Kategorie: Rennradgeschichten

Geschichten rund ums Rennradfahren

Schlauchreifen kleben mit Effetto Mariposa

Schlauchreifen kleben mit Effetto Mariposa

Wer Schlauchreifen fährt, der weiß wovon ich spreche. Wer keine fährt, der sollte weiterlesen. Vielleicht nehme ich ihm die „Angst“ vom sogenannten Kleben. Denn für viele ist diese „schmutzige“ Arbeit das größte Hinderniss, auf die – von mir aus gesehen, pannensichere Variante umzusteigen. Ich fahre seit vielen Jahren Schlauchreifen und habe mir diese bis dato immer selber geklebt. Mit diversen Klebern. Zuletzt mit Magic Mastik von Vittoria. Bis ich Effetto Mariposa bei passionebici in Linz gesehen habe. Ich war neugierig. Seit dem heißt es für mich: Schlauchreifen kleben mit Effetto Mariposa.

Die Kunst des Schlauchreifen-Klebens.

Es ist keine Kunst, Schlauchreifen zu kleben. Natürlich gehört ein wenig Routine dazu. Diese eignet sich man „learning by doing“ zu, oder man übt. Mit einer alten Felge und einem alten Schlauchreifen. Ich schaffe es bereits, ohne mich vollzukleben. Und das heißt schon was. Denn der Herrgott hat mich nicht wirklich mit zwei handwerklich begabten Händen ausgestattet.

Für das Schlauchreifen kleben mit Effetto Mariposa habe ich mir ganz genau angeschaut, wie das die Profis machen. Erstmals mit einem Klebeband. Das Carogna. Soll angeblich besser kleben als das Tufo-Band und auch viel höhere Temperaturen aushalten (ja, soll … ich weiß). Das Video auf der Effetto Mariposa Webseite kenne ich auswendig.

Die Arbeit ist aber nicht das Kleben selber, sondern das Entfernen des alten Klebers. Kleber und Klebeband vertragen sich nicht.

Carogna Remover – der Alles-Wegwischer

Für genau diese grässliche Arbeit, die einem oft einen ganzen Nachmittag raubt und meistens auch die Fingernägel am Daumen, gibt es von Effetto Mariposa den Carogna Remover. Dieser verspricht viel und hält im Großen und Ganzen auch die meisten Versprechungen. Mein zweiter Versuch ähnelte fast dem Anschauungs-Video. Mit einem Pinsel wird die „Paste “ auf die Klebefläche der Carbonfelge aufgetragen. Zwei bis acht Stunden trocknen lassen, mit einem Tuch abreiben und die Carbonfelge schaut aus wie neu. Letzte Reste kann man problemlos mit dem Daumen oder den Fingernägeln entfernen. Die Fingernägel bleiben dran. Versprochen. Danach ist die Oberfläche für das Klebeband bereit. Sobald man es mit Waschbenzin entfettet hat.

Was jetzt kommt, war sogar für mich kinderleicht. Schutzfolie auf einer Seite des Klebebandes weg. Dann setzt man knapp neben dem Ventilloch an und zieht den Kleber schön über die gesamte Fläche bis wieder knapp neben dem Ventilloch. Den Rest schneidet man ab.

Schlauchreifen kleben mit Effetto Mariposa.

Der Trick ist jetzt, die restliche Schutzfolie ein wenig (1 – 2 cm) links und rechts vom Ventil zu lösen und seitlich auf der Felge zu „parken“. Dann kommt der Schlauchreifen drauf. Auch ich fange beim Ventil an und ziehe den Schlauchreifen seitlich links und rechts zum Ventil nach unten. Ein ausgedehnter Schlauchreifen ist im Nu über die Felge gezogen. Etwas Luft rein (4 – 5 bar) und der Schlauch kann perfekt zentriert werden, da dieser ja noch nicht auf der Oberfläche klebt. Wenn man den Schlauchreifen in der richtigen Position hat, kann man die restliche Schutzfolie vom Klebeband wegziehen. Am besten in einem Ruck und Zug. Was bleibt ist noch den Schlauchreifen voll aufzupumpen und das Ganze ca acht Stunden trocknen lassen. Diese acht Stunden sind eine Empfehlung des Herstellers, ca 80% der Klebekraft zu erreichen.

Vorbeugen ist der bessere Pannenschutz

Auch wenn viele jetzt schimpfen werden (dauert zu lange …, oder was ist wenn ich unterwegs tauschen will …) – es geht auch schneller, wenn man das Risiko selbst an sich nehmen will. Ich habe das aber nicht geschrieben. Und  keine Sorge. Effetto Mariposa ist für alle Eventualitäten gerüstet. Denn Vorbeugen ist immer noch der bessere Pannenschutz.

Bevor der Schlauchreifen geklebt wird, empfiehlt sich, die Caffelatex Dichtmilch in den Schlauch zu geben. Für die „seltenen“ Defekte unterwegs rate ich das Mitführen von Espresso Pannenspray. Für letzteren kann ich keine Rezension schreiben, weil ich ihn noch nicht einsetzen musste. Und so soll es bleiben.

Mein Fazit: Keine Angst vor Schlauchreifen kleben. Ob mit Kleber oder Klebeband, muss jeder selber entscheiden. Ich war kein Fan von Klebebänder. Nachdem ich, aber das Carogna Effetto Mariposa Klebeband bei hochsommerlichen Temperaturen ein verlängertes Wochenende lang in Tirol mit über knapp 10.000 Höhenmeter (rauf und runter) samt Kühtai mit 96 km/h Spitzengeschwindigkeit inklusive vieler Bremsmanövern in dern Kehren und Kurbven am Hahntennjoch, Hochzeiger und der Piller Höhe testen konnte, schenke ich dem Band mein vollstes Vertrauen.

Wird schon schief gehen.

ktrchts

PS: Die Effetto-Mariposa Produkte habe ich direkt vom Hersteller für Testzwecke zur Verfügung gestellt bekommen. Die Meinung über die Produkte entsprechen meinen subjektiven Erfahrungen.

