Schlagwort: rennrad

stack and reach. Die Suche nach der passenden Rahmenhöhe.

Gedanken von ketterechts - dem Rennrad Blog und Event Liveblogger.

Neues Rad. Neues Glück. Aber zu welchem Preis? Und dabei meine ich nicht die Euros. Neues Rad, neues Glück bedeutet auch die neuerliche, akribische Suche nach der optimalen Sitzposition. Denn nicht jeder Hersteller baut die selben Rahmen. Rahmenhöhe 55 dort ist nicht gleich Rahmenhöhe 55 hier. Falls Rahmenhöhe 55 überhaupt verfügbar und somit vergleichbar ist.

Derzeit spekuliere ich mit einem neuen (Zweit)Rennrad. Ich bin mit dem Pinarello Dogma 65.1 nicht unzufrieden. Im Gegenteil. Das bis dato beste Rennrad, das mit untergekommen ist. Steif. Hart. Unkomfortabel. Mit stetigem Drang die muskuläre Kraft in Fortbewegung nach vorne zu verwandeln. Außerdem ist der Rahmen keine 5 Monate alt. Warum also wechseln? Ich habe mir das Dogma satt gesehen. Der dicke Hinterbau und die dicke Gabel insbesondere. Die Lust nach Neuem ist groß.

Seit Jahren fahre ich einen Pinarello 55er Rahmen. Dieser sitzt wie angegossen, was das letzte bikefitting bei Veletage in Wien deutlich bestätigt hat. Der Wechsel birgt ein paar Gefahren mit sich. Bei kein anderem Rahmen habe ich so viele Möglichkeiten wie bei Pinarello. Ganze 12 verschiedene Rahmenhöhen stehen beim Dogma 65.1 zur Verfügung. Nicht schlecht. Andere Hersteller – insbesondere Basso bieten da weit weniger Alternativen. Und da jetzt das Basso Diamante Italy in die engere Auswahl gefallen ist, tüftle und vergleiche ich seit Tagen, wie ich mit den mir zur Verfügung stehenden Optionen, annähernd die Geometrie meiner „furia rossa“ hinbekomme. Das Rad muss ja nicht nur passen – es sollte ja optisch auch noch was hergeben. Die Anzahl der Spacer unterm Vorbau sowie eine ausreichend herausragende Sattelstütze entscheiden über die Posing-Wertungspunkte.

stack und reach

Neben dem Gespür für das Optische und einem Maßband, sind „stack“ und „reach“ jene zwei Parameter, die es erlauben, unterschiedliche Rahmengeometrien halbwegs vergleichbar zu machen.

stack: das ist der Abstand der Kurbelmitte und dem Niveau des Mitte des Steuerrohrkopfes – quasi die Bauhöhe des Rades.

reach: das ist der horizontale Abstand zwischen der Kurbelmitte und der Mitte des Steuerrohrkopfes – quasi die Reichweite des Rades.

Da die meisten Hersteller von Rahmen diese zwei Parameter ausweisen, ist ein Vergleich möglich. Stack und reach eines Rades kann man nicht anpassen. Den Rest schon. Vorbaulänge, Kurbellänge, Länge der Sattelsütze …

Mit den Daten vom bikefitting als Referenz bin ich schon mal in einer besseren Position. Jetzt muss ich diese nur noch auf das bald neue Rad rüberbringen. Mit fehlt noch die richtige Länge des Vorbaus und die senkrechte sowie horizontale Position des Sattels im Bezug auf das Tretlager.

Detail am Rande. Solltet ihr eine dieser hochtechnischen Varianten eines integrierten Spezialvorbaus haben, kann stack und reach Kopfzerbrechen bereiten. In diesem Fall verliert die Oberkante des Steuerrohrs an Bedeutung.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts

PS: Falls sich wer spielen will. Ein Datenblatt von Tour gibt es hier.

Osttriol Ladies‘ days 2016 – das Rennradcamp für Damen.

Lorraine Dettmer - unsere Guidette
Lorraine Dettmer

Osttirol Ladies‘ days 2016. Nur noch knapp vier Monate bis dahin. Höchste Zeit, sich langsam dem quaeldich und ketterechts Event in der Ferienregion Lienzer Dolomiten zu nähern. Wir machen gemeinsam einen Blick hinter die Kulissen und stellen euch nicht nur die geplanten Touren, sondern auch die Guidettes näher vor. Den Anfang macht Lorraine Dettmer. Ich habe die Wahlkärntnerin zu einem kleinen Rad-Rap eingeladen. Ihre Antworten auf meine Fragen findet ihr nachstehend. Sie geben einen kleinen Einblick in ihre Radfahrerseele.

Lorraine wird bei den Osttirol Ladies‘ days 2016 eine Gruppe guiden. Sie kennt die Gegend quasi wie ihre Trikottaschen. Seit 2013 ist Lorraine Guide bei quaeldich.

Name: Lorraine Dettmer

Motto: Was mich nicht umbringt, macht mich stärker. 

