Schlagwort: Gravel

Der My Esel E-Gravel im Test.

My Esel E-Graval im Test

Es gibt wohl viele Kriterien, nach denen beurteilt werden kann, ob die Ergebnisse eines Biketests ehrlich zustande gekommen sind und wie effektiv dabei getestet worden ist. Eines dieser Kriterien ist der Zustand des Fahrrads selbst. Erkennt man nach dem Test die Farbe des Rades nicht mehr und wiegt es mehr als vor dem Test, dann wurde ganze (Offroad) Arbeit geleistet. Braucht man dann auch noch einen ganzen Nachmittag, um die Spuren zu beseitigen, dann kann der Test nur ein voller Erfolg gewesen sein. So gesehen darf ich mir in aller Bescheidenheit auf die Schulter klopfen. Ich habe den My Esel E-Gravel im Test ausgiebig durch den Dreck gezogen, über den Schotter und den Asphalt gejagt, habe ihn schonungslos an sein Reichweiten-Limit gebracht und ich habe den Motor aus seiner Kraftreserve gelockt. Test gelungen, Patient wohlauf und nach mehreren Tagen Schlammtherapie wieder sauber.

Der erste Eindruck zählt. Und bleibt hängen.

Das My Esel E-Gravelbike ist kaum zu übersehen. Egal, wo es auftaucht. Es bleibt nicht lange unbemerkbar. Stoisch steht es da. Die Walnuss-Optik verleiht dem Bike besondere Eleganz und Einzigartigkeit, die Shimano-Komponenten (GRX Di2) gliedern sich gekonnt in den Gesamteindruck ein und die Carbonlaufräder machen das Fahrrad mit dem Holzrahmen bereits im Stand schnittig und schnell. Auffällig ist die versteckte Präsenz von Motor und Akku. Das My Esel E-Gravelbike entpuppt sich erst beim genauen Hinschauen als E-Bike (Pedelec, wenn wir es genau nehmen). Dank Hinterradnabenantrieb und dem im Holzrahmen verbauten Akku. Ein frisiertes Bio-Bike. Besonderes Detail am My Esel E-Gravelbike ist der neue, alt bewährte Hollow-Tech Holzrahmen. Im Vergleich zu den früheren Modellen wurden hier die “Ecken” abgerundet. Damit wirkt der Rahmen zärtlicher und weicher. Die Maserung wird perfekt akzentuiert. Befestigungsmöglichkeiten für Kotflügel, Licht und Gepäck sind auch schon serienmäßig mit dabei.

Der erste Eindruck ist gut. Er prägt sich ein und schraubt die Erwartungen nach oben. Entscheidend ist aber der Praxistest. Was können 42 NM Kraft und 250 Wh Ausdauer mit 15,8 kg Schönheit anfangen? Viel, ziemlich viel und das Ganze auch noch halbwegs lange.

Intelligent und behutsam die Unterstützung ausnutzen.

Schon beim ersten Tritt offenbart sich die Stärke des My Esel E-Gravelbikes. Quasi im Stand. Die Unterstützung ist im Bruchteil einer Sekunde dank Anfahrtshilfe sofort da und begleitet einen bis weit über die 25 km/h Schwelle hinaus. Das Ganze schon mit Stufe 1 von 3, wenn man es kann. Und will. Der My Esel E-Gravel im Test hat mich diesbezüglich wieder gelehrt, dass E-Bikes (Pedelecs) keine Motorräder sind. Man muss das System verstehen, um es zu nutzen. Hat man dieses “Grundverständnis” intus, dann steht dem E-Bike-Spass nichts im Wege. Also nicht einfach darauf lostreten, sondern intelligent und behutsam die Unterstützung ausnutzen. Speziell bergauf. Das E-Gravel will zuerst mit Kopf gefahren werden, erst dann mit den Beinen.

42 NM sind jetzt nicht die Welt (und kein Motorrad). Sie reichen aber vollkommen aus, immer genug Unterstützung zu haben, um sich den Gegebenheiten anzupassen und ein stetiges Vorankommen zu garantieren. Stufe 1 reicht aus, um Bergpassagen mit bis zu 25 km/h+ hinauf zu cruisen. Natürlich mit entsprechender Bio-Unterstützung. Motor und Muskelkraft lassen die 15,8 kg schnell vergessen. Solange der E-Gravel rollt, rollt er. Und steht er einmal, bringt ihn zuerst die Anfahrtshilfe und dann die Unterstützung schnell ins Rollen. Das ist sein Geheimnis. Erst wenn man das E-Gravel wieder einmal heben muss, fällt das Gewicht auf.

