nicht nur. Der Austria Giro 2017 hat auch weitere interessante Berge und Hügel am Programm. Untergebracht sind wir in **** und ***Hotels mit Halbpension. Einzelzimmer oder Doppelzimmer. Ein Begleitfahrzeug ist stets zur Stelle und übernimmt auch den Gepäcktransport jeweils vom Ausgangspunkt zum Endpunkt der jeweiligen Tagesetappe. Wir müssen also nur Rennrad fahren, gut essen, ausreichend schlafen und die Gegend genießen.

Ein ketterechts Abenteuer mit cycling-adventures.org

Ich freue mich auf dieses Rennrad-Abenteuer. Und ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit cycling-adventures.org. Die Erfahrung der dort handelnden Personen in der Durchführung von Rennradreisen schätze ich sehr. Meine Wahl viel nicht nur deshalb auf Roland und sein Team. Roland kenne ich aus unserer gemeinsamen Zeit bei ettlichen Tauernrundfahrten, den SuperGiroDolomiti und der Rennradreisen in die Dolomiten.

Wer also mit mir von Bregenz nach Wien dabei sein will, ist herzlichst eingeladen sich anzuschließen. Wir lesen, schreiben, hören und sehen uns am 11. August 2017 in Bregenz.
Cristian Gemmato aka @_ketterechts
#austriagiro17 #ketterechts

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Bericht von Tag 1 #austriagiro16
Bericht von Tag 2 #austriagiro16
Bericht von Tag 3 #austriagiro16
Bericht von Tag 4 #austriagiro16
Bericht von Tag 5 #austriagiro16
Bericht von Tag 6 #austriagiro16
Bericht von Tag 7 #austriagiro16
Bericht von Tag 8 #austriagiro16

 

Ötztaler Radmarathon 2016. Der Ötzi-Dream ist geplatzt.

Ötztaler Radmarathon

Ich fasse mich kurz: Der Ötztaler Radmarathon 2016 findet ohne mich statt. War eh klar nach meiner Bruchlandung. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Das Wunder von Eisenstadt ist ausgeblieben. War ja auch nicht anders zu erwarten. Anatomisch wie auch physiologisch. Man hätte mich vielleicht aufs Rad heben können. Für die Ewigkeit.

Es ist also offiziell. Mein Ötzi-Dream ist geplatzt. Somit kann ich die zusammen mit quaeldich organisierte und betreute Rennradreise zum Ötztaler Radmarathon nicht beiwohnen. Zur Erinnerung: das Paket umfasste 5 Tage Vorbereitung im Juli und das Rennwochenende inkl. Startplatz und Ötzidreamer Radtrikot und -hose. Auf ein Neues 2017. Ich wünsche auf diesem Wege allen Teilnehmern, insbesonderes jenen unserer Rennradreise, alles Gute, viel Spass und gute Beine für das Rennen morgen. Ich? Ich werde vieles vermissen.