Vorbild: –

am Rennrad seit: Juli 2010

warum: Weil es der Zufall so wollte und Rennrad fahren ein faszinierender Sport ist

Lieblingsstrecke: SuperGiroDolomiti, Nockalmstraße

persönliche Erfolge: 2. Platz SuperGiroDolomiti 2015, Ötztaler Radmarathon in 8:59

Stärken am Rad: lange, bergige Strecken und je steiler, desto besser

Schwächen am Rad: Einzelzeitfahren

was darf am Rennrad nie fehlen: Der Garmin

was ist das größte NoGo am Rennrad: Oberrohrtaschen

wie ernährst du dich: vorwiegend gesund, weder vegetarisch noch vegan, mit Vorliebe für Mehlspeise und Schokolade

wie oft und wie lange fährst du: 5-6x pro Woche, selten unter 50 km

was erwatet die Teilnehmerinnen bei den Osttirol Ladies‘ Days 2016: eine traumhafte Landschaft inmitten der Lienzer Dolomiten, schöne Anstiege, abwechslungsreiche Ausfahrten und leckeren Kaiserschmarrn auf 1.900 Meter Seehöhe am Lucknerhaus.    



Meet and greet mit Lorraine vom 13. bis 17. Mai 2016. Für die Osttirol Ladies‘ days gibt es noch Plätze. Informationen dazu, die Ausschreibung sowie die Möglichkeit zu buchen gibt es hier.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts

Rapha festive 500 – der innere Schweinehund bellt digital

ein Bericht von ketterechts - dem Rennradblog und Eventliveblogger
Dieses Jahr war ich dabei.

Ewiger Herbst. Frühlingshafte Temperaturen. Milder Winter. Kein Niederschlag. Und dieses Internet. Gruppendynamik. Mehr brauchte es nicht, um mich dieses Jahr der Rapha Festive 500 Challenge zu stellen. 500 läppische Kilometer mit dem Rennrad. Zwischen Heilig Abend und der Silvesternacht. Im Schnitt an die 63 km pro Tag also. Nicht wirklich herausfordernd. Aber. Der innere Schweinehund bellt im Detail. Familie. Feiertage. Arbeit. Und dann doch das Wetter. Ewiger Herbst? Frühlingshafte Temperaturen? Niederschlagsfreier Winter? Ja. Im Gebirge. Hier im burgenländischen Seengebiet habe ich vergeblich danach gesucht. Hier fehlen einfach die Berge. Nicht einmal Hügel gibt es. Dafür seit Tagen dichter Nebel, Temperaturen um den Gefrierpunkt und Dauernieseln. Keine optimalen Voraussetzungen. Wohl eher perfektes Kuschelwetter.

Ganz ehrlich. Unter normalen Umständen, wäre ich bei so einem Wetter freiwillig nie aufs Rad gestiegen. Nicht nur meiner Gesundheit wegen. Wer will denn seine Carbon-Lady freiwillig derartigen Wetterbedingungen aussetzen? Eben. Doch dieses digitale Schwanzmessen ließ mir keine Wahl. Ich habe mich überreden, hinreißen, motivieren, verlocken und erweichen lassen. 101, 64, 101, 100 und 135. 501 km, 5.700 HM in 5 Tagen. Mission accomplished. Minimalziel versteht sich. Einer von vielen Zehntausenden weltweit. Mit Höhen und Tiefen. Mit Sonnenstich und Kältebeulen. Mit Lust und Frust. Und mit massenweiße Materialschwund. 

Was bleibt ist vor allem eine gewisse Genugtuung. Für die eigene Leistung. Physisch wie psychisch. Organisatorisch wie logistisch. Ich habe sehr viele neue Strecken rund um das Rosalia Gebirge, dem Schneebergland und das Wechselgebiet kennen gelernt. Denn es war Flexibilität gefragt. Nach 2 1/2 Tagen im Nebel musste ich endlich die Sonne sehen. Und die gab es zwar stundenlang, dafür aber nur oberhalb und weit entfernt. Ich habe den Rennradpendler erfunden.

Ich hatte Nässe. Ich hatte Kälte. Ich hatte Nebel. Ich hatte teilweise kaum 50 m Sicht. Deshalb hatte ich auch eine Warnweste an. Zum eigenen Schutz. Ich hatte Salz. Überall. Im Mund. Am Körper. Und vor allem am Rad. In jeder noch so kleinsten Ritze. In jedem Lager. Ich hatte das Bedürfnis und die Pflicht meine „furia rossa“ täglich Schaum zu baden. Ich hatte mehrmals keinen Bock und bin trotzdem gefahren.

Was ich auch hatte, war gute Bekleidung. Die Sealskinz Handschuhe ein Traum. Meine Thermo Langhose auch bei Null Grad und Gegenwind warm. Mein ketterechts Langarmtrikot mit meinen Ärmlingen ausreichend für 100% Luftfeuchtigkeit und kühlen Abfahrten. Die uralten, sich auflösenden GemiG Neoprenüberschuhe die beste Investition aus dem Jahre 2011.