 

 

King of the Lake – dein Gratisstartplatz wartet

King of the Lake

„3, 2, 1 … los. Die Startrampe in Schörfling am Attersee gibt dir den ersten Schwung. Den Rest müssen deine Beine erledigen. Auf 47 km heißt es Gas geben, mit den Kräften haushalten, um so schnell wie möglich den Attersee im Uhrzeigersinn zu umrunden. Das ganze verkehrsfrei auf abgesperrter Strecke.“ Beim King of the Lake ist das möglich. Am 30. September 2017. Dabei sein ist einfach. Wenn man einen der begehrten Startplätze ergattern konnte. Oder, wenn man einen Startplatz mit ketterechts einfach gewinnen würde.

Gewinne deinen Startplatz für den King of the Lake.

Bereits zum 7. Mal lädt der Radsportverband atterbiker.at zu diesem europaweit einzigartigen Einzel- und Mannschaftszeitfahren rund um den schönsten See im Salzkammergut ein. Hobbyathleten, aber auch die österreichische Elite werden sich hier gemeinsam messen. Auf der von 1230 bis 1830 Uhr für den gesamten Fahrzeugverkehr gesperrten Uferstraße. „Profifeeling“ garantiert. Schnell, schneller, King of the Lake. Denn der Streckenrekord liegt bei 57:04 Minuten. Das sind 50 km/h Schnitt. Verschiedene Klassen (Rennrad und Zeifahrrad) sorgen für faire Verhältnisse. Los geht’s in Schörfling am Attersee nahe Festzelt. Das sorgt für Spannung für die Zuschauer. Die Fan-Zonen entlang der Strecke in jedem Ort sind weitere Hot-Spots.

2015 war ich dabei. 2016 fehlte ich verletzungsbedingt. 2017 bin ich mit einem Mixed Team am Start.

ketterechts Blog abonnieren zahlt sich aus.

Die insgesamt 1200 Startplätze (Einzel und Mannschaft) sind begehrt und beinahe ausgebucht. Wer also nicht schnell genug war oder ist, der muss warten. Oder den ketterechts Blog abonnieren. Unter allen, die das bis kommenden Samstag, 27. Mai 2017 machen (ja – eine Woche lang hat man die Möglichkeit), verlose ich einen Gutschein zur Teilnahme am King of the Lake. Einzel, Rennrad oder Zeitfahrrad.

King of the Lake

Rennradgeschichten. Rennradreisen. Rennradsatire.

 

 

Achtet einfach auf den gut ersichtlichen Button „Jetzt anmelden“. Dieser erscheint beim Öffnen der Seite am unteren linken Bildschirmrand. Email Adresse eingeben und schon seid ihr im Topf. Das „Gewinnspiel“ läuft unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barablöse des Preises möglich. Die oder der GewinnerIn wird schriftlich verständigt. Es zählen ausschließlich gültige Email Adressen.

Ich wünsche allen viel Glück. Wir sehen uns am 30.9.2017 in Schörfling am Attersee beim King of the Lake.

ktrchts

Colnago Cycling Festival – mittendrin statt nur daheim.

Colnago Cycling Festival

Längst bin ich wieder zurück vom Gardasee. Teile von mir sind aber noch in der Gegend um Desenzano del Garda verstreut. Am See und in den Bergen. Sie haben das Colnago Cycling Festival nicht überlebt. Mein Sattel, meine GoPro, Teile meiner Schaltung und meine nagelneue Caomuflage Radhose. Ruhet in Frieden. Die 159 km Schleife der Granfondo waren also nicht unbdingt ein netter Familienausflug nach Italien. Auch wenn ich mit der Leistung halbwegs zufrieden sein kann. 30,7 km Schnit bei knapp 2.000 Höhenmeter auf 159 km.

Gardasee: Das schönere Rennradfahren.

Die Vorzeichen standen schon mal besser. Mit einer nicht ganz einwandfreien Waffe bin ich angereist. Ganze 8 Stunden Autofahrt. Zwischen Stau und ewigen Geraden. Einziger Lichtblick der „Autogrill“. Ja, jener, der quer über die Autobahn gebaut ist. Kindheitserinnerung. Dazu kam noch ein Navi, welches mich in Verona Sud von der Autobahn gelotst hatte. Obwohl 20 km weiter die Autobahnausfahrt „Desenzano del Garda“ für mich vorgesehen wäre. Ich habe mich also verarschen lassen und bin in der Industriezone von Verona im Kreis gefahren, bevor ich mich wieder auf meinen Instinkt verlassen habe und über Peschiera endlich unser Quartier erreichen konnte.

Vom Hunger geplagt haben wir gleich eine Pizzeria aufgesucht. Die nächstbeste auch betreten. War nicht ganz nach meinem Geschmack. Pizza die nicht aus dem Holzofen stammt, darf es in Italien nicht geben. Fader Geschmack. Es fehlte der Duft der „pomodori“ und der „mozzarella“. So eine Pizza kriege ich überall auf der Welt. Italienische Pizzas müssen mehr können. Bekanntlich ist der Hunger aber der beste Koch.

Ganz schön viel los beim Colnago Cycling Festival.

Die Pizza war schnell weg und die Stimmung halbwegs wieder in Ordnung. Samstag morgen. Italienische Frühstück. Mit Cappuccino aus dem Automaten. Mein Gott. Italien ist nicht mehr das Italien. Zum Glück waren die Brioches ganz nach meinem Geschmack. Gestärkt ging es mit dem Rennrad auf Erkundungstour. Zuerst rein in die Ortschaft und dann auf der Originalstrecke, entlang einer traumhaften Landschaft mit Blick zum See bis nach Salò. Am Hafen gab es dort einen echten Cappuccino. Für € 1,90. Viva l’Italia del caffè. Am liebsten wären wir dort sitzen geblieben.

Der Berg hat uns aber gerufen. So war die Weiterfahrt nach Riviera del Gardone und anschließend die Auffahrt nach San Michele eine logische Schlussfolgerung. Rauf ein Genuss. An die 5° Steigung waren es im Schnitt. Das Unheil machte sich aber jetzt schon bemerkbar. Meine Schlatung mit Shimano Schaltseil und No-Name Bowdenzug zickte gewaltig. Die Notlösung erwies sich als falsch. Da musste  was gemacht werden.

Starke Nerven und gute Bremsen.