  • die Stufen rauf in die Tennishalle der Ötztal-Arena zur Startnummernabholung mit Gegenverkehr trotz Einbahnregelung
  • mein Startgeld – dieses gibt es nur bei Abschluss einer entsprechenden Stornoversicherung retour
  • den mehr als übervollen Teller Kaiserschmarrn samt Apfelmus, garniert mit Nudeln. Kaum vorstellbar, was auf einen einfachen Kartonteller so alles raufpasst. Und vor allem in welcher Kombination.
  • die Frage “Bist du den Ötzi schon mal gefahren”
  • den Italiener und seine Frau im bestens sortierten Ramsch-Standl der gesamten Expo. Kaum ein Jahr, in dem ich dort nichts gefunden und gekauft habe. Legendär die GSG-Neoprenüberschuhe. Schade dass diese nach 10 Jahren ihr Dasein aufgegeben haben.
  • den Wecker um 0400 Uhr, das frühe Frühstück, der Gang nach Außen zur Temperaturkontrolle, der Blick auf die Autodächer, um Ausschau nach Raureif zu halten
  • der doppelte bis dreifache Gang auf die Toilette nachdem die Entscheidung zum Rennoutfit gefallen und dieses im Schichtverfahren angezogen worden ist
  • das traumhafte Wetter. Als ich 2015 gemeint habe, dass ich solche Bedingungen nie mehr erleben werde, habe ich wohl bis heute Recht gehabt
  • das Vorschwindeln zum Start (mehr verrate ich nicht – das bleibt mein Geheimnis)
  • das Rauschen der Laufräder entlang der Ötztal-Bundesstraße von Sölden nach Ötz
  • das Krachen der Schaltungen am Anstieg ins Kühtai. 80% der Teilnehmer glauben nämlich mit Kette rechts rauf zu kommen.
  • der Sonnenaufgang im Ochsengarten. Dieser betont jeden Atemzug der vor dir Fahrenden noch deutlicher
  • die Stimmung kurz vor der Passhöhe mit dem Red-Bull DJ Fahrzeug. Tour de France feeling
  • die Kühe im Kühtai. Neben und auf der Straße.
  • der 100er runter Richtung Gries im Sellrain
  • die lutschenden Italiener von Kematen nach Innsbruck
  • das “ich darf nicht forcieren” hinauf auf den Brenner, um es dann doch zu tun. Weil es läuft
  • unsere eigene Labestation kurz vor dem Brenner
  • den wahren Ötztaler ab Kalch hinauf auf den Jaufenpass – hier fangen die Spiele erst an
  • den Jaufenpass. Eigentlich harmlos. Eigentlich.
  • den Blick der Teilnehmern beim Erreichen der Baumgrenze, wenn der Pass oben am Horizont schon zu sehen ist aber noch 3 1/2 km fehlen.
  • alle schönen und weniger schönen Gedanken bis dahin
  • ein größeres Ritzel hinten
  • zwei größere Ritzel hinten
  • die vielen Schlaglöcher in der Abfahrt nach St. Leonhard
  • die Mauer von St. Leonhard und ihre berüchtigten 40 Grad
  • die Stille hinauf nach Moss im Passeier
  • die noch größere Stille bis nach Schönau
  • das Schlangelinienfahren, um Meter und Höhenmeter zu machen
  • das Hadern mit dem Wetter. Zu warm oder zu kalt. Es ist hier nie optimal.
  • die Toten von Schönau
  • die letzten 10 km zum Timmelsjoch und ihre Dramen
  • den Ötzi-Dream am Timmelsjoch. Kaum ein Straßentransparent, das so viele Emotionen auslöst
  • der Fotograf in der Abfahrt zur Mautstelle. Hoffentlich erwischt er mich beim “froomen” mit über 100 km/h
  • der Gegenanstieg zu Mautstelle. Die längsten 200 Höhenmeter auf der gesamten Welt.
  • Hochgurgl, Obergurgl, Zwieselstein und die Mülldeponie von Sölden
  • die 1000m Marke
  • die applaudierende Menschenmenge
  • die Sprinter um die goldene Ananas
  • die Rechtskurve ins Ziel
  • das Ziel
  • das “nie mehr wieder”
  • die Stufen rauf in die Tennishalle der Ötztal-Arena zur Abhoung des Finisher-Trikots mit Gegenverkehr trotz Einbahnregelung
  • den mehr als übervollen Teller Kaiserschmarrn samt Apfelmus, garniert mit Nudeln. Kaum vorstellbar, was auf einen einfachen Kartonteller so alles raufpasst. Und vor allem in welcher Kombination
  • die Sauna und das Schwimmbad am Dach im DieBerge

Ötztaler Radmarathon. Ich vermisse dich.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts
#ötzidreamer #ketterechts

Austria Giro 2016 – von Bregenz nach Wien. Rückblick Teil 1.