Ich hatte aber auch die geilste Wintersportwoche seit ich Rennrad fahre. Oberhalb von 400 bis 600 Metern Temperaturen wie kaum im Frühjahr auf Mallorca. Ich hatte einen wolkenlosen Himmel der strahlend blauer nicht hätte sein können. Ich hatte Spass, 16,1 km bei Gegenwind mit knapp 40 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit hinter einem Traktor einen strava KOM zu ergattern. Ich habe meine Latte an Jahreskilometer in wohl kaum mehr erreichbare Sphären hinaufgeschraubt.

Ich hatte einfach eine geile Zeit. Danke Rapha festive 500. Danke an euch alle. Ohne euch hätte ich die letzten Tage noch mehr gekuschelt. Und noch mehr geschmust.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts

Osttirol Ladies‘ Days. Das Rennrad Trainingscamp für Damen.

Vorschau von ketterechts - dem Rennrad Blog und Event Liveblogger
Frauenpower rund um die Lienzer Dolomiten

Liebe Damen aufgepasst. „Woman only“ heißt es zu Pfingsten 2016. Da gehört die Sonnenstadt Lienz in Osttirol ganz euch, euren Rennrädern und den schönsten Anstiegen rund um die Dolomitenstadt.

Gemeinsam mit quaeldich organisiere ich die Osttriol Ladies‘ Days. Ein Rennrad Trainingscamp für euch Damen. Vom 13. bis 17. Mai. Erfahrene Guidettes führen euch zu den Highlights Lucknerhaus, Pustertaler Höhenstraße, Großglockner Hochalpenstrasse, Lienzer Dolomitenrundfahrt. Gemeinsam geht’s bergauf! Und wieder zurück. Frau bestimmt das Tempo. Niemand soll über- noch unterfordert werden.

Dazu gibt es ein interessantes Rahmenprogramm. Wir wollen nicht nur gemeinsam Rennrad fahren, sondern auch über Technik, Mechanik und Ernährung diskutieren. Wem das zu viel ist, der entspannt im hoteleigenen Spa-Bereich.

Save the date!

  • 5 Tage, 4 Nächte
  • **** Hotel mit HP und Nachmittagssnack, EZ oder DZ
  • 4 geführte Touren (Lienzer Dolomitenrundfahrt, Lucknerhaus, Pustertaler Höhenstraße, Großglockner Hochalpenstrasse durch weibliche Guidettes)
  • verschiedene Leistungsgruppen (Frau bestimmt das Tempo)
  • Wäscheservice
  • Wellness, Sauna und Freischwimmbad
  • eine kostenlose Teilmassage (25 Minuten)
  • Techniktraining Basics (zB. Fahren in der Gruppe)
  • Workshops (zB. Schlauch wechseln)
  • inklusive hochwertigem Radtrikot und hochwertiger Radhose im Wert von über € 150,-

Pauschalpreis pro Person:
Doppelzimmer 690.– €
Einzelzimmer 870.– €

Ausschreibung und Buchung hier.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts

#ketterechts #osttirol #bergtirol #quaeldich #ladiesdaysosttirol16 #faceyourpassion

Organisiert von ketterechts - dem Rennrad Blog und Event Liveblogger.

Organisiert von ketterechts - dem Rennrad Blog und Event Liveblogger.

Organisiert von ketterechts - dem Rennrad Blog und Event Liveblogger.

Organisiert von ketterechts - dem Rennrad Blog und Event Liveblogger.

ketterechts Vorschau 2016 – was gibt es Neues.

Eine Vorschau von ketterechts - dem Rennrad Blog und Event Liveblogger
Das neue ketterechts Trikot Set 2016

Ich habe mich wie ein kleines Kind gefreut, als ich die Nachricht von meiner Nachbarin erhalten habe, dass ein Paket für mich bei ihr abgegeben worden sei. Erst am 3.11. habe ich meine Wünsche für die neue Trikotlinie bei meinem Produzenten deponiert. Am 13.11. kamen bereits Trikot, Hose, Windbreaker und Langarmtrikot bei mir im Büro an. Prototypen. Erlkönige. Muster. Neues Jahr, neue Line. Selbst entworfen. Schlicht. Reduziert. Einfach. Was habe ich herumgetüftelt. Herumgefragt. Herumgezeichnet. Herumgestrichen. Jetzt wo die Muster bei mir sind weiß ich, dass sich der Aufwand gelohnt hat. Mir gefällt das neue Set sehr gut. Schwarz macht schlank und schnell. Bewusst habe ich nur mit Schriftzug und Visual gearbeitet. Gänzlich auf alles andere verzichtet. Meine Italophilität ist nicht zu verleugnen. „il tricolore“ dezent aber auffällig auf Brust und Rücken platziert.