Die Abfahrt zurück war ein sehr gutes Training. Steil und spitz. Die Kehren haben es hier in sich. Man hat das Gefühl gleich im See zu landen. Dazu noch Schlaglöcher. Arme Carbonfelgen. Wir haben es aber alle überlebt und rauschten zurück nach Desenzano.

Am Weg ein kleiner Disput mit einem italienischen Autofahrer, der uns (mich) mehr gedrängt als überholt hatte. Natürlich musste ich ihm meinen Unmut deutlich zeigen. Auf italienisch mit den Händen. Prompt blieb das Auto stehen. Der Fahrer stieg aus. Ich hielt an. Und wir fingen an zu diskutieren. „Glaubst du ich fahren 20 km hinter dir her, nur weil du hier einen Sonntagsausflug mit dem Rennrad machst?“ Ich „Ja, das ist eine Pflicht. Oder willst du mich umbringen.“ Darauf der Fahrer „Das ist dein Risiko, wenn du Rad fährst.“ Mehr hat es nicht gebraucht. Das Gespräch ab jetzt nicht mehr jugendfrei. Ich bekam die Drohung, nicht mehr vom Rad steigen zu können. Ich zog den Kürzeren, klopfte dem Autofahrer auf die Schulter und wünschte ihm eine angenehme Weiterfahrt.

Vor dem Rennen ist vor dem Essen.

Zurück in Desenzano. Den Rest des Tages haben wir dann bei der Startnummerabholung und in der Expo Zone verbracht. Fast hätte ich mir beim Shimano Stand, meine Campagnolo Schaltung anschauen lassen. Fast. Eine kleine Strandbar, 30° und ein Corona Extra gaben uns dann den Rest. So darf Rennradfahren sein.

Italien ist auch Essen und Eis. In unserem Fall auch Colnago Räder. Ja. Ich als Pinarello Jüngling hatte auch ein Auge für die Colnagos. Besonders für das C60 mit Campagnolo Disc Brake. Wobei die Ravioli mit Sesam in Butter geschwenkt leistbarer waren. Sehr gut im Geschmack obendrauf auch noch. In der Trattoria Alessi. Kann ich empfehlen. Essen ein Traum. Pizza bitte trotzdem woanders bestellen. Ein rießengroßes Eis rundete den Abend und die Nacht ab.

Im Hotel wurde dann noch von Chefmechaniker Alex die Campagnolo Schlatung gecheckt. Mit mäßigem Erfolg. Raufschalten ok. Runterschalten Scheiße.

Das Rennen. Oder mein Ausflug in die Berge.

Das Rennen selber lässt sich in wenigen Worten zusammenfassen. Sauschnell (für mich) und schmerzhaft. Circa bei km 18 hat es „knack“ gemacht. Sofort hatte ich die richtige Vermutung. Bin aber weitergefahren. Bis in den ersten Berg. Stutzig hat mich die Tatsache gemacht, dass ich beim Aufstehen aus dem Sattel jedes mal irgendwie daran hängen geblieben bin.

Colnago Cycling Festival

Made in China.

Im Anstieg stieg ich kurz vom Rad und meine Befürchtung bestätigt sich. Sattel gebrochen. Made in China. Destroyed in Lago die Garda. Sofort tritt Plan B in Kraft. Ins Ziel kommen. Die gesamte Steigung fahre ich sitzend. Oben bei der ersten Labe versuchte ich eine technische Assistenz zu checken. Vergebens. Runter nach Salò. Weiter zum zweiten Berg. Es lief trotz allem ganz ok. Abgesehen vom Sattel und der Schaltung. Am Berg konnte ich nur 34/27 fahren. Alle anderen kleineren Gänge blieben nicht drinnen.

Zweite Labe. Ich fand zwei Motorradfahrer und fragte nach Klebeband. Wir gingen zum Motorrad und ich fing an zu kleben. Sofort kam ein Fotograf. Und hielt alles fest. Auch meine Startnummer, meinen Namen und den Namen des Geschäftes, wo ich den Sattel gekauft haben soll. Ich gab Auskunft. Und alle lachten. Mit Kabelbinder befestige ich alles noch zusätzlich.

Aus Plan B wurde dann doch wieder Plan A.

Ich fuhr weiter. Der Gedanke den „percorso medio“ zu fahren schwindet. Ich wollte das jetzt durchziehen. Wenig Später auf einer Geraden in der Gruppe bei über 40 km/h erwischte ich eines der vielen Schlaglöcher. Durch die Wucht, brach die GoPro Halterung am Lenker. Die Kamera löste sich und fog. Der Aufschlag am Asphalt und das Abrollen dieses Plastikteils. Was für Schmerzen. Ich musste stehen bleiben, zurückfahren und das einsammeln, was noch da war. Die schnelle Gruppe natürlich weg.

Weiter ging es trotzdem. Km 93 Abzweigung. Ich nehme den „percorso lungo“. Es folgt der fadeste Teil der Stecke. 18 km geradeaus Richtung Westen mit Gegenwind. Durch die Vorfälle hatte ich vergesen zu essen und meine Trinkflasche zu füllen. Hunger, Durst und Krämpfe begleiten mich bis in den letzen Anstieg und über den Berg. Wasser aus einem Brunnen fühlte sich an wie ein 5 Sterne Menü. Highnoon hinauf zum Castello. Km 125. Labe. Das künstlichste Crossaint aller Crossaint mit Marillenmarmelad ein Highlight des Tages. Zuckerschock Deluxe. Nach 500 ml Cola ging es weiter. Das Ende nahte.

Sonne, See und Rennrad.

Auf den letzten Kilometern wurde es nochmals spannend. Eine Gruppe Italiener glaubte für Mario Cipoollini den Sprint anziehen zu müssen. 20 km vor dem Ziel. Das Tempo war jetzt höllisch. Im Flachen. Sobald sich die Straße aber etwas Richtung oben hob, wurde herausgenommen. Gut. Ich wusste,wer mich Heim bringt. Nach 5h10min inklusive aller Klebepausen war ich dann auch wieder zurück.