Österreich von West nach Ost

Der Sommer 2016 hatte seinen Höhepunkt. Zumindest für mich. Mein Austria Giro 2016. Drei Tage nach meiner Ankunft am Kahlenberg in Wien ist es Zeit, mit einem Rückblick zu beginnen. In Teil 1 beschäftige ich mich mit der Strecke und den Etappenzielen.

Austria Giro 2017 – ein erster Rückblick.

Die Idee zum Giro hatte ich bereits im vergangenen Sommer. Ich wollte etwas Spezielelles. Geworden ist es eine Tour von Bregenz nach Wien. Durch jedes Bundesland und über den höchsten jeweils befahrbaren Pass. Damit begann auch die Suche nach den höchsten Pässen. In Vorarlberg ist des die Bieler Höhe auf 2.071m an der Grenze zu Tirol, in Tirol ist es das Timmelsjoch auf 2.474m an der Grenze zu Südtirol, in Kärtnen ist es das Hochtor auf 2.504 an der Grenze zu Salzburg, in Salzburg auch das Hochtor (oder falls das nicht gelten soltle, das Fuschertörl auf 2.482m), in der Steiermark der Sölkpass auf 1.788m, in Oberösterreich der Kobelbergpass 1044m, in Niederösterreich der Feistritzsattel auf 1.298m, im Burgenland der Geschriebenstein auf 802m (Passhöhe) und in Wien der Kahlenberg auf 484m. Also gute 1400 km und 23.000 Höhenmeter.

Ich wählte die Route von West nach Ost und musste die geographischen Gegebeheiten mitberücksichtigen. Bei der Planung habe ich mir eine Grenze von 200 km pro Tagesetappe vorgegeben. Kompliziert war das Erreichen des Koblbergpasses im Norden und des Geschriebenstein im Südosten. Also eine Querung Österreichs von Nord nach Süd. Und natürlich auch die Höhenmeter, dich sich ergeben würden.

Geplant war die Route dann in weniger als einer Stunde. Mit etwas Ortskenntnissen war das auch kein Problem. Ich habe dabei +Strava benutzt und mich auch darauf verlassen. Im Nachhinein muss ich sagen, dass das sehr gut funktioniert hat. Die Vorschläge waren perfekt – vor allem Tag 5 durch das Mühlviertel. Hier hat mich die Strava-Route über gut fahrbare Güterwege und Landesstraßen geführt.

Die Route im Detail:

Tag 1: Bregenz – Sölden:

Durch das Rheintal auf der L190 bis an den Anfang des Montafon. Wenig Verkehr und gute Fahrradstreifen. Dann weiter auf der L188 bis zum Anstieg zur Bieler Höhe. Hier besteht die Möglichkeit, den Radweg zu benutzen. Ich habe immer weider zwischen Straße und Radweg gewechselt. Bieler Höhe rauf und dann durch das Paznauntal bis nach Landeck. Von Landeck über Imst nach Haiming über die B171 und dann die Ötztaler Straße (B186) nach Sölden. Letzer Abschnitt mit sehr viel Verkehr. In Summe 217 km.

Tag 2: Sölden – Sillian:

Zuerst von Sölden rauf auf das Timmelsjoch, dann runter nach St. Leonhard, rauf auf den Jaufenpass, runter nach Sterzing und dann am Radweg Richtung Franzensfeste. Bei der Festung in Franzensfeste links abbigen. Richtung Bruneck. Das Pustertal kann auch am Radweg befahren werden. Was ich auch teilweise gemacht habe. Achtung: Rund um den Stausee bei Olang ist der Radweg nicht asphaltiert. Nachteile des Radweges – viel Zick-Zack und zusätzliche Höhenmeter. Kompliziert ist die Durchfahrt durch Bruneck. Sowohl auf der SS49 als auch am Radweg. In Summe 199 km.