Design von ketterechts - dem Rennrad Blog und Event Liveblogger

Beim Schnitt habe ich mich für die sehr sportive Variante entschieden. Gut bis zum Frühjahr wird sich mein Off-Season Zusatzgewicht wieder verflüssigen. Das Trikot ist aus sehr leichtem, fast durchsichtigem Stoff. Mit feinen Bündchen aus Silikon an den Ärmeln. Der Abschluss hat Anti-Rutsch-Silikonstreifen und vorne auch einen elastischen Bund. Damit das Trikot gut sitzt.

Die Hose ist komplett in schwarz gehalten. Der Schriftzug „ketterechts“ ziert den Rücken und einen Bund am Oberschenkel. Hinten sind zwei reflektierende Stoffteile eingenäht. Für die Sicherheit. Von Vorteil sind die auf der Rückseite hochgezogenen Träger. Das schützt den Rücken vor Wind. Die Träger selber haben absichtlich kleine Löcher – das spart Gewicht und begünstigt das Trocknen des Stoffes.

Design von ketterechts - dem Rennrad Blog und Event Liveblogger

Besonderes Merkmal sind die versetzten Streifen des „tricolore“. Horizontal auf der Brust und vertikal am Rücken. Das macht dieses Trikot zum Unikat. Etwas ähnliches habe ich vergeblich gesucht.

Zur Hose mit Trägern und dem Trikot mit durchgehendem Zip und 3 Taschen am Rücken gibt es zur Serie auch einen passenden Windbreaker und ein Thermo Langarmtrikot. Thermo/Windbreaker Hosen lang und kurz sind auch erhältlich. An Socken und Caps arbeite ich noch.

Für das hier vorgestellte Set sind ab sofort Vorbestellungen möglich. Ich möchte etwas zuwarten und dann in die Produktion gehen, damit wenn alles gut geht das Christkind gute Arbeit leisten kann. Zu den Größenempfehlungen: Ich vertrage bei diesem Modell Hose in M und Trikot in L (spotiver, körperbetonter Schnitt)

Falls Interesse besteht bitte Email an mich. Preise auf Anfrage. cristian.gemmato@gmail.com.

Für alle jene, welche sich mit diesem Schwarz nicht identifizieren können und wollen, empfehle ich die Black Beauty Version. Mit oder ohne Giro Edition. Mittlerweile ein Klassiker und bis dato der Bestseller.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts
#faceyourpassion

ketterechts Radtrikots Set Vorschau 2016

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bikefitting – maßgeregelt durch Veletage Wien

Ein Bericht von ketterechts - dem Rennrad Blog und Event Liveblogger
Es ist angerichtet – bikefitting bei Veletage Wien

„Die meisten sitzen entweder zu tief oder zu hoch“. So lassen sich pauschal die größten Fehler bei der Sitzposition kategorisieren. Zumindest nach den Worten von Josh von Veletage Wien. Es ist auch Josh, der mich in der Praterstrasse Nummer 2 empfängt und mich in den nächsten Augenblicken maßregeln wird. Nach Jahren Gefühl habe ich mich entschlossen, Physik und Wissenschaft zu nutzen, um meine Sitzpositon am Rad einstellen zu lassen. „Bring bike, shoes, full kit, water bottle, towel and smile.“ Gesagt, getan.

Wer Veletage kennt, der weiß, dass einem zu allererst einmal ein guter Kaffee erwartet. In meinem Fall fiel die Wahl auf einen Capuccino. Von der Zubereitung a la Josh können sich in Wien viele eingefleischte Baristas und jene die es noch werden möchten, eine große Scheibe abschneiden. Liebe, Können und Geschmack. Nichts davon fehlt. Schnell geht es nach dem Koffeeinkick in medias res.

Im hinteren Raum steht sie. Die Foltermaschine. Eine Shimano Konstruktion. Die vielen Kurbeln und Stangenschrauben lassen Böses erahnen. Ob ich damit gestreckt oder geschrumpft werde? Hoffentlich nicht. Neben dem Monster wird meine „furia rossa“ aufgebockt. Hinten mit eigenem Schnellspanner wird sie in ein Tacx Geräte fixiert. Vorne etwas erhöht. In der Zwischenzeit gebe ich meine Daten bekannt. Für das System. Josh sucht im Netz nach der Geometrie meines Rades. Während dessen ziehe ich mich um. Es ist knapp nach zehn Uhr Vormittags.

Es folgt Small Talk. Josh will wissen, ob ich Probleme am Rad habe und ob ich Schmerzen habe. Nein und nein. Wobei das zweite nein gelogen ist. Ich habe Schmerzen. Aber nicht vom Rad fahren und nicht beim Rad fahren. Josh ist was dies betrifft mein falscher Ansprechpartner. Dann höre ich noch das Wort „competition“. Dazu sage ich einfach nur ja und nicke. Später stellt sich heraus, dass dies meine Sitzposition beeinflusst hat.

