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Rad-WM 2018 in Innsbruck – wie geil ist Radsport.

Rad-WM 2018 in Innsbruck

Nach der WM ist vor der WM. Nach Innsbruck 2018 folgt Yorkshire 2019. Und es wird auch dort wieder die beste WM aller Zeiten sein. So wie es 2017 in Bergen war. Und 2016 in Richmond. 2016 lassen wir aus. Die WM in Doha ist ja bekanntlich im Sand verlaufen. Gegenwärtig ist noch Innsbruck Rad-Weltmeister. Mit Recht. Denn Ski-Tirol hat allen gezeigt, dass man dort auch Rennrad-Tirol sein kann. Ich war anfangs skeptisch. Hatte Bedenken darüber, ob der Funken Euphorie auf die Bevölkerung und das Publikum überspringen würde. Anfang August war bei meinem Besuch im Kufsteinerland das WM-Fieber noch in Quarantäne.

Rad-WM 2018 in Innsbruck. Mittendrin und doch daheim.

Auch wenn ich nicht live vor Ort sein konnte. Ich habe die WM soweit es mir möglich war, mittendrin und von daheim verfolgt. Via TV und Social Media. Vom MZF bis hin zur Entscheidung der Herren Elite gestern Nachmittag. Es war etwas ganz Besonderes. Und es bleiben mehr als nur ein paar Erkenntnisse.

Die Höll von Gramartboden.

Das Tüpfelchen auf dem „i“ im gestrigen Herren Elite-Rennen. Knapp 450 Meter mit Spitzen bis zu 28%, die im Vorfeld bereits mythologisiert worden sind und jetzt auf der ganzen Welt Inbegriff für böse Rampen sein werden. Einen Dumoulin, der sich Zick-Zack nach oben windet ist schon ein starkes Bild, welches die Rad-WM 2018 in Innsbruck in die ganze Welt geschickt hat. Man wollte ein WM-Rennen für starke Bergfahrer und hat ein WM-Rennen für starke Bergfahrer bekommen. Es war ein klassisches Ausscheidungsrennen.

Die jungen Wilden.

Laura Stigger hat die österreichische Radsportgeschichte umgeschrieben. Als amtierende MTB Nachwuchs-Weltmeisterin hat die 18jährige Ötztalerin bei ihrem erst zweiten Straßenrad-Rennen in Innsbruck auch den Juniorinnen WM-Titel geholt. In einer souveränen und abgebrühten Manier die sonst nur wenige beherrschen.

Nicht minder sensationell hat sich bei den Junioren Remco Enevepoel wohl selbst am meisten überrascht. Doppel Weltmeister. Straße und EZF. Frech, draufgängerisch und mit viel Herz. Und mechanischen Fähigkeiten. Minutenlang hantiert er nach einem Sturz an der Hinterradbremse seines beschädigten Rades, warte auf ein Ersatzrad, lässt sich von seinen Mannschaftskollegen wieder nach vorne bringen und steht am Ende ganz oben auf der Eins. So muss und darf Radsport sein.

Rad-WM 2018 in Innsbruck

© Bettini Photo

Funkstille.

Der Italiener Caruso vorne und aus dem Feld greift sein Landsmann Cataldo an. Italien schlägt sich selbst. Radrennen ohne Funk können ganz schön verwirrend sein. Dafür sind sie spannend und bis zum Ende offen. Bitte mehr davon. Unbedingt. Wie in den guten alten Zeiten als man Rennen noch „lesen“ musste. Damals hat oft nicht der stärkste Fahrer gewonnen, sondern der intelligenteste. Wir wollen Rennen sehen. Rad an Rad. Und keine ferngesteuerten Computerspiele.

Die Sieger. Mehrfachnennung möglich.

Den einzelnen SiegerInnen herzlichen Glückwunsch. Auch an Alejandro Valverde. Ihm sei der Sieg, den er 15 Jahre lang nachgefahren ist, vergönnt. Er hat gezeigt, was es bedeutet, akribisch auf ein Ziel hinzuarbeiten und nichts dem Zufall zu überlassen. Die ganze spanische Mannschaft stand geschlossen hinter ihrem einzigen Kapitän. Die Rollen ganz genau definiert. Valverde ist ein schlauer Fuchs. Alter schützt nicht vor einem Weltmeistertitel. In der Hölle hat er Kräfte gespart, in der Abfahrt das Tempo gemacht und am Ende von vorne den Sprint angezogen. Trotz eines auf Zehenspitzen heranschleichenden Dumoulin. Ein würdiger Weltmeister.

Rad-WM 2018 in Innsbruck

© Bettini Photo

Das Wetter und das Massen-Picknick im Grünen.

Alle reden darüber. Tirol hatte es. Das schöne Wetter. Sonne pur am Höhepunkt der WM und die Woche davor. Was wäre gewesen, wenn. Ja, wenn. Egal. Es war nicht. Zum Glück. Somit hat sich alles was wollte und konnte Richtung Innsbruck auf die Beine gemacht. An die 600.000 Zuschauer. 250.000 allein am Sonntag. So die offiziellen Zahlen der Polizei. Die Bilder mit den vielen Tausenden am Straßenrand waren eine fantastische Werbung für den Radsport. Die Kulisse kitschig und wie von den Werbestrategen der Tirol Werbung am Computer entworfen.

Rad-WM 2018 in Innsbruck

© Bettini Photo

Was bleibt ist die Hoffnung auf eine weitere Rad-WM in unmittelbarer Nähe. Auf eine weitere Rad-WM, die nicht im Massensprint entschieden wird. Eine würdige Rad-WM mit einer selektiven und interessanten Strecke. Mit Experimenten a la „Höttinger Hölle“. Und natürlich weiterer Funkstille.

Möge der und die Stärkste gewinnen.

ktrchts

Mit dem Rennrad rund um Wien – Vienna Roundabout.

mit dem Rennrad rund um Wien

Wien ist groß, Wien ist anders, Wien ist anstrengend. Nein, nicht die Stadt. Die auch. Manchmal. Es ist anstrengend, wenn man mit dem Rennrad rund um Wien fahren will. Nicht in Wien, nicht durch Wien, sondern ein Mal rundherum ohne dabei das Stadtgebiet zu betreten. Dann sind es nämlich knapp 100 Meilen oder wie am vergangenen Samstag exakt 158 km. „Roundabout Vienna“ heißt dieser Spass, den eine noch überschaubare Anzahl an „Velocisti“ über sich ergehen hat lassen. Freiwillig. Versteht sich von selbst. Von Mödling bis Mödling. Durch den Wienerwald, das Marchfeld und zwei Mal über die Donau. Bei am Ende traumhaftem Herbstwetter. Die erschöpften Gesichter strahlten am finalen Checkpoint Hofer-Filiale mit der tiefstehenden Sonne um die Wette.

Viagra für die Rennradfahrer-Seele.

Die Route rund um Wien bietet eine Vielzahl unterschiedlicher Highlights. Wie beispielsweise die zweimalige Überquerung der blauen Donau. Einmal mit der Rollfähre von Klosterneuburg Richtung Bisamberg und ein zweites Mal bei Orth an der Donau mit einem Behelfsboot nach Haslau. Erstere ist wenig spektakulär und recht solide. Nebelunfälle ausgeschlossen. Zweitere hingegen ist wohl von der Gattung „Stoßgebet“. Hier steuert der Kapitän 10 Räder samt Fahrer knapp über der Wasseroberfläche je nach Wellengang und Strömung irgendwo ans andere Ufer. Mit Spritzgarantie. Es empfiehlt sich, vorher ein schnelles Telefonat mit dem Liebsten zu führen und die eigenen Koordinaten für eine eventuelle GPS-Suche freizugeben. Man weiß nie. Blindes Vertrauen ist eine Sache. Die vielen Strudel und die aus dem Wasser herausragenden Steine eine andere.

Mit dem Rennrad rund um Wien

Testament schreiben und abschicken.

Nach drei Überfahrten und kollektivem Wandertag über Baumstamm und Stein Richtung „Austria next Top Asphalt“, war das Teilnehmerfeld wieder komplett und zur Weiterfahrt bereit. Die Wartezeit hätte für ein Lagerfeuer und saftige Steckerlfische gereicht. Statt dessen gab es eine kostenlose Apache-Hubschrauber-Show. Diese Stahldinger sind ziemlich laut. Speziell dann, wenn sie einem auf Augenhöhe begegnen.

Mit dem Rennrad rund um Wien.

Wessen Ideen es war, Wien so zu umrunden, weiß ich nicht. Auf alle Fälle eine gute und geniale Idee. Es war heuer meine dritte Teilnahme. Von sechs. Seit Siggi dieses „end-of-summer“ Großereignis in die Hand genommen hat, fahre ich mit. Bin quasi Wiederholungstäter-Light.

Roundabout Vienna ist kein Rennen. Dafür eine gemeinsame Ausfahrt mit Freunden. Teilweise mit Renncharakter. Wenn der Wind von hinten schiebt, geht vorne meistens die Post ab. Wind aus Nordwest ist dabei die beste Konstellation, die man sich auf dieser Runde wünschen kann. Dann vergehen die 50 km nördlich der Donau mit einem Schnitt jenseits der 30 km/h. Anders geht es auch. Bei starkem Ost- oder Südwind muss man ganz schön schwitzen, um nicht vom Rennrad zu fallen.