Colnago Cycling Festival 2017. Erstens kommt es anders, und zweitens wird viel kaputt. Für den 16.7. habe ich mich deswegen für den Granfondo Pinarello angemeldet. Rennradfahren ist Italien ist cool. Wenn man die aggressiven Autofahrer ausblendet. Und von denen gibt es mittlerweile viele. Vom Essen ganz zu schweigen. Buon appetito.

ktrchts

PS: Details zur Strecke hier

Campagnolo Disc Brake – die schönste Nutzlosigkeit.

Campagnolo Disc Brake

Wie immer hat es bei den Italienern aus Vicenza etwas länger gedauert. Während Shimano seine Bremsscheiben für Rennräder bereits im Einsatz hatte, sind die Campagnolo Disc Brake erst letzte Woche der Öffentlichkeit präsentiert worden. Live durfte ich sie beim Colnago Cycling Festival 2017 vergangenes Wochenende in Desenzano del Garda begutachten. Die ersten Eindrücke von den Fotos aus diversen Fachmagazinen wurden bestätigt. Campagnolo hat die schönste Nutzlosigkeit der Welt geschaffen.

Schön, aber für wen? Campagnolo Disc Brake.

Stolz stand es da. Das Colnago C60. Carbongrau mit blauen Muffen. Typisch für den Mailänder Rahmenbauer. Es war ein Rennrad unter vielen, die auf der Expo ausgestellt waren. Trotzdem war es speziell. So speziell, dass es kaum möglich war, es genauer unter die Lupe zu nehmen. Zu groß war das Interesse für die nagelneuen Campagnolo Disc Brake.

Ich musste mich anstellen und ich habe mich angestellt. Meine Neugier war genau so groß. Als ich dann an der Reihe war, rang ich mit mir selber. So viel Schön. Ganz viel Schön. Aber gleichzeitig so viel Nutzlosigkeit. Scheibenbremsen am Rennrad. Nicht schon wieder dieses Thema. Beim Crosser habe ich mich damit abgefunden. Auch wenn der Ruf besser ist als die Scheibenbremse selber. Aber beim Rennrad? Warum zerstört man damit die Grazilität eines perfekten Ganzen. Jemand ganz weit oben will das offensichtlich. Und er scheint sich durchzusetzen.

Widerstand ist wohl zwecklos.

Dunkle Wolken ziehen auf. Als Vorzeichen für den Sturm, den wir auf der Eurobike Ende August erleben werden. Die Hersteller blasen zum Generalangriff. Mobilisieren alles was ihnen zur Verfügung steht. Sämtliche Modelle werden diese Nutzlosigkeit verbaut haben. Auch Campagnolo wird dabei sein. Mit dem Modell H11. Italienisches Design und italienische Technik der Extraklasse, wenn man dem Glauben schenken darf, was man liest. Carbon EPS oder Carbon mechanisch für die Brems- und Schalthebel der gehobenen Klasse und Potenza-Alu für die Mittelschicht.

Man könnte jetzt fast glauben, ich sei ein Gegner von Bremsscheiben am Rennrad. Verständlich. Es ist aber nicht so. Dagegen ja, aber nicht so militant, wie es vielleicht der Eindruck erweckt. Ich finde, dass derzeit nicht genug dafür steht. Was ich belegen kann. Als ich mich gestern mit ein paar Tausend Gleichgesinnten am Gardasee über die steilen, teilweise sehr schlechten Abfahrten mit jeder Menge Spitzkehren gewagt habe, hatte ich ständig so ein Geräusch in den Ohren. Unangenehm. Ziemlich unangenehm. Metallisches Schleifen. Links vor mir. Rechts vor mir. Und einmal fast unter mir. Kaum vergleichbar mit dem melodischen Quitschen, welches ich gewohnt war. Ist dieses Schleifen jetzt der heiß ersehnte Fortschritt?

Ich hatte jedenfalls kein Problem mit meinen roten Campagnolo Bremsgummis auf Bora Carbonflanken. Und wenn es geregnet hätte, wohl auch nicht.

ktrchts

PS: das technische Datenblatt und was die H11 alles können soll hier.

Gute Frage: Selber basteln oder Radwerkstatt?

Radwerkstatt

Hoffentlich wird das nicht so ein „Jammer-Blogbeitrag“. Obwohl mir nach Jammern wäre. Nach richtigem Sudern – auf wienerisch. Oder nach Verschwörungstheorie. Alle und alles gegen mich. Oh ja. Das wäre ein geiler Beitrag. „Ich, verloren auf der Suche nach einer Radwerkstatt“. Genau so hätte der Titel heißen können. Es könnte aber genauso ein euporischer Beitrag werden. Weil dieses Jahr alles so gut begonnen hatte. Eben in einer Radwerkstatt. Beim jährlichen Radservice. Schauen wir. Ich schreibe einmal drauf los und befreie mich von meinen Gedanken. Zu sehr sind diese noch von den Ereignissen aus dem letzten Jahr geprägt.

Wer sein Rennrad liebt, der prüft es regelmäßig.

Dass jeder sein Rennrad pflegen und hegen soll, ist unbestritten. Die einen tun dies selber, die anderen gehen zur ihrer Radwerkstatt des Vertrauens. Ich bin irgendwo dazwischen. Vieles kann und mache ich selber. Den Rest muss ich von Menschen machen lassen, die a) ihr Fach verstehen und b) eine Händchen dafür haben. Bei mir fehlt zweiteres. Ganz ehrlich. Bin einfach nicht für filigranes Handwerk geschaffen. Auch fehlt mir oft das passende Werkzeug. Zum Glück. Dadurch kann ich keine größere Schäden anrichten.

Letzens wollte ich die Schaltröllchen austauschen (habe ich auch). Fahre in Wien zu RIH, um mir jene für Super Record zu besorgen. Natürlich hatte RIH diese Teile lagernd. RIH hat vieles lagernd und das ist gut so. Im Geschäft frage ich auch nochmals nach (zur Sicherheit), wie man diese am besten wechselt. Kurzes Fachsimpeln und schon war ich wieder weg.

Ich bin und bleibe keine Radwerkstatt.