Und schon beginnt das Abmessen. Größe (Hilfe, ich bin geschrumpft), Beinlänge (das Ding da zwischen den Beinen werde ich so schnell nicht mehr vergessen), Armlänge, Schulterbreite (Ende Schlüsselbein zu Ende Schlüsselbein) und Torsolänge. Die Daten wandern in das System. Und in wenigen Augenblicken zaubert die Software mein ideales Rad daher. Am Papier.

Ein Bericht von ketterechts - dem Rennrad Blog und Event Liveblogger
Foltermaschine und Rennrad.

Diese Daten werden jetzt millimetergenau auf die Foltermaschine übertragen. Mit Laserlicht genauestens vermessen. Etwas kurbeln hier und kurbeln dort … Höhe, Länge … im handumdrehen, steht mein ideales Rad. Leider ohne Räder und viel zu schwer. Dann darf ich mich endlich draufsetzen. Locker treten lautet die Anweisung.

Ich trete und kurble. Es fühlt sich gut an. Als wäre es mein Rad. Josh beobachtet mich. Oberlenker, Unterlenker, Bremsgriffe – alle möglichen Positionen darf ich ausprobieren. „It looks nice“ – ist schon mal ein guter Anfang. „But“ – oje. Was kommt jetzt. Nichts Schlimmes. Mein linkes Bein kurbelt nicht senkrekt nach oben – zumindest nicht so wie das Rechte. Jetzt wo Josh es mir sagt, fühle ich es auch. Ich bin nämlich in fremden Look Pedalen befestigt. Ohne Spielraum. Das wird es sein. Ich experimentiere ein wenig. Fuß nach innen knicken. Knie nach innen bewegen. Ansonsten ist immer noch alles ok. Keine besonderen Vorkommnisse zu vermelden.

Jetzt zeigt mir Josh anhand des Softwareprogrammes direkt am Laptop, jene Dinge, die ich mit den Garmin Vector 2 Pedalen nach jeder Ausfahrt auch zu sehen bekomme. Druckvertelung auf die Pedale, Winkel der optimalen Druckverteilung … Alles live. Geil. Auch hier, scheint es, als hätte ich Naturtalent. Bis auf wenige Millimeter da und dort passt alles. Ich spiele mich wieder. Fußballen nach innen drücken. Knie nach innen drücken. Die Auswirkungen sind sofort sichtbar. Danke. Das wars. Nein. Das wäre zu einfach.

ein Bericht von ketterechts - dem Rennrad Blog und Event Liveblogger

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Jetzt reden wir Tacheles. Wie kann der Druck in die Pedale effizient in Fortbewegung am Rad umgewandelt werden. Das Ganze immer noch radelnd. Auf der Torturmaschine. Und live am Bildschirm. Geile Sache. Der Wiederstand wird erhöht. Jetzt rinnt bereits der Schweiß. Das Handtuch muss her. Die Augen von Josh sind auf auf mich gerichtet. Ein schaut recht zufrieden. Wir beobachten, wie sich die Werte bei jeder neuen Winkeleinstellung von Knie und Sprunggelenk verändern. Bei mir bleibt vieles gleich. Ich sagte es ja, Naturtalent. Oder langjährige Erfahrung. Man könnte es auch Glück oder Blauäugigkeit nennen. Egal. Es passt. Mit Erhöhung des Wiederstandes pendelt sich auch das linke Knie dort ein, wo wir es haben wollen. Senkrecht nach oben. Auf und ab.

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Der runde Tritt ist es. Drücken und ziehen. Bei mir ist hier noch Spielraum. Nach oben. Bzw. hinten. System umstellen, wäre die Therapie. Und Bahn fahren. Ja. Bahn fahren. Noch mehr Bahn fahren.

Ich zapfe das Know How von Josh jetzt richtig an. Immerhin ist Josh früher auch viele Rennen gefahren. In Österreich Tchibo Liga oder so. Jetzt fährt er internationale Single Speed Kriterien. Der Mann versteht was vom Rennrad fahren. Und der Mann ist schnell. Seine legendären Sunrise Showdown Early Morning Rides sind kein Spaziergang. Für niemanden, der mitfährt.

Josh erklär mit, wo noch Potential wäre. Ziehen. Ich darf ruhig mehr Ziehen. Insgesamt scheint alles zu passen. Auf der Foltermaschine. Aber wie sieht es auf meinem Rad aus? Gut schaut’s aus. Denn mein Bike ist so wie ich es mitgebracht habe bis auf wenige Millimeter genau so eingestellt, wie die Shimano Konstruktion. Wo fehlts bzw. was fehlt?

Müssten wir von den Daten ausgehen, welche durch die Abmessungen berechnet worden sind, dann ist der Sattel ein wenig zu niedrig und zu weit hinten. Der Vorbau leicht zu kurz und die Überhöhung zu groß. Wenn wir jetzt genau nach diesen Abmessungen gehen müssten, dann wäre ein kleiner Umbau des Rades zu empfehlen. Wäre. Da ich keine Probleme habe, ist es aber kein Muss. Ich bin quasi bis dato ganz schön richtig gefahren. Die Überhöhung am Vorbau habe ich heuer noch einmal geändert – ohne dieser Änderung wären wir im Bereich von Millimetern. Millimeter, die ein Hobbyfahrer wie ich wohl kaum spüren kann.