Tag 3: Sillian – Radstadt:

Von Sillian das Drautal nach Lienz. Auf der Bundesstraße. In der Früh wenig verkehr. Rückenwind und teilweise bergab. Dann rauf auf den Iselsberg, runter nach Winklern und weiter Richtung Heiligenblut. In Döllach habe ich die Nebenstraße über Apriach zur Fleißkehre gewählt. Muss man fahren! Von der Fleißkehre dann über die Großglockner Hochalpenstrasse mit Hochtor und Fuschertörl. Von oben weiter nach Bruck am Großglockner. Dann Richtung St. Johann. Ich blieb auf der B311. Man kann aber den Radweg auch benutzen. Auch wenn dieser nicht ganz sabuer ist. Aber auch hier – Zick-Zack und unnötige Höhenmeter. Kurz vor Schwarzbach im Pongau bin ich dann über den Niederuntersberg gefahren. Um die Tunnels auf der B311 zu vermeiden. Steil, aber landschaftlich schön. In Schwarzbach kann man dann wieder auf die B311 oder wie ich ein wenig umherirren bis man St. Johann im Pongau erreicht. Hiert geht es dann Richtung Wagrein, Flachau, Altenmarkt und Radstadt. In Summe 177 km.

Tag 4: Radstadt – Schlierbach:

Von Radstadt über Untertauern und Obertauern nach Mauterndorf und Tamsweg. Von Tamsweg entweder über den Prebersee (sehr anspruchsvoll) oder die B96 Murtalstraße Richtung Murau um dann auf der L501 Richtung Sölkpass abzubiegen. In Schöder geht es links rauf bis zur Passhöhe (L104). Dann runter nach Stein an der Enns. Rechts abbiegen über die L712 nach Öblarn/Niederöblarn, dann die L734 Richtrung Irding, die L741 Richtung Aigen im Ennstal und die L740 Richtung Liezen. Von dort die B138 über den Phyrnpass. Dann weiter nach Spital am Phyrn, Windischgarsten, St. Pankraz, Klaus und Micheldorf und Kirchberg an der Krems. Über die L554 geht’s nach Schlierbach. In Summe 208 km.

Tag 5: Schlierbach – Maria Taferl:

Diese Etappe zu beschreiben fällt mir am schwersten. Es ist jene Etappe, bei der ich mich blind auf die Route verlassen habe (und dann von meinem Garmin allein gelassen worden bin). Von Schlierbach bis Linz war mir vieles bekannt (Kremsmünster, Neuhofen an der Krems, Ansfelden, Ebelsberg, Asten, Enns) und dann Richtung Schwertberg und das Aisttal auch. Richtung Koblbergpass über St. Leonhard bei Freistadt und Liebenau war ich dann schon dem analogen navigieren nahe. Vom Koblbergpass Richtung Donau dann nur mehr mit Google Maps am Handy. Fakt ist, dass ich über das kleine Yppstal zur Donau gekommen bin. Maria Taferl war dann leicht zu finden. In Summe 199 km.

Tag 6: Maria Taferl – Kirchberg a. W.:

Von Maria Taferl runter zur Donau, dann entlang der Donau und über die Donau nach Pöchlarn. Über die B1 nach St. Pölten, die B20 nach Wilhelmsburg, Traisen, Lilienfeld bis nach Freiland. Links abbiegen zur B214 bis nach Hohenberg. Ein paar Kilometer weiter geht es rechts über die B21 nach St. Aegyd im Neuwalde, über Kernhof hinauf zur/zum Gscheid. Von dort hinunter nach Terz. Links geht es weiter über die B23 auf den Lansattel. Dann weiter (immer noch B23) über Mürzsteg, Krampen, Neuburg, Kapellen bis nach Mürzzuschlag. Über die L118 geht es Richtung Spital am Semmering bis nach Steinhaus am Semmering. Hier beginnt die L117 auf den Pfaffensattel. Nach Überquerung des Pfaffensattels erreicht man Retteneg. In Retteneg links abbiegen auf der L407 bis zum Feistritzsattel. Von dort sind es noch 14 km bis nach Kirchberg a. W. In Summe 203 km. Die Abfahrt vom Pfaffensattel ist eine Katastrope. Die Auffahrt auch. Aber das fällt weniger ins Gewicht.