Zu Hause angekommen, Radmontageständer auf den Balkon, Rennrad rauf, Drehmomentschlüssel in die Hand und ran an die Schaltröllchen. Neben mir am Teakholztisch der Laptop mit der technischsen Zeichnung des Schaltwerkes . Original Campagnolo Website Illustration. Mit zittrigen Händen gehe ich an die Sache heran. Ich weiß über meine Fertigkeit Bescheid. Deshalb bin ich ja so vorsichtig und zittrig. Wie immer schaffe ich eine Demontage ohne Probleme. Dass mir das untere Schaltröllichen aus dem Käfig springt und ich die über den ganzen Balkon vertreuten Einzelteile wieder einsammel musste, werte ich als Schicksal.

Bei der Demontage des oberen Schaltröllchen fällt mir der Schaltkäfig auseinander. Ein Aha-Effekt. Wusste ich nicht. Zum Glück habe ich die Anleitung und kann die Teile wieder – nach langem logischen Hin- und Herdrehen in die richtige Position geben. Danach kommen die neuen Teile. Mit „Upper“ und „Lower“ sowie einen Pfeil. Was das bedeutet habe ich mir ja theoretisch schon beigebracht. Es vergeht eine gefühlte Ewigkeit und die Schaltröllichen sind in der richtigen Position. Auch die Kette, was die gefinkelteste aller Aufgaben war. Räumliches Vorstellungsvermögen ist nicht meine Stärke. Logisches Denken aber schon.

Mama, ich habe die Aluschraube zerstört.

Mit dem Drehmomentschlüssel schraube ich die Aluschrauben vorsichtig mit 2,5 Nm fest. Und wie der Teufel es so will (ich nenne es wieder Schicksal), gehe ich trotz Vorsicht zu weit. Das Drama nimmt seinen Lauf. Schraube kaputt. Rennrad kaputt. Der Laie (ich, a.d.R.) zittert und will schon ein neues Schaltwerkt bestellen. Doch dann kommt wieder sachliche Ruhe ins Spiel. Rad runter vom Ständer, rein ins Auto und zurück zu RIH. Der Chef persönlich nimmt sich meiner Sache an. „Oje“, „Nicht gut“, „Sie müssen mir das Rad da lassen“, „Schauen wir, was wir machen können.“. Bitte. Unbedingt. Danke.

Am nächsten Tag hole ich das Rad wieder ab. Der Chef konnte was machen. Aluschrauben mit Stahlschrauben ersetzt. Von einer älteren Camagnolo schaltung. Rettung? Nein. Eben nicht.

Im Gegensatz zur mir, hat man bei RIH für die Reparatur den Schaltzug vom Schaltwerk gelöst. Und da dieser „kaputt war“ hing er jetzt mit dem Schaltseil lose an der Kettenstrebe. „Ich wollte es ihnen ausstauschen, aber dann würden Sie sagen, warum, weschalb …“. Man gibt mir eine neuen neuen Schaltkabel samt Hülsen mit – gegen Bezahlung. „Können sie es mir montieren?“ Nachfragen kostet ja nichts. „Ja, aber nicht jetzt. Sie müssten nochmals kommen. Der Mechaniker …“. Wieder kommen in Wien? Kann eine Weltreise werden. Habe keine Zeit.

Ein Unheil kommt selten allein.

Wieder in meiner Balkon-Radwerkstatt angekommen, versuche ich mich beim Einfügen des Schaltseils in den Schaltlzug vom Umwerfer. Es bliebt beim Versuch. Das Schaltseil war schon verfranzt und das Vorhaben somit zum Scheitern verurteil. Neues Schaltseil. Nochmals Radwerkstatt. Nochmals Spannung, ob Campagnolo Schaltseile lagernd sind und ob, das Einfädeln als Genzes gelingt. Auch da hatte ich schon meine Erfahrungen der besonderen Art.

Es kann somit spekuliert werden, ob ich am Sonntag beim Colnago Cylcing Festival am Gardasee an den Start gehen werde. Denn obendrein müsste ich auch noch die Tretlager austauschen.

ktrchts

Ergänzung: Jetzt verstehe ich warum RIH sich „geweigert“ hat, das hintere Schaltseil zu tauschen. Das ist nämlich ein ziemlicher Aufwand. Die innen verlegten Seile bedeuten einen gewaltigen Aufwand. Speziell im Tretlager ist das Pinarello so verbaut, dass eine schöne „Kante“ im inneren das Durchrutschen des Seils massiv verhindert. Es musste die untere Abdeckung abgenommen werden, um zum Seil zu kommen. Die Abdeckung selber geht nur ab, wenn man das vordere Schaltseil lockert. Ziemlich freakige Konstruktionen. Und ohne McGuyvers Behelfslogik geht hier sowieso nichts. Alles in allem hat mir RIH einen interessanten Vormittag eingefädelt. Viel gelernt. Über den Tausch von Schaltseilen und über eine Radwerkstatt in Wien.

 

 

Der Radsporttreff – die Frühjahrsklassiker in und rund um Wien

Der Radsporttreff

Vorweg das Wesentliche. Ein anerkennendes Chapeau für Bernhard Krisch, Chef und Initiator von „Der Radsporttreff“. Für seine Idee, sein Engagement und seine Organisation. Der Radsporttreff ist mit 1.200 Mitgliedern, neben dem VICC, eine der aktivsten Facebook Rennradgruppen in und rund um Wien. Aktiv deshalb, weil nach der Sommerliga 2016, der Winterliga 2017 bereits die Dritte „Challenge“ ins Leben gerufen worden ist. „Die Frühjahrsklassiker“ – in Hommage an die berühmten Profi-Rennen in Italien, Frankreich und Belgien.

Der Radsporttreff – Nomen es Omen.

Was die Profis können, kann der Radsporttreff besser. Viel besser. Steile Anstiege, Kopfsteinpflaster, Rundkurse und lange Etappen. Ein Mix an Ausdauer, Schnelligkeit und vor allem Durchhaltevermögen. Eigenschaften, die den Teilnehmern der Frühjahrsklassiker abverlangt wurden. Sie wurden aufgefordert, ganz bestimmte Strava Segmente zu fahren und sie wurden dabei ordentlich gefordert. Als Einzelfahrer und Teamfahrer. Für eine Einzelwertung und eine Teamwertung. Wochenwertung und Gesamtwertung. Ganz schön viel Aufwand. Den Kommentaren nach, hat es den meisten sogar sehr viel Spass gemacht.