Ein Bericht von ketterechts - dem Rennrad Blog und Event Liveblogger

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Ein Bericht von ketterechts - dem Rennrad Blog und Event Liveblogger

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Was ich jetzt habe ist ein Papier aus dem hervorgeht wie mein aktuelles Rennrad ausschaut (original) und wie mein ideales Rennrad ausschauen sollte (recommended). Dazu die Änderungen in Millimetern (difference). Die Abweichungen sind echt minimal. 8mm mit dem Sattel nach oben und 8mm mit dem Sattel nach vorne. 6mm längerer Vorbau. Nuancen. Einzig der 21mm höhere Vorbau macht micht etwas stutzig. Ich bin quasi mit einem blauen Auge davongekommen. Alles mutiert jetzt zu einer philosophischen Frage. Mit vielen Varianten. Von totalem Umbau bis hin zu einfach so lassen.

Den Sattel habe ich gleich erhöht. Die 6mm nach vorne könnte ich mit einer neuen 1.5 Sattelstütze schaffen, sofern, diese von M.O.S.T produziert wird – wegen der Sonderform. Die Streckung des Vorbaues ist ohne Umbau (integrierter Lenker mit Vorbau) nicht möglich. Die Erhöhung spare ich mir. Ich hatte ja keine Probleme – außerdem sind zu viele Spacer ja ein optisches no go.

Mein Rennrad passt also. Jetzt muss ich nur noch in den Windkanal. Da sind sicher auch noch ein paar Watt zu holen. Und trainieren sollte ich auch noch, denn das ist letztendlich das Ausschlaggebende.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts

PS: Das bikefitting bei Veletage in Wien kann ich echt empfehlen. Egal wer, egal wann. Wir können das Rad an uns anpassen. Weil wir viele Möglichkeiten haben. Diese sollten wir nutzen. Josh hat sich sehr viel Zeit genommen. Mich informiert. Mir alle Fragen gewissenhaft beantwortet. Seine Präzision und Akribie sind bemerkenswert. Die Suche nach der idealen Sitzposition ist ein Geheimnis. Josh von Veletage Wien kennt dieses.

Update: Das gesamte bikefitting bei Veletage kostet € 150 für die Dauer von 90 Minuten (Durchschnittsdauer) Jede weitere halbe Stunde € 50.

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Ötztaler Radmarathon 2016 – Vorbereitungswoche und Rennen.

Mit ketterechts zum härtesten Radmarathon Europas
Das Timmeljoch – das letzte Highlight beim „Ötzi“

Der Ötztaler Radmarathon – eines der großen Monumente im Hobbyradsport und Ziel vieler ambitionierter Rennradler. Im Jahr 2016 erlebt er seine 36. Austragung.

Die schwere Strecke über das Kühtai, den Brenner, den Jaufenpass und das Timmelsjoch mit seinem legendären Steilhang ist Jahr für Jahr eine Herausforderung für gut 4000 Teilnehmer. Mit ketterechts und quaeldich kann  dieses Abenteuer bestens vorbereitet überstanden werden: Eine Vorbereitungswoche vom 27. Juni bis 2. Juli 2016 und die Übernachtungen vom 25. bis 29. August rund um den Ötztaler Radmarathon bieten Landschaftsgenuss und sportliche Herausforderung zugleich. Am Sonntag, 28. August 2016 stehen wir dann um 06.45 Uhr am Start des Ötztaler Radmarathons, wo wir uns so richtig quälen können.

Die Fakten

  • Vorbereitungswoche von 27. Juni bis 2. Juli 2016
  • Ötztaler Radmarathon-Wochenende von 25. bis 29. August 2016
  • 9 Übernachtungen im 4*-Hotel
  • mindestens fünf Touren ab Sölden in zwei Geschwindigkeitsgruppen
  • (optionale Touren am An- und Abreisetag der Vorbereitungswoche und am Tag vor dem Ötztaler Radmarathon)
  • Begleitfahrzeug auf den Touren
  • garantierter Startplatz beim Ötztaler Radmarathon (inkl. Startgebühr)
  • hochwertiges Radtrikot und -hose quaeldich.de-Team Ötztaler
  • ab € 1.550,-

Sölden – Ötztal

Das Ötztal, ein südliches Seitental des Inntals, ist umgeben von zahlreichen über 3000 m hohen Bergen. Dazwischen hindurch führt die Straße vom Inntal bis auf das Timmelsjoch an der italienischen Grenze. Sölden selbst liegt auf 1365 m Höhe und ist seit längerem Austragungsort der ersten Skiweltcuprennen jeder Saison hoch oben am Rettenbachferner. Vor langen Jahren hatten hier einige Radler die Idee, vier Pässe zu einem Radrennen mit über 5000 Hm zu verbinden, der Ötztaler Radmarathon war geboren. Über die Jahre wurde die Veranstaltung immer bekannter und ist so längst zum Mythos geworden. Im Ötztal werden wir die Tiroler Gastfreundschaft und Küche kennen lernen und eine ganz besondere Stimmung spüren, wenn es schließlich im Renntempo über die Pässe geht.