42 NM reichen auch aus, im tiefen Boden oder bei Unebenheiten ständig Traktion zu haben (und zu finden). Ein gutes Taktgefühl vorausgesetzt. Der integrierte Drehmomentsensor weiß ganz genau, wann er mehr und wann er weniger Kraft mitsteuern darf und soll. Dieses Wissen gilt es gekonnt zu nutzen. Der My Esel E-Gravel im Test entpuppte sich als kraftvolles Spielzeug mit sanften Charakterzügen.

Schottern ohne Ende. Und dann weiter am Asphalt.

Stufe 1, 2 oder 3? Eins reicht, zwei habe ich ein paar Mal ausprobiert und drei habe ich einfach ignoriert. E-Bikes sind keine Motorräder. Außerdem läuft der Akku bei Stufe 1 lang genug, um das Ende der Unterstützung so lange wie möglich hinauszuzögern. Das längste der Gefühle waren 95 Kilometer gut dosierte und schlau verwaltete Reichweite. Immerhin mit 600 Höhenmetern bei einem Schnitt von 26 km/h. Ganz schön sportlich würde ich jetzt behaupten. Und auch so nieder- und unterschreiben. Ich würde gerne wissen, wie das Ganze mit dem optional erhältlichen 350 Wh Akku ausgegangen wäre.

Alles in allem fährt sich der My Esel E-Gravel sensationell gut. Das Rad wirkt kompakt und wendig, sportlich und komfortabel. Die von mir gefahrene Größe M hat Wind und Wetter überstanden, rasante Abfahrten überlebt und auch künstlich herbeigeführte Gefahrensituationen bravourös gemeistert. Die 45 mm Reifen sorgen immer für Halt, Stabilität und Spurtreue. Sogar ein fiktiver Elch-Test hat dem Rad nicht geschadet. Mir auch nicht. Und das, obwohl Vorder- und Hinterreifen mit reichlich Druck rolltauglich gemacht worden sind. Mit Hilfe der Traktion lässt sich das E-Gravel vom My Esel präzise steuern. Ein einfacher physikalischer Trick.

Und am Ende die Gretchenfrage.

Wer braucht denn eigentlich ein My Esel E-Gravel? Niemand. Vor dem Test wäre das meine voreilige und unüberlegte, teils egozentrische Antwort gewesen. Nachdem ich aber den My Esel E-Gravel testen, fahren und kennenlernen durfte, muss ich mir eingestehen, dass diese Frage weit komplexer ist. Dabei geht es wohl nicht um das Brauchen oder nicht. Wohl eher um das Wollen. Wer will denn eigentlich einen My Esel E-Gravel? Ich würde ihn wollen. Zum Beispiel als Alltagsfahrrad. Die Blicke, die das Rad auf sich zieht, sind Balsam für das Seelenego. Oder als spezielles Trainingsfahrrad. Kraftausdauer lässt sich damit sehr gut und effizient trainieren. Mit oder ohne Unterstützung. Und die Fahrt zum Bäcker wäre keine gewöhnliche Fahrt, sondern mehr ein Triumphzug. Eines ist sicher. Im Keller oder in der Garage würde der My Esel E-Gravel bei mir nicht verstauben. Es macht Spass und lässt den sportlichen Charakter nicht vermissen.

Gewünscht hätte ich mir unendliche Power für längere Ausfahrten (100k +). Weil man sich schnell an die Unterstützung gewöhnt und den Kopf lieber für andere Gedanken freihätte. So fährt ein Verbrauchsrechner ständig mit. Auch eine Bedienung des übersichtlichen und perfekt integrierten Displays vom Lenker aus, würde auf meiner Wunschliste stehen. Theoretisch sollte das die Di2 zulassen. Wenn dann obendrauf auch noch die Daten für Strava (zumindest Geschwindigkeit, Dauer und Entfernung) mit aufgezeichnet und gespeichert würden, wäre alles perfekt. Fast hätte ich es vergessen: Die Leistung hätte ich noch gerne gemessen gehabt.