Die fünf Wochen sind jetzt vergangen. Es war eine geile Challenge. Eine Erfahrung, die ich persönlich nicht missen möchte. Dank der ausgeklügelten Segmentewahl bin ich in und rund um Wien zu neuen, sehr interessanten Streckenabschnitten gekommen, die ich allein wohl nie im Leben gefunden hätte. Ehrlich gesagt, habe ich sie so auch schwer gefunden. Es war für mich als Nicht-Ortskundiger schon eine Challenge per sè, diese Segmente-Schnitzeljagd erfolgreich zu beenden. Ohne das Schicksal eines Ötzis zu erleben. „Killer Hill mit Anlauf“, „Hühnersteig“, „Reisenberg“, um nur ein paar der Letzten zu nennen.

Schön der Reihe nach.

Angefangen hat alles mit einer ganz persönlichen „Mailand – Sanremo“. Die Herausforderung war, 300 km an Stück zu fahren. Ganze 25 Teilnehmer haben sich das sogar angetan. Für einige war es eine Premiere. Nicht über die 300 km. Nein, sogar über die 100 und 200 km am Stück am Weg zu den 300 km. Gruppendynamik wirkt. Mit Dramen, die nur der Rennradsport schreiben kann. Challenge ist Challenge.

In Woche zwei gab es zwei Rundkurse und ein erstes Kennenlernen perfider Kopfsteinpflaster – dort wo normalerweise die Heurigenbesucher ihr Unwesen treiben. Die Rundkurse mit knapp 10 km Länge gespickt mit Abfahrten und Anstiegen. Laktatgemetzel für diejenigen, die sich jetzt schon Chancen auf die Gesamtwertung ausrechnen durften. Und schon purzelten die QOM’s und KOM’s. Auch dank taktischer Glanzleistungen perfekt eingefahrener Teams. Ehrgeiz ist Ehrgeiz.

Radfahren als Puzzlespiel. In Etappen in den Olymp.

Die dritte Woche war ein Kopfsteinpflasterremake Marke Hollywood. Und eine logistische Herausforderung. Südlich, westlich und nördlich von Wien musste das gefahren, was von Wind, Wetter und Gravitation erschwert werden würde. Ein klarer Fall für meinen Crosser. Mein geliebtes Rennrad wäre mir nicht nur in der „Hölle des Ostens“ zu schade gewesen. Am Ende waren es interessante Intervalle. Gerüttelt und geschüttelt. Es war auch die Erkenntnis, dass eine Straßenbrücke über eine Eisenbahntrasse in der flachsten Gegend des östlichen Flachlandes ganz schön steil sein kann. Flach ist nicht flach und Wind ist auch bergig.

Der Radsporttreff

Steil. Steiler. Der Radsporttreff.

In Woche vier wurde zum Drüberstreuen auf Altbewährtes zurückgegriffen. Möglichst viele Kilometer am Stück (längste Ausfahrt) und möglichst viele Höhenmeter galt es zu zählen. Ein gefundenes Fressen für die. Ja, genau die. Jene dich ich meine. Namen sind der Redaktion bekannt. Spätestens jetzt trennte sich die Spreu vom Weizen. Der Ehrgeiz vom Spass. Die 1.000 km Wochenmarke wurde knapp nicht erreicht. Von Berufstätigen. Das sagt viel mehr aus, als man vermuten könnte. Alles oder nichts. Dass ich genau in dieser Woche in Istrien verweilte und es nicht einmal in die Top 5 geschafft habe, gab mir zu denken. Besessen ist besessen.

Der Radsporttreff

Kilometer und Höhenmeter zählen.

Zum krönenden Abschluss Woche fünf. Das Tüpfelchen auf dem i. Das Sahnehäubchen. Die Killeranstiege.

Alles hat ein Ende. Auch die Frühjahrsklassiker.

Fünf Segmente, die allesamt für den Radverkehr ungeeignet sind. Ein Déjà-vu mit Istrien. Dazu noch ein Wintereinbruch mit Schnee und Eis in Wien. Ende April. Perfekter hätten es die Dramaturgen nicht inszenieren können. Nervosität in jeder Muskelfaser. Eine Verlängerung aus Sicherheitsgründen um ein paar Tage löste fast eine Ehekrise aus. Spass war einmal. Jetzt ging es um die goldene Ananas. Wieder einmal mussten die QOM’s und KOM’s daran glauben. Manchen wuchsen die Flügel oder die Motoren. Ewige Rekorde wurden pulverisiert. Der Hühnersteig, der Killer Hill mit Anlauf oder der Bisamberg bekamen neue HerrscherInnen.

Es war spannend und es war mir eine Ehre, Teil dieser „Bewegung“ sein zu dürfen. Meine tiefe Verneigung vor allen, die mitgemacht haben und jenen, die das ermöglicht haben. Wahre Königinnen und Könige braucht das Land. Wahre Königinnen und Könige braucht der Radsport.

ktrchts

PS: Falls wer Bekannte, Freunde, Eltern, Geliebte oder Anderes während der 5 Wochen verloren haben sollte, hier die Vermisstenliste.

 

 

Rennradfahren in Istrien als Wiederholungstäter

Rennradfahren in Istrien

Mallorca im Frühjahr ist schön. Aber schon zum zweiten Mal hintereinander habe ich mich für Rennradfahren in Istrien entschieden. Halbinsel statt Insel. Istrien hat mich bereits letztes Jahr fasziniert und viele Fragen bzw. Routen offen gelassen. Eine Wiederholungstat war kaum zu unterlassen. Die fünf Stunden Autofahrt von Wien bildeten kein allzu großes Hindernis, mich davon abzuhalten. Somit war und ist Porec wieder Austragungsort meiner vorsaisonalen Laktatschlachten.

Rennradfahren in Istrien – Sommerfeeling vor der Haustür.

Der Frühling 2017 hat auch hier einen klassischen Frühstart hingelegt. Das merkt man überall. Kaum zu übersehen: Ganz Istrien ist jetzt schon in Vollblüte. Das gibt dem ganzen einen sommerlichen Touch. Sattes grün, wohin das Auge reicht. Einzig und allein das noch etwas frische Meer trübt dieses Gefühl, bereits jetzt schon den Sommer am Rennrad genießen zu können.