Unsere Touren führen uns aber auch nach Südtirol, wo Il ciclismo – der Radsport – bekanntermaßen Volkssport. Insbesondere beim Ötztaler Radmarathon können wir auf den beiden italienischen Anstiegen die Faszination der Tifosi für unseren Sport spüren.

Mit ketterechts zum härtesten Radmarathon Europas

Mit ketterechts zum härtesten Radmarathon Europas

Mit ketterechts zum härtesten Radmarathon Europas

Mit ketterechts zum härtesten Radmarathon Europas

Die Touren

Wir führen euch in der Vorbereitungswoche auf vier Touren. Dabei stehen nicht nur die Pässe das Ötztaler Radmarathons, aufgeteilt auf zwei Tage, auf unserem Programm, sondern unter anderem auch die höchste Asphaltstraße der Alpen, die Ötztaler Gletscherstraße zum Tiefenbachferner auf 2830 m Höhe sowie Abstecher in einige Seitentäler das Ötztals. Optional lässt sich bei An- und Abreise noch jeweils eine weitere Tour vom Inntal aus einplanen.

Die Tage vor dem Ötztaler Radmarathon nutzen wir noch zum lockeren Einrollen, genießen der Landschaft und des einzigartigen Flairs an diesem Wochenende. Am Sonntag nehmen wir dann die legendäre Strecke gemeinsam mit rund 4000 anderen Teilnehmern unter die Räder.

Details zu den Touren siehe auch unter Touren.

Mit ketterechts zum härtesten Radmarathon Europas

Mit ketterechts zum härtesten Radmarathon Europas

Mit ketterechts zum härtesten Radmarathon Europas

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Das Hotel

Die Unterbringung erfolgt in einem Vier-Sterne-Hotel direkt in Sölden. Alle Teilnehmer sind im selben Hotel untergebracht. Da unser Hotel kein Abendessen anbietet, essen wir in wechselnden Lokalen im Ort. Halbpension ist dennoch im Reisepreis inbegriffen, daher ist die Gruppe auch noch beim Abendessen beisammen, und es bietet sich die Möglichkeit, gemeinsam den Tag Revue passieren zu lassen. Details siehe Hotel.

Informationen zur Anreise nach Sölden finden sich hier. Der komplette Leisungsumfang findet sich unter Ausschreibung.

Bei Fragen einfach melden.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts

Mit ketterechts zum härtesten Radmarathon Europas

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Typologien von Rennradfahrern – eine unwissenschaftliche Anlayse.

Eine Analyse von ketterechts, dem Rennrad Blog und Event Liveblogger
Und welcher Rennradtyp bist du?

Oktober. Die Nebelsuppe ist kaum mehr auszulöffeln. Regentage werden zu Regenerationstagen. Die Ausreden, nicht mehr aufs Rennrad steigen zu müssen umfangreicher und plausibler. Es ist die Zeit, in dem das Gewissen kaum mehr plagt. Die wöchtenlichen Umfänge werden weniger. Die Bauchumfänge dafür größer. Es ist die Zeit zu resümieren.

Vor, während und nach meinen quaeldich Rennradreisen. Trainingswochenende im Mühlviertel, SuperHeroDolomiti in Lienz, Osttiriol, Deutschland Rundfahrt, Tauernrundfahrt und Reise in die Dolomiten. Genug, um mir Gedanken über die verschiedenen Typlogien von Rennradfahrern machen zu können. Rennradfahrern, denen ich heuer wieder einmal begegnet bin.

Der Unscheinbare: Kaum zu sehen. Kaum zu hören. Kaum wahrnehmbar. Am Abend. Beim Frühstück. Beim After Ride. Dafür am Berg. Sobald es ins Hochprozentige geht, ist er zur Stelle. Demütigend. Denn während ich am Limit kratze, pfeift er schon an mir vorbei. Mehrmals. Denn auch Pinkelpausen können in nicht stoppen. Man könnte meinen, er macht dies absichtlich. Das Vorbeifahren. Das Anhalten. Das Umziehen. Das Weiterfahren. Das wieder überholen. Zermürbend. Seine Blicke oben am Pass in meine Richtung werde ich nie vergessen und verzeihen.

Der Upgrader: Latte macchiato. Macchiato. Espresso. Von schwach koffeniert bis hin zu voll konzentriert. Der Upgrader macht es richtig. Er startet in der Gruppe der Genießer, um am Ende der Woche mit den Tempobolzern anzukommen. Frisch. Ausgeruht. Gut für die Moral. Seine.