Tag 7. Kirchberg a. W. – Eisenstadt:

Ab Kirchberg am Wechsel geht es gleich rauf nach St. Corona am Wechsel (L137) und dann hinunter nach Aspang. In Aspang Richtung Zöbern (auch L137) und weiter bis nach Loder. Hier erreicht man die B55 und fährt diese über Bad Schönau, Kirchschlag i. d. b. W. bis nach Lockenhaus. In Lockenhaus geht es über die B56 auf den Geschriebenstein. Bei km 10 ist Kehrtwende (Passhöhe). Zurück nach Lockenhaus und dann weiter über Hochstraß (L234) nach Piringsdorf (wieder auf der B50). Von Piringsdorf links abbiegen auf die L230 Richtung Unterrabnitz, Schwendgraben, Oberrabnitz und Karl. Dann rechts abbiegen Reichtung Weingraben (B233) und Kaisersdorf bis Markt. St. Martin. Hier geht es weiter auf der B50 Richtung Weppersdorf bis nach Sieggraben und den Sieggrabner Sattel. Bei Marz die B50 verlassen und Richtung Rohbach bei Mattersburg fahren (L224). Weiter über Loipersbach, Schattendorf, Baumgarten nach Draßburg. In Draßburg rechts abbiegen (L212) und weiter nach Zagersdorf und Siegendorf. Dann weiter bis zum Kreisverkehr zur B52. Hier links Richtung Eisenstadt. Weitere 2 Kreisverkehre und auf der Ruster Straße stadteinwärts. In Summe 157 km.

Tag 8. Eisenstadt – Wien/Kahlenberg:

Die kürzeste Route. Von Eisenstadt über die L213 nach Stotzing. Dann über die L155 nach Au am Leithagebirge und weiter nach Hof im Leithagebirge. Jetzt Richtung Mannersdorf auf der B15. Weiter nach Götzendorf. Ebergassing bis nach Himberg. Von Himberg Richtung Maria Lanzersdorf und dann nach Vösendorf. In Vösendorf auf die Triester Straße und stadteinwärts nach Wien. Leider gibt es hier keinen brauchbaren Radweg. Am Wienerberg dann die Wienerberger Straße westlich Richtung Schönbrunn (links abbiegen). In Schönbrunn kann man sich am Radweg (Wienfluss) Richtung Hütteldorf bewegen. Von Hütteldorf dann auf die Höhenstraße Richtung Kahlenberg. In Summer 84 km.

Alternative wäre auch durch die Stadt (Treiester Straße, Matzleinsdorfer Platz, Wiedener Hauptstraße, Karlsplatz, Ring) zum Donaukanal, dann Richtung Klosterneuburg und von dort über die 3 km Kopfsteinpflaster auf den Kahlenberg zu fahren.

Es war eine schöne Tour mit wenig Stress auf den Straßen. Starker Verkehr nur im Ötztal, zwischen St. Pölten und Lilienfeld, sowie in und rund um Wien. Wobei die viel befahrene Triester Straße menschen- und autoleer war.

Fazit:

Austria Giro Routenplanung mit +Strava gekoppelt mit Ortskenntnissen ist perfekt. Ausweichen auf Radwege nur bedingt ratsam. Diese sind oft schlechter als die Straßen. Wenig Tunnels. Ersatzgarmin (oder andere GPS Gerät) von Vorteil. Ein Ersatzakku (Battery Pack) für Garmin und Handy ratsam. Je näher man nach Wien kommt, desto agressiver werden die Autofahrer. Vorarlberg vorbildlich in Sachen Fahrradstreifen auf Landstraßen (B190). +/- 200 km/Tag mit 7  – 8 Stunden Fahrzeit bei 2500 – 4000 Höhenmeter sind machbar (auch allein). Grundkondition erforderlich. 2 Regentage.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts
#austriagiro16 #ketterechts

PS: die GPS Daten sind auf Strava