Kategorie: Rennradgeschichten

Geschichten rund ums Rennradfahren

Die Kältewelle fest im Griff – der Italiener und der Winter

Kältewelle

Sie tanzt unverfroren in ihrem Palast aus Eis. Leicht bekleidet. Ärmellos. Mit Rock und hohen Stöckelschuhen. Die Kälte kann ihr nichts mehr antun. Sie hat ihre Bestimmung gefunden. Elsa die Schneekönigin. Ihre Schwerster Anna stampft indessen durch den tiefen Schnee und durch Bäche. Als ob nichts wäre. Harte Mädels. Faszinierend, wie locker beide die Kältewelle über Arendel wegstecken. Nicht einmal einen Schnupfen haben sie bekommen. Während die Nase des Italieners schon nach 20 Sekunden im Freien tropft wie ein defekter Wasserhahn.

Nicht einmal die Harten kommen durch.

Kurz und extrem. So resümiert ORF Chefmeteorologe Marcus Wadsak die aktuelle Kältewelle im Alpenraum. Irgendwo im Norden ist ein Kaltluftdepot zu einem Meeresausflug Richtung Süden aufgebrochen. Mit polarer Kälte im Übergepäck. Zweistellige Minusgrade als Tages-Höchsttemperatur. Das kommt nicht oft vor. Und wenn, dann wird es für den Italiener spannend. Dann ist es an der Zeit, die Annas und Elsas freizugeben. Bekanntlich gibt es ja kein schlechtes Wetter. Außer man hat keine richtige Radbekleidung zur Hand. Und man hat keine Regenerationswoche. Eine, die zufällig gerade in diese Kältewoche hineinpasst. Die Unlust, Indoor zu trainieren macht den Rest.

Es kommt also zum großen Showdown. Irgendwo da draußen im Freien. Zwischen Eisplatten und Schneewechten. Natur gegen Material. Wetter gegen Technik. Der Italiener stellt sich der Herausforderung Kältewelle. Nicht ohne seiner Spikes. Ein Relikt aus dem letzten Jahr. Pause kennt er ja keine. Und einen Sturschädel hat er sowieso. Kraftausdauer nennt er dann das Fluchen. Wenn er wieder einmal im Schnee stecken bleibt und die Gesetze der Physik nicht aufheben kann. Wenn’s nicht geht, geht’s nichts weiter. Auch wenn er es nicht wahrhaben will.

Kältewelle

Warm anziehen.Die Kältewelle formt den Charakter.

Die Kältewelle formt die Stimmbänder.

Was ist neongelb, schiebt sein Rad und gestikuliert wild um sich herum? Richtig. Es ist der Italiener am tief verschneiten und vom Wind unkenntlich gemachten Radweg im Nordburgenland. Gerade eben ist er wieder einmal gestrandet. Nicht im feinen Sand von Jesolo. Nein, im kompakten Triebschnee. Oft reichen seine Kraft und sein eiserner Wille eben nicht aus. Weil es dem Italiener da und dort an Intelligenz fehlt. Radfahren ist auch Kopfsache. Langsam ist dabei oft schneller. Viel schneller. Vor allem aber sicherer. Sagt ihm das. Bitte. Dann brettert er nicht mehr mit hoher Geschwindigkeit in eine Schneewechte hinein, so dass es ihm zuerst das Vorderrad und gleich danach das Hinterrad wahlweise nach links und rechts schleudert. Dass er dabei nicht auf der Schnauze liegt ist entweder Glück oder Können. Fakt ist, dass seine Bandscheiben, eigentlich die gesamte nicht vorhandene Rumpfmuskulatur, die Opfer seines Leichtsinns sind.

Was der Italiener da macht hat nichts mir Radfahren zu tun. Es ist  eine Mischung aus Aerobic, Kunstturnen und Yoga. Im Schnee.

Kältewelle

Wenn’s nicht geht, geht’s nicht.

Aerobic und Kunstturnen im Schnee.

Physikalisch gesehen tanzt der Italiener auf Messers Schneide. Seine Erfahrungen haben ihn geprägt. Und konditioniert. Das permanente Gefühl, mit dem Vorderreifen auszurutschen und das Eis küssen zu müssen macht ihn ängstlich. Zitternd steuert er sein Rad als wäre er blutiger Anfänger ohne Stützräder. Auch den Spikes traut er nicht. Zu unrecht. Sie sind aktuell seine einzige Krankenversicherung. Es ist erstaunlich, was der Schwalbe Marathon Winter mit 220 Metallzapfen für Dienste leistet. Im Gegensatz zum Italiener heben sie sehr wohl die Gesetze der Physik auf. Bis der Italiener wieder im Triebschnee landet. Und flucht.

Es wäre drinnen viel gemütlicher.

ktrchts

Ein Damensattel ist ein Damensattel. Punkt.

Damensattel

Endlich war ich Besitzerin eines eigenen Rennrades. Die Suche danach hatte sich nicht so schwierig gestaltet, weil das Budget, das ich auszugeben plante, von vornherein zahlreiche Modelle aus dem Rennen nahm. Ein Rad ist ein Rad. Es soll mich von A nach B und wieder zurück nach A bringen. Eine Philosophie aus dem Radkauf zu machen, war nie mein Plan gewesen. Dann hätte ich mich nämlich mit verschiedenen technischen Details auseinandersetzen müssen, versuchen müssen, Dinge zu verstehen, die mich in Wirklichkeit nicht interessierten. Nicht im Geringsten.

Dieser Zugang war ihm fremd. Und ist ihm immer noch fremd. Er versteht nicht, wie ich nicht wissen kann und will, wie die einzelnen Teile meines Rades heißen und was sie im Stande sind zu vollbringen.

Gut aussehen und gut sitzen.

Ich saß also auf einigen Modellen Probe. Überlegte mir, welche Farbe gut zu mir passen würde. Er kümmerte sich um den Rest. Meine Wahl fiel auf ein Trek. Ich entschied mich für einen normalen Rahmen, keinen speziellen Damenrahmen. Weil ich groß bin und meine Beine lang sind. Sogar länger als seine.

Von den ersten Ausfahrten an saß ich gut auf dem Rad. Mein Rücken und mein Nacken schienen mit meiner Wahl auch zufrieden. Nur mein Sattel bereitete mir – wie auch bereits auf meinem Leihrad – Schmerzen. Große Schmerzen. Während und nach jeder Ausfahrt fluchte ich, was das Zeug hielt. Abends schwor ich regelmäßig, mich niemals wieder auf das Rad zu setzen, um am nächsten Morgen meine Vorsätze wieder über den Haufen zu schmeißen. Ich wollte ja Rad fahren. Und er wollte es auch. Ein Dilemma. Mein Dilemma. Sein Dilemma. Unser Dilemma.

Damensattel

So sitzt die Dame richtig

Wie konnte ich mich daraus befreien? Ich recherchierte also stundenlang in diversen Internetforen. Schließlich hatte ich die Lösung. Ein Damensattel musste her! Er verstand meinen Wunsch nicht. Ich solle mich nicht so anstellen. Es sei ein guter Sattel. Ich müsse mich nur an ihn gewöhnen. Alles eine Frage der Zeit.

Ein Damensattel heißt nicht umsonst Damensattel.

Zum Glück habe ich ihm nicht geglaubt. So froh ich über seine Unterstützung beim Rennradkauf war, so sehr wusste ich, dass mein Sattelproblem nur ich alleine lösen konnte und wollte. Mein Allerwertester war schließlich mein Allerwertester.

Ich suchte also noch einmal das Fahrradgeschäft auf und ließ mich vermessen, genauer gesagt ließ ich den Abstand meiner Sitzknochen vermessen. Dazu musste ich mich im Radgeschäft auf einen weiß beschichteten Hocker setzen, der in Folge meine Sitzknochen schwarz auf weiß abbildete. Nun wusste der Verkäufer, welche Größe mein Damensattel haben sollte. Mit der Option, ihn tauschen zu dürfen, falls er doch nicht passte, kehrte ich erhobenen Hauptes stolz mit meiner neu erworbenen, Schmerzfreiheit verheißenden Trophäe zurück.

Jetzt blieb ihm nichts anderes übrig, als mein Vorhaben zu unterstützen. Schließlich wollte er mich ja wieder auf dem Fahrrad sehen. Widerwillig kopfschüttelnd und unverständliche Laute in sich hineinmurmeld befestigte er den neuen Sattel an meinem Rad. Jetzt stand unserer nächsten gemeinsamen Ausfahrt nichts mehr im Wege.

Damensattel

Zwei Räder – ein Sattel.

Er versteht was von Radtrikots, aber weniger von Damensätteln.

Es war die richtige Wahl. Wie sich rasch herausstellte. Vom ersten Moment an fühlte ich mich wohl auf meiner neuen Errungenschaft. Keine Schmerzen mehr während oder nach einer Ausfahrt. Meine Sitzknochen nun in Kontakt mit dem Sattel nahmen jeglichen Druck von empfindlichen Stellen. Er weiß zwar viel. Aber ich spüre mehr. Meinen Körper. Und vor allem mich selbst.

Damen sind halt Rennrad-Prinzessinnen. Und jede Erbse schmerzt. Da mag er Kopf schütteln, so viel er will.

laktrchts

Beeing Specialized – Mein neues Dienstfahrzeug

 

Der Italiener und sein Rennrad. Eine Diva muss es sein. Vorzugsweise mit Campagnolo. Schön, stylisch und vom klingenden Namen her. De Rosa, Basso, Bianchi, Pinarello. Objekte voller Tradition. Mit eigener Geschichte über die Pässe des Giro d’Italia. Eine Religion. Der Italiener und sein Rennrad. Das muss passen. Da gibt es schon Grundsätze. Flexibilität ist da fehl am Platz. Diskussionen über Alternativen werden gekonnt vermieden oder einfach überhört. Italians do it better. Zumindest was den Rahmenbau und den Aufbau von Rennrädern betrifft. Italienische Rennräder sind „Very Specialized“.

Mit neuem Rad auf Rennradreise.

Die Versuchung ist trotzdem groß. Und sie lauert immer und überall. Denn andere Mütter haben auch schöne Rennräder. So gesehen beim Mountainbiker am See. Der Specialized Store in Weiden am See ist eine Brutstätte solcher schöner Söhne und Töchter. Hier bekommst du, was du sonst nirgends bekommst. Wenige bis gar keine Räder sind dort von der Stange. Dass Michael und Mike vor Ort große Fans von Einzelstücken sind, ist kaum zu übersehen und zu überhören. Verbringt man dort einen Vormittag, geben sich Paketdienste die Klinke in die Hand. Alles Kundenbestellungen. Vom Feinsten.

So ist es nicht verwunderlich, dass man auch den Italiener weichklopfte. Nachdem dieser bereits das Specialized Venge Vias Probe reiten durfte, sollte es diesmal ein Tarmac Expert sein. Jahrgang 2017. Mit SRAM eTap. Von der Stange. VP 4.999,- Nicht als Eintagsfliege. Länger. Langfristiger. Es sollte sich eine Beziehung aufbauen. Zwischen dem Italiener und seinem Rennrad. Das nicht italienische. Ob es für Liebe auf dem ersten Tritt reichen wird?

Speciaized Tarmac Expert SRAM eTap

Der Italiener und sein Rennrad. Jetzt fährt er sogar auf eine amerikanische Vollblutamazone ab. Eine von der Stange. Aus dem Karton. Vorerst. Es soll sich erst einmal eingewöhnen bis er ihre Sprache spricht. Dann darf er hoffen. Auf ein Upgrade. Enve Laufräder hat man ihm versprochen. Dann sogar Lightweight Meilenstein. Zu Testzwecken. Zuerst aber gilt es sich auf SRAM eTap statt Campagnolo Record einzulassen. Statt mechanischem Klang bekommt er jetzt elektronische Sound zu Ohr. Eine 53/36 Kurbel wird ihn sicher zu neuen Höhenflügen verhelfen. Exakt 7 kg und 260g brachte das neue Baby ohne Pedale und Flaschenhalter auf die Waage. Zusammengebaut von Willi. Mit akribischer Präzision und stoischer Gelassenheit.

Er geht jetzt fremd. Nein. Er fährt fremd. Den Radsommer lang. Mit dem Specialized zu seinen Rennradreisen. Der Italiener uns sein Rennrad.

ktrchts

Rennrad-Bloggerin – sie radelt nicht nur, sie schreibt jetzt.

Rennrad-Bloggerin

Sie soll schreiben, habe ich gesagt. Über das Rennrad fahren als Frau. Sie hat lange überlegt. Gründlich. Wie eine Frau das gerne macht. Fast ein Jahr lang. Sie radelt nicht nur, sie schreibt jetzt. La ketterechts ist zur Rennrad-Bloggerin mutiert. Eine Literatin auf schmalen Drahtreifen. eine Buchstaben-Virtuosin in Lycra, eine Wortakrobatin mit Helm. Ihre liebe Couch ist ihr neues Refugium. Hier erholt sie sich von den Ausfahrten und hier reinigt sie ihre Seele. Ihr Blick vertieft im Bildschirm des in die Jahre gekommenen McBooks. Die Finger stets bereit, Gedanken aufzufangen und festzuhalten. Ihre Gedanken. Ihre komplexen Gedanken. Unser Leben hat soeben eine scharfe 90° Kurve genommen. Nichts ist mehr wie früher.

Rennradprinzessin im Radtrikot.

Ihr Zugang zum Thema Rennrad ist ein ganz anderer. Er ist nicht einfach. Dafür einfach nur komplex. Sie lebt eine ganz andere Welt. Eine mir bis dato in allen Facetten fremde. Eine Welt frei von Regeln. Meinen Reglen. Unseren Regeln. Sie ist Radprinzessin im Radtrikot. Bücher könnte ich darüber schreiben. Doch ich schweige. Wie ein Gentleman das so macht. Innerlich kochen. Nach außen hin Gelassenheit ausstrahlen. Auch wenn sie mich manchmal oft zur Weißglut bringt.

Rennrad Touren Imst

Abfahrt nach Telfs

„Glaubst du brauche ich eine Windweste?“ „Habe ich nur mit den Ärmlingen zu kalt?“ Das sind nur zwei der tausend nervigen Fragen, mit der sie sich rennfertig und gleichzeitig mich fertig macht. Das macht sie mir zu Fleiß. Das weiß ich. Und trotzdem bin ich vor dem Training bereits in der anaeroben roten Zone.

La ketterechts schreibt jetzt und öffnet somit ein neues Kapitel der ketterechts Geschichte. Sie schreibt frei von der Leber. Ihre Geschichten. So wie ihr der Schnabel gewachsen ist. Manchmal leise wie eine schüchtern Meise, manchmal laut klappernd wie ein fröhlicher Storch und manchmal spitz wie eine Nadel beim Laktatmessen. Sie schreibt ohne Zensuren. Nicht einmal einen Beistrich würde ich ändern dürfen.

Rennrad-Bloggerin

Durch das Eisacktal

La ketterechts ist jetzt Rennrad-Bloggerin.

Wobei das nicht ganz richtig ist. Es stimmt zwar. Aber gleichzeitig stimmt es auch wieder nicht. Eigentlich. Dieses eigentlich ist sowieso ihr Lieblingswort und eigentlich ändert sie sowohl beim Schreiben als auch beim Radfahren ständig ihre Meinung. Nein, es ist ihre Stimmung. Weil eigentlich will sie nicht schreiben. Und schreibt dann doch. Und eigentlich will sie nicht Rennrad fahren. Sie fährt dann doch. Und ich mittendrin, statt nur daheim. Nerven aus Stahl habe ich nie gehabt. Im Gegenteil. Ich bin Passagier ihrer Unentschlossenheit. Einmal hier, dann wieder dort und eigentlich ganz woanders.

So bin ich und das ist normal, sagt sie mir immer. Ob sie damit meint, ich sei es nicht konnte ich noch nicht herausfunden. Wenn es normal ist, dass man immer erst 10 nach fertig ist, wenn es normal ist, dass man sich mindestens zwei Mal umzieht bevor man wegfährt und wenn es normal ist, dass man wartet bis einem das Fahrrad vor die Nase gestellt wird, dann, dann ist sie wirklich normal.

La ketterechts ist jetzt Rennrad-Bloggerin. Egal ob sie will oder nicht. Sie fährt jetzt auch schriftlich ihre Runden und das kann nur heiter werden.

ktrchts

Todesängste einer Rennrad-Einsteigerin.

Rennrad-Einsteigerin

Unsere ersten Ausfahrten. Etwa 200m vor jeder sich nahenden Ampel hat Unruhe jede Faser meines Körpers erfasst. Würde ich es schaffen, als Rennrad-Einsteigerin rechtzeitig aus dem Pedal zu kommen und dabei noch einigermaßen gut auszusehen? Und die noch viel schwierigere Frage: Nach wie vielen zurückgelegten Metern würde mein zweiter Schuh endlich wieder ins Pedal einklicken und mir die nötige Stabilität beim Fahren gewähren?

Ich war immer froh, wenn die Straße ohne Hindernisse und möglichst gerade war. Er dagegen verstand meine Ängste nicht. Du musst einklicken, wenn du wegfährst und ausklicken, wenn du zuhause ankommst, hat er gesagt – dazwischen gibt’s nichts. Stimmt. Für ihn nicht. Er findet immer irgendwelche Stangen, an denen er sich beim Stehenbleiben anhalten kann. Oder er balanciert so lange auf dem Rad, bis es grün wird.

Rennrad-Einsteigerin

Wie die Jungfrau zum Rennrad.

Ein Radtrikot macht noch keinen Profi.

Mein Ampelthema wurde schnell in den Hintergrund gedrängt. Abgelöst von einem neuen Thema. Windschatten. Ich sollte als Rennrad-Einsteigerin also tatsächlich im Abstand von wenigen Zentimetern hinter ihm herfahren? Was wenn er bremste und ich nicht? Ich zögerte. Lange. Wagte mich schließlich Zentimeter um Zentimeter näher heran. Immer hoch konzentriert. Immer beide Hände an den Bremsen. Bei manchen Ausfahrten nahm ich nichts anderes wahr als sein Hinterrad und eine Aufschrift – irgendwas mit Campagnolo oder so. Er hingegen sah immer viel von der Landschaft, was er mir danach gönnerhaft und ausführlich erzählte.

Was ich allerdings schnell spürte und auch sehr mochte, war die ungeheure Kraftersparnis, wenn ich den richtigen Platz im Windschatten fand. Wenn. Ich soll den Wind lesen, hat er gesagt. Also habe ich begonnen, Grashalme zu beobachten und rechts, links oder hinter ihm zu fahren. Mit dem Ergebnis, dass er binnen kürzester Zeit manchmal meilenweit von mir entfernt war.

Rennrad-Einsteigerin

Erste Erfahrungen im Windschatten

Rennrad-Einsteigerin will gelernt sein.

Wie oft habe ich in dieser Zeit alles hinschmeißen wollen! Während er Kunststücke auf dem Rad vollführte, kilometerlang freihändig fuhr, lauthals trällerte und jede Ausfahrt mit mir als Regenerationsfahrt bezeichnete, rang ich nach Luft, spürte ich vor lauter Brennen keine Beine mehr, konnte ich mich kaum noch im Sattel halten und hatte nach jeder Ausfahrt das Gefühl, weit über meine Grenzen gegangen zu sein. Die Couch war jener Ort, den ich mir während jeder Ausfahrt herbeisehnte und den ich nach jeder Ausfahrt stundenlang nicht mehr verlassen konnte. Wie sollte das jemals etwas werden?

Und dann kam der Durst. Unvermittelt. Während des Fahrens. Aber keine Zeit stehenzubleiben. Ich solle während des Fahrens trinken. Alle machten das so. Aber wie schafft man es, während des Tretens eine Trinkflasche aus der Halterung zu nehmen, zum Mund zu führen und wieder in die Halterung zu stecken, ohne dabei ins Schlingern zu geraten? Ich blieb also stehen. Und trank. Wenn du fährst, fährst du. Wenn du trinkst, trinkst du. Aber nicht alles gleichzeitig. Meine Devise. Über seine ungeduldigen Blicke ob der für ihn vermeidbaren Pause könnte ich einen Roman schreiben.

Rennradfahren ist eine sehr lange Reise.

Trotzdem. Er hat mich immer ermutigt. Und ich ließ mich nicht entmutigen. Fuhr viel. Mit ihm. Alleine. Mit Freundinnen. In der Gruppe. Einmal schnell. Einmal langsam. Einmal schweigend. Einmal plaudernd. Immer lachend. Oft über mich selbst.

Rennrad-Einsteigerin

Erstes Trainingslager in Porec.

Heute macht es Spaß. Mir. Uns beiden. Meistens. Wir kommen beide auf unsere Kosten. Nicht immer. Wenn nicht, dann dreht er im Anschluss noch eine Runde. Vielleicht auch zwei oder drei. Und ich freue mich, wenn inzwischen Bad und Couch mir alleine gehören.

Der Genuss kommt mit dem Erfolg. Der Erfolg kommt in kleinen Schritten. Diese Schritte muss ich tun. Doch dazu mehr, wenn ich wieder schreibe. Vielleicht.

la ktrchts

 

Glück auf zwei Rädern – la ketterechts bloggt

Glück auf zwei Rädern

Ich soll schreiben, hat er gesagt. Über das Radfahren. Über das Radfahren als Frau. Ich überlege, hab ich gesagt. Ich fahre gern Rad. Ich schreibe gern. Also schreibe ich jetzt übers Radfahren, über mein Glück auf zwei Rädern, das nun seit bald zwei Jahren mein Leben bereichert.

Meine Kinder sind mittlerweile groß, der Großteil meiner Zeit gehört mir. Wieder. Ich kann in der Früh aufs Rad steigen, vormittags, mittags, abends, solange der Kühlschrank voll, in den Töpfen Essbares oder meine Bankomatkarte zur freien Entnahme bereitliegt, bin ich ein freier Mensch. Außer ich darf arbeiten.

Mit dem Rennrad auf Lebensreise.

Wenn man mir vor ein paar Jahren gesagt hätte, dass ausgerechnet das Rennradfahren einen so großen Platz in meinem Leben einnehmen würde, hätte ich vermutlich ungläubig den Kopf geschüttelt. Laufen ja. Schwimmen ja. Aber Rennradfahren?

Glück auf zwei Rädern

Glück auf zwei Rädern

Ausdauersport ist seit vielen Jahren ein Thema in meinem Leben – nicht zuletzt oder gerade weil ich seit meiner frühesten Kindheit mit zahlreichen Allergien und damit einhergehendem Asthma zu kämpfen habe. Mit dem Ziel, meine Lunge zu trainieren und in der Hoffnung, einen Weg zu finden, der meine Beschwerden mindert bzw. kontrollierbar macht, habe ich vor gut 10 Jahren mit dem Laufen begonnen. Ab und zu bin ich geschwommen und habe mit meinem Mountainbike eine Runde gedreht. Nichts davon besonders gut oder besonders schnell. Aber immer mit viel Freude.

Das Glück auf zwei Rädern darf man erzwingen.

Die Wende kam, als just jener Mann in mein Leben trat, dessen einzige Passion das Rennradfahren ist. Nicht nur er war plötzlich fester Bestandteil meines Lebens, auch sein Rad. Geparkt in meinem Wohnzimmer. Und dann unser erstes gemeinsames Ostern. Nach Schokoladeneiern und Osterhasen hielt ich vergeblich Ausschau. In meinem Osternest ein Rennradtrikot. Von ihm. Schwarz mit Rosa. Er hat es extra anfertigen lassen. Nur hatte ich zu diesem Zeitpunkt weder ein Rennrad noch Lust aufs Rennradfahren.

Ein Jahr später hat er mich so weit gehabt. Ein Zufall hat ihm geholfen. Meine Freundin hat sich für ihren Start beim Ironman in Klagenfurt ein neues Rad gekauft. Ihr altes also ab sofort damenlos. Wie geschaffen für mich. Ich habe also günstige Radschuhe gekauft, mein Ostergeschenk angezogen – jenen Hauch Stoff, der so erbarmungslos ehrlich jeden Zentimeter Körper preisgibt – und bin auf mein neues Leihrad gestiegen. Auf und ab in unserer Gasse. Einklicken ausklicken. Nicht rauskommen. Hinfallen.

 

Glück auf zwei Rädern

Wintersport am Rennrad

Endlich eine Freundin, die Rad fährt.

Er war begeistert. Endlich hatte er eine Freundin, die Rad fährt. Ich wusste. Das war erst der Anfang. Unsere dritte gemeinsame Ausfahrt war eine 100km-Ausfahrt. In der Gruppe. Das Ketterechts-Bootcamp, das sich ab diesem Zeitpunkt wie ein roter Faden durch mein Leben ziehen sollte, hatte begonnen.

So sehr ich von ihm ins kalte Wasser gestoßen wurde, so wenig pädagogisch seine Lehrmethoden waren und sind, so sehr wir vor, während und nach jeder Ausfahrt diskutiert haben und immer noch diskutieren (wobei diskutieren in diesem Zusammenhang ein äußerst euphemistisches Wort ist), so sehr muss ich wohl zugeben, dass ich ohne ihn niemals in so kurzer Zeit so große Fortschritte gemacht hätte.

Glück auf zwei Rädern

Familie ketterechts

Windschatten statt Lidschatten.

Habe ich letzten Winter noch über weite Strecken pausiert, bin ich in diesem Winter bis jetzt durchgefahren. Draußen. Bei fast jedem Wetter. Großteils natürlich in seinem Windschatten. Ich habe gelernt, mich nicht abschütteln zu lassen. Ich habe gelernt an seinem Hinterrad zu kleben. Ich habe gelernt, Kraft zu sparen und Kraft richtig einzusetzen.

Das Absolvieren der Festive 500 und die Teilnahme an der Radsporttreff-Winterliga haben mich noch einmal ein Stück weitergebracht, meinen Ehrgeiz geweckt und mich motiviert, auf diesem Weg zu bleiben. Ich will nichts erreichen. Ich will keine Rennen fahren. Ich will nicht unter Zeitdruck in ein Ziel kommen müssen.

Aber ich freue mich, wenn ich besser werde. Ich freue mich, wenn ich höher klettern kann. Ich freue mich, wenn ich die Natur erlebe. Ich freue mich, wenn der Fahrtwind mich küsst. Dann fühle ich mich frei. Und manchmal sogar so, als hätte ich mein ganzes Leben nichts anderes getan.

Ich soll schreiben, hat er gesagt. Jetzt habe ich geschrieben. Vielleicht mach ich es wieder. Ich überlege.

la ktrchts

Glück auf zwei Rädern

Frühling im Jänner

Rahmentausch – wenig Freude über eine große Baustelle

Rahmentausch

Es war wie ein verspätetes Weihnachtsgeschenk. Ein Rahmentausch. Recht Unkompliziert, dafür hat es etwas länger gedauert. Mein alter Gaul war zum Glück dazwischen mehr als  fahrtüchtig und hat locker noch die 24h Burgenland Extrem Tour geschafft. Ein langer schwarzer Streifen am Oberrohr war der Grund für diese Garantieabwicklung. Ob nur optischer oder aber struktureller Natur kann ich nicht sagen. Fakt ist, Norco hat nicht lange gezögert und mir einen neuen Rahmen zugesichert. Ich durfte sogar auswählen. Schwarz/weiß 2017 oder blau/orange 2018. Die grüne Mamba war leider nicht mehr verfügbar.

55,5 cm und weniger als 1.000 Gramm.

Als ich heute bei Ciclopia in Wien war und den neuen Rahmen auspacken durfte, konnte ich meine Freude kaum in Zaum halten. Der neue Norco Rahmen war in Natura um ein vielfaches schöner als am Prospekt. Das Blau intensiv. Dazu Orange als perfekter Kontrast. Ein zartes Hellblau rundet diese gewagte aber äußerst gelungene Farbkombination ab. Nur noch ein paar Stunden, und ich könnte das neue Baby mit 55,5 cm und weniger als 1.000 Gramm bereits ausführen.

Rahmentausch

Ciclopia – Vienna Bike Base

Dann leider die große Ernüchterung. Erst als der alte Rahmen voll zerlegt war und die Teile auf den neuen montiert hätten sollen wurde eine riesengroße Baustelle sichtbar. Nicht ein, nicht zwei, nicht drei – gleich vier wesentliche Teile passten nicht. Es war wohl kurz vor der Mittagspause. Ich saß noch im Cafè Drechsler bei der Arbeit und ahnte von nichts. Das Unheil hatte jedoch bereits stattgefunden.

Rahmentausch – wenig Freude mit der großen Baustelle.

Ich wusste bereits beim Abhören von Richie’s Nachricht auf meiner Mobilbox, dass der heutige Tag ohne neuem Norco zu Ende gehe würde. Kurz nach 1400 Uhr betrat ich das Geschäft. Die Hiobsbotschaft ließ nicht lange auf sich warten. In der Werkstatt lag mein alter Rahmen. Er war nackt. Nackt leider auch der neue. Die Einzelteile schön verpackt in einer Nylon-Tasche. Das Aufklärungsgespräch brachte Lichts ins Dunkel. Vordere Steckachse zu groß, Steuerlager zu klein, Kurbelachse zu kurz  und die hintere Scheibenbremse Flatmount statt Postmount.

Norco hat den 2018er Rahmen gegenüber dem 2017 und 2016er komplett verändert. Hätte ich den schwarz/weißen gewählt, dann … Jetzt müssen und dürfen die Jungs von Ciclopia so richtig McGuyvern. Etliche Notlösungen sind gefragt. Hülsen für die vordere Steckachse damit mein Laufrad passt (120 statt 150 mm), einen Adapter, um die hintere Bremse „flat mount“-fähig zu machen, neue Kurbel mit längerer Achse (schwer zu kriegen!) und ein passendes headset. Dass das nicht von heute auf morgen gehen wird, ist klar. Ich war rat- und radlos.

Bike-Komponenten ohne Standard.

Auf wen jetzt der ganze Rahmentausch Mist gewachsen ist spielt keine Rolle mehr. Auch wenn ich einen Hinweis von Norco schon erwarten hätte dürfen. „Du pass auf, der neue 2018er Rahmen verträgt sich nicht mit den Komponenten deines alten“. Das Thema wäre erledigt gewesen. Natürlich kann jeder Hersteller sein eigenes Süppchen kochen. Schmeckt sicher lecker. Viele Köche können aber gleichzeitig auch den Brei verderben. Mir war kurzfristig der Hunger vergangen. Ich nehme es jetzt aber so wie es ist. Kann es eh nicht ändern. Bike Hersteller und Bike Komponenten mögen keine Standards. Punkt aus. Und lernen kann ich daraus auch einiges. Obwohl ich schon nachgefragt habe, ob alles passt (auch, ob eventuell ein Steuerlager lagend wäre, sollte sich herausstellen, dass das alte unbrauchbar ist).

Die nächsten Tage werden dank Rahmentausch jede Menge Alternativprogramme benötigen. Vielleicht auch ein paar Ruhetage. Vielleicht. Heute bin ich deshalb mit dem MTB von la ketterechts gleich mal auf eine Runde in den Wald. Neben einem Kettenriss und einem kaputten Northwave Schuh, war es schön anstrengend. Speziell der knapp 5 km lange Spaziergang zurück nach Hause. 800 HM auf 25 km sind kein Kindergeburtstag. Das Schöne dabei: Langweilig wird mir nie.

ktrchts

PS: Danke jetzt schon an la ketterechts für die kommende Leihgaben. MTB, Crosser und ein altes Rennrad stehen mir hoffentlich zur Verfügung.

Die 24 Stunden Burgenland Extrem Tour – die Nachwehen.

Burgenland Extrem

Im Schatten der Geher und Läufer aber unter der Sonne Pannoniens machten sich vergangenen Donnerstag irgendwann kurz vor Mittag 115 heroische Radfahrer auf den Weg ins Ungewisse. Es war kein Start im herkömmlichen Sinn, sondern ein kollektives, in eine Richtung, miteinander Losfahren. Befehl von oben. Die Behörde hatte es so gewollt. Gestartert wird ein Rennen. Und die 24 Stunden Burgenland Extrem Tour Lakemania ist kein Rennen. Eine ausführlichere Erklärung dieses Umstandes, würde die Länge dieses Beitrages in unendliche Sphären katapultieren. Die Biker hatten an diesem Tag zwar das Recht den Neusiedler See bis zu drei Mal zu umrunden, gleichzeitig aber auch die Pflicht, exakte Anweisungen zu befolgen. Jener der Polizei.

Ein Abenteuer für Lycra-Masochisten.

Was treibt 115 Biker dazu, im Winter 360 offizielle Kilometer gegen den Uhrzeigersinn rund um den größten Steppensee Mitteleuropas zu drehen? Diese Frage können wohl nur genau diese 115 Biker beantworten. Das Lakemania Abenteuer für Lycra-Masochisten ist eine extreme Herausforderung. Das Magazin Bergwelten hat diese Veranstaltung in die illustre Runde der 9 ultimativen Outdoor Events aufgenommen, die man sich 2018 einfach nicht entgehen lassen soll. Weitere Fragen erübrigen sich damit wohl von selbst.

Burgenland Extrem

Pannonia Riders.

Es sind ein paar wenige. Die dafür mit richtig großen Eiern. Sorry, liebe Damen. Meine Hochachtung gilt natürlich auch euch. Hut ab. Chapeau. Alle TeilnehmerInnen haben sich soeben noch die Henkersmahlzeit gegönnt. Tee, Kaffee, Kuchen, Milchbrot, Butter, Marmelade, Kekse – kalorienreich, zuckersüß. Michael und Josef geben die letzten Anweisungen und appellieren an die Eigenverantwortung jedes Einzelnen als mündige Person. Der Biker Room platzt aus allen Nähten. Elektrosmog und Schweißgeruch in einem. Ein derb herrliches Luftgemisch. Es herrscht große Nachfrage nach Stromverteilern und Verlängerungskabeln. Die Teekanne rinnt im Dauereinsatz. Bei der Wahl der Teebeuteln hat man seitens der Organisation mehr auf Entschleunigung gesetzt. Warum auch immer.

Burgenland Extrem – Nightlife am See.

Es ist der wärmste Winter seit es Wetter-Aufzeichnugnen gibt. Der Original Trial rund um den Neusiedler See präsentiert sich eis- und schneefrei. Der Wind bläst freundschaftlich aus südostlichen Richtungen. Deutliche Plusgrade mindern die Sorgen vieler Burgenland Extrem Starter um die bevorstehende Übernachtung am Rad. Lumen es Omen. Nightlife am See gibt es heute nur gegen gutes Licht. Ab Runde zwei wird das Licht abgedreht. Radfahren unterm freien Sternenhimmel im 3-Dritteltakt. Das ganze im Hochwinter. Eigentlich ein extrem light – aber wen interessiert das schon. Bei Freiluftveranstaltungen kann man Glück oder Pech haben. Dieses Jahr war uns das Glück hold.

Burgenland Extrem

Official Board University of Extreme

Ansprüche und Ziele scheinen von FahrerIn zu FahrerIn unterschiedlich zu sein. Das macht sich primär an der Wahl des Velos erkennbar, die zum Einsatz kommen. Schmalspurige Rennräder, grobstollige Crosser, magere und fette Mountainbikes besiedlen an diesem Tag die Tiefebene des Burgenlandes. Sogar ein seltenes Exemplar eines Stepprades hat sich hierher verlaufen. Von Selbstversorgern bis hin zu Vollpensionisten, Rücksackträger und  Trikottaschenfüller – persönliche Strategien sind nicht schwer zu erkennen.

Radwandeln durch die Nacht.

Dass man an einem schönen Frühlingstag im Jänner genüsslich Radfahren kann steht außer Frage. Was aber, wenn dieser Tag in den Abend und in die Nacht übergeht? Dann heißt es Radwandeln durch die Nacht. Von einer Dunkelkammer in die andere. Unterbrochen von den gelblichen Lichtern in die Jahre gekommener Straßenbeleuchtungen. Knapp unter und über dem Gefrierpunkt. Ein scharfes Auge, versteckt hinter einer Sportbrille ohne Tönung kann zwischen Finishermedaille und Krankenhausbett entscheiden. Katze müsste man sein. Die ungarischen Straßen sind ein Martyrium für Handgelenke und Bandscheiben und verzeihen keine Unachtsamkeit. Der Horizont verschwindet. Jeder Kilometer fühlt sich elend lang an. Der einzige Bezugspunkt ist der Halbmond am sternenklaren Himmel. Einmal links, einmal rechts und am Ende sogar weg. Entschleunigung trotz hohem Tempo. Der ruhigste Ort der Welt ist jeweils der aktuelle Standort rund um den See. Die mittlerweile quietschende Kette ist das einzige wahrzunehmende Lebenszeichen. Selbst ist man sowieso bereits todmüde.

Burgenland Extrem

Lumen est Omen.

115 Losfahrer sind 115 glückliche Sieger.

Ganze 360 Kilometer dauert die Aufführung in 3 Akten. Diese 360 Kilometer schreiben interessante Geschichten. Jede sehr persönlich. Jede sehr speziell. Das sind die 115 Geschichten der Losgefahrenen, die Geschichten der 115 glücklichen Sieger, die Geschichten der vielen freiwilligen Helfer und die Geschichten der Veranstalter, welche trotz Schwierigkeiten und Schikanen seitens der Behörden an diesem Format festgehalten haben und hoffentlich festhalten werden. 35 der 115 Doktoren of Extreme haben am Freitag zwischen halb ein Uhr früh und 12 Uhr Mittags ihre goldfarbene Metallauszeichnung am Hals. Der Rest hatte den Mut rechtzeitig aufzuhören. So was nennt man Eigenverantwortung.

Die Möglichkeit an der University of Extrem zu promovieren darf im kommenden Jahr nicht fehlen.

ktrchts

Burgenland Extrem

Promotion an University of Extreme – mit Kilometer cume laude

Die 24 Stunden Burgenland Extrem Tour – für Spinner erfunden

24 Stunden Burgenland Extrem Tour

„Einmal und mit mehr wieder“. Was im vergangenen Jänner aus meinem Mund geschossen kam, war wohl nichts Endgültiges. Eine Aussage im Affekt. Denn morgen stehe ich erneut bei der 24 Stunden Burgenland Extrem Tour – die Lakemania – am Start in Oggau. Ich bin einer von knapp 100 Spinnern. Ohne jemanden beleidigen zu wollen. Ich sehe das mehr als Kompliment. Ein großes Kompliment. Wer sich diesem Abenteuer stellt, der kann nicht ganz normal sein. Und das ist einfach nur gut so.

Drei mal um den größten Steppensee Mitteleuropas.

Vieles habe ich schon über die 24 Stunden Burgenland Extrem Tour geschrieben. Heuer wie auch im letzten Jahr. Vorausschauend und nachdenkend. Die drei Runden um den größten Steppensee Mitteleuropas sind es wert. Mich beschäftigen sie schon seit Monaten. Körperlich wie auch mental. Ich stelle mir vor, wie es ist mit meinem Norco durch die Nacht zu fahren. In der Hoffnung im Morgengrauen noch wach zu sein. Ich habe unzählige Lichter getestet, damit genau das passiert. Ich habe mich mit Luftströmungen und Großwetterlagen beschäftigt, das Klima und Wetter studiert sowie den Beruf des Meteorologen im DIY-Verfahren nebenbei erlernt. Halbwegs. Oberflächlich.

Jeden Versuch, mich davon abzubringen, die 24 Stunden Burgenland Extrem Tour als solche zu verstehen und zu fahren, musste ich gekonnt abwehren, um mich psychisch nicht zu belasten. All die Gefahren und Risiken die mir aufgezählt wurden habe ich verdrängt. Es soll ein Abentuer sein. Und es wird ein Abenteuer werden.

Die 24 Stunden Burgenland Extrem Tour reizt mich.

Es reizt mich einfach die Herausforderung im Winter 24 Stunden lang am Rad zu sitzen. Nicht die 3 offiziellen Runden. Es reizt mich auch, mich auf ein Reise von Oggau zu mir selbst zu begeben. Gestartet wird morgen um 12 Uhr.  Dann stehen mir 24 Stunden zur freien Vergügung. Die möchte ich nutzen. Die Vorbereitung mehr als genügend. Die Technik eingespielt. Der Wille noch stark. Das Wetter passabel. Die Vorzeichen stehen gut. Der Rest steht in den Sternen. Jene, über dem pannonischen Himmel.

ktrchts

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