Der Downgrader: Das Gegenteil des Upgraders, den er Mitte der Woche in einer der mittleren Leistungsgruppen begegnet. Wegfahren mit den sportlich ambinionierten und ankommen mit den Genießern. Ob ihn das eigene Leistungsvermögen dazu zwingt? Oder ist es einfach, das sich selbst finden? Stundenlanges Sitzen am Fahrrad ist ja bekanntlich nicht nur eine sportliche Herausforderung, sondern auch Selbstreflektion.

Der Zupfer: Mein allerbester Freund. Und das meine ich nicht nett. Wäre ich Teamchef würde ich ihn verpflichten, um im Feld für Unruhe zu sorgen. Da ich aber kein Teamchef bin und mir auch keine Verpflichtungen leisten kann, bleibt mir nichts anderes übrig, als ihn nicht zu mögen. Weil der Zupfer gerne spielt. Mit dir. Wenn du die Gruppe führst. Zuerst flankiert er dich. Dann setzt er seinen Vorderreifen stets immer um ein Ätzerl vor deinen. Egal ob du jetzt 30, 35 oder 38 km/h fährst. Er ist immer um diesen Tick schneller, um dich zu provozieren. Ich bin leicht zu provizieren und gebe auch ungern nach. Zudem nehme ich vieles auch persönlich. Was zur Folge hat, dass eine Zupfer-Fede in den meisten Fällen die Gruppe sprengt. Weil die Geschwindigkeit hier vorne immer schneller wird. So lange bis von hinten ein lautes „Kürzer“ ertönt. Oder ich einfach nicht mehr kann und die weiße Flagge schwenken muss.

Der Schatten: Immer da. Auch wenn die Sonne nicht scheint. Klebt am Berg an meinem Hinterrad besser wie dasselbe Hinterrad an der Carbonfelge. Der Schatten braucht mich (und dich). Als Motivator. Als Treiber. Allein gestellt ist er verloren. Da krebst er vor sich hin. Fast vom Rad fallend. Ich begegne ihn meistens von hinten kommend. Hole ihn ein. Überhole ihn. Und kann ihn dann nicht mehr abschütteln. Kilometerlang. Scheißegal bei welchem Tempo. Verschärfungen pariert er. Abwechseln der Führungsarbeit? Fehlanzeige. Die Natur hat für solche Lebewesen einen eigenen Namen. Schmarotzer. Wir nennen sie liebevoller nur Lutscher.

Der Freigeist: Dieser Typus hat mehrere Ausprägungen. Allesamt brechen die Regel aller Regeln. Nämlich jene, den Regeln zu folgen und diesen zu gehorchen. Die weit verbreiteste Form des Freigeistes ist jener mit a) Satteltasche, b) Lenkertasche, c) Oberrohrtasche und d) Satteltasche, Lenkertasche und Oberrohrtasche. Darin versteckt und verhüllt ****Gourmetmenüs, Umkleidegarderobe, Waschmaschine, Trockner und Haarföhn. Der Freigeist liebt es auch zu kombinieren. Farben, Stoffe, Muster. Wie er will und wann er will. Und er liebt Öl und Dreck. Vor allem auf der Kette und auf der Kettenstrebe. Am Schlimmsten ist, wenn der Freigeist gleichzeitig ein Unscheinbarer ist. Was vorkommt. Und auch schon vorgekommen ist. In diesem Fall habe ich schon laut über einen Sportwechsel nachgedacht.

Der Sir: Der Schnellste im Feld. Das weiß er. Sehr stark am Berg. Immer vorne dabei. Aber nicht ganz vorne. Weil er es nicht braucht. Und will. Seiner Stärke bewusst, sieht man ihn immer nur Attacken mitgehen, aber nie Attacken starten. Von ihm könnte ich viel lernen. Wenn ich die Kraft (gehabt) hätte ihm zu folgen.

Der Fixierte: Sein Blick ist stets nach vorne gerichtet. Sein Tempo auch. Kreuzungen, Abbiegungen, Ampeln. Hügel. So was kennt er nicht. Wenn der Weg frei ist, fährt der Fixierte dasselbe Tempo durch. In das Hinterniss hinein und aus dem Hinderniss heraus. Tentenz dabei, Tempo steigernd. Die etwas Vorsichtigen dahinter müssen dem Tribut zollen. Weil sich stets ein Loch aufmacht, das wieder geschlossen werden muss. In Sprintermanier. Fixierte sind auch jene, die mehrmals, oft, fast immer mit einem „Küüüüürzer“ aus den hinteren Reihen rechnen müssen.  
 

Die Dame: Stark. Saustark. Mutig. Schnell. Ausdauernd. Von den Damen könnten mehr mitfahren. Vielleicht bei den Osttirol Ladies Days zu Pfingsten nächstes Jahr. Da sind keine Unscheinbare, Upgrader, Downgrader, Zupfer, Schatten, Sirs, Fixierte und Freigeiste dabei.

… to be continued

Wir sehen uns hoffentlich auf einer der nächsten Touren.
Cristian Gemamto aka @_ketterechts

PS: Bezug zu lebenden Menschen oder mir bekannten Rennradlern sind rein zufällig.