Einen weiteren Aspekt möchte ich an dieser Stelle noch einbringen. Und zwar jenen der Leistungsnivellierung. Der E-Gravel gleicht aus, was manchmal an Kondition, Kraft und Motivation fehlt. So lässt sich eine Ausfahrt zu Zweit harmonischer gestalten. Aber das wäre jetzt ein ganz anderes (romantisches) Thema. Ein Thema, mit dem man sich auch die Finger verbrennen kann. Oder wie seht ihr das?

Cristian
#ktrchts

My Esel E-Gravel Facts:

Gefahren wurde das My Esel E-Gravel Performance Modell. UVP € 6.650,- inkl. Ust. Aufpreis für Maßfertigung € 800,-.

MotorUPEA

Der UPEA Antrieb ist eine Entwicklung der My Esel GmbH. Der leichte und dynamische Nabenantrieb bietet ordentlich Kraft und eignet sich perfekt für hügeliges Gebiete. Das ganze geräuschlos und unsichtbar im Fahrrad integriert.

– Viel Power dank des dynamischen Nabenmotors mit 250 W I 42 Nm
– 100 % Freilauf für optimale Nutzung ohne Antrieb
– Sanfte und kontrollierte Steuerung durch Drehmomentsensor
– Reduziertes und übersichtliches Display
– Schiebehilfe mit 5 km/h
– Geräuschärmste Antrieb am Markt
– USB Ladebuchse für Smartphones
AkkuHochwertiger 250 Wh Akku (optional 350 WH) I Serviceöffnung und Ladebuchse am Rahmen
Reichweite80 km
* Bei den Reichweitenangaben handelt es sich um durchschnittliche Erfahrungswerte von My Ese. Aufgrund von Topografie, Unterstützungsstufe und Eigenleistung sind aber auch deutlich höhere oder geringere Reichweite im Vergleich zur Angabe möglich.
Ladezeit100 % in 3 Stunden I 60 % ca. 1 Stunde
RahmenMy Esel HollowTech Rahmen aus Walnuss
hohe Steifigkeit, robust und alltagstauglich, dämpft Vibrationen perfekt, bietet hohe Laufruhe, Befestigung für Flaschenhalter, Ständer, Kotflügel. Licht und Gepäck
TypologieGravel
GabelMy Esel Carbongabel mit Aluschaft
SattelSattel Selle SLR BOOST SF
SattelstützePRO Discover Seatpost Carb 27,2/20
BremseShimano BR-RX810
SchaltungShimano GRX Di2 1 x 11
KurbelMy Esel Kurbel mit Drehmomenttretlager
LaufradsatzPancho Wheels Carbon-Hochflanschfelge
BereifungSchwalbe G-ONE Allround 45×622
Gewicht15,8 kg

Radfahren im Winter.

Radfahren im Winter.

Ich hätte es wissen müssen. Und ich habe es gewusst. Der Kick und die Suche nach dem Abenteuer waren aber wieder einmal stärker als die Vernunft. Warum also Zwift & Co. beehren, wenn es draußen schneit und stürmt? Skifahren und Langlaufen geht man ja auch bei winterlichen Bedingungen. Es war also unvermeidlich, dass ich nach dem ersten wahren Lebenszeichen des Winters seit langem – vor einem Monat bin ich in Cesenatico noch mit kurzer Hose herumgefahren, unbedingt den Weg ins Freie gesucht habe. Warm eingepackt und vollgestopft mit Erfahrungswerten aus den letzten Jahren. Es war ja bekanntlich nicht das erste Mal, dass ich mich bewusst gegen die Gesetze der Physik stellen wollte. Diesmal in der Hardcore-Version. Ganz ohne Spikes.

Die permanente Suche nach Traktion.

Radfahren im Winter hat so seine Tücken. Wie man es macht, kann es falsch sein. Zumindest in unseren Breitengraden, wo nach jeden noch so zartem Schneefall, die schwersten Geschütze in Sachen Winterräumung ausgefahren werden. Tonnenweise Salz landet auf den Fahrbahnen. Der Schnee verwandelt sich zu Gatsch, der Gatsch zu Wasser und wenn alles trocknet, dann liegt eine weiße Schicht am Asphalt. Eine, die so lange es trocken bleibt kein Problem für das eigene so geliebte und stets gepflegte Fahrrad darstellt. Wird es wieder nass, dann wird dieses Salz gefräßig. Ganz vergessen habe ich zu erwähnen, dass im Winter dort, wo die Radfahrinnen entlang fahren sollten, also am Straßenrad, der von der Fahrbahn geschobene Schnee, gerne vergessen wird. In gefrorenem Zustand ist dieser äußerst tückisch.

Radwege sind da meist eine Alternative. Wenn … Genau, wenn diese geräumt bzw. nicht von irgendeinem landwirtschaftlichen Fahrzeug oder Anrainer benützt würden. Fahrzeuge hinterlassen Spuren, Spuren werden zu Eis und Eis ist einfach böse. Radfahren im Winter in also eine permanente Suche nach Traktion. Traktion, die am Hinterrad fehlt, während die Rutschgefahr am Vorderrad lauert und jede Unachtsamkeit sofort bestraft.

Radfahren bei Schneeglätte.

Zwischen Adrenalinkick und Notaufnahme.

Der sicherste Weg als Radfahrer gut über Winter zu kommen, wir reden vom richtigen Winter, jener mit Schnee und Kälte, wäre Auswandern oder Smarttrainer. Alles andere in eine Gratwanderung zwischen Adrenalinkick und Notaufnahme. Meine Rippen können ein Lied davon singen. Mit entsprechender Vorsicht und Einsicht, lässt sich der Winter, so lange ist der ja dann auch wieder nicht mehr, halbwegs gesund überleben. Ein Restrisiko bleibt. Wie auch bei der letzten Ausfahrt. Genau das Thema Physik hat mich zu Fall gebracht. Etwas zu schnell gewesen, Vorderrad nicht hundertprozentig stabil gehalten und schon war es passiert. Die Situation noch immer bildlich im Kopf. In Zeitlupe. Das Vorderrad rutschte nach links, das Fahrrad kippte nach rechts, ich flog mit, streckte mich so weit es geht, um Körperspannung zu erzeugen, erster Aufschlag Hüfte, zweiter Aufschlag Knie, dann der Handballen und zuletzt ein heftiger Tusch mit dem Helm am Eis. Schnell aufgestanden, Brille und Insta360 gesucht, gefunden, kurzer Radcheck und weitergefahren. Mein Erfahrungsschatz hat sich um einen weiteren Abflug erweitert.

Tipps zum Radfahren im Winter.

Am Ende ist es Kraftausdauer.

Es kommt beim Radfahren im Winter letztendlich darauf an, was man bezwecken muss. Grundlagentraining macht Sinn, wenn die Bedingungen es erlauben. Kälte und trockene Straßen sind da nicht das Problem. Wenn es, wie zuletzt vereiste Radwege gibt (kann man ja nicht wissen), aber vor allem Schneeverwehungen, dann darf die Ausfahrt gerne zu einer Kraftausdauereinheit werden. Mit voller Kraftintervalle gegen die natürliche Bremse Schnee. In verwehter Form ein kaum zu durchbrechendes Hindernis. Wie Skitourengehen, nur auf zwei Rädern. So habe ich für 50 Kilometer fast 3 Stunden gebraucht und am Abend war ich fertig wie nach einem Ultracycling Event. Alter schützt vor Torheit nicht.

Radfahren statt Skitourengehen.

Natürlich habe ich wieder etwas daraus gelernt. Auch deshalb, weil ich einiges falsch gemacht habe und unterschätzt habe. Die Ausfahrt selbst war kein Fehler. Was hätte ich jetzt anders machen sollen? 1. Ganz klar, Spikes: Zumindest am Vorderrad. Hat im letzten Jahr perfekt funktioniert. Auch nur nach dem ersten Abflug. 2. Profilreifen aufziehen: Ein abgefahrener Schwalbe G-One Allround 40 ist nicht die beste Wahl. 3. Luftdruck: 2,5 Bar tun’s auch. 4. Pedal-Auslösehärte: Weniger ist im Winter mehr. 5. Ass-Saver oder Kotflügel: Ein nasser Hintern ist im Winter ein kalter Hintern. 6. Geschwindigkeit: Dort, wo es schnell geht, langsamer fahren. Speziell in den Kurven. 7. Einschlagwinkel: 90 Grad einlenken ist auf Schnee und Eis ungesund. 8. Übermut: Diese einfach zu Hause lassen (oder dosiert einsetzen).

Der Winter hat erst angefangen. Es wird sicher noch weitere Möglichkeiten geben, den Lerneffekt zu prüfen. Spätestens bei den 224 Meilen Burgenland Extrem am 24. Jänner 2024.

Wir sehen uns.
#ktrchts

La Rubè in Gravel. 257 Kilometer schottern.

La Rubè in Gravel

Er heißt Luca Masini und ist das, was wir hier liebevoll und anerkennend einen Freak nennen würden. Und tun. Luca ist Bike Manager im Oxygen Cycling Hotel in Viserbella bei Rimini. Gleichzeitig auch Organisator und Initiator diverser Ultracycling Events. Sie alle aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen. Der GINS (Giro d’Italia NonStop) sei hier aber absolut erwähnenswert. Luca hat selbst eine glorreiche Vergangenheit auf dem Rad hinter sich und eine noch rosigere Zukunft vor sich. Seine Leidenschaft gilt nämlich dem “Gravelbike” und der Möglichkeiten, die sich damit ergeben. Und das sind viele. Der Trend zum “Schottern” ist ja nicht aufzuhalten. Seine neueste Idee ist die “La Rubè in Gravel“.

Das ist die Gravel-Version der legendären Paris-Roubaix. 257 Kilometer komplett auf Schotter. Genau am selben Tag. Und das nicht weit von dem Ort entfernt, an dem diese Zeilen geschrieben werden. Einmal darf man raten, was dem Autor jetzt so durch den Kopf geht.

Radfahren in der Wildnis der Emilia Romagna.

La Rubè in Gravel ist von der Idee kaum verrückter als der Ideengeber. Schräg und doch ergibt es Sinn. Sehr viel Sinn sogar. Wenn man selbst verrückt genug ist, sich um vier Uhr früh auf den Weg zu machen. Bis 20 Uhr hätte man dann Zeit die Strecke mit 2.000 Höhenmeter zurückzulegen. Eine leichtere Variante mit 118 Kilometern und 900 Höhenmetern gibt es auch. Unsupported auf sich allein gestellt. Abenteuer pur. Das versteht sich von selbst.

Dieses Event schreit danach, in die eigene Bucket List aufgenommen zu werden. “Strade Bianche” sind in, cool und Kult. La Rubè in Gravel serviert diese auf dem goldenen Tablett.

La Rubè in Gravel - Strecke

Lizenz oder Doktorspiele.

Die Anmeldung ist einfach. Kompliziert ist nur die Tatsache, dass man für das Antreten bei Radrennen in Italien entweder eine Lizenz braucht (Uci, Csain, Fci, Acsi…) oder als Amateur verpflichtend ein ärztliches Attest vorlegen muss (nicht älter als 6 Monate). Darüber hinaus wird auch eine private Haftpflichtversicherung vorgeschrieben. Alles muss bei der “registrazione” brav vorgelegt werden.

Der Rest ist easy und kostet im Verhältnis wenig. Für € 25,- kann man starten, wenn man aus der Provinz Rimini kommt, für € 75 starten alle anderen inklusive Frühstück und Abendessen. Wer im Hotel übernachten will, legt € 125 auf den Tisch. Weitere Goodies sowie die gpx Daten und Reflektoren sind in diesen Preisen auch enthalten. Viel für wenig Geld.

Rennradurlaub in Riccione.

Falls Überlegungen anstehen sollten, La Rubè del Gravel zu bestreiten, besteht die Möglichkeit, sich dem Rennradurlaub in Riccione anzuschließen. Dieser findet unter der Federführung des Autors vom 9. bis 16. April 2022 statt. Für das Rennen wäre eine Verlängerung/Verlegung von Riccione nach Viserbella möglich. Schotterrad mitbringen oder Schotterrad ausborgen.

Individualreisende können sonst gerne für die Anmeldung und die Suche nach einer passenden Unterkunft den sprachlichen Heimvorteil des Schreibers nutzen und sich so geschickt und gekonnt durch den Formular-Dschungel bewegen. Ob vor Ort der ktrchts-Windschatten genutzt werden kann, bleibt noch offen.

#ktrchts

La Rubè in Gravel

17. April 2022
257 Kilometer (118 Kilometer)
2000 Höhenmeter (900 Höhenmeter)
komplett auf Strade Bianche (Schotter)
Start: Visarbella (RN) Oxygen Cycling Hotel 4 Uhr
Ziel: Visarbella (RN) Oxygen Cycling Hotel 20 Uhr
Bewertung: *****


Rennradfahren in der Rennradregion SalzburgerLand-Salzkammergut.

Rennradregion SalzburgerLand-Salzkammergut

Wer die Wahl hat, sich zwischen Wasser, Hügeln und Bergen zu entscheiden, der wählt für einen Rennradurlaub einfach die Rennradregion SalzburgerLand-Salzkammergut. Am besten dann, wenn die Sommerfrische zu Ende ist. Und die milden Temperaturen das Besondere dieser einzigartigen Region noch mehr unterstreichen. Ein Hauch von Sommer und ein Tupfer Herbst reichen, um Straßen und Schotterwege zwischen den vielen Seen, Almen und Passstraßen in eine spannende und abwechslungsreiche Entdeckerzone zu verwandeln. Dabei spielt es keine Rolle, ob man mit dem Rennrad oder mit dem Gravelbike unterwegs ist. Was zählt ist die Zeit, die man sich dafür nimmt. Gastgeber der Rennradregion SalzburgerLand-Salzkammergut sind das Salzburger Seenland, Eugendorf, Mondsee, Dachstein-Salzkammergut, die Fuschlseeregion und Attersee-Attergau sowie Rennrad-Hotels mit speziellen Angeboten und Services für Radfahrer*innen. Unendliche Weiten. Und der Autor wieder mittendrin, statt nur daheim. Endlich wieder.

Zwischen Wasser, Hügeln und Bergen.

Bekannt aus King of the Lake, Mondsee 5 Seen Marathon, Race Around Austria und Eddy Merks Classic ist die Rennradregion SalzburgerLand-Salzkammergut nicht nur für Schnellfahrer*innen gedacht. Am richtigen Ort und zum richtigen Zeitpunkt kann und darf man hier auch einmal langsamer und genussvoller fahren. Sogar bremsen und stehen bleiben ist erlaubt und erwünscht. Hier ist jeder Hügel eine Aussichtsplattform, der Berg eine Herausforderung und das Wasser die wohlverdiente Belohnung. Magisch angezogen wird man garantiert von allen drei. Dazwischen erstrecken sich bekannte Straßen und Pässe aber auch abwechslungsreiche Feld- und Radwege. Für Liebhaber*innen des breiteren Lenkers mit Drop Flare, Lenkertasche sowie dickeren, stolligeren Reifen ist zudem jede Abzweigung davon der Beginn eines neuen Abenteuers.

Die Welt ist groß und die Möglichkeiten sind vielfältig. Rennradfahren im SalzburgerLand und im Salzkammergut genauso. Egal ob am Rennrad oder mit dem Gravelbike. Hier geht’s direkt zu den schönsten Touren.

Rennradfahren in der Fuschlseeregion

Do, statt to-do. Der Autor radelt persönlich.

Eisenaueralm, Bleckwand, Lichtenberg. Dazu noch Fuschlsee, Wolfgangsee, Schwarzensee und Attersee. So könnte das Programm für einen Kurztrip in die Rennradregion SalzburgerLand-Salzkammergut aussehen. Und genauso hat das Programm für einen Kurztrip in diese Region auch ausgesehen. Inklusive Schnuppertauchen. Ganz genau. Schnuppertauchen. Mit Sauerstoffflasche und allem drum und dran. Do, statt to-do lautet eines der vielen Mottos, mit denen man sich hier um neue Gäste bemüht. Einer solchen Einladung konnte der Autor nicht widerstehen.

Pünktlich um 11 Uhr stand Tobi von Casa Bicicletta einsatzbereit vor dem Hotel Seewinkel in Fuschl am See. Er hatte die Aufgabe durchs Gravel-Programm zu führen. Weg von den Klassikern wie Postalm, Grossalm, Strubklamm, oder Weißenbachtal. Das ganz Besondere findet sich außerhalb gewohnter Pfade. Im Einsatz deshalb das neueste Gravelbike von MyEsel. Frisch von der Eurobike. Ein Unikat. Der Prototyp. Gefunden wurde das Besondere ganz schnell. Wenige Kilometer von Fuschl am See via St. Gilgen am Wolfgangsee. Die Auffahrt auf die Eisenaueralm von Scharfling aus. Nur 7 Kilometer lang, dafür mit 600 Höhenmeter auf Schotter eine technische und konditionelle Herausforderung. Es war, wie man sich eine angenehme Schinderei vorstellt. Ruhig und der Blick auf den Mondsee immer wieder atemberaubend. Gut, dass man hier hinauffahren darf. Vorbei an Wasserfällen, kantigen Felsen, sanften Wiesen und rauschenden Bächen. Das Plaudern kam dabei nicht zu kurz. Über Gott und die Welt. Die Radwelt natürlich. Und es wurde über Gravel diskutiert. Dass diese neue Disziplin dem Hardtail MTB Konkurrenz macht, wurde zudem gleich mit einem unmissverständlichen Feldtest bewiesen.

Ganz anders war die Abfahrt von der Eisenaueralm auf der anderen Seite. Eine feinst präparierte Schotterpiste führte moderat abfallend und wie von Meisterhand geglättet vorbei an diversen Almhütten direkt zum wunderschönen Schwarzensee. Auf diesem Streckenabschnitt ist Gravel zu Hause. Noch mehr, wenn man in die entgegengesetzte Richtung zur Bergankunft antritt. Dann waren es nur mehr wenige Kilometer vom Schwarzensee bis zum Wolfgangsee, dessen Wächter der Schafberg alles überthront.

Rennradfahren auch ohne Rennrad.

Diese knapp 55 km lange Tour mit 1.000 Höhenmetern hat gezeigt, dass man in der Region auch ohne Rennrad ganz gut Rennradfahren kann. Vielleicht sogar viel besser. Mit dem richtigen Set-up tun weder Steine, Kies noch Wiesen weh. Zur Freude der Wadln. Zurück in Fuschl am See ist ein Stopp im Café Restaurant Jacob zu empfehlen. Natürlich kann man es auch den Einheimischen nachmachen und in den noch 19° warmen Fuschlsee springen. Oder Koordination und Kraft beim Apres Bike am Stand Up Paddle oder Tretboot verbessern. Romantiker hingegen nehmen sich ein Ruderboot und laden ihre Liebsten auf eine Runde am See ein. Oft genügt es aber auch, einfach übers Wasser zu schauen und die Sonne zu genießen.

Der Vorteil eines Gravelbikes auf der Straße machte sich auch gleich am nächsten Tag bezahlt. Noch vor dem Date mit Special Guide Erwin am Attersee, musste der Sonntagvormittag stilgerecht überbrückt werden. Zur Auswahl standen die Tipps von Agnes. Die Stichstraße hinauf zur Bleckwand oder eine Umrundung des Zwölferhorn. Aufgrund mangelnder Ortskenntnisse fiel die Entscheidung einstimmig zugunsten der Bleckwand aus. Also wieder von Fuschl am See nach St. Gilgen am Wolfgansee, dann weiter nach Geschwendt, um dann über Vitz am Berg die Mautstraße hinauf Richtung Bleckwand, Niedergaden und Schwarzeneck einzuschlagen. Bis zum Ende des Asphalts sind es von der B158 knapp 7 km und 700 Höhenmeter. Also ein Schnitt von ungefähr 10 %. Konstant.

Jeder Schweißtropfen hat sich gelohnt. Die Ungewissheit vor dem, was noch kommen wird und der immer wieder aufblitzende Wolfgangsee haben die Auffahrt kurzweilig gestaltet. Die bewundernden Blicke der Wanderer haben ihren Teil dazu beigetragen. Rennradfahren ohne Rennrad eben. Mit einer bergtauglichen Shimano GRX 48/31 vorne und 11/42 hinten. Auf dem Schotteresel mit Holzrahmen. Testbericht folgt.

Somit war das “freiwillige” Vormittagsprogramm erledigt. Einer Weiterfahrt an den Attersee stand nichts mehr im Wege. Dort wartete Erwin, der eigentliche King of the Lake. Denn ohne Erwin und seinem Team würde es dieses legendäre Einzelzeitfahren rund um den Attersee nicht geben. “Ride with Locals” – diesmal mit mächtiger lokaler Rennradprominenz.

Ride with Locals – auch am Attersee.

Erwin kennt den Attersee und den Attergau wie kaum ein anderer. Umso erfreulicher das Treffen mit ihm. Seine persönlich ausgewählte Runde mit Lichtenberg, Buchberg und Kronberg hat dem Autor aber Angst gemacht. Zumal auch von einem Skilift und einem Aussichtstrum die Rede war. Mit der Bleckwand in den Beinen rollte es sich hinter Erwin flott, aber trotzdem machbar. Ziel war es, die besten Hügel und somit Aussichten auf und um den Attersee anzufahren. Das ist gelungen. Dazwischen gab es viele Geschichten rund um die Anfänge des King of the Lake, des TriStar Triathlon, der einst am Attersee Station machte, das 24h Rennen rund um den Attersee und auch das Race Around Austria, welches Erwin als Sieger im 4er Team besonders gut in Erinnerung hat.

Will man eine Region kennenlernen, muss man sich den Einheimischen anschließen. Wenn man ihnen nachkommt, wird das zum Erlebnis. Es gibt dann nicht nur verkehrsarme Strecken, sondern auch jede Menge Radwiki-Wissen und Geheimtipps für eine kulinarische Pause.

Am Ende der 70 Kilometer Runde gab es eine perfekte Punktlandung inklusive blauer Stunde bevor am Attersee das Licht abgeschaltet wurde. Genau richtig für ein feines Bad, ein Gläschen High5, den Tatort und die wohlverdiente Nachtruhe.

Das Beste kommt zum Schluss.

Dank des kaiserlichen Herbstwetters in kein einziger Programmpunkt ins Wasser gefallen. Was die perfekte Überleitung zum bereits anfangs erwähnten Schnuppertauchen mit der Tauchschule Under Pressure herstellt. Untertauchen ohne nass zu werden. Dank Trockenanzug. 30 Minuten lang Darth Vader sein. Vater von Luke. Tief einatmen und tief ausatmen. Die Einführung in die Materie sollte man sich sehr ans Herz legen. Dann sind die praktischen Übungen leichter und verständlicher. Tauchen ist wie eine Alltags-Vollbremsung. Tarieren und schweben im Nichts. Mit Blei an den Hüften. Endlich schwer sein dürfen. Nicht wie beim Radfahren, wo jedes Gramm zu viel den Untergang bedeutet. Tauchen ist eine Superzeitlupe. Nicht ganz einfach, aber wenn man das Atmen nicht vergisst, dann hat man schon viel dazugelernt und das eigene Leben unter Wasser gut im Griff.

Tauchen im Attersee

Zwischen Wasser, Hügeln und Bergen. Die Rennradregion SalzburgerLand-Salzkammergut hat ihre Reize. Nicht nur rund um die vielen Seen, sondern auch in den vielen Seen. Das gibt es in dieser Form nirgendwo anders. Und das Tauchen? Muss man nicht, sollte man aber. Ein wunderbares Erlebnis, das den Abschluss eines perfekten Wochenendes eingeleitet hat. Ein Mittagessen im neuen Das Attersee. Natürlich Fisch. Ein im Tee gegarter Saibling mit Risotto und saisonalem Gemüse.

#ktrchts

Mit dem Autor selbst die Rennradregion SalzburgerLand-Salzkammergut entdecken? Hier gibt es die Möglichkeit Urlaub zu machen und Rennrad zu fahren.

PS: Da es sich in diesem Fall um einen bezahlten Aufenthalt in der Rennradregion SalzburgerLand-Salzkammergut handelt, ist der Beitrag im Sinne der Transparenz mit “Produktplatzierung” gekennzeichnet. Es handelt sich dabei trotzdem und wie immer um einen eigenen verfassten Beitrag, der die Meinung des Autors und seine Erfahrungen widerspiegelt.