Ich musste nicht lange überlegen und gönnte meinen Armen und Beinen die ersten tönenden Sonnenstrahlen. Gepflegte Tan-Lines nach nur drei Ausfahrten verraten in puncto Formbräune schon einiges. Der Grundstein ist gelegt.

Porec eignet sich aufgrund der zentralen Lage an der Westküste perfekt als Standort für den geplanten Aufenthalt. Von hier sind der Norden, der Süden aber auch der Westen Istriens leicht erreichbar. Die Städte Rovinj und Pula erreicht man mit dem Rennrad von Porec direkt oder über empfehlenswerte Umwege. Die Küstenstraße im Osten des Landes von Plomin nach Opatja und der Kvaner Bucht ist mit guten Beinen auch ein spannender Kindergeburtstag. Je nach Wind. Der höchste Pass Poklon  (Ucka) mit knapp 1000m kann auch mit einer gut geplanten Eintagestour mitgenommen werden.

Dank Strava und bikemap ist es ein Kinderspiel, sich spannende Touren und Routen zurechtzuklicken. Meine sind eine Mischung aus den bereits vor einem Jahr erkundeten und diesmal neu interpretierten Ausfahrten sowie Empfehlungen befreundeter Kollegen, die auch schon öfters hier waren. Darunter auch Fast-Einheimische. Diese Touren sind besondere Highlight, weil sie mich dorthin geführt haben und führen werden, wo in den letzten 5 Jahren wohl kaum mehr als 50 Rennradfahrer vorbei geschaut haben. Optionale Ortskenntnisse sind sowieso von Vorteil. Man vermeidet damit einerseits viel befahrene, wenn auch perfekt asphaltierte Straßen und andererseits auch Paris – Roubaix ähnliche Holpereien nur ohne Kopfsteinpflaster.

Radklassiker gibt es auch in Istrien.

Selbstverständlich waren und sind Radklassiker wie Montovun, Limski-Kanal, Sveti Lovrec , Sveta Lucija oder Plokon/Ucka von Icici aus dabei. Die Kaffeefahrt in das slowenische Portoroz über Buzet steht noch an. Aufgrund der derzeitigen Grenzkontrollen an der EU-Außengrenze überleg ich noch. Radfahren mit Reisepass ist nicht so meins. Dazu kommen noch vergebliche Versuche, meine Bestzeit im Delta Mirna zu verbessern. Über die „Hure von Novigrad“ schreibe ich mal nichts. Die Geschichte dazu müsste von Andreas Madlmair kommen, der mir diese Steigung gezeigt hat.

Eine Woche Rennradfahren in Istrien ist wie immer viel zu kurz. Ich halte schon bei der Halbzeit und würde noch gerne dies und jenes sehen, rauf- und abfahren, ersitzen und ertrinken. Das Wetter hätte ich dabei nicht besser erwischen können. 20 Grad plus im Schatten. Täglich. Das heißt hoher Sonnenschutzfaktor. Genau wie man es sich vorstellt. Wenn Engerln reisen!

Mallorca ist schön. Aber Istrien ist schönerer 😉

ktrchts

PS: Beitrag wird noch laufend aktualisiert. Das war ja noch nicht alles.

PS I: Die Bestzeit im Delta Mirna ist heute gefallen. 52,8 km/h Schnitt auf 0,8 ebenen Kilometern.

Radservice in Wien. Ich war dabei.

Radservice in Wien

„Saisonstart: Top Radservice in Wien ab nur 75,- Euro. Die Temperaturen steigen und die ersten Frühlingsausfahrten stehen an!  Zum Saisonstart bieten wir Dir unser Basic Service für nur 75,- statt 84,- Euro an. Unser Chefmechaniker Gino bietet Dir aber selbstverständlich auch das Full Service Paket. Das gibt es jetzt zum Saisonstart als Testangebot statt um 249,- Euro um nur 199,- Euro“. Da kann man ja nicht nein sagen, oder? Das ganze bei Ghisallo – dem neuen Restaurant mit Rennradshop und Rennradwerkstatt. Unter anderem mit und für Marken wie Pinarello, Bianchi und Colnago. Kommt mir mehr als gelegen. Ich musst das ausprobieren.

Für mein Radservice in Wien war ich viel zu motiviert.

Obwohl ich im Winter meine Diva kaum benutzt hatte, wollte ich ihr ein großes Service nicht vorenthalten. Nach den guten Diensten im letzten Jahr, hat sie sich das auch mehr als verdient. Das Nachfetten der Lager ist etwas, was ich selber nicht machen will. Oder auch nicht machen kann. Tretlager und Steuerlager überlasse ich lieber den Profis. Die haben das Händchen und das Werkzeug dazu. Vor allem das Campagnolo Ultra Torque Innenlager ist nicht ohne. Geile Sache, aber für jemanden mit zwei linken Händen wie mich zu kompliziert. Bei mir würden zum Schluss ein paar Federn und Schrauben fehlen oder sogar übrig bleiben. So ließ ich Ghisallo Chefmechaniker Gino frei walten. Schenkte ihm blind mein vollstes Vertrauen und gewährte ihm meine „furia rossa“.

Was dann passiert ist, bohrte ein tiefes Loch in meine Brieftasche. Die Vorahnung war groß. Die Realität übertraf dann alles noch schlimmer. Logisch. Bei meinen gefahrenen Kilometern letztes Jahr. Da hilft auch kein Hegen und Pflegen. Verschleißteile verschleißen. Sie müssen ab und wann erneuert werden. War zuerst nur die Kette geplant, folgte prompt darauf das hintere Ritzelpaket. Denn die neue Kette wollte unter Zug mit dem alten 11er und 12er Ritzel nicht mehr kombinieren. Ein klarer Fall von Kausalität.

So ein Ritzelpaket macht bei Campagnolo die Angelegenheit gleich einmal etwas teurer. Ein Super Record Titan Ritzelpaket (11-25) kostet laut Listenpreis € 292,-. Das 11-29er sogar über € 350,- Nein danke! Muss nicht sein. Die paar Gramm Gewichtsersparnis kann meine Wampe locker wettmachen. Ich musste recherchieren, improvisieren und kalkulieren. Einzelteile? Das 11er Ritzel allein kostet € 70,-, das 12er auch. Das sind € 140. Ok – zahlt sich niemals aus. Also ein Chorus Paket 11-25 für € 149,-. Und zwar flott. Schneller als der Versandhandel erlaubt. Normalerweise sind sämtliche Campagnolo Ersatzteile bei RIH in der Wiener Praterstraße erhältlich. Normalerweise. Diesmal leider nicht. Dafür ein paar Häuser weiter bei Veletage. Radservice in Wien bedeutet auch Flexibilität. Und Mobilität.

Ein Unheil kommt selten allein.

Vom neuen Ritzelpaket habe ich mir das 11er, 12er, 13er, 14er und 15er genommen und mit den (doppelt) vorhandenen 17-19-21 und 23-25-27 Paketen kombiniert. Das macht 11-27. Meine älteren Titanpakete 16-17-19 sowie 21-23-25 sind noch gut und warten zu Hause brav auf auf den King of the Lake Ende September.

Neue Kette und neues Ritzelpaket bedeuten einen komplett neuen Antrieb, wenn man auch die Kettenblätter tauscht. Nicht irgendwann, sondern gleich. Was ich auch gemacht habe. Nach mehr als ca 70.000 km in gut 5 Jarhen keine schlechte Idee. Kosten für beide € 178,95.

War’s das? Nein. Natürlich nicht. Ich war ja beim großen Service. Da kommt ganz viel ans Tageslicht. So viel auch das Steuerlager durch die Qualitätskontrolle. Es musste getuscht werden. Zuerst aber musste es besorgt werden. Pinarello baut da was ganz eigenes ein und ein nomales Industrielager passt um ein paar verdammte Millimeter nicht hinien. Also bei Radsport Grassinger in Lambach anrufen und bestellen – 3 Tage Postweg abwarten und dann finalisieren. Kosten für das Steuerlager € 59,-

Wenn ich jetzt alles zusammenrechne komme ich auf einen stolzen Menüpreis von € 672,95. Wobei das Dessert noch nicht einmal serviert worden ist. Da fehlen noch die Tretlager. Es war zwar ein leichtes Spiel diese zu öffnen, zu putzen und neu zu fetten. Aber dieses leichte Spiel hat das leichte Spiel nicht behoben. Ich muss nochmals zurück an der Start. Davor müssen die Dinger erst bestellt werden, weil sie  – dreimal darf man raten, Pinarello Spezialteile sind.

Spezialteile haben eben Spezialpreise.

Fazit: Wer viel Rad fährt, fährt viel Rad kaputt. So ist es. Wer Campagnolo fährt, fährt dabei etwas mehr Geld kaputt. So ist es leider auch. Lustig wird es erst dann, wenn alles zusammenkommt. Zum Glück gibt es beim Radservice in Wien genügend Rennradshops und Rennradwerkstätten wo man sich im Bedarfsfall das holen kann, was man braucht. Auch ganz ohne Versandhandel. Dafür mit fähigen und guten Mechanikern. Grazie Gino.

ktrchts

 

Nahrungsergänzung – ob sie hilft?

Nahrungsergänzung

Und schon wieder schreibt einer über Nahrungsergänzung. In diesem Fall bin ich es. Der Grund ist genaz einfach. Im Zuge meiner Arbeit habe ich die Fa. Krätuermax aus Ried im Innkreis kennengelernt. In und auswendig. Kräutermax ist eine alt eingesessene Drogiere. Mit einem großen Angebot an natürlichen Kräuterhausmitteln unterschiedlichster Wirkung. Unter anderem auch Nahrungs- und Vitalergänzung. Diese habe ich mir genauer unter die Lupe genommen.

Nahrungsergänzung. Fluch oder Segen?

Was ich dabei gelernt habe: Nahrungsergänzung ist kein Ersatz für eine abwechslungsreiche
und ausgewogene Ernährung. Für die muss ein Radsportler wohl selbst sorgen. Warum dann also doch die Ernährung ergänzen? Gute Frage. Pragmatisch würde ich sagen, weil es einfach praktisch ist. So können Vital- und Wirkstoffe in hoher Konzentration dem Körper verabreicht werden. Mit Kapseln und Tabletten. Das ist einfacher als vor dem Feuer zu sitzen und wie der Druide Miraculix im großen Topf zu rühren bis man die richtige Konzentration und Menge hat.

Zudem beraupt uns die industrialisierte Nahrungsproduktioen leider zunehmend an der Möglichkeit, was „gesundes“ zu uns zu nehmen. Eine mangelhafte Darmflora mit komplexen Resorptionsstörungen, Unverträglichkeiten, Allergien, gehen damit Hand in Hand. Wollen wir ja nicht, oder?

Ich denke, dass ich nach zig Jahren am Rennrad weiß, was mein Körper braucht, meinen Beinen und meinem Kopf die nötige Energie zur Vergügung zu stellen. Mein Leben besteht aber (leider) nicht nur aus Rennrad. Ich habe einen Brotjob. Und hier bin ich selten so fokussiert wie im Sport. Hier arbeitet der Kopf. Multitasking. Bei Terminen, zwischen Terminen und all dem, was dazwischen auch noch zu tun ist.

Genau dafür werde ich jetzt auf Anraten von kräutermax mit Nahrungs- und Vitalergänzung etwas nachhelfen. Mit Coenzym Q10 und Glucosamin. Ersteres wirkt aktivierend und wohltuend bei Müdigkeit, Kraftlosigkeit, Stress, Unruhezustände und Zellschutz und Zweiteres wirkt aufbauend bei Gelenksabnützung, -beschwerden, -entzündungen, mangelnder Gelenksschiere, Knieschmerzen und Knochenschwund. Eigentlich perfekt für einen alten Mann wie mich. Ich will ja das pensionsfähige Alter erreichen.

Ich bin schon gespannt, ob und wie sich das alles auswirkt. Für’s erste habe ich schon mal das regelmäßige Einnehmen schleifen lassen. Wie gesagt, ich muss fokussierter und konsequenter werden. Dann klappt das mit der Nahrungsergänzung.

ktrchts

PS: das ist kein bezahlter Beitrag. Es ist ein Selbstversuch.