Diesmal war das Wind-Glück auf der Seite der Mutigen, die sich um 9 Uhr am Treffpunkt gezeigt hatten. Einige trotz kühler Temperaturen im einstelligen Bereich optimistisch (oder eher hartgesotten) im Sommer-Dresscode.

Mit dem Rennrad rund um Wien

Roundbaout Vienna – der Track.

Die Wiener Rennrad-Szenerie.

Mit dem Rennrad rund um Wien bedeutet auch, fast alles zu sehen, was die Stadt für Rennradfahrer bieten kann. Außerhalb der Stadtgrenze. Sanfte Anstiege im Wienerwald, teilweise verkehrsarm und in gutem Zustand. Den höchsten Punkt auf 525 Metern in Hochtorherd – die Cima Coppi. Die Atemberaubende Fernsicht am Tulbinger Kogel. Flache, windanfällige Passagen, Querfeldein-Spaziergänge nach den Landung in Haslau und die dortige Hölle. Keine ganz normale Berggasse, sondern die Berggasse. Sie lässt die Herzen höher schlagen und deckt unverschämt auf, wer über den Sommer gut trainiert hat. Oder wer rechtzeitig die richtige Übersetzung wählen kann. Einmal Absteigen heißt hier, Rennrad schieben.

Roundabout Vienna lässt sich in der Gruppe gut bewältigen. Die Möglichkeit sich taktisch zu verstecken und mitzurollen ist gegeben. Zum Glück gibt es immer welche, die gerne im Wind fahren wollen und sich in den Dienst der Gruppe stellen. Kritisch wird es nur, wenn da und dort das Rennfahrer-Herzblut durchgeht oder auch die Disziplin auf der Strecke bleibt. Schnell sind da ein paar „Löcher“ offen, die man schließen muss.

 

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Biketanic. #bikemovie #ketterechts #cyclingexplorers #fromwhereiride #lifebehindbars #cycling #cyclingapparel #inloveonbike #donube #roundaboutvienna

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Disziplin ist auch das Zauberwort. Wenn knapp 30 Velocisti die Straßen rund um Wien belagern, ist Ordnung geboten. Eine schöne und saubere Zweierreihe ist schon einmal der Anfang. Denn immer noch nicht ganz bei den Autofahrern durchgedrungen ist die „Erlaubnis„, dies tun zu dürfen.

Ungezwungen und miteinander Wien umrunden.

„Roundabout Vienna“ spiegelt sehr die Wiener Rennradszenerie wider. Sie ist ein ungezwungenes Miteinander. Und sie wächst. Bereits im April 2015 habe ich darüber einen Beitrag geschrieben. Seit dem hat sich vieles getan. Die Familie ist größer geworden. Aus ehemaligen „Facebook Gruppen“ sind „Racing Divisions“ geworden. Professionell. Mit Altersklassen-Staatsmeistertiteln und dergleichen. Dank der sozialen Netzwerke findet Mann und Frau sich in und rund um Wien da und dort zu einer gemeinsamen Ausfahrt. Oft auf Initiative einiger Unermüdlicher. Egal wie lange und egal wie weit: Hauptsache Rennrad fahren. Mit oder ohne Pausen für Kaffee und Kuchen.

Mit dem Rennrad rund um Wien.

Keine Ausfahrt ohne Kaffee und Kuchen.

Wien ist groß, Wien ist anders und Wien hat das gewisse Rennrad-Etwas. Glücklich, wer den Rennradsport hier leben kann. Auch wenn es manchmal nicht so einfach ist. Aber das wäre wieder eine andere Geschichte. Passend zur Wiener-Melancholie eine fast perfekte „Raunzer-Geschichte“.

ktrchts

PS: Mit dem Rennrad rund um Wien – 7th Roundabout Vienna 2019, am letzten Samstag im September. Oder so. Je nach Wetter. Und Wind.

Rennradreisen 2019 – Aufi aufs Radl!

Rennradreisen 2019

Die ketterechts Rennradreisen 2019 stehen. Mehr oder weniger. War nicht einfach. Insgesamt sind aktuell neun Reisen im neuen Programm. Die eine oder andere Überraschung ist noch am Köcheln. Zum Beispiel ein Pro-Trainingscamp in Rimini. Mit einem ehemaligen italienischen Rennrad-Profi. Vom 27. April bis 4. Mai 2019. Das wird mit Sicherheit ein Highlight. Trainieren unter fachlicher Anleitung von einem, der weiß was er tut. Ein Beißer mit furchteinflößenden Oberschenkeln. Ich hatte die große Ehre, ihn als Freund und nicht Gegner an meiner Seite zu haben. Bei der Granfondo Riccione. Keine Angst: dieketterechts wird persönlich vor Ort sein. Als Trainingspartne rund Dolmetscher.

Rennradregion Wels

Almsee

Rennradreisen 2019 mit ketterechts.

Zurück zum Hauptprogramm. Ein abwechslungsreicher Terminkalender. Altbewährtes und natürlich neue Abenteuer. Den Anfang macht Dalmatien. Gleich zwei Mal geht es nach Zadar. Zum österlichen Fixpunkt (13. bis 20.4.19) gesellt sich ein lockeres Trainingscamp Mitte März dazu (13. bis 17.3.19). Dazwischen  besuchen wir den größen Delikatessenladen Europas. Die Emilia Romagna (30.3. bis 6..19). Eine Woche Radfahren. Eine Woche kulinarischer Hochgenuss. Vor, während und nach dem lockeren Pedalieren in verschiedenen Gruppen und Leistungsstärken. Im Monat Mai rufen zuerst der Kalterer See und die Dolomiten (14. bis 19.5.19) und unmittelbar danach das Salzkammergut. Insbesondere der Fuschlsee (29.5. bis 2.6.19). Meine liebste Rennradreise geht zu Pfingsten wieder an und auf den Monte Grappa. Ein Berg, 10 unterschiedliche Anstiege und ein Symphonie an Kehren (7. bis 11.6.19)

Neu ist hingegen die 4tägige Fahrt ans Meer. Es geht von Eisenstadt nach Triest (20. bis 23.6.19). Gemeinsam der Sonne entgegen. Über den Semmering, den Obdacher Sattel und den Seebergsattel bis hin zur Piazza dell’Unità d’Italia. Damit ist aber nicht genug. Der Austria Giro 2019 kommt Ende Juli mit neuer Streckenführung (26.7. bis 3.8.19). Etwas entschärft, aber mindestens gleich spannend und spektakulär. 1.000 km von Bregenz nach Wien in 8 Tagen. Der Radsommer des Lebens. Abgeschlossen wird die Rennradsaison wieder mit der obligaten Wein- und Kastanienparty in Südtirol am Kalterer See Ende Oktober (25. bis 30.10.19). Weitere Überraschungen und Last-Minute Rennradreisen nicht ausgeschlossen.

Rennradreisen 2019

Ein Programm für sie, für ihn, für beide.

Rennradreisen und Rennradurlaub.

Nachfolgend die einzelnen ketterechts-Rennradreisen im Schnellüberbllick. Am Besten gleich anmelden und die Plätze sichern. Wer zuerst kommt, radelt zuerst.

Rennrad-Trainingscamp Zadar

Ein lockerer Saisonstart vom 13. bis 17. März 2019 (Verlängerung möglich). Ab € 349,- pro Person im Doppelzimmer. Das Angebot umfasst 4 Nächte mit Super-Vollpension inklusive Tischgetränke  im ****Hotel in Punta Skala bei Zadar. Das Hotel liegt direkt am Meer und bietet auf 4.000m2 eine umfangreiche Bade- und Saunalandschaft. Tägliche Ausfahrten in 3 Gruppen. Individuelle An- und Abreise. Early Check-In und Late Check-Out als besonderes Zuckerl.

Rennradreise nach Zadar

Einmal um die Insel Vir.

Riccione. Rennrad fahren in der Emilia Romagna.

Entspannt Rennradfahren im größten Delikatessenladen der Welt, der Emilia Romagna vom 30. März bis 6. April (zur Nachlese). Ab € 315,- pro Person. Das Angebot umfasst 7 Nächte in einem ***Bike Hotel direkt am Strand. Super Vollpension. Frühstück, After Bike Buffet und Abendbuffet. Getränke beim Essen sind inklusive. Radkeller, Möglichkeit des Radverleih (Bici Fondriest, Carbon, Shimano 105, Compact), Sauna und Massage. Täglich geführte Ausfahrten in 3 Gruppen, mit den Highlights San Marino, San Leo oder Carpegna – Pantanis Lieblingsberg. Individuelle An- und Abreise. Flüge bis und ab Bologna oder auch Rimini.

Rennradfahrenin der Emilia Romagna

San Leo – eine der früheren 7 Hauptstädte Italiens

Ostern in Zadar. Rennrad fahren in Dalmatien.

Frühlingserwachen für die ganze Familie vom 13. bis 20. April 2019 (Rückblick 2018). Ab € 599,- pro Person m Doppelzimmer. Das Angebot umfasst 7 Nächte mit Super-Vollpension inklusive Tischgetränke im ****Hotel in Punta Skala bei Zadar. Das Hotel liegt direkt am Meer und hat mehrere Außenpools. Tägliche Ausfahrten in 3 Gruppen. Individuelle An- und Abreise. Early Check-In und Late Check-Out. Auch für Familien/Kinder geeignet. Das Hotel verfügt über eine 4.000m2 große Bade- und Wasserlandschaft.

Rennradreisen 2019

Biograd na Moru

Rennradfahren in SüdtirolBerge und Seen.

Die Dolomiten, der Gardasee, das Etschtal oder die Nonsbergruppe. Vom 14. bis 19. Mai 2019 ist die Gegend rund um den Kalterer See die perfekte Kulisse für diese Rennradreise.  Ab € 705, pro Person gibt es 5 Übernachtungen im ****Bike Hotel. Inklusive Radler-Vollpension. Frühstück, Nudelbuffet nach Tourende und ein exquisites mehrgängiges Abendessen sind inkludiert. Tägliche Ausfahrten in alle Himmelsrichtungen. Die ketterechts zeigt ihnen persönliche seine Heimat. Individuelle An- und Abreise.

ketterechts Rennradreisen

Berge & Seen.

Rennradwochenende am Fuschlsee. Rennrad fahren im Salzkammergut.

Radeln, reden und relaxen vom 29. Mai bis 2. Juni 2019 (zur Nachlese). Ab € 499,- pro Person
gibt es 4 Übernachtungen im ****Rennradhotel mit eigenem Privat-Strand. Beim Mohrenwirt in Fuschl wird uns nichts fehlen. Weder beim Frühstück, beim Abendessen oder beim After Bike Snack. Tägliche Ausfahrten zu den Seen des Salzkammergutes oder der umliegenden Passtraßen (Postalm, Roßfeldstrase, Pass Gschütt …). Alexa im Zimmer inklusive.

Rennrad Beziehung

Doppelt hält besser.

Mythos Monte Grappa. Kulinarisches Rennrad Bergtraing.

Das kulinarischste Bergtraining vom 7. bis 11. Juni 2019 (zur Nachlese). Ab € 290,- pro Person. Das Angebot beeinhaltet 4 Übernachtungen mit Frühstück in einem ehemaligen Kloster am Fuße des Mythos Monte Grappa. Tägliche Ausfahrten auf und um den Hausberg auf den Spuren des Giro d’Ialia. Das Abendessen im angeschlossenen Top-Restaurant ist optional und absolut empfehlenswert. Individuelle An- und Abreise. Garantiert die schönsten Höhenmter weit und breit.

Rennradreisen und Rennradurlaub

Rennradreisen und Rennradurlaub

Rennradreise nach Triest. Von Eisenstadt ans Meer.

Mit dem Rennrad ans Meer. Von Eisenstadt nach Triest. Vom 20. bis 23. Juni 2019. Ab € 489,- pro Person. Das Angebot beeinhaltet 3 Hotel-Übernachtungen mit Halbpension entlang der Strecke, Tourguide sowie Busbegleitung und Bus-Rücktransport. Badehose nicht vergessen. Für sie, für ihn, für beide.

Rennradreise nach Triest

Piazza Unità d’Italia

Austria Giro 2019. Von Bregenz nach Wien in 8 Tagen.

Österreich von West nach Ost. Light. Vom 26. Juli bis 3.August 2019. Ab € 1.590,- Pro Person. Das Angebot beinhaltet 8 Hotel-Übernachtugnen mit Halpension entlang der Strecke. Zusatznacht in Wien optional. Tourguide und mechanische Assistenz während der gesamten Reise. Bunstransport für Gepäck und müde Beine. Individuelle An- und Abreise. Etappenorte: Bregenz, Imst, Kaprun, Spittal an der Drau, Murau, Irdning, Wels, Maria Taferl (BAK) und Wien. Start am Bodensee und Ankunft am Wiener Kahlenberg. 8 Tage, 1.000 km und ca. 11.000 Höhenmber. Eine für alle, alle nach Wien.

Austria Giro 2019

Top of Austria Giro – der Großglockner

Rennradreise nach SüdtirolWein und Kastanien.

Es geht nochmals an den Kalterer See. Der milde Herbst lädt zur Saisonverlängerung ein. Vom 25. bis 30. Oktober 2019. Ab € 705, pro Person gibt es 5 Übernachtungen im ****Bike Hotel. Inklusive Radler-Vollpension. Frühstück, Nudelbuffet nach Tourende und ein exquisites mehrgängiges Abendessen sind inkludiert. Tägliche Ausfahrten in alle Himmelsrichtungen. Die ketterechts zeigt ihnen persönliche seine Heimat. Individuelle An- und Abreise.

Rennradreise nach Südtirol. Wein und Kastanien.

Rennradreise nach Südtirol. Wein und Kastanien

Buchungen und Anmeldungen ab sofort möglich. Einzige Voraussetzung ist die pure Lust am Rennradfahren.

Wir sehen uns.

ktrchts

 

ASVÖ King of the Lake 2018. Einmal übergeben bitte.

ASVÖ King of the lake

Aufhören, wenn es am Schönsten ist. Wer diesen Spruch erfunden hat, war sicher kein Rennradfahrer. In diesem Sport hört man erst auf, wenn man zu langsam ist. Wie ich vergangenen Samstag. Beim 8. ASVÖ King of the Lake 2018. Es war Maria, unsere Dame im Mixed Heros Team. Mehrmals schrie sie diese für mich bis dato kaum wahrgenommenen Wörter ins Getümmel der 47 km lange Schleife rund um den Attersee. In meine Richtung. „Schneller!“ Mein schwerer Atem, mein schnappartiges Luftholen und mein lauter Herzschlag erschwerten dabei das Ankommen ihrer mahnenden Worte. Ihren Wunsch konnten meine Beine nicht mehr ganz erfüllen. Einmal übergeben bitte. Oder schöner gesagt: Der ASVÖ King of the Lake ist ganz schön hart.

Nach Superlativen suchen und den ASVÖ King of the Lake finden.

Wer nach Superlativen sucht, der landet schnell beim ASVÖ King ot the Lake. Das von Atteriker rund um Obmann Erwin Mayer organisierte Einzelzeitfahren rund um den Attersee ist mittlerweile das europäische Top-Event im Kampf Frau und Mann gegen die Uhr. Zwischen der geilsten und steilsten Startrampe an der Esplanade und der Marina Schörfling sowie der Zielgerade entlang des Gustav Klimt Hauses liegen mehr als 47 laktaktträchtige Kilometer. Bereits kurz nach Öffnung der Anmeldung sind die Startplätze weg. Nicht wie die warmen Semmeln. Schneller. Viel schneller. Seit letztem Jahr, findet hier im Salzkammergut sogar das Finale der ÖRV-Rad-Bundesliga mit einem Mannschaftszeitfahren statt.

Höher, schneller und weiter. Mit der Betonung auf schneller. Der Streckenrekord liegt mittlerweile bei 53:29,35 (53 km/h Schnitt) im Einzel und bei 52:37,42 im Mannschaftszeitfahren. Georg „predi“ Preidler, Pro beim Team Groupama-FDJ hatte es heuer wieder einmal sehr eilig. Allein. Etwas schneller zu sechst, das Team Felbermayer Simplon Wels. Jahrelang war es die große Frage, ob die Strecke unter 1 Stunde bewältigt werden könnte. Heute ist das kein Thema mehr. Diese Schallmauer ist kein Schreckgespenst mehr. Auch im Hobbybereich. Der Radsport wird immer professioneller. Es wird gezielter trainiert. Sogenannte Sonntagsfahrer sind in Wirklichkeit Halbprofis, die sich selbst sponsern.

ASVÖ King of the Lake

ketterechts Mixed Heros

Feste soll man kurbeln wie sie fallen.

Der ASVÖ King of the Lake ist ein Radfest. Mitten im idyllischen Salzkammergut. Wo sich normalerweise Fuchs und Hase treffen, surren die Freiläufe. Die Wiese wird zum Campingplatz. Die Ortschaften rund um den See zu Fanzonen. Mit Dorffest, Blasmusik und Disco-Sound. Eine ganze Region feiert mit. Mit wenigen Ausnahmen. Der Fahrer des grauen Autos mit VB-Kennzeichen war so eine. Nicht weil er minutenlang vor uns fahrend seine Scheibe geputzt hat. Mit viel Scheibenreiniger. Zitrusgeschmack. Nein, nicht deswegen. Er hat es mit Absicht gemacht. Darum. Wahrscheinlich ist er nicht damit klar gekommen, dass man ihm seine geliebte B152 ein paar Minuten später für die Dauer des Rennens sperren würde. So wie die B151 auch. Auf der anderen Seite des Sees.

Straßensperren bei Radrennen im Hobbybereich sind in Österreich sowieso ein heikles Thema. So etwas ist nicht billig und schwer von den Behörden zu bekommen. Wir ziehen deshalb vor dem Orga-Team den Helm.

ASVÖ King of the Lake

© sportograf.de

Ende gut. Alles übergibt sich.

„Alles geben“ ist hier am Attersee kein geflügeltes Wort. Keine Floskel. Kein Kalenderspruch. Es ist die einzige Bedingung. Das Mindeste. Die Voraussetzung im Kampf um Ehre, Anerkennung und den Titel „King“ oder „Queen“. Wer nicht mindestens einen Schnitt von 40 km/h halbwegs locker und ohne Delirium auf Strava hochladen kann, der war nicht nur nicht hier, sondern verschwindet in der Rangliste auf die hinteren Seiten. Dort wo es niemanden interessiert. Natürlich. Dabeisein ist alles. Auch beim King of the Lake. Aber hier will und muss man auch Gas geben und sich beweisen. Für viele endet beim King of the Lake die Saison. Versöhnlich oder auch nicht. Ob für manche auch das Rennradlerleben endet ist nicht überliefert.

Wir Mixed Heros haben uns im Vergleich zum letzten Jahr, um 2 1/2 Minuten verbessert und um 3 Plätze verschlechtert. Das ist die Realität. So schaut’s aus. Maria hat es gespürt. Am Buchberg, wo ich eine hinter, vor und neben uns fahrende Gruppe gesprengt hatte, brüllte sie nochmals dieses „schneller“ inbrünstig aus ihr heraus. Dann folgte ein „Foar“. Ich war wohl zu langsam.

ASVÖ King of the Lake.

Fast alles gegeben.

Die Dominanz der Vollscheibe und des Einteiler.

Der King of the Lake ist eine Modeschau. Mann und Frau zeigen nicht nur was sie können. Sie zeigen auch, was sie drauf und drunter haben. Hier dominiert der Einteiler, die Carbon-Vollscheibe und das 53er Kettenblatt. Nicht zu vergessen der Vollvisierhelm. Nur das Neueste dreht die 47 km Runde. Blitzblank am Start, schweißgetränkt am Ende. Das Bad in der Menge genießt hier jeder. Die persönliche Vorstellung auf der Startrampe, das Bad in der Menge kurz danach, der ewige Berg in Unterach, der kurze und knackige Buchberg und die letzte Kurve über die Ager. Jeder Meter muss und darf schmerzen, damit sich der Zieleinlauf umso erlösender anfühlt.

Der King of the Lake ist kein Rennen. Er ist das Rennen. Das Lycra-Woodstock, das Carbon-Festspiel im Vollscheiben-Beat und der jährliche Fixpunkt wie Weihnachten und Ostern. Wir sehen uns 2019 wieder.

ktrchts

Ergebnisse und Fotos hier.

*aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für beiderlei Geschlecht.

 

 

Der Ötztaler Radmarathon Rückblick.

Ötztaler Radmarathon Rückblick

Eine Woche später. Aufgetaut. Erkältungsfrei. Nach erfolgtem Rückbau ist es Zeit für einen Ötztaler Radmarathon Rückblick. Da war ja was mit dem kurzfristigen Langzeittest beim Countdown. Dem Experiment kurz vor zwölf. Neue Laufräder, eine neue Kassette und die Ungewissheit, ob am Weg zu einer Handvoll Lycra alles so reibungslos funktionieren kann.

Ende gut. Alles läuft noch.

Ganz oben stand die Frage, ob eine 11-32er Kassette mit einem kurzen Käfig SRAM eTap reibungslos laufen würde. Die Frage kann man jetzt vorsichtig, aber doch mit einem klaren ja beantworten. Man muss nur etwas riskieren und hoffen. Und vielleicht zwecks Garantie und Ähnlichem, dies nicht an die große Glocke hängen. Zum Beispiel in einem Blogbeitrag. Vorsichtig wie ich war (bin), keine leichte Entscheidung. Erst nachdem ich mehrere Meinungen und Tests durchgeführt hatte, fiel die Entscheidung, beim Ötztaler Radmarathon 2018 damit an den Start zu gehen. Diese Monoblock Kassette (214g – stahlgehärtet und -gefräst) wurde mir vorerst einmal von Niki Fleisz (früher Radklinik und Mechaniker des österreichischsen Nationalteams) montiert und eingestellt. Ohne Schaltauge-Verlängerung und ohne Kürzung der Kette. Ein Belastungstest noch am selben Tag, brachte aber leichte Ernüchterung. Rund ist das nicht ganz. 36-32 läuft gut, aber 52-11 springt. Egal. Ab nach Sölden.

Ötztaler Radmarathon Rückblick

Monoblock Kassette 214g © edco

Drei Tage vor dem Ötztaler Radmarathon erfolgte ein weiterer Belastungstest. Sölden – Rettenbachferner. 12 km, im Schnitt 10%. Viel schalten, im Sitzen, im Stehen, im Antritt. Die Zweifel immer noch da. Es läuft. Aber nicht alles so, wie ich es von der eTap gewohnt war. Vielleicht (sicher!), ist das Schaltauge nicht ganz korrekt in Schräge und Position.

Der Ötztaler Radmarathon Rückblick.

Der verregnete Freitag war perfekt, um Sicherheit zu tanken. Zuerst in der Sporthütte Fiegl und dann bei den Mechaniker von Mavic in der Expo. Diese haben da und dort nochmals geschraubt. Das 32er Ritzel läuft mit Abstand zu den Schaltröllchen friktionsfrei. Trotzdem: Alle Angaben ohne Gewähr. Kinder zu Hause, bitte nicht nachmachen. Ich selber hatte während der 4 Anstiege Kühtai, Brenner, Jaufenpass und Timmelsjoch keine Schaltprobleme. Zumindest nicht am größten Ritzel. Der Rest ist teilweise dem Wetter zum Opfer gefallen. Es war aber alles fahrbar. Die Kombination 36-32 war im Nachhinein eine sehr gute Entscheidung und für diese Distanz, für mein Gewicht und für mein Alter überlebensnotwendig.

Ötztaler Radmarathon Rückblick

© sportograf.de

Die zweite entscheidende und offene Frage, war jene der Laufräder. Von edco bekam ich zwei Wochen vor dem Ötztaler Radmarathon zwei nagelneue Julier 28mm Carbon-Laufräder (1449g) zum Testen. Clincher. Für den Berg. Nein, für die eben schon erwähnten Berge. Der erste Test hätte schon beim Austria Race Across Burgenland stattfinden sollten. Hätte. Hat er aber nicht. Ich war nicht in der Lage, meine gebrauchten Drahtreifen zu montieren. Seitenschlag, Höhenschlag – unfahrbar. Leicht verzweifelt, habe ich verzichtet. Nicht die ersten Drahtreifen, welche ich in meinen Leben montierte habe. Dieses Mal aber haben mich die Laufräder besiegt.

Lauft Räder, lauft.

Zum Glück hat mich das Kriseninterventionsteam von edco gerettet. Danke Christian. Die diesbezügliche Messenger Konversation wird aufgrund der Länge nicht transkribiert. Mit Spülmittel ist es dann doch gelungen den Reifenwulst in das Felgenbett zu zwingen. Nachdem der Reifen ein paar Stunden bei 10bar+ in der Sonne ausharren musste.

Sölden hatte mich also mit neuen Laufrädern. 28mm Carbonflanken. 25mm Drahtreifen. Vorne Hutchinson Fusion5 und hinten Continental 4000SII. Das ist nicht üblich. Oder nachahmenswert. Es hat kein System. Das hat sich so ergeben. Null Erfahrungswerte und null Gefühl. Experimentelle Neugier also. Die Kassetten Belastungstests waren die einzigen Rückmeldungen, welche ich bekommen konnte. Die Gewissheit, dass es nass werden würde, beruhigte mich jetzt nicht wirklich. Ganz im Gegenteil. Nachdem ich auf der Abfahrt vom Rettenbachferner auf 12 km, fast die Hälfte meiner edco Bremsgummis verbrannt hatte (auf trockener Straße) stieg mein Puls im Ruhestand um einiges.

 

Der Ötztaler Radmarathon Rückblick

Mechaniker wird aus mir keiner.

Kriseninterventionsteam reloaded. Mit etlichen Missverständnissen. Ich optierte auf Swisstop Yellow King. Vorne. Auf Empfehlung. € 20 für ein subjektives Sicherheitsempfinden. Eingestellt von den Mannen des Mavic Teams. Fachmännisch. Mit einem einfachen Trick. Den ich mir merken muss. Ich habe nämlich beim Tausch der Bremsgummis, auch die Schräge zu den Bremsflanken verändert. Die Bremsgummis waren V-förmig angeordnet. Nur vorne. Hinten hatte ich wohl Glück. Die Bremsfläche also nicht gleichmäßig an der Flanke. Der außertourliche Verschleiß eine logische Konsequenz. Mechaniker wird aus mir nie einer werden.

 

Wer bremst verliert. Gewinnt aber Erkenntnisse.

Die Kombination für die 238 km hätte nicht bunter sein können. Zwei verschiedene Paare Bremsgummis und zwei verschiedene Reifen. Gleich nur die Laufräder. Hinten und vorne. Egal. Was ist das Resümee? Sehr leichte 3K Carbon-Laufräder. Nicht nur schön, sondern auch geeignet für den Berg. Tubless-Ready. Überrascht war ich von den guten Rolleigenschaften. Auch wenn ich es nicht schreiben darf. Oberrohr-Postion und ab ging die Post. Speziell hinunter nach Ötz, rollte ich in der Masse gut mit. Windschatten inklusive. Der Sound der Kassette eine Symphonie. Surren der Extraklasse.

Und das Bremsen? Im Trockenen überhaupt kein Problem. Dosierung leicht zu handhaben. Ein Crash im Feld konnte ich gut ausweichen (musste ich auch). Bremsen zu und auf. Lenker nach links und rechts. Vorbei an Rädern, Menschen und Zubehör. Hoffe, dass alles gesund da rausgekommen ist. Fahrer und Material. Speziell jene, die dann über alles nochmals drübergeflogen sind. Die Schreie der Liegenden habe ich heute noch im Kopf.

Ötztaler Radmarathon Rückblick

© sportograf.de

Das persönliche Risiko hängt vom Vertrauen ab.

Auch im Nassen fühlte ich mich gleich sicher. Natürlich war ich vorsichtig. Wer bremst verliert. Gewinnt aber zu Testzwecken viele Erkenntnisse. Die Verzögerung richtete sich je nach Wasserstand. Hinunter durch das Sellrain war sie etwas höher als später. Da war die Straße ja auch mehr ein Wildbach. Bei der Abfahrt am Jaufenpass war ich nur geringfügig langsamer als sonst. Trotz dichtem Nebel und Nässe. Das Vertrauen in die Bremsen und die Laufräder war schnell da. Und somit auch mein persönliches Risiko, welches ich eingehen konnte.

Bergauf zum Jaufen hingegen war ich so schnell wie noch nie. Trotz längerer Tratschpause an der Labestation. Die Gründe dafür liegen irgendwo zwischen Form, Motivation, Laufräder, Ernährung, Temperatur, Unbekümmertheit und was weiß ich. Aber das wäre wieder ein ganz anderer Beitrag.

Ötztaler Radmarathon Rückblick

© sportograf.de

Rückblickend betrachtet war es ein nasskaltes Rennen. Wenn das Material so einen Ötztaler Radmarathon überlebt (und der Fahrer auch), dann muss die Qualität passen. Die edco Laufräder sind schon geil. Ich kannte die Marke gar nicht. Eingefleischte Mechaniker haben mir aber postive Rückmeldungen gegeben. Ihnen ist der Name ein Begriff. Die 11-32 Monoblock Kassette ist schon wieder mit der Standard Kassette getauscht. Sie wandert jetzt auf das Rad von laketterechts. Dort ist sie besser aufgehoben.

ktrchts

PS: Der Beitrag spiegelt persönliche Erfahrungen wider und erhebt keinen Anspruch auf einen wissenschaftlichen Test. Die Laufräder gehen nach Ende der Testphase wieder an den Eigentümer zurück. Leider. Der nächste Einsatz beim King of the Lake am Attersee kommenden Samstag.

Der Ötztaler Radmarathon 2018. Für eine Handvoll Lycra.

Der Ötztaler Radmarathon

Kühtai. 2.017 Meter hoch. Es ist kurz vor 9 Uhr. Die Wolken hängen tief. Das wunderbare Bergpanorama versteckt sich hinter einem düsteren grauen Schleier. Ungetrübt ist hier oben am Berg zu diesem Zeitpunkt nur die Stimmung. Fans und Betreuer hüpfen, klatschen und schreien. Nicht wegen mir. Vielleicht wegen der knapp 5° feuchtkalten Temperaturen. Es regnet. Nein, es schüttet mittlerweile. Entgegen aller Wetterprognosen. Diese waren die vergangenen Tage eine Achterbahn der Gefühle mit Happy End in Gestalt von Wetterfee Lisa Brunnbauer. Ihre Worte bei der Fahrerbesprechung fühlten sich an wie eine hochsommerliche Brise inmitten des in Sölden heimgekehrten Winters. Die Worte „trocken“ und „Aufhellungen“ genügten, um massenweise ganze Felsbrocken von den Herzen der 4.112 auf Erlösung Wartenden fallen zu lassen. Trotzdem wird der Ötztaler Radmarathon 2018 in seiner 38. Auflage als einer der härtesten in die Mythologie eingehen.

Das einzig Sichere am Wetter ist die Unsicherheit.

Übers Wetter reden viele. Beim Ötztaler Radmarathon alle. In diesem Jahr noch mehr. Auslöser war die Großwetterlage. Seit Wochen ist die Entwicklung bekannt. Hitzeschlacht wird es keine. Der Hochsommer hatte sich pünktlich verabschiedet. Schnee? Regen? Kälte? Die verschiedensten Wetter-Apps schwanken zwischen allem, was für eine Prognose zu Verfügung stehen kann. Niemand will sich festlegen, niemand kann sich festlegen. Spannend. Speziell. Unsicher. Im kleinen Bergdorf Sölden fast am Ende des Ötztals gibt es schon Wartelisten für Regenüberschuhe und Handschuhe. Das einzig Sichere am Wetter ist die Unsicherheit. So stehen um 6:45 Uhr Optimisten, Pessimisten und ich gleichermaßen gespannt am Start. Noch ist es trocken. Irgendwo und irgendwann werden wir nass werden.

Der Ötztaler Radmarathon

Lukas Ennemoser © Ötztal Tourismus

Die Startvorbereitung wie immer ein Stelldichein Prominenter und Hobbyisten. Die einen werden persönlich begrüßt, die anderen verschwinden anonym in der Masse knalliger Regenjacken. Der frühe Vogel fängt den vordersten Startplatz. Wer zuletzt kommt, der steht hinter der 1000m Marke an der Talstation der Gaislachkogelbahn. Noch 10 Sekunden bis zum Start. Zweisprachige Moderation aus allen Lautsprechern. Der TV-Hubschrauber kreist. Ein lauter Knall und das Feld bewegt sich neutralisiert von vorne nach hinten über die Zeitnehmungsmatte bei km 0. Ab hier beginnt der Traum über 4 Pässe und 5.500 Höhenmeter.

Der Ötztaler Radmarathon. Ein ambivalenter Mythos.

Und es beginnt das Unverständnis. Darüber, was an „neutralisiert“, „StVO“, „Rechts fahren“ aber auch an „Müll wegwerfen verboten“ schwer zu verstehen ist. Vor allem dann, wenn von der Organisation und der Rennleitung eine Sperre von zwei Jahren angedroht worden ist. Bei der verpflichtenden Fahrerbesprechung in der Freizeit-Arena. Dreisprachig. Deutsch, italienisch und englisch. Schade. Das passt so gar nicht zum Mythos Ötztaler Radmarathon. Ein perfekt organisiertes Fest. Eine Traningsfahrt mit 4000 Freunden. Es ist erstaunlich, was intelligente Menschen bereit sind, beispielsweise auf den ersten 20 km eines 238 km langen Rennens zu riskieren. Gesundheit, Material, das eigene und das Leben anderer. Dieses Mal waren es nicht nur ein paar wenige schwarze Schafe, sondern eine ziemlich große Herde.

Das ist die Sucht nach Anerkennung. Alle wollen und müssen immer höher, schneller und weiter. Schade. Diese Entwicklung ist nicht gut. Der Ötztaler Radmarathon hat sich das nicht verdient. Wie auch nicht den ganzen Müll, der außerhalb der dafür vorgesehenen Zonen, direkt auf oder neben der Straße weggeworfen wird. Danke an all jene, die nach dem Rennen die Sauereien dieser in einer anderen Welt lebenden Esel einsammeln und richtig entsorgen.

Ricardo Gstrein © Ötztal Tourismus

Schwimmen statt Rennardfahren.

Endlich habe ich den ersten Anstieg zum Kühtai überlebt. Mit den anderen mache ich mich auf eine nasse und kalte Abfahrt durch das Sellrain gefasst. Die Optimisten fahren immer noch mit kurzer Hose. Die Pessimisten und ich sind halbwegs eingepackt. Zittern aber trotzdem. Es ist so kalt, dass mir Nacken und Kiefer steiffrieren. Die Sicht äußerst eingeschränkt. Meine Bremsen im Dauereinsatz. Links und rechts fliegen die schwarzen Schafe an mir vorbei. Der Schutzengel habe sie lieb. Ich stelle mir zu Recht die Sinnfrage. Finde aber keine Alternative, um nach Sölden zurückzukommen. Die ersten Besenwagen stehen erst am Brenner.

Die Laune des Wetters schlägt hier voll ein. Lisa Brunnbauers Worte vom Vortag klingen jetzt mehr nach PR-Gag und Einladung, doch an den Start zu gehen. Bis weit nach Innsbruck fahren wir nicht Rennrad. Wir schwimmen ohne aufzuschwimmen. Kanaldeckel, Zebrastreifen und Bodenmarkierungen werden zu natürlichen Feinden. Einige hissen bis hierher bereits die weiße Fahne. Ich fahre für eine Handvoll Lycra weiter auf den Brenner. Das Schwimmen habe ich ja bereits im Hotel dieBerge üben können.

Leiden und beißen und das Verlangen nach Schmerz.

Erinnerungen werden wach. 2003 und 2013 war es ähnlich extrem. Damals war von Schauerneigung am Nachmittag aber keine Rede. Leiden und beißen. Diesmal würde das Ende ins Wasser fallen. Und das tat es auch. Auch wenn für viele unterschiedlich. Trocken, nass, nass, trocken. Brenner, Sterzing, Jaufen, St. Leonhard, Schönau, Timmelsjoch, Sölden. Eine Willensprüfung folgt der anderen. Im Dreivierteltakt geben sich Herbst und Winter die Klinke in die Hand. Anziehen, ausziehen, überziehen. Der Ötztaler Radmarathon 2018 wird auch deshalb seinen Platz in der Hall of Fame finden. Viele nutzen das Hinterlegungsservice. Haben sich am Samstag strategisch oder einfach zockend für einen blauen, grünen, orangen oder rosa Beutel entschieden. Kühtai, Brenner, Jaufen oder Timmelsjoch. Wo soll trockene Kleidung platziert werden? Aufgrund des Andrangs am Jaufen, hat dieser das große Los gezogen. Mir ist es mittlerweile egal. Nass ist nass und wird sich auch nicht ändern.

Der Ötztaler Radmarathon

Ricardo Gstrein © Ötztal Tourismus

Am Ende sollen es knapp 600 Fahrer nicht geschafft haben, das Ziel in Sölden zu erreichen. Sie werden es wieder probieren. So wie es jeder nochmals probieren will und muss. Der Ötztaler Radmarathon macht süchtig. Fährt man von hier zurück nach Hause, gibt es immer irgendeine offene Rechnung, die man begleichen muss.

 

Jeder Ötztaler ist anders. Aber immer gleich hart.

Meine Erkenntnis nach der bereits 12. Teilnahme ist nicht überraschend. Jeder Ötztaler Radmarathon ist anders. Aber immer gleich hart. Dieses Jahr war die Abfahrt vom Jaufenpass im Nebel ein Novum. Fünf bis zehn Meter Sicht. Ein Sturzflug im freien Fall. Ohne Anhaltspunkte. Ohne Bremspunkte. Niemand kann von Langweile sprechen, wenn man sich Jahr für Jahr das freiwillig antut. Und dabei noch eine Startgebühr bezahlt. Dass jeder einzelne der 238 km diese Startgebühr wert ist, wäre eine andere Geschichte.

Der Ötztaler Radmarathon

© sportograf.de

Eine von vielen Geschichten, welche der Ötztaler Radmarathon haufenweise schreibt. Jene über die 1000 freiwilligen Helfer. Auch sie stehen stundenlang an der Strecke. Ohne zu jammern. Die Geschichten über die Exekutive, die Feuerwehr, die Sanitäter, die Rennleitung. Ohne sie wäre nichts möglich. Und natürlich die persönlichen Geschichten jedes einzelnen Teilnehmers. Von den Siegern Laila Orenos und Mathias Notgegger bis hin zum Letzten, der nach 13 Stunden und 25 Minuten Sölden wieder erreicht hat. Helden sind sie alle.

Inzwischen befinde auch ich mich auf den letzten Kehren Richtung Tunnel kurz vor der Passhöhe am Timmelsjoch. Es ist ruhig. Die Zuschauer verständlicherweise irgendwo im Warmen. Dank Livestream und Internetübertragung auch kein Wunder. Die Strecke vom Tunnel zum Pass gleicht mittlerweile einer gut ausgebauten Autobahn. Es rollt, obwohl es immer noch leicht bergauf geht. Einer der insgesamt vier Pacemaker winkt mich am höchsten Punkt auf 2.474m durch. „Locker unter 10 Stunden“. Wieder verzichte ich auf’s Umziehen, Anziehen und Überziehen. Ich will nur noch ins Tal. Abfahrt, Kompression, Gegenanstieg Mautstelle, Abzweigung Obergurgl, Zwiestelstein, Sölden, Ziel. Und dann direkt in die Badewanne, wo ich gut 20 Minuten auftaue. Auf die Sauna habe ich verzichtet. Das hätte mir mein Kreislauf übel genommen.

Der Ötztaler Radmarathon

Lukas Ennemoser © Ötztal Tourismus

Mindestens einmal sterben ist normal.

Hart. Härter. Ötztaler. Keiner schafft den Ötztaler, ohne nicht mindestens einmal an der Strecke zu verzweiflen. An sich zu zweifeln. Am Material zu scheitern. Das Thema Übersetzung kommt 365 Tage im Jahr im Zusammenhang mit dem „Ötzi“ gleich nach dem Thema Wetter. Mindestens ein Mal sterben ist hier normal. Der Ötztaler ist und bleibt eine Obsession. Das Überqueren der Ziellinie ist eine gewaltige Erlösung. Eine Explosion an Gefühlen. Ein Sprung in die Unsterblichkeit. Hier weinen gestandene Männer. Das Tragen des Finisher-Trikots ist ein Balzen auf müden Beinen. Blicke anziehen, Gratulationen entgegennehmen, vieles vergessen, um gleich neue Pläne zu schmieden. Für 2019. Denn nach dem Ötztaler ist vor dem Ötztaler. Und es gibt noch jede Menge offener Rechnungen.

ktrchts

Ergebnisse hier.
Bilder Ötztal Tourismus: hier

*aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für beiderlei Geschlecht.

Ötztaler Radmarathon 2018. Countdown.

Ötztaler Radmarathon 2018

Der Samstag fällt ins Wasser. So wie der gestrige Freitag ins Wasser gefallen ist. Zum Glück war der Donnerstag Nachmittag halbwegs trocken, so dass eine kleine Trainingsfahrt auf den Spuren von James Bond 007 möglich war. Von Sölden über die Mautstraße hinauf bis zur Talstation des Rettenbachferners. 12 km mit über 10% Steigung. Im Schnitt. 7° oben. Immerhin plus. Ich musste hinauf. Es war ein letzter Test. Kein körperlicher. Diesen habe ich nicht Not. Spätestens nach dem Austria Race Across Burgenland vergangenen Sonntag weiß icht, dass meine Beine tot sind und ich wie jedes Jahr in einer beneidenswerten Überform zum Ötztaler Radmarathon 2018 angereist bin. Der Test galt dem Material. Ich starte in Sölden nämlich mit neuem Equipment.

Experimente kurz vor zwölf. Ich liebe das Risiko.

Never change a running system. Oder so ähnlich. Das ist was für Feiglinge. Das kann jeder. Ein gut funktionierendes System vier Tage vor dem Ötztaler Radmarathon zu ändern hingegen ist was für Dumme. Ok. Sagen wir Abenteurer. Experimente kurz vor zwölf. Ich liebe das Risiko. Deshalb habe ich mein Dienstfahrrad einem Update unterzogen. Erstmals in meinem Leben fahre ich hinten ein 32er Ritzel. Moment. Nein. Nicht ganz. Am Crosser habe ich auch ein 32er. Aber in Verbindung mit dem 42er Kettenblatt vorne. Das ist etwas ganz anderes. Oder zumindest nicht ähnlich.

Ötztaler Radmarathon 2018

Plötzlich 32.

Bei der Kassette handelt es sich um eine edco Monoblock 11-32. Nichts ungewöhnliches. Außer vielleicht das Gewicht. Das ist niedrig. In Verbindung aber mit dem kurzen Schaltkäfig der SRAM eTap (no Wifli) wird die Sache dann doch interessant. Weil das „offiziell“ gar nicht möglich ist. Solange man nicht mit den richtigen Leuten spricht. Nach langem Diskutieren in der Gruppe „Rennrad“, Video Studium, Recherchieren und hundertausend Meinungen (die meisten haben mir abgeraten), hat mir Niki, die Kassette montiert und eingestellt. Ohne Kettenkürzung und ohne Schaltaugeverlängerung. Das Ergebnis: Es rollt. Ja, es rollt. Erstaunlich gut. Theoretisch und praktisch. Das hat der Test hinauf auf den Gletscher gezeigt. Ich musste nur behutsamer und bewusster schalten. Dass Groß-Groß dabei zu empfehlen ist, versteht sich von selbst.

Hier in Sölden bin ich auf Nummer sicher gegangen und habe mir alles auch von den Profis beim Mavic Stand hier auf der Expo anschauen lassen. „Très bien“ und zehn große Augen, bestätigen mir. Ich kann’s probieren.

Ötztaler Radmarathon 2018. Wer bremst verliert.

Die fünf Männer in Mavic Schürzen habe mir auch die Bremsen eingestellt. Mit einer Schablone zwischen Bremsgummi und Carbon Bremsflanke wurde herumgeschraubt und alles millimetergenau fixiert. Wieder was gelernt. Denn wenige Minuten zuvor habe ich die edco Bremsbeläge vorne mit swisstop Yello King getauscht. Die Abfahrt vom Gletscher hatten die neuen edco Gummis etwas in Mitleidenschaft gezogen. Sie waren nämlich um ein paar Millimeter V-formig eingestellt. Das hat sie um ein halbes Leben verkürzt. Für mein subjektives Sicherheitsempfinden habe ich gerne ein paar Euros investiert. Beim Ötztaler Radmarathon 2018 heißt es wie immer: Wer bremst verliert.

Ötztaler Radmarathon 2018

Vorne swisstop – hinten edco.

Neu am Specialized Tarmac Dienstfahrrad sind auch die 28mm Carbonfelgen von edco. Modell Julier. Clincher mit Carbonflanken. Eine Augenweide. Mit viel Liebe zum Detail. Ich mag die Schweizer Flagge auf dem Schnellspanner und an den Flanken. Die Benutzung ist ein Sprung ist kalte Wasser. Kaltes Ötztaler Regenwasser. Gute 100 km Abfahrt warten am Sonntag. Teil Hochgewschwindigkeits-Abfahrten. Sicherheit geht vor. Und nichts geht über eine subjektive Sicherheit. Bei der Abfahrt vom Gletscher habe ich vorsichtshalber beim 85 km abgebremst. Mache ich normal nie. Noch fehlt das 100%ige Vertrauen.

Ötztaler Radmarathon 2018

edco Julier 28mm

Nicht ganz heldenhaft. Semi-Kompakt.

Warum ich kurzfristig auf das 32er Sicherheitsritzel wechseln wollte (musste), hängt auch damit zusammen, dass ich die Semi-Kompaktkurbel verwende. Nicht ganz heldenhaft. 52/36 sind mit 11-28 bei Übertraining kein Kindergeburtstag. Auch wenn ich 2011 meine Bestzeit beim Ötztaler Radmarathon mit 50/34 und 11-26 gefahren bin. Also eine viel niedrigere gear-ratio. Und die Erinnerungen an meine ersten „Ötzis“ mit 53/39 und 11/23 lassen mich heute noch staunen.

Ötztaler Radmarathon

Nicht ganz heldenhaft – Semikompakt

Der Ötztaler Radmarathon 2018 ist bereits meine 12. Teilnahme. Noch 8x und ich gehöre in die Kategorie „Treuer Teilnehmer“. Das ist zwar ein Gerücht, aber Mythen leben davon. Ein Mythos ist der Ötztaler Radmarathon schon lange. Die Stimmung, die Spannung davor, während und danach elektrisierend und mitreißend. Nirgends wird so viel über das Wetter diskutiert und philosophiert. Sogar im Hitradio Ö3 widmet man sich dem Thema. Jeder Blick in die Gesichter der Teilnehmer spricht Bände und erzählt eine eigene Geschichte. Jahr für Jahr trifft man sich hier in Sölden in den verschiedenen Hotspots.

Das Leben hier ist schön. Wären da nicht 238 km und 5.500 Höhemeter dazwischen.

ktrchts

Bergfahren mit dem Rennrad. Gedanken eine Flachländerin.

Bergfahren mit dem Rennrad

Ich bin eine Flachländerin. Aufgewachsen und verwurzelt in der Pannonischen Tiefebene. Endlose Weiten. Sanfte Hügel. Er ist ein Bergmensch. Aufgewachsen in den Dolomiten. Hohe Berge. Karge Spitzen. Dünne Luft. So unterschiedlich wie unsere Herkunft auch unser Zugang zum Thema Berg. Zum Thema Bergfahren mit dem Rennrad. Wenn ich von Berg spreche, denke ich an den Ruster Berg. Oder vielleicht an den Leithaberg. Maximal an die Rosalia. 100 bis 500 Höhenmeter. 3 bis 7 Prozent Steigung.

Wenn er von Berg spricht, schwärmt er vom Monte Zoncolan, den Drei Zinnen, dem Col du Galibier. Ab 1000 Höhenmetern. In einem Stück. Mindestens 10% Steigung.

Höhenmeter müssten eine Faszination ausüben.

Wenn das Denken und Schwärmen aufhört und das Radfahren beginnt, sind bei uns Diskussionen vorprogrammiert. Wie viele Höhenmeter unsere nächste Ausfahrt denn hätte, stelle ich vorsichtig als Frage in den Raum. Laut Strava-Routenplanung 2000, seine Antwort. Aber das seien in Wirklichkeit ohnehin nur 1600. Ein Klacks also. Und sowieso auf 130 Kilometer verteilt. Also wirklich kein Grund zum Jammern.

Mir würden aber eigentlich schon 130 Kilometer ohne Höhenmeter reichen, werfe ich ein. Sein verständnisloser Blick sagt alles, bevor er überhaupt etwas sagt. Wie solle aus mir nur jemals eine richtige Radfahrerin werden? Höhenmeter müssten eine Faszination ausüben und meinen Ehrgeiz wecken. Der Berg rufe mich. Ob ich ihn denn nicht hörte?

Bergfahren mit dem Rennrad

Das pannonische Hochgebirge

Bergfahren mit dem Rennrad.

Bedingt, meine Antwort. Natürlich – das Ankommen hoch oben gefällt mir. Der Ausblick, der sich – manchmal sogar schon beim Hinauffahren – bietet, natürlich auch. Das Gefühl, etwas geschafft zu haben, ist auch nicht schlecht. Die Aussicht auf eine lange Abfahrt sogar höchst verlockend.

Wenn ich in meinem Tempo klettern kann, macht das Bergauffahren manchmal sogar Spaß. Ich mit mir in meiner Zeit. Kein Drängen. Kein Strava-Segment. Oft erlebe ich es dann auch meditativ. Atmen. Treten. Ankommen. Das gefällt mir. Vorausgesetzt die Steigung bleibt unter 10 Prozent. Idealerweise natürlich im Schatten.

Alles darüber ist ein Kraftakt für mich. Wenn dann – wie heuer so oft – auch noch die Sonne von oben und der Asphalt von unten brennen, stelle ich die Sinnfrage. Mir und ihm. Und bevor er noch antworten kann, beginne ich damit, mir unendlich leid zu tun. Und ihn, den Bergmenschen, der mir das antut, zu verfluchen. Wenn ich dann auch noch sehe, dass mein Garmin bereits die, vor der Ausfahrt ausgemachten, 1600 gefahrenen Höhenmeter anzeigt und der Berg noch lange nicht zu Ende ist, steigert sich meine Unrundheit ins Grenzenlose. Nie wieder würde ich auf seine Routenplanung hereinfallen. Nie wieder.

 

Strava lügt. Und alle anderen auch.

Das Problem ist nur. Nicht nur seine Höhenmeterangaben davor stimmen nicht. Auch allen anderen sollte man (Frau) nicht trauen. So erlebt heuer gleich zweimal im Sommer. Die vorgeschlagenen Touren der einzelnen Tourismusverbände sind immer mit einem gewaltigen Höhenmeterplus zu Ende gegangen. Vielleicht absichtlich für Leute wie mich gemacht. Hätte ich zuvor gewusst, was mich erwartet, hätte ich wohl manchmal gestreikt und den Pool auf der Dachterrasse bevorzugt. Besonders gefährlich sind auch – wie kürzlich erlebt – Höhenmeterangaben von Einheimischen.

Wenn einem ein gestandener oberösterreichischer Rennradler sagt, dass die eine oder andere Tour wenig Höhenmeter habe und angenehm zu fahren sei, dann sollten bereits alle Alarmglocken klingeln. Denn Wahrnehmung ist relativ. Seine Wahrnehmung ist nicht meine. Und seine Beine sind schon gar nicht meine. Zum Glück hat die traumhafte Kulisse immer wieder die Mühe belohnt. Und der eine oder andere Kuchen danach hat jegliche Strapazen schnell vergessen lassen.

Bergfahren mit dem Rennrad

Freuden einer Flachländerin

Bergfahren kommt vom Bergfahren.

Was ich am Ende aber fairerweise zugeben muss: Jeder gefahrene Höhenmeter macht stärker. Im Kopf und in den Beinen. Das spüre ich aber immer erst später. Wenn ich Flachländerin dann nach einem Urlaub in den Bergen wieder die heimischen Berge emporklettere, habe ich kurzfristig sogar das Gefühl, dass der Begriff Berg für diese Erhebung vielleicht doch nicht ganz richtig gewählt ist.

laketterechts

Austria Race Across Burgenland – ein Radabenteuer.

Austria Race Across Burgenland

Sommer 2018. Heiß und schön. Mit einer Hitzeperiode nach der anderen. Perfektes Rennradwetter für alle. Doch dann patzt sich dieser Sommer einen einzigen Tag so richtig an und genau an diesem Tag findet das Austria Race Across Burgenland statt. Das Ultra Lauf- und Radevent von Kittsee nach Kalch. Burgenland von Norden nach Süden über 223 km (für die Rennradfahrer) und 217 km (für die Läufer). Als Wahl- und Wochenend-Burgenländer war es für mich heuer eine Pflicht, dabei sei zu müssen. Trotz schlechter Wetterprognosen und mitten in der Tapering Phase zum Ötztaler Radmarathon. 

Eine Sonntagsausfahrt mit offiziellem Charakter.

Das Austria Race Across Burgenland ist ein empfehlenswertes Abenteuer. Es gehört aus meiner Sicht auf die Liste jener Dinge, welche man als RennradfahrerIn gemacht haben muss. Als BurgenländerIn und nicht nur. Dieses Event hat einen ganz speziellen Charakter. Es ist wie eine Sonntagsausfahrt mit offiziellem Flair. Aufstehen, zum Start fahren, in der Ströck Filiale in Kittsee frühstücken. Mit Kaffee, Tee, Krapfen, Butter, Brot, Marmelade und Honig. Sponsored. Wenig Hektik und wenig Stress. Nicht ganz. Die Logistik ist eine Herausforderung. Denn wie kommt man nach dem Rennen von Kalch wieder retour nach Kittsee? Ein Rückholservice powered by Verwandte, Freunde, Familie ist quasi Voraussetzung.

Relive ‚Fahrt am Morgen‘

Zurück zum einzigen Wintertag im heurigen Sommer. Die Nacht davor erfüllte alle Prognosen. Der Morgen wolkenverhangen, windig und nass. Einziger Lichtblick die positiven Aussichten auf ein trockenes Ankommen in Kalch. Und der Wind aus Nordwest. Beim Start in Kittsee ist es trocken von oben. Ein Blick in die Runde. Zuversicht und Kälteempfinden sind subjektive Wahrnehmungen. Ich entscheide mich für Beinlinge, Ärmlinge und leichte Windjacke. Und für Regenüberschuhe. Doch diese werden plötzlich überflüssig. Ich stehe am Start ohne Rennradschuhe. Ja. Auch mir darf so etwas nicht passieren. DNS?

Das Austria Race Across Burgenland.

Die Liebes-Hotline rennt heiß. laketterechts wird geweckt. Wie komme ich zu meinen 55 km entfernten Rennradschuhen bzw. wie kommen diese zu mir? Die Entscheidung fällt. Sie kommen mir entgegen. Bis nach Jois. Das sind 24 km vom Start weg. Das Zweitpaar eines Teilnehmers in Größe 42 mit Look KEO hilft mir bis dahin aus. Danke Sigi. Mein Held des Tages. Mit den Überschuhen im Trikot und deutlichem Platzmangel bei Zehen und Ferse starte ich ins Abenteuer Austria Race Across Burgenland 2018.

Es geht gesittet los. Bis zum ersten Kreisverkehr. Vorne das Führungsfahrzeug. Zwei Motorradfahrer begleiten das Feld und kümmern sich um Kreisverkehre und Kreuzungen. Schnell zieht sich das Feld in die Länge. Hinten reißen die ersten ab. Wir sind vorne ca 20 Mann. Unser Bulk benötigt die ganze Fahrbahn. Ein wenig auch jene, welche für den Gegenverkehr gedacht wäre. Starker Seitenwind. Es ist Sonntag morgen, und das ist gut so. Kittsee, Gattendorf, Parndorf, Neusiedl am See. Tempo hoch. Sehr hoch. Smal Talk hier und da. In Jois verabschiede ich mich in Führung liegend auf den Parkplatz des Gut Leithaberg. laketterechts und meine Schuhe stehen schon da. Als Ex-Triathlet schwinge ich gekonnt vom Rad. Schnell sind die Schuhe gewechselt. Die Gruppe natürlich weg. Ich eine gute Minute hinterher.

Austria Race Across Burgenland

fette Ausbeute

Mein eigenes Rennen im Rennen.

Vollgas auf der B50. Ein paar hundert Meter vor mir das Feld. Dazwischen Autos. Ich drängle und schlängle mich durch und vor. Nutze da und dort den Windschatten. Der Abstand wird nicht kleiner. Der starke Seitenwind macht die Sache nicht einfacher. In Breitenbrunn geht es bergauf. Ich spüre das Frühstück hochkommen. Und ich gebe mich auf. Das wird sich nie ausgehen. Schon rechne ich mit einem Soloritt bis ins Ziel. Mache mich auf einen langen Tag gefasst. Das Feld biegt auf den Begleitweg zur B50 ab. Ich auch. Spät. Über die Wiese. Auf nicht interpretierbaren, aber wenig freundlichen Zuruf zweier dort versteckt stehenden Polizisten.

Dann taucht der weiße Mercedes Vito des Teams Mountainbiker am See auf. Vor mir. Hinter anderen Begleitfahrzeugen und dem enteilten Feld. Meine Rettung. Seitlich vom Bus ist es windstill. 300 Watt und mehr auf Anschlag. Durch Purbach durch. Eine rote Ampel. Aus. Vorbei. Sie springt aber auf gelb und dann auf grün. Weiter geht’s. Nochmals Güterweg. Nach 10 km Laktatgemetzel bin ich wieder in der Gruppe und kann endlich meine Rennradschuhe schließen.

Austria Race Across Burgenland

Ein paar Daten zum Rennen.

Das Burgenland ist nicht flach.

Inzwischen hat es zu regnen begonnen. So richtig nass es ist jetzt. Von oben. Von unten. Meine Überschuhe immer noch brav in der Trikottasche. Am ersten ernstzunehmenden Berg, dem Sieggrabner Sattel, wird die Sonntagsausfahrt zum Rennen. Die 20 Mann starke Gruppe zerfällt. Wir sind erst bei km 80. Die erste Labe spendet eine Banane und ein nicht identifizierbares Iso-Getränk bevor es mit Rückenwind ins Mittelburgenland geht. Zuerst allein. Dann wird eingesammelt. Team Mountainbiker am See mit zwei Mann. Ich und ein oder zwei Mitfahrer. Ein Motorradfahrer ist nach wie vor in unserer Nähe. Die Zeit vergeht. Die Kilometer kaum. Oberpullendorf, Piringsdorf, Hochstraß, Lockenhaus. Das Burgenland ist nicht flach. Immer wieder kurze Rampen. Und weiterhin Regen, Wind und Nässe.

Jetzt wartet der Geschriebenstein. Der höchste „Pass“ im Burgenland. 400 Höhenmeter auf knapp 9 Kilometern Länge. Maximale Steigung 12%. Es herbstelt. Nebel hängt über der Straße. Die Nadelbäume schwingen. Der Wind rauscht wie in Heidis Zeichentrickfilmen. Ich bin allein auf weiter Flur. Brauche trotz Müdigkeit und kaputten Beinen, nur 3 Minuten länger als meine PB hier hinauf. Aufgestellt noch vor ein paar Wochen. Oben wieder eine Labe. Es hat knapp 8°. Im August. Pepsi, Iso und Magnesia. Dazu ein Potpourri an Riegel und Gels. Ich nehme, was ich finde. „Beim Abfahren bitte aufpassen. Es liegt sehr viel Laub auf der Straße und es ist rutschig“. Ich nehme mir diese Worte zu Herzen und bremse mich Richtung Rechnitz. Team Mountainbiker am See bremst mir nach. Dass ich am Geschriebenstein auf 780m Seehöhe einen Kältetod hätte sterben können, ist schon paradox. Sommer 2018.

Das Südburgenland. Neues auf meiner Landkarte.

Ab hier ist mir alles fremd. Im Südburgenland war ich noch nie Rennradfahren. Schade, denn die Gegend ist ein Traum. Unendliche Weiten und Ortschaften mit klingenden Namen wie „Kohfidisch“ und „Kirchfidisch“. Dazu jede Menge Achterbahnen. Auch das Südburgenland ist nicht flach. Und es ist nicht windstill. Heute auch nicht trocken. Immer noch hängen die Wolken tief. Es graut. Die Straßen ein paar Kilometer trocken. Dann wieder nass. Meine Kette mittlerweile laut wie die Ketten eines Baustellen-Baggers. Ich suche schon die Nässe, um die Kette zu befeuchten. Das quietschende Geräusch nervt.

Austria Race Across Burgenland

Garmin Edge 1030 mit Regenverhütung.

Zu viert und ab Güssing dann zu fünft strampeln wir den Countdown herunter. Noch 60, noch 50, noch 40 … Kilometer bis Kalch. Essen, trinken und beißen. Jennersdorf ist erreicht. Irgendwo im Kopf habe ich noch die Warnung vor einem letzten Berg. Doch wann kommt der? Wir fahren entlang der ungarischen und dann entlang der slowenischen Grenze. Einmal kurz verfahren und dann sind es nur mehr weniger als 10 Kilometer. Vom Berg noch keine Spur. Inzwischen haben wir noch 3 Läufer überholt. Diese sind am Tag zuvor gestartet. Also bereits mehr als 30 Stunden unterwegs. Hut ab. Chapeau.

Alles hat ein Ende. Auch das Austria Race Across Burgenland.

Nach exakt 223,15 km laut Garmin, knapp 2.000 Höhenmetern und einer Fahrzeit von 7:00:14 erreiche ich Kalch und beende das Austria Race Across Burgenland. Das ganze Dorf ist in Festlaune. Beim Gasthof Zum-Hendlwirt hat die örtliche Feuerwehr zum Finisher-Fest geladen. Schnitzel, Pommes, Spare-Ribbs, Bratwurst und Blechkuchen inklusive Schlagermusik vom Band. 56 Männer und 4 Frauen haben Kalch erreicht. Gewonnen hat ein Ungar bei den Herren mit einem Schnitt von über 35 km/h. Jahrgang 85. Bei den Frauen eine Österreicherin mit knapp 30 km/h Schnitt. Jahrgang 64. Der letzten Teilnehmer braucht 9h33 und hat noch die Sonne genossen. 19 Personen sind gar nicht an den Start gegangen. Selber Schuld. Nur zwei Teilnehmer haben das Rennen nicht beendet.

Ich bleibe dabei. Das Austria Race Across Burgenland ist ein Rennrad-Abenteuer. Mit viel Liebe und Leidenschaft auf die Beine gestellt. Einfach. Reduziert. Urig. Ein Muss nicht nur für alle BurgenländerInnen. Finisher-Medaille, Finisher-Trikot, Essens, Trinken und eine Landschaft, die mehr bietet als den Regen, den wir erlebt haben. Das ganze für € 50,- Startgeld.

ktrchts

PS: Danke MSC Rogner Bad Blumau für den Startplatz und die tadellose Organisation. Danke auch an das Team Mountainbiker am See für die Betreuung im Rennen und für das „Bring me back“ Servcie am Ende dieses langen